Warten auf das Ergebis einer Untersuchung

  • Hallo Foris,


    am 11. Nov war ich zur Nachsorge-Untersuchung - im 18. Jahr nach der Ersterkrankung.
    Internistisch ist soweit alles in Ordnung, worüber ich mich sehr freue.
    Was noch aussteht, sind die Ergebnisse der Blutuntersuchung. Die lasse ich generell durch
    den Onkologen durchführen - nicht vom Hausarzt. Das große Blutbild und einige Entzündungs-
    parameter werden ermittelt, Tumormarker gibt s bei meiner Indikation nicht. Ich hoffe, dass
    die Ergebnisse in Laufe dieser Woche eingehen.
    Was mir Sorgen bereitet - das Ergebnis eines entnommenen Muttermales. Kommt ein Anruf
    in den nächsten Tagen, muss mit Sicherheitsabstand nachoperiert werden. Kommt kein Anruf,
    ist alles in Ordnung....wie ihr euch denken könnt - ich will KEINEN Anruf ;-)
    Der Umgang mit der "Warterei" ist nicht leicht. Das werdet ihr alle kennen. Inzwischen habe
    ich lernen müssen, dass die Fakten "auf den Tisch" müssen. Bis dahin versuche ich, realistisch
    -optimistisch zu bleiben. 2 Mal hatte die "Warterei" schlechte Befunde...und der Fall war sehr
    tief, weil ich das völlig ausgeblendet hatte, dass "noch mal" etwas sein könnte.
    Ja...es ist ein Lernprozess, mit all den Umständen einer Krebsdiagnose umzugehen. Dafür gibt
    es KEIN Rezept...


    Mannix

  • Oh ja, diese Warterei und die Angst.........
    Ich glaube 1 Jahr oder 18 Jahre machen keinen sehr großen Unterschied. Das Gefühl der Angst vor schlechten Ergebnissen, gar Rezidiven wird wohl unser ständiger Begleiter sein.
    Dir Mannix, drücke ich ganz doll die Daumen für gute Ergebnisse und hoffe sehr, du bekommst KEINEN Anruf.


    Alles Gute Lexi

  • nein, dafür gibt es KEIN Rezept!


    Angst läßt sich in unserem Fall nicht verlernen, sobald ein Anlass auch nur sein "könnte", ist sie da, egal ob wir Frischling oder alter Hase sind, aber das weißt du ja...
    Ich drücke dir auch die Daumen :thumbup: , dass kein Anruf kommt, du wieder tief durchatmen kannst und wieder das Leben "voll" genießen kannst!


    Zuversicht und alles Gute
    wünscht
    Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • oh ja, diese verflixte Warterei!
    Ich kann sehr gut verstehen, dass du dir Sorgen machst wegen des entnommenen Muttermals.
    Auch ich denk an dich und drück dir die Daumen,
    -- dass dein Blutbild in Ordnung ist und
    -- dass nicht nachoperiert werden muss.


    Ganz viel Glück und Zuversicht
    wünscht dir
    Mohnblume

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • Hallo Mannix,


    ich drücke Dir auch die Daumen.


    Dieses Warten darauf, dass nichts passiert finde ich ganz, ganz schrecklich. Ich wünschte, es gäbe auch bei Entwarnungen sofort Nachricht, wenn der Befund da ist. Ich habe sogar schon manchmal gedacht, dass vielleicht mehr Frauen regelmässiger zur Mammographie gehen würden, wenn es zeitnah eine freundliche Nachricht mit einer Entwarnung gäbe.


    Hoffentlich wird Dein Optimismus belohnt,


    Knuffel

  • Hallo Mannix,


    erst mal vielen lieben Dank für deine ausführliche PN mit den super Tipps, werde bestimmt viele davon annehmen können.
    Zum Thema warten:


    Ich habe gestern mit meiner besten Freundin telefoniert,die leider 500 km entfernt wohnt. Sie hat zur Zeit sehr grosse Probleme und kann auch nur Warten weil alles andere ausgeschöpft ist.
    Sie geht zu einer Meditationsgruppe und der Lehrer hat gesagt sie soll das Wort "warten" einfach ersetzen mit den Wörtern" Auf sich zu kommen lassen", das finde ich viel positiver.
    Drücke dir alle Daumen, dass alles o.B. ist.


    Liebe Grüße
    feenhund

  • Nichts war und ist für mich schlimmer als WARTEN auf Ergebnisse, sich daraus ergebende Folgen etc.
    Ich musste in 6 Monaten mehrfach (4x, 5x?) da durch.... und es hat mich an den Rand des für mich Erträglichen gebracht... Pathologie braucht eine Woche, wenn man Pech hat, kommt Ergebnis am Tage nach der Turmorkonferenz, also 2 Wochen Warterei und Kopfkino - ich habe das als absolute Hölle empfunden - und empfinde das noch immer so (letzte Nachsorge vor 4 Monaten mit unklarem Befund, zum Glück nur 4 Tage Warten...)
    Ich wünschte sehr, ich könnte das mit ¨ nicht warten, sondern auf mich zukommen lassen ¨ umsetzen, liebe Feenhund, das klingt toll - nur setzt das voraus, gelassen damit umgehen zu können - ich kann es leider bisher nicht - und bin auch nicht sehr optimistisch, dieses jemals zu ¨lernen¨.... Aber vielleicht helfen der zeitliche Abstand und die o-B-Untersuchungen


    Lieber MANNIX - dir wünsche ich nur gute Ergebnisse - und das möglichst schnell!

    ***********************************************************************************

    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • Hallo "Foris",
    das ist eine gute Unterstützung, mit all den Umständen des "Wartens" nicht allein zu sein. Es ist tatsächlich so, dass selbst knapp 18 Jahre nach der 1. Diagnose das "Warten" auf Ergebnisse nicht zur Routine geworden ist. Was die insgesamt entfernten Muttermale in den knapp 18 Jahren angeht, habe ich schon sehr viel "warten" müssen. Meistens hat´s mit einem guten Ergebnis geendet..aber nicht immer.


    Ja...es ist möglich, durch eine andere Wortwahl einen "Ersatz" zu schaffen, mit dem etwas gelassener umgegangen werden kann. Im Runde stimmt der Vorschlag, "alles auf sich zukommen" zu lassen. Es kann ja eh nichts mehr geändert werden - was entfernt wird, wird nun mal histologisch untersucht, was ein Ergebnis hervorbringt.


    Meine Gedanken sind eh auf das "halb volle Glas" gerichtet. Auch das habe ich als einen Teil meiner Strategie angesehen, mit all den Umständen zu leben, leben zu können. Denn....ich will nur eines - LEBEN. Damit spreche ich wohl alle an, die im gleichen Boot sitzen.


    Was mit dem "Warten" auch verbunden ist - gründliche Untersuchungen. Ich will für mich, dass alles, was untersucht wird, gründlich untersucht wird, möglichst nichts übersehen wird, ggf. nachuntersucht und noch mal geprüft wird, ehe ein Ergebnis mitgeteilt wird. Da arte ich dann lieber ein paar Tage länger, wenn dadurch mehr Gewissheit - so oder so - entsteht.
    Wer mal "quer" durch dieses Forum liest, wird entdecken, dass es zu fatalen Ergebnissen gekommen ist, die einen erschüttern. Die daraus resultierenden Folgen haben die Patient/innen zu tragen. Dass Ärzte auch nur Menschen sind, müssen wir ihnen zugestehen...und doch obliegt ihnen die Pflicht, ihr Bestes im Umgang mit Patient/innen zu geben, die die Diagnose Krebs bekommen haben.


    Eine kleine Anmerkung habe ich doch noch - es trägt bei mir zumindest NICHT zur Beruhigung bei, dass es inzwischen viele Untersuchungen ohne Befund gab. Jeder operative Eingriff ist ein Eingriff für sich, wie jede Blutuntersuchung, jede Mammo, jedes CT, jedes MRT, jedes Szintigramm eine Untersuchung für sich darstellt.


    Also...für Eure Unterstützung sage ich herzlich DANKE. Das kann ich auch nach knapp 18 Jahren immer noch sehr gut gebrauchen - Unterstützung!


    L G


    Mannix

  • Liebe Mannix,


    hat man dir nicht gesagt, wie lange du auf das Ergebnis warten musst? Ist ja sonderbar - wie lange sollst hoffen, dass kein Anruf kommt.
    Ich glaube ich hätte da selbst angerufen.


    Warum lässt du die Blutuntersuchung nicht beim Hausarzt machen?
    Kann man das alles nicht auch dort untersuchen lassen?


    Einen anruffreien Tag und liebe Grüße, Suse

  • Hallo Foris,


    histologische Untersuchungen "dauern". In all den Jahren habe ich jedes Mal etwa 1 Woche
    warten müssen, egal in welchem Krankenhaus oder in welcher Klinik Gewebe entnommen wurde.
    Gibt es Unklarheiten bei der 1. Untersuchung, werden weitere Untersuchungen gemacht.
    Auch das hat es bei mir gegeben. Gestern - also am Dienstag - war der Tag, an dem der Anruf
    frühestens hätte kommen können. Es gilt, heute und morgen noch abzuwarten...und ich hoffe,
    dass kein Anruf eingeht!


    Was die Blutabnahme angeht - der Onkologe wünscht die Abnahme und die Untersuchung des
    Blutes in der Klinik und vom hauseigenen Labor. Er hat das begründet und für mich klingt das
    plausibel.
    Für mich klingt das zudem plausibel, weil ich alles in EINER Hand belassen möchte. Warum?
    Weil ich der Klinik und dem Onkologen absolut vertraue. 18 Jahre die gleiche Klinik und 18 Jahre
    der gleiche Onkologe....was will ich mehr!?


    Gruß aus NRW


    Mannix

  • Hallo Foris,


    das entnommene Muttermal wies keine Auffälligkeiten auf. Also - es wurde grünes Licht gegeben.


    Bei den Blutwerten hat sich gezeigt, dass EIN Wert etwas über der Norm liegt - beim Blutzucker.
    Warum dieser Wert leicht erhöht ist, liegt am Frühstück am Tag der Blutabnahme - Müsli mit Bienenhonig!
    Da ich eine sehr weite Anfahrt zur Klinik habe, frühstücke ich erst mal. Wenn dann 4 Std. nach dem Frühstück die Blutentnahme ist, macht sich das am Blutzucker bemerkbar.


    Als die Info eben kam - per Mail erbeten - war die Freude groß. Wir alle wissen, was eine solche Nachricht bedeutet....große Erleichterung nach einer vorherigen großen Aufregung.


    Die Adventszeit kann kommen, Weihnachten auch... ;-)


    Gruß aus NRW


    Mannix

  • Super - hurra :thumbsup:, nun kannst du wieder das Leben "voll" genießen, freue mich für dich!


    Liebe Grüße
    Wölfin :)

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Oja, ich kann mir sehr gut vorstellen , was es bedeutet so schöne Nachrichten zu bekommen. Ebenso auch die Anspannung die man vorher hat. Da sage ich mir immer: schönere Nachrichten als ein o. B und es ist in Ordnung können wir von unseren Ärzten garnicht bekommen. Ich freue mich mit Dir und für Dich über die guten Ergebnisse. Wie schön- Hurra :P
    Ich hatte im Frühjahr die Tumormarker erhöht . Als die Ärzte bei den weiteren Untersuchungen nichts gefunden haben, war ich überglücklich.
    Aber vorher erstmal vieeeel Angst. Ich glaube , da kann die Erkrankung wer weiss wie lange her sein , diese Angst wenn was ist und vor dem Ergebnis der Untersuchungen die wird immer bleiben. Zum Glück werden wir davon nicht dauerberieselt , sondern sie tritt auch mal in den Hintergrund. Irgendwie müssen wir lernen damit umzugehen , jeder auf seine Art .
    Wünsche Dir eine schöne , gemütliche ,entsppannte Advents- und Weihnachtszeit.
    LG alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Liebe Foris,


    es ist so, dass die Erleichterung riesengroß ist. Es "dauert" allerdings, bis sich die Anspannung gelegt hat. Das "Loch" nach einer solchen Anspannung nehme ich gern in Kauf...


    Selbst erlebt zu haben, dass mal ein relevanter Parameter zu hoch/zu niedrig war, lässt die Alarmglocken angehen. Durch den Onkologen gesagt zu bekommen, dass erst die notwendige Untersuchung näheren Aufschluss gibt, hat mich immer zumindest "teil-beruhigt"! Als die Untersuchungen abgeschlossen waren und kein Befund erstellt werden musste, kam die große Erleichterung und Dankbarkeit.
    Ja...auch falsch-positive, wie falsch-negative Befunde habe ich bekommen. Dann gingen alle Alarmglocken er richtig an...die intensiven Untersuchungen konnten dann allerdings jeden Zweifel ausräumen...es war jeweils alles in Ordnung.


    Vielleicht helfen solche Informationen, anderen Patientinnen und Patienten ein bisschen Unterstützung zu geben, wenn sie vor Nachsorge-Untersuchungen stehen - Anspannung und Angst und Sorge ist vor jeder Untersuchung etwas normales. Ob gerade erst die Diagnose gestellt wurde oder ob sie schon länger zurückliegt, wie bei mir...die Anspannung ist normal, die Angst/der Respekt vor den Untersuchungen und dem Ergebnis auch.


    Ja...Warnzeichen wahrnehmen und dann handeln....so war es auch diesmal. Die Warnung war okay, das Handeln war noch sicherer und das Ergebnis des Muttermals war grandios.


    Gruß aus NRW


    Manfred

  • Hallo Mannix. :thumbsup:


    Ja, dann kann Weihnachten ja kommen. :P Schöööööön, ein gutes Ergebnis, und das wünsche ich dir auch. :thumbup: Übrigens ein schöner Hund. Passt gut zu meiner Lilli. :D ich wünsche dir alles, alles Gute uns eine schöne Adventszeit. :)
    Lieben Gruß nach Winterberg aus Brilon.


    Lilli

  • Ich freue mich mit dir und für dich über dein o.B.


    Wir alle hier kennen wohl die Anspannung, das Kopfkino - und die Erleichterung (auch das erst einmal einsetzende "Loch") :thumbsup:
    Ja, jetzt kannst du die kommende Zeit genießen - und das gönne und wünsche ich dir sehr :thumbup:

    ***********************************************************************************

    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • Hallo Foris,


    nach ein paar Stunden Aufregung um die Blutwerte, habe ich jetzt Gewissheit - die wichtigen
    Blutwerte sind in Ordnung.


    Nachdem mit der Onkologe vor einer Woche ds Ergebnis "in Kurzform" mitgeteilt hatte, bekam
    ich gestern auf Nachfrage etwas anderes gesagt - das Blut müsse nachuntersucht werden. Was
    eine Woche zuvor noch in Ordnung war, sollte jetzt nicht mehr in Ordnung sein? Es baute sich
    ein Szenario auf, was wahrlich nicht schön war. Die letzte Nacht war ein Chaos.
    Heute Morgen habe ich erneut eine Anfrage getätigt...und plötzlich war tatsächlich alles in
    Ordnung, haben keine Nachuntersuchungen des Blutes stattgefunden. Da ich die Werte immer
    schriftlich haben möchte - alle Befunde lasse ich mir aushändigen - war ich beruhigt, als ich
    die Werte selbst "lesen" konnte.
    Bei einer Untersuchung im Juni waren ein paar Werte aus dem Ruder gelaufen, was mich damals
    sehr erschreckt hatte. Das Hausarzt meinte damals dennoch, es sei alles in Ordnung. Als ich diese
    Werte jetzt dem Onkologen vorlegte, stutze dieser - ein paar Werte müssen in bestimmter Kon-
    stellation zueinander stehen, was er als Onkologe wissen muss, ein Hausarzt als Internist wissen
    sollte, ich als Laie allerdings nicht wissen kann.
    Jetzt "passen" alle relevanten Werte und auch alle Entzündungsparameter. Zwar ist der Blutzucker
    leicht erhöht....und dafür gibt es eine Erklärung - ich hatte gefrühstückt!


    Morgen gibt es für die guten Werte eine Belohnung - ein Konzert in Köln. Ja, ab und zu belohne
    ich mich selbst. Im Februar gibt es eine weitere Belohnung, die ich mir jedes Jahr 2 Mal gönne ;-)


    Gruß aus NRW


    Mannix ;)