Subkutane Mastektomie und Sofortaufbau mit Implantaten

  • Liebe ClaudiW

    ich kann meinen Arm auch noch nicht gut heben. Ich hatte direkt im KH Physio und habe Übungen mitbekommen bis meine externe Physio beginnt. Mein Inplantat ist allerdings auf dem Muskel. Weiß nicht, ob das einen Unterschied macht.


    Die Physio wurde mir vom Internisten verschrieben und die Lymphdrainage vom Gyn. Du hast auch Anspruch auf ein Rezept für Kompressionsbhs. Das wusste ich auch nicht. 🤷🏻‍♀️


    Mir wurde gesagt wenn ich zwei Wochen nach OP mit (zum beten gefalteten Händen) die Nasenspitze berühren kann sei das mehr als super. Also natürlich mit den Ellenbogen nach außen und nicht nach unten.

    Aber bitte keine Bewegungen über 90Grad machen. Das sollte ich vermeiden und nur nach Rücksprache mit Ärzten und/oder Physio angehen.

    <3 Wenn dich das Leben umhaut, bleib kurz liegen und beobachte die Sterne! <3

  • Du hast auch Anspruch auf ein Rezept für Kompressionsbhs. Das wusste ich auch nicht. 🤷🏻‍♀️

    Also hier kam am 2. Tag gleich jemand aus dem Sanitätshaus zur Anprobe. Für die Größenermittlung und auch mit verschiedenen Marken und Modellen im Gepäck. Noch im Kh wurde der neue Busen schön fest eingepackt.

    Tinki, was hattest denn "an", wenn ihr keine Kompressions-BHs verschrieben bekommen habt? Deinen normalen?

  • Liebe Eluna

    mir wurde gesagt ich solle einen eng anliegenden BH ohne Bügel mitbringen. In das KH kam auch niemand vom Sanitätshaus. Auch Schwestern und Ärzte haben dazu nichts gesagt. Erst die Dame im Sanitätshaus sagte mir das als ich nach einer bequemeren Alternative gesucht habe. Der von mir mitgebrachte BH hat nämlich ordentlich auf die Unterbrustnaht gedrückt.

    Manchmal frage ich mich echt wieso solche Dinge, die einem echt den Alltag leichter machen, vom KH vergessen werden.

    Leider ist mein KH anscheinend in vielen Themen hinterher. Bzw. Ich habe zu vielen Themen zu wenig Informationen bekommen. 🤷🏻‍♀️

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  • Liebe Tinki, das ist manchmal wirklich unglaublich, wie unterschiedlich die Infos ausfallen. Ich weiß gar nicht, was ich ohne Kompressions-BH gemacht hätte. Ich besitze auch zwei gut sitzende Sport-BHs (angeschafft für meine 1. BET), aber trotzdem lagen zwischen dem Tragegefühl Welten.

    Und ich bilde mir ein, dass sich der Kompressions-BH auch positiv auf die Form auswirkte. Also, als ich anfing, mal zu wechseln zwischen Kompressions-, Sport- und Normalmodell. Auch jetzt nach 5 Monaten trage ich den Kompressions-BH noch stundenweise (er trägt leider wegen der Klettis unter Kleidung sehr stark auf, sonst würde ich ihn noch öfter anziehen).

  • Mir wurde auch gesagt, ein Sport-BH würde reichen. Ich habe aber eine kleine Brust, macht vielleicht einen Unterschied. Später habe ich im Sanitätshaus mal einen Kompressions-BH anprobiert, damit fühlte ich mich wie in einem Panzer. Außerdem sollte ich 90 Euro draufzahlen, nein danke! Den SportBH habe ich ca. 6 Wochen auch nachts getragen, dann bin ich auf einen bequemen, bügellosen BH umgestiegen. Einen Stuttgarter Gürtel brauchte ich nicht, weil ich ein Implantat mit strukturierter Oberfläche trage, das kann laut Arzt nicht verrutschen - und darf übrigens auch nicht massiert werden.
    Es gibt Implantate in hunderten verschiedenen Formen und Größen. Meines ist in der oberen Hälfte etwas abgeflacht, das sieht sehr natürlich aus und entspricht der Form meiner gesunden Brust mittlerweile ziemlich genau. Ich habe mich bei der Auswahl und Op-Technik („Dual Plain“) komplett auf meinen Chirurgen verlassen.


    Noch ein Tipp zum SportBH: Möglichst ein Modell wählen, das keine Naht im Achselbereich hat. Die Naht drückt sonst ggf. auf die Narbe.

    "Ich freue mich, wenn's regnet, denn, wenn ich mich nicht freue, regnet's auch." (Karl Valentin)

  • Hallo,

    also ich habe auch direkt im KH einen Kompressionsbh und Gürtel bekommen und vom Gyn jetzt noch ein Rezept für eine 2. Montur, damit ich auch durchwechseln und waschen kann. Seltsam. Es scheint uns auf alle Fälle zuzustehen. Ich habe auch ein raues Implantat flybee & Gürtel. Das wundert mich jetzt etwas.

    Ich glaube, ich muss echt nochmal beim Arzt nachfragen. Bekomme ab nächster Woche Lymphdrainage gegen die Schwellungen. Aber Physio bzgl Bewegungseinschränkungen steht erstmal nicht auf dem Plan. Ich merke aber eine Sehne schon arg, im Ellenbogen und der Schulter... auf Nachfrage beim Gyn meinte der dann, dass ich den Arm normal benutzen soll, außer schwere Dinge heben oder eben lange dasselbe machen. Von der 90Grad Einschränkung wurde mir nichts gesagt...


    Irgendwie habe ich dann doch noch ein paar Fragen ;)


    Liebe Grüße

  • Liebe bluemchen154

    mach dir da keine Sorgen mit deinem OP Termin! Die Chemo wirkt ja noch nach. Bei mir sind jetzt aktuell die Leukos nochmal richtig abgeschmiert und das Hand-Fuß-Syndrom kommt zurück. Und das 3 Wochen nach OP. Also ist die weitere Wirkung ja an meinem Beispiel belegbar und der spätere Termin dürfte kein Problem sein. Sonst würden die Ärzte das ja auch nicht so legen.

    Versuche die Zeit zu genießen bis dahin.. soweit Corona es zulässt.

    Du hast aber vermutlich ne Woche vorher nochmal die Termine beim Anästhesisten, der Aufnahme und kurz vorher den Corona-Test.

    Wirst du einseitig operiert und hast einen direkten Aufbau?
    Lg, Kati

    <3 Wenn dich das Leben umhaut, bleib kurz liegen und beobachte die Sterne! <3

  • Liebe Tinki

    Vielen Dank für die Antwort und die aufbauendenWorte. Soweit es möglich ist werde ich die Zeit genießen. Morgen habe ich ja auch nochmal Antikörper.

    Ich werde einseitig operiert und habe auch direkt den Aufbau.

  • Hallo Blümchen154

    Ich schreibe dir, weil ich gesehen habe, dass wir den gleichen Tumortyp und Behandlungsverlauf haben. Wenn Du magst, kannst du mich gerne auch persönlich anschreiben und mir weitere Fragen stellen.


    Bei mir war die Vorgabe:

    OP frühestens 3 Wochen nach letzter Chemo und spätestens nach 6 Wochen. Also liegt dein Termin ja noch im Zeitrahmen und in Zeiten von Corona ist das mit den OP-Terminen wahrscheinlich schnell auch mal erst nach 6 Wochen.


    Bei mir stand schon wegen der unzähligen Kalkablagerungen in der rechten, betroffenen Brust von Anfang fest, dass eine einseitige Mastektomie notwendig ist. Ich hatte mich gleich zu Beginn für einen Wiederaufbau mit Eigengewebe entschieden. Wegen einer voraussichtlichen Bestrahlung (die aber glücklicherweise nach der OP nicht notwendig war, da Gewebe u 5 entnommene LK pathologisch sauber waren), musste auch bei mir erst einmal mit Implantat operiert werden (Mai 2020). Ich liege gerade wieder im Krankenhaus und habe den Wiederaufbau mit Eigengewebe am Dienstag machen lassen (also Implantat wieder raus und eigenes Fettgewebe aus dem Oberschenkel rein) u werde morgen schon entlassen.


    Ich möchte euch allen, die die OP noch vor sich haben sagen:

    Macht euch bzgl. der OP nicht verrückt ! Es ist echt weniger schlimm als man vorher glauben mag. Ich habe bei beiden OPs wirklich wenig Schmerzen ertragen müssen. Man bekommt in den ersten 3 Tagen so viel Schmerzmittel bis man schmerzfrei ist. Ich bin beides Mal mit 4x am Tag Ibu400 ausgekommen. Auch ich hatte im Mai sehr starkes Nachbluten (10 Tage Blutschläuche mit den Flaschen) und dadurch später auch noch 2. Punktionen der Brust, also nicht ganz komplikationsfrei, aber das meiste ist zwar unangenehm u manchmal nervig aber wirklich zu ertragen. Und die Zeit des Heilungsprozesses geht rückblickend echt schnell um. Geht mit Optimismus an die OP ran und beschäftigt euch mit Problemen erst dann, wenn Sie bei euch wirklich auftreten. :):):):thumbup::thumbup::thumbup:

  • Hallo an Alle,

    Ich bin seit einigen Wochen im Forum als stille Leserin dabei und möchte nun kurz etwas schreiben. Ich hatte meine letzte Chemotherapie am 12.10. und werde Mittwoch operiert.

    Es wird eine beidseitige Masektomie mit Sofortaufbau mit Implantaten durchgeführt.

    Langsam werde ich immer aufgeregter und es tat gerade so gut deine Worte–Katja– zu lesen.

    Das hat mich gerade wirklich gut abgeholt.

    Irgendwie wird mir gerade erst kurz vor der Op klar, das ich Krebs habe und mein Körper sich grundlegend verändert durch die Krankheit. Bisher habe ich die Chemotherapie „durchgezogen“, ohne darüber nachzudenken, was die Operation bedeutet....

  • Liebe katja1965 danke für deine Worte. Ich versuche mich gerade selbst zu informieren, was so an OPs auf mich zukommen könnte, da mein Gespräch im BZ wg. Corona auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Habe ja BRCA2 und da wird es wie geplant, nix mit brusterhaltende OP.

    Eigenfett hab ich seit Chemobeginn genug entwickelt, allerdings hab ich davor wirklich Angst und tendiere eher zu Implantaten. Es ist blöd so in der Luft zu hängen und nicht zu wissen, wie wo was das Beste ist....


    Also weiterhin auf die Chemo konzentrieren. Bleibt mir ja nichts anderes übrig...

  • Hallo Ria, hallo Momo16 und alle anderen Betroffenen da draussen,


    Nachdem erst gar keine Reaktion auf meine Nachricht kam, hatte ich schon ein ganz schlechtes Gewissen und glaubte ich sei falsch verstanden worden und hätte den Thread gekillt, weil nun keiner mehr seine Sorgen-Fragen stellen will. Nach euren Dank-Nachrichten war ich sehr erleichtert !!!


    Ria, so wie du als stiller Leser war ich auch länger auf der Seite unterwegs. Auf der einen Seite fand ich das Forum unglaublich informativ, mir wurden viele im Kopf schwirrende Fragen beantwortet, sodass ich sehr gut informiert und vorbereitet zur OP gefahren bin. Gleichzeitig steigerten die oft beschriebenen Probleme auch durchaus meine Angst vor der OP. Gerade deshalb haben mich im Mai die Nachrichten von Foris mit guten Erfahrungen und beruhigenden Worten wie „es war weniger schlimm als geglaubt“ oder „es ist wirklich zu ertragen/zu schaffen“ auf der anderen Seite sehr beruhigt. Denn es ist ja leider so. Die, die wenig oder keine Probleme hatten, sind glücklich und schließen mit dem Thema schnell ab und schreiben nichts mehr. Ich hatte einen extrem langen Heilungsprozess vor mir und in den letzten 12 Monaten an vielen Stellen bis hier her sehr viel Glück, weil bei mir der Krebs extrem gut auf die Chemo reagiert hat. Daher möchte jetzt im Nachhinein im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten einfach mit meinem positiven Krankheitsverlauf und Erfahrungen für Optimismus und Hoffnung in diesem Forum noch eine Weile sorgen.


    Dadurch, dass ich erst durch ein 1/2 Jahr Chemo musste, hatte ich erst einmal andere Dinge im Kopf und die sicher notwendige Mastektomie verdrängt. Für mich war diese Tatsache im Diagnosegespräch viel schlimmer als die Tatsache, dass eine Chemotherapie notwendig war. Ich bin zwar schon 55 Jahre, aber dieses Wort „Brustamputation“ war, und ist es auch heute noch, für mich ganz ganz schlimm!. Daher nicht wundern, ich spreche immer lieber von der Mastektomie:). Aus dem Grund bin ich noch heute meiner Ärztin extrem dankbar für den Satz im Diagnosegespräch: “Frau ..... Sie werden nicht ohne Brust aufwachen.“ Gleichzeitig wurden mir in dem Gespräch aber auch nur recht knapp erklärt, welche 3 Möglichkeiten (kein Wiederaufbau, Silikon oder Eigengewebe) ich habe. Danach war ich bzgl. Dieses Themas dann schnell allein auf weiter Flur, weil es immer hieß: „Frau ... ein Schritt nach dem anderen“. Und durch Corona im Frühjahr hatte auch ich wirklich erst 1 Woche vor dem OP-Termin das erste Arzt-Aufklärungsgespräch bezüglich einer Mastektomie. Aber schon ca. 8 Wochen vor der OP wurde das Thema bei mir im Kopf immer präsenter und machte mich so langsam schier verrückt. Und genau in der Phase bin ich über die Info-Broschüre der Dt.Krebshilfe zu diesem Forum gekommen. Mir tat es unglaublich gut zu merken, wie viele Gleichgesinnte es gab. Und wenn die da durch kommen, dann schaffst du das auch.


    Und was soll ich sagen, ich bin da durchgekommen und zwar erstaunlich gut !!!!!

    Ich war im Grunde genommen schon nach dem Silikonaufbau optisch extrem zufrieden. Bei mir wurde nur unterhalb der Brust geschnitten und was mir noch viel wichtiger war: Obwohl ich ja schon 2 Knoten in 2 diagonal gegenüberliegenden Quadranten hatte, konnte meine Brustwarze erhalten bleiben. Die Brust war nach 3 Monaten zwar optisch etwas größer, aber das war wirklich nicht störend. Ich hätte sehr gut mit dem Silikonaufbau leben können:)


    FAZIT:

    Bleibt ruhig und wartet optimistisch denkend bis zum OP-Vorgespräch.

    Ich wünsche euch von ganzen Herzen genauso viel Glück wie ich es hatte !!!

  • Hallo Ria, willkommen hier im Forum, auch wenn der Anlaß kein schöner ist.

    Ich hatte im April eine beidseitige Masektomie mit Implantataufbau....und ja, der Körper verändert sich dadurch. Ich war bis zur OP ( hatte keine Chemo) wie im Tunnel und hab auch erst im Krankenhaus realisiert, was da auf mich zukommt. Aber man wächst da rein und gewöhnt sich an die neue Optik und die Narben. Erschrick nicht, wenn Dir die Brüste erst riesig vorkommen, am Anfang ist noch alles sehr geschwollen und es dauert paar Wochen, bis die Schwellungen weggehen.

    Ich drück Dir für Mittwoch ganz fest die Daumen, dass die OP komplikationslos verläuft und dass Du hinterher eine gute Wundheilung hast. Fühl Dich gedrückt, wenn Du magst und schreib doch, wie es Dir ergangen ist.

    LG, Mimi:hug:

    Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, leben aber muss man es vorwärts:S

  • Danke für eure Antworten,

    Ich werde ganz bestimmt berichten, wie meine Op verlaufen ist,...und hoffentlich auch mit positiven Nachrichten. Schön das ihr geantwortet habt, das tut gut😊

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich habe mal eine vollkommen banale Frage: Ab wann habt Ihr Euch die Achsel wieder rasiert? Meine OP ist jetzt gut 5 Wochen her und alles soweit gut verheilt. Aber ich hatte mal was gelesen von wegen Infektionsmöglichkeiten vermeiden, weil diese zu Lymphödemen beitragen können. Und bei der Rasur ist eine Infektion natürlich theoretisch möglich.


    An Ria und Momo: Es ist natürlich ein Gewöhnungsprozess mit dem Implantat, aber ich kann Katjas Worte nur bekräftigen: Die OP kann man gut überstehen! Schmerzen hatte ich schon nach drei Tagen eigentlich keine wesentlichen, und meine Armbeweglichkeit ist jetzt auch bereits wieder fast vollständig hergestellt. Nicht erschrecken, wenn ihr die Brust zu anfang seht, denn es kann ein bisschen so aussehen, als sei man in einen Verkehrsunfall geraten. Das gibt sich aber mit der Zeit. Ich denke mir immer: da ich keine Kinder mehr stillen werde, verzichte ich lieber auf die Brust als auf ein anderes Organ. Alles Liebe!