Akkupunktur,Ozonbehandlung,Vitaminpräparate ???

  • Wer hat Erfahrung während der Chemo mit Akkupunktur,einer Ozonbehandlung oder Vitampräparaten gemacht?
    Habe Brustkrebs und bekomme nun 24 mal eine Chemo,anschließend meine brusterhaltene OP.
    In einer Privatpraxis für ganzheitl.Medizin wurden mir nun einige Vorschläge unterbreitet,wie ich die Verträglichkeit der Chemo verbessern könnte...natürlich zahlt das nicht die Kasse.
    Wer hat mit solchen Behandlungen Erfahrungen gesammelt?
    Die Blutuntesuchung für die Bestimmung von versch.Vitaminen,Selen,Zink usw. hat alleine an die 300 € gekostet.
    Wer hat während der Chemo auch Selen eingenommen?
    Bin dankbar für jeden Beitrag,danke lg


    danker27

  • Liebe Danker,


    nach einer Krebsdiagnose haben - ebenso wie Du - viele Menschen das Bedürfnis, neben der konventionellen Behandlung mit Chemo und Bestrahlung noch zusätzlich etwas für sich zu tun. "Ich tue alles, um wieder gesund zu werden" - das gibt einem einfach ein gutes Gefühl. Allerdings ist durchaus Vorsicht geboten.


    Bei der Verabreichung von Vitaminen und Spurenelemente, also Produkten, die unter das Schlagwort "Nahrungsergänzungsmittel" fallen, ist man heute der Meinung, dass diese nur dann erforderlich sind, wenn tatsächlich ein "Mangel" vorliegt. Von einer Ozonbehandlung habe ich bisher bei Brustkrebs eher selten gehört. Häufiger wird mit Mistelpräparaten gearbeitet, die aber von den Krankenkassen nur noch bei metastasiertem Brustkrebs bezahlt werden. Und Akupunktur soll z.B. hilfreich sein gegen Übelkeit vor und nach der Chemotherapie (aber da gibt es auch sehr wirksame schulmedizinische Medikamente).


    Insgesamt solltest Du ganz genau hinschauen, für welche komplementären Therapien Du Dich letztlich entscheidest. Denn Krebs ist nicht zuletzt "das Geschäft mit der Angst". Und so werden Krebspatienten vielfältige Therapien zu oft außergewöhnlich hohen Kosten angeboten, ohne dass ein Nutzen tatsächlich erwiesen ist. Manches hilft wirklich nur dem Geldbeutel desjenigen, der die Therapien verkauft.


    Schau Dich doch einmal im Bereich "komplementäre Behandlungsmethoden" https://forum.frauenselbsthilfe.de/index.php?page=Board&boardID=21 ein bisschen um. Dort gibt es schon einige interessante Infos zu diesem Thema.


    Und noch etwas ganz Wichtiges: Nimm nichts ein, ohne mit Deinen behandelnden Onkologen gesprochen zu haben! Viele - auch frei verkäufliche - Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ergeben eine Wechselwirkung zur Chemotherapie, manchmal sogar mit der Folge, dass die Chemo nicht mehr so gut wirkt, wie sie das eigentlich soll.


    Ich wünsche Dir, dass Du genug Informationen bekommst, um dann die für Dich richtige Entscheidung zu treffen!


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich verschiebe dieses Thema in den Bereich "Unsere Themen" "Wie helfe ich mir selbst" "komplementäre Behandlungsmethoden".


    Dort ist der bessere Ort für eine ausführliche Diskussion.


    Grüssles


    Saphira

  • Hallo Danker,


    auch ich wollte neben der Schulmedizin noch etwas für mich selbst tun. Deshalb habe ich mich nach meiner Brustkrebs-Diagnose Anfang 2005 für eine Misteltherapie entschieden, betreut von einer antroposophischen Praxis und in Absprache mit meinen behandelnden Onkologen.


    Ob es mir wirklich geholfen hat, weiß ich nicht. Ich bildete mir ein, dass ich dadurch die Chemozeit besser hinter mich gebracht habe, was aber durchaus auch der Placebo-Effekt (dass es den gibt, daran glaube ich fest) sein kann.


    Als nach ca. 1 1/2 Jahren ein Lokalrezidiv auftrat, habe ich die Misteltherapie abgebrochen. So nach dem Motto: hat ja auch nix geholfen. 8) . Seither nehme ich keine Komplementärmedizin mehr in Anspruch - und es geht mir trotzdem gut :) .


    Also informiere Dich genau über das, was Du machen möchtest, denn der Kostenfaktor ist nicht zu unterschätzen, da eine Krebserkrankung normalerweise doch gewisse finanzielle Einbußen mit sich bringt.


    Viele Grüße


    Tubi

  • Hallo Danker,


    Als ich meine Diagnose bekam, wollte auch ich unbedingt etwas tun um bei der Genesung mitzuhelfen. Wenn ich selber etwas tun kann, fühle ich mich nicht so ausgeliefert.
    Aber was? Ich finde es auch sehr wichtig, ALLES mit dem Arzt abzusprechen. Ich nehme immer im Winter Johanniskraut, das tut mir gut. Und ist ja nur etwas pflanzliches. Und dann musste ich lernen, dass dieses Kraut die Chemo negativ beeinflusst...

  • Hallo Danker!


    Bei mir ist es schon 7Jahre her, als ich die Diagnose Brustkrebs bekam. Ich bekam auch Chemotherapie , Operation und Bestrahlung. Während der Chemotherapie durfte ich laut meiner Ärzte keinerlei Vitaminpräparate oder ähnliches einnehmen. Ich habe mich dann mit viel spazieren gehen und walking beholfen. Die frische Luft und die Naturtaten mir sehr gut,das war Abwechslung und Ablenkung für mich. Ich vertrug die Chemo dadurch- glaube ich- und mit Hilfe der Medikamente gegen Übelkeit ganz gut. Auch nachher hatte ich wenig Probleme mit Nebenwirkungen . Ich habe gehört dass Präparate bestehend aus Natriumselenit, pflanzlichen Enzymen und Lektinen ganz sein sollen, aber obdas stimmt, und ob man das während der Chemotherapie nehmen darf, weiss ich nicht. Da musst Du deinen Arzt fragen.


    Viele Grüße und alles Gute für Dich ;) :P


    alesigmai 52

    Einmal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Gemäß den Forumsregeln (Werbung) bitte keine Medikamentennamen nennen. Der Name des genannten Präparats wurde daher gelöscht. Grüssles Saphira

  • Hallo zusammen,


    eine gute Adresse für Informationen über naturheilkundliche Verfahren, zusätzlich zu onkologischen Therapien, ist ein Professor in Köln.


    Liebe Grüße von der Branwen

    2 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Name des Professors entnommen, da Namensnennungen von Ärzten und Kliniken nicht gestattet sind. Grüssles Saphira

  • Danke für eure tollen Beiträge.
    Meine Klinik hat mir jedoch von jeglichen komplementären Behandlungen abgeraten.
    Angeblich wäre wisenschaftlich überhaupt nicht bewiesen,daß Vitaminpräparate oder Akkupunktur und ähnliches helfen würden.
    Da ich in einer sogenannten bestimmten Studie drinnen bin,wie wahrscheinlich viele von euch auch,vermute ich,daß die Nebenwirkungen nicht beeinflußt werden sollen,um so klare Testergebnisse für die Studie sammeln zu können...
    bei mir funktioniert es momentan noch ohne jegliche andere Unterstützung,da ich die Chemo ganz gut vertrage,somit habe ich die komplementären Behandlungen jetzt auch erst mal auf Eis gelegt.


    Zu alesigmai52:
    Das mit der Bewegung ist bei mir auch so.Laufe ich nach der Chemo die 8 km gemütlich nach Hause,
    geht es mir die nächsten 2 Tage besser,wie wenn ich mit dem Taxi fahre.Glauben tut mir das keiner so Recht,aber ich spüre,daß es mir gut tut.

  • Hallo Danker,


    Es ist doch prima, dass Du bisher die Therapien so gut verträgst, dass Du nicht den Eindruck hast, noch irgendetwas Zusätzliches tun zu müssen :) .


    Und behalte das mit Deinen Spaziergängen ruhig bei, denn dass moderate Bewegung während der Chemo gut ist, dazu gibt es, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sogar Studien. Muss Dir ja keiner glauben, dass Du Dich damit besser fühlst - Hauptsache ist doch, dass Du es so empfindest :D .


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo,


    Ich lasse mich während der Chemo mit chinesischen Heilpilzen (Kapseln) behandeln.
    Der Therapeut musste wissen, was für ein Krebs und was für eine Chemo ich bekomme.
    Anhand dieser Daten hat er die Pilze zusammengestellt.
    Ich muss zwar 3 mal täglich 7 Kapseln zum essen schlucken, abe ich glaube die helfen mir sehr.
    Und mein Onkologe ist damit einverstanden.


    liebe Grüsse
    Doris

  • Hallo Doris,


    schau Dir mal den Beitrag von Flora (vom 18.04.) an; da ist alles, was Komplementärbehandlungen betrifft, gesagt bzw. geschrieben.


    Aber wenn Du daran glaubst, daß es Dir zusätzlich helfen wird, dann mach es. Wenn es Dir schaden würde, hätte der Onkologe es Dir schon gesagt.


    Wenn ich mal fragen darf: Was kosten diese Kapseln?


    Liebe Grüße in die Schweiz
    Bärbel

  • Hallo Bärbel,
    In den asiatisch Ländern wird immer eine krebs-Therapie zusätzlich mit Heilpilzen behandelt.
    Ja und sie tun mir gut. Ich habe keine Nebenwirkungen der chemo, und das ist die Hauptsache.
    Leider weiss ich noch nicht was die Tabletten kosten, ich habe noch keine Rechnung bekomme.
    liebe Grüsse
    Doris

  • Hallo Doris,


    ich habe letzte Woche einen Beitrag im Fernsehen über ajurvedische Medizin gesehen. Da ist eine Frau an - ich meine Leukämie - erkrankt und hat sich in Indien zusätzlich von einem ajurvedischen Arzt behandeln lassen.


    Ihr ging es danach wieder gut und sie wurde gesund.


    Schön, daß Du keine Nebenwirkungen der Chemo hast.


    LG
    Bärbel

  • Hallo Ihr,
    ich persönlich habe gute Erfahrungen mit der komplementär Medizin gemacht - In der Nhk Abteilung an meiner Klinik und in der Kur -und stehe dem eigentlich sehr offen gegenüber . Einige Dinge finde ich dabei allerdings wichtig zu beachten:


    • Auch für diese Dinge gibt es Experten, und ich denke es lohnt sich, nicht einfach auf eigene Faust zu experimentieren.
    • Auch bei der Naturheilkunde gibt es keine Einhheitslösung. Das was für den einen gut ist muss für den andern noch längst nicht taugen, genauso muss das, was mein Körper vielleicht vor einem Jahr noch brauchte in einem Jahr nicht mehr nötig, dafür aber später mal wieder aktuell sein.
    • Ein weiterer wichtiger Gedanke den ich aufgeschnappt habe, ist es diese Dinge als Heil-Impulse zu verstehen und nicht als Dauerreize. Also ab und zu mal ne Pause und dann wieder mit dem Mittel seiner Wahl durchstarten kann auch hilfreich sein.
    • Und zu guter letzt sollte mich die Mittelchen nicht arm machen.


    Bisschen lang und theoretisch, aber ich hoffe es war hilfreich für euch. ;)


    @Dogei: Ich find es übrigens klasse, das Du es so offen mit Deinem Onkologen besprechen konntest. Habe ich auch immer so gemacht, denke damit fährt man gut. Einfach mal aus Neugier: sind die Ärzte in der Schweiz eigentlich offener was Nhk und sowas angeht? Weiss nicht wieso, aber irgendwie habe ich so einen Eindruck. Und dann würde mich nochmal interessieren, ob das Dir ein Klinikarzt empfohlen hat?


    viele Grüße
    madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Hallo Madita,
    Ja bei uns sind die Ärzte ziemlich offen für TCM (traditionelle chinesische Heilmethode ). Bei der Ausbildung neuer Ärzte gib es neu sogar ein Fach NHK, in der Schweiz .
    Ich habe einen Therapeut, der hat die Ausbildung gemacht.
    Ich lasse mich seit ein paar Jahren von ihm behandeln. Sei es Rückenschmerzen, Wechseljahrbeschwerden,
    Oder andere Wehwehchen.
    Mit Akupunktur oder schröpfen usw.


    Die Therapie ist begleitend zur Chemo.


    liebe Grüsse
    Doris

  • Wow ihr glücklichen Schweizer....ihr habt die Berge, und die Schokolade..
    und TCM offene Ärzte, ich glaub ich zieh um ;) .
    Nein aber ohne Quatsch, zum Glück gibts in meiner Stadt/Klinik auch eine TCM Ambulanz und eine integrative Onkologie, Tagesklinik und PIPAPO, das fühlt sich einfach gut an.



    Mit der Akkupunktur hab ich übrigens gute Erfahrungen während der Chemo gemacht, hat mich echt aufgebaut, und von den tauben Finger ist auch kaum noch was zu merken.
    Schröpfen war gut nach der großen Op wegen der Rückenbeschwerden. Hab ich dann auch noch eine Weile zu Hause gemacht.


    Deine Pilze würden mich einfach mal so interessieren.


    liebe Grüße
    madita
    Ja hab ich angeschaut klingt interessant, werd auch nochmal bei meiner Ärztin nach den Pilzen fragen danke.
    Kleiner Tip, nimm den aber jetzt lieber wieder raus den Link. Könnte als Werbung gesehen werden ;) .


    nichts für Ungut
    Madita

    „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“ Franz von Assisi

  • Hallo,


    auch wenn das Thema schon etwas zurück liegt:
    Mich würden interessieren, ob bzw. welche komplementären Behandlungsmethoden Ihr NACH der Chemo angewendet habt?


    Da ich seit meiner Hormonschlacht (Zoladex, Tam) einem fast unzumutbaren Gefühlskarussell (ich kann nur für mich selbst sprechen) mit einhergehenden Depressionen ausgesetzt bin, habe ich meine Ärzte aufgesucht. Ich war bei meiner Onkologin, dem Chefarzt des Brustzentrums und meiner Frauenärztin. Alle 3 wollten mir Antidepressivum verschreiben. Ich habe Ihnen meine Beweggründe geschildert, warum ich das nicht einnehmen möchte. Mein Körper hat die letzten 20 Monate genug mitgemacht. Ich sagte Ihnen auch, das ich auch bereit wäre alternativen auszuprobieren. Diese wurden mir nicht einmal angeboten!!
    Ich bin dann noch zu meinem Hausarzt, weil ich nicht mehr weiter wusste und habe ihm meine Situation auch noch einmal geschildert. Er meinte dann, wenn ich nicht hinter der Entscheidung meiner Ärzte stünde und dieses Medikament nicht nehmen möchte, dann soll ich es bleiben lassen. Alternative (für mich) ist jetzt eine Akupunktur und - wenn es nach meinem Muskelfaserriss wieder möglich ist - viel Sport.
    Die Kombination tut mir sehr gut. Das einzige was mir noch fehlt ist ein Psychotherapeut.


    LG Mäusel

    Denke nicht so oft an das, was dir fehlt,
    sondern an das, was du hast!

  • charlotte2020 zu Brustkrebs direkt nicht, aber mit Ozontherapie habe ich mal Erfahrungen gesammelt. Vor einigen Jahren ging es mir dreckig, schulmedizinisch war ich aber kerngesund. Eine offzielle schulmedizinische Diagnose hatte ich nicht. Ich war dann bei der Heilpraktikatin die man auch (zumindest damals) aus den Medien kannte. Über die Dunkelfeldmethode hat sie bei mir dann eine Art Boreliose Infektion diagnostiziert (komischweise bekam fast 90% ihrer Patienten genau diese Diagnose, die man wohl auch nur über diese Dunkelfeldmethode diagnostizieren kann und ab und an war wohl auch mal ein Fall von Brustkrebs dabei) Und jeder Patient bekam dann diese Ozontherapie. Viel Geld habe ich bei der gelassen. Nach ca 10 sitzungen schaute sie sich das Blut wieder mit der dunkelfeldmethode an und angeblich wäre die Infektion dann weg gewesen. Kann man glauben oder auch nicht. Ich persönlich habe mich nach dieser Therapie zumindest nicht wirklich besser oder schlechter gefühlt, sprich einen Effekt......außer ein leerer Geldbeutel habe ich nicht gespürt.:/


    Für mich persönlich fällt diese Therapie unter "Humbug". Ich habe auch ehrlicherweise von keinem Patienten direkt eine wirkliche Veränderung/Verbesserung gehört. Aber wie gesagt, das sind nur meine Erfahrungen.;)