Erhaltungstherapie bei Darmkrebs mit Avastin und Capecitabin (Xeloda)

  • Liebe Lexi79 ,


    ich komme jetzt aus einer ganz anderen Ecke mit Eierstock Krebs, aber zu Methadon kann ich was sagen. Ich habe seit der Chemo chronische Durchfälle, mit Krämpfen verbunden, gegen die ich hochdosiert bereits Opiate eingenommen habe, die nichts genutzt haben. Außerdem habe ich 6 Kilo Wasser eingelagert befingt durch die Opiate.

    Ich habe seit 10 Tagen umgestellt auf Methadon Tropfen und es hilft! Also Methadon ist in jedem Fall ein potentes Schmerzmittel, das Dein Mann versuchen sollte.

    Zur Kombi mit Avastin kann ich nichts sagen, bei mir war Avastin von vorneherein kontraindiziert (wegen meinem Darm) ich musste mir diese Frage also nicht stellen.


    liebe Grüße

    Löwenzahn

  • Hallo 👋 an Alle,

    mein Mann hatte auch starke Nervenschmerzen als Übrigbleibsel von einer platinhaltigen Chemotherapie (Oxaliplatin) und seit er Methadon nimmt, sind die Schmerzen nicht mehr vorhanden. Besonders bei Nervenschmerzen ist es ein sehr gutes Schmerzmittel. In Verbindung mit Avastin sollte auf Methadon verzichtet werden. Mein Mann hat es dennoch genommen. Aufgrund seiner Probleme mit den Nieren, die wegen des Avastin entstanden sind, würde er heute komplett auf dieses Medikament verzichten. Liebe Grüße Billy

  • Mein Mann spritz jetzt Morphium, damit ist er schmerzfrei, aber auch total müde und kaputt... Leider scheint Avastin, aufgrund so vieler Resistenzen, das fast einzig mögliche Schulmedizinische Medikament, sodass wir uns nicht ans Methadon trauen... Es ist so schwer zu entscheiden, was die richtige Therapie ist. Und mein Mann steht gerade so neben sich, dass ihm eh all solche Entscheidungen viel zu viel sind... Ich hoffe, dass wir da nochmal weiter gucken können, wenn es ihm hoffentlich irgendwann wieder etwas besser geht.

    Euch allen erstmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen, wir werden weiter überlegen und hoffentlich nicht aufgeben!

  • Hallo Lexi,


    das „benebelt sein“ tritt als Nebenwirkung bei so gut wie allen Opiaten auf. Nur bei Methadon nicht. Es kann auch müde machen aber niemals benebelt, auch bei höherer Dosierung nicht. Mein Mann nimmt seit Juni 2016 Methadon und war noch nie benebelt. Das deinem Mann im Moment alles zuviel wird, kann ich mir leider sehr gut vorstellen 😔. Es kann einem auch alles zuviel werden, in diesem Kampf und vor allem wenn es nur Rückschläge gibt, war bei uns ja auch so. Ich hoffe mit euch, dass die neue Therapie richtig gut anschlägt und drücke euch ganz, ganz fest die Daumen dafür. Was mir gerade noch einfällt, Methadon wirkt auch stimmungsaufhellend. Liebe Grüße Billy

  • Ich kann hier auch nur noch mal betonen, dass ich unter „herkömmlichen“ Opiaten gelitten habe und unter Methadon nicht. Und die Dosis ist jetzt schon ordentlich hoch, ich bin definitiv nicht benebelt. Mal ganz abgesehen dsvon, dass auch die Schmerzen weg sind, wo sie vorher nur übertüncht waren.

    Aber die Entscheidung kann und darf Euch keiner hier abnehmen. Mir hat man Angst gemacht in der Therapie auf Avastin zu verzichten, obeohl es kontraindiziert war. Da kam dann ich solle es probieren, man kömnte immer noch aufhören und ich lasse eine Therapiesäule aus, etc. Irgemdwann habe ich nur noch auf meinen Bauch gehört, das dind oft nicht die schlechtesten Entscheidungen, auch wenn sie vermeintlich keiner Logik folgen.

    Trotz allem ist es eine Entscheidung, zu der ihr auch stehen müsst. Es nützt eenig, wenn ihr Euch für Avastin entscheidet und dann immer denkt, ach hätte ich doch besser Methadon... und umgekehrt. Das klingt jetzt vielleicht hart, ist aber bitte nicht so gemeint: ich will wachrütteln für die Auswirkungen einer Entscheidung. Ich hoffe ich konnte das vermitteln, ohne dass ich Euch auf die Füße getreten bin.

  • Hallo Loewenzahn,

    es freut mich, dass das Methadon bei dir auch so gut gegen deine Schmerzen hilft. Schon allein das ist ein enormer Zugewinn an Lebensqualität.


    Was ich auch noch kurz erwähnen möchte (für Alle), Methadon behindert keinesfalls die Wirkweise des Avastin. Es ist eher so, dass das Avastin die Blutgefäße des Tumor‘s verengt und dadurch die Chemotherapie sowie das Methadon nicht mehr so gut in die Tumorzellen eindringen können.


    LG Sibylle

  • Hm...das Methadon hört sich ja schon wirklich gut an. Es ist schön zu hören, dass es Euch so gut damit geht. Mein Mann hat allerdings Sorge, das Methadon und Avastin zusammen zu nehmen. Und letztendlich muss er als Betroffener die letzte Entscheidung treffen. Von daher werden wir wohl den Weg erstmal ausprobieren... Aber nicht benebelt und stimmungsaufhellend hört sich echt gut an. Im Moment liegt er nur im Bett und schläft ganz viel. Ich hoffe, dass der Körper jetzt Kraft sammelt und es dann wieder bergauf geht. Aber ich hab jetzt schon Angst vor der nächsten Chemo. Wie soll es ihm dann erst gehen?!....

    Aber wenn der Mechanismus so ist, wie du ihn erklärt hast, Billy, dann macht die Chemo in Verbindung mit dem Avastin ja auch nicht so viel Sinn, oder?! Ich danke Euch für den Austausch. Das tut mir wirklich gut. Schönen Abend Euch! Gruß Alexi

  • Hallo Lexi,


    das Avastin (Bevacizumab) reduziert bzw. kappt die Blutgefäße, die der Tumor ab einer bestimmten Größe selbst bildet. D.h. Chemotherapie oder aber auch Kontrastmittel können dadurch nicht mehr oder kaum noch in den Tumor eindringen. Das Avastin soll den Tumor sozusagen durch die fehlende Blut- und Nährstoffzufuhr eliminieren. Sehr vereinfacht ausgedrückt. Dass man nun zusätzlich zum Avastin Chemotherapien kombiniert, macht man um die kleineren Tumoren, die noch keine Blutgefäße ausgebildet haben, auch abzutöten. Aber natürlich kann Avastin einige unschöne Nebenwirkungen machen, unter anderem Bluthochdruck, Wundheilungsstörungen, Geschwüre in Magen und Darm, Eiweiß im Urin usw. und so fort. Aber welche Krebsmedikamente machen keine starken Nebenwirkungen 🤷🏻‍♀️. Das Problem ist halt, dass sich diese Medikamente (Chemotherapie und Avastin) untereinander sozusagen potenzieren (was teilweise gewollt ist), also in der Wirkweise sowie natürlich auch bei den Nebenwirkungen. Schwierig hier einen Rat zu geben. Mein Mann hatte eben das große Problem mit den Nieren, ausgelöst durch das Avastin. Er darf auch nie mehr Avastin bekommen, möchte es aber auch von sich aus nicht mehr. Liebe Grüße Sibylle

  • Hallo Billy,


    ich sauge alle Sätze auf, die ich über Avastin bekommen kann. Meine Mutter liegt aktuell auf der Isolierstation. Die Stuhlprobe ist heute durch. Keine Keime. Keine Infektionen..."nur" die fiesen Nebenwirkungen von Avastin aktuell bei meiner Mutter. Wie ich von der Nachtschwester hörte, hat sie heute auch Loperamid bekommen, aber die Nahrung wurde komplett eingestellt, weil sie seit 1 Woche Durchfall und Erbrechen hat. Keine Schonkost.

    Der Chemo-arzt, es gibt im Norden von MeckPom nur 2 Chemoärzte, ist Methadon gegenüber schlecht eingestellt. Da ist nichts zu machen. Es gibt keine entsprechenden Studien, sagen diese Ärzte. Aber ich las auch im Netz das die Chemo-Lobby, man nannte sie auch Chemo-Maffia in einer Reportage, alles daran setzt das die Wirksamkeit von Methadon zur Krebsbehandlung herabgestuft wird. Es gibt immer einzelne Studien, wie aktuell aus Leipzig, die Methadon befürworten. Aber das Verfahren für einen Arzt an Methadon zu kommen wurde scheinbar erschwert. Sie verdienen ohnehin viel mehr mit der Chemo. Da werden Riesengewinne eingefahren. Am preiswerten Methadon verdient niemand etwas. Das ist wohl auch ein Grund mit, warum die Studien angeblich fehlen oder nicht veröffentlicht werden. Mich macht das traurig. Ich will nur das Beste für meine Mutter. Deswegen bin ich froh, dass es Foren zum Austausch gibt. Aber was will man machen, wenn es im Umkreis nur diese eine Chemopraxis gibt. Der Hausarzt verschreibt doch bestimmt nicht Methadon oder? Und wie viel ist überhaupt gut?


    Hoffnungsvolle Grüße,


    Daniela