Vorbeugende Eierstockentfernung (Ovarektomie)

  • Hallo Anna25


    Obwohl ich „bloss“ eine Palb2 Mutation habe, aber blöderweise zum dritten mal an Krebs erkrankte, ist bei mir auch alles in einer OP, Sept 2019 entfernt worden. Daher beidseitige Mastektomie ohne Aufbau und Ovarektomie. Ich hatte einen TN G3 Ki67 90%. LK 0. Leider keine pCR.

    Dass ich keine Eierstöcke/-leiter habe merke ich nicht. Allerdings war ich auch schon menopausal vor der Krankheit.
    Durch eine Chemo, werden die Eierstöcke bereits länger still gelegt.
    Zum Thema Nebenwirkungen habe ich mir folgende Überlegung gemacht. Milliarden von Frauen haben die Menopause. Ein Grossteil von ihnen hat keinen Zugang zur Medizin, geschweige denn zu Medikamenten.

    Und....sie stehen das auch durch. Es ist eine Phase, die nicht den Rest des Lebens andauert, denn nach ein paar Jahren hat sich der Körper an die hormonelle Umstellung gewöhnt. Hormonschwankungen unter dem Zyklus können ja auch ganz schön nervig sein und ohne die Tage ist es gar nicht mal so übel. Es ist auch ein bisschen Kopfsache, also wie man das wahrnimmt, bewertet, pathologisiert oder einfach annimmt. Die Veränderungen sind manigfaltig, Du hast sie beschrieben. Sie können, aber müssen nicht auftreten. Schon gar nicht alle gleichzeitig. Damit umzugehen ist tausendfach einfacher als die Krebserkrankung zu überleben. Aber das ist nur meine Meinung.

    Wenn kein Kinderwunsch mehr ansteht, gibt es doch nichts was dagegenspricht.


    🤗Wanda2

  • Hallo Ihr Lieben


    Ich habe auch das BRCA2 Gen und werde mir die Eierstöcke entfernen lassen.

    Bin 38 Jahre alt und habe noch ein bisschen Zeit.


    Seit der Chemo bekomme ich die Spritze, die die Eierstöcke "schlafen legt" (Zola***) und seit Oktober zusätzlich eine AHT mit Tamo****. Ich habe kaum Nebenwirkungen davon.


    Ändert sich nun was bezügl. möglicher Nebenwirlungen, wenn die Eierstöcke dann raus kommen? Hormone hab ich jetzt doch schon eh keine mehr...?


    Klar, die fiese Spritze fällt weg und die AHT bleibt. Aber muss ich mit mehr Nebenwirkungen rechnen als ich sie jetzt habe?


    Danke für Eure Einschätzung.


    Liebe Grüsse

  • Liebe Coccolina81 , ich habe mir im Oktober die Eierstöcke entnehmen lassen und hatte vorher Enan.... (wie Zola...) , ich merke keinen Unterschied. OP war echt kein großes Ding, ich bin sehr froh, das ich es gemacht habe... Alles Gute!

  • Hallo liebe Zweiflerinnen und Entschiedene,


    ich reihe mich mal ein, bei denen, die überleg(t)en, sich vorbeugend die Eierstöcke entfernen zu lassen.

    Ich hatte 2013, mit 35 Jahren die Diagnose Brustkrebs (Hormonabhängig + HER2neu positiv, BRCA 1 und 2 negativ). Chemo, OP, Bestrahlung - PCR, dann für mind. 10 Jahre Tamoxifen und ein paar Jahre Antikörper (sind inzw. abgesetzt).


    Seit über einem Jahr habe ich das Problem, dass sich die Gebärmutterschleimhaut zu sehr aufbaut, inkl. Polypenbildung. Bei einer Ausschabung wurden atypische Zellen gefunden. Somit war klar, dass die Gebärmutter inkl. Hals raus muss. Ein Gentest ergab, dass ich zudem Trägerin einer Mutation des MSH6 Gens bin. Somit habe ich u.a. ein erhöhtes Risiko für Gebärmutter- und Eierstockkrebs. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass die Gebärmutter raus muss (mein ehemaliger Kinderwunsch wird ohnehin unerfüllt bleiben), wollte aber bis zur Diagnose der MSH6-Mutation meine Eierstöcke behalten. Wegen der Angst vor all den potentiellen NW, die einige von Euch beschrieben. Nicht dass ich grundsätzlich was gegen das Älterwerden habe, aber ich hab was gegen das vorzeitige Altern. Ich stelle mir vor, dass ich dann auch weniger Chancen habe, doch noch 95 zu werden (worauf ich alte Optimistin spekuliere). Am meisten fürchtete ich mich vor Osteoporose.


    Aber vor ein paar Tagen hat sich bei mir irgendwie ein Schalter umgelegt. Ich glaube, es war der Moment, als im Ultraschall bei meiner Gyn mal wieder eine dicke Zyste an einem Eierstock zu erkennen war. Sie meinte, die sieht harmlos aus und ich bin es eigentlich gewohnt, dass diese Dinger bei mir kommen und gehen. Doch vor ein paar Jahren gab es schon einmal Alarm, dass das Krebs sein könnte und einen sicheren Befund bekommt man, wenn ich das richtig verstanden habe nur durch invasive Verfahren. Jedenfalls war mir nun, als ich das Ultraschallbild sah, klar, dass ich diese Angst nicht noch einmal durchstehen will. Meine Gyn meinte dann noch, dass BK zu 90% heilbar ist, EK hingegen nur zu 10%.

    Sie sagte auch, dass die Libido nicht von den Eierstöcken abhängig sei. - Wie sind da Eure Infos und Erfahrungen?

    Ach ja, was mich auch beruhigt hat: ich darf Tam (was ich recht gut vertrage) weiter nehmen und das wirkt wohl einigen NW, z.B. denen auf die Knochen, entgegen.


    Ist hier noch jemand mit der MSH6-Mutation?


    Liebe Grüße

    Olivia

  • ich habe auch keine Angst vor Hitzewallungen o. ä. Meine größte Angst sind wirklich der Verlust der Libido, Depressionen und/oder schlechte Laune permanent usw. Der eine Arzt meinte auch, dass es sich auf die Knochen und das Herz auswirkt und Herzkreislauferkrankungen sind ja die größte Todesursache, gefolgt von krebs.

    Für mich ist klar, dass die Eierstöcke vor 40 rauskommen, aber nur wann?!

  • Moin zusammen,

    Ich reihe mich mal hier ein. Nach der Chemo, BET und Bestrahlung im letzten Jahr steht jetzt die Entfernung der Eierstöcke und Eileiter an. Heute Vorbesprechung und nächsten Dienstag ist die OP. Da ich BRCA2 Träger bin haben mir alle Ärzte dringend dazu geraten und ich habe mich dazu entschieden. Mit meinen 56 Jahren ist das gesenkte Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken für mich der entscheidende Grund.

    Liebe Grüße fox

  • Hallo Ihr Lieben

    Ich habe im Oktober 2019 die Diagnose hormonabhängigen Brustkrebs bekommen und stecke aktuell in der Chemo.

    Ich werde danach noch Bestrahlung bekommen und mindestens 5 Jahre bzw 10 Jahre eine Antihormon Therapie.

    Ich bin jetzt schon am überlegen ob ich mir nicht auch die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernen lasse auch wenn meine Onkologin meine das es nicht nötig wäre.

    Aber ich möchte doch nichts unversucht lassen das ich auf lange Sicht gesund bleibe

  • Hallo Eulenkind ,

    ich habe schon alles hinter mir ,näheres in meinem Profil,und mir geht es trotz Tamoxifen ganz gut.War/ ist ein langer Weg aber was macht Frau nicht alles um diesem Mistvieh entgegen zu wirken.Wenn Du noch Fragen hast,beantworte ich sie gerne.

    Ich wünsche Dir alles Gute

    Giecher71 :*

  • Hallo IBru

    Entschuldige bitte meine Unwissenheit

    Aber was ist BRCA?

    Ich habe soviel Informationen erhalten die mich völlig durcheinander brachten,so das ich kaum etwas behalten habe

    Ich habe einen hormonabhängigen Tumor.Bin vor der Chemo operiert worden.Der Tumor konnte komplett entfernt werden aber es war ein Lymphknoten von 3 befallen

  • Eulenkind

    BRCAist eine Genmutation. Es gibt das BRCA1 und BRCA2 Gen. Personen mit diesem Gen haben ein erhöhtes Risiko an Brust-, Eierstock- und Darmkrebs zu erkranken.

    Sind mehrere Fälle in einer Familie bekannt, sowie bei Diagnose TN-BK und Eierstockkrebs wird laut den Leitlinien zur Testung geraten. Diese Testung findet in einem Humangenetischen Institut statt und die KK übernimmt in diesem Fall die Kosten.

    Ich hoffe ich konnte es dir so verständlich erklären.

    Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade drauß!;)


    Wenn sich im Leben eine Tür schließt, sollte man sich manchmal lieber HAMMER und NAGEL schnappen und sicherstellen, daß das Teil auch zu bleibt.8o


    Alles, was man über das Leben lernen kann, ist in drei Worte zu fassen: ES GEHT WEITER!:thumbup: (Friedrich Schiller)

  • Hallo Hanka

    Ich weiß das bei mir ein sogenannter Onkotyp Test gemacht worden.Aber soweit ich das verstanden habe sollte dieser Aussagen,ob ich eine Chemotherapie brauche oder nicht.

    Ich glaube, ich muß mich noch mal mit meiner Onkologin zusammen tun.

    Aber viele Informationen machen mir auch schreckliche Angst und möchte sie vielleicht garnicht hören

  • Ich glaube, ich muß mich noch mal mit meiner Onkologin zusammen tun.

    Mach das. Und mach dir vor allem über solche Themen keine Gedanken, solange du in der akuten Therapie gegen den Brustkrebs bist. Die Ärzte würden das ansprechen, wenn es dran wäre. Ein Schritt nach dem anderen.

    ich hoffe ich konnte es dir so verständlich erklären.

    :thumbup:Kurz und verständlich! :)

    Ich schulde meinem Leben noch Träume und meinen Träumen Leben!

  • Hallo nochmal,


    ich habe mich doch für den Erhalt meiner Eierstöcke entschieden. Denn: mir wurde vom Arzt auch gesagt, dass sie u.a. wichtig für Herz-Kreislauf sind. Und mein mutationsbedingtes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken steigt erst ab dem 65. Lebensjahr. Und oftmals soll Eierstockkrebs ursprünglich aus den Eileitern stammen und die habe ich ja nun zusammen mit der Gebärmutter entfernen lassen.


    Ich wünsche allen gute Nerven, die noch vor der Entscheidung stehen.

    Liebe Grüße

    Olivia

  • Olivia


    Ich habe mir die Eierstöcke leider schon herausnehmen lassen (war damals 46). Woher weißt Du, dass Deine Mutation Eierstockkrebs erst am 65 verursacht ? Eine solche genaue Prognose hätte mir auch geholfen...

  • Anna25

    Liebe Anna,

    ich bin zwar "schon" 48, habe mir die Eierstöcke vor 2 Jahren prophylaktisch entfernen lassen (BRCA 1 Mutation) Würde ich heute nochmal vor der Entscheidung stehen, würde ich es wahrscheinlich nicht noch einmal machen. Ich hatte auch große Angst vor Eierstockkrebs, da man ihn meist erst erkennt wenn es zu spät ist. Andererseits fühle ich mich seit der OP überhaupt nicht mehr als Frau und wenn dann als sehr alte Frau. Kaum Libido, , trockene Scheide, steife Gelenke, Kurzatmigkeit. Direkt nach der OP ging es mir noch schlechter. Ich habe mich daher für eine sehr niedrig dosierte Hormonersatztherapie entschieden, um zumindest das Risiko von Herz/Kreislauferkrankungen und Osteoporose vorzubeugen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich damit alleine bin sondern dass dies ein gewisses Tabuthema ist.

    Mir haben die Ärzte damals empfohlen, die OP erst nach abgeschlossenem Kinderwunsch zu machen. Ich habe trotzdem noch länger gewartet, weil ich auch Angst vor den Konsequenzen hatte. Kurz nach der OP wurden dann auch noch neue Studienergebnisse veröffentlicht, die besagen, dass das Brustkrebsrisiko sich durch die Entfernung der Eierstöcke nicht so sehr reduziert wie man früher dachte.

    Ich weiß nicht was die aktuelle Empfehlung ist. Geht es nicht in die Richtung nur die Eileiter zu entfernen ? Vielleicht lässt sich auch inzwischen das individuelle Risiko besser errechnen, um so eine Entscheidung zu erleichtern.

  • hallo,

    ich habe das BRCA1-Gen von meiner Mutter geerbt, die im Alter von 59 an Eierstockkrebs erkrankte (super früh entdeckt bei einer vorsorge und seit 5 Jahren krebsfrei 🤗) und habe selber im Februar diesen Jahres die Diagnose TN-BK bekommen 😖. Ich wollte mir mit abgeschlossenem Kinderwunsch (dieses Jahr stand Kind zeigen recht weit oben auf der Liste) die Brüste eigentlich entfernen lassen, jetzt war der krebs doch schneller. Brüste werden nach der Chemo (gerade erst die zweite Einheit bekomme ) definitiv entfernt. Ich bin noch 33 Jahre und mir wurde gesagt dass ich nach der Behandlung in Ruhe überlegen soll ob ich mir nicht schon die Eiersröcke entfernen lassen möchte (vor der Diagnose hieß es frühestens mit 40 wegen der Hormone). Ich werde darüber nachdenken wenn es so weit ist. Der Kinderwunsch ist mit der Diagnose komplett verschwunden (aus Angst dass es mich in einer Schwangerschaft wieder treffen könnte oder auch danach - mein eines Kind im schlimmsten Fall allein zu lassen macht mich verrückt vor Sorge und aus Angst, das möchte ich nicht koch für ein mögliches weiteres Kind fühlen müssen), aber ich warte jetzt erstmal meine Behandlung an und konzentriere mich voll und ganz auf den Kampf gegen den Krebs. Danach werden die Karten neu gelegt. Ich hänge nicht wirklich an meinen Brüsten oder an meinen Eierstöcken (die hängen eher an mir 😂), sodass mich das psychisch nicht wirklich trifft. Was den Hormonhaushalt angeht ist das aber sicherlich ne ganz andere Nummer. Ich weiß dass ich die Option habe und die Idee, somit eierstockkrebs entkommen zu können, falls er zuschlagen sollte, empfinde ich als ziemlich clever. Aber wie gesagt darüber mach ich mir Gedanken wenn die Zeit dafür gekommen ist.

    Liebe Grüße

  • danke Goofy für deine Antwort.

    Du beschreibst genau die Nebenwirkungen, die mir Angst machen. Libidoverlust, schnelles Altern, nicht mehr wohlfühlen in der eigenen Haut, Gewichtszunahme usw. :( Ich bin ja erst 34. Aber noch 6 oder sogar 10 Jahre zu warten, würde mich wahnsinnig machen. Was ist, wenn der krebs schneller ist?! X/