Ich bin etwas verunsichert....

  • Hallo Ihr Lieben,
    je näher der Tag der Chemo kommt umso verunsicherter werde ich.....ob der Weg der richtige ist.
    Der große aggressive Tumor ist ja in der linken Brust und man geht auch davon aus das dort auch die Lymphknoten befallen sind.
    der Arzt hat mir erklärt das erstmal für ein halbes Jahr eine Chemo gemacht wird und danach wird operiert. Für mich stand von Anfang an fest das ich mir die Brust entfernen lassen werde,auch nicht Brusterhaltend.
    Jetzt frage ich mich...warum wird nicht gleich komplett operiert...welchen Sinn hat es erstmal die Chemo zu machen damit der Tumor kleiner wird und nach einem halben Jahr wird dann sowieso operiert.....warum also nicht gleich die OP????? Oder verstehe ich da was völlig falsch????


    Lieben Gruß
    Tina

  • So wie ich es verstanden habe, fängt man früh mit der Chemo an, da nur so kleine Krebszellen, die vielleicht schon im Körper herumschwirren, abgetötet werden können. Wenn man erst operiert wird, können sich diese kleinen Krebszellen ja in der Zwischenzeit dennoch weiterteilen (irgendwas mit "Mikro" wurden diese Zellen meine ich genannt).
    Natürlich wird dennoch nicht bei allen Frauen die Chemo vor die OP gesetzt - es gibt da verschiedene Kriterien, die die Ärzte zur Entscheidung nutzen, genau habe ich das auch nicht verstanden. Aber ich glaube, Lymphknotenbefall und junges Alter sind eine Kombination, bei der sich die Zellen besonders schnell teilen und daher die Chemo zuerst Vorteile haben kann.
    Wenn man erst die OP hat, dauert es ja einige Wochen mehr, bis man mit der Chemo anfangen kann.


    Ansonsten - hast Du den Ärzten gesagt, dass Du auf keinen Fall brusterhaltend operiert werden möchtest? Sie können dir die Frage sicherlich am besten beantworten.

  • liebe tina,
    die art und erscheinungsweise von bk ist ja bei jedem ganz anders.
    ich denke, da muss man einfach den fachleuten vertrauen.
    vielleicht helfen dir auch folgende links weiter:
    Keine OP vor Chemo?
    https://www.krebsinformationsd…stkrebs/chemotherapie.php
    ruf doch einfach mal um dich zu beruhigen beim krebsinfodienst an!
    lg ani64

    Einmal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: einen Link entnommen.

  • Danke Euch Beiden schon mal.


    Für mich stand von vornherein schon fest das ich keine Brusterhaltenden op möchte,dabei spielt auch der Gen Test eine Rolle und mit dem Arzt haben wir darüber gesprochen.


    ani64....lieben Dank für die Link´s da schaue ich gleich mal rein.


    Ich denke ja auch das der Weg vorher Chemo der richtige ist und vertraue eigentlich dem Arzt...und ich glaube Zweifel hat man bis zum Schluss.


    Lieben Gruß
    Tina

  • Mein Tumor war sehr aggressiv, allerdings sehr klein. Ich wurde daher vor Chemo operiert..ich habe auch Zweifel, ob es so richtig war, da ich ja die Wirkung der Chemo nicht überprüfen kann..aber drei Institute gaben mir dieselbe Einschätzung, so dass ich einfach nicht mehr drüber nachdenke, ändern kann ich es ja nicht mehr.

    Life's journey is not to arrive at the grave safely in a well preserved
    body, but rather to skid in sideways,
    totally worn out shouting "holy
    crap....what a ride".

  • Hallo Tina,


    ich bin der Meinung, dass Du Dir so viel Informationen wie möglich besorgen solltest, um für Dich persönlich die richtige Entscheidung zu treffen und diese auch gegenüber Deiner Ärzte vertreten kannst.


    Nur gut informiert wirst Du den für Dich richtigen Weg gehen. Ich bin an einen Endometrium CA erkrankt und hatte zuerst die große OP und bin nun in der Chemo. Ich mache aber auch viel für das Immunsystem und halte mir dabei auch die NW auf Distanz.


    Wann beginnt Deine 1. Chemo und weißt Du weche Du bekkommst?


    ich wünsche Dir jedenfalls erst mal alles Gute....


    Liebe Grüße
    Sabine

  • Was mir noch einfällt. Bei Tumoren, die nicht hormonabhängig sind (triple negativ) wird die Chemo in der Regel immer vorgeschaltet. Könnte das der Grund sein?

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  • Ich befinde mich gerade in der neoadjuvanten Chemo. Mein Tumor ist /war sehr aggressiv . Im Verlauf der Chemo konnte man sein Schrumpfen beobachten. Ich hatte erst EC, jetzt 12x Paclitaxel. Ich weiss jetzt gar nicht mehr genau wann (müsste ich nachfucken), aber schon am Anfang der Pacli war der Tumor nicht mehr sonografisch darstellbar. Ich hoffe, dass die Chemo auch allen eventuell umherschwirrenden Zellen genauso zusetzt und sie platt macht. Es ist für mich hilfreich, zu sehen, dass die Chemo anschlägt.
    Alles Gute wünscht Dir
    Kathrin

  • Hallo Tina,


    ich möchte nur noch kurz sagen: Das Thema, ob erst Chemo oder erst OP, ist denke ich das Thema, um das man sich während der Krebsbehandlung am meisten Gedanken und Sorgen macht. Das hat wohl auch damit zu tun, dass man bevor es wirklich losgeht einfach viel Zeit hat, um Angst zu haben... sobald die Behandlung anfängt, egal ob OP oder Chemo, werden die meisten ruhiger.


    Grundsätzlich muss man überlegen, was für einen Art Patient man ist. Viele schlagen eine Zweitmeinung vor. Obwohl ich selbst noch nicht beim Krebsinformationsdienst angerufen habe, denke ich auch, dass dies hierfür erstmal der beste Weg ist (zeitnah und man kann auch immer wieder anrufen, wenn man mal eine Frage vergessen hat). Vielleicht kann Dir dies bei Deinen Sorgen helfen.


    Ich selbst habe mich gegen eine Zweitmeinung entschieden. Denn was ist, wenn die Zweitmeinung von der Erstmeinung abweicht? Dann muss man sich zutrauen, sich entscheiden zu können.
    Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Krebsbehandlung nicht positiv endet, käme ich persönlich besser damit klar, das Brustzentrum zu verfluchen, als mir Vorwürfe zu machen, dass ich mich falsch entschieden habe.
    Und wichtig: Dies ist wirklich ein unwahrscheinlicher Fall! Egal, welche Reihenfolge der Behandlung gewählt wird und wieviel Angst wir alle haben und wieviele schlechte Nachrichten man in Foren lesen kann, die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Krebs jahrzehntelang gut überstehen ist einfach sehr viel höher als die Wahrscheinlichkeit, dass wir dies nicht tun...

  • Hallo....danke für eure Meinungen....ich denke auch...je mehr man eine Suppe würzt umso überwürzter schmeckt sie....je mehr Meinungen von Fachleuten man hat umso mehr kommt man ins zweifeln.
    Am Wochenende haben wir innerhalb der Familie nachmal darüber gesprochen und ich nehme den Weg der mir vorgeschlagen wurde,während der Chemo kann ich jederzeit nach rechts oder links abbiegen.
    Was mir seit letzter Woche doch sehr zu schaffen macht ist das ich seitdem der Port gelegt wurde mich anders...kränker...fühle als vorher,denn nun kann man äusserlich sehen das man eine "Krankheit" hat und es nicht mehr so wie vorher ist obwohl sich ja eigentlich nichts verändert hat.....ich sehe und spüre halt das da was ist was da eigentlich nicht hingehört und mich ständig daran erinnert....Du hast Krebs....Ein Stück meiner Kraft ist damit verloren gegangen aber ich werde versuchen sie wieder aufzubauen,denn ich habe keine Angst vor dem was jetzt alles kommt....ich werde dadurch marschieren und meinem "Untermieter" die Hölle heiß machen.

  • Das schlechte Gefühl durch den Port kenne ich auch. Genau so wie bei dir, fand diesen Hubbel ganz schrecklich und diesen Fremdkörper in mir drin war total fehl am Platz. Ich konnte ihn sogar beim Duschen nicht mal anfassen.
    Mittlerweile ist mehr als ein halbes Jahr vergangen und er stört tatsächlich kaum noch, das hätte ich nie gedacht. Also, Kopf hoch, alles nur eine Frage der Zeit! :)
    L.G.
    Chrigele