Vorbeugende Eierstockentfernung

  • Hallo zusammen,


    ich bin 35 Jahre alt, habe Brustkrebs und BRCA1. Aus diesem Grund werde ich mir am 23.9. die Eierstöcke vorbeugend entfernen lassen. Gibt es hier jemand der sich die Eierstöcke auch vorbeugend hat entfernen lassen und noch nicht in den Wechseljahren zum Zeitpunkt der OP war?


    Welche Symptome, Beschwerden hattet ihr nach der OP, bzw. welche Veränderungen habt ihr an euch wahrgenommen? Wie wieviele Jahre haben die angedauert?



    VG
    Puchel

  • Hallo Puchel, ich habe mir im Februar die Eierstöcke wegen meines Gendefekts profilaktisch entfernen lassen. Noch geht es mir ganz gut, ich habe allerdings das Gefühl, dass das Schwitzen und die Knochenprobleme mehr werden. Bei Fragen kannst du dich gerne an mich wenden.


    Liebe Grüße Maca

  • Guten Morgen Maca,


    meinst du mit Knochenproblemen Schmerzen in den Gelenken? Die habe ich jetzt, bedingt durch die Chemo in den Knöcheln, Knien und im unteren Rückenbereich schon. Ich hoffe, dass die nicht schlimmer werden. Das Schwitzen kann man denke ich gut ausghalten auch wenn es nervt. Oder?

  • hallo puchel,
    ich weiß nur, dass es neben der hormonersatztherapie auch andere völlig risikofreie ansätze gibt, z.b. mit bioidentischen hormonen.
    habe mir dazu das buch von beth rosenshein (wechseljahre - nein danke!) besorgt, bin aber noch ganz am anfang...
    lg ani64

    da es sehr förderlich für die gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. 8) voltaire

  • Hallo Puchel, ich habe einfach das Gefühl, dass mir irgendwie alles weh tut. Allerdings kann ich die Schmerzen durch regelmäßigen Sport und Enzyme sehr gut auf ein Minimum herabfahren. Als ich jetzt drei Wochen im Urlaub war und nicht gesportelt habe, fühlte ich mich wie 100. war nicht schön und lies das Gedankenkarussell wieder rattern. Bei mir kommt eine Hormonersatztherapie nicht in Frage, weil mein Tumor hochgradig hormonpositiv war. Pflanzliche Östrogene kommen daher auch nicht in Frage. Im Großen und Ganzen geht es mir aber gut. Hab nur wirklich etwas Angst vor der Zukunft. Ich hoffe, meine Knochen halten lange durch. Wenn du was kennst, was man mit Absprache der Ärzte nehmen kann, immer her damit. Ach ja, meine Schleimhäute sind auch nicht im besten Zustand.
    Liebe Grüße Maca

  • Hallo Puchel,


    ich hatte im Juni 2015 die vorsorgliche Eierstockentfernung (BRCA2) und war zum Zeitpunkt der OP bedingt durch die Chemo in den Wechseljahren, also im März 2015 die letzte Periode. Bis jetzt halten sich die Beschwerden in Grenzen. Allerdings kann ich nicht sagen, woher die Muskel/Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, trockene Schleimhäute, Hitzewallungen usw. kommen, da ich seit Juli 2015 auch noch Anastrozol nehme.
    Alles in Allem geht's mir recht gut. Die Wehwehchen kommen und gehen, gerade bei extremen Wetterwechsel ist es etwas mehr. :thumbdown: Am Besten hilft mir das Laufen. Dann geht's mir richtig gut. Und im Urlaub 3-4 Std. auf dem Fahrrad (Holland hat zum Glück keine Berge :rolleyes: ) und dann noch 2 Std. Strandspaziergang und die Seeluft ist mein persönliches Highlight. Schade das ich nicht Auswandern kann :S
    Die OP verlief ohne Probleme (hatte ja vier Eingriffe auf einmal, Implantat raus, linke Brust entfernt, Eierstöcke incl. Eileiter und Port) Montags OP und Donnerstag nach Hause. 6 Wochen nichts schweres heben, aber ansonsten den ganz normalen Alltag gemeistert.


    Hallo Maca,
    ich habe für mich Heilpilze entdeckt :D , helfen mir persönlich sehr gut bei den Schleimhautproblemen und auch bei den ganzen anderen Wehwehchen. Damit die Knochen noch lange durchhalten nehme ich 8000 I.E. Vitamin D pro Tag, (außer ich vergesse es mal :rolleyes: ) mein letzter Wert lag bei 22, also nicht ganz so toll, 4 Monate vorher war er bei 64!
    Von den Bisphosphonaten wollen meine Ärzte nichts wissen, obwohl vom KID mir nach neuesten Richtlinien dazu geraten wurde. Aber was soll man machen, wenn die Ärzte sie einem nicht geben wollen ?( . Meine Gyn meinte dazu nur, "Wir heben uns das auf, falls mal was in den Knochen ist, können wir diese immer noch einsetzen. Sollten wir vorher damit anfangen, aber wir "das Pulver verschossen". Nun Gut, hoffen wir mal, dass diese Entscheidung die Richtige ist. Denn so ganz ohne sind die Bisphosphonate ja auch nicht.


    LG Britta

  • Hallo Britta, da scheinen wir ja nahezu in der selben Situation zu sein. Bei mir flogen die Eierstöcke und der Port im Februar raus und ich nehme Anastrozol seit Mai. Kann also auch nicht genau sagen was der Auslöser für meine Wehwehchen ist. Aber wie du schon sagst, ich laufe und laufe und laufe und gehe ins Fitnessstudio. Das hilft enorm und soll ja auch Osteoporosen helfen vorzubeugen. Bisphosphonate soll ich auch erst bekommen, wenn es ernsthafte Probleme gibt. Ist für mich bisher auch noch ok. Brauche nicht mehr NW. Bin sehr gespannt, wie das so weiter geht. Vitamin D nehme ich 2 mal 20.000 E. die Woche und komme so auf einen Wert von 60. Das ist glaube ich ganz ok.


    Liebe Grüße Maca

  • Hallo Puchel,


    wie geht es Dir? Wie ist die OP gelaufen?


    Meine Eierstöcke und Eileiter wurden im Oktober letzten Jahres entfernt. Da war ich 40 und noch nicht in den Wechseljahren.
    Habe eh schon seit einigen Jahren Schmerzen in Armen und Beinen (vermutlich durch Chemo & Co.), die nun schlimmer geworden sind. Die Schmerzen sind auch unabhängig davon, ob ich mich sportlich betätige oder schone. Meine Haut hat sich verändert, ich schlafe anders und die Hitzewallungen sind schon recht lästig. Gegen die Hitzewallungen nehme ich ein pflanzliches Präparat (darf man hier angeben, welches? 8| ). Wie einige andere nehme ich auf Anraten des Orthopäden 20.000 I.E. Vitamin D, 1x alle 2 Wochen.
    Geplant sind auch Bisphosphonate (Zoledronat) alle 6 Monate. Bin da aber noch sehr unschlüssig, wie ich das finde :pinch: Man hat eine Knochendichtemessung gemacht, um u.a. einen Ist-Zustand zu haben. In zwei Jahren soll die Messung wiederholt werden. Dann sehen wir, wie es sich auf die Knochen tatsächlich auswirkt.
    Auch wollen wir eine Hormontherapie versuchen. Da ich eine Gerinnungsstörung habe, wird das vermutlich über Pflaster oder Creme gemacht. Genaueres weiß ich dazu noch nicht, da sich die Ärzte erst absprechen mussten. Also kann ich dazu noch nicht sagen, ob und wie sie wirkt. Mein Gyn möchte keine Hormontherapie machen, solange ich meine noch gesunde Brust noch habe - auch wenn die Tumore hormonunabhängig waren. Die prophylaktische Mastektomie ist nächste Woche :S


    Mein Gyn meinte, dass das von Frau zu Frau total unterschiedlich ist, WIE sich die Wechseljahresbeschwerden auswirken und wie LANGE sie dauern. Denn auch das war in meinem Fragenkatalog :) Hatte so die Idee, dass man das evtl. mal aushalten kann, wenn es ein überschaubarer Zeitraum ist...


    Im Großen und Ganzen belasten mich die Schmerzen in Armen und Beinen am meisten. Aber da wissen wir nicht, inwiefern es mit der OP zusammenhängt. Gedanken mache ich mir ebenfalls über die Langzeitwirklung für die Knochen und überhaupt für den Körper.
    Auch wenn ich nicht "glücklich" mit dieser OP bin, war sie für mich richtig und wichtig. Mit BRCA1 ist mir das Risiko einfach zu hoch und mit dieser "tickenden Zeitbombe" wäre ich nicht klargekommen.

  • Hallo Sonie,


    die Op wird morgen 5 Wochen her sein. Hitzewallungen habe ich nun auch, aber sie halten sich in Grenzen. Die Gelenkschmerzen haben sich nicht verschlimmert, die kommen glaub ich durch die Chemo. Ansonsten merke ich, dass ich sehr schnell wütend werde. Da versuche ich nun dran zu arbeiten und ruhiger zu werden. Und meine Haut ist weicher geworden, füht sich total zart an. Ansonsten merk ich noch nichts. Wenn es so bleibt wie es jetzt ist, dann kann ich gut damit leben. Ach ja, schlafen kann ich auch schlechter, Werde regelmäßig wach in der Nacht und kann nicht mehr gut einschlafen. Vielleicht sind das aber auch meine Nerven. Am 02.11. habe ich meine erste Bestrahlung und hoffe das die gut rum geht.


    VG
    puchel

  • Liebe Lotti,

    das ist sehr individuell und nicht nur von BRCA2 abhängig, sondern z.B. auch vom Alter der Verwandten zum Erkrankungszeitpunkt. Die individuelle Empfehlung für Dich müsste eigentlich bei der Besprechung des Genetikgutachtens angesprochen worden sein. Wenn nicht, frag nochmal bei Deinen Ärzten nach. Du kannst Dich natürlich auch an das BRCA-Netzwerk wenden, die kennen sich auch sehr gut aus.

    LG

    Heideblüte

  • Vielen Dank für deine Antwort.

    Ich habe auch eine Mail an das Netzwerk gesendet.

    Mal schauen was sie schreiben.


    Man wird oft verwirrt da bei dem einen so und dem anderen so entschieden wird. Habe eine Bekannte, auch unter 40, welcher die Entfernung sofort emfohlen wurde...

  • Hallo Lotti,

    mein Arzt meinte, dass der Nutzen einer Eierstockentfernung für unter 40jährige nicht nachgewiesen sei und er mir deshalb rät, zu warten. Ob das allerdings nur das Risiko für Eierstockkrebs betrifft oder sich das Risiko, erneut an BK zu erkranken, auch jetzt dadurch schon sinken würde, muss ich nochmal fragen. Ich habe auch BRCA2.

    VG Lotta

  • Hi Lotti,

    war heute nochmal beim Onkologen und bin jetzt schlauer;-) Die prophylaktische Eierstockentfernung wird deshalb nicht für unter 40jährige empfohlen, weil dadurch das Osteoporose-Risiko deutlich steigt und das daher eine Kosten-Nutzen-Abwägung ist. Ich hoffe, das hilft dir!

    Lg Lotta

  • Hallo,


    hat jemand von euch Tamoxifen und ein GnRH-Analoga bekommen und sich später die Eierstöcke entfernen lassen? Ich bin leider bereits mit 30 Jahren an Brustkrebs erkrank und der Gentest hat ergeben, dass ich BRCA1 positiv bin. Chemo und beidseitige Mastektomie habe ich hinter mir. Aktuell bekomme ich noch Antikörper. Vor den Spätfolgen der Antihormontherapie und der Eierstockentfernung habe ich Angst. Neben Osteoporose und Herzkreislauferkrankungen, mache ich mir große Sorge optisch vorzeitig zu altern.

    Liebe Grüße

    Miri

  • Liebe Miri

    Ja ich, ich war 46 bei der Eierstockentfernung aber ohne BRCA1 Trägerin zu sein. Ich hatte 2 Jahre lang ein GnRH-Analoga plus Aromatasehemmer und dann nach 2 Jahren habe ich mir die Eierstöcke entfernen lassen. Nehme nun seit 4 Jahren einen Aromatasehemmer, bin in der Knochendichte in den 4 Jahren von 0 auf -1 gerutscht. Ich denke, die Osteoporose ist das grösste Risiko, die optische Alterung eher nicht, ich sehe aus wie 40 und bin 50. Herz-Kreislauferkrankungen bei guter Lebensweise Sport und Ernährung denke ich ist auch beherrschbar.

    Wie alt bist du jetzt?

    LG aus der CH,

    Viviane

  • Liebe Viviane,


    danke für deine Antwort. Ich bin jetzt 30 Jahre. Wie lange ist es her, dass du mit den GnRH Analoga begonnen hast? Nimmst du Vitamin D3 und Calcium? Musst du Bisphosphanate einnehmen?

    Liebe Grüße