Wie geht ihr mit Euren Arbeitgebern um?

  • Hallo ihr Lieben!
    Könnt ihr mir bitte mal einige Tipps geben zu diesem Thema?
    Bei mir wurde im September 2016 die Diagnose Non Hodgkin gestellt. Nach abgeschlossenen Untersuchungen wurde ich in die Watch&wait Situation geschickt. Seit Anfang Dezember arbeite ich wieder in Vollzeit. Mit meinem Arbeitgeber habe ich nicht allzu offen gesprochen. Der hält mich jetzt für gesund und weiß nicht, dass es eigentlich erst lis geht. Ich bin in einer führenden Position und habe Angst davor, dass ich nicht mehr ernst genommen werde, wenn alles raus ist.
    Was soll ich tun??
    Liebe Grüße
    Jimmily

  • Hallo Jimmily
    Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich, wenn ein einigermaßen gutes Verhältnis zum Chef besteht, diesen informieren. Du kannst ihm ja auch wahrheitsgemäß sagen, dass erstmal keine Therapie und somit kein vorhersehbarer Arbeitsausfall ansteht. Oder du sagst ihm einfach nur die Diagnose. Er sieht ja dann, dass du keine Krankmeldung eingereicht hast und voll weiter arbeitest. Gleichzeitig würde ich den Chef freundlich darauf hinweisen, dass er verpflichtet ist, diese Informationen vertraulich zu behandeln. Dann darf er den anderen Mitarbeitern nichts übet die Krankheit sagen. Sonst könntest du sogar klagen.
    Wenn du gar nichts sagst und irgendwann und irgendwie bekannt wird, dass du schon länger an dieser Erkrankung leidest, könnte der Chef/Arbeitgeber verärgert und vielleicht auch enttäuscht reagieren, gerade weil du in leitender- gleich Vertrauensposition tätig bist.
    Hast du schon deinen Schwerbehindertenausweis? Der steht dir bei einer bösartigen Krebserkrankung zu und gibt dir einen gewissen Kündigungsschutz.
    Wenn du Angst vor einer krankheitsbedingten Kündigung hast, kannst du ja abwarten, bis du den Ausweis bekommen hast.
    Das wäre meine Vorgehensweise. Ob es für dich und deinen Posten passt, kannst nur du entscheiden.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen für die nächste (Warte)zeit und viele positive Energien.
    Lg Katzi64

  • Hallo Jimmily,


    ich würde sagen, das kommt auf den Arbeitgeber an.
    Ich habe meinem Chef von Anfang an Bescheid gesagt. Damit er weiß, dass ich lange ausfalle und nicht nur ein paar Wochen. Bei meinem Chef bin ich damit gut gefahren. Wir hatten in dem Jahr, in dem ich krank war oft Kontakt. Wenn er etwas gravierendes in meiner Abteilung geändert hat, dann hat er immer mit mir vorher darüber gesprochen. Er hat mir auch immer wieder gesagt, dass mein Job und meine Position auf mich warten. In diesem Fall hatte ich echt Glück mit meinem Chef, der sonst sehr streng und auch ungeduldig sein kann.
    Du kennst deinen Chef und kannst vielleicht einschätzen, wie er reagiert. Aber so lange du selbst noch gar nichts weißt, würde ich vielleicht erst mal nichts sagen. Momentan betrifft es deinen Arbeitgeber ja gar nicht...


    LG Fanti

  • Hallo Jimmily,


    ich bin zwar in keiner führenden Position sondern eher Schnittstellen-Position, denke aber , wenn ich verlange anständig behandelt zu werden, so sollte der AG auch anständig behandelt werden. Und dazu gehört Offenheit und Ehrlichkeit. ( Wenn gleich viele AG's das vielleicht nur noch einseitig sehen, da viele AG'S wahrlich eher Arschgesichter sind als Arbeitgeber).


    Ich bin schon beim ersten Verdacht BK zum Chef und habe direkt rausgesprochen. Da mir meine Arbeit, meine Position, und das was ich erarbeitet hatte wichtig ist, musste ich auch dafür sorgen, dass so früh wie möglich geplant werden kann wie es ohne mich weitergeht für immerhin ja fast 1 Jahr im Moment.


    Ich würde also an deiner Stelle, wenn dir dein AG und deine Arbeit wichtig sind, mit dem Chef /Chefs sprechen, und einfach direkt sagen was wie läuft oder laufen könnte. Ich denke du bist auf watch and wait, aber dies kann sicher jederzeit in eine längere Krankheitsphase umschlagen..wer macht dann deinen Job? Wie glücklich wärest du mit deinen Arbeitnehmern, wenn sie dir solch wichtige Fakten 'unterschlagen' ?


    Dein Chef könnte mindestens einen Plan B aufstellen , falls du ausfällst etc, oder eine Assistentin etc.


    Weil ich BK habe, heißt das nicht, dass man mich nicht ernst nimmt? Krebs ist doch verdammt ernst, warum sollte deine Person da nicht mehr für voll genommen werden?


    Also mein Rat, sprich mit dem Chef sobald möglich.

  • Hallo zusammen!
    Vielen Dank für Eure Antworten.
    Habe die Vorschläge mehrmals gelesen.
    Ich glaube, das eigentliche Problem liegt bei mir darin, dass ich die Krankheit selbst noch nicht angenommen habe.
    Irgendwie habe ich die Hoffnung, noch viele Jahre in der watch&wait Situation bleiben werde.
    Ich werde in 4 Wochen 57 Jahre alt
    Was heißt, dass ich nur noch wenige Jahre arbeitsmäßig durch halten muss und auch will!!
    Am 16. März habe ich einen allgemeinen Gesprächs Termin mit meinem Chef. Wobei ich nicht weiß, ob meine Krankheit ein Thema sein wird.


    Ich bin immer noch unsicher:-(


    Werde Euch informieren....


    Liebe Grüße
    Jimmily

  • Liebe Jimmily,
    auch ich befürworte eine offene Aussprache mit Deinem Chef.
    Nur so könnt Ihr zusammen festlegen, wen Du für alle Fälle schon mal einarbeitest.
    Wenn du nichts sagst und dann ausfällst, bist Du an so einer Entscheidung nicht mehr beteiligt.
    Mir geht es gerade fast so, da derjenige, den ich eingearbeitet habe, zu Ende März gekündigt hat (blöder Termin, habe ich gerade OP). Nun lasse ich mich bis zur OP gerade schrittweise wieder eingliedern, damit ich bei der Auswahl und Einarbeitung des Nachfolgers ein Wörtchen mitzureden habe.
    Schliesslich will ich meinen Job ja in ordnungsgemäßem Zustand wieder zurück...
    Auch mag ich es gar nicht, wenn meine Mitarbeiter mit so was Wichtigem hinterm Berg halten. Wenn dann keine Krankschreibung erfolgen muss - um so besser!
    Und wie Katzi schon schreibt, steht Dir mit dem Behindertenausweis neben mehr Urlaub auch ein erhöhter Kündigungsschutz zu. Auch davon muss Dein Arbeitgeber erfahren (Chef und Personalabteilung).
    LG Kirsche

  • Unbedingt Ausweis beantragen UND den Arbeitgeber informieren, ohne Information an die Personalabteilung hat der Ausweis m.W. keine unterstützende Wirkung.
    Im übrigen sorgt er dafür, dass du mit 63 in Rente gehen könntest, was man - je nach Gesundheitslage dann - nicht ausser acht lassen sollte.


    Allerdings würde die Info an den AG dann aber auch reichen, wenn eine Therapie ansteht. Aber vorher sollte man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.


    Dir alles gute. Mögest du lange in der Warteschleife bleiben..


    lg, Tiggy

  • Hallo ihr Lieben!
    Ich danke Euch herzlichst für Eure Tipps!
    Ich denke, ich werde das Thema bei meinem nächsten Termin am 16. März ansprechen. Das hängt dann von meiner Verfassung ab.


    Die Unterlagen zur Beantragung des Ausweises habe ich seit Dezember hier liegen. Bisher konnte ich mich nicht überwinden diesen zu beantragen. Aber ich werde es jetzt tun.


    Liebe Grüße
    Jimmily

  • Hallo Jimmily.
    ich antworte vor allem deshalb, weil sich alle anderen Antwortenden einig waren, ich persönlich das aber etwas anders sehe.
    Ich würde es sehr davon abhängig machen, wie vertraut ich mit dem Vorgesetzten bin, aber wenn du dir da ganz sicher wärest, würdest du vermutlich nicht so abwägen.
    Ich denke, dass es für dich persönlich besser ist, wenn es bei der Arbeit nicht die Runde macht, weil du dann einen Lebensraum hast, bei dem du die Krankheit komplett ausklammern kannst.
    Sonst besteht die Gefahr, dass dir mit Mitleid begegnet wird oder andersherum, deine Leistungsfähigkeit immer wiederin Frage gestellt wird und alles Mögliche als Anzeichen gewertet wird, dass du nicht mehr die Alte seist.


    Das mit dem Vertrauen was Katzi geschrieben hat verstehe ich zwar auch, aber die Frage ist, ob da wirklich NICHTS durchdringt?
    Niemanden geht es etwas an, wie lange die Diagnose schon besteht, wenn du dich wann auch immer dafür entscheidest, es öffentlich zu machen.
    Ich weiss einfach wie Bürofunk funktioniert, und dass Liebschaften, Schwangerschaften und "Katastrophen" (z.B. Krebs) schneller die Runde machen als man für möglich hält.
    Und ich würde nicht ständig "unter Beobachtung" stehen wollen, wie gesund ich bin.


    Wie gesagt, ich schreibe das vor allem, weil alles anderen da für Transparenz plädiert haben und ich die Entscheidung nicht ganz so eindeutig finde.
    Liebe Grüße, Schneeglöckchen

  • Hallo Jimmily.
    ich antworte vor allem deshalb, weil sich alle anderen Antwortenden einig waren, ich persönlich das aber etwas anders sehe.


    nicht so ganz, ich hatte auch eingeschränkt:


    ++Allerdings würde die Info an den AG dann aber auch reichen, wenn eine Therapie ansteht. Aber vorher sollte man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.++


    Aber den Ausweis unbedingt beantragen, davon erfährt ja keiner was. Aber im Fall der Fälle schon parat haben! (Außerdem gibts eine Steuerersparnis dadurch und 5 Tage mehr Urlaub pro Jahr, aber letzteres nur, wenn der Ausweis dem AG vorliegt.)


    lg, Tiggy


    P.S. Ich habe meinen Arbeitgeber direkt am Tag der Diagnose informiert, aber wir sind auch eine kleine Truppe und ich muss keine Sorge wegen irgendwelcher Schwierigkeiten haben...

  • Was eventuell auch ein Ausschlag geben könnte, ist die allgemeine Situation. Wie ist das bei Hogdkin, falls etwas auftaucht, wie lange dauert die Therapie etc, bei fast 57, wäre es Brustkrebs, noch ein Jahr Therapie, 58..da lohnt eine eventuelle Rückkehr in den (gleichen) Job vielleicht garnicht. Bei BK sind wohl viele Frauen die runterstufen, weil nicht mehr so belastbar etc.


    Also vielleicht auch ein Aspekt es so zu überlegen, was wäre wenn und rechnen.
    Dann wäre es sozusagen egal ob man offen ist zum AG oder nicht, da man ja nicht zurückkehren würde.

  • Die Frage, ob und in welchem Umfang wir Arbeitgeber und Vorgesetzte informieren sollten/müssten, hatte wir schon mehrfach hier im Forum. Für mich ist klar, dass es keine allgemeingültige Antwort gibt, zu sehr unterscheiden sich die Bedingungen.
    Ich selbst bin Lehrerein, erhielt meine Diagnose in der ersten Sommerferienwoche , natürlich musste ich meinen Arbeitgeber informieren, dass ich nach den Ferien nicht auf der Matte stehen und zudem wohl länger ausfallen würde.... der muss ja auch die Chance haben, für Ersatz zu sorgen. Ich hätte es als unfair empfunden, mich am ersten Schultag krank zu melden.. Aber deine Situation ist eine andere - es kann, muss aber nicht passieren, was ich dir von Herzen wünsche. Und ich kann deine Bedenken, die Erkrankung mitzuteilen, absolut verstehen. Ich habe es meinem Vorgesetzten mitgeteilt und ihm erlaubt, die Kollegen zu informieren - mit der klaren Aussage, dass es nicht in die Schülerschaft geraten darf, aus vielerlei Gründen... Und was soll ich dir sagen? Es hat geklappt! Hätte aber auch anders laufen können.
    Deine Situation ist anders , bei dir kann es dazu kommen, dass du lange ausfällst wegen Therapie - muss aber nicht. Ich kann dein Umfeld nicht einschätzen und auch nicht, ob es dir besser geht und du vielleicht sogar Rücksicht und Unterstützung erfahren würdest, wenn du offen damit umgehst, oder ob du tatsächlich , wie du schreibst, nicht ernst genommen würdest etc. Aber ich spüre, dass dich die Situation belastet - was hier jede versteht, Warteschleife ist Horror... - und das hinterlässt meiner Erfahrung nach Spuren, es ist nicht wie vorher.
    Du musst deinen Weg finden, aber den kannst du auch immer wieder ändern. Ich würde sagen, richtig ist, was sich für dich richtig anfühlt in dem Moment. Wenn es das nicht mehr tut, ist es Zeit für eine Änderung des Weges.
    Hoffe, ich habe dich jetzt nicht vollgesülzt und du kannst mit meine Gedanken etwas anfangen.
    ALLES GUTE FÜR DICH!

    ***********************************************************************************

    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

  • Hallo Jimmily,


    die Frage kann man nicht pauschal beantworten. Bei meiner Erkrankung war ich noch studentische Hilfskraft und hatte immer nur befristete Verträge. Meinen Chef habe ich informiert über meine Situation. Ich habe auch trotzt Therapiebeginn und AHB einen weiteren Vertrag bekommen, konnte aber irgendwann wegen Konzentrationsproblemen kaum noch arbeiten.
    Nun stehe ich vor einer völlig neuen Situation. Ich bin auf Job-Suche. Da werde ich sicher nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.Eine Krebserkrankung im Vorstellungsgespräch zu erwähnen ist sicher nicht das Klügste, auch wenn ich eigentlich gerne ehrlich bin.
    Höre einfach auf dein eigenes Gefühl. Handel so, wie es sich für dich am besten anfühlt.

  • Mir war es einfach wichtig, meinen Arbeitgeber zu informieren, schon aus dem Grunde, dass keine komischen Gerüchte in die Welt gesetzt werden, weil ich länger krankgeschrieben werde.
    Mir hat es auch Selbstbewusstsein gegeben, ich meine, Krebs ist nun mal eine Sch...krankheit, warum muß ich dann auch noch überlegen oder mich verstecken?


    Diesen Stress wollte ich mir nicht geben, also lieber raus damit, und mein Arbeitgeber war super! (Eigentlich nicht bekannt dafür, sparen, sparen)


    Meine Erfahrung.

  • Liebe Jimmily
    ich habe meinen Chef und auch meine direkten Mitarbeiter sofort informiert. Immerhin musste ich eine längere
    Abwesenheit organisieren. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht, wie lange es genau dauern wird, aber
    ich habe meinen Job immer gern gemacht und mir war extrem wichtig, dass es läuft, wenn ich nicht vor Ort bin.
    Kollegen habe ich dann erst kurz vor meinem Ausfall und nicht so umfangreich in Kenntnis gesetzt.
    Ich habe insbesondere auch darauf hingewiesen (ich wohne und arbeite im gleichen kleinen Ort) dass ich mich nicht
    Verstecken werde. Ich bin jemand der sehr auf sein Äußeres achtet und werde versuchen, nicht unbedingt
    offensichtlich krank auszusehen und wollte damit auch direkt eventuellen blöden Sprüchen vorbeugen. (Kenne
    ich aus der Vergangenheit in einer anderen Firma. Hatte Lungenembolie und bin mit Auto zum Einkaufen gefahren.
    Zu Fuß hätte ich die kurze Strecke nicht annähernd geschafft. Treffe nen Kollegen und Krieg zu hören, dass
    ich gar nicht krank aussähe. Na, das hatte gesessen)
    Bei Dir ist das natürlich eine andere Situation, Du weißt noch nicht ob und wann Du ausfällst. Mit meinen jetzigen
    Chef würde ich drüber sprechen mit einigen aus der Vergangenheit eher nicht. Ich denke, da gibt es kein richtig
    oder falsch. Der Schwerbehindertenausweis bringt Dir schon mal eine gewisse Jobsicherheit, den würde ich an
    Deiner Stelle schnellstens beantragen. Inwieweit Du mit Deinem Chef sprichst würde ich vom Bauchgefühl
    abhängig machen.
    Wie lange Zeit hättest Du denn, Deine Vertretung zu organisieren wenn beschlossen wird, deinen watch and wait
    Status in Therapie zu ändern? Ich hatte zwischen dem Anruf "bösartig" bis zum finalen Check in im Krankenhaus
    3 Wochen, die angefüllt waren mit vielen Arztterminen, viel Arbeit und wenig Schlaf, habe aber geschafft, mit
    halbwegs ruhigem Gewissen und aufgeräumtem Schreibtisch meinen Arbeitsplatz zu verlassen. Weniger Zeit hätte
    es bei mir aber nicht sein dürfen. Bin sozusagen vom Schreibtisch auf den OP-Tisch.
    Ich wünsche Dir, dass Du eine für Dich gangbare Lösung findest.
    Herzliche Grüße
    Heideblüte

  • Hallo zusammen,


    auch ich möchte zu diesem Thema etwas beitragen und berichten, wie das bei mir lief.
    Ich habe meine Diagnose BK während meines Urlaubs erhalten - damit hat sich der Erholungeffekt erledigt.
    Ich arbeite in einem sehr kleinen Betrieb, wirklich sehr klein und bin die einzige ausgebildete Mitabeiterin. Wenn bei uns einer länger ausfällt, ist das immer extrem schwierig, weil wir eben nur ganz wenige sind.
    Zum Glück habe ich zwei sehr sozial eingestellte und sehr nette Chefs, doch trotzdem ist das natürlich ein Thema, das mir sehr schwer fiel, es offen auszusprechen. Einer der Chefs war da, ich habe ihn informiert. Seine Reaktion war wahnsinnig verständnisvoll und auch betroffen. Um meinen Arbeitsplatz brauche ich mich nicht zu sorgen, meinte er, im Gegenteil, wo immer ich Unterstützung brauche, soll ich mich melden.
    Ich werde sehen, wie es mir geht während der bevorstehenden Chemo, denn ich will arbeiten, aber wenn es nicht geht, dann gehts nicht.
    Auf jeden Fall ist mir ein Stein von Herzen gefallen.


    LG
    Pschureika

  • Huhu Ihr Lieben,


    zu dem Thema möchte ich sagen, dass ich es öffentlich gemacht habe. Mir ging es einfach besser damit. Natürlich habe ich es mir nicht leicht gemacht, habe auch eine Weile überlegt, aber dann dachte ich auch ganz egoistisch: "Ich habe keine Lust, mich zu verstellen. Ich habe genug Angst und Stress, da will ich nicht auch noch schauspielern."
    Meine Kollegen, die Vorgesetzten haben alle betroffen, aber sehr lieb und offen reagiert. So konnte ich mich voll auf mich konzentrieren.


    LG
    Milli

  • Hallo ihr Lieben,
    mit meinem Arbeitgeber bin ich auch von Anfang an offen umgegangen. Wie Pschureika bin ich auch in einer sehr kleinen familären Firma beschäftigt.
    Sobald eine von uns ausfällt, bricht mehr oder weniger das Chaos aus.
    Mein Chef, die Chefin und meine Kolleginnen haben sehr toll reagiert.
    Er will jetzt sogar für uns Heimarbeitsplätze einrichten, damit wir einen Teil von zuhause aus erledigen können.
    Das wäre natürlich in meiner jetzigen Situation hervorragend!


    Liebe Grüße,
    Viva

  • Hallo,
    ich bin auch offen mit meiner Erkrankung umgegangen, war definitiv die richtige Entscheidung. So wissen alle, woran sie sind und wo ich das letzte halbe Jahr "gesteckt" habe und es entstehen keine blöden Gerüchte. Ich habe vor 3 Wochen mit der Wiedereingliederung begonnen, da hab ich es dann erzählt. Meinem Chef habe ich gleich nach Diagnosestellung Bescheid gesagt. Er und meine Kollegen (ich arbeite eigentlich fast nur mit "älteren Herren" zusammen) haben viel besser reagiert, als ich es mir jemals vorgestellt habe. Natürlich kamen schon ziemlich viele u teils auch etw indiskrete Fragen. Habe alle beantwortet. Habe mich auch entschieden auf die Frage "wie geht's es dir?" ehrlich zu antworten u nicht einfach "Danke" od "gut" zu antworten. Ich denke nicht, dass es egoistisch ist, wenn man sich nicht verstellen mag. Wenn da jemand nicht mit klar kommt, ist das nicht unser Problem, sondern seins. So sehe ich das...denke aber jeder geht anders mit solchen Entscheidungen um. Teils war es die ersten Tage schon etw viel für mich, auch das mit fast Fremden (hatte eine neue Stelle u war da gerade mal 3 Wochen als ich krank wurde) über alles reden. Zumal ich alles auch noch nicht psychisch so super wegstecke...müsste dann auch, obwohl ich mir so fest vorgenommen hatte, dass es nicht passiert, vor meinen Kollegen weinen. Schon peinlich...aber was Solls...so sehen sie wenigstens, dass ich evtl aussehe wie das blühende Leben, es mir aber bei weitem nicht so geht...