Kein Tabuthema

  • hallo


    als ich meine Diagnose vor 4 wochen bekommen habe, war ich erstmal zutiefst geschockt und hab nur geheult. Ich wollte aber alle meine lieben Menschen an meiner Erkrankung teilhaben lassen und habe es ihnen mitgeteilt; per telefon, email oder sms. danach das telefon ausgeschaltet und auf Arsch lecken geschaltet. Mittlerweile hab ich eine totale Kontaktzentrale, alle kümmern sich rührend um mich, sind natürlich besorgt und wollen alles wissen. Ich finde es ganz wichtig das meine Krebserkrankung kein Tabu ist, denn es könnte jeden treffen und nur gemeinsam ist man stark. Ich führe tagebuch für mich und auch ein Tagebuch online für meine liebsten so sind sie immer auf den laufenden. ich muss es ja nicht an die Hauswand schreiben. Ohne meine lieben hätte ich auch nicht so viel kraft, das alles durch zustehen


    alles liebe sally :rolleyes:

  • liebe sally. genauso hab ich es auch gemacht. nach diagnosestellung raus aus dem kh und meine familie informiert. waren natürlich erst mal alle geschockt, aber nun läuft das leben so weit wie mgl. wieder normal. da ich kräftemäßig nicht so kann, wie ich gern möchte, bekomme ich von allen viel unterstützung! :-)

  • Liebe Sally! Liebe Rose!


    Dem kann ich nur zustimmen. Schon als die Diagnose gestellt wurde, habe ich mich geoutet.
    Das war gut so, dadurch habe ich sehr viel Aufmerksamkeit und Hilfe gefahren,
    die ich heute immer noch brauche.
    Ich würde es wieder so machen.


    Liebe Grüße


    Gabriele

  • Hallo zusammen,
    nach meiner Diagnose habe ich auch alle informiert. Es sind auch alle (Familie und Freunde) für mich da gewesen, ob zu Hause oder im Krankenhaus. Aber jetzt, 5 Monate nach Diagnosestellung und OP´s, jetzt, wo ich sie wirklich brauche, haben sich die meisten wieder zurückgezogen. Alles läuft wie vorher weiter. Das beschäftigt mich schon sehr. Vielleicht bin ich ungerecht, aber ich hätte mir gerade für die Zeit danach doch mehr Unterstützung gewünscht. Wenn ich Frage, gibt es die Zeit nicht her und ich werde auf später "vertröstet". Oder auch direkte Antworten wie, "Du hast doch das Schlimmste überstanden!" Ich möchte natürlich auch niemanden zur Last fallen, daher schweige ich mittlerweile. Aber ein bisschen weh tut das schon.


    Aber ich bin zufrieden, dass ich nicht ganz alleine bin und auch hier bei Euch sein kann. :)
    DANKE und gute Nacht
    Romy

  • Also ich finde, es ist für viele sehr wohl ein "Tabuthema", was ich selbst auch erfahren musste.
    Selbst Leute aus dem nahen Umfeld haben sich zurück gezogen. Schade...und das nur, weil einen dieser Krebs erwischt hat und einige damit offensichtlich nicht umgehen können-
    Wir müssen wohl alle noch viel lernen...


    LG,
    Nicole

  • Hallo,


    auch ich habe erfahren müssen, dass manch einer nicht mit Erkrankungen umgehen kann. Glücklicherweise war es in meinem Fall nur eine "Freundin". Solange ich gesund war,ihr helfen konnte und bei Wehwehchen zur Seite stehen konnte, ging alles gut. Als ich ihre Ratschläge nicht annehmen konnte, (Heilpraktiker-kann ich mir nicht leisten) empfand sie meine Reaktion aggressiv, dabei war es meinerseits mehr Sarkasmus. Auch als sie erfuhr, dass ich das volle Programm mit Chemo und Bestrahlungen absolvieren werde, kam Unverständnis (damit machst du deinen Körper erst recht kaputt). Hierzu muss ich gestehen, dass ich, solange ich gesund war, selbst daran gezweifelt habe ob ich im Falle einer Krebserkrankung diesen Weg auf mich nehmen würde. Nun ist der Fall eingetreten, und kurz vor Beginn der Chemo kamen mir Zweifel ob ich das alles wirklich will. Besonders meine Hausärztin, die immer für ich da ist, bestärkte mich darin, den Kampf aufzunehmen. Es bleibt ja immer die Option die Behandlung abzubrechen. Da ich die Chemo bis jetzt gut vertrage und die schlimmsten (befürchteten) Nebenwirkungen sich in Grenzen halten, mache ich weiter.


    Andere Leute, die durch meine Mutter von der Krankheit erfuhren und zu denen ich früher eher selten Kontakt hatte,kommen auf mich zu und kümmern sich rührend um mich. Von allen Seiten wird mir Hilfe angeboten, die ich zur Zeit glücklicherweise körperlich noch nicht benötige. :) Aber es ist beruhigend zu wissen, dass es viele liebe Menschen gibt, auf die ich mich verlassen kann, und die sich für mein Wohlbefinden interessieren. Jetzt muss ich nur noch lernen die Hilfe an zu nehmen, denn seit einigen Jahrenkämpfe ich mich fast alleine durch. Meine Mutter ist immer für mich da. Sie ist seit einigen Jahren wieder die wichtigste Person in meinem Leben. Sie ist großartig und erstaunlich stark. So, da es mir heute wieder richtig gut geht, werde ich jetzt zu ihr fahren damit sie sich selbst davon überzeugen kann. :thumbsup:


    Liebe Grüße an Alle, Bienchen

    Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. (Goethe)

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  • Hallo in die Runde, :rolleyes:


    ich möchte hierzu einige Erfahrungen einbringen, die ich machen durfte. Und ich habe Änderungen bewirkt, die mich nicht mehr so belasten. ^^


    Auch ich habe einige - nahe- Menschen während meiner Therapie von einer neuen Seite kennen gelernt. Vorher durch dick und dünn,dann der Krebs. Das ist für manche zuviel. Trauer und Erschütterung hat auch mich bewegt, bzw. eher gelähmt. Ausgerechnet du lässt mich im Stich war in meinem Herzen. Aber über meine Lippen kam kein Wort. Tabu- still schweigen. :S Aushalten. X(


    Ich habe mich mit einer gleichfalls betroffenen Freundin über dieses Thema heftig auseinander gesetzt. Und dabei gelernt: Menschen haben Angst. Vor diesem und jenem. Besonders vor Dingen, die sie nicht kennen. Und die sie nicht beeinflussen können. Ich würde z.B.nie einen Motor auseinander bauen, da ich ja keine Ahnung auf diesem Gebiet habe. Das ist also auch tabu für mich.
    Wenn mein Leben davon abhängt, lasse ich alle Vorbehalte fallen und versuche das System zu verstehen und zerlege das Teil dann evtl. doch.


    Was konnte ich also tun, um mich nicht mit sogenannten faulen Ausreden abspeisen zu lassen, die mir hier und da präsentiert wurden?
    Am Ball bleiben sollte ich. Ich sollte nachfragen,< wann passt es dir, wenn es jetzt nicht geht?>
    Habe ich erfolgreich gemacht. :D
    Ich sollte sagen: <stimmt, das schlimmste ist vorbei. Dennoch geht es mir heute so, dass ich einen Freund brauche. Kannst du das heute für mich sein?> :S Hat geklappt.


    Am Ball bleiben musste ich lernen. Ich hatte mich ja jahrelang in vieles gefügt, mich oft abspeisen lassen.
    Ich durfte lernen, dass diese freundliche Beharrlichkeit belohnt wurde. Ich habe kräftig geübt und bekommen, was im Moment wirklich wichtig war. Nähe und Halt durch eine andere Person.


    Jetzt gebe ich genau dieses Wissen weiter an Menschen, die ähnlich fühlen. Therapie geschafft, und dann sollst du gesund und froh sein. Jederzeit wieder die - Alte -? Das geht so nicht!!


    Ich kann sagen, mir hat genaues hinhören auf die Begründung, und am Ball bleiben mit meiner Bitte sehr viel Kummer erspart. ^^


    Ich wünsche euch Kraft und Heilung und die Fähigkeit, zu lernen, gut für euch zu sorgen.


    phönix

  • Hallo Ihr Lieben!


    Das Problem kenne ich auch.
    Jetzt wo ich alle Therapien hinter mir habe, lässt das Interesse nach
    und viele sind wohl der Meinung, dass ich jetzt wieder "die Alte " sein sollte.
    Zum glück habe ich hier auch Leidensgenossinnen, denne es so geht wie mir,
    sie sind einfach noch geschwächt.
    Mein Orthopäde sagte mir, dass die Chemo ja noch im Körper drin sitzt
    und es mindestens ein Jahr dauert, bis sie aus dem Körper raus ist.
    Mein Onkologe sagte mir das Gleiche.
    Meine Freundin, die vor 5 Jahren an Brustkrebs erkrankte, quält sich heute noch mit Schwäche herum.
    Ich habe jetzt einfach angefangen, das den Leuten zu erklären.
    Vielleicht können einige Leutchen damit umgehen.


    Es ist schön hier zu sein und sich mit Euch darüber auszutauschen.


    Liebe Grüße


    Gabriele

  • Hallo phönix,
    "am Ball bleiben" finde ich gut, auch wenn ich das natürlich erst noch lernen muss :S - die Sache mit dem "Freund" hat mir besonders gut gefallen. Das werde ich in meinem Kopf abspeichern und bei Bedarf sagen. :)
    Nur manchmal tut es eben weh, die Antworten und Aussagen zu hören. Da fällt mir dann in diesem Moment auch nichts zu ein - ich bin dann einfach nur traurig und enttäuscht. Aber Dank Deiner Erfahrung kann ich jetzt schon anders reagieren.


    Danke und liebe Grüße
    Romy