Mastektomie ohne Wiederaufbau

  • Calliope Ich versuche es mal so wiederzugeben wie es mir damals der Arzt gesagt hat. Brust ist Fettgewebe, die Fettzelle vom Bauch ist ja dann eine Fettzelle der Brust und verhält sich auch so.


    Bei jeder mastektomie bleibt immer etwas Brustgewebe übrig, deshalb gibt es auch noch ein kleines Restrisiko für ein Rezidiv.

    Mir wurde sogar nahegelegt, die Brustwarzen zu entfernen, den häufig entstehen dort die Rezidive.

    Es ist nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen, denn man weiß erst später, ob es die richtige war😏



    Hab dir das mal rauskopiert, vielleicht hilft dir das nochmal, zu verstehen, dass es auch nach diesem Eingriff noch zu einem Rezidiv kommen kann. Bei mir ist bisher alles gut und es ist mittlerweile 3Jahre her 😊 schick dir das über PN

  • Hallo,

    ich kann Dir nur empfehlen ganz tief nach innen zu horchen, wie es Dir bei dem Gedanken geht. Ich selbst war vor dem OP VorbereitungsGespräch ganz klar, die Ärztin brachte mich dann ins Wanken, sie wollte eindeutig einen sofortigen Wiederaufbau machen, ich wurde im Laufe des Gesprächs aber so unruhig, dass ich dann doch wieder zurück gerudert bin zu meiner Einstellung Ablatio ohne Wiederaufbau und bereue es nicht. Bin dankbar, dass ich so entschieden habe. Aber diese Entscheidung kann eine jede nur ganz alleine treffen, mir hat der Tipp geholfen zu vertrauen, dass ich den inneren Frieden mit einer Variante spüren werde...

  • Genau wie Tergram ging es mir auch. Ich war in der op Besprechung für Ablatio und gleichzeitigem Aufbau rechts und habe mich ganz spontan dagegen entschieden. Innerhalb von Sekunden sagte mein Bauchgefühl ganz laut Nein, lass es! Die Ärztin war erstmal sehr verwirrt, hat aber super reagiert und nach über einem Jahr kann ich nur sagen, dass ich damals alles in meinen Augen richtig gemacht habe. Froh wäre ich allerdings, wenn die Krankenkasse der beidseitigen Mastektomie zugestimmt hätte. Dann wäre ich nicht schon Wochen vor der nächsten Nachuntersuchung mit den Nerven am Ende.....

  • ... ich hatte nur ganz kurz über eine beidseitige Mastektomie nachgedacht, denke aber jetzt schon immer öfter, es wäre viel besser gewesen. Meine Prothese passt nicht so richtig, sie rutscht ein Stück aus der Innentasche raus, reibt mir dauernd auf der Narbe, das schmerzt und nervt, der BH muss so stramm geschnürt sein, dass ich morgens noch Abdrücke vom Vortag habe und im Alltag wäre es einfacher ohne...

    Einmal editiert, zuletzt von Lieselotte () aus folgendem Grund: Zitat entnommen, da Beitrag direkt davor

  • Liebe Tergram

    Ich habe ja keinen BK, also bitte verzeihe mir die neugierige Frage : Muss man denn einen solch quälenden BH tragen ? Ich hab noch nie einen getragen, mich würde das bekloppt machen. Und wenn man den nicht tragen muss, warum tust Du Dir das an ?

  • naja, wenn du keinen BH und somit auch keine Prothese trägst, geht das auf die Wirbelsäule, dann wird sie schief. Und weil die Prothese nicht ganz leicht ist, sie soll ja ein Gleichgewicht herstellen, neben der Optik, muss der BH groß und kräftig sein...

    Und so fügt man sich um weitere Probleme zu vermeiden.

    Einmal editiert, zuletzt von Alice () aus folgendem Grund: Zitatfunktion zur besseren Lesbarkeit entnommen, weil der Beitrag, auf den geantwortet wird, direkt darüber steht.

  • Ich möchte euch gerne den aktuellen Stand mitteilen:

    Ich habe mich nun vor 4 Wochen noch im Brustzentrum meiner Uniklinik vorgestellt und hatte ein wirklich gutes Gespräch mit der OÄ. Sie riet mir -was bisher niemand so getan hat- meine rechte, an BK erkrankte Seite komplett zu entfernen, anstatt eine subkutane Mastektomie zu machen. Sie argumentiert, dass ich einen sehr massiven Befall (11 Herde, der Grösste 1,6 cm) hatte und sie lieber auf Nr. sicher gehen würde, dass nicht hinterher noch Brustzellen übrig bleiben, die dann entarten könnten. Ich fand ihre Erläuterungen sehr schlüssig und folge ihrem Rat. Weiterhin wäre sie nach unserem Gespräch auch bereit (obwohl sie das persönlich kritisch sieht) mir in der OP, die am 10.09 statt findet mir ebenfalls die gesunde Brust abzunehmen.
    im Prinzip war das ja der Weg, den ich mir gewünscht habe. Aber ich war mir dann doch nicht mehr so sicher darin, ob ich wirklich ohne Brüste sein möchte.

    Es ist einfach doch eine sehr endgültige Entscheidung (Wiederaufbau mit Implantat kommt aufgrund von folgender Bestrahlung nicht in Frage und mein Bauchfett reicht nicht für 2 Brüste) und schrecke doch davor zurück.
    Eigentlich hatte ich mich nun entschieden doch nur die eine Brust entfernen zu lassen und die andere dann nächstes Jahr deutlich Verkleinern zu lassen (von C auf A Körbchen) um weniger körperliche Belastungen zu haben aufgrund des unterschiedlichen Gewichts. Das soll von den KK auch problemlos als „Angleichung“ genehmigt werden.

    Wenn ich allerdings die Beiträge von Tergram und Stefanie 67 lese bin ich mir doch wieder etwas unschlüssig.


    Ach so, ein Wiederaufbau der rechten Brust ist eher nicht geplant, es stände nur die DIEP Flap Methode wirklich zur Verfügung und ich möchte mich -mein momentaner Stand- nicht einer so umfangreichen OP aussetzen.

  • Liebe Calliope ,

    ich will Dir versuchen meinen Standpunkt zu erklären.

    Meine Amputationsfläche geht ziemlich weit oben deutlich nach innen. Bei der Auswahl der Prothese hat man sich sehr darauf konzentriert, dies optimal zu kaschieren. Ich denke, meine Prothese ist aus diesem Grund zu groß geraten, was zur Folge hat, dass sie am Rand, egal wie ich sie einlege, aus der Innentasche hinausragt. Das reibt mir nun auf der Narbe, was mir weh tut, der BH muss ziemlich stramm am Körper sitzen, das nervt und hinterlässt juckende Abdrücke und bei der Affenhitze war es auch unangenehm. Mein Gedanke war einfach, wenn beide weg wären, könnte ich bei der Hitze gut ganz ohne unterwegs sein, ebenso beim Sport oder radeln und wenn ich mich mal schick machen möchte, könnte ich ja auch beidseitig eine Prothese einlegen. Muss dazu aber auch sagen, meine OP war am 9. April, das ist alles noch recht neu und bis jetzt habe ich noch gar nie das Gefühl gehabt, dass ich irgendetwas von meiner Weiblichkeit oder gar Person verloren habe. Mir ist durchaus bewusst, dass sich das auch noch ändern kann.
    Das ganze ist eine sehr individuelle und auch emotionale Geschichte, da musst Du sehr in Dich hinein hören. Und vor allem ist diese Entscheidung unumkehrbar. Bei mir überwiegt trotz allem die Dankbarkeit, bis jetzt so gut aus dieser Krise gekommen zu sein...
    Ich wünsche Dir von Herzen eine gute Entscheidung, kann Dir nur raten tief in Dich reinzuhören und zu erspüren wo der innere Frieden Dich hinführt - hört sich vllt. gestochen hoch an, aber genau das war es was ich gefühlt habe in diesem Moment.

    Fühl dich fest gedrückt :hug::hug::hug:

    Einmal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Zitat gelöscht, Beitrag direkt obendrüber

  • Ich habe nicht alles gelesen Calliope . Aber du könntest doch auch nach der Bestrahlung noch mit Silikon aufbauen lassen.

    Ich weiß ja nicht, ob Silikon für dich generell nicht in Frage kommt, aber du schreibst ja es käme wegen der Bestrahlung nicht in Frage.

    Trotz Mastektomie stand bei mir Bestrahlung im Raum und auch ich sollte 6 Monate nicht aufbauen.

    Da kam ich aber gar nicht mit klar und deshalb hat man mir nachdem ich darum gebeten hatte, ein Silikonkissen übergangsweise eingesetzt.

    Denn eigentlich wollte ich die Diep Flap dann im Anschluss der Therapien machen lassen.

    Jetzt hat man sich bei mir ja gegen Therapien ausgesprochen und die Silikonbrust ist so gut gelungen, dass ich mich da gar nicht mehr rantraue..

    Ich bin für meine sonst so pragmatische und reflektierte Art bei der Aussicht auf keinen Aufbau ziemlich durchgedreht.

    Das kannte ich gar nicht von mir und es war schrecklich für mich, da überhaupt keinen Zugang zu zu bekommen.

    Mein Mann hat mich da auch nicht wieder erkannt, weil ich bis zu dem Tag immer hervorragend bei jeder Katastrophe funktioniert habe.

    Das war wirklich schlimm aber in der Nachbetrachtung kann ich eigentlich froh darüber sein. Für mich war ja sehr klar, was ich will und was nicht.

    Dieses Abwägen, ob Aufbau oder nicht, diese Unsicherheit und daraus so eine weitreichende Entscheidung zu treffen, stelle ich mir furchtbar vor.

  • Danke für eure Antworten, liebe Tergram und SaDe ,

    jeder Erfahrungsbericht hilft mir weiter.

    Ich muss mich jetzt eigentlich bis Montag entscheiden, da ich dann das Vorgespräch zur OP mit der OÄ habe. Leider ist mir bis jetzt noch keine Eingebung gekommen, mein "Bauch" spricht nicht mit mir und das kostet mich am meisten Nerv.

    An sich war ich mir bis Mittwoch sicher, dass ich nur die eine, betroffene Seite weg nehmen lasse und war damit ziemlich im Reinen mit mir.. Mittwoch kam jedoch der Bericht der Genetik, ich hatte die Ärztin dort gebeten mir noch Infos dazu zu geben wie hoch meine statistische Wahrscheinlichkeit ist an der gesunden Brust zu erkranken. Ich bin ja GsD keine Anlageträgerin und man findet nur sehr wenige Infos dazu wie es aussieht, wenn man sporadisch so jung (unter 40) an Brustkrebs erkrankt. Und in dem Bericht stand nun, dass meine Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs in der anderen Brust bei 28 % (!) innerhalb der nächsten 25 Jahre liegt! Da hatte ich eine andere Info von der OÄ, die sprach nämlich nur von 12-15 %, mehr als das Doppelte ist natürlich ein ganz anderer Schnack. Nun schwanke ich zwischen doch beide Brüste weg und dem Gedanken, dass ich nicht weiß, auf welcher Seite der Statistik ich stehen werde und das es auch eine 72 % Wahrscheinlichkeit gibt NICHT an Brustkrebs auf der anderen Seite zu erkranken.

    Mein Problem ist nur, dass ich durch meine jetzige Erkrankung ein wenig das Vertrauen in meinen Körper verloren habe. Vor der Erkrankung war ich glücklicher Weise mit einer sehr guten Gesundheit beschenkt, ich habe nie groß was gehabt. Heute weiß ich, dass das ein ziemlicher Luxus war, der mir ehrlich gesagt früher nie so bewusst war sondern eher als selbstverständlich angenommen wurde.

    Ich habe also noch knapp 48 h um zu einer Entscheidung zu kommen.

  • Liebe Calliope

    ....ich kann dir zwar überhaupt keine hilfreichen Tipps geben, aber ich drücke dir sehr feste die Daumen, dass deine ganz sicher nicht leichte Entscheidung, egal welche, für dich die richtige sein wird.
    Ganz liebe Grüße 18-09-Sonnenschein

  • Warum musst du dich bis in 48 Stunden entscheiden, Calliope ?

    Besteht nicht die Möglichkeit mehr Zeit rauszuschlagen?

    Ich hatte damals um mehr Zeit gebeten, das war auch ok. Es wird ja immer gesagt, Brustkrebs sei kein Notfall.

    Ich spreche jetzt auch nicht von 3 Monaten oder so, sondern einfach nochmal ein - zwei Wochen Gnadenfrist.

    Ich habe mir vor der Op zig Photos im Netz angesehen.

    Die ohne Aufbau, mit Aufbau, mit tätowierten Brustwarzen, mit Narben auf und unter der Brust und dabei, so nach und nach formten sich meine Gedanken.

    Ich möchte keine Brustwarze sondern möchte mir irgendwann mal auf oder an meiner Narbe eine Blumenranke tätowieren lassen.

    Meine Narbe sitzt ja auf der Brust und das kann ich mir wirklich gut vorstellen.

    Das ist aber wirklich gewachsen durch das betrachten der unterschiedlichen Photos.

  • SaDe

    Ich habe am 10.09 meine OP, die kann ich auch nicht verschieben, da ich ja bereits eine neoadjuvante Chemo im Vorfeld hatte und die Leitlinien besagen, dass man nach Abschluss der Chemo innerhalb von 3-6 Wochen operiert werden muss. Am 10.09 sind es dann schon über 5 Wochen nach der letzten Chemo. Klar, ein paar Tage mehr kann ich bestimmt bekommen, nur ändert das im Grunde auch nicht viel.

    Ich habe mich im Vorfeld schon sehr viel mit der kompletten Abnahme beider Brüste auseinander gesetzt, habe das sogar schon mitten in der Chemotherapie bereits bei meinen Ärztin angesprochen. Ich habe viel im Internet recherchiert so wie du auch und bin mir recht sicher, dass ich mit den Narben zurechtkommen werde. Ich habe eher Angst vor den Blicken anderer und davor hinterher meine Entscheidung doch zu bereuen. Aber ein Leben ohne Brüste und mit geringst möglichem Risiko (ganz ausschalten lässt es sich eh nicht), mit möglichst hoher Chance meine Kinder groß werden zu sehen und hoffentlich meine Enkel erleben zu dürfen ist für mich ein schwerwiegendes Argument.

  • Calliope ... da würde ich dann die Sache auch nicht weiter rauszögern...

    Und wenn du soviel Zeit schon mit dem Denken verbracht hast, dann ist es vielleicht gut, dass du zu einer Entscheidung kommen musst.

    Aber es ist schon eine echt undankbare Situation. Ich hoffe sehr, dass du noch eine Eingebung bekommst...🍀

  • Ich habe im April die linke Brust amputiert bekommen. Bisher war immer alles gut, die Heilung verlief gut, die Narbe ist schön, die Brust war schnell ganz flach und absolut reizlos, also wie es sein sollte.


    Jetzt habe ich allerdings seit gestern um die Narbe herum bis hoch in die Achsel eine dicke Schwellung, alles fühlt sich wabbelig und dick an. An der STELLE wo der Tumor war ist es etwas rot und mehr geschwollen als der Rest, man fühlt eine leichte Vermehrung auf der Rippe von irgendwas aber es ist nicht ganz hart wie es der Tumor war.


    Hat einer ne Idee woher das kommen kann und was es sein soll?

    Das macht mir etwas Angst .

    Hab am 1. Eh einen Termin bei der Gyn um zu klären wie es jetzt weitergeht mit Tam u. GnrH Hammer...

  • Liebe Calliope ,

    melde mich jetzt mal schnell zu Wort. Du schreibst, du würdest... hast aber Angst vor den Blicken anderer. Das war es, was mich bewog, dir zu schreiben. Ich hatte fast 6 Jahre beidseitig Implis, dann kam Fibrose.... und bin nun seit fast 9 Monaten komplette Amazone. Ich selbst komme super damit klar - aber ich verstehe deine Angst vor Blicken/Reaktion anderer absolut - wobei das bei mir selbst rein den Beruf berührt - Schüler sind da nicht unbedingt rücksichtsvoll und manchmal sehr direkt. ...;)Ich möchte dir nur mit in deine Gedanken geben: Mit Prothesen sieht wirklich niemand etwas!!! Ich trage aus bestimmten, sehr eigenen Gründen keine - geschickte Kleidung (habe da wirklich experimentiert, mein Favorit sind Schals/Loops) verhüllt aber das "Problem" (das für mich selbst keines ist) - zumindest habe ich bis heute keine Fragen, Bemerkungen und nicht mal fragende Blicke "eingefangen".

    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung, mit der du dann auch im Reinen bist. Wenn du Fragen hast, darfst du die gerne stellen.

    LG

    Einmal editiert, zuletzt von Sonnenblümchen ()

  • Calliope ,

    die Blicke anderer Menschen....ich kann Dir zumindest sagen, dass ich auch ohne Brüste in die Sauna gehe, ins Schwimmbad, zum Sport. Ich ziehe mich vor Freunden um (wenn wir mal Klamotten probieren etc.).

    Ich errege kein Aufsehen ;-) .....ja, die Leute gucken ein zweites Mal (kurz), aber das war es auch. Ich trage niemals Prothesen (ich habe mir gar keine besorgt) und trage auch keine Schals etc. um irgendwas zu verstecken. Erstaunlich war, dass es mehrere langjährige Freundinnen nicht mal bemerkten, obwohl wir ein Wochenende zusammen waren. Und die kannten mich seit Jahrzehnten und meine Brust war vorher nicht mini-mini. Vielleicht aber auch alles genau so passiert, WEIL ich mich wohl fühle und meine eigene Entscheidung getroffen habe. Vielleicht "sieht" man das (oder genau deshalb sieht man nix).

    Ich wünsche Dir den Mut Deine Entscheidung unabhängig von Anderen zu treffen. Dein Körper, Dein Leben.

    Grüsse

    Alys