Nächste Woche ist OP

  • Guten Abend,
    heute ist kein guter Tag. Schon seit gestern ist meine Verfassung eine andere.


    Bei meiner Vorstellungsrunde war ich zwar voller Angst, aber ich habe seit der Diagnose sooo viele schöne Erlebnisse und Gefühle gehabt, dass es mir unheimlich wurde. Aber ich bin schon immer Optimist und habe dann gedacht, dass es ja gut ist, wenn ich auch jetzt so gelassen damit klar komme. Dabei kommt eine Ablatio auf mich zu.
    Letzte Woche war ich zum Arztgespräch und die ganze letzte Woche hatte ich Herzklopfen bis in den Hals, wenn ich den Tag immer näher kommen sah. Und nun habe ich ein Datum. Es ist der 07.04.17, an dem sie mir eine Brust abnehmen müssen.
    Ich habe so eine schöne Brust (E), fest und das in meinem Alter. Aber nach reiflicher Überlegung hatte ich schon selbst gedacht, dass ich kein Risiko eingehe, denn der Microkalk ist überall. Auf dem Röntgenbild sah es von vorne aus, wie ein schöner Sternenhimmel mit Milchstrasse und eine andere Anhäufung von Punkten. Aber so romantisch ist es nicht. Ich habe Glück, denn es ist erst das Vorstadium und somit unglaublich früh.


    Damit konnte ich mich anfreunden. Also lebte ich voller Elan und Power und merkte beim "TUN", dass ich erstmals in meinem Leben etwas für mich tue. Das war immer ein Problem für mich, ich nehme mich nicht so wichtig. Aber alles ändert sich. Nicht wegen der Endlichkeit, das ist mir um meinen Geburtstag herum klar geworden. Aber ich habe mich schon lange damit arrangiert. Es gehört zum Leben, genau, wie die Geburt. Anfang und Ende...


    Ich hatte auch viel um Ohren, denn wenn ich operiert bin, kann ich mich sicherlich nicht so bewegen, wie jetzt. Da wollte ich noch so einiges bewegen. Das habe ich auch toll hinbekommen. Dabei habe ich neben den Krebs schon lange viele Schmerzen im Körper und kann nicht richtig gehen, weil mein Immunsystem sich gegen mich stellt. Es ist rheumatisch und geht in alle großen Gelenke. Die Schmerzen kenne ich schon seit 6 Jahren und komme trotzdem klar. Jetzt der Krebs ist eine ganz andere Nummer.


    Ich habe mich von meiner Brust verabschiedet, weil es für mich wichtig war. Danach ging es mir etwas besser. Nun habe ich Angst vor dem Aufwachen und der Hügel ist weg. Ich habe schon gespürt, dass es schwer wird, denn ich habe Besuch (männlichen) ausgeladen, da ich mich "nackt" fühle. Ich muss erst für mich damit klar kommen, so denke ich.


    Die vielen Probleme mit den Prothesen, von denen ich gelesen habe, machen es mir nicht gerade leichter.


    Gestern, das war so, wie am ENDE ankommen. Ich war immer eine Powerfrau, auch beruflich, konnte alles, auch tapezieren, löten, bohren.
    So fühlte ich noch nie, muss sagen, die Luft ist raus und ich weiß, ich muss nun einfach nur stillhalten und alles wird gut.


    Der Chefarzt sagte mir noch, dass sie mir mehr Haut stehen lassen, damit ich evtl. später doch noch einen Aufbau machen kann. Ich selbst denke jetzt, dass ich das nicht möchte, aber bestimmt ist es gut, diese Option noch zu behalten.


    Auch die blöde Spritze, die ich vor der OP bekomme, damit sich Kontrastmittel in den Lymphknoten zeigt, macht mir Angst.
    Meine Mama hatte mal eine Spritze in der Achsel bekommen, das waren wie elektrische Schläge sagte sie. Nun denke ich auch noch immer daran.
    Jetzt bin ich einfach dauernd müde. Ich werde auf den Körper hören und mir mehr Ruhe gönnen. Obwohl das geht ja kaum. Denn nächste Woche habe ich bis auf Montag jeden Tag Termine und dann muss ich auch noch 5 Tage dieses Spezialmittel benutzen, für Haut und Haare, damit das Risiko für Viren, Bakterien etc. auf eine Minimum schmilzt. So habe ich noch einige Wäschen vor der OP oder gleich wenn ich zurückkomme...


    Ich war noch nie im Krankenhaus, nur zur Entbindung meines Sohnes. Was ist überhaupt sinnvoll, mitzunehmen. Kann ich in den 5-6 Tagen überhaupt ein eigenes Oberteil anziehen? Ich werde ja wohl verbunden sein und evtl. verschmutze ich meine Kleidung durch die Wunde.
    Die Haut, die mehr ist, hängt doch nicht etwa runter?


    Ich habe noch nie Cortison genommen. Durch meine Autoimmunerkrankung bekomme ich sonst MTX, damit ich vor Schmerzen nicht durchdrehe, habe ich nur eine kleine Menge 5 ml täglich erhalten. Dadurch, dass sich wegen den Biopsien alles verlängert hat, nehme ich sie schon länger, als geplant und habe Befürchtungen, dass die Kilos, die da drauf gekommen sind, nie mehr gehen. Was meint ihr?


    Für heute höre ich mal auf, es stürzt ja immer mehr aus mir raus. :whistling:


    Gute Nacht wünsche ich allen :love:

    Am Ende wird

    A L L E S

    gut sein...

    Und wenn es nicht

    G U T
    ist, dann ist es nicht

    das E N D E

    :hug:

  • Liebe Ilschen,
    ich hatte zwar bisher nur eine brusterhaltend OP, aber die Lymphknotenmarkierung hatte
    ich auch. Klar, die Einstiche waren nich angenehm, aber sie waren erträglich. Was ich
    komischer fand als die Einstiche war, dass ich auch mit meiner Brust nach der Diagnose
    nicht mehr im Reinen war und sie dann massieren musste um dieses Mittel zu verteilen,
    fühlte sich für mich seltsam an. Aber es tat nicht weh, war eher so eine psychische Nummer.


    Laß Dir auf jeden Fall die Option für eine späteren Wiederaufbau, wer weiß, wie Du in
    ein paar Jahren denkst. Ja, das mit dem Mikrokalk ist so eine Sache, da es noch nicht
    wirklich böse ist, denkt man vielleicht anders nach. Ich hatte auch Mikrokalk (nicht
    viel aber etwas komisch), eine Biopsie vor knapp 2 Jahren wurde dann abgebrochen,
    weil sie sie nicht wiedergefunden haben, ein Jahr später hieß es, es sei weniger
    geworden alles gut und ein halbes Jahr später hatte ich den Salat. Wenn ich die Zeit
    zurückdrehen könnte, hätte ich vor 2 Jahren drauf bestanden, dass das Zeug rauskommt,
    ein komisches Bauchgefühl hatte ich damals schon. Daher glaube ich dass Du auf einem
    guten Weg bist, auch wenn es hart ist, sich von einer schönen Brust zu verabschieden.
    Ich hab übrigens vor der OP nochmal oben ohne Fotos mir toll gestylten langen Haaren
    gemacht, ich wußte ja, dass ich beides so nicht Wiedersehen werde.
    Ich wünsche Die viel Erfolg für Deine OP!
    Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe: mir hat man von Anfang an im
    Brustzentrum gesagt, dass sie sehen, dass ich eine taffe starke Frau bin, aber nun die
    Zeit gekommen ist, Schwäche zu zeigen und Hilfe anzunehmen. Also lass andere
    Bohren und Schrauben und genieße das Nichtstun.
    Ach ja: ich habe schon am Tag nach der OP meine Sachen angehabt, sollte aber die
    Arme nich höher als Schultehöhe heben, das machte das Anziehen natürlich nicht gerade
    leichter, aber sie Schwestern haben mir sehr geholfen. Ich brauchte keinen Stütz-BH,
    sollte mir Sport-BH mitbringen, die waren natürlich etwas verfärbt vom Desinfektionsmittel
    aber das ließ sich wieder auswaschen.
    Was ist das für ein Spezialmittel, mit dem Du Dich waschen musst? Ich habe davon noch nie
    gehört. Bin aber auch nicht gerade sehr OP-erfahren.
    Drücke Dir die Daumen für Deine OP. Du schaffst das!
    Liebe Grüße
    Heideblüte

  • Liebe Ilschen,
    ich fühle mit Dir, denn mir ging es Anfang der Woche ähnlich.
    Kontrastmittel wurde mir nicht gespritzt und von diesem Spezialmittel habe ich auch noch nicht gehört.
    Auch zu der überschüssigen Haut kann ich nichts sagen, da ich einen sofortigen Wiederaufbau hatte.
    Aber: es wird definitiv nicht so heiß gegessen wie gekocht! Wahrscheinlich ist auch Deine Bewegungseinschränkuhg geringer als gedacht und Du brauchst also auf jeden Fall Klamotten. Wie ich wirst Du es nicht im Bett aushalten. Ich bin dort nur noch zum Schlafen. Laufe ansonsten draußen rum (Schlupfschuhe!) oder sitze am Tisch im Zimmer. Das Anziehen ist auch nicht so schwierig wie erwartet. Geht alles ohne Hilfe. Das orange Zeug waschen Dir die Schwestern vom Rücken und born jannst Du das allein. Was verbleibt und eventuell in die Kleidung geht, wäscht sich wieder raus (sagt meine Mutter). Ich hatte hier im Forum von einer Tasche für die Drainagen gelesen und mir eine große, bequeme Umhängetasche mitgenommen. Perfekt - so baumelt nix rum!
    Ich drücke Dir die Daumen, dass nächste Woche alles so gut läuft wie bei mir.
    LG Kirsche

  • Hallo Ilschen,


    Ich kann deine Panik gut nachfühlen. Mir ging es bei meiner Ersterkrankung genauso. Ich hatte totale Panik und als man mir in der Klinik (damals gab es noch keine Brustzentren) sagte man müsse die Brust amputieren und die Warze entfernen war ich wie vor den Kopf geschlagen.
    Es gab nur 2 Möglichkeiten zum Aufbau...Expander oder Lattisimus Dorsi. Ich war damals Anfang 40 und habe mich für den Rückenmuskel entschieden.
    Das Ergebnis ist nicht sehr schön konnte aber auch bei der 2 Diagnose nicht verbessert werden im Gegenteil. Aber damit muss ich leben und tue das ausgiebig.
    Mein Mann ist sehr verständnisvoll.....ICH habe mich ja nicht verändert.
    Ich bin derselbe Jahrgang wie du und kann und konnte mit der Situation sehr gut umgehen.
    Eine Frau wird doch nicht nur über ihre Brüste definiert.
    Ich wünsche dir für die anstehenden Behandlungen viel Kraft und Energie.
    Lg Keinohrhase

  • Guten Morgen liebe Ilschen,
    ich hoffe du hast jetzt noch ein paar Stunden schlafen können, weiß aber nur zu gut, das es meist nicht so ist.
    Deine Gedanken und Gefühle und Ångste sind ganz normal. Ich habe letztes Jahr gefühlte Monate nicht geschlafen vor Angst, bevor und als ich operiert wurde und ich will es auch nicht herunter spielen, denn es ist nun mal kein Spaziergang. Trotzdem, es ist alles machbar und auszuhalten. Mir wurden im Juli beide Brüste abgenommen, mit Sofortaufbau und ja ich konnte mich 2 Wochen nicht bewegen und anschließend nochmals 2 Wochen kaum anziehen o.å.aber es waren ja auch beide Seiten. Hier lese ich von vielen Frauen die ganz schnell wieder mobil und daheim sind. Also erstmal Kopf hoch. Verschmutzt habe ich nix, du bekommst ja einen Verband in der Klinik sowie Spezial BH und auf den Draunageausgången zum abdecken Kompressen und wenn die ab sind ist da nix mehr was verschmutzen kann, das ist ganz schnell alles zu. Zum schlafen sind die Herzkissen super, die bekommst du in der Klinik und kannst du unter den Arm klemmen, das ist bequem und angenehm. Die darf man auch mit heim nehmen und so schlafe ich heute noch dami, was natürlich nicht nõtig ist, aber eben bequem. Da ich 2 bekommen habe, benutzte ich eines davon immer zum Auto fahren, zwischen Gurt und Brust geklemmt, den Tipp hatte ich irgendwo bekommen und das hat mir sehr geholfen.
    Die Spritzen mit Kontrastmittel habe ich auch in beide Seiten bekommen, einen Tag vorher am Morgen, dann wurden am Nachmittag Bilder gemacht und die LK markiert für die OP am nächsten Tag. Aber auch die Spritzen waren halb so schlimm und ich war wie du nur im KH vor 26 Jahren zur Geburt meiner Tochter, also ein Schisser vom Dienst, wie man so oft sagt. Ich will dir damit sagen, dir geht es nicht allein so und trotzdem sage ich heute, alles richtig gemacht. Es war keine leichte Zeit aber ich habe es geschafft und du wirst das auch schaffen, ganz bestimmt und wie ich dann bald sagen, es war gut und richtig so.
    So deinen Termin nehme ich natürlich sofort in unsere Liste auf, somit sind wir alle bei dir im OP, bewachen und beschützen dich, da kann nix mehr schief gehen. Sag den Årzten das sie genug Platz frei lassen und wir ihnen auf die Finger schauen :) .
    Jetzt versuchebis zum 7. die Zeit für dich zu nutzen und genießen, mach was schönes zum ablenken und erfreuen.
    Liebe Grüße Sylvi. :hug:

  • Hallo liebes Ilschen, ich werde heute schon wieder nach überstandener OP entlassen. Dir schreibt der größte Angsthase aller Zeiten und ich muss dir sagen, es wird einem in kleinster Weise weh getan. Ich habe auch dieses Mittel gespritzt bekommen, das ist dafür um die Wächterknoten zu markieren. Diese werden als erstes bei der OP entfernt und innerhalb zwanzig Minuten vom Pathologen auf Beifall untersucht. Ist das der Fall werden während der OP noch Lymphdrüsen entfernt oder auch nicht wenn die Wächterknoten frei waren. Die Einspritzung erfolgt mit einer super dünnen Nadel und das merkt man überhaupt nicht. Die Wächter sind bei jedem woanders, deshalb muss man sie auf die Art suchen. Da mein Knoten nicht tastbar war, musste er mit Draht vor der OP markiert werden. Kannst dir meine Panik nicht vorstellen... was war? GARNICHTS! :D Auch nur ein Hauch von Piks und fertig war es. Ich war so froh! Du wirst sehen, die OP und alles was dazu gehört läuft wunderbar und schmerzt nicht. Nur über den Rest kann ich dir leider nichts berichten, da bei mir brusterhaltend operiert wurde. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und du wirst erleben dass es genauso ist, wie ich geschrieben habe. Alles Gute Ilschen und viele Grüße von B-Hörnchen.

  • Hallo zusammen,
    eure Beiträge machen mir wirklich Mut. Meine OP ist übermorgen. Vor der Spritze habe ich auch Angst, aber jetzt nicht mehr so sehr. Ich war nicht mal zur Geburt meiner Kinder stationär im Krankenhaus, habe überhaupt keine Krankenhauserfahrung. Es ist gut zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin.
    Ich werde bestimmt noch einiges hier im Forum lesen (habe es gerade erst gefunden und mich registriert), aber dieser Thread hier passte so gut, dass ich erst einmal antworten musste ...
    Viele liebe Grüße von der Nordsee
    Euer Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Vielen Dank für den Zuspruch. Mein Zustand hat sich ein wenig beruhigt. Jetzt nach euren Schilderungen gehe ich doch viel erleichterter zu meinen Terminen. Das ihr alle mich bewacht und dem Operateur auf die Hände guckt, das war das Schönste, so dass ich sogar lachen konnte.


    Aber jeder von euch hat dazu beigetragen, dass es mir nun ein ganzes Stück besser geht. Es ist schön, nicht allein zu sein. Ich möchte im Moment einfach nicht an Aufbau denken, denn ich glaube, die Komplikationen muss ich mir nicht antun. Ich gehe gerne schwimmen, das werde ich wohl erst wieder tun, wenn ich kein nackiges Gefühl mehr habe. Bei uns gibt es eine Gruppe, die sich einmal im Monat trifft, da werde ich auf jeden Fall mal reinsehen. Durch den Umzug hierher habe ich noch keinen Freundeskreis. Früher habe ich mir gerne meine Bekannten und Kollegen (die ich alle wahnsinnig lieb hab) zum Grillen eingeladen. Es war immer toll zusammen. Auch, als ich später nicht mehr so laufen und Tabletts halten konnte, habe ich das vorher geklärt und schwupps ging es mit vielen Händen. Das war herrlich.
    Deshalb denke ich, ich habe es geschafft mit 55 mit dem Rollator zu laufen - alle Nachbarn schauten - so kam es mir vor, aber es hat meine Mobilität erhalten. So will ich auch nur mit einer Narbe einfach weiterleben.


    Ich spüre schon beim Schreiben, dass meine Kraft wieder wächst und das fühlt sich gut an. Und IHR HABT RECHT, ich werde die Zeit nutzen und etwas schönes zum Freuen machen. Ich werde vielleicht ein Bild malen und meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Mal sehen, was dabei rauskommt. Ich bin noch Laie, sonst würde ich sagen, ich zeige es euch, wenn es fertig ist. Dann liebe ich Musik - alle möglichen Richtungen und vor allem diesen unglaublichen Menschen Ludovico Einaudi. Sein Time Lapse in der alten Fabrik könnte ich stundenlang bei Youtube gucken. Aber das ist nur einer von vielen Richtungen.


    Ich danke euch sooo sehr.
    Ich möchte nun noch wissen, wo ich die Liste finde, in der die Daumen für die Operationen gedrückt werden. Denn ich möchte da mitmachen, wenn später jemand genau solche Ängste hat, wie ich.
    Ich glaube, ich habe sie gerade gefunden: heißt sie "Ich-Drück-die-Daumen-Strang" ?



    DAS MITTEL HEISST: Oct. - Antimikrobielle Waschlotion von Sch.
    und ein NASENGEL: oct. md


    Ich glaube, ich schlafe heute schon viel besser ein. :hug: :love:

    Am Ende wird

    A L L E S

    gut sein...

    Und wenn es nicht

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    das E N D E

    :hug:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Namen der frei verkäuflichen Mittel entfernt

  • Der Thread wo für die OP s und alles mögliche die Daumen gedrückt werden heisst : Unser Ich drücke die Daumen. Er ist gerade auf der Forumsseite .Sonst findet man ihn unter : Umgang mit der Erkrankung, und dann : Unser ich drücke die Daumen. Es freut mich dass das Forum hilfreich für Dich ist und Du ein Stück weit Deine Ängste abbauen könntest.Wann genau soll die OP nächste Woche sein . Schreib es in den Daumendrückstrang, dann wirst Du in die Daumendrückliste aufgenommen, und dann drücken sämtliche Foris Dir die Daumen.
    Wünsche Dir noch dass Du bis zur OP noch etwas entspannen kannst und noch viel Schönes unternehmen kannst .


    LG und :hug: von
    alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Danke dir liebe Sylvi,


    du hast mich gleich auf der neuen Liste am 07.04. eingetragen.


    Ich habe mir diese Liste herauskopiert. Sie kommt zu einer Sammlung, die ich mir anlegen werde.
    Die Dinge, die mir seit der Diagnose schon geschehen sind, die möchte ich nicht vergessen, denn es waren unglaublich schöne Momente.
    Und diese Liste, das ist ein Band zu euch allen :love: :hug:

    Am Ende wird

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  • Hallo ilschen,
    gerne doch :) . Alle Termine bekomme ich auch nicht immer mit, aber ich gebe mir Mühe. :rolleyes:


    Das mit dem malen ist eine gute Idee, habe ich auch nach meiner OP angefangen und gemalt wie ein Weltmeister, aber nur was die Menge angeht :D. Es hat mit Spaß gemacht und irgendwann sagte meine Tochter als sie die ersten Bilder betrachtete, die sind ja alle düster X( . Mir selbst viel das überhaupt nicht auf und so habe ich angefangen bewusst "freundlicher" zu malen. Und es wurden Sonnen, Tiere und sogar Engel die leuchten daraus.
    Mittlerweile habe ich etwas neues entdeckt und bin im Bastelwahnsinn. Flaschen, Gläser, Schachteln verwandle ich in shabby chic und die gefallen wirklich sehr. So habe ich auch immer ein kleines Geschenk parat 8o .


    Ich wünsche dir noch ein paar schöne Tage vor der OP, Sylvi.
    (schicke dir mal noch eine PN)

  • Hallo,
    ich habe die OP sehr gut hinter mich gebracht.
    ich bin dann aufgewacht und hatte kaum Schmerzen.
    schrecklich finde ich diese Fleischwurst, falls ich wieder aufbauen möchte. aber da die Brust viel keiner wäre, kommt das für mich nicht in Betracht. dann lieber auch die Wurst weg und Ruhe ist.


    Ich werde noch eine Weile hier bleiben, Aber das ist nur gut für mich. Die Wundflüssigkeit bringt es am Tag über 100 ml und das macht Sinn, noch zu warten. die zweite Flasche ist auf 10ml runter, deshalb kommt das heute raus (aua, etwas Respekt). ;( :pinch:

    Am Ende wird

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  • Liebe Ilschen,
    ich schließe mich den guten Wünschen an. Überstürze nichts mit Deiner "Fleischwurst". Lass das ganze erst mal ein bißchen sacken, direkt
    nach einer OP ist man ja meist noch nicht so ganz fit und sollte keine Entscheidungen treffen.
    Liebe Grüße
    Heideblüte

  • Ja, und da ist sie wieder....


    Seit letztem Freitag bin ich wieder Zuhause. Während der Arzt-Visite (nur ein Arzt - war ja Karfreitag) bekam ich zu hören, dass ich auch noch gehen soll/darf. Eine Untersuchung musste ich noch am Mittag machen, aber da sowieso das Essen bestellt war und ich auch meine Abholung regeln musste, war alles bestens.


    Die Drainagen wurden noch gezogen, meine Angst davor, hätte ich mir sparen können. Gut, nicht angenehm, aber eigentlich nur ein kurzes Luftanhalten - ahhh und schon ist es vorbei.


    Bei mir Zuhause kam ich mir irgendwie fremd vor. Ich lebe allein, das war nicht so schön. Am nächsten Morgen hatte ich Schüttelfrost (ohne Fieber) und fühlte mich so elend, dass ich überlegte, wieder ins Krankenhaus zu gehen. Aber mein Bekannter kam, machte Frühstück und danach ging es Stück für Stück aufwärts. Ich hätte nie gedacht, dass man nach so ein paar Tagen - mit nur wenig Bewegung - so abbaut. Ich hatte am Abend meines Heimkommens wie sonst immer, alles mögliche gemacht. Das war klar, dass ich da einen Denkzettel bekam.


    Die Feiertage habe ich ganz gut hinter mich gebracht, habe viel mit Familie und Freunden telefoniert und oft kommen mir einfach die Tränen. Es ist nicht die Angst, auch nicht die "Wurst". Sie hat sich ganz schön zurückgebildet und wenn das so weitergeht, sieht es eher aus, wie eine Minibrust ohne Warze, fest, wie bei einem jungen Mädchen, *lach*
    Ich weiß, es ist nicht richtig, aber ich fühle mich "wertloser". Bitte nicht gleich auf mich drauf, ich habe dieses Denken seit ich durch meine Erkrankung in Rente gehen musste. Ich wollte nicht allein sein, aber den Mann, mit dem ich fast ein 3/4Jahr verbunden war, meinte, dass er meinen Erwartungen nicht gerecht werden könnte (er hatte Diabetes und etwas Wasser in den Beinen), lachte, erzählte noch dies und das und danach ward er nie mehr gesehen - nee, einmal hat er "aus Versehen" einen Link gesandt - wem will er das erzählen, ich habe nicht darauf reagiert. Sowas hatte ich noch nie erlebt, dabei hatte ich ihn nur gefragt, ob er nach meiner OP bei mir bleibt und mich stützt. Nur hat er sich selbst eingemauert, ich war immer stark und als ich mal Hilfe brauchte, konnte ich gottseidank auf die lieben Menschen zählen, die schon immer für mich da waren. Auch aus der Ferne, per Telefon und Email...


    Ein Partner, so wie mein Mann, der leider schon verstorben ist, der wäre jetzt wichtig. Aber in meinem Alter ist es schwierig. Die Welt hat sich geändert und es ist alles so oberflächlich geworden. Die Männer, wie die Frauen suchen und wenn sie gefunden haben, wird geschaut, ob nicht noch was besseres da ist....
    Da hatte ich schon vorher wenig Interesse, mich durchzuhangeln, in der Hoffnung auf einen ebenso treuen Partner, wie ich es bin, zu treffen. Nun mit der Erkrankung und der "kleinen" Brust, sehe ich mich fast hoffnungslos.


    Auch meine "sehr sensible Frau" in mir, kenne ich nicht. ICH heule nur mit Grund.
    Krebs, ja, ich weiß, was ich habe, hoffe, es wird nichts mehr gefunden und fertig. Klappe zu und weitermachen. So war das immer. Das ist mein Motto, mein Leben.


    Ich bin sehr lustig, lache gerne, habe immer Freude etwas zu unternehmen, ok, manchmal bin ich auch faul, aber alles in allem bin ich zufrieden, das war ich mein ganzes Leben, war immer schon Optimist und sehe das Gute, und, wenn es mal schlecht geht, finde ich auch da Positives.


    Ich denke, ich muss nun alle Kraft, die ich habe, für mich allein nutzen. Da kann ich nicht noch einen Menschen durchziehen, antreiben und was weiß ich noch tun.
    Diesmal muss die Kraft für mich allein sein ---- das erste Mal im Leben. Das sind alles Seiten, die kenne ich nicht, aber vielleicht musste ich Krebs bekommen, um zu lernen, an mich selbst zu denken.
    Ich glaube, das wird immer viel zu hoch bewertet. Wenn ich zufrieden bin, was soll ich da noch für mich selbst sorgen, es ist doch alles ok.


    Mein ganzes Denken ändert sich, ich möchte aber gar nicht anders sein. Ich bin beliebt und habe wirklich tiefe Freundschaften, klar habe ich auch Macken, ich bin ein Mensch, aber die kennen ja alle und das gehört zu mir.
    Ein wenig an mich denken, das kann ich vielleicht verstärken.
    Ich habe nie Zeit, z.B. meinen geliebten Hobbys Fotografie und Acryl-Malerei nachzugehen, weil ich erst noch aufräumen oder putzen muss. Und das geht nicht mehr so schnell von der Hand bzw. geht gar nicht mehr.


    Meine linke Achsel ist nun auch noch taub, hatte ich vergessen. Das ist sehr unangenehm, fühlt sich immer an, als würde ich meinen Arm am Schleifpapier reiben.


    Ich höre lieber mal auf, muss auch ins Bett, morgen steht ein Szintigramm an.


    Gute Nacht und ich hoffe, ihr kommt durch meine verschiedenen Gedankengänge... ;( :hot: :S :love:

    Am Ende wird

    A L L E S

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    das E N D E

    :hug:

  • Liebe Ilschen,
    schön, dass Du wieder zu Hause bist und Dich dort auch wieder eingelebt hast.
    Ja - Tränen und Gefühlsduselei kenne ich von mir auch nicht. Wenn's mir öffentlich passiert, kann ich immer noch mein Chemotränen vorschieben (lach).
    Schade, dass Du niemanden direkt neben Dir hast! Aber glaube mir, das ist auch nicht immer hilfreich (mein Mann: jetzt musst Du natürlich Deinen Bauchumfang an Deine Brust anpassen - das passt ja jetzt gar nicht mehr! )
    Auch ich finde immer noch etwas Positives (wollte ja schon immer eine Brustverkleinerung), kann mich aber immer noch nicht auf mich konzentrieren (flüchte lieber in meine Arbeit). Bist mir also schon einen großen Schritt voraus!
    Mein Obedarm ist nicht taub, aber auch gefühlsgestört - total überempfindlich, reibt an Kleidung und vor allem am Kompressions-BH.
    Alles Gute für morgen. Du bist nicht allein!
    LG Kirsche

  • Hallo Ilschen,


    habe leider von Deiner - jetzt sogar schon überstandenen OP - nichts mitbekommen. Ich musste am 24.3. schnellstmöglich wegen einer fulminanten Thrombose ins Krankenhaus. Nach Intensivstation und 2 Wochen stationär durfte ich dann wieder nach Hause und 2 Tage später war die nächste Chemoladung fällig und die dann unvermeidlichen Nebenwirkungen.


    Deine Angst VOR der OP kann ich auch heute noch gut nachvollziehen. Zum Glück hast Du alles gut überstanden. Nur dass man Dich noch vor Ostern aus dem Krankenhaus "schmeißt", wohl wissend, dass Du zu Hause allein bist, kann ich nicht verstehen. Sie konnten doch nicht davon ausgehen, dass Du so gute Freunde hast, die sich kümmern. Aber verstehe einer unsere Ärzte und das ganze Gesundheitssystem.


    Und auch Deine Tränen kann ich inzwischen gut nachvollziehen. Ich hatte ein absoluten Durchhängertag im Krankenhaus. Da wollte mir die Psychotante - statt Schlaftabletten, denn die machen ja abhängig - Psychopharmaka gegen Depressionen verordnen! Habe ich rundweg abgelehnt. Da bin ich wohl eher wie Du und so viele andere hier: Optimist. Wird schon alles werden und wenn nicht, findet sich irgendetwas, an dem frau sich wieder aufrichten kann!
    Meine Hausärztin hat aber auch nur den Kopf geschüttelt, als sie den Entlassungsbrief las. Und solche Psychofritzen sollen uns dann helfen, wenn wir wirklich mal am Ende sind????
    Neeee, ich glaube, da helfen eher solche Foren wie dieses, damit frau ab und zu wieder geerdet wird.


    Ich freue mich ganz ungemein, dass bei Dir alles doch noch recht erfreulich abgelaufen ist und Du Dich jetzt auf Dich konzentrieren willst. Mal Dir einen ganz großen Zettel und schreib Dir auf, wie wichtig DU bist und nur DU!
    Gönn Dir alles Gute und lass alle Menschen, die Dir nicht gut tun, sondern Dich eher belasten, erst einmal hinter Dir. Wenn sie Dir deshalb gram sind, dann hast Du sogar gut daran getan, sie hinter Dir zu lassen, denn alle Menschen, die Dir Gutes wollen, werden Dich verstehen! So geht es mir auf jeden Fall in meinem Bekanntenkreis. Sie verstehen mein Schweigen und sie verstehen auch, wenn ich dann wieder unwiderstehlichen Redebedarf habe.


    Ich schicke Dir mal eine liebevolle Umarmung und freue mich darauf, dass es Dir Tag für Tag besser gehen wird.


    Liebe Grüße
    Wally

  • Liebe Ilschen,
    schön, dass Du das Krankenhaus verlassen konntest, nicht schön, wie es gelaufen ist. Ich schließe mich Wally an und kann absolut nicht verstehen, wie
    sie Dich mal eben an Ostern und auch noch ohne Vorwarnung rausschmeißen können. Ich lebe auch allein und meine Familie wohnt 60 km entfernt, kann
    als nachempfinden, wie es Dir ergangen ist und Deine wohnen ja noch weiter weg. Ich habe vor der OP schon ordentlich vorgekocht und portionsweise
    eingefroren, so habe ich wenigstens was zu Essen im Haus, bin dann aber nach der OP für 3 Wochen zu meiner Schwester gezogen. Meine Nichte hat sich
    total gefreut, soviel Zeit mit mir verbringen zu können und ich war versorgt. So gut ich konnte habe ich mich dann auch nützlich gemacht, hatte aber nicht
    die volle Hausarbeit an der Hacke. Seit ich mit der Chemo angefangen habe, bin ich wieder in meiner eigenen Wohnung und lasse auch mal fünfe gerade sein.
    Ich habe nach der ersten Chemo ne Portthrombose bekommen und kann einen Arm kaum benutzen. Am Wochenende kommen meine Eltern und unterstützen
    mich bei der Hausarbeit. Was nicht geht, geht eben nicht und weiteren Besuch empfange ich zur Zeit eh nicht, will nicht irgenwelche Bazillen eingeschleppt
    bekommen. Vor meiner Erkrankung habe ich auch alles selbst gemacht und hatte Schwierigkeiten Hilfe anzunehmen oder gar danach zu fragen, aber nun
    bleibt mir nichts anderes übrig und ich lerne eifrig.


    Also: lerne die sensible Frau in Dir kennen, höre auf Deine Bedürfnisse, frag nach Hilfe, lass Dinge auch mal unperfekt und genieße einfach die gewonne
    Zeit um Deinen Hobbies nachzugehen. Wir haben alle nur ein Leben (egal ob krank oder nicht) und müssen das genießen so lange es geht.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Es wird wieder besser!
    Liebe Grüße
    Heideblüte