Analkarzinom

  • Vielen Dank, Conny62,

    die sind bei mir angekommen💐.

    Mir hilft dieses Forum sehr, trotz der doch recht bescheidenen Diagnose!

    Das Stoma ist so eine Sache...zum Glück gab es bislang keine Komplikationen und ich akzeptiere es aber leicht finde ich es nicht.

    Mir ist es immer noch sehr unangenehm wenn ich in der Öffentlichkeit „ losblubbere“.

    Wie ist das bei dir, hast du dich dran gewöhnt?

    Und hast du die Option auf Rückverlegung?


    Liebe Grüße und einen schönen Abend

    Bibsi

  • Hallo Bibsi, ich wünsche dir einen schönen Feiertag!

    Ich glaube wenn man das Stoma als Hilfe annimmt und ganz offen damit umgeht, ist alles etwas einfacher. Für mich war es eine Erlösung und selbst wenn ich es für immer behalten muss, kann ich gut damit leben. Klar gibt es Tage oder Situationen wo es Mal unangenehm ist, aber mit Humor erträgt es sich besser. Ich sag mir immer, wenn ich ein Bein oder einen Arm verloren hätte ,wäre es viel schlimmer!!

    Zum Anfang hab ich mich nicht unter die Dusche oder erst Recht nicht in die Wanne getraut, jetzt weiß ich auch wie, wann und was ich essen kann um nicht in brenzlige Situationen zu komme . Passiert es doch einmal, na dann Versuche ich drüber zu lachen, denn wenn ich jammere wird es auch nicht besser. Mein Tumor wurde auch noch nicht operiert, und leider ist er auch nicht mehr geschrumpft und nun heißt es warten, was ja glaube ich, für alle Betroffenen ein leidiges Thema ist. Und dann bleibt einen so unendlich viel Zeit fürs Kopfkino, das kann man halt nicht immer ausschalten!!

    Lass dich nicht unterkriegen, ließ doch Mal bei Mairregen nach, ich glaube es gibt bei euch beiden einen ähnlichen Verlauf.

    Sei lieb gegrüßt Conny

  • Hallo

    ich bin neu hier seit einiger Zeit schaue ich immer mal rein und finde den Zusruch toll der hier gegeben wird.

    Im Aril 2018 wurde bei einer Koloskoie ein Analkarzinom festgestellt.

    Das ist eine Krebserkrankung die nicht so oft bei Frauen vorkommt, im Forum habe ich diese Krebsart auch noch nicht gelesen.

    Und hoffe trotzdem hier Hilfe und Ratschläge zu bekommen.

    Behandelt wurde mit 25 Bestrahlungen und 2 Chemotheraie

    Die Behandlung hat mich körerlich und seelisch total fertig gemacht, es war mir nicht möglich aus dem Haus zu gehen ich habe sehr viel geschlafen.

    Durch die Unterstützung meiner Tochter und guten Freunden habe ich das geschafft das ich dann nach und nach wieder am Leben teilgenommen habe.

    Im August 2018 war die Behandlung abgeschlossen und bis zum heutigen Zeitunkt hat der unangenehme Untermieter keinen Einfluß mehr auf mein Leben.


    Mein gesamtes Leben hat sich verändert ich bin ein total ängstlicher Mensch geworden bei der kleinstens Blutdruckerhöhung als Beisiel denke ich die letzte Stunde

    hat geschlagen ich habe bei jedem kleinsten harmlosen Krankheitsbild todesangst und mache es mir und meiner Familie damit sehr schwer.

    Eine dementsrechende Theraie habe ich nicht in Ansruch genommen weil ich der Meinung bin ich schaffe das alleine.

    Ich weiß nicht ob ich mit meinem roblem hier richtig bin?

    Es gibt soviele hier denen es viel schlimmer geht als mir.


    Wie euch vielleicht auffallen wird gibt es einen Buchstaben der bei meinem Tastenfeld nicht funktioniert.


    LG Gudi

    Einmal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt.

  • Hallo gudi53


    Du hast Deinen unwillkommenen Untermieter vertrieben, eine tolle Leistung! Schön, daß Du in Deinem Umfeld Unterstützung hattest.


    Leider ist es bei einer Krebserkrankung - egal welcher - so, daß mit dem Vertreiben des Untermieters noch nicht alles "gegessen" ist. Ich vergleiche es immer mit Einbruchsopfern, auch diese fühlen sich hinterher in ihrem eigene Haus /Wohnung plötzlich nicht mehr sicher.

    Im Laufe Deines Lebens hast Du gelernt die Zeichen deines Körpers zu deuten, wußtest, was Du tun und lassen musstest, damit es Dir besser geht, wann Du etwas allein hinbekommst und wann du dir lieber (ärztliche) Unterstützung holen solltest. Du hattest das Vertrauen, daß Dein Körper - wenn Du nur etwas auf seine Signale achtest - sich gut verteidigen kann.


    Diese Sicherheit ist jetzt plötzlich weg. Da hat sich ein sehr gefährlicher "Räuber" eingeschlichen. Ihn zu bekämpfen/rauszuwerfen hat Kraft gekostet und der Kampf hat sicher auch körperliche Spuren und gesundheitliche Nachwirkungen hinterlassen. Und wahrscheinlich mußt Du neu lernen, was Deinem Körper gut tut, weil alte "Strategien" nicht mehr greifen, vielleicht jetzt sogar kontraproduktiv sind.


    Ich denke, Krebs, wie auch jede andere lebensgefährliche Erkrankung, ist ein seelisches Trauma, das an den Grundfesten unserer Existenz rüttelt. Das Du mehr in Dich hineinhörst, schnell Angst bekommst und verunsichert bist, ist ganz normal. Mit dem Sieg über den Krebs ist der Kampf in den wenigsten Fällen vorbei. Gerade deshalb würde ich Dir empfehlen, eine psychoonkologische Betreuung in Anspruch zu nehmen.


    Sprich auch offen mit Deiner Tochter und den Freunden darüber, daß Deine "Überängstlichkeit" eine Neben-/Nachwirkung einer Krebserkrankung ist. Sie wird sichin dem Maße mindern, in dem Du wieder Vertrauen in Deinen Körper aufbaust. Es wird vielleicht etwas dauern, aber es wird wiederkommen.


    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft auch durch die anderen Mitglieder des Forums.


    Alles Liebe :hug:


    marita

  • Hallo gudi53, ich selber komme aus dem Kreis des Cervix Ca. Die Angst wird uns glaube ich nie verlassen, das merke ich auch immer wieder. Jedes Wehchen und ich denke er ist wieder da, auch wenn meine OP 2 Monate erst her ist. Mir hilft es wirklich sehr, das ich eine Psychoonkolgin sowie eine Psychotherapeutin habe. Vielleicht wäre es auch eine Alternative für dich um mit der Angst besser um zu gehen.

    Liebe Grüße

  • Hallo gudi53,


    auch ich möchte Dich hier im Forum der FSH herzlich willkommen heißen.

    Ich kann Deine Ängste gut nachvollziehen. Meist kommt das seelische Verarbeiten erst nach der Therapie.

    Die Idee meiner Vorschreiberinnen, psychoonkologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, finde ich auch ganz gut.

    Vielleicht hilft ja schon ein Einzelgespräch.

    Ich wünsche Dir alles Gute. Hab hier im Forum einen guten Austausch. Vielleicht kannst Du etwas von Deinen Ängsten hier abladen und Kraft und Zuversicht auftanken.

    Stöbere vielleicht mal hier: Analkanalkarzinom

  • Hallo gudi53


    Ich habe deinen Beitrag gelesen. Ich bin eher ein Mitleser als jemand der viel schreibt.Aber da ich an dem selben Tumor erkrankt bin möchte ich dir diese Zeilen schreiben.

    Meine Diagnose kam im Januar 2018. Obendrauf gab's noch eine Lebermetastase. Später noch eìne an den Lymphknoten. Beide Metastasen sind operiert.Der Tumor weg und mir geht's recht gut. Trotzdem ist nichts mehr wie es war.

    Ich kenne diese Panik bei jedem zwicken,die Ängstlichkeit und schlaflosen Nächte. Ich kenne das Unverständnis der Mitmenschen, Freunde haben sich abgewandt, Kollegen melden sich nicht mehr,man fühlt sich allein.

    Manchmal kann ich mich gar nicht mehr erinnern wie es war als ich ein gesunder Mensch gewesen bin. Die Nebenwirkungen der Bestrahlung treiben mir heute noch die Tränen in die Augen...

    ABER wir leben, ich habe alles gemeistert,neue Freunde gefunden , auch hier im Forum.Zwei ganz liebe Frauen mit denen ich regen Kontakt habe. Das gibt mir Kraft. Ich habe eine tolle Familie, liebe Enkelkinder. Die brauchen mich und das ist mehr als viele haben.Glaube ,Liebe,Hoffnung das ist mein Motto.

    Ich wünsche dir auch viel Kraft und rate dir dringend Hilfe beim Psychologen zu suchen. Ich gehe auch seid über einem Jahr zur Psychologin und habe eine Seelsorgerin die ehrenamtlich zu mir kommt. Alleine schafft man das nicht. Und auch ich sehe noch noch nicht jeden Tag positiv in die Zukunft.

    Wenn du möchtest kannst du mir gerne schreiben,auch über Konservation. Ich sende dir positive Gedanken.


    Ganz herzlich deine Mairegen:):)

  • liebe mairegen vielen dank für deine schönen Worte ja genau wie du es beschreibst ist es ich habe geglaubt das ich das ohne Hilfe schaffe weil es ja schon ein paar Tage her ist.

    Aber wahrscheinlich hat mich alles was noch zusätzlich passiert ist so abgelenkt das ich mich nicht so intensiv damit beschäftigt habe.

    Während meiner krebstheraphie habe ich erfahren das mein Mann eine Freundin hat und somit eine Trennung statt gefunden hat ich musste mir dann eine Wohnung suchen renovieren und umziehen wo sich meine Tochter um das meiste gekümmert hat.

    Jetzt habe ich das alles hinter mir und das Gefühl jetzt kann ich damit schlecht umgehen obwohl die Therapie abgeschlossen ist und auch soweit alles in Ordnung

    Gern würde ich weiterhin mit dir in Kontakt bleiben.

    LG Gudrun

  • vielen dank euch allen erst habe ich gedacht im Gegensatz zu dem was viele andere erlebt haben bin ich hier verkehrt aber eure Ratschläge werde ich beherzigen und auch umsetzen ich weiß das es noch ein langer weg ist aber ich würde gern weiter in Kontakt bleiben und mir wenn es mal wieder ganz schlimm ist hier Zuspruch holen

    LG Gudrun

  • liebe Gudrun. wie schön das du mir geantwortet hast. da freue

    Ich mich sehr . Es gibt diese Art Tumor ja nicht so oft, und deshalb habe ich auch anfangs besonders gelitten. Keine Selbsthilfegruppe , kein Austausch. Obwohl natürlich jeder Krebs tückisch und schlimm ist.

    Vielleicht können wir uns gegenseitig ein wenig helfen mit dem Schicksal zurecht zu kommen?

    Gerne bleibe ich mit dir in Kontakt. Einen schönen Sonntag wünscht dir Sabine

  • Liebe gudi53 , liebe mairegen ,


    ich habe mich eben hier angemeldet weil ich gesehen habe, dass ihr an dem gleichen seltenen Tumor erkrankt wart wie ich. Ich bekam auch im Juli 2019 die Diagnose Analkarzinom (mit Lebermetastasen). Der weg zu dieser Diagnose war eine emotionale Berg- und Talfahrt. Weil ich mit Ende 30 sehr jung bin und das Analkarzinom ohnehin so selten ist, hieß es bei der Erstdiagnose zunächst, ich hätte bestimmt ein Rektumkarzinom, dass sehr weit unten liegt und ich würde definitiv eine OP samt künstlichen Ausgang erhalten.


    Dann erfuhr ich, dass ich ein Analkarzinom habe, dass grundsätzlich ja sehr gut zu behandeln sei. Im Krankenhaus zur Untersuchung kam die Hiobsbotschaft, dass ich bereits einige Metastasen in der Leber und befallene Lymphknoten habe; zudem sei mein Tumor recht aggressiv (5x3 cm, T2N1M1, G3, Ki 90%). Die Lebermetastasen waren operabel und im August 2019 wurde dann eine Leberteilresektion mit Bauchschnitt (R0) durchgeführt. Nach nur vier Tagen im Krankenhaus konnte ich nach Hause und nach drei Wochen begann die Radiochemotherapie, die sehr schnell angeschlagen hatte. Nach nur drei Tagen war der Tumorschmerz, der schon recht stark war, weg. Ich hatte lediglich zwischendrin mal leichte Blutungen aus dem Darm und der Blase, offene Haut im Bestrahlungsfeld ab dem vorvorletzten Bestrahlungstag und in der letzten Woche starke Schmerzen beim Wasserlassen. Ich hatte aber keinerlei Durchfall, war nicht wirklich müde, konnte jeden Tag selbst die 35 km ins Krankenhaus mit dem Auto hinfahren, zu Hause alles machen usw. Ich habe mich in der Zeit auch viel mit Freundinnen getroffen, die gerade in Elternzeit sind - ging alles. Die Bestrahlungsschäden waren schon 10 Tage nach Behandlungsende (das war Mitte Oktober 2019) völlig verschwunden.


    Nach einigen Irrungen und Wirrungen war mein erstes Nachsorgeergebnis tiptop - der Primärtumor, der im November im MRT noch minimal zu sehen zu sehen war, war im Dezember lt. Proktologen absolut nicht mehr zu sehen . Ich arbeite schon seit Mitte November wieder Vollzeit und mir geht es körperlich eigentlich gut. Der Bauchschnitt tut mir immer noch weh, ich habe noch leichte Schmerzen beim Stuhlgang und ansonsten zwickt mal hier und da. Ach ja, und den Hitzewallungen nach zu urteilen bin ich mitten in den Wechseljahren. Aber ansonsten fühle ich mich echt gut und wohl in meiner Haut.


    Was mir zu schaffen macht ist das auch bei mir oft Panik aufkommt wenn mir z.B. nur mal übel ist oder ich an Völlegefühl leide. Sofort denke ich an Rezidiv der Leber. Bei einem Stechen in der Brust bin ich mir sicher, dass ich Lungenmetasten habe. Das Gefühl geht dann aber ganz schnell wieder weg und ich bin optimistisch: Oder eher realistisch, da ich die hohe Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs meist im Hinterkopf habe, auch bei sehr rationalen Dingen zum Beispiel wenn ich mit meinem Mann einen Immobilienerwerb oder auch einen großen Urlaub plane. Damit kann mein Umfeld nicht umgehen und ich bin unfassbar genervt davon, wenn mir Freunde und Familie erklären dass ja sicher jetzt alles gut sei. Ich weiß, mein Umfeld meint es nur gut. Trotzdem nervt es.


    Aber insgesamt muss ich sagen dass es mir sehr gut geht. Mein ganzes Umfeld hat super reagiert. Ich bin von Anfang sehr offen mit meiner Krankheit umgegangen und habe viel darüber gesprochen; der offene Umgang hat dazu geführt, dass mein Umfeld mich auch sehr direkt gefragt und mit viel über die Krankheit gesprochen hat. Das fand ich ehrlich gesagt super. Bei einem Psychoonkologen bin ich nicht. Ich habe mir aber eine Onko-Sportgruppe gesucht, da ich schon das Bedürfnis habe mich mit Betroffenen auszutauschen. Liebe mairegen, darf ich fragen wieso hat sich Dein Umfeld von Dir abgewendet hat?


    Wie geht es Euch heute?


    Viele Grüße


    Leia

  • liebe Leia. erst einmal freue ich mich sehr dich kennzulernen.

    Du hast recht ,dieser Tumor ist sehr selten. Ich bewundere wirklich sehr wie du damit umgehst und zurecht kommst.

    Ich habe zwar einen sehr verständnisvollen Mann und auch meine Töchter halten sehr zu mir. Mit der Diagnose komme ich bis heute nicht zurecht. Mein Krankheitsverlauf war nicht glatt, man hat mich gleich nur "palliativ" eingestuft, das heisst abgeschrieben. Ich hatte furchtbare Nebenwirkungen von der Bestrahlung und hatte Depressionen und erst als die Lebermetastase entfernt wurde ging es bergauf mit mir. Zu Anfang hieß es aber eine Op wäre nicht möglich.

    Dann der nächste Schock, eine Lymphknotenmetastase. Ich habe dann die Ärzte gewechselt, bin jetzt in Berlin in Behandlung. Dort wurde ich erneut operiert und nochmal bestrahlt.

    Jetzt geht es mir recht gut, zumindest körperlich. Seelisch nicht. Ich leide unter Panikartigen Zuständen, Schlafstörungen,Angstzuständen. Ich habe ein Trauma erlitten und bekomme Psychotherapie.

    All das fordert meine ganze Kraft. Ich glaube viele verstehen das nicht. "Dir geht es doch gut" so heißt es oft.

    Arbeiten kann ich nicht. Ich war Arzthelferin , 23 Jahre in der Urologie.

    Heute fragt kaum noch einer nach mir. Ich habe die Kollegen oft besucht, aber ihr Interesse hat sehr nachgelassen. Meine Freunde wohnen alle weiter weg.

    Morgen muss ich zur Auswertung meiner Untersuchungen vom Dezember, wie mir zu Mute ist kannst du dir sicher vorstellen.

    Ich hoffe natürlich immer das auch bei mir alles gut wird. Ich hatte einen G2 Tumor. Was bedeutet Ki 90 Prozent?

    Ich würde mich freuen öfter mal von dir zu hören.

    Ganz herzliche Grüße hier aus Stendal deine Sabine :)

  • Hallo Sabine,


    der KI-67 ist ein Marker zur Bestimmung des Wachstums des Tumors - bei mir eben mit 90% recht schnell. Dafür sind solche Tumore wegen der hohen Zellteilungsrate anfällig für die Behandlung.


    Ich drück Dir für morgen die Daumen. Vielleicht gibst Du ja mal Bescheid wie es gelaufen ist? Ich habe das Prozedere eben das erste Mal hinter mir und es war furchtbar; ich war mir plötzlich ganz sicher Unmengen furchtbarer Symptome für alles mögliche zu haben. Ich hoffe das ich da die nächsten Male vielleicht zumindest ein bisschen ruhiger werde. Dafür war dann aber das Gefühl, als ich nach ewigen Hin und Her (einschließlich nochmaliger Proktoskopie) erfahren habe das alles ok war, unfassbar gut!


    ich hatte das Glück das meine beiden Leber-OPs (1x via Laparaskopie und einmal „klassisch“) innerhalb von 20 Tagen nach Erstdiagnose waren. Ich hatte also keine Zeit Angst zu bekommen oder alles zu begreifen und es hatte keiner davon gesprochen was Lebermetastasen eigentlich bedeutet. Das alles wurde mir erst hinterher bewusst. Und auch was für ein riesen Glück ich hatte. Die Situation wie Du hatte ich also nie.

    Kannst Du wegen Deinen Ängsten nicht wieder arbeiten? Ich habe irgendwann während der Behandlung gemerkt, das ich bald in ganz dunkle Gedanken abdrifte wenn ich noch lange daheim bin. Daher hab ich mich dann entschieden relativ schnell wieder anzufangen. Es war zwar furchtbar anstrengend, auch weil ich einen recht stressigen Job mir vielen vielen Überstunden habe, aber schon nach ein paar Tagen habe ich gemerkt wie gut mir das tat mal ein paar Stunden nicht an diese blöde Krankheit samt den dadurch ausgelösten Ausnahmezustand zu denken. Und das ich mich kurzzeitig „normal“ fühlen konnte, obwohl noch nicht mal die erste Kontrolle erfolgt ist. Vielleicht würde Dir ja irgendwas was Spaß macht auch helfen aus diesem Angstkreisel zu kommen... auch wenn es vielleicht nicht der alte Job oder in altem Umfang ist?


    Viel Glück für morgen!


    Herzliche Grüße


    Leia

  • Liebe Leia. Endlich habe ich das Ergebnis,alles in Ordnung. Ich könnte heulen vor Glück. Damit bin ich seid einem Jahr tumorfrei. Wer hätte das gedacht. Die Angst wird jedoch immer bleiben. Das ist vor jeder Untersuchung so.

    Ich bin derzeit berentet.Ich könnte in meinem Job nicht arbeiten . Das war Stress von morgens bis abends. Ich habe meine Beschwerden immer verdrängt , die Arbeit war mir wichtiger. Und die Quittung habe ich bekommen. Jetzt versuche ich erstmal an mich zu denken und ich muss meine Psyche wieder auf die Reihe bekommen.

    Mal sehen wie es in einem Jahr aussieht. Für ein paar Stunden könnte ich mir durchaus vorstellen nochmal zu arbeiten. Allerdings nicht in einer Arztpraxis. Im Moment bin ich noch nicht belastbar,schnell erschöpft. Das kommt sicher auch durch die schlaflosen Nächten.

    was machst du denn beruflich? Nehmen deine Kollegen Rücksicht auf dich?

    Ich grüsse dich ganz herzlich und hoffe wir hören wieder voneinander deine Sabine

  • Hallo Sabine,


    Oh Mensch super das freut mich wirklich riesig für Dich! Und gibt mir irgendwie auch Mut nachdem wir ja das gleiche durch haben. Ich habe oft an Dich gedacht gestern :-) Ein Jahr ist ja schon Halbzeit von der kritischen Phase!


    Ich bin Anwältin für Gesellschaftsrecht in einer großen internationalen Kanzlei. Meine Kollegen waren super! Als ich nach der Diagnose den Stift hab fallen lassen und heim bin haben sie ohne zu fragen alle Mandate weitergeführt. Mit meinem Chef habe ich jede Woche telefoniert und alle Kollegen haben mir die gesamten 3,5 Monate Krankheit glaubhaft versichert es sei ganz ruhig im Büro und nichts los, ich müsse mir keine Sorgen machen. Ab und an waren wir zusammen Mittag essen und ich habe auch hier sehr offen über meine Krankheit gesprochen. Und jetzt (bin seit Mitte November wieder in der Arbeit) versuchen sie mir schon zu ermöglichen relativ zeitig (also nach 9-10 Stunden.....) heimzugehen und grad unsere jüngeren Teammitglieder geben sich riesig Mühe, alles selbstständig zu erleben. Wie gesagt, mir tut es gut zu arbeiten um eben nicht auf jedes Ziepen zu achten. Trotzdem ist es schon anstrengend muss ich sagen, ich bin abends hundemüde und konzentrieren kann ich mich auch noch nicht ganz wie früher. Naja und die Wechseljahre machen mir dazu mit Schlafstörungen zu schaffen.


    Wie schaffst Du es, Dich abzulenken? Hat Du irgendwelche Hobbies oder so?


    Ich geh morgen erstmal zum Arzt, ich habe Schmerzen im Oberbauch, ein furchtbares Vollegefühl und übel ist mir auch immer wieder mal seit ca einer Woche. Da denke ich sofort an die Leber. Oder die fehlende Galle?! Andererseits tut auch die Narbe wieder weh obwohl das schon fast weg war. Deine OP ist ja schon bisschen länger her - wie lange hattest Du denn Schmerzen? Oder Beschwerden?


    Jessi.c : Kopf hoch... Jeder Arzt, dem ich bisher begegnet bin, war auch von Anfang an sicher dass der Tumor verschwindet! Wie groß ist denn Dein Tumor? Und wie weit bist Du in Deiner Therapie?


    LG Leia

  • Hallo liebe Leia. Ich freue mich das du so schnell geantwortet hast.

    Ich hoffe du hattest heute auch Erfolg bei deinen Ärzten. Du arbeitest nach ziemlich kurzer Zeit wieder ,das ist toll und lenkt sicher ab. Aber der Körper braucht auch Ruhe nach so einer Therapie. Warst du eigentlich in der Reha? Die hat mir damals unheimlich geholfen.

    Mein Tumor war 8 cm groß!! vielleicht hat deswegen keiner an mich geglaubt. Wenn ich an diese Blicke der Ärzte denke....

    Aber nach 4 Monaten war alles weg,bloß nicht das Trauma..

    Derzeit brauche ich keine Therapie. Allerdings habe ich mich für Psychotherapie entschieden, ich sehe das als Chance damit besser leben zu können. Ich bin hin und her gerissen zwischen Angst , Selbstvorwürfen, Zweifel und wieder Hoffnung ...

    In meiner Freizeit lese ich gerne Krimis, wenn ich mich konzentrieren kann. Ich versuche etwas Sport zu machen, Pilates, worken. Im Sommer habe ich einen kleinen Garten. Ausserdem habe ich 2 süsse Enkelkinder, 8 und 4 Jahre alt.

    Die Familie ist mein grösster Halt. Meine Töchter sind 34 und 28 und leben in Berlin . Hast du auch Kinder?

    Das Interesse von meinen Kollegen hat stark nachgelassen. Das ist bitter, aber vielleicht ein Wink des Schicksals das ich mich noch mal nach etwas anderem umsehe. Der Stress bei uns hat sicher dazu beigetragen das ich so wenig auf meine Gesundheit gegeben habe.

    Ich hatte wenig Probleme nach der OP der Leber, ich war ja so glücklich das die Metastase verschwunden war.

    Allerdings muss ich mit dem Essen vorsichtig sein, hab schnell Blähungen und Durchfall, aber das kommt von der Bestrahlung.

    Ich hoffe dir geht's heute besser, ich wünsche dir einen schönen Abend, deine Sabine


    PS. Liebe Jessi, auch für dich alles erdenklich Gute, du schaffst das

  • Liebe Leia der Tumor war 33 MM, habe 5 Tage Chemo bekommen und gestern 12 .Bestrahlung, 2. Chemo bekomme ich am 20.1. ..und 33 Bestrahlungen insgesamt, Die Ärzte haben gesagt 6 Wochen nach der Therapie gucken Sie ob es weg ist oder nicht

  • Liebe Sabine,


    ich war nur beim Hausarzt wegen der Bauchschmerzen; er meint, die kommen wahrscheinlich von Verwachsungen durch den Bauchschnitt, die den Dickdarm etwas nach oben drücken und ich muss eben für immer darauf achten, den Stuhl weich zu halten damit das da durch die Engstelle durch kann. Wenn es nur das ist, damit kann ich umgehen ;-) Ich nehme jetzt ein Mittelchen ein und ich merke jetzt schon eine leichte Besserung.


    Ich hatte gar keinen Durchfall, nur einmal nach der Chemo. Ganz im Gegenteil; das is aber auch nicht so schön. Wie lange hast Du denn den Darm nach Behandlungsende noch gespürt? Ich merke das jetzt noch (beim Stuhlgang sticht es). Dafür kann ich aber echt alles essen, nur wenn ich mal ein Gläschen zuviel Alkohol getrunken habe hat das Konsequenzen ;-)


    Ich habe keine leiblichen Kinder, aber mein Mann hat eine Tochter mit in die Ehe gebracht. Die ist schon vor 2 Jahren ausgezogen und studiert schon. Und jetzt ist der Zug natürlich abgefahren. Ist aber auch ok, ich wollte nie unbedingt zwingend noch Kinder.


    Mein großes Hobby ist auch mein Haus (ein altes Fachwerkhaus) samt riesen Garten und natürlich Hund, der mich immer aufmuntert. Es ging mir auch letztes Jahr kopfmäßig am besten, solange ich draußen sein konnte und wenn es der Gesundheitszustand zuließ rumwerkeln konnte. Um diese Jahreszeit rum habe ich immer einen leichten Winterblues, wie ich das nenne.


    Ich denke auch, dass , wenn man einmal das Zutrauen in Freunde oder wie Du zu seinen Kollegen verloren hat, das schwierig wieder zu kitten ist. Und ich finde es super, dass Du das als Zeichen für einen Neuanfang irgendwann werten kannst. Ich merke aber auch, dass das Interesse vieler nachlässt. Für die meisten ist man halt gesund, fertig. Das die ganze Geschichte Spuren hinterlassen hat, die nichts mit Tumorzellen zu tun haben, ist glaube ich auch schwierig nachzuvollziehen, wenn man da nicht selbst durch ist. Ich habe meine ganze Familie an Krebs verloren (Mama, Papa, Schwiegermutter und dann meinen Bruder) und dachte bis zu meiner Diagnose immer dass ich weiß was Krebs bedeutet. Heute kann ich sagen: Ich hatte keine Vorstellung.


    Liebe Jessi.c, ich kann deine Sorge gut nachvollziehen, bin mir aber sehr sehr sicher, dass Dein Tumor ganz weg geht, er ist nicht sehr groß. Guck, der Tumor von mairegen war 8cm groß und ist verschwunden. Meiner war bei Erstdiagnose schon 5cm (und ich wurde erst an der Leber mehrfach operiert und die Bestrahlung hat erst 2 Monate später begonnen - bis dahin is das Ding bestimmt noch gewachsen...). Ein Proktologe meinte auch, dass diese Tumore regelrecht zerfallen und sehr anfällig für die Radiochemotherapie sind. Soweit ich weiß gibt es Resttumore nur noch in Ausnahmefällen. Hab ein bisschen Geduld. Bei mir war 7 Wochen nach der Bestrahlung noch Gewebe tastbar und eine klitzekleine Stelle die Kontrastmittel aufgenommen hat im MRT. Nach 9 Wochen war lt. Proktologe schon NICHTS mehr zu sehen, er meinte er wisse nicht mal wo er hätte hinbiopsieren sollen. Jetzt soll ich wieder zum Kontroll-MRT. Natürlich habe ich auch Angst, aber die meiste Zeit bin ich guter Dinge. Wie geht es Dir bisher mit der Bestrahlung?


    Liebe Grüße


    Leia

  • Liebe Leia , ich freue mich das nichts schlimmeres gefunden wurde. Scheinbar hast du ja auch Ärzte die dir viel Mut zusprechen . Das ist GUT!! Meine Ärzte waren da ganz anders drauf, haben mich als Palliatvfall eingestuft ( wegen der Leber)und wollten nur noch lindern. Wenn ich nicht die Behandler gewechselt hätte, wer weiß wo ich heute wäre. Ich bin schon sehr stolz auf das was ich geschafft habe, aber mein psychischer Zustand ist leider nicht sehr stabil. Und das hängt auch mit diesen Erfahrungen zusammen. Ich hatte zwar in der Familie kaum Krebsfälle, aber täglich mit Patientenschicksalen zu tun die zum Teil auch sehr tragisch waren. Und doch ist es kein Vergleich wenn man selber drann ist. Ich kann mir nicht vorstellen das ich noch mal diese Arbeit machen kann.

    Ich hatte etliche Wochen Beschwerden nach der Bestrahlung. Auch heute macht sich mein Darm hin und wieder bemerkbar. Ich habe eine Proktitis im Enddarm zurückbehalten als Folge der Bestrahlung. Aber ich kann das gut händeln,und wenn alles so bleibt bin ich sehr zufrieden.

    Mir geht es wie dir, die dunkle Jahreszeit macht mir zu schaffen. Aber heute sieht es hier auch als ob der Frühling bald kommt.

    Ich wohne etwa 200 Meter von einem kleinen See entfernt. Im Sommer gehe ich dort gerne walken, manchmal schon vor dem Frühstück.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag, freue mich wieder von dir zuhören, liebe Grüße deine Sabine