Tamoxifen vs. Aromatasehemmer (Anastrozol / Letrozol / Exemestan)

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich habe Tam 2 Jahre genommen und bin dann im Oktober letzten Jahres auf Letro umgestellt worden, wegen erhöhter Schleimhaut der Gebärmutter. Hatte auch deswegen schon im Sommer 2021 eine Ausschabung.

    Nun meine Frage, kennt jemand unter Letro auch eine erhöhte Schleimhaut? Oder liegt es an den Wechseljahren, dass man solche Schleimabsonderungen hat? Bin schon wieder ratlos.
    Zur Nachsorge war ich, er hat aber kein Ultraschall gemacht.

    Danke Euch!

  • Liebe Calli ,

    Bist du schon sicher in den Wechseljahren?

    Nicht dass du noch nicht ganz durch bist und durch die Einnahme von Letrozol dir Östrogenproduktion in den Eierstöcken gepuscht wird? LG

  • Hallo meine Lieben,

    bin auch wieder mal hier.

    Ich nehme seit August 2018 Tamoxifen.

    Durch den Umzug, Covid, der Krebsdiagnose meines Mannes und

    meine Gebärmutter + Eierstockentfernung

    hat der Switch von Tam zu Aromatasehemmer

    sich bei mir immer wieder verzögert.


    Jetzt habe ich das Rezept für Letrozol bekommen. Ich habe noch Tam für 10 Tage

    und ich will diese 10 Tage nutzen um noch einmal zu recherchieren was für

    Erfahrungen andere mit Letrozol gemacht haben.


    Meine Gyn sagte, dass ich jederzeit zurück zu Tamoxifen kann, falls die NWs bei Letrozol zu heftig werden sollen 🤷‍♀️

    Tamoxifen habe ich gut vertragen, nur am Anfang waren die Gelenke und Schwitzen ziemlich heftig.

    Seit ein paar Monaten ist alles etwas besser geworden.


    Ich wünsche uns allen alles Gute und verträgliche Therapien.

    🍀🤗🍀🤗🍀💙🍀🤗🍀🤗🍀

    Liebe Grüße

    Rollercoaster

  • Auch hier hoffe ich, die richtigr Abteilung gefunden zu haben und kopiere die Frage mal rein. Näheres hierzu findet ihr in melner Vorstellung....

    Die Ärztin sprach auch von 10 Jahre Tabletten, erst 5 Jahre Tamoxifen, dann 5 Jahre Aromatasehemmer. Ich meine gelesen zu haben, dass postmenopausal mit Aromatasehemmern begonnen werden soll. Könnt ihr mir hierzu was sahe sagen? Danke schonmal und liebe Grüße an alle......

  • Flowerpower73

    Trotz durch Chemo ausgesetzter Blutungen (nehme ich an) bist du mit 48 nicht gesichert in der Menopause.

    "Gelten" tut es erst, wenn ein Jahr die Blutungen ausgesetzt haben. Unter Medikamenten würde ich mich da aber nie darauf verlassen.

    Im Herbst könnte dann der Hormonspiegel bestimmt werden, um die Beantwortung der Frage zu erleichtern.


    Ich meine mich auch zu erinnern, dass die Einnahme der Aromatasehemmer alles erstmal nochmal ankurbelt. Das ist aber gefährliches Halbwissen...

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

  • hallo IBru, danke für die Infos, auch wenn es "Halbwissen" ist. Meine Periode haz schon vor 5 Jahren ausgesetzt, hat also nichts mit den Medikamenten zu tun meiner Meinung nach. Aber das wissen die Ärzte im BZ auch. Deshalb bin ich ja so verunsichert...

    Ich werde aber auf alle Fälle nochmal genauer nachhaken im BZ und auch beim KID (obwohl da so ne Hemmschwelle bei mir besteht, hab mich da bisher nicht gemeldet...).

  • Hallo, wenn die Eierstöcke noch „liefern“ kann durch Aromatasehemmer die Produktion in den Eierstöcken angefeuert werden, weil sie das Östrogen-Level halten wollen. Vereinfacht ausgedrückt. Man setzt den AH auch in Kinderwunschkliniken ein -offlabel - sowohl bei Frauen als auch Männern, die dann mehr Testosteron herstellen und fruchtbarer werden.


    Was verunsichert dich, Flowerpower73? Dass mit Tam begonnen werden soll?

  • Hallo Peppermint, mich verunsichert irgendwie die Länge der ganzen Behandlung. Bei den Antikörpern hieß es Anfang des Jahres, das es bis Februar 2023 geht, jetzt auf einmal heisst es, bis Mitte 2023. Und dann 10 Jahre Tabletten finde ich auch heftig... Und irgendwo hab ich gelesen, dass 5 Jahre und bei Frauen nach der Menopause nur Aromatasehemmer ausreichen...

    Momentan tue ich mich schwer mit dem Gedanken, dass es nach der Chemo noch jahrelang weitergeht. Obwohl bei den OPs ja scheinbar alles entfernt wurde, d.h. die Behandlung ist ja dann irgendwie prophylaktisch... Ich frage mich grade, ob fas alles sein muss und ob es Sinn macht....

  • Liebe Flowerpower73

    bei mir hieß es bei ED 2015 auch gleich 10 Jahre AHT. Beginn mit Tam und falls postmenopausal in der Zeit, Wechsel auf Aromatasehemmer. Nach meinem Mini-Rezidiv letztes Jahr, eigentlich Wechsel mit Zoladex auf Letrozol. Habe ich geschoben, weil ich dafür noch nicht bereit war. Bei meinem Kontroll-MRT Ende April war der Radiologie sehr zufrieden und hat keinerlei hormonelle Aktivität in beiden Brüsten festgestellt. Er meinte, dass für ihn Tam voll wirkt. Auch der Onkologe fand es bei der Kontrolle vertretbar, dass ich bei Tam bleibe. Nehme es noch min. 4 Jahre, dann habe ich insgesamt 11 Jahre Einnahme geschafft.

    In Studien ist wohl festgestellt worden, dass sich durch die verlängerte Einnahme

    das Risiko von Metastasen nach 10 oder mehr Jahren senken lässt.

    Auch meine Mama hat nach BK 2003

    7 Jahre AHT gemacht und ist rezidivfrei.

    Lass dich nicht von der Therapielänge abschrecken liebe Flowerpower73 und starte doch erstmal mit Tam.

    Alles Gute!

    LG Blume18

  • Liebe Flowerpower73,

    ich sehe es nach langer Recherche eher als Privileg an, dass es Medikamente gibt, die man lange einnehmen kann und die auch lange bezahlt werden. Die Langzeitforschungsergebnisse haben halt deutliche Vorteile für längere Einnahmezeiten gezeigt. Leider steigt bei hormonpositivem Brustkrebs das Risiko für einen Rückfall nach und nach wieder mit ca. 1% Wahrscheinlichkeit pro Jahr. Ich habe in einem Artikel einer Brustkrebsexpertin aus den USA gelesen, dass Hormonpositive wirklich ein Leben lang vom Rückfall bedroht sind und dass es, aus ihrer Praxiserfahrung, "eigentlich nur eine Frage der Zeit bis zum Rückfall sei, auch wenn es z.B. 20 Jahre bis dahin dauert". Diese Aussage fand ich schon heftig. Die heikle Phase beginnt eben auch genau mit dem Ende der Einnahmen von Tamoxifen und Co. Würden sich nicht über die Jahre oft Resistenzen gegen die Behandlung ergeben, würde diese Mittel wohl noch deutlich länger als 10 Jahre gegeben werden. Frauen, die hohe ER und PR Werte hatten, sollten daher solange wie möglich präventiv dagegen arbeiten, solange sich die NW in Grenzen halten...Deshalb meine ich, dass du nicht "verunsichert" sein solltest, sondern froh ;-) ...meine Frau ist triple-positiv und wir haben uns die leicht, aber kontinuierlich ansteigenden Gefahrenkurven ab Jahr 10 in der Literatur gut angeschaut...für "uns" gibt es daher nur den langen Weg...LG

  • Liebe Blume18, lieber Mitho, danke für die vielen Infos. Vielleicht habe ich auch nur den Gedanken, dass evtl. mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird...

    Das sind meine Werte:

    ER schwach positiv IRS 2

    PR negativ

    HER2 3+

    KI67: 20%


    Nach Mastektomie müsste ja der Tumor entfernt sein, der Wächterlymphknoten war befallen. Anschließend wurden noch 12 Lymphknoten entfernt, die waren frei....


    Bisher habe iich zu allen 3 OPs, zur Chemo und zur Antikörperbehandlung "Augen zu und durch" gesagt...Keine Ahnung, weshalb ich mir grade so Gedanken mache.....

  • Liebe Flowerpower73 , ER IRS2 heißt immerhin bis zu 50% Anteil Östrogenrezeptor-positiv, da erscheint AHT in jedem Fall sinnvoll.

    Bei 10% Anteil (IRS2 Untergrenze) liegt aber in etwa die Grenze für den Einsatz der AHT. Weißt du die genaue Prozentzahl? LG

  • Hallo Mitho, ich hab grade mal genauer nachgelesen. Es sind 5% bei mäßiger Färbung, was dann ja den Score 2 ergibt. Mich verunsichert aber grade auch, dass in den Leitlinien von einem Ergebnis gesprochen wird, wenn bestimmte Kriterien eingehalten werden. Bei mir wurde der Tumor ja erst bei einer Nachuntersuchung des Gewebes von Ende November gefunden, die Mitte Januar durchgeführt wurde... Ich glaube, da muss ich mal genauer beim Doc nachfragen...

  • Ja, du hast Recht...sorry...ich habe mich aus Versehen auf den IS-Wert (Score 2 ist da 10-50%) der Färbung bezogen, du meinst ja den IRS-Wert und da sind 5% ja wirklich Score 2 mit Obergrenze 10%. Ja, da verstehe ich nun dein Dilemma besser mit der AHT. Da bist du wirklich nur ganz schwach positiv. Früher war wohl 10% als Mindestwert empfohlen für die AHT, aktuellere Artikel sprechen aber ja schon bei 1% von einer möglichen AHT.

    neuer Stand, z.B. bei krebshilfe.de: https://www.krebshilfe.de/info…bs/krebsarten/brustkrebs/

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  • Meine Periode hat schon vor 5 Jahren ausgesetzt

    Das ist dann wohl gesichert postmenopausal. Antihormontherapie bei dieser geringen Empfindlichkeit erschließt mich mir auch überhaupt nicht, außer dass es in den S3 Leitlinien steht. Danach stellt sich dann erst die Frage welches der Medikamente.
    Wenn das Gespräch mit dem KID dir Erkenntnisse darüber bringt, würde mich das brennend interessieren. Wenn es Sinn macht sind die 10 Jahre auf alle Fälle besser.

    Das Rückfallrisiko steigt in den ersten 5 Jahren NACH der Antihormontherapie unproportional an. Vermutlich (meine Idee), weil die Herde von dem Medikament bis dahin unterdrückt wurden. Bei hormonellem Tumor (was du nicht hast) können sogar nach 15 Jahren noch Wiedererkrankungen auftreten. Für mich mit meinen 100% ist die Antihormontherapie mindestens ebenso wirksam wie eine Chemo.

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

  • Ich habe in einem Artikel einer Brustkrebsexpertin aus den USA gelesen, dass Hormonpositive wirklich ein Leben lang vom Rückfall bedroht sind und dass es, aus ihrer Praxiserfahrung, "eigentlich nur eine Frage der Zeit bis zum Rückfall sei, auch wenn es z.B. 20 Jahre bis dahin dauert". Diese Aussage fand ich schon heftig.

    Hui, na dann könnten wir Hormonpositiven ja gleich einpacken :/

    Die Aussage dieser Expertin ist schon recht unsensibel hinsichtlich der Aussage, dass ein Rückfall auf jeden Fall kommt, bei manchen früher, bei manchen später. Manch einer verzichtet dann vielleicht auf die AHT, so von wegen, hat eh keinen Sinn.


    Egal ob Tamoxifen oder Aromatasehemmer, beide sind wichtig und hilfreich gegen einen Rückfall und wer weiß, was die Wissenschaft in den nächsten Jahren noch bereit hält.