Manchmal keine Kraft mehr ....

  • Hallo ihr Lieben,


    Eigentlich dachte ich seit meiner Diagnose (metastasierter Brustkrebs) vor 1,5 Jahren, dass ich ganz gut mit der Situation zurecht kommen, aber mehr und mehr habe ich keine Kraft mehr.
    Meine zwei Kleinen Mädels sind wunderbar, aber sie kosten Nerven und Kraft. Ich hatte seit der Diagnose eigentlich nie Zeit, mich mit meiner Situation richtig auseinanderzusetzen - die Kleine war ja gerade geboren ... Nun gehe ich seit 3 Monaten wieder arbeiten (28h) und manchmal könnte ich nur noch heulen. Meine Arbeit macht mir Spass, das ist es nicht... Aber die Kraft für alles fehlt.
    Ich werde eine Reha beantrage, mal sehen, wie das hilft.Klar könnte ich eine Therapie machen, aber ich scheue mich vor einem weiteren Termin in der Woche. Die Arbeitszeiten meines Mannes sind so stark wechselnd, dass es ein hoher Organisationsaufwand ist, solche Termine wahrzunehmen ...
    Ich wollte euch aber mal fragen, ob es euch ähnlich geht oder welche Tips ihr vielleicht habt. Irgendwie hoffe ich, dass es auch "nur" ein winterblues ist... :


    Liebe Grüsse,
    Stefanie

  • Liebe Stefanie ,


    Lass dich mal :hug: ...Hab mir eben deine Beiträge nochmal durchgelesen .Du bist ja ein positiver Mensch , der alles immer gut angenommen hat ...Aber du hast vielleicht recht : entweder du hattest nicht die Zeit sich richtig mit der Krankheit auseinanderzusetzen , was bei zwei kleinen Kindern schon fast logisch ist ...Oder du hast es ein wenig beiseite geschoben um dein Familienglück zu geniessen .Das ist ja auch viel schöner , aber trotz allem haben wir es nicht nur mit einem Schnupfen zu tun und auch dem positiveren Menschen holen manchmal die Ängste ein ...Ich denke , du musst versuchen dir ein paar Inseln zu schaffen um wieder Kraft zu schöpfen , auch das psychische aufzuarbeiten , denn auch das ist ein Krafträuber ..
    So eine kleine Familie mit kleinen Kindern und arbeiten gehen kostet ja alleine schon viel Kraft ...
    Eine Reha beantragen ist schon mal eine gute Idee , dort können sie dir bestimmt auch ein paar Tipps geben und dort ist -- wenn ich das richtig verstanden habe -- auch ein psychoonkologe anwesend , bei dem du dir Termine holen kannst .
    Ich hatte in einem früheren Beitrag von dir gelesen , das du dich sehr zurückgezogen hast , aber vielleicht gibt es ja die Möglichkeit sich alle 14 Tage mit einer guten Freundin o.ä.zu treffen , damit man aus dem Alltagstrott mal wegkommt.Ich kenne deine Situation nicht , aber kannst du eventuell auch Arbeitsstunden reduzieren ?
    Nehme für Zeit ...Für Dich ......Du hast alles so Klasse gemeistert , aber die Batterien müssen dringend aufgeladen werden
    Ich schicke dir mal einen gaaaanz dicken :hug: rüber
    Liebe Grüße von Mosicha

    Sollte das Leben Dir in den Hintern treten , dann nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.

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  • Vielleicht gäbe es auch die Möglichkeit, dass dein Mann seine Stunden ändern kann, auf nur tagsüber, denke er macht wohl Schichten. Das würde alles sicher auch vereinfachen.


    Ansonsten wie oben geschrieben, 28 Std und kleine Kinder ist ja nicht ohne, daher eventuell Stunden reduzieren. Und Reha ist eine sehr gute Idee !

  • liebe stefanie,


    einerseits hab ich mich ja gefreut mal wieder von dir zu hören, aber andererseits ist der grund ja nicht so schön ...
    ich finde es schon ziemlich heftig, was du da zu stemmen hast: knochenmetas, kleine kinder und jetzt noch 28h arbeiten!
    vielleicht kannst du dich ja mal schlau machen (krebsberatungsstelle o.ä.) ob es eine möglichkeit gibt für eine hilfe im haushalt oder bei der kinderbetreuung?
    auch eine reha eventuell in mutter-kind-einrichtung (mit kinderbetreuung) würde ich in anspruch nehmen. von da aus könnte auch eine teilweise erwerbsminderungsrente (befristet oder unbefristet) in die wege geleitet werden.
    ich denke halbtags zu arbeiten wäre besser. ist ja auch frustrierend sonst immer festzustellen, dass man einfach nicht so kann wie man gerne möchte.
    denk an dich und überfordere dich nicht!


    liebe grüße
    ina

    da es sehr förderlich für die gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. 8) voltaire

  • Liebe Mosicha, liebe Vael, liebe Ina,


    Danke für euren Zuspruch, das hilft mir sehr. Der Alltag nimmt mich so gefangen, dass ich gar nicht so oft an diese Sch...Krankheit denke. Und dann denke ich manchmal, die Umwelt (kollegen, freunde, bekannte) nehmen mich als gesund war - körperlich geht es mir ja auch nicht so schlecht. Und wenn ich dann ein Tief habe, überschwemmt mich diese Last, die zu tragen ist und fühle mich erdrückt. Das eigentliche Ausmaß, was diese Krankheit mit einem anrichtet, kann man als nicht Betroffener nur schwer oder gar nicht nachvollziehen.
    Das Starksein gegenüber den Kindern fällt mir mehr und mehr schwer - ich hoffe, die Reha wird mir gut tun.
    Danke für eure Tipps und das Zuhören.


    Ich wünsche euch eine ruhige Nacht!
    Stefanie