Lebermetastasen nach Brustkrebs: erhaltungstherapie mit Pertuzumab und Trastuzumab nach Chemo

  • Liebe Frauen,


    Aktuell habe ich Chemo mit Pertuzumab (Perjeta) und Trastuzumab (Herzeptin) plus Docetaxel.
    Nach der 6. Chemo geht es dann mit der Erhaltungstherapie weiter.
    Die besteht dann aus der Infusionskombination Pertuzumab und Trastuzumab.
    Herzeptin alleine hatte ich nach der ersten Chemo 2010 schon ein Jahr lang und
    habe das sehr gut vertragen.
    Wie verträgt man die Kombination dauerhaft? Wachsen die Haare wieder? Wie schlimm sind die Auswirkungen aufs Herz?
    Würde mich freuen über Erfahrungen- solange gibt es diese Doppel-Erhaltungstherapie ja noch nicht.


    Eure Rosebud

  • Hallo Rosebud,
    ich erhalte die gleiche Erhaltungstherapie seit 08.2014 , die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen .
    Ein wenig Durchfall für zwei Tage nach der Infusion ,trockene Haut und sehr dünne Fingernägel.
    Meine Haare fingen ca. 4 Wochen nach der letzten Chemo wieder an zuwachsen ,mein Herz hat bis her nicht unter der Therapie gelitten.


    Lg Einfachich2210

    Wenn das Leben dich nervt streu Glitzer drauf

  • Liebe einfachich,


    danke für Deine Antwort! Dass die Haare wieder wachsen finde ich schön. Du klingst auch gelassen, was die Nebenwirkungen
    betrifft- das macht mir Mut.
    Habe noch eine Chemo vor mir, dann gehts los und ich bin guter Dinge, dass die Lebermetastasen bis dahin fast unsichtbar sind, es keine Schläfer
    zellen gibt, und die Lymphknoten klein bleiben.
    Dir weiter alles Gute und liebe Umarmung von Rosebud

  • Liebe Rosebud und liebe Einfachich,


    ich habe zwar keine Metastase mehr, bekomme aber auch diese Doppel-Antikörper-Therapie. Seit April 2014, für mindest 3 Jahre, evtl. für immer.
    Hier: Zwei Antikörper: Herceptin (Trastuzumab) und Perjeta (Pertuzumab) hatte ich einen Strang zu dieser Therapieform eröffnet, weil mich auch interessiert, wie es anderen damit geht.
    Meint Ihr, es würde vielleicht Sinn machen, diese beiden Stränge zusammenzuführen? Oder sollte diese Therapie speziell bei Lebermetastasen einen extra-Strang behalten?


    Mich würde im Moment vor allem interessieren, ob Ihr die von Euch genannten Nebenwirkungen mit Sicherheit auf die Antikörper zurückführt und wenn ja, woher Ihr diese Info habt. Ich habe z.B. auch sehr brüchige Fingernägel, aber so wie ich meine Ärzte verstanden habe, soll das eine Nachwirkung der Chemo sein. Und trockene Haut - kann das nicht auch eine Nebenwirkung von Tamoxifen sein? Oder bekommt Ihr gar kein Tamoxifen?


    Liebe Grüße und alles Gute!
    Olivia


    P.S. Meine Haare wachsen ganz wunderbar :-) und am Herzen wurden keine Veränderungen gefunden.

  • Liebe Olivia,
    du hast schon recht- wir können die Stränge zusammenführen (weiß aber leider nicht, ob das technisch irgendwie clever geht). Es geht uns ja vor allem um den Umgang mit dieser Dauertherapie, möglichen Nebenwirkungen und gute Hilfsmittel, um mit NW umzugehen.
    Ach, Haar sind schön- und ich freu mich schon wieder drauf ;-)
    Und dass Dein Herz so prima mitmacht, stimmt mich auch sehr positiv!


    Ich hatte 2010 nur Trastuzumab für ein Jahr und hatte so gut wie keine Nebenwirkungen.
    Zusammen mit Pertuzumab gibt es ja noch nicht soo viele Erfahrungen, aber Klassiker, wie sie in den Nebenwirkungsbeschreibungen von Pertuzumab auftreten, habe ich jetzt schon (aktuell halt auch noch beeinflusst durch Docetaxel). Letrozol (Hormonhemmer für postmenopausal) bekomme ich erst wieder nach Ende der Chemo. Aber Du hast schon recht: so ganz trennen wird man das alles nicht können. Unter Tamoxifen hatte ich hpsl Problem mit Wechseljahresbeschwerden (Knochenschmerzen, Schwitzen etc.)
    Wer eine medizinisch genaue Tabelle der Pertuzumab Nebenwirkungen sucht, findet sie hier: http://www.ema.europa.eu/docs/…an/002547/WC500140980.pdf
    (ab Seite 9)- da muss man sich aber wirklich nicht verrückt machen lassen finde ich. Trockene Haut, tränende Augen, brüchige Nägel- das sind alles Dinge, mit denen man umgehen lernt glaub ich. Blöder wären Probleme mit Organen, denn das könnte ja zum Zwangsende der Therapie führen...
    Viele liebe Grüße und Olivia, lässt Du uns wissen, wenn dieser Strang umzieht?
    Danke Dir!

  • Hallo Rosebud und Olivia,


    meine Chemo liegt jetzt fast zwei Jahre zurück und ich habe immer noch mit sehr brüchigen Fingernägel zu kämfen.
    Denke daher das es eine Nebenwirkung der Antikörper ist.
    Die Trockene Haut ist ganz klar auf das Tamoxifen zurück zuführen.


    Ich bin sehr gelassen an die ganzen Therapien herran gegangen,habe mir nicht denKopf darüber zerbrochen was an Nebenwirkungen auf mich zukommen könnte.
    Während der Chemo war ich im Phantasialand ,dort bin ich Achterbahn gefahren .Wollte einfach das Leben und mich spüren.
    Irgendwann habe ich mir gesagt das ich nicht mehr kämpfen will ,ist mir zu anstrengend 8)
    Ich lebe einfach ,dem Krebs davon.
    Letztes Jahr habe ich eine Kinder/Jugendgruppe gegründet deren Eltern an Krebs erkrankt sind ,desweitern leite ich eine Selbsthilfegruppe und organisiere Kosmetikseminare für betroffene Frauen.

    Wenn das Leben dich nervt streu Glitzer drauf

  • Hallo Ihr Lieben,


    wir führen zwar oft Threads zusammen, um unser Forum möglichst übersichtlich zu halten. Dieses Mal möchten wir das aber nicht tun. Denn es geht in den beiden Threads zwar um das gleiche Medikament, aber um völlig unterschiedliche Erkrankungssituationen.


    Im Thread Zwei Antikörper: Herceptin (Trastuzumab) und Perjeta (Pertuzumab) geht es darum, dass die Therapie eingesetzt wird, um Metastasen zu vermeiden.
    Bei Euch wurden (leider) bereits Metastasen festgestellt und mit Chemo behandelt. Ihr berichtet nun darüber, wie es Euch mit dieser Therapie zur Erhaltung eines gewissen Status geht. Und es ist gut, wenn andere, deren Krebs ebenfalls metastasiert ist (war), einen Platz im Forum haben, wo sie sich über ihre Erfahrungen mit dieser Behandlungsmethode austauschen können.


    Viele Grüssles



    Saphira

    Mitglied des Moderatoren-Teams

    Einmal editiert, zuletzt von Saphira ()

  • LIebe Einfachich,


    der Satz von Dir gefällt mir sehr!! Ich kann sehr gut verstehen, dass das Kämpfen irgendwann hinterfragt werden muss.


    Ich glaube, oft ist das dann auch ein Kampf mit sich selbst- so erlebe ich das gerade: wofür stehe ich, was hält mich am Leben, was
    was gibt mir Kraft und womit will ich die nächste Zeit füllen, was begeistert mich. Und manchmal nervt dieses Lebenplanen unheimlich,
    weil ich für all die Fragen nur tagesweise Antworten habe.
    Ich werde über das Thema nochmal nachdenken. Grundsätzlich macht man sich aber vielleicht zuviel Druck,
    wenn man dem Krebs den Kampf ansagt und dafür ein Leben braucht, mit dem man sich nur noch Gutes tut.
    So ist Leben halt nicht.
    Dem Krebs davonleben- das ist gut- von Tag zu Tag, mit der Energie, die gerade da ist, mit den Ideen, die einfach kommen.
    Der einzig wichtige Gedanke dabei vermutlich: nicht aufzuschieben, sondern die Dinge zu tun, die anstehen, auch die ganz Kleinen.
    Viele gedankenvolle Grüße von
    Rosebud

  • Ihr Lieben,
    die letzte Chemo ist geschafft. In 1,5 Wochen dann die erste Infusion ohne Docetaxel (nur Pertuzumab und Trastuzumab). Davor gibt es das CT und die Blutuntersuchung. Ich hoffe, dass - naja - die Metastasen in der Leber und in den mediastinalen Lymphknoten nicht mehr nachweisbar sind.
    Am 15. März geht es in die Anschlussheilbehandlung für 3 Wochen- freue mich auf die Regenerationsphase. Heute war der erste Tag im Sportstudio, an dem ich wieder Kraft gespürt habe. Also es geht bergauf, auch wenn meine Schleimhäute und meine Haut noch verrückt spielen und meine Fingerspitzen recht grobmotorisch geworden sind.
    Die Nebenwirkungen sind jetzt nach der 6. Chemo nochmal deutlich und halten ziemlich an: rechtes Auge zuckt, Nase läuft, die Mundwinkel und Fingerkuppen sind eingerissen, Magen fühlt sich seltsam an, After ist auch lädiert, Entzündungen am Ohrläppchen, am Finger, auf der Haut, viel Müdigkeit (ich schlafe locker 9 STunden)
    Was mir gerade schwer fällt: das Arbeiten. Fühle mich schnell genervt und stelle schnell den Sinn von Aktionen in Frage. Dazu immer mal wieder Sinnkrise: wann komme ich im Leben an. Möchte so gern auch dieses immer wieder gepriesene Gefühl erleben, dass sich alles zu einem runden Ganzen fügt, was ich bislang im Leben gemacht habe. Derzeit aber eher das Gefühl, nur Einzelteile in der Hand zu halten, die nicht zueinanderpassen.
    Naja. Wer weiß, vielleicht ergibt es doch noch ein Ganzes, irgendwann.

  • Hallo liebe Interessierte,


    nun ist also die Chemophase rum und ich hatte bereits einmal die Erhaltungstherapie mit Pertuzumab und Trastuzumab.
    Die CT nach der 6. und letzten Chemo zeigte, dass alle Metastasen in der Leber sehr klein und zum Teil verschwunden sind.
    Die mediastinalen Lymphknoten sind wieder normal groß. Der Onkologe ist sehr zuversichtlich, dass ich mit der Erhaltungstherapie
    (Pertuzumab/Trastuzumab- Infusion alle 3 Wochen plus Letrozol als Antiöstrogen bei postmenopausaler Frau) noch ziemlich lange leben kann.
    Wir checken jetzt vorsichtshalber per Kernspin, dass keine Hirnmetastasen da sind- die werden ja von einer Chemo nicht wirklich erreich.
    Aber da ich vorher keine hatte, geht ich auch nicht davon aus, dass jetzt welche da sind.


    Nachdem ich vor 1Woche das Letrozol dazu genommen habe, habe ich wieder diese Muskelschlappheit in den Beinen und Knochenunbeweglichkeit im Rücken und in den Beinen.
    Bin auch ziemlich müde, habe tränenden Augen und auf meinem noch fast kahlen Kopf immer wieder Ausschläge.
    Lässt sich alles verkraften und ich freue mich jetzt auf die Reha. Vermutlich reist meine Seele gerade erst hinterher. Ich merke, dass ich nicht mehr ganz so gut drauf bin wie bisher und ich daher wohl auch eher die Nebenwirkungen spüre.
    Ich verabschiede mich also jetzt in den Schwarzwald (dort kann ich auch die nächste Infusion bekommen) und bin dann hoffentlich
    mit schönem Haar, fit wie ein Turnschuh und voller Pläne in 3 Wochen zurück. 8) :P
    Liebe Grüße an alle Leserinnen!

  • das sind doch schon mal gute Nachrichten! :thumbsup:
    Ich freu mich so, dass deine Lebermetas teils verschwunden oder sehr klein sind.
    Weiterhin so erfolgreiche Therapien und viel Zuversicht!


    EIne schöne und aufbauende Reha(AHB) wünscht dir
    Mohnblume


    Vielleicht schaust du am Mo oder Die vor deiner AHB noch in den Thread
    Schöne Rehazeit

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • Schön wieder etwas von Dir zu lesen und dann noch so gute Nachrichten . Super - ich freue mich für Dich. Wünsche Dir dass es weiter so gut läuft. Wünsche Dir noch eine erholsame , erfolgreiche Reha. Geniesse die Landschaft und die wohltuenden Anwendungen .
    Alles Liebe :hug: noch für Dich
    alesigmai52

  • Liebe Rosebud,


    ich wünsche Dir eine schöne und erholsame AHB und daß die Therapie weiterhin super gut anschlägt.
    Gott beschütze Dich.


    Liebe Grüße
    Gül

  • Hallo,
    eigentlich wollte ich mich erstmal vorstellen bevor ich hier im Forum etwas schreibe, mich beteilige. Aber ich bin hier gerade auf eine Diskussion gestoßen, zu der ich etwas sagen möchte. Trotz allem erstmal in Kurzform meinen Weg.
    Brustkrebsdiagnose 12/2011, dann 6 x Chemotherapie, erhaltende OP mit Implantaten beidseitig (BRCA 2) und 28 mal Bestrahlung. Im Oktober 2012 dann noch Eierstöcke entfernt. Im Jahr dadrauf Implantataustausch gegen Eigengewebe wegen Kapselfibrose. Medikamente nur Letrozol und alle 3 Monate Kontrollen. Seit September 2014 ständige Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, zwischen den Schulterblättern. Begründung der Ärzte: Verspannungen nach den Brust OPs. Schmerzen immer schlimmer, endlich im März 2015 ein MRT - Diagnose Knochenmetastasen.
    Schock wenn man plötzlich von Lebenserwartung spricht und nicht mehr von Heilungschancen.
    Es war schon so schlimm, dass ich sofort ein Korsett tragen musste weil Gefahr bestand, die Wirbelsäule bricht. Szintigram zeigte Metastasen noch in der Lendenwirbelsäule, Hüfte und im Koopf.
    Dann Rückenstabilisierung mit 8 Schrauben, die OP und die Wochen danach waren die Hölle. Und als es mir im Oktober dann endlich wieder besser ging, da zeigten sich 2 Lebermetastasen. Es ging also weiter, immer wenn ich den Kopf aus dem och steckte, dann haute wieder jemand drauf, diesmal die Lebermetastasen. Ich bekam dann Chemo mit Herceptin, ertuzumab und Taxotere, nach 5 mal waren die Metastasen weg. Dann gabs nur noch alle 3 Wochen Herceptin und Pertuzumab. Und nun haben wir wieder Oktober und wieder eine neue Metastase.
    Ich habe die Therapie immer gut vertragen, bisschen Durchfall aber sonst nichts. Die brüchigen Fingernägel und Hautproblem kommen vom Taxotere und das wird wieder besser.
    Für mich stellt sich die Frage, was hat das Herceptin und Pertuzumab bewirkt, wenn darunter jetzt wieder ein Metastase aufgetaucht ist? Ich hab Angst, das es nun nichts mehr gibt. Das erste Mal, das ich so richtig verzweifelt, das ich Gefahr laufe, nicht mehr an ein langes, lebenswertes Leben glaube. Meine Träume begrabe, was ich eigentlich nicht will.
    Danke fürs Zulesen
    Martina

  • Hallo Mardie,
    ein herzliches Willkommen im Forum der FSH meinerseits, auch wenn ich dich in jedem anderen Forum lieber kennengelernt hätte. Du hast ja in den letzten Jahren einiges aushalten müssen.
    Dein Post hat mich richtig nachdenklich gestimmt, weil er zeigt, wie Herr K(rebs) doch so unberechenbar und zerstörerisch mit uns Betroffenen umgehen kann.
    Auch ich habe ihn drei Mal ertragen müssen, Therapien durchgemacht, vor allem mich sehr intensiv mit meinen Ängsten auseinandersetzen müssen. Und ich musste lernen zu akzeptieren, dass er Spuren auf dem Körper, meiner körperlichen Konstitution und natürlich in meiner Seele hinterlassen hat.
    Am meisten haben mir zwei Dinge geholfen: viele psycho-onkologische Gespräche mit meiner Psychologin und meine Seelen-Hündinnen. Sie gaben und geben mir Freude und bringen mich dazu an die frische Luft zu gehen, mich nur auf sie zu konzentrieren und auf die Natur um mich herum. An guten Tagen kann ich einen längeren Spaziergang machen, an schlechten eben nur einen kurzen.
    Ich bin überzeugt, dass du deinen Weg finden wirst um mit diesem erneuten Rückschlag zurecht zu kommen. Ich weiß, dass das in deiner Situation nicht einfach ist - aber ich bin davon überzeugt, dass es möglich ist! :)
    Schau doch mal in Sonjas Thread rein - auch sie befindet sich in einer ähnlichen Situation:
    Jackpot - Lebermetastasen
    Ich wünsche dir einen regen Austausch hier im Forum.
    Liebe Grüße
    Angie

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