Folgen eines Gentests

  • hallo, habe gestern einen Termin beim Genetiker gehabt. Das Ergebnis war negativ. Welche Auswirkung hat das jetzt? Kann es sich irgendwie auf meine Chemotherapie auswirken, der Krebs bleibt trotzdem hormonabhängig.

    2. Aussage war auch etwas komisch, weil der Genetiker meinte ich solle mich darüber freuen? ???????

    Habt ihr vieleicht dafür ene Erklärung?

    LG

  • Juni2019 Ich bin auch negativ getestet worden. Ich denke mit freuen meinte er, dass du nun ein kleineres Risiko hast erneut zu erkranken, an der anderen Brust zu erkranken und das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken ist auch nicht gegeben. Außerdem würdest du das Risiko nicht weiter vererben an deine Kinder. Das sind wohl die Gründe über die du dich freuen darfst.


    Auf die Therapie hat das Ergebnis keinen Einfluss nur auf die Nachsorge.

  • Juni2019

    Ich habe mich über meinen negativen Test sehr gefreut. Kann dich aber verstehen, ging mir beim Staging so, alles freute sich und war erleichtert ich nur: naja, worüber soll ich mich freuen, die Katastrophe ist nur nicht noch schlimmer.


    Bei dem test habe ich mich aber gefreut wegen etwaiger Risiken für andere Krebsarten und meine Verwandtschaft kann etwas wahrscheinlicher heil davon kommen.

  • Hi Juni2019 , ging mir ähnlich wie dir, als ich mein negatives Ergebnis bekam. Ich fühlte mich so ein bisschen wie BK TN zweiter Klasse. Aber nur zunächst, denn ein Grund zur Freude ist aber schon weil:

    Es gibt keinen Grund, vorsorglich deine weiblichen Unterleibsorgane rauszuschnippeln.

    Es gibt keinen Grund, vorsorglich die zweite Brust wegzuschnippeln.

    Es gibt keinen Grund, deine Verwandschaft zu beunruhigen.


    Nachtteile:

    Bist nicht im Hoch-Risiko-Sektor und bekommst deswegen schwerer ein Brust-MRT. Studienlage auch enorm schwach bei TN und BRACA negativ. Aber dein Tumor ist ja scheinbar hormonsensitiv und da hast du noch jede Menge Pfeile im Köcher.

  • hallo ihr lieben,


    Meine Mutter hat brustkrebs und war heute beim Gentest. Da so viele aus der Familie erkrankt sind, geht man davon aus, das sie das in ihren Genen trägt . Was genau bedeutet das? Kann man sie nicht mehr heilen? Müssen die brüste und eierstöcke entfernt werden? Mich wird es ja höchstwahrscheinlich auch treffen und ich habe Angst. Ich werde auf jeden Fall auch einen Gentest machen. Muss ich mir auch brüste und eierstöcke und vllt sogar die Gebärmutter entfernen lassen? Ich möchte so gerne noch kinder haben und bin erst 23 :(

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Hallo Ilas5 ,

    erst einmal tief durchatmen und das Gedankenkarrussel abbremsen bitte!

    Also: als erstes wartet ihr jetzt mal auf das Ergebnis des Gentests Deiner Mutter und lasst es Euch in aller Ruhe erklären.

    WENN sie bei Deiner Mutter eine genetische Ursache finden, dann erst, kann Du Dir überlegen, ob Du Dich testen lässt. Insbesondere bei gesunden Menschen, machen sie den Test nur nach ausgiebiger Beratung in einem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Da wird dann auch schon einmal darüber gesprochen, was es heißen kann, wenn ein Testergebnis positiv ausfällt. Danach gibt es eine Bedenkzeit, bevor überhaupt getestet werden.

    Die bei Brustkrebs "üblichen" Genveränderungen sind BrCa1 und BrCa2, bei diesen beiden ist da Risiko für Brust- und Eierstockkrebs deutlich erhöht im Vergleich zur Normalbevölkerung. Es gibt noch einige weitere, bei denen die Risiken wohl nicht so extrem hoch sind, aber bei denen kenne ich mich nicht so aus.

    Sollte Deine Mutter BrCa1 oder 2 positiv sein, kann man evtl. die Behandlung etwas anpassen und sie kann sich überlegen, Brüste und Eierstöcke zu entfernen. Ansonsten wird bei Brustkrebs mittlerweile soweit möglich brusterhaltend operiert.

    Solltest Deine Mutter positiv sein und Du Dich dann testen lassen, hast Du eine Chance von 50:50, dass Du auch ein positives Genergebnis bekommst. Solltest Du auch positiv getestet werden, hast Du die Wahl zwischen einer intensivierten Vorsorge oder prophylaktischen Operationen. Mit 23 werden sie Dir kaum die Eierstöcke entfernen. Das wird meist erst um die 40 gemacht (bzw. ca. 5 Jahre vor dem jüngsten Erkrankungsalter in der Familie). Ob Du Dir die Brüste prophylaktisch entfernen und evtl. auch wieder aufbauen lässt, ist dann ein anderes Thema. Du könntest dann zwar ein eventuelles Baby nicht stillen, aber das können andere Frauen aus anderen Gründen auch manchmal nicht.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Testergebnis Mutter abwarten =>wenn positiv =>für Dich überlegen.


    Auf jeden Fall gründlich beraten lassen. Gerade in jungen Jahren sollte ein Gentest gut überlegt sein (Stichworte: Arbeitgeber, Versicherungen. Was man nicht weiß kann man nirgendwo angeben)

  • ich bin auch BRCA1-Genträgerin. Meine Urgroßmutter ist 1930 im Alter von 31 Jahren an Brustkrebs gestorben. Meine Mutter hat den Eierstockkrebs vor 6 Jahren im Alter von 59 erfolgreich besiegt. Sie wurde genetisch getestet und hat das BRCA1 Gen. Meine Geschwister haben es nicht. Ich bin die einzige die es auch hat. 2017 habe ich mich testen lassen und mit dem positiven Gentest jede Menge zusätzlicher Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen. Ich wollte mir mit 35 Jahren (das wäre nächstes Jahr gewesen) die Brüste entfernen lassen, um das Brustkrebsrisiko ganz gering zu halten. Vorher wollten wir gerne noch ein Kind, das ich eben wie mein erstes unbedingt stillen wollte. Schwanger bin ich (zum Glück!) nicht geworden. Stattdessen wurde bei mir ein Triple negativ Brustkrebs festgestellt der jetzt erstmal mit Chemo behandelt wird. Nach der Chemo, gibts ne OP (werde mir beide Brüste direkt entfernen lassen) und Bestrahlung.

    Wenn ich geahnt hätte, was das alles mit sich gebracht hätte, hätte ich mir am liebsten vor 2 Jahren die Brüste entfernen lassen. Krebs ist eben einfach 1 Ars..loch!

  • Liebe Ilas5 ,


    ich bin 35 und auch Genträgerin. Ich bin mit 34 Jahren an Brustkrebs erkrankt, habe alle Therapien bisher gut ertragen, meine Brüste wurden entfernt und wieder aufgebaut. Es geht mir gut. Ich kann Deine Angst absolut nachvollziehen. Wie Heideblüte schon sagt: Warte erst einmal das Ergebnis Deiner Mutter ab. Dann überlege, Deine weiteren Schritte. Eine Gendisposition bedeutet nicht, dass man Krebs bekommen muss, es ist ein erhöhtes Risiko dafür. Lass Dich gut beraten. Durch meine Erkrankung hat meine Familie natürlich unfreiwillig auch von der Genetik erfahren. Ich habe miterlebt, wie unterschiedlich die einzelnen Verwandten reagieren. Einige lassen sich testen, andere nicht. Ich kann mir vorstellen, dass Du Dich wie auf einer tickenden Zeitbombe fühlst und deswegen große Angst hast. Aber nochmal: Die Genetik erhöht das Risiko. Du kannst auch Genträger sein und nicht erkranken. Es kommt auch immer auf das spez. Gen an, welches betroffen ist. Am Besten vereinnbarst Du einen Termin in einem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Dort wirst Du gut beraten. Ich war damals leider erst bei einem niedergelassenen Genetiker, der mir mitten in der Chemotherapie, alle Krebsarten an den Kopf warf und meinte "sie haben diese Mutation in jeder Zelle....". Das hat mich absolut fertig gemacht. Mein Immunsystem ist kollabiert und ich musste ins Krankenhaus. Es kommt sehr darauf an in guten Händen zu sein. Den Rest schafft ihr. 🤗 Ob es nun so ist oder nicht, gilt es erst zu prüfen. Unabhängig davon ist es kein Todesurteil. Ich bin ja auch noch da. 😉