Prinzipielle Frage zur Teilnahme an Studien

  • Ganz genau liebe Curly 66

    Der Therapieerfolg hängt nicht an einer Studie so sehe ich das auch . Und mit den Placebo ....da hört es bei mir auf . Habe meinen Onkologen auch nicht mal alles aussprechen lassen und erklären . Habe gleich als er sagte ich könnte an einer Studie teilnehmen gesagt . Nein Danke ich brauche kein Placebo , bin kein Versuchskaninchen und habe so ein schlechtes Bauchgefühl Und das ich kein Placebo bekomme weiß keiner . Und ich will sofort die Chemo ich will am Leben bleiben . Er war sehr erschrocken ...hatte durch meine ehemalige Schwägerin die auch Krankenschwester ist und Brustkrebs hatte von den ganzen Studien erfahren und sie hatte mich mit Informationen versorgt ....ich bin so froh das ich an KEINER Studie teilgenommen habe und gleich mit der Chemo starten konnte ... ich bin davon überzeugt das mir das mein Leben gerettet hat .

    Aber das muß jede Frau für sich entscheiden .

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

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  • Zum Thema Studien im Allgemeinen und auch zum Thema "Placebo" könnt Ihr auf der Seite der Deutschen Krebsgesellschaft unter https://www.krebsgesellschaft.…en/klinische-studien.html mehr erfahren (Placebo findet Ihr unter der Überschrift "Wichtige Fachbegriffe kennen").


    Und von der Deutschen Krebshilfe gibt es einen Blauen Ratgeber zu dem Thema, aus dem Ihr vielleicht auch Infos entnehmen könnt, die Euch die Entscheidung leichter machen. Diesen könnt Ihr online lesen unter https://www.krebshilfe.de/file…aue_Ratgeber/060_0019.pdf .


    Viele Grüssles


    Saphira

  • Hallo Frau Dackel,


    Ich nehme an der GeparDouze-Studie teil. Dafür entschieden habe ich mich aus folgenden Gründen:


    - Die Studie wird nicht vom Hersteller durchgeführt, sondern von der GBG und der NSABP Foundation (ich hoffe, die darf ich an dieser Stelle nennen), die in den Gepar-Studie schon seit Jahren an anderen Behandlungsmöglichkeiten bzw einer ergänzenden Erstlinientherapie für Triple Negativen Brustkrebs forschen. Mit Blick auf das Forschungsziel und die Organisatoren der Studie fühle ich mich nicht wie ein Versuchskaninchen.


    - Bei dem Prüfpräparat handelt es sich um einen in anderen Indikationen (verschiedene fortgeschrittene Krebsformen) bereits zugelassenen und angewandten Antikörper, dessen Risiken und Nebenwirkungen von daher bereits bekannt sind. Auch vor diesem Hintergrund habe ich nicht das Gefühl, als Versuchskaninchen herzuhalten.


    - Die Studie schränkt meine eh schon stark limitierten Behandlungsmöglichkeiten nicht weiter ein. Jeder Studienteilnehmer bekommt die gemäß den Leitlinien empfohlene Therapie für TN: 4 x EC, 12 x Pacli. Der einzige Unterschied ist, dass für alle Studienteilnehmerinnen noch Carboplatin alle drei Wochen zusätzlich zum Pacli verabreicht wird, und die Gabe aus Gründen der internationalen Vergleichbarkeit umgekehrt ist, heißt: Erst 12 x Pacli + Carboplatin, gefolgt von 4 x EC. Sprich, selbst wenn ich im Placebo-Arm bin und nicht das Prüfpräparat bekomme, erhalte ich dennoch keine schlechtere Behandlung als alle anderen TN-Patienten in Deutschland.


    - Das Screening im Rahmen dieser Studie ist besser, d.h. die Kontrollen sind engmaschiger, langjähriger, etc. Um ein Beispiel zu nennen: Nach der dritten Pacli-Gabe wird eine weitere Stanz-Biopsie gemacht. Dadurch hatte ich ein sehr frühes pathologisches Feedback dahingehend, wie mein Tumor auf die Chemo anspricht. Außerdem steht bei jeder Chemo ein Gespräch mit der Prüfkoordinatorin unseres BZ auf der Agenda, die wiederum immer mit den Ärzten Rücksprache hält. Und apropos Arzt: Mit meinem Prüfarzt habe ich für die nächsten Jahre einen festen Ansprechpartner, der für mich auch jederzeit ansprechbar ist.


    - Die Studie kann jederzeit entblindet werden: Entweder auf meinen eigenen Wunsch, oder weil die Ärzte es (wegen etwaiger Nebenwirkungen, die eventuell auf das Prüfpräparat zurückgeführt werden können) dies für nötig halten. Abgesehen davon kann ich immer und jederzeit aussteigen.


    - Maßgeblich zu meiner Entscheidung, an der Studie teilzunehmen, beigetragen hat die Antwort auf die Frage, die ich mir selbst gestellt habe: Hätte ich den Antikörper, wenn er für die Indikation TN bereits als Erstlinientherapie zugelassen wäre, genommen? Meine Antwort darauf war ein ganz klares Ja! Trotz aller damit behafteten Risiken hätte ich keine Möglichkeit ungenutzt gelassen, um dieser Hochrisikoerkrankung beizukommen. Wenn die Möglichkeit bestünde, hätte ich davon Gebrauch gemacht, und den Antikörper zusätzlich zur Chemo genommen. Und durch die Studienteilnahme bestand immerhin eine 50-prozentige Chance, dass ich ihn bekomme...


    Und was die hier im Thread angesprochene Verzögerung des Chemo-Beginns durch eine etwaige Teilnahme an einer klinischen Prüfung betrifft: In meinem Fall gab es da keine Verzögerung. Zwischen Diagnose und Chemo-Beginn lagen bei mir exakt vier Wochen. Ich habe den ersten freien Chemo-Platz in der mehr als gut ausgelasteten Tagesklinik meines BZ bekommen, und in der Zwischenzeit fand das obligatorische Staging statt, der Port wurde eingesetzt, der Tumor geclipt, der Papierkram für die Studie erledigt etc.


    Gutes Gelingen beim Durchforsten der seitenlangen Unterlagen wünsche ich dir :read:;)

  • Liebe Britt, Danke für die ausführliche Information,eine Frage hätte ich , in der Beschreibung steht Arm 1 und Arm2 bedeutetet das, Medikamentengabe über beide Arme?

    Dann fällt das für mich aus , da ich einen Sudeck (Chronisch Regionales Schmerzsyndrom als Komplikation nach einem Armbruch entstanden) im linken Arm habe und dort nicht mal Blut entnommen werden sollte, Gruß

  • Hallo Frau Dackel,


    die sogenannten Studienarme haben nichts mit deinen Armen zu tun. Das heißt nur, dass eben ein Teil der Patienten das neue Medikament bekommt (z.B. Arm 1) und der andere das alte oder ein Placebo (das wäre dann Arm 2). Es gibt auch Studien mit mehr als 2 Armen, in denen noch verschiedene Kombinationen oder mehrere Medikamente gegeneinander verglichen werden.


    Ich würde mich sofort für eine Studie entscheiden, wenn ich die Möglichkeit hätte. Das liegt auch daran, dass es beim Melanom nicht viele Therapiemöglichkeiten gibt und man so schon früh an neue Medikamente oder neue Kombinationen kommen kann.


    LG Danka

  • Britt Liebe Britt - vielen Dank für Deine Ausführungen zum Thema GeparDouze. Ich bin mit grösster Wahrscheinlichkeit auch dabei. In 2 Wochen geht es los.

    Ich habe alle Deine Überlegungen auch gehabt - lieber die zusätzliche 50/50-Chance auf den Immuninhibitor wahrnehmen, als sich später Vorwürfe machen. Ob ich die Standard-Chemo vertrage und dazu das Azetulizumab, wird sich nun bald herausstellen.

    Bei mir: TN, ca. 3cm, Ki67 30%


    Allen hier wünsche ich nur das Beste für den Kampf um die Gesundheit -


    Liebe Grüsse, Flanke

  • Flanke Hallo Flanke, da haben wir ja recht ähnliche Ausgangsvoraussetzungen. Mein TN-Tumor ist G3, maß bei Diagnosestellung ca 2,7 cm bei einem KI-67 von 40%. Bin auch noch lange dabei an der Cocktail-Bar; gestern war erst meine vierte Chemo.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du für den Atezo-Arm randommisiert wirst bzw wurdest!

    Liebe Grüße, Britt.

  • Britt Oh - gut zu wissen, dass jemand kurz vor mir eingestiegen ist - da kann ich mich ja ein wenig orientieren - wie bekommt Dir bisher die Chemo?

    Ich denke, wenn niemand an Studien teilnehmen will, kommt die Medizin doch auch nicht weiter - und gerade Immuntherapie bietet eine neue Chance. Ein persönliches Risiko sehe ich hier eher nicht....

    Ich muss noch bis Anfang Mai warten, erst noch Port und die Blutuntersuchung - am 2. gehts dann los.....

    Tja - ich halt für Dich natürlich auch die Daumen -

    schöne Grüsse aus BW - Flanke

  • Ich habe mich nun dazu entschlossen an der Immunoboost Studie teilzunehmen, bei der Gepar Douze Studie hätte ich die 50/50 Chance PLacebo oder das Medikament zu bekommen, dazu die normale Chemo mit Cortison recht hoch dosiert, bei der anderen bekomme ich 100% das Medikament und die Chemo mit nab-Paclitaxel und wenig Cortison. Letztendlich ähneln sich die Medikamente denn beide sind Checkpoint-Inhibitor. Jetzt sagt mein Bauchgefühl ich möchte die Immuntherapie, aber mit der Gewissheit , kein Zuckerwasser zu bekommen, denn ich glaube mein Nervenkostüm verkraftet die Ungewissheit nicht.

  • Flanke Bislang bin ich erstaunlich gut durch die zweimal Pacli + Carboplatin und die zweimal nur Paclitaxel gekommen. Von ernsthaften Nebenwirkungen kann ich bislang nicht berichten - dass die Haare durch das Carboplatin ausgefallen sind, und die Paclis die Leukozyten in den Keller prügeln, habe ich von vornherein als unvermeidliche Kollateralschäden eingeplant. Abgesehen davon geht es mir für mein Empfinden aber (noch) erstaunlich gut.


    Frau Dackel Nachvollziehbare Entscheidung. Was das viele Kortison anbelangt, kann ich bisher allerdings nichts Negatives berichten. Ich habe bis dato weder Wasser eingelagert noch ein Mondgesicht bekommen. Im Gegenteil hält mir das Dexa.... bislang erfolgreich die Übelkeit vom Leib, und ich esse einigermaßen. Ansonsten müsste ich nämlich auf hochkalorische Astronautenbahrung zurückgreifen, weil ich in kurzer Zeit so rapide abgenommen habe...

  • Ich habe an der GeparX-Studie teilgenommen und bin sehr zufrieden mit der Entscheidung.

    Mir wurde versichert, dass ich dadurch nicht untertherapiert werde, sondern mir nur Vorteile durch modernste Methoden entstehen.

    Ich musste zwar eine Woche länger auf den Start der Chemo warten, dadurch war ich aber durch die Dosisdichte schon nach 18 Wochen durch.

    Statt 4xEC und 12x Paclitaxel habe ich 12 Wochen NabPaclitaxel (im Prinzip das gleiche Medikament nur anders gelöst und dadurch verträglicher aber wirksamer) und 4x (alle 2 Wochen) EC bekommen, also einfach nur vertauscht. Das hatte den riesigen Vorteil, dass ich sofort mit den Antikörpern (für meinen Her2 3+ Tumor sehr wichtig) anfangen konnte. Ich wurde in den Arm der Studie randomisiert, in dem man in der NabPacli-Zeit jede 3. Woche aussetzt um die Neuropathien zu minimieren und zusätzlich den Knochenschutz-Antikörper Denosumab bekommt.

    Ich hatte zusätzliche Untersuchungen (z.B. bekomme ich einen extra US direkt vor der OP- ich hoffe das gibt mir mehr Sicherheit), und zwei ganz liebe Study-Nurses, die ich mit meinen Fragen löchern konnte. 😝

  • Liebe Buffy - schön dass es Dir so gut geht, ich hatte gestern meine erste Chemo und bin durch das Kortison noch recht gut drauf. Hoffe, dass ich nicht so starke Nebenwirkungen bekomme mit Übelkeit und Erbrechen - wie du es in Deinen anfänglichen posts beschrieben hast.

    Und vor allem nehme ich mir mal ein Beispiel an Deinem Mut und Deiner freundlich-optimistischen Art, allen hier im Forum so viel Zuspruch zu geben. Deine Komplettremission ist ganz bestimmt auch ein Dankeschön dafür!

    Ich bin auch aus dem Grossraum Stuttgart, bin aber an einem anderen Brustzentrum als Du und Britt - glaube ich zumindest. Ich hoffe, dass ich die Studie durchhalte - hatte nach der OP für den Port hohen Blutdruck - und wär beinahe rausgeflogen....


    Also, weiter so, Buffy, Du hast das voll im Griff und Deine Lebensfreude ist ansteckend :):):)<3<3<3<3<3, liebe Grüsse, Flanke

  • Hallo @all

    Ich lese nur noch Studie 🤔 u da stell ich mir gerade die Frage, was mit den Frauen ist, die aufgrund ihres Wohnortes gar nicht die Möglichkeit haben, an Studien teilzunehmen. Haben wir da weniger Chancen? Sind wir in unseren Brustzentren weniger gut versorgt, nur weil wir an keiner Studie teilnehmen (können)? Es könnte sein, dass das die ein oder andere doch verunsichert (hat).

    Mich hat diese Diskussion im Moment aufgewühlt.

    Liebe Grüße ☀️

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  • Sonne69

    Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt:/. Ich habe mich nämlich für die Cognition Studie "beworben", aber es wurde gleich gesagt, dass sie nur Patientinnen nehmen, die im Umkreis von 100 km wohnen. Da habe ich auch das Gefühl von Chancen ausgeschlossen zu werden. Kann es sein, dass in Deutschland der Wohnort ausschlaggebend für das Überleben ist? Schreckliche Vorstellung....

  • diaDe

    So sollte man es auch sehen. Und ganz ehrlich: nach jeder Chemo zwei Stunden zu fahren, würde ich niiiiemals machen. Bei den ECs hatte ich nur ein Zeitfenster von dre/vier Stunden bevor die Übelkeit und Müdigkeit zugeschlagen haben. Vorher habe ich immer nochmal ordentlich gegessen, da es in den Tagen danach nicht so gut ging. Die Stunden waren also sehr kostbar, die hätte ich nicht im Auto verplempern wollen. Ich konnte sogar zu Fuß hin und zurück gehen. Das fand ich super.

    Außerdem musst du erstmal positiv davon ausgehen, dass die Chemo gut wirkt. Das scheint doch bei den meisten so zu sein. Ich wünsche dir alles Gute und ganz wenige Nebenwirkungen✊✊✊

  • Hallo Sonne69 , Teafriend , diaDe , nein so war das auch nicht gemeint: Erstmal erhält jeder die nach aktuellem Stand beste Therapie auch ohne Studie. Somit ist jeder auf der sicheren Seite. Studien geben "nur" die Chance auf ein zusätzliches Medikament. Natürlich weiß man in Phase II noch nicht mal sicher ob es wirkt, in Phase III ist das schon wahrscheinlicher. Im Moment dreht sich bei TN halt alles um die neuen Antikörper, so dass man meiner Meinung nach auf den Zug aufspringen sollte, wenn man die Möglichkeit hat. Man muss ja auch dazu sagen, dass die Studien viele Ausschlusskriterien haben, d.h. man hat ja sogar Glück wenn man zu einer Studie passt und rein kommt. Ich persönlich wollte unbedingt in eine Studie, aber das muss natürlich jeder selbst für sich entscheiden. Und ein langer Weg zur Therapie bzw. zu einem Standort mit bestem Ruf ist natürlich ein Nachteil. Auch ich wollte nach Heidelberg und habe mich aufgrund des Fahrtweges und der Tatsache dass ich auch dort in Gepardouze mit gleicher Behandlung gekommen wäre dagegen entschieden.