Geschichten, die uns Mut machen

  • Hallo liebe Foris,



    Wir alle brauchen ja hin und wieder einwenig Mut, der uns über nervenaufreibende Wartezeiten, über die kleineren und größeren Tiefs während unserer Erkrankung, und über die mal hoffend, mal bangende Zeit nach der Erkrankung bringt. Und natürlich brauchen wir Mut einfach auch mal so, zwischendurch ^^ .


    Während meiner Chemo waren es vor allem die kleinen Heldentaten des Alltags, von denen die anderen Frauen in der Ambulanz erzählt haben, die mir sehr viel Mut gegeben haben, und jetzt sind es die Geschichten der anderen Frauen in der Gruppe, wenn sie berichten, wie sie mit der Zeit nach der Erkrankung umgehen. Mir gibt das immer sehr viel Kraft. Und natürlich freue ich mich auch selbst, wenn andere mir sagen, dass ich ihnen Mut mache.


    Daher würde ich hier gerne einen Strang aufmachen in denen wir einen Platz finden könnt um all diese Geschichten aufzuschreiben und nachzulesen, die großen Freuden, und die kleinen Heldentaten. Vielleicht mögt ihr ja hier mitmachen und aufschreiben, was eure Mut-mach-Momente sind. Ich freu mich auf Eure Beiträge :) .


    Lg
    Emma

  • Liebe Foris,
    hier mal zwei Menschen, die mir während der Erkrankung sehr viel Mut gemacht haben:


    Der eine ist David Servan-Schreiber, der Autor vom Antikrebsbuch. Meine Hausärztin hat mir damals nach der Diagnose sein Antikrebsbuch empfohlen - das war für mich damals einfach nur gut. In diesem Buch greift er verschiedene Aspekte wie Sport, Stress und Ernährung auf und untersucht ihren Zusammenhang zu Krebs. Da er selbst an Krebs erkrankt war, empfand ich das Buch als sehr authentisch. Am meisten Mut hat mir dabei gemacht, wie er es geschafft hat sein Leben in diesen verschieddenen Bereichen umzustellen. Einige Dinge die er nennt, habe ich dann im Laufe der Zeit auch für mich übernommen und das hat mir von Anfang an das Gefühl gegeben etwas von meinem Leben wieder selbst in der Hand zu haben. Das ist die Art wie er mir Mut macht, auch wenn er selbst letzendlich (nach fast 20 Jahren) am Krebs gestorben ist.


    Die andere wird Person ist meine persönliche Chemoheldin, die ich in der Ambulanz kennengelernt habe. Eine totale toughe Frau, die ich echt dafür bewundert habe wie sie durch die Chemo "stolziert" ist. Sie ist doch tasächlich zwischen denChemos für ein Wochenende nach Mallorca geflogen. Auch wenn sie mit Sicherheit auch so ihre Tage hatte während der Chemo - aber das war für mich einfach nur WOW :thumbsup: .


    Jetzt hoffe ich, dass meine zwei persönlichen Helden auch denen hier im Forum ein wenig Mut machen, die es gerade gebrauchen können ^^ .
    liebe Grüße
    Madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

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  • Hallo an alle in diesem Forum,


    bisher war ich noch nicht hier unterwegs.Dabei hatte ich es die ganze Zeit schon vor.Möchte mich deshalb kurz vorstellen.


    Ich bin jetzt gerade 50 geworden. 2008 wurde bei mir ein DCIS diagnostiziert. War aber leider schon multiinvasiv und ein Lymphknoten auch befallen. Da die gesamte Brust betroffen war, wurde sie entfernt. Dann folgte Chemo und 1 Jahr Herceptin und seit dieser Zeit Tamoxifen.


    Ich weiß, wie schlimm für mich damals die Diagnose war. Man hat das Gefühl die Welt geht unter. Doch das ist nicht so.
    Deshalb möchte ich hier vor allem allen Neubetroffenen sagen. ES GEHT MIR HEUTE GUT !!!


    Das Leben hat sich wieder normalisiert, ich arbeite wieder voll. Mache Sport und unternehme viel. Außerdem engagiere ich mich auch in der FSH.
    Laut den Ärzten ist auch sonst alles okay. Hatte gerade den Check. Deshalb habe ich meiner Tochter an meinem Geburtstag versprochen, dass ich auch die nächsten 25 Jahre für sie da sein werde. Und danach? Schauen mer mal ;)


    Natürlich hat man Wehwehchen und dies und das ist nicht mehr so, wie es einmal war. Der Krebs hat mich gelehrt einerseits mehr hin zu nehmen, was man eh nicht ändern kann und andererseits mehr zu kämpfen. Für mich und meine Bedürfnisse.
    In einem anderen Forum, dass ich in der Zeit meiner Chemo viel benutzt habe, schrieb es eine Betroffene mal sehr gut.
    "Die Uhr tickt für uns nicht schneller, sie tickt lauter." Das sollte man (frau) sich immer bewußt sein.


    Ich freuemich auf einen Austausch hier mit euch, auch wenn ich nicht allzu oft reinschauen kann.


    Liebe Grüße

  • Guten Tag liebe Mitgenesende, ich bin seit eben ganz neu im Forum und bin noch dabei, meinen Weg hier zu erforschen.


    Im vergangenen Jahr wurde Brustkrebs bei mir diagnostiziert. Nach einer erfolgreichen OP folgte ein halbes Jahr Chemo (EC und Taxotere) und abschliessend noch die Bestrahlungen bis Anfang März des Jahres. Jetzt nehme ich Tamoxifen.


    Als Selbständige hat man manchmal eine etwas andere Perspektive mit Herausforderungen umzugehen, als andere. Das liegt daran, dass an jedem Tag, den man nicht arbeitet auch kein Geld verdient wird. Daher war meine Priorität während der ganzen Behandlungszeit immer, die Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten. Regelmäßiger Sport (immer an die momentanen körperlichen Fähigkeiten angepasst!!!!), jede Menge Hilfsmittel aus der alternativen Medizin, eine tolle Familie/Freundeskreis und eine grundsätzliche positive Einstellung zum Leben und Genesungsprozess, haben mir geholfen, zwischen den Chemos immer wieder Seminare zu geben und meinen Alltag so gut wie möglich beizubehalten.
    Die Chemotherapie habe ich immer als Hilfsmittel gesehen, die es ermöglicht, diese Krankheit Krebs völlig auszukurieren. Sie war auf "meiner Seite". Ich habe nie gegen Krebs gekämpft, sondern immer für Heilung gelebt!
    Heute, ein Jahr nach der ersten Chemotherapie, geht es mir fantastisch. Ich habe lustige Locken bekommen und viiiiieeeeel über mich, meine Grenzen, meine Glaubenssätze und meine Bedürfnisse und Ziele gelernt.
    Ich habe meinen Lebensstil optimiert und hoffe vielen Anderen Betroffenen mit meiner Geschichte Mut, Kraft und Optimismus geben zu können.
    Mädels, Kopf hoch - auch wenn der Hals dreckig ist!
    Eure Felicitas :)

  • Hallo Felicitas,


    herzlich Willkommen im Forum der FSH. Vielen Dank für Deinen Beitrag. Gerade wir brauchen immer wieder einmal einen Mutmacher und das ist Dir gelungen. Du bist eine starke Frau. Ich gestehe.....ich nicht :huh: deshalb sind solche Mutmacher wichtig. Es ist ja bei Dir noch nicht so lange her... Hut ab. :thumbup: Ich freue mich, dass Du da bist und wenn Du magst, schau Dich um. Ich wünsche Dir für Deine Zukunft alles Gute. Bleib so wie Du bist. Vielleicht schreibst Du uns ja noch einmal. Bis dann

  • ich möchte auch gerne was zum mutmachen beitragen, habe ich es doch auch oft nötig:


    Eine Tante von mir hat vor ca. 17 Jahren Brustkreb gehabt. Ich sage bewußt: gehabt, denn seit dem hat sich keine Krebszelle mehr getraut, bei ihr vorbeizuschauen. Sie hat bis zu ihrer Rente gearbeitet und mir noch vor 2 Jahren die Zimmer tapeziert. Sie ist nach wie vor fit, gesund und aktiv.


    Eine andere Frau habe ich im Krankenhaus während der Infusion getroffen. Sie bekommt seid 20 Jahren ihre Behandlung gegen die Konchenmetastasen. Seid 20 Jahren wird bei ihr der Krebs im Griff gehalten, ich finde das enorm!


    Liebe Grüße,
    Karin

  • Hallo, Foris!


    Oft, wenn der Mut ganz klein ist, blättere ich in meinem Lieblings-eBook. Es ist ein Roman und heißt "Eigentlich sind zwei Brüste üblich"(von Hella Will).Ich merke beim Lesen deutlich, dass die Hella selbst Krebs hat und mit ihren Ängsten kämpft. Es gibt da ein Gespräch zwischen der Brustkrebs-Patientin Karolin und einem Arzt, in dem er ihr klarmacht, dass gerade durch ihre Krankheit jede Stunde und erst recht jeder Tag wichtig und kostbar geworden sind, und dass sie versuchen soll, ihre eigenen Wünsche ernst zu nehmen und ihr Leben intensiver zu leben als früher. Diese Stelle habe ich bestimmt schon zehnmal gelesen. Jedesmal kann ich danach mit neuem Mut in meinen Tag hineingehen.


    Ja, auch mit Brustkrebs sind wir immer noch Frauen, die leben und lieben können! Das meint jedenfalls


    marika :)

  • Hallo, ich bin erst seit 3 Tagen in diesem Forum und heute durch Zufall auf diese Seite gestoßen. Hier eine kleine Geschichte von mir.



    Ziemlich am Beginn meiner Chemo hatte ich ein überraschendes und tolles Erlebnis.
    Mein mann und ich waren in einem Baumarkt einkaufen. Da mein Immunsystem im Keller war hatte ich einen Mundschutz an.
    Im Parkhaus beim Auto kam auf einmal ein Mann etwa in meinem Alter (60 Jahre) auf uns zu und sprach mich an. "Ist ihr Immunsystem geschädigt?" Ich war total perplex. "ja" sagte ich. "Wie weit sind sie denn? Schon am Ende" war die nächste Frage. "Nein, ich habe erst die 2. Chemo" sagte ich. "Dann wünsche ich Ihnen viel Glück und Kraft für Ihren weiteren Weg." kam zurück. Ich habe mich bedankt. Wie wir dann an ihm vorbei fuhren hat er nochmal Mut machend beide Daumen in die Höhe gehoben. Das ganze hat mich sehr berührt. Im Nachhinein habe ich mich geärgert, dass ich ihn nicht nach seiner Gesundheit gefragt haben. Solche Menschen brauchen wir ab und zu.
    Liebe Grüße an alle von Wiebelchen.

  • Hallo ihr Lieben,
    hier hat sich ja einiges getan, seit ich den Thread eröffnet habe. Und ehrlich gesagt, war er bei mir schon fast in Vergessenheit geraten. Um so schöner, dass ihr ihn wieder habt aufleben lassen. Danke euch :hug:


    marika : den RAt kann man sich wirklich gut zu Herzen nehmen, und besonders auch dann wenn die Krankheit schon einige Zeit her ist und der Alltagsschlendrian eingekehrt ist :) .


    wiebelchen : das ist ja eine schöne Geschichte, die berührt mich auch. ^^ Schon toll, diese kleinen Alltagswunder mit denen man kaum rechnet.


    liebe Grüße
    Emma

  • Hallo Wiebelchen,
    danke dass Du diese 'kleine Begebenheit' mit nachhaltiger Wirkung mit uns geteilt hast! Die Geschichte hat mich sehr berührt! Zeigt es doch es gibt sie, die kleinen Wunder wie Emma sagt, die uns berühren und uns einen Glücksmoment schenken!
    Liebe Grüße
    Lisa

  • Hallo Ihr Lieben!


    Ja, das sind die kleinen Alltagsbegebenheiten, die Mut machen können.


    Mir ist auch etwas ganz Wunderbares während meiner Kranklheitszeit passiert.
    Eine Dame vom christlichen Besucherdienst kam dreimal, genau zur richtigen Zeit zu mir zu Besuch.
    Bei ersten Mal, als ich auf meine erste OP gewartet habe und sich die Zeit länger hinzog als erwartet.
    Ich konnte meine Unruhe kaum mehr ertragen. Da kam die Frau zu mir und wir unterhielten uns fast eine Stunde lang.
    Als wir fertig waren, wurde ich zur OP geholt.
    Dann ist sie zweimal gekommen, als ich in Isolation lag und sehr depremiert war.
    Und wieder schaffte sie es, mich aufzumundern und verließ mich in fröhlichem Zustand.
    Das war so toll!!!


    Ja, das wollte ich Euch mitteilen.


    Liebe Grüße


    Gabriele

  • Liebe Reigenlilie,
    deine Mutmachgeschichte hat mich sehr berührt - im Krankenhaus auf Menschen zu stoßen, die einem in einer schwierigen Situation sozusagen am richtigen Ort und zur richtigen Zeit beistehen, ist ungemein tröstlich.
    Schön, dass wir wieder von dir lesen dürfen und pass gut auf dich auf, denn wenn uns unsere Krankheit eines gelehrt hat dann, dass wir lernen müssen auf die Signale unseres Körpers zu hören und sofort eine Ruhepause einzulegen, wenn es notwendig ist. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das gar nicht so leicht ist! :D
    Ganz liebe Grüße von
    Angie

  • Hallo Angie!


    Das ist ein grundsätzliches Problem bei mir,
    dass ich immer schon mehr machen möchte,
    als ich eigentlich hschaffe.


    Nun lehrt mich mein Körper, dass das nicht geht.
    Er macht einfach schlapp. Die Krankheit kommt noch dazu.
    Ja, eigentlich, sollte ich die Lektion gelernt haben.
    Aber das wird schon wieder.
    Ich mache viel auf Ruhe und das tut mir ungeheuer gut.


    Liebe Grüße


    Gabriele

  • Hallo zusammen,


    nach langer Zeit, in der ich nur stille Mitleserin war, möchte ich mich auch mal zu Wort melden:


    Mir ist es im Krankenhaus ähnlich ergangen wie Gabriele: bei mir war es die Psychoonkologin die mir in der Zeit sehr geholfen hat.
    Meine Chancen waren anfangs nicht so gut und ich hatte natürlich große Ängste dass ich es nicht schaffen könnte, sie meinte: es ist nicht so wichtig wie hoch die Chance ist sondern dass sie die, die sie haben, ergreifen indem
    sie vor allem gut für sich sorgen und auf sich aufpassen, alle vorgeschlagenen Therapien machen, sich von allen Menschen, die ihnen nicht gut tun befreien ( so weit eben möglich) und ganz fest davon überzeugt sind dass sie es schaffen werden (kleine Zweifel zwischendurch sind natürlich "erlaubt" ) und dann werden sie es schaffen.


    Das Ganze ist fast 4 Jahre her und bislang hat sie Recht behalten!


    Ich muss allerdings zugeben dass es mir oft noch so geht wie Gabriele: ich mache mehr als geht und bekomme dann prompt die "rote Karte" von meinem Körper. Aber es ist besser geworden und ich denke dass ich es auf Dauer auch schaffen werde, da noch besser auf mich aufzupassen.


    Liebe Grüße von der Branwen

  • Hallo Lisa,


    danke dass Du Dich freust dass ich wieder mitschreibe!


    Dass Dir mein Beitrag Mut gemacht hat freut mich sehr und ich wünsche Dir (allen Anderen natürlich auch) dass Du weiterhin nach vorne schaust und zuversichtlich bist!


    Liebe Grüße von der Branwen