Altes zurücklassen-auf zu neuen Pfaden?

  • Hasenfuss

    jep .. wir zwei reichen uns mal die Hand.. meine Geschichte würde hier den rahmen sprengen , aber er ähnelt deiner...

    du kennst ja meinen Text (nach vorne schauen wenn Gedanken rückwärts gehen) ich habe das konsequent gemacht und mir geht es trotz dem Theater was wir hier gerade wieder haben recht gut.. Ich habe noch nie so intensiv meine Gedanken bewegt und vor allem mal in mich hineingeschaut was ich alles an unnötigen Ballast an und um mich habe. entdecke gerade das gemeinsame Gespräch OHNE sorgen und Nöte (trotz alldem was los ist) mit meinem Mann ..

    hört sich blöde an , aber vielleicht musste alles so kommen, damit man erkennt wer das Schicksal lenkt und das wir mehr auf unsere Stimme hören und nicht auf das was die andern von uns wollen ..

    in diesem Sinne..... ich knuddle Euch mal alle und wünsche Euch das ihr nach Vorne schaut und EUREN weg geht und nicht den der andern ..

    lieben Gruß

    Bettina

  • Ich habe gnadenlos aussortiert, nicht nur die Telefonnummern sondern auch die dazugehörigen Leute auch . Ich habe gelernt Dinge deutlichzu sehen , lebe entschleunigt , achte mehr auf die Kleinigkeiten die in Wirklichkeit bedeutend sind , lebe intensiver und schaue nach vorne ...mache nicht mehr Kompromisse bei denen ich immer den kürzeren ziehe . Habe gelernt das ich mir selber wichtig sein muß und nicht immer nur für andere da sein muß . Mein Mann nennt das gesunden Egoismus. Bei mir haben sich auch Leute nicht mehr gemeldet seid meiner Diagnose Brustkrebs , haben es gerade einmal geschafft mal eine Nachricht über das Handy zu schicken , nicht einmal angerufen haben sie ...vielleicht aus Angst sie müßten sich während des Telefonates damit auseinandersetzen das ich vielleicht auch mal traurig oder ratlos bin , mal selber ein liebes Wort erwartet hätte anstatt immer nur für die anderen so da zu sein wenn uns sehr viele km trennen ......heute denke ich es war für diese Leute nur die reine Neugier um an die neuesten Informationen zu kommen ......ich reagiere da auch nicht mehr denn auf solche Leute kann ich in meinem kümpftigem Leben gut und gerne verzichten .

    Denn ich / wir war(ren) immer für diese Leute da , hatte den Weg ...hier ist von denen keiner aufgeschlagen wegen blabla...Auch in mir sehr naherstehende Menschen die mir unendlich wichtig sind , nein waren habe ich aussortiert mit ihren ach so gefühlvollen Aussagen wie :wir wollen dich schonen und schützen ....wovor Bitteschön ? ...das ist mir zu deutlich dumm Ich bin es leid das diese Leute sich immer wieder benehmen können wie die Axt im Wald oder ein Rudel Wildferkel im Garten und ich soll Rücksicht nehmen und höre dann :

    .... du weißt doch wie er oder sie ist ....nein mit mir nicht mehr !!

    Zudem ist es eine Beleidigung an meine Intelligenz!

    Als der liebe Gott Empathie , Rücksicht , Aufrichtigkeit und Hilfsbereitschaft und so weiter verteilt hat standen die bestimmt in der Schlange vom Currywurststand an

    um als erster dran zu sein .....auch solche Leute die nur immer gucken das sie einen Nutzen davon tragen die brauche ich nicht mehr in meinem Leben ...

    ...die sollen auch wenn es sich sehr hart anhört zurück in ihre Löcher kriechen .

    Mir ist meine Zeit die ich habe viel zu schade um mich mit solchen Leuten zu umgeben .

    Ich habe auch eine sehr liebe Frau hier kennengelernt in der Chemotherapie die vielleicht wirklich eine Freundin werden kann ......und ich bin sehr sehr vorsichtig mit dem Wort Freund Freundschaft .

    Ich habe mich verändert ...ja ...und das war auch mal an der Zeit .....

    heute kann ich nur noch wenige Menschen um mich herum ertragen ....

    ich hatte damals auch schon aussortiert ...aber irgendwie bin ich rückfällig geworden in meine alten Bahnen zurück gefallen ohne es deutlich zu bemerken ....da passiert mir nun nicht mehr !

    Aber ich bin auch sehr dankbar für die Menschen in meinem Leben die mir gezeigt haben wie unendlich wichtig ich Ihnen bin .....sie sind immer für mich da .....

    klar telefonieren wir mehr als das wir uns sehen aber wir leben ja auch 600 km weit entfernt voneinander ....meine Mama und meine Schwester ...


    Und natürlich auch meine beiden Kinder ...meine Augensterne die ich immer lieben werde


    Ja mein Mann ist nicht nur die Liebe meines Lebens sondern auch die Vertrauensperson und mein bester Freund . Er gibt mir die Kraft diesen Krieg zu führen und überstehen er ist immer und ständig für nich da ...er ist stark für uns beide , er steckt auch viel ein ......ich weiß nicht wie ich das alles wieder gut machen kann .....er sagt immer das muß ich auch nicht denn er liebt mich

    Ich sage heute mit erhobenem Haupt es gibt nur noch eine kleine Handvoll Menschen die meine Lieblingsmenschen sind und für die ich durch das Feuer gehen würde .

    Diese harte Zeit hat mir mehr als deutlich gezeigt wer es wert ist und es verdient hat in meinem Leben bleiben zu dürfen .

    Heute laufe ich nicht mehr nur mit einem offenem Herzen herum in dem es sich viele Menschen gemütlich machen durften oder dürfen ...

    sondern auch mit offenen Augen und einem sensibilisierterem Blick hinter die Kulissen der Menschen dafür bin ich wirklich sehr dankbar das ich dieses durch meine Diagnose rechtzeitig gelernt habe .

    Ich bin nun sehr gut gerüstet für mein Leben nach der Brustkrebstherapie ...

    ich liebe es jetzt schon dieses neue Leben 😁♥️

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

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  • kruemelmotte

    <3<3<3<3<3<3<3<3<3<3<3<3

    Danke für diese Worte.. Du hast es genauso geschrieben wie viele es empfinden. … und JA, du hast recht.

    Noch bin ich selber nicht soweit all das genauso zu praktizieren, aber es geht voran ..-

    Ich knuddel dich mal aus der Ferne und schicke dir 100% Hochachtung für deine tollen Worte, Sie haben mich sehr berührt UND mir einen dicken Schubs gegeben das ich nun endlich den Kopf hebe und sage: Ihr könnt mich mal .. entweder geht meinen Weg oder ihr geht Euren Weg. .. ..

    Toll das auch du so einen wunderbaren Mann hast. Ich möchte meinen auch nie wieder hergeben .

    Fühle dich herzlichst Umarmt

    Bettina

  • Liebe kruemelmotte , ich bin hin und weg, du sprichst mir aus der Seele.

    Ich schließe mich Bettina56 an und bedanke mich für diese Worte.


    Im BZ bekam ich den Rat mal beim Seelenklempner vorbei zuschauen.

    Ich habe festgestellt, dass ich das nicht brauche, ich habe doch euch. <3 Das Forum tut mir sehr gut. Hier kann ich auch mal schimpfen oder jammern ohne das mir gleich einer mitteilt, ich hätte vielleicht noch ein Kindheitstrauma zu bewältigen.

    LG und Gute Nacht :*

  • In den letzten Tagen habe ich schöne Heilmeditationen gemacht auf YouTube und meine dirch die Chemo entstandenen Hitzewallungen hatten um die Hälfte abgenommen- hurra. Auch die Todesgedanken und sie Panik hatten sich verflüchtigt. Nun lebe ich in einem Haus in dem viel geklatscht und gestritten wird. Auch über mich wurden schon unsinnige Dinge über mein vermeintliches Liebesleben herum erzählt und ich auch namentlich mit "netten" Ausdrücken betitelt. Nun merke ich wie ich durch die Brustkrebserkrankung immer dünn häutiger werde. Vielleicht auch durch die Wechseljahre. Vielleicht sollte ich einfach wegziehen... Aber wohin? Habt ihr auch solche Aufbruchgedanken oder gar große Veränderungen durch die Krankheit vorgenommen?

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  • Hallo bella777 , Aufbruchstimmung hat bestimmt jeder mal. Wenn du dich da, wo du wohnst, nicht wohl fühlst, such dir was anderes . So ein Wohnungs- und Menschenwechsel kann helfen. Was hast du zu verlieren ? Das wohin hängt bestimmt auch von deinem Arbeitsplatz ab.

    Und ob du lieber Stadt oder Land magst.

    LG Petra

  • bella777

    Wir sind letztes Jahr umgezogen.

    Dabei ist mir erst so richtig aufgefallen, wie viel unnötigen oder doppelten Kram wir haben. Ich habe wochenlang jedes Wochenende Sachen an den Fußweg neben unserem Haus gestellt, Bücher zu einem öffentlichen Regal gebracht, Altkleider entsorgt, Dinge verschenkt und beim Umzug festgestellt, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein war. Ich hätte in der neuen Wohnung grade mal so weitermachen können.

    Trotzdem hat es mir gut getan, mich von einigem zu trennen. Das macht das Leben wieder übersichtlicher.

    Und so habe ich jetzt nach der Diagnose wieder angefangen, Dinge weiterzugeben, die ich nicht mehr brauche. Mein neuer Keller ist übervoll (vorher hatte ich zwei große Kellerräume + Speicher), die Bücherregale quellen noch immer über, obwohl mindestens 20% der Bücher schon fehlen, ...

    Deshalb gebe ich dir einen Tipp: Entschlanke erst mal deine alte Wohnung, bevor du umziehst und einen Lieferwagen voll unnötigen Ballast mit umziehst und dafür viel Geld bezahlst.

    Eine Garantie, dass du dich in eine neuen Wohnung wohl fühlst, gibt es nicht. Das Umfeld und die Nachbarn sind mächtige Einflussfaktoren, die du nur geringfügig beeinflussen kannst.

    Ich bin froh, dass ich jetzt einen Aufzug habe und es meinen Knien deutlich besser geht, aber dafür habe ich jetzt ein neues Problem, das ich erst mal lösen muss und stelle fest, dass das in dem neuen Umfeld definitiv nicht wirklich einfacher ist als vorher, nur eben anders.

    Deshalb lass dir Zeit mit dem Umzug und schau erst mal, was du in der alten Umgebung zuerst noch tun kannst. Und wenn du nebenbei auch noch zufällig die richtige Wohnung findest, dann greif schnell zu, bevor du es dir doch noch anders überlegst...

    LG cat58

  • Liebe cat58

    Eigentlich will ich schon seit 12 Jahren umziehen. Werde es mir also nicht anders überleben. Es sind viele Bösewichte weg gezogen und kurze Zeit später neue Bösewichte ein. Ein Mann und eine Frau haben sich vor paar Wochen furchtbar angeschrien und morgens war der Hausgang voller Blut. Die anderen Nachbarn klatschen ständig oder grüßen nicht Oder machen keine Hausordnung und und und... furchtbar.

    Danke für deine Tipps.

  • Liebe bella777 ,


    ich bin kurz nach Abschluss meiner Behandlung aufs Land gezogen, wo ich jetzt seit ca. 8 Monaten lebe.


    Zuvor wohnte ich fast 8 Jahre in einer Kleinstadt in einem 16-Parteien-Haus. Die Wohnung war schön, hell und sonnig. Es gab auch wirklich sehr liebe Nachbarn, allerdings auch weniger nette und einige, die ich gar nicht kannte aufgrund der ständigen Fluktuation.


    Schlimm war, als genau über mir ein junger, krimineller Mann einzog. Ständig (Tag und Nacht) litt ich unter seinem Getrampel, seiner lauten Musik und lautem Geschreie. Eines Nachts schrie da oben eine Frau so laut und aus Leibeskräften, dass ich befürchtete sie würde umgebracht und die Polizei gerufen habe. Es stellte sich dann heraus, dass die Frau wohl in der Wohnung des jungen Mannes Drogen genommen hatte und einen "Trip" hatte. Die Polizei und Feuerwehr waren mehrmals da. Und das alles während meiner Chemozeit, wo ich so dringend Ruhe gebraucht hätte. Trotz allem wollte ich nicht umziehen, da mir die Wohnung ja gefiel und ich auch nicht die Kraft dazu gehabt hätte.


    Dann kam noch meine blöde Vermieterin und wollte schon wieder die Miete erhöhen - um ganze 100 Euro. Ich habe mich sehr geärgert, da sie zugleich Arzthelferin bei meinem Hausarzt ist und somit über meine Situation Bescheid wusste. Menschlichkeit? Empathie? Fehlanzeige!


    Das hat mir dann den letzten Ansporn gegeben, mich definitiv nach etwas Neuem umzusehen. Und was soll ich sagen.. Es war eine sehr, sehr gute Entscheidung. Ich fühle mich sehr wohl hier, es ist ruhig, und der Vermieter ist sehr nett und menschlich. Auch im Dorf habe ich guten Anschluss, da ich viele Menschen hier schon kannte bevor ich hier wohnte. Ich bereue meinen Umzug also wirklich nicht und bin froh, mich so entschieden zu haben :)


    LG

    Pschureika

  • Ich habe mir am Ende meiner Bestrahlung eine neue Wohnung gesucht und bin mit der Hilfe vieler Freunde umgezogen. Eigentlich hatte ich gar keine Kraft, aber rückwirkend war es das Beste, was ich machen konnte. Ein Aufbruch und Neuanfang sozusagen. ... Wofür auch immer du dich entscheidest wünsche ich dir alles Gute.

  • Ich würde gerne mal hören ob es jemanden gibt der nach seiner Diagnose und Therapieabschluss sein Leben komplett geändert hat. Also nicht nur die Ernährung umgestellt und mehr Sport, sondern im Besonderen auch evt. alten Beruf aufgegeben, Traumwünsche erfüllt....... Und wie habt ihr das (finanziell) bewerkstelligt?

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  • Also ich spiele mit dem Gedanken gerade beruflich eine Entscheidung zu treffen hinterher. Ich kann nicht jeden Tag mit einem schlechten Gefühl zur Arbeit, die Arbeit an sich ist es nicht, macht mir Spaß. Es ist eher das untereinander was es schwer macht.

    Auch privat versuche ich mehr zu schauen was mir gut tut und setzte definitiv eher Grenzen. Mehr Zeit für die Kinder. Für das Leben. Ich bin Aufstocker durch Alleinerziehend , aber ich lege keinen Wert auf Luxus. Kein Urlaub- dafür Garten am See und öfter die kleinen Auszeiten. Zbsp.

    :hug:

  • Mir hat mein Gyn jetzt geraten erst die Antikörpertherapie abzuschließen bevor ich langsam wieder eine Wiedereingliederung (in den Pflegeberuf) mache. Als weiteres empfiehlt sie mir dann auch Abstand von Nachtdiensten zu nehmen. Ich solle immer dran denken das dies alles auch "Risikofaktoren" sind die die Diagnose begünstigt haben.

    Nunja, ich habe mich in der Pflege, bis auf meinem letzten Bereich, nie wirklich wohl gefühlt. Und da mir nun ja gesagt wird, das es evt. Stellenmäßig schwierig wird gleich oder überhaupt wieder in meinen Bereich (trotz Personalmangel) rein zu kommen, mache ich mir schon so meine Gedanken.......


    Ich hätte viele Ideen was ich (beruflich) machen könnte doch bei den meisten Ideen springt nicht wirklich viel finanzielles raus bzw ich müsste wahrscheinlich finanziell erst rein stecken. Wie halte ich dann meinen jetzigen Standart? Das heißt mit allein Berufswechsel ist ja vieles nicht getan.....


    Grundsätzlich bin ich offen für neues, aber ich muss trotzdem auch einen relativ "sicheren" Weg nach vorne sehen. Und den habe ich momentan nicht wirklich:/


    Ich denke ich werde evt. tatsächlich erstmal die Antikörpertherapie abwarten und notfalls in den sauren Apfel beißen und erstmal in einem anderen Bereich die Wiedereingliederung machen. Grundsätzlich habe ich ja meinen Platz im Haus auch sicher und brauch mir darum weniger Gedanken machen. Aber wie gehts dann weiter..............?

  • Liebe Der Lotte , ich habe nach meiner ersten Krebserkrankung eine Weltreise gemacht. Ich arbeite auch in der Pflege. Mir war vorher eigentlich klar, sowas geht nicht, denn sonst müsste ich die Leitung abgeben. Aber ich habe begonnen zu verhandeln, zu sparen und zu planen. Und nach drei Jahren konnte ich 7 Monate weg.

    Das ist jetzt 4 Jahre her und ich hätte es nie gemacht ohne die Erkrankung!

  • Liebe Der Lotte ,


    Ich bin so ein Exemplar, wo sich alles geändert hat..

    War ich zuvor selbständig mut 60 Stunden Woche, so bin ich derzeit (noch) vorläufig berufsunfähig berentet. In 2 Jahren wird sich entscheiden, ob das endgültig ist..


    Meine Existenz ist damit zumindest derzeit gesichert ( wie das in 8 Jahren sein wird, wenn nur noch weniger als 50% des Geldes reinkommen, wäre ne andre Frage.. aber da ich noch einen Gatten hab, der verdient, muss ich wohl nicht verhungern..).. abgesehen davon: wer weiß schon, was in 8 Jahren sein wird. ?!


    Ich bin nun zu Hause, schmeiße da den Laden, und hab zeit für mich- Sport, Kunst..