Fast zwei Jahre nach Transplantation...

  • Hallo ihr Lieben,
    nun melde ich mich endlich mal wieder. Ich denke manch eine erinnert sich noch an mich ... ich erinnere mich zumindest an einige von Euch und suche immer wieder nach "Neuigkeiten". Ich bin nun über zwei Jahre nach Langzeitkoma und im November zwei nach meiner Transplantation (für die, die mich nicht kennen: ich hatte AML mit Rezediv, Multiorganversagen nach Chemo Nr. 6 und anschließend eine Transplantation). Wie es mir geht? Tja oft habe ich keine Zeit darüber nachzudenken, oft verdränge ich immer noch, oft denke ich immer noch es ging alles viel zu schnell. Bei mir wurde nichts mehr gefunden seit Transplantation - das ist die geniale Nachricht. Die andere ist, dass nun alle denken "das ist vorbei, sie kann wieder leben wie vorher". Aber nichts ist wirklich wie vorher. Es ist anders. Ich habe viel zu schnell wieder angefangen zu arbeiten (mal abgesehen davon, dass ich alleinerziehend mit zwei noch nicht so alten Kindern bin), meine Chefin hat dann angefangen mich übelst zu "mobben" bis ich dann im Frühjahr gekündigt habe (fristlos übrigens), dann musste ich gleich neue Arbeit suchen (also ich würde nie wieder so schnell aus der Erwerbsunfähigkeitsrente einfach rausgehen und arbeiten). Ich habe noch eine etwas üble Erfahrung beim Bewerben gemacht und dann schnell einen Job angenommen. Dort arbeite ich jetzt gut 2 Wochen ... und habe meine zweite heftige Erkältung (auf die erste, die noch nicht richtig weg war oben drauf). Deshalb sitze ich jetzt nachts hier und schreibe statt zu schlafen, mein Hals tut weh und die wohlbekannte Panik steigt in mir auf. Ich hatte Probleme mit der Treppe gestern (und das triggert enorm). Nachts habe ich Herzklopfen und frage mich wei komme ich in einem Job zurecht, der dem ähnelt, den ich vor 10/15 Jahren hatte, wo bin ich da? Wer bin ich da? Ich schaffe es so schlecht, die die ich früher war mit der, der ich heute bin irgendwie in "Einklang" zu kriegen. Weiß jemand von Euch, was ich meine? Ich fühle mich oft so hilflos. Ich bin tatsächlich so viele Jahre älter geworden und dann kommt noch diese Erfahrung dazu, die ich natürlich noch nicht verarbeitet habe (auch wenn ich das immer wieder denken will) ... und das biologische (durch die Behandlung habe ich Wechseljahre), dazu rennen mir die Infekte nach (und mit ihnen immer wieder die Angst).
    Tja, das war es erst mal von mir... und ich grüße Euch lieb... Wolke

  • Guten Morgen liebe Wolke,


    erseinmal freue ich mich mit dir, dass nichts mehr gefunden wurde.


    Ich bin eine von den neuen, seit Juni 2016, ich habe "nur" ein Mammakarzinom, brusterhaltend operiert ohne Lymphknotenbefall, ohne Chemo, zur Zeit bekomme ich Bestrahlungen. Tamoxifen nehme ich noch nicht, aber mit Wechseljahrenbeschwerden kenne ich mich trotzdem aus - habe ich schon länger :) .


    Man möchte ja selber, dass das Leben so wird wie es vorher war. Aber das wird es eben nicht sein. Mach dir wegen den Erkältungen nicht zuviele Sorgen, dein Immunsystem muss sich ja erst an die neuen Leute um dich drumherum gewöhnen. Als meine Tochter, die hier in Staßfurt so gut wie nie erkältet war, nach Berlin gezogen ist, war sie die ersten Monaten andauernd krank. Das geht also auch gesunden Menschen so. Blöd ist ja nur, dass du nicht weißt wie die neuen Chefs reagieren, ob sie das als Grund nehmen dir in der Probezeit zu kündigen, aber wenn sie so ticken würden, hätten sie dich dann überhaupt eingestellt?


    In diesem Sinne, gute Besserung und viel Spaß im neuem Job


    Kalinchen

  • Liebe Wolke :hug:


    ich erinnere mich natürlich sehr gut an Dich und freue
    mich sehr, wieder von Dir zu lesen. Ich habe oft an
    Dich gedacht! :hug:
    Super, dass bei Dir weiterhin soweit alles in Ordnung
    ist! :thumbsup:


    Alles andere, was Dein Arbeitsleben betrifft, ist natürlich großer Mist!!!!
    Liebe Wolke, :hug: ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ich glaube, du musst etwas Speed weniger
    fahren! :hot: Du hast Dir genug bewiesen, dass Du
    eine Powerfrau bist!!!!! :thumbsup:
    Das Du jetzt erst vor 14 Tagen in einen neuen Job
    angefangen hast, ist natürlich ungünstig.
    Aber ich rate Dir, Dich richtig auszukurieren und
    eventuell wieder eine Reha anzutreten! :thumbsup:


    Deine Kinder brauchen Dich und Du Deine Kraft!
    Denke an Dich und nicht an die Menschen um
    Dich herum und an Deinen Job.


    Ich wünsche Dir alles, alles Gute und gute Genesung! :hug:

  • Liebe Wolke,


    ich freue mich sehr, wieder einmal von Dir zu lesen. Wie schön, dass es Dir trotz all dem Schweren, das Du während Deiner Behandlungen durchzustehen hattest, doch recht gut geht. Weniger erfreulich sind die beruflichen Schwierigkeiten, die Du zu bewältigen hast, und natürlich auch Deine Infektanfälligkeit.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich nach meiner Krebserkrankung vieles für mich geändert hat, dass ich nicht mehr die bin, die ich vorher war. Da waren am Anfang die Ängste, dass der Krebs zurückkommt, die deutlich verminderte Leistungsfähigkeit und dass vieles in meinem Leben nicht mehr so lief, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Ich habe viele Jahre gebraucht, um damit klar zu kommen, und habe mich mittlerweile mit den Veränderungen arrangiert. Dir scheint es ähnlich zu gehen mir am Anfang. Ich habe den Eindruck, dass Du bist noch auf dem Weg in das "andere" Leben, das Leben mit dem Wissen um die Schwere der Erkrankung und um die Folgen, die daraus entstehen.


    Ganz kurz nach meiner Diagnosestellung habe ich mal eine Sendung zum Thema "Krebs" angeschaut. Und dort hat ein Arzt einen Satz gesagt, den ich nicht mehr vergessen kann. Sinngemäß lautete der: "Wenn Sie eine Krebsdiagnose erhalten, gehen Sie durch eine Tür, die sich hinter Ihnen schließt. Und sie können niemals mehr hinter die Tür zurück. Natürlich geht es hinter der Tür weiter, aber anders als es vorher war."


    Bei Dir - und sicher auch bei vielen von uns - hat sich mit unserer Diagnose und Behandlung eine "Lebenstür" geschlossen. Nun müssen wir das Neuland, das vor uns liegt, betreten und erforschen. Das kostet Kraft. Und die scheint uns manchmal auszugehen - so wie Dir wohl im Moment :| ). Aber dann berappeln wir uns wieder und machen die nächsten Schritte ... und wenn wir uns umdrehen und zurückschauen, dann sehen wir, welch langen Weg wir im Neuland schon zurückgelegt haben! Das finde ich für mich immer sehr motivierend.


    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und viele Kraftquellen für Deine nächsten Schritte!


    Herzliche Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Danke. Ihr seid echt toll. Wie immer fühle ich mich hier so richtig verstanden.
    Danke Karlinchen - irgendwie werde ich immer so panisch, dass ich das vergesse (ich arbeite mit Kindern und die sind ja irgendwie "Virenschleudern" - nicht böse gemeint). Vor einer Kündigung habe ich nicht Angst. Ich war so ehrlich bei dem Einstellungsgespräch (ich hatte gerade die Absage für den Nr1-Job auf meiner Rangliste bekommen und Nr2 wollte mich nicht, weil ich sie so lange hingehalten habe), also ich habe gesagt, dass ich eben schlecht höre und mein Immunsystem zwar gut ist - aber eben im Verhältnis zu dem, was ich "abbekommen" habe. Ich weiß nicht, wie das mit der Kündigung ist? (Ich habe ja noch die Schwerbehinderung, aber das zählt vermutlich in der Probezeit nicht - bei der anderen Stelle haben sie mich halt so lange blöd behandelt bis ich freiwillig gegangen bin).
    Miami - das ist so schön, wie wenn man sich wiederbegegnen würde. :) Ja, weniger Speed wäre gut. Das fällt mir aber sehr schwer,auch weil ich mich eigentlich umorientieren will beruflich auf längere Sicht und das kommt dann noch an Arbeit dazu. Ich glaube eine Reha würde ich gar nicht mehr kriegen (ich hatte noch eine MuKi-Kur zwischenzeitlich im Frühjahr) und meine Eltern würden das nicht mehr packen mit den Kindern (mein Papa hat mittlerweile auch eine Krebsdiagnose - Prostata). Ich kann aber versuchen selbst besser für mich zu sorgen. Das finde ich aber schwierig.
    Wie sorgt ihr eigentlich für Euch? ?(
    Flora, was für ein tolles Bild :love: (oh wie schön, dass ich wieder ovn Dir lese, auch an Dich erinnere ich mich gut). Ja, "auf dem Weg in ein anderes Leben", allein dieses Bild gibt mir echt Mut und Hoffnung. Manchmal fühle ich mich auf diesem Weg nur so schrecklich allein (meine Therapie habe ich abgebrochen im Dezember, es waren einfach "zu viele Termine" und es wurde so viel aufgewühlt, dass ich schlecht damit umgehen konnte - ich habe noch alle 4 Wochen von der Krebsberatung, aber das ist echt wenig). Schön, dass es Euch gibt.
    Letzte Woche war ich zum ersten Mal wieder auf einer "Party" und ich musste mich nach einer halben Stunde ins Klo begeben um ein wenig zu weinen, ich habe mich einfach soo fremd gefühlt.
    Wie geht ihr alle durch diese Tür? Vielleicht könnten wir uns gegenseitig irgendwie helfen?
    LG von Wolke, die immer noch überlegt, ob sie heute doch arbeiten gehen kann... 8|

  • Hallo Wolke,


    ich gehöre hier auch zu den "Neuen". Meine Diagnose Hautkrebs mit Lymphknotenmetastase ist allerdings auch schon fast 3 Jahre her. Ich kenne das Gefühl auch, das du beschreibst. Die Therapie ist vorbei, der Krebs weg und alle glauben, jetzt muss man doch wieder genau so funktionieren wie vorher. Da ist das Bild von der Tür, die zugeht wirklich passend. Aber ich denke auch, wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf. Man muss sich nur trauen und durchgehen.


    Ich finde es sehr schade, dass deine alte Chefin so reagiert hat. Ich hoffe, dass es mit deinem neuen Job jetzt besser läuft.


    Alles Gute, Danka

  • Ganz kurz nach meiner Diagnosestellung habe ich mal eine Sendung zum Thema "Krebs" angeschaut. Und dort hat ein Arzt einen Satz gesagt, den ich nicht mehr vergessen kann. Sinngemäß lautete der: "Wenn Sie eine Krebsdiagnose erhalten, gehen Sie durch eine Tür, die sich hinter Ihnen schließt. Und sie können niemals mehr hinter die Tür zurück. Natürlich geht es hinter der Tür weiter, aber anders als es vorher war."



    Hallo, ihr alle,


    dieses Zitat von Flora hat mich nachdenklich gemacht, aber wenn man es sich genau überlegt, egal wie erfolgreich die Therapie ist so wie es früher war wird es nie wieder. Das zu begreifen und sich einzugestehen fällt schwer, mir jedenfalls, ich war bisher auch so, daß mich eigentlich nichts aufhalten konnte.
    Ja ich bin auch eine von den Neuen mit zum Glück bisher nicht so dramatischen Verlauf wie Wolke,
    Wolke, ich wünsche Dir von Herzen, daß du all die Probleme meistern kannst um auch wieder optimistisch in eine erfüllte Zukunft blicken zu können.


    Aber ich denke auch, wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf, dieses Zitat von Danka ist auch richtig, man muß sich nur wirklich trauen durch zu gehen, aber das haben wir alle ja schon mehr oder weniger gemacht.


    LG Mika

    Jeder von uns hat nur ein Leben (Marcus Aurelius), darum macht etwas daraus egal wie schwer es gerade ist

  • Hallo Wolke,
    wie schön dass Du Dich meldest :hug:
    Oh nein Du bist nicht allein mit Deinen Gedanken und Gefühlen! Es geht vielen so auf diesem Weg, auch mir... Noch immer versuche ich "ein Bein in die Tür hinter mir zu schieben" um sie nichr ganz zufallen zu hören... Aber, es ist ein Kampf gegen Windmühlen! Es ist wie Flora schreibt, wir müssen lernen uns "im neuen Leben" zurecht zu finden und das dauert einfach.


    Danke liebe Flora für Deine Zeilen :hug:


    Herzliche Grüße
    Lisa

  • Liebe Wolke :love:


    Oh ist das schön mal wieder von dir zu hören.
    Ist das wirklich schon zwei Jahre her?


    Man.. wie die Zeit vergeht. Ich erinnere mich noch ganz genau daran wie wir hier im Forum alle 12 Std an dich gedacht. Wir haben morgens um 8 und abends um 20 Uhr die Daumen für dich gedrückt.
    :hug:
    Und es hat geholfen. :thumbsup:


    Ganz lieben Gruß
    von Greta

  • wie könnten wir "Alten" dich vergessen ;) , sind wir nicht mit dir durch all die Höhen und Tiefen gegangen? Und wie haben wir uns gefreut, dass es letztendlich mit der Transplantation gut geklappt hat und ich freue mich sehr, dass es dir diesbezüglich immer noch gut geht! :thumbsup:


    So, und nun bekommst du erstmal einen dicken (Wieder-) Begrüßungsknuddler :hug: von mir!


    Die Tür-Metapher von Flora finde ich auch klasse, vorbei ist vorbei, ob wir das gut finden oder nicht. Zurück können wir nicht, aber wir können heute die Samen legen für eine interessante, beglückende Zukunft!
    Ich muss mir auch oft sagen, schau nach vorn und tu dir Gutes, "wenn nicht jetzt wann dann"? In welcher Zukunft will ich denn sonst meine Träume/Pläne erfüllen? Heute geht es mir gut, was morgen ist, weiß ich nicht? Wenn meine Pläne längerfristig sind, kommt mir oft die bremsende Frage: Ja, man weiß doch nicht, was die nächste Nachsorge bringt? Sh... happens, dann kann man doch gar nichts machen und Sicherheiten gibt es doch nie! No risk, no benefit!


    Unser neues Leben muss nicht schlechter sein als das Alte! Es ist anders. Ja, wir müssen mit unserer Energie vielleicht anders haushalten, dafür müssen wir nicht soviel Energie verschwenden für so viele "hohle" Dinge, denn wir haben ein Gespür dafür bekommen, welche Dinge wirklich wichtig sind :thumbup: . Ja, und ich brauche nach anstregenden Tagen länger um mich zu regenerieren, da sollte man dann eher Geduld mit sich selbst haben und das Beste draus machen: endlich die DVD schauen, die schon so lange verwaist im Regal steht, obwohl man die ja unbedingt haben mußte ;) oder jenes Buch zur Hand nehmen, bislang ungelesen, weil es schon einen spannenderen(?) Nachfolger gibt ;) oder, oder ...


    Ähm, jobtechnisch fällt mir für dich leider nichts ein. Ich selbst bin leider Leiharbeiter und mußte vor einiger Zeit erfahren, wie schnell man versetzt werden kann, auch beim Minijob (obwohl es "mündlich" hieß, sowas käme im Prinzip nicht vor). Mittlerweile bin ich an der alten Arbeitsstelle zurück, aber man fühlt sich auf einem Schleudersitz, jeder Zeit abrufbar... das ist sehr unbefriedigend ;( .
    Ich hoffe, du kannst deine zweite Erkältung trotz allem schnell abschütteln und hast Gefallen an deinem neuen Job!


    Liebe Wolke,
    lass die alte Tür hinter dir, nimm meine Hand und lass uns in ein spannendes neues Leben springen und mit offenen Augen, wie ein Kind, all die Geheimnisse und kleinen Freuden eines JEDEN Tages entdecken! :)


    Ganz liebe Grüße
    Wölfin :hug:

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Liebe Wolke,


    wie schön wieder von dir zu hören, hab doch öfter an dich gedacht. Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn :P


    Ich freue mich, dass es dir gesundheitlich gut geht. Alles andere ist natürlich Mist.
    Ich bin damals bald nach meiner Diagnose arbeitslos geworden, weil die kleine Baufirma dicht gemacht hat. Damals dachte ich, Auch das noch! Heute sehe ich das viel gelassener. Arbeite auch heute noch nicht und hab es auch nicht wirklich eilig damit. Bin aber auch nicht allein und hab einen Verdiener an meiner Seite, also kein Vergleich. Manche Tage bin ich top fit und dann auch wieder bin ich saft und kraftlos und denke, Ein Glück, du musst jetzt nicht arbeiten. Die schlaffen Tage werden weniger aber es gibt sie oft genug und ich hab mir so fest vorgenommen, nur noch an mich zu denken und dass zu tun, was mir gut tut und so lebe ich zur Zeit.
    Klar haben wir auch finanzielle Einbussen, aber es geht und meine Gesundheit ist mir am wichtigsten.


    Deine Lage ist natürlich schwieriger und das tut mir sehr leid, dass du nun andre Probleme hast. Aber du bist "gesund, hast tolle Kinder und es geht dir wieder um einiges besser"
    Alles andere wird sich auch finden.


    Ich wünsche dir alles alles Gute. LG von lexi

  • Auch ich freue mich sehr, wieder von dir zu lesen, vielleicht hast du gemerkt, dass ich in letzter Zeit ab und an mal auf deiner Seite war in der Hoffnung, du wärst mal wieder on gewesen. Warst du nicht, aber in Gedanken war ich oft bei dir und habe gehofft, es geht dir gut .
    Es würde mich sehr freuen, wieder häufiger von dir hier zu lesen :hug:
    Es tut mir Leid, wie es beruflich in letzter Zeit gelaufen ist, und drücke die Daumen, dass es nun so wird, wie du es dir vorstellst. Es tut mir auch Leid, dass du mit Infekten und weniger als der erwünschten Kondition kämpfst. Aber ich glaube, beides ist für das, was dein Körper mitgemacht hat, "normal" - ich denke/glaube/hoffe, dass du und wir alle einfach geduldiger mit uns sein müssen - dann wird es , wenn auch langsam, immer besser, wenn auch nicht so wie vorher.


    Und da bin ich bei FLORAs Beitrag, der mir sehr gefallen und mich auch zum Nachdenken gebracht hat. Erst einmal Hut ab, dass ein Arzt so etwas weiß und dann so bildlhaft formuliert - meine sind zwar sehr empathisch, aber eher nüchtern-sachlich :D
    Nach einigem Nachdenken über diese Formulierung würde ich sie noch erweitern: Die Diagnose hat uns aus unserem Heim, das wir viele Jahre lieb gewonnen, eingerichtet, gepflegt etc. haben von einem Moment auf den anderen in ein anderes umgesiedelt, ohne Chance, in das alte zurückzukehren, es wurde eingerissen. Aber wir haben wieder ein Heim, und viele liebe Menschen und vieles Liebgewonne konnten wir mit in das neue Heim nehmen, den einen oder anderen Ballast haben wir im Rahmen der Zwangsumsiedlung gleich entsorgt - und einige "Freunde" aus dem "Vorher" finden den Weg zu uns nun nicht mehr. Wir haben die Chance, uns in diesem neuen Heim einzurichten, es so zu gestalten, dass wir uns dort wohl fühlen. Das kostet natürlich Zeit und Kraft - und wieder einmal Geduld ;( .


    (Kann es sein, dass nicht nur ich, sonder einige hier ein Problem mit Ungeduld haben/hatten, speziell in Bezug auf sich selbst?)

  • Hallo Wolke,


    natürlich erinnere ich mich an dich und irgendwie bist du mir ein Vorbild in deinem Durchhaltevermögen und auch ein glänzendes Beispiel dafür, dass das Schicksal nie sagen kann, was hinter der nächsten Ecke wartet (vom Koma bis hin zur vollen Remission).
    Über das Bild der Türen habe ich nachgedacht, auch über das "sich gutes tun", " gut zu sich sein", "intensiver leben".
    Für mich fühlt es sich eher so an als würde ich mitten im Durchgang zwischen zwei Türen stehen, unfähig durch die eine oder andere zu gehen.
    Zum einen weil durch die Diagnose und Prognose alles immer vorläufig ist. (Bei mir eine Form der chronischen Leukämie und ich erreiche einfach durch keine der Therapiemöglichkeiten eine wirklich ausreichende Remission). Werden die Werte besser, dann schöpfe ich Hoffnung, werden die Werte schlechter oder bleiben auf hohem Niveau konstant, dann traue ich mich überhaupt nicht mehr Zukunftspläne zu entwickeln.
    Dabei ist es total paradox: ich habe zu schlechte Werte (und damit eine schlechte Überlebensprognose so rein statistisch) aber mir geht es körperlich bis auf ein wenig Müdigkeit blendend! Die Medikamente erzeugen keine Nebenwirkungen. Und verglichen mit anderen Patienten, die viel viel bessere Werte haben, bin ich fiter, agiler und widerstandsfähiger.
    So, und nun? Statistische Wahrscheinlichkeiten ignorieren und leben wie ein "Gesunder" (mit etwas mehr Schlaf und eiinem Tick mehr Ruhe). Ängstlich alle zwei Wochen auf die neuen Werte schauen?
    Ich mache beides. Arbeite, reise, schmiede (halbherzige) Zukunftspläne und jeder schlechte Wert haut mich aus den Latschen. Bin dann verzweifelt, allein, traurig, mutlos, abgekapselt.
    Dieses ewige Hin und Her macht mich wütend. Auf mich selbst auf meine Umwelt, auf meine Ärzte.
    Ich fühle mich als würde ich mit einer angezogenen Handbremse durchs Leben laufen. Ich weiß welche Kraft, Stärke und Kreativität in mir ist. Doch ich traue mich nicht sie loszulassen. Ich schütze mich davor mich mit voller Kraft in etwas hineinzubegeben, dass mich begeistern könnte. Und gleichzeitig denke ich: wie bescheutert bist du eigentlich? Worauf wartest du? Morgen kann es dir viel schlechter gehen und dann haderst du damit, dass du diese Zeit so verschleudert hast!
    Meine Therapeutin hat gefragt: was steht im Mittelpunkt, wenn es nicht die Handbremse gibt? Gute Frage. Ich weiß die Antwort. Aber zwischen der Antwort und mir ist irgendwie die Verbindung unterbrochen.
    Für mich ist die Tür, die sich schließt unsere naive menschliche Überzeugung, dass wir alle Zeit der Welt haben unser Leben, unsere Wünsche und unsere Fähigkeiten zu leben. Die Diagnose zeigt uns, dass dies nicht so ist. Das was dann kommt: Therapie, Angst, Schmerzen, Müdigkeit, alle Nebenwirkungen dieser Welt. Dieser steinige Weg, das zeigt ein Zurückfinden zur Naivität "ich habe ja Zeit; wenn erst....dann mache ich... gibt es so nicht mehr.
    Den Schlüssel zu der nächsten Tür, ganz ehrlich, den habe ich noch nicht gefunden. Aller Rat: erfüll dir deinen Lebenstraum, mach was ganz Verrücktes, brich aus dem Alltag aus, scheib eine Bucket List und erfüll dir deine Träume. Nein, alles das mache ich nicht. Ich lebe (von außen gesehen) wie immer: Arbeit, Haushalt, mal nen Urlaub. Klein, bescheiden als bliebe alle Zeit der Welt. Und es fühlt sich total falsch an.

  • Liebe Wildebeest,
    ich bin so froh, und freu' mich ehrlich dass Du Dich mal wieder meldest :hug:
    Vieles was Du schreibst kann ich gut nachvollziehen. Der sogenannte Alltag hat uns "fast" wieder, die Ängste sind uns geblieben... Unsere "Träume", Vorsätze... was ist davon geblieben, was ist uns davon wirklich wichtig...


    Wenn ich was weiß, dann dass ich auch nach den 3 Jahren nach wie vor sehr froh und dankbar für dieses Forum bin. Hier werden wir verstanden und aufgefangen. Liebe Wildebeest, Du bist nicht alleine, wir sitzen alle im gleichen Boot, und den Schlüssel zur nächsten Tür werden wir auch noch finden.
    Liebe Grüße :hug:
    Lisa

  • von dir zu lesen liebe Wolke. Das wollte ich dir nur mal fix sagen.
    Ich werde erst mal mein Laptop wieder runter fahren, irgendwie ist der ganz heiß. Muss ich morgen erst mal zum Doc schaffen. Dann melde ich mich wieder. Bis dahin lasse ich mir eure vielen schönen, interessanten Nachrichten durch den Kopf gehen. Da merkt man gleich das Wolke wieder mal geschrieben hat, wieder mal was zum nachdenken und in sich gehen...
    Liebe Grüße Angelina :hug:

  • wie freue ich mich, von dir zu lesen!
    Auch ich denke immer wieder an dich!
    Meine Daumen sind weiterhin gedrückt für dich! :thumbup: :thumbup:


    Das wollte ich dir nur schnell sagen!


    Ganz liebe Grüße
    von Mohnblume

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • auch an dich denke ich immer wieder!
    Deshalb bin ich auch froh, dass du dich gemeldet hast.


    Alles Gute für dich und viel Kraft und Durchhaltevermögen! :thumbup: :thumbup:
    Ganz lieben Gruß
    von Mohnblume

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • Wildebeest, ich habe so oft an Dich gedacht... Ich glaube ich kann Deine Gedanken verstehen - den Wunsch noch irgendwas zu machen (vielleicht auch die Suche nach dem Sinn?) Als ich neu erkrankt war habe ich mir nichts anderes gewünscht, wie mit meinen liebsten Freundinnen noch mal Frühstücken gehen und mit meinen Kindern am Bach spielen. Dann kamen die Gedanken zurück, dass ich was "Großes" machen möchte, dass ich die verbleibende Zeit irgendwie sinnvoll nutzen muss... Am schlimmsten waren die drei Wochen vor der Transplantation, die ich daheim war, ich habe nichts davon gemacht, ich war so ein wenig in Angststarre mit dem Gedanken, dass das vielleicht meine letzten drei Wochen sind. Und jetzt ist es so, dass ich das Gefühl habe ich "vertrödele" so viel mit "Alltag" und auch mit den Sorgen darum... vielleicht sollte ich eine Buckett-list machen? Oder noch mal darüber nachdenken, was mir am wichtigsten ist? Du bringst mich immer intensiv zum nachdenken und machst mich auch irgendwie sprachlos. So denke ich an Dich und :hug: .... vielleicht ist hinter der Tür nichts von außen so viel anderes wie vorher? Nur wir sind diejenigen, die anders sind und wenn wir uns nicht stressen lassen geht es irgendwie intensiver zu leben jeden Tag, den Sonnenaufgang richtig zu sehen, wie es langsam Herbst wird und die Kastanien von den Bäumen purzeln, wie heiße Schokolade schmeckt wenn es kälter wird ...? Vielleicht ist das ja der "Sinn" von allem? Irgendwie... manchmal glaube ich das.... aber doch stehe ich immer noch relativ verwirrt in der Tür...