Wechselwirkung von Medikamenten bei Krebs und Depression

  • Vielen Dank an euch alle, dass ihr mir trotz Pfingsten geantwortet habt. Ich nehme Anastrozol. Gegen die Depris Milnaneurax, Trazodon, Bromazepam, Zolpidem.

    Mehr geht ja nicht mehr. Vitamin D, K2, Calcium wegen der Osteoporosegefahr auch. ZusĂ€tzlich Selen, FolsĂ€ure, Magnesium, B- Komplex, Ingwer Kapseln, Blutdrucksenker, Betablocker. Ich bin ein wandelnder Pillen Schrank. Ich mach jeden Tag Übungen, weil es vor allem unter der Achsel nach der Mastektomie immer noch weh tut. Auch tut die Prothese auf der Narbe weh. Hab mir eine Akupressurmatte gekauft, weil die fĂŒr vieles gut sein soll. Mehr fĂ€llt mir wirklich nicht mehr ein, was ich tun könnte. Anastrozol absetzen wĂ€re in meinem Fall sicher nicht angezeigt. 5 Jahre machen mir dennoch echt Angst.

    Euch liebe GrĂŒĂŸe und einen schönen Pfingstmontag

  • Liebe Oda61, das ist wirklich ein ordentlicher Cocktail! Vielleicht sollten sich der Onkologe und der Psychiater mal kurzschließen, um ĂŒber deinen Fall zu beraten... Ich nehme wegen meiner bipolaren Störung Sertralin (Antidepressivum) und Ergenyl chrono (Phasenprophylaxe), das ist alles. Damit bin ich gut eingestellt. Heutzutage pumpt man die Patienten nicht mehrlich mit AD so voll. Die Chemo lief gut bei mir. Allerdings guckte der Onkologe vor der Chemo genau auf meine sonstigen Medikamente. Ich hoffe, fĂŒr dich wird ein Weg gefunden, und du wirst dabei ordentlich unterstĂŒtzt!:thumbup::thumbup:

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Danke Bonny und Frieda,

    Sertralin habe ich nur einmal versucht, hatte eine schlimme allergische Reaktion darauf. Ich bin stÀndig in Àrztlicher Behandlung. Die Medikamente wirken immer einige Jahre gut, irgendwann dann nicht mehr. Ich muss dranbleiben.

  • Ich habe auf Elontril mal allergisch reagiert, zum GlĂŒck war ich in der Klinik. Seit vier Jahren nehme ich Sertralin und komme gut damit zurecht. Ich wĂŒnsche dir, daß ein passendes AD gefunden wird, liebe Oda61!

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Liebe Oda61,

    das mit der Psyche kann ich zu gut nachvollziehen. Ich weiß, dass das bei mir damals die Kombi Zoladex und TAM war. Gegen das Antidepressivum habe ich mich geweigert, weil ich nach der ganzen Krebsbehandlung nicht noch weitere Medikamente nehmen wollte. Hab dann nach 2 Jahre!! mit psychischen auf und abs endlich eine fĂŒr mich passende Psychologische Betreuung gefunden. Begleitend dazu habe ich bei meinem Hausarzt eine Akupunktur angefangen. Das hat mir sehr gut weiter geholfen.

    Ich wĂŒnsche Dir alles Gute. FĂŒhl Dich gedrĂŒckt :hug:

    MĂ€usel

    Denke nicht so oft an das, was dir fehlt,
    sondern an das, was du hast!

  • Liebe@MĂ€usel,

    danke fĂŒr deinen lieben Zuspruch. Es ist schön, dass es dir heute wieder besser geht. Ich bin mit meinen Medikamenten erst gut klar gekommen, bis das Anastrozol dazu kam. Das macht mir auch weiter schwer zu schaffen. Ich hatte viele unschöne Ereignisse in meinem Leben und eine familiĂ€re Veranlagung was Depris betrifft. Meine Mutti war schwer betroffen und hat sich letztlich das Leben genommen. Ich muss da irgendwie durch. Zoladex muss ich mal googeln. Das kenne ich gar nicht. Momentan gehe ich öfter zu meiner Therapeutin und hoffe, wieder zur Ruhe zu kommen. Krebs, Mastektomie und Antihormontherapie steckt man eben doch nicht so weg.

    Ganz liebe GrĂŒĂŸe und auch von mir ein DrĂŒckerchen. :hug:

  • Hallo,


    ich habe unter der Lupenfunktion nichts zu diesem Thema gefunden, deshalb muss ich jetzt die Frage stellen...

    Ich bin eigentlich fĂŒr einen Schwaben ein sehr emotionaler Mensch. Mir geht es gut, wenn es den Lieben gut geht. Vor 8 Jahren, als es absehbar war, dass unser Vater stirbt, hat mir der Psychologe zuerst Opipram, dann in der Akutphase, Mirtazapin verschrieben.

    Dann bekam ich 1 Tag nach seinem Tod die Diagnose. Vor der OP hatte ich dann das Antidepressiva ausgeschlichen.

    Nach 8 Jahren Tamoxifen bzw. jetzt Aromatasehemmer, habe ich eine Depression als Nebenwirkung entwickelt. Besuche bei einer Psychologin haben sehr geholfen. Auf mein Bitten hin, hat sie mir Opipram verschrieben. Ich nehme 3 Tabletten (Höchstdosis 6) ĂŒber 24h verteilt. Jetzt geht es unserer Mutter schlechter und ich kann mit 51 nicht damit umgehen. Sie ist 94 und eigentlich mĂŒsste mir klar sein, dass es natĂŒrlich ist, mal lĂ€nger auf Reisen zu gehen. Ich mache mir hier Sorgen auf Vorrat, was mich furchtbar Ă€rgert, weil ich nicht ĂŒber diesen Schatten springen kann und ruhig meinen Weg gehen kann. Zumal ich ja Familie mit 2 Kindern habe). Die will ich mit diesem Kram nicht belasten. Meine Schwester sieht das realistisch und ist dementsprechend viel entspannter....

    Ich sehe das Glas immer halb leer und leider nicht halb voll.

    Lange Rede kurzer Sinn:

    Habt ihr Erfahrungsberichte von Antidepressiva?

    Mit Opipram komme ich gut zurecht. Mirtazapin hatte ich ja frĂŒher schon einmal, scheiterte aber vor 2 Jahren beim Einschleichen. Mit der halben Dosis war ich am Tag danach komplett erschlagen. Vollkommen neben der Spur. Ich hatte sie vor dem zu Bett gehen genommen.


    Vielen Dank fĂŒr's Lesen.


    GrĂŒĂŸe Martina

    2 Mal editiert, zuletzt von Charis () aus folgendem Grund: Hierhin verschoben.

  • Liebe Palenke, da hast Du ja ein heftiges PĂ€ckchen zu tragen, da ist es nicht verwunderlich, wenn man eine Depression entwickelt. Gut, dass du psychologische UnterstĂŒtzung hast, das ist eine große Hilfe. Dass es Deiner Mutter jetzt schlechter geht tut mir leid. Aber sie ist 94 und da kann man wohl die Augen nicht davor verschließen, dass das Leben nicht mehr unendlich weitergehen wird. Begleite sie, in dem Maß, wie es Dir möglich ist, dann wirst Du Dich auch gut von ihr verabschieden können, wenn der Zeitpunkt kommt.

    Meine Mutter wird 92 und baut grade auch total ab und hat eine starke Herzinsuffienz. Sie weigert sich ins Krankenhaus oder Heim zu gehen und fordert, dass ich sie versorge, was ich aber nicht kann und will.......ich denke, wir können nicht immer nur fĂŒr die Anderen da sein, wir sind selber krank und mĂŒssen nach uns schauen und da gehört m.M. nach auch das Loslassen dazu. Meine BrĂŒder sind da wie Deine Schwester aufgestellt und tun sich viel leichter damit.

    Mit Mirtazapin habe ich auch so meine Erfahrungen. Haber es vor Jahren bei einem heftigen Mobbing seitens einer neuen Vorgesetzten genommen. Emotional hat es mir geholfen das durchzustehen, aber ich kam mir vor wie ein gefĂŒhlsloser Zombie, hab mich gar nicht mehr gespĂŒrt und nur noch funktioniert . Und morgens ging es mir wie Dir......kam mir vor, als ob ich aus einer Vollnarkose aufgewacht bin und war bis mittags kaum handlungsfĂ€hig.

    Ich habe es dann nach 1Jahr langsam wieder ausgeschlichen. Wenn Du mit Opipram gut zurecht kommst ist das doch gut. Vielleicht kannst Du es ja auch irgendwann wieder absetzen, wenn sich familiĂ€r alles etwas beruhigt. Wenn die Depression eine NW der AHT ist, löst sie sich vielleicht auch wieder auf. Das wĂŒnsche ich Dir sehr.

    Wie geht es Deiner Mutter inzwischen?

    Ganz liebe GrĂŒĂŸe, Steffi


    Man kann das Leben nur rĂŒckwĂ€rts verstehen, leben aber muss man es vorwĂ€rts:S

  • Liebe Steffi,


    vielen Dank fĂŒr deine Zeilen. Ich habe jetzt am 20.7. einen Termin mit einer Psychoonkologin in einer Antistress Klinik. Die arbeiten mit der Onkologie und Brustzentrum zusammen. Dort bin ich alle paar Wochen in einem GesprĂ€chskreis. Leider fĂ€llt dieser ja gerade aus. Die Ärztin kennt mich schon.

    Ja, ich vermute, die Depression kommt von den Aromatasehemmern. Ich weiß, dass meine Mutter immer einen Herbst Blues hatte. Aber Depressionen kommt in unserer Familie nicht vor. Ich bin mir sicher, wenn unsere Oma wirklich mal lĂ€nger auf Reisen ist, wird sich das wieder legen. Aber es ist ein sehr unangenehmes GefĂŒhl..

    Aktuell kommt sie mit der neuen Pflegekraft nicht zurecht. Aber diesmal ist es gerechtfertigt. Sie redet kaum mit ihr, obwohl wir fĂŒr die guten Sprachkenntnisse extra bezahlen und ist schlampig. Hat das noch nie gemacht und war vorher Bardame. Gut, die deutsche Agentur hatte durch Corona Probleme. Jetzt kommt wieder eine polnische Dame, dir sie kennt und schĂ€tzt.

    Das Hickhack mit der jetzigen geht ihr an die Nerven und sie atmet schwer. Ist halt eine Kopfsache. Es ist kein Wasser auf der Lunge.

    Halt wie ein Kleinkind. Aber heute komme ich ganz gut zurecht damit. Ich hoffe auf den 20.7..

    Mach's gut und liebe GrĂŒĂŸe Martina

  • Dass Du Medikamente und Psychotherapie bekommst, ist schon einmal gut.

    Wie lange nimmst Du das Tam schon und wie lange sollst Du es noch nehmen? Wenn ich richtig gelesen habe, ist Deine Diagnose schon 5 Jahre her?


    LG Lilyrose

  • Liebe Sigi75,

    ich hatte zu Beginn der Einnahme extreme Stimmungsschwankungen. Kannte ich von mir nicht. Wurde mit der Zeit besser und kam nicht wieder.

    Bei Dir sind diese NW erst nach einiger Zeit aufgetreten?

    Klingt fĂŒr mich ungewöhnlich. Kommt noch eine andere Ursache in Frage?

  • Sigi75 Ich hatte unter Tam (nicht stĂ€ndig) extreme Depressionen. Es waren meist nur 3-5 Tage, aber sehr ausgeprĂ€gt. Ich hatte sowas bis dato nicht, war aber so depressiv, dass ich nichts mehr geschafft habe ( selbst ans Telefon zu gehen, wenn es klingelt, war mir zu viel, ich konnte nichts kochen- es ging immer was schief und dann hab ich nur noch geheult) ich lag nur im Bett oder auf der couch. Kontakte hab ich gemieden und mich komplett zurĂŒck gezogen. Ich war nicht ich selbst - und dann war es plötzlich wieder normal fĂŒr ein paar Wochen. Mit der Zeit wurden die AbstĂ€nde grĂ¶ĂŸer, aber ich hatte schon immer bammel vor diesen Tagen. Dann hatte ich mein Rezidiv, bin umgestellt worden auf Aromatasehemmer Ex....an - keine depressiven Tage mehr. Daher kann ich mit Sicherheit sagen, dass es vom Tam kam.

    Ich hoffe, du findest eine gut Lösung Gruß Baybsie

  • Liebe lissie

    Substanznamen darf man hier schon nennen.


    Ich nehme jetzt 10 mg Escitalopram, v or 20 Jahren war es Amitryptilin, zuerst hoch dosiert und dann immer weniger. Als Nebenwirkungen hatte ich bei beiden Medikamenten in den ersten Tagen Mundtrockenheit und MĂŒdigkeit, aber die sind bald vergangen. Bei mir hat die angstlösende Wirkung beide Male sehr schnell eingesetzt, auch dier antidepressive Effekt, der ja hinterher hinkt.

    Liebe Hamster ,

    dein Beitrag ist schon etwas her.... Mir wurde jetzt auch Escitolapram verschrieben, weil es nicht mehr ging ...😔😔😔

    Weißt du noch, wie lange es bei dir gedauert hat, bis die komplette Wirkung eingesetzt hat? Ich nehme es jetzt knapp vier Wochen, habe aber nur etwas das GefĂŒhl, dass es wirkt und es macht mich nachmittags seeeehr mĂŒde.... Danke fĂŒr deine Erfahrungswerte!

  • Hallo Sigi75,


    ich hatte schon vor meiner Brustkrebsdiagnose eine Depression und Angststörung und war/ bin in Behandlung. :rolleyes: Unter Tam ist es noch schlimmer geworden, allerdings nicht jeden Tag gleich, aber bestĂ€ndig. Ich kann dich also sehr gut verstehen.:whistling: Mir hilft Bewegung/Sport und komischerweise Kaffee, natĂŒrlich nicht literweise, aber so 1 - 2 Tassen tun mir gut. Ich nehme Tam jetzt 10 Monate und soll es insgesamt 2,5 Jahre nehmen, dann soll auf AI umgestellt werden. Ob das fĂŒr die Psyche besser ist, weiß ich nicht. Ich hoffe, jedenfalls nicht schlimmer. :/

    LG, Lucille