Suche Betroffene zum Austausch: Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)

  • Hallo zusammen, ich wollte mich nochmal kurz melden. Heute war ich nochmal bei der Psychologin im Krankenhaus da mir leider erst viel zu spät klar geworden ist, dass ich mit dieser OP kinderlos bleibe. Mich macht es so unfassbar traurig. Ich bin 39 und habe immer gedacht das kommt alles noch.... Nichts erzwingen.... Aber mir wird gerade so klar dass nichts mehr kommt und ich einfach total versagt habe. Immer habe ich den Job in Vordergrund gehabt und nie über mein Leben wirklich nachgedacht. Kennt das einer zufällig von Euch. Wie kann man lernen damit klar zu kommen? Ich fühle mich so als hätte ich kompl versagt.

  • Tinch versagt

    hast du ganz sicher nicht..ok ich bin 40 und wollte keine Kinder..jetzt hab ich nen Mann mit 3 pubertierenden Mädels geheiratet was mich manchmal ziemlich an meine Grenzen bringt..aber diese schei... Krankheit hat sich keiner von uns ausgesucht und keiner ist dafür verantwortlich das er sie hat! Klar ist es sicher anfangs schwer zu wissen dass nun der Schlussstrich für ein Kind gezogen ist..aber das wichtigste ist dich jetzt erstmal dass du mit allem klar kommst was jetzt therapiemässig passiert..ich habe grade erfahren dass mir die Haare ausfallen werden und ich hab erstmal geheult..jetzt werde ich mir erstmal die

    Haare kurz schneiden lassen weil ich mir von diesem Ar.. der sich unangemeldet bei mir eingenistet hat nicht das Feld überlassen will!!! Sei stark! Lass dich nicht unterkriegen! Zeig dem Ar.. wo der Hammer hängt!!!

  • Tinch Ich war 32 damals. Und wir hatten zu dem Zeitpunkt gerade begonnen, zu probieren schwanger zu werden. Man fragt sich das immer...mein Mann wollte schon länger ein Kind- ich nicht. Teils nimmt er mir das glaube ich schon übel. Und ja, iwi hat man in gewisser Weise versagt bzw. habe ich eher das Gefühl einer Unzulänglichkeit, Unfähigkeit. Man gewöhnt sich daran, klingt blöd, aber besser kann ich das nicht beschrieben. Bei mir ist alles gute 3 Jahre her...manchmal ist sie aber schon noch da, mal mehr, mal weniger stark, die Traurigkeit...ich wünsche dir alles gute und dass du einen Weg für dich finden wirst, der dir hilft mit der Situation klar zu kommen...

  • Hsllo Tinch ,

    versagt hast du ganz sicher nicht. Du hast dir deine Krankheit weder ausgesucht noch selbstverschuldet. Es ist ein guter Schritt, dass du zur Psychologin bist.

    Ein unerfüllter Kinderwunsch ist immer sehr traurig und führt oft zu tiefer Verzweiflung. Ganz egal, ob wegen Krebs oder weil es "einfach nicht klappt"

    Ich kann dir leider keine guten Tips geben, außer dich weiter psychologisch unterstützen zu lassen. Sonst wird dich dieses Thema nie loslassen.

    Ich wünsche dir alles Gute,

    Nic46

  • Hallo Tinch ,


    also versagt hast Du ganz sicher nicht !


    Ich habe wegen einer total verpfuschten Blinddarm-OP im Alter 19 Jahren selbst auch keine Kinder zur Welt bringen können und bin unabhängig davon Mutter von vier Kindern (14, 12, 8 und 6), denn bei mir hat der Kinderwunsch nie aufgehört.


    Betäubt habe ich ihn viele, viele Jahre durch Arbeit, Arbeit, Arbeit.


    Der Kinderwunsch wurde aber immer größer und so haben wir dann letztendlich vier Kinder adoptiert.


    Als Versager habe ich mich nie gefühlt und das solltest Du auch nicht. Wieso denn ? Es gibt überhaupt keinen Grund !


    Ich glaube Dir, dass Du unendlich traurig bist. Ich habe für mich einen Weg gefunden. Und auch Du wirst ihn finden. Davon bin ich überzeugt.


    Liebe Früße, Daria

  • Tinch

    Niemand hat versagt. Und doch kenne ich das Gefühl zu gut. Immer schön Studium durchgezogen, gearbeitet, Karriereleiter geklettert- Kinder habe ich ja noch Zeit! Und Zack kommt der Krebs um die Ecke und von nichts auf gleich isses aus mit dem Kinderwunsch. Man steht davor und fragt sich, womit man das verdient hat. Warum man nicht einfach mit 25 ein Kind gekriegt hat, wie andere halt auch. Antworten kann ich dir keine geben. Man muss den Schmerz so akzeptieren und auch die Vergangenheit- wir werden nix mehr zurückdrehen können. Ich drück dich!

  • an Jeannie791, nic46, Daria, summerinthecity

    Vielen Dank für Eure lieben Rückmeldungen. Heute ist mein 40igster Geburtstag und ich bin einfach unendlich traurig. Ich frage mich tatsächlich warum ich es nicht einfach mit 25 gemacht habe. Irgendwie wollte ich immer erst eine Basis schaffen um meinem Kind einen guten Start ins Leben bieten zu können. Ich wollte so vieles anders machen und wollte sicherstellen dass mein Kind nie Armut erleben muss wie ich es früher oft erlebt habe. Meine Arbeit hat mir immer spass gemacht und ich habe da viel Zeit verbracht. Heute stelle ich fest, dass ich mir kaum vorstellen kann das einfach alles so weiter zu machen. Über eine Adoption habe ich viel nachgedacht, aber das ist in meinem Alter nun auch sehr schwer. Zudem hat mich mein Freund verlassen, da er mit der Krankheit ein echtes Problem hatte. Ist es nun einfach besser alles zu verdrängen und mit der Arbeit wieder zu starten? Körperlich wäre es möglich, da ich zwar noch Schmerzen habe, aber die sind erträglich. Um einen Therapeuten habe ich mich versucht zu kümmern.... Jedoch 3 bis 6 Monate Wartezeit.... Das ist natürlich schon lang. Die Frage nach dem Warum wird leider Joe einer beantworten können. Es ist einfach so traurig. Aber ich bin sehr froh dieses forum gefunden zu haben. Ich bin euch sehr dankbar.

    Eure Tina