Warten...und Angst

  • Ich will euch ein wenig über mich erzählen. Ich stehe noch ganz am Anfang, bin entsprechend unsicher und mache mir große Sorgen, wie es weitergehen soll. Ich bin letztes Jahr 50 geworden und damit in das Mammographieprogramm gerutscht. Letzten Monat hatte ich die Untersuchung und bin da frohen Mutes hinmarschiert, 100 % sicher, dass alles in Ordnung ist. Um so geschockter war ich, als wenige Tage später der Brief kam. Da stand nur etwas von "Auffälligkeiten ", die abgeklärt werden sollten. Nach der erneuten Mammographie mit Vergrößerung und Ultraschall wurden an einer Stelle viele kleine "Krümel" entdeckt, und drumherum zeigte mir der Arzt eine ca. 1 cm große Veränderung, die weiter abgeklärt werden müsste. 11 Tage später hatte ich einen Termin zur Biopsie und damit 11 Tage, um mir Gedanken zu machen...Ich hatte die ersten Tage Panik, dass ich bald sterben müsste, aber je mehr ich las, um so weniger wurde dies. Dafür mache ich mir nun große Sorgen, wie sich die Erkrankung und die Behandlung auf mein Leben auswirken könnte. Kann ich noch arbeiten? Ich bin erst seit 8 Monaten in meiner Firma, gerade durch die Probezeit. Wie lange dauert die Behandlung? Wie werden die Nebenwirkungen sein? Letzten Montag sollte die Biopsie stattfinden, aber am Freitag davor rief die Klinik an und der Termin wurde verschoben, weil der Arzt krank geworden ist. Nochmal eine Woche länger warten...
    Am Montag habe ich jetzt den neuen Termin und große Angst vor dem Ergebnis. Ich soll ausdrücklich mit meinem Partner kommen, wurde mir gesagt. Ein Ergebnis werde ich aber wohl erst am Donnerstag erfahren, also wieder warten...
    Ich glaube, ich könnte für Montag ein paar Daumen gut gebrauchen. ;( Vielleicht ist es ja doch "Nichts".......

  • Liebe Murmel ,


    Als erstes möchte ich dich herzlich hier im Forum begrüßen . Hier darfst du alles schreiben , was dir auf dem Herzen oder auf der Seele liegt - es antwortet in der Regel immer Recht schnell jemand .
    Ich hatte meine Diagnose letztes Jahr April...Kurz davor war ich zur Vorsorge und fragte wegen Mammografie ( da war ich 48 Jahre ) und der Gyn meinte : "...Nein , da hast noch 2 Jahre Zeit , ist doch erst ab 50"
    Im Nachhinein hab ich gedacht , ob es innere Eingebung war???
    Ich kann mir sehr gut vorstellen , wie deine Gedanken kreisen und leider wird es auch erst besser , wenn man weiss woran man ist .Das dein Arzt gesagt hat du sollst deinen Partner mitbringen ist sehr umsichtig von ihm und keine negative , versteckte Botschaft .Das wird auch hier im Forum jedem empfohlen , denn 4 Ohren hören mehr als 2 und man ist doch sehr aufgeregt und bekommt nicht alles mit.
    Ich drücke dir für die Biopsie fest die Daumen ---- denn erst mit der Biopsie kann man feststellen was in deiner Brust los ist....
    Sei ganz lieb gegrüßt von Mosicha

    Sollte das Leben Dir in den Hintern treten , dann nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.

  • Sei herzlich willkommen hier in unserem nettem familiären Forum. So eine Diagnose schockt einen schon ganz gehörig . Es ist ja immer so dass frau damit garnicht rechnet. Dazu kommt dann die ewige Warterei auf Ergebnisse , die quälende Ungewissheit . All das kenne ich von mir selbst , hab das schon mehrmals mitgemacht . Bin das erste mal vor 10 Jahren an BK erkrankt und Ende 2015 erwischte er mich schon wieder. Beim ersten Mal haben die Behandlungen etwa ein Jahr in Anspruch genommen , war auch die ganze Zeit krankgeschrieben . Hatte ja Chemo , OP , Bestrahlung und war dann zum Schluss in Reha . Nach der Reha begann ich mit der Wiedereigliederung und schaffte es bis Anfang 2016 in meinem Beruf zu arbeiten .
    Hatte wohl die Arbeitszeit etwas reduziert , aber es ging gut. Jetzt bei meiner Zweiterkrankung schaffe ich es leider nicht mehr zu arbeiten , doch das ist eine andere Geschichte . Warte erstmal ab was bei den Untersuchungen rauskommt, vielleicht ist es ja was gutartiges. Und nicht jede braucht so eine Behandlung wie ich sie beschreiben habe . Es gibt einige Brustkrebsformen , wo keine Chemo gemacht werden braucht . Das kürzt die Krankheitsdauer ab . Es kommt darauf auch an was man beruflich macht . Es gibt einige , die trotz allem weiterarbeiten
    , aber das ist bestimmt nicht leicht dann.Die Dauer der Behandlungen ist bei jeder unterschidlich , da musst Du dann die Ärzte fragen wenn es so weit ist. Ich denke es ist fast immer machbar dass man nach Abschluss der Behandlungen ins Arbeitsleben zurückkehren kann . Dies geschieht zu Beginn erstmal mit der stufenweise Wiedereingliederung , wo man erstmal mit einer geringen Stundenzahl zu arbeiten beginnt und dann langsam die Stunden steigert . Damit hat man die Möglichkeit zu sehen wie man / frau die Arbeit so schafft. Es ist schon richtig wenn Du Deinen Partner mitnimmst wenn Du zur Besprechung des Ergebnisses hinmusst. Vier Ohren hören mehr als zwei . Und schreib Dir alle Fragen und Antworten auf .
    Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen :thumbup: dass es nichts bösartiges ist .Das tun alle hier , wir haben hier einen Daumendrückstrang .
    Im Moment kannst Di nichts anderes tun als Dich mit irgendwelchen Unternehmungen abzulenken und ich hoffe dass Dir das gelingt.
    Ganz liebe Grüße und ein Begrüssungsknuddler :hug: von
    alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Liebe Murmel,
    auch ich drücke dir für Montag die Daumen und wünsche dir, dass die Wartezeit auf's Resultat der Biopsie nicht zu schlimm für dich wird. Und natürlich wünsche ich dir ein 'schönes' Ergebnis!
    Lg Katzi64

  • Liebe Murmel!


    Meine Geschichte ist ähnlich: Dezember 2015 Mammographie mit 50 und ich war auch sicher, ich bin gesund!


    Dann kam doch Anruf, Biopsie, OP. usw...


    Jetzt bin ich schon mit der Chemo fertig und fühle mich gut.


    Mach dir jetzt nicht so viele Sorgen, vielleicht brauchst du keine Chemo und kannst bald wieder arbeiten.


    LG

  • auch von mir ein herzliches willkommen hier. na ja anderswo wäre es uns lieber gewesen. Aber jetzt ist es so, Frau schafft das. :hug:
    Diese Warterei kennen wir alle, und der Kopf macht es nicht gerade leicht. ?( Aber wie hier schon geschrieben gibt es bei Brustkrebs viele verschiedene Formen. Auch viele die nicht so aggressiv sind. Bald hast du Gewissheit und es gibt einen Behandlungsplan. Du wirst sehen da wird es für dich dann besser. Bis dahin vielleicht hilft dir das Forum etwas - wäre schön. Wir alle denken an dich und drücken die Daumen :thumbup: :thumbup:
    Liebe Grüße von Anni

  • Liebe Murmel,


    ich bin auch noch recht neu hier. Ich bin in diesem Jahr das 1. Mal der Aufforderung zur Mammographie gefolgt. Diverse Male davor habe ich sie entweder ignoriert oder auch schon mal eine Woche später erst wieder auf den Kalender geguckt. Im Januar also das 1. mal hin und felsenfest der Überzeugung: "Bei mir doch nicht"


    Und dann kam die "Einladung" zur Nachuntersuchung (ich immer noch frohen Mutes), aber schon nach dem Ultraschall meinte der Arzt, es müsste auch noch eine Biopsie gemacht werden. Wurde dann auch gleich im Anschluss gemacht. 3 Tage später war das Ergebnis bei meiner Gyn. und ich bin jetzt voll drin in diesem ganzen BK-Ablauf. Der einzige Trost: der Knoten ist noch sooo klein, allerdings schnell wachsend, den hätte man vorher kaum entdeckt.
    Inzwischen glaube ich, dass es doch Schutzengel gibt, die das Schlimmste verhüten helfen.


    Dir wünsche ich Geduld (die ich leider auch nicht im Übermaß habe). Meistens kommt es gar nicht so schlimm, wie unsere schlimmen Träume es vorgaukeln. Und mit Deinem Mann an Deiner Seite hast Du doch jemanden zum Zuhören.


    Alles Gute für Dich und schaue nicht nach anderen schlimmen Geschichten mit bösen Ausgang, sondern schau auf die erfolgreichen Genesungen.


    Viele Grüße
    Wally

  • So, Biopsie ist geschafft, war viel weniger schlimm als gedacht. Das Ergebnis bekomme ich vielleicht noch diese Woche. Irgendwie fühle ich mich jetzt total leer, mental hat mich der Tag ganz schön geschlaucht.....Ich bin eh nicht ganz gesund, seit einigen Jahren habe ich ein Fibromyalgie, was es nicht einfacher macht. Ich hoffe jetzt, dass der Anruf mit dem Besprechungstermin nicht mehr allzulange auf sich warten lässt.
    Durch kühlen halten sich die Schmerzen zur Zeit im Rahmen, ich hoffe, das bleibt auch heute Nacht so, damit ich schlafen kann. Letzte Nacht ging das nicht so gut...

  • Liebe Murmel :hug: ,
    siehst du, der erste Schritt geschafft. Ich hatte da auch große Panik vor und fand es dann wirklich nicht schlimm. Vielleicht hängt die Biopsie auch vom Arzt ab, aber wie gesagt ich habe mich da auch umsonst verrückt gemacht.
    Jetzt heißt es Geduld und vielleicht ist das Ergebnis ja gar nicht so schlimm, wie du befürchtest. Noch ist alles offen. Ich wünsche dir von Herzen das alles gut wird.
    Versuch dich abzulenken mit Dingen die du magst, dir Freude machen bis zum Besprechungstermin und Kopf hoch, so oder so du schaffst das ;) .


    LG Sylvi

  • Hallo zusammen ,


    ich habe bereits letzte Woche geschrieben . Bei mir war es ja im Vorfeld nicht so ganz optimal gelaufen und so hatte ich ja Zweifel , ob ich mich operieren lassen soll bzw. auf die Schnelle eine Zweitmeinung einholen soll ( KID hatte ich mit einbezogen ). Letztendlich habe ich mich zur Op (Mastektomie mit direktem Wiederaufbau mit Silikon )entschlossen. Bin in mich gegangen und habe beschlossen , dass ich zunächst einmal die erkrankte Brust weghaben wollte . Die OP war am Dienstag und ist soweit gut verlaufen . Von drei Drainagen sind bereits zwei gezogen und ich bin gestern bereits draußen spazieren gewesen . Trotzdem habe ich immer noch diese schlimmen Ängste , was kommt nach der OP auf mich zu (vermutlich Chemo wg suspekter Lymphknoten die während OP entnommen wurden ) , ebenfalls habe ich Angst vorm endgültigen Ergebnis , was wohl nächste Woche erst vorliegt ........ dieses Warten macht mich einfach fertig ...... ich kann mich nicht mal wirklich freuen das wenigstens die OP gut verlaufen ist .... und ich habe Angst das diese Panik mich gar nicht mehr los lässt.

    Hat jemand von euch die gleichen Erfahrungen gemacht und kann mir vielleicht Hoffnung machen , dass es irgendwann besser wird ?


    Lg Frieda74

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt

  • Liebe Frieda74

    Lass dich mal drücken :hug: und dir sagen das es toll ist das du die OP gut überstanden hast, das freut mich sehr . Alles richtig gemacht 😘 ja dieses Warten und das Kopfkino wird bis zum Ergebnis vom Pathologen bleiben ...sicher auch noch etwas länger ...aber es wird wirklich wieder besser . Und wenn du eine Chemotherapie brauchst dann nehme sie als deinen Freund und Verbündeten an ,denn sie wird dir dein Leben retten 😘und ist wirklich zu schaffen , versprochen . Ich kann leider nicht mehr schreiben weil ich zur Lymphdrainage muß ...bis später 😘 du schaffst das alles ganz sicher 😘

    Knuddels :hug:

    Gabi

    🙏🏽 Herr schmeiß Nerven vom Himmel 🙏🏽

    😉 Lieber eine Glatze am Kopf und Nebenwirkungen als einen Zettel am großen Zeh 😉

    👍🏽 Wer in den Krieg zieht muß auch Kratzer einstecken können 👍🏽

  • Liebe Frieda74 , ja es wird besser, versprochen:*

    Im Moment bist Du noch in der blöden Warteschleife. Klar, die OP ist erstmal geschafft, aber es gibt noch Ergebnisse auf die gewartet werden muss:(. Ungewissheit nervt immer.

    Wenn alle Ergebnisse da sind und der weitere Schlachtplan steht, wird man auch ruhiger:*

  • Liebe kruemelmotte , liebe Ronda , vielen lieben Dank für eine antworten . Ich versuche ruhig zu bleiben , leider gelingt es mir nicht . Durch die Stanzbiopsie stand die Tumorformel ja vorab fest (Er + PR + , G2 HER 2 negativ KI 67 10%) ebenfalls waren 4 Lymphknoten auffällig bei der Voruntersuchung . Trotzallem überfällt mich regelrecht Panik vor den entgültigen Befunden . Ursprünglich wurde zu Beginn nur ein recht kleiner Tumor gesehen , in der Mammographie waren die axillären Lymphknoten soweit erfasst unauffällig ....ich hab einfach solche Angst vor dem was kommen mag.... ich traue mich schon gar nicht mehr auf positive Nachrichten zu hoffen aus Angst es kommt weiter negatives .......

  • Vielleicht hilft es Dir, Dich jetzt einfach mal mit dem vermeintlich "schlimmsten" abzufinden: der Chemo.

    Stell Dich Gedanklich drauf ein, mit allen Konsequenzen die dazu gehören. Sollte es keine geben, freust Du Dich umso mehr.

    Sollten die Lymphknoten aber doch befallen gewesen sein, wirst Du um die Chemo wohl nicht drum herum kommen.

    Das ist blöd, aber ich garantiere Dir, das die Welt nicht untergehen wird:!::!:

    Es sind ein paar grottige Monate, die schenken Dir aber ganz viele Jahre. Es sind Monate mit ein paar blöden Tagen, aber auch ganz viel guten.

    Du wirst das schaffen...weil Du es schaffen musst:hug:

    Spiel das Horrorszenario jetzt ruhig mal in Deinem Kopf durch, dann wirds etwas greifbarer und es haut Dich nicht mehr aus dem Stuhl, wenn der Arzt Dir sagt, wie es ist.

  • Frieda74 unsere tumorformel ähnelt sich sehr. Ich bekomme heute meine OP-Ergebnisse und damit die weitere Vorgehensweise.


    Ganz manchmal denke ich auch wie du, aber momentan laufe ich breit grinsend durch die Weltgeschichte.


    Ich habe mir angewöhnt es so zu sehen: es steht ja alles fest, ich kann es nicht ändern, es gehört zu meinem Leben und ich muss damit leben und das Beste daraus machen.


    Die Unveschwertheit haben wir alle verloren, aber bis dahin genieße ich alles, was ich bekommen kann!


    Ich wünsche dir, dass du es auch so annehmen und das beste daraus machen kannst!