Sexualität und Krebs

  • Hallöchen ihr alle,
    heute hätte ich da mal ein thema über das selten gesprochen wird, aber auch ein wichtiges thema ist.
    Sex nach Brustkrebs.......
    Also ich habe beidseits mastektomie und momentan expander (silikon erhalte ich in 2 monaten) hatte am 13.02.17 meine letzte bestrahlung erhalten und bekomme nun meine antihormontherapie. soweit so alles gut, ABER seit meiner op lief sexuell überhaupt nichts und ich denke das auch dies zu einer genesung dazugehört. von meinem mann kommt diesbezüglich null aber absolut null rüber und wenn ich ihn darauf anspreche dann heißt es es ist der stress im job dann liegt es wieder an den kindern usw. wenn ich ihm näher komme, dann geht er nur bis zu einer gewissen grenze darauf ein und des wars. ich habe ihn schon öfters darauf angesprochen ob es daran liegt, dass ich keine brüste mehr habe und er hat es ständig verneint (obwohl er schon immer ein brustfetischist war). also ich denke für mich, das das zwischenmenschliche doch auch wichtig ist, allein das gefühl wieder zu haben sexuell atraktiv zu sein, das brauchen doch auch wir brustkrebspatientinen auch nach abnahme der brust doch speziell, oder ?
    nun kam auch noch folgendes dazu : ich habe für mich den wassersport entdeckt und war am wochenende im schwimmbad, als ich zuhause war und meinem mann erzählt habe, dass mir aufgefallen ist, dass mir männer auch auf die brust schauen (und darüber war ich ganz stolz) hat er nur gemeint, der wird sich halt gedacht haben, schau mal die hat ja gar keine brustwarzen........
    tja, ich brauche wohl nicht sagen wie es mir ging und heute noch geht. bin nun davon auch überzeugt das dies "sein" gedanke ist. er streitet es zwar ab und hat sich dafür auch entschuldigt, aber für diese meldung ist es mit einer labidaren entschuldigung nicht erledigt, zumal bei uns ja nix läuft. auch denke ich daran wird sich wohl nix mehr ändern, da ich zwar implantate bekomme aber die warzen nur tätowiert werden.
    nun meine frage an euch, wie sieht es bei euch aus ? haben oder hatten eure männer auch probleme damit ? ich meine für keinen sex mehr im leben zu haben bin ich noch zu jung und sex ist doch auch wichtig für den erhalt der liebe
    Ich hoffe es sind ein paar mädels dabei, die auch zu diesem thema etwas zu sagen haben oder trauen zu schreiben
    LG alex

  • Hallo Alex, danke dass Du dieses Thema angesprochen hast. Ich wollte letzte Woche dazu auch schon mal ein neues Thema aufmachen, habs mir dann doch nicht getraut. Mein "Fall" ist zwar etwas anders aber mir auch wichtig. Ich antworte Dir auf alle Fälle ausführlich, nur jetzt geht das grade nicht. Bis später und LG Blume

  • Hi Alex, ich finde es auch super, dass du dich traust das Thema anzusprechen. Darüber wird viel zu wenig gesagt. Mein Problemgebiet ist zwar nicht Brust, sondern OP bedingt der gesamte Unterleib. Habe mir da auch schon viele Gedanken gemacht u empfinde es auch als sehr belastend. Geschlechtsorgane machen natürlich nicht die Person aus, allerdings gehören sie schon dazu um sich als vollwertige Frau zu fühlen- ich fühle mich nicht mehr 100% so...ist zwar völliger Quatsch, aber manchmal habe ich schon das Gefühl "B-Ware" zu sein...Männer meinen das oft glaub ich gar nicht so, bzw überspielen häufig auch ihre Angst. Sie wissen evtl auch einfach nicht was sie sagen/machen sollen, wie sie damit umgehen sollen oder schon gar nicht wie/wo sie einen anfassen sollen. Mich hat das alles am Anfang selbst schon massiv Überwindung gekostet...
    Wäre interessant zu lesen, wie andere mit dem Thema umgehen...

  • Hallo Alex,
    ich denke für die Männer ist es sehr schwer. Die meisten reagieren auf optische Reize und sie sind wohl alle in gewisser Weise auch "Brustfetischisten". Nur kann mancher nach OP vielleicht besser damit umgehen. Dir jetzt einen Rat zu geben ist schwer. Versuch einfach mit Deinem Mann so oft wie möglich darüber zu reden und ihm zu sagen wie wichtig Dir der Sex und die körperliche Nähe ist.
    Bist Du in psychologischer Behandlung, könnte evt. die Psychologin eine Hilfe sein?


    Mir steht die Op noch bevor und ich weiß noch nicht mal, was ich da genau machen lassen werde und ob ich Brustaufbau möchte.
    Ich weiß natürlich auch nicht, wie mein Mann dann ragieren wird. Er ist eigentlich ziemlich tolerant und dass ich eine (Fast) Glatze habe, stört ihn nicht, Ich kann immer "ohne" in der Wohnung gehen.
    Es gibt Männer, die auch das nicht ertragen können weil ihre Frau ohne Haare nicht mehr "vollständig" ist.


    Sicher melden sich im Forum noch einige der "alten Hasen" die dazu ihre Erfahrungen gemacht haben mit Ihren Männern. Ich bin gspannt.


    Mein Problem ist ein anderes: mir ist eher die Lust vergangen seit der Diagnose. Es gibt weniger Sex. Mein Mann wartet geduldig ab und wartet immer auf mein Signal. Er traut sich selbst nicht mehr und das tut mir auch sehr leid. Ich weiß gerade auch nicht, was ich dagegen tun kann.


    LG Blume

  • Hallo Mädels,
    mir ist die Lust unter Chemo gotal vergangen. Da hätte mein Mann schon gerne mal, aber meine Scheide war einfach zu trocken. Am Ende blieb mir nur, ihn anderweitig zu befriedigen.
    Kurz vor der OP war ich wieder feucht genug. Mein brustfixierter Mann hat es aber nicht fertig gebracht, meine Brüste zu berühren...
    Nach meiner ersten OP (Sofortaufbau, haut & nippelschonend) war noch alles ok. Mein Mann ist zu den Kontrollterminen mit reingekommen und hat mich zu Hause an für mich unzugänglichen Stellen gewaschen. Nach der zweiten OP (Brustwarze war nicht angewachsen und musste mit einer unschönen Narbe entfernt werden. Weiterhin musste das Implantat verkleinert werden) hat sich mein Mann total abgekapselt. Er kommt nicht damit zurecht, dass da nun "gar nichts" mehr ist und meinte, ich solle meinen Bauchumfang nun bitteschön an meine Brust anpassen. Ausserdem müsse er sich wohl eine Sexgespielin nehmen, wenn das bei mir nicht mehr ginge.
    Du siehst, Alex, ich habe auch so ein sensibles Exemplar zu Hause.
    Bin ja mal gespannt, wie das wird, wenn die Heilung so weit abgeschlossen ist. Habe mir schon überlegt, die Reizwäsche über der "unvollständigen" Brust einfach anzulassen. Vielleicht kann ich meinen Mann so für meine gesunde Brust begeistern...werde berichten.

  • Hallo Ihr,


    ich finde das gut, dass das Thema mal angesprochen wird.


    Da ich Brusterhaltend operiert wurde, hatte ich erst keine Probleme, mein Mann auch nicht. Er hatte nur immer Angst, dass er mir wehtun würde.


    Aber als ich dann kurz danach die Diagnose Gebärmuterhalskrebs bekam und nach der Bestrahlung der Brust noch einmal operiert werden musste, habe ich das so als Afront gegen meine Weiblichkeit genommen, dass ich keine Lust mehr hatte.


    Ist irgendwe immer noch so, es ist nicht, dass ich nicht davon träume, aber ich kriege es nur nicht hin. Da ist gefühlsmäßig so eine Leere im Unterleib, da trau ich mich nicht ran. Ich habe mich selber schon berührt und ertastet, fühlt sich gut an, aber weiter ging es nicht. Ist ein bißchen, als würde ich was verbotenes tun, obwohl das Wort nicht so ganz richtig ist. Ich kriege es nicht so in Worte gepackt.


    Mein Mann geht damit aber sehr gut um, er kuschelt viel mit mir, nimmt mich in den Arm, ohne dass er drängend wird. Er sagt immer, dass er mich doch liebe und wenn es für mich gerade nicht okay ist, dann ist es eben so.
    Das entspannt mich natürlich schon, dennoch wünsche ich mir nichts sehnlicher, als mal wieder Sex zu haben. Aber irgendwas ist da noch kaputt in mir.

  • Exkurs zum Thema Sommerbekleidung: im Sanitätsgeschäft gibt es für 15 EUR selbsthaftende Mamillen aus Silikon. Nackt sieht man natürlich, dass sie nicht echt ist, aber unter Wäsche/ Top/ Shirt sieht's sehr natürlich aus.

  • Hi Alex,
    toll, dass Du dieses Thema anschneidest, welches uns ja auch alle betrifft. Aktuell ist es für mich nicht akut, ich bin Single und Lust habe ich derzeit
    überhaupt keine. Habe total trockene Schleimhaut und hab mir neulich schon gedacht, wie gut, dass ich keinen Partner habe, der Ansprüche stellen
    könnte. Natürlich mache ich mir aber auch so meine Gedanken, was sein wird, wenn ich die Therapie abgeschlossen habe, wieder in ein "normales"
    Leben "zurück"kehre und ich dann einen Mann kennenlerne. Ist sicher dann auch etwas von dem optischen Ergebnis abhängig. Aktuell hoffe ich, dass
    meine Brustwarzen erhalten bleiben und ich auch noch ein Rest von Gefühl in meinen neuen Brüsten haben werde, das wird es sicher etwas erleichtern.
    Ich warte mal ab, was da noch auf mich zukommt. Den Rest meines Lebens ohne Sex kann ich mir nicht vorstellen. Aber erst einmal bringe ich die
    Chemo hinter mich und dann sehe ich weiter.
    Drücke Dir die Daumen, dass Dein Mann und Du wieder näher zueinander finden.
    Liebe Grüße
    Heideblüte

  • Liebe Kirsche,


    hab ein bisschen mit mir gerungen, mich zu deinem Post zu äussern, aber irgendwie muss ich das hier doch loswerden.


    Ich bin schon ziemlich geschockt über die Sprüche deines Mannes. Er weiß aber schon, dass du gegen eine Krebserkrankung kämpfst und nicht nur eine Erkältung hast???
    Es steht mir natürlich nicht zu deinen Mann zu beurteilen, kann ich auch gar nicht, aber man sollte doch meinen, dass er dir in dieser schweren Zeit mit seinen begrenzten Mittel voll zur Seite steht und nicht seine Bedürfnisse in den Vordergrund stellt.


    Wenn ich dir zu nahe getreten bin, tut es mir aufrichtig leid und ich entschuldige mich schon mal, aber das musste jetzt einfach mal raus.


    Ich wünsche dir nur das Allerbeste. LG von lexi

  • Ich weiß nicht, ob blöde Bemerkungen nicht manchmal auch nur die eigene Unsicherheit/Angst überspielen sollen. Ich denke es ist für einen Mann auch nicht leicht "da" hin zufassen, so habe ich beispielsweise schon Hemmungen mit selbst anzufassen. Ich hatte auch Gebärmutterhalskrebs u kenne das Gefühl, dass Milli beschreibt leider nur zu gut. Es fühlt sich tatsächlich irgendwie "verboten" an, die ganze Zone Bauchnabel abwärts fühlt sich merkwürdig an u ich habe da irgendwie das Gefühl, dass das alles nicht mehr mir gehört. Hatte die letzten Monate so unzählige Leute, die mir im Schritt rumgefuhrwerkt haben, da vergeht einem alles. Hinzukommt dass ich eine echt krasse große Narbe u mehrere kleinere am Bauch habe u der Bauch ist auch nicht mehr so wie er war, da ist so ne Delle u Schwarte. Nicht schön. Wie soll das dann jd anderes schön finden???? Hinzu kommen Ängste, ob "es" nach der OP überhaupt, rein körperlich, noch funktioniert od auch Angst vor Schnerzen (bei der OP wird die Scheide ums obere Drittel verkürzt u dann vernäht). Da ist Sex echt vom Kopf her ein Problem für mich, mein Mann hat glaub ich sogar noch mehr Angst wie ich. Aber ein sexfreies Leben mit Anfang 30 kann ich mir halt auch nicht vorstellen...ist auch echt ein doofes Thema, man traut sich da doch nicht so offen drüber zu reden...

  • Mich gruselt es vor manchen Männer-Aussagen oder Nicht-Taten. Und muss sagen, wenn die Frauen, dann noch Selbstbewusstsein haben, nachdem die Männer so negativ reagieren. Dann ist das wahrlich eine starke Frau.


    Nur leider zu wahr, viele Männer ticken einfach nur mit dem Äußeren der Frau, ob sie nicht anders können ? Ich weiß es schlichtweg nicht. Da fände ich tatsächlich einige Männer Aussagen zu diesen Themen nützlich.


    Ich war auch mal mit so einem verheiratet, der 10kg extra monierte. Was bin ich froh, dass ich nicht hören muss was er nun über meine Bauch Narbe oder meine fehlende Brust sagen würde.


    Ich denke nämlich, dass bei diesen Männern schlichtweg die Liebe nicht bis ins Herz vordrang.

  • Hallo Mädels,
    find ich super das ihr euch traut und so offen darüber schreibt, aber genau das ist es doch, wie im fall kirsche oder mir. ich bin absolut davon überzeugt das weitaus mehr frauen probleme mit sich selbst und/oder ihrem partner haben, gerade auch die, die nicht brusterhaltend operiert werden konnten. hey, ich meine wir schreiben über unser leiden, unsere schmerzen und unsrere große angst vor dem was noch alles auf uns zukommt oder zukommen kann. ABER wenn es um das thema sex geht, dann halten wir uns die ohren zu und tun so als hätte man/frau es nicht gehört. nur ist es die natürlichste sache der welt und wenn es dies nicht tun würden, wären wir alle nicht hier bzw. würde es kein lebewesen auf dieser wünderschönen welt geben.
    Auch ist es so, dass herr k. sich dies zuerst nehmen möchte, egal,ob bk oder unterleib das ist genau das was uns frauen auch ausmacht, dass was wir besonders haben, unser kind gebären und fortpflanzung und entschuldigung würden wir dabei keine solche lust verspüren, würden wir es nicht tun. ich meine wir tauschen hier ja keine direkten intimitäten aus und gehen ja nicht ins detail, ABER es gehört dazu wie die luft zum atmen. auch sind wir ja noch in einem aktiven alter und bei allem verständns für uns und unsere krankhet (wie ich dieses wort hasse) aber unsere Partner snd es eben nicht und wir müssen auch hnen eingestehen, dass sie ihr verlangen haben und nicht eingeschränkt sind wie wir. so ist es ja auch verständlich das wir uns darüber gedanken machen, da ich z.b. meinen mann nicht deswegen verlieren möchte oder er dieses verlangen bei jemandem anderem nachgeht.
    bitte versteht mich nicht falsch, ich bin selig diese tortour bis jetzt überstanden zu haben und abolut glücklich frische luft atmen zu können, auch genieße ich es die natur wieder wachsen zu sehen, mit meinen hunden gassie zu gehen und mit meinen kids und mann endlich wieder raus und etwas zu unternehmen zu können.
    mal ehrlich, wem ging oder geht es nicht so, dass du zuerst eine watschen von diesem mistkerl bekommst, indem du begreifst dass hier deine weiblichkeit, deine intimität angegriffen wird, hey ehrlich ich habe glaube ich noch nie in der ganzen zeit so oft blank gezogen und so viele hände an meine brust gelassen, wie in diesem vergangem jahr. dann kam meine op beide brüste binnen 5 stunden weg von körpenchengröße doppel d auf 0, wo war meine silhouette ??? dann hochdosis dosisdichte chemo, haare weg und ehrlich ich habe in dieser zeit (und ich denke so geht es allen hier) meinen körper so kennengelernt wie ich ihn noch nicht gekannt habe. auch habe ich aus schmerzen sachen getätigt, die ich zuvor in meinem leben nicht erträumt hätte dies zu tun, nur dass dieser schmerz und das leiden endlich aufhört. d.h. habe auch so von herrn k. zu spüren bekommen, wie entwürdigend diese krankheit und die ganze therapie rundherum ist. und bei aller liebe zu diesem zeitpunkt kann man gar keine lust verspüren und auch ich habe keine sekunde an sex gedacht.
    dann, endlich wieder licht am himmel chemo durch und 3 wochen nach meiner letzten chemo auf dem völligen körperlichen höhepunkt habe ich micht das erste mal wieder getraut micht nackt vor dem spiegel zu stellen und mich von oben bis unten zu betrachten und mein neues körperbild von mir zu machen. doch was ist das, was mich da ansieht ???? ich kam mir vor wie eine moppelige aufblasbare "spielpuppe" keine haare, einen aufgedunsenen kopf mit dicken backen und kaum mund, mein arm an dem meine lymphknoten entnommen worden sind sieht aus wie der von klitschko, dann hals abwärts, ok keine brust, so wie meine expander aussehen, so fühlen sie sich auch an -beton-. gut ich weiß da muss ich noch geduldig sein, bis ich die implantate habe ABER was ist das ??? mein bauch sieht aus wie von einem michelin männchen, größer als meine expander, dann ertastete ich meine mumu und hä wie klein ist die denn geworden und dann meine oberschenkel, selbst sie von meiner mutter mit über 70 sind glatter als meine. so, dass bin nun ich dachte ich mir aber darin erkannt habe ich mich nicht. natürlich sind die inneren werte das wichtiste, aber meine äußerliche fassade gehört auch zu mir und wenn ich dies schon schwer verkraften kann, was soll denn dann mein partner denken? vor meiner diagnose war ich gerade als fast mitvierzigerin beschäftigt, zu akzeptieren, dass ich nun zu der etwas "älteren" generation gehöre aber auch weiterhin atraktiv für meinen partner zu und wo wurde ich hin katapultiert ? ich meine wir frauen sind eh sooo selbstkritisch und gerade in diesem alter in dem wir uns befinden und unsere kinder so langsam flügge werden, muss mann und frau wieder zueinander finden und nun mal dieses aufeinadernfixierte wie zu einer anfangszeit der beziehung nicht mehr vorhanden ist. d.h. sich auch für den partner wieder interessant zu machen, aber so ?
    dann dachte ich mir ok, du a....... du hast mir schon mein altes leben genommen, dann habe ich meine arbeit wegen dir verloren, persönlich hast du mich angegriffen indem ich meine brüste hergab, zur chemozeit hast du versucht mir meine würde zu nehmen, aber meinen partner der mich seit,über 20jahren begleitet, mit mir durch diese schlimme zeit gegangen ist und alles ertragen hat ( nicht nur die gefühlsschwankungen, meine wutausbrüche sondern auch das optische) den gebe ich nicht so einfach her.
    seitdem gehe ich so gut wie es geht jeden tag 1-2 stunden gassie mit meinen hunden, mindestens 2x in der woche wasserjogging ind -gymnastik, mich zu schminken habe ich gelernt und meine cellu masiere ich jeden tag und wisst ihr was, wenn mir danach ist gehe ich auch in die damensauna, habe bis dato die hälfte vom gewicht, dass ich in der chemozeit zugelegt habe verloren und meine haut wird auch von woche zu woche besser. d.h. also mein körpergefühl und meine selbstwahrnehmung wir auch von tag zu tag besser. und ganz ehrlich durch meine antihormontherapie ist die lust auf sex gefühlsmäßig nicht auf dem höhepunkt, aber mein kopf erinnert mich ständig daran. natürlich ist das allerwichtigste am leben zu sein und das es mir körperlich gut geht, aber gehört den nicht auch das psychische zur heilung dazu ? natürlich ist dies nicht gerade ein einfaches thema, aber genau das belastet doch und trägt zu missmut bei, also ich muss sagen, ich vermisse die körperliche nähe zu meinem mann sehr und ich weiß auch das er sich damit auch schwer tut mich anzufassen und auch er angst hat mir weh zu tun aber genauso weiß ich wie wichtig es für geist und seele ist sex zu haben und wenigstens wieder das gefühl zu spüren "FRAU" zu sein.


    so, jetzt reichts aber, sonst kann ich gleich ein buch schreiben :read: ich würde mich echt freuen wenn sich mehr trauen sich diesbezüglich zu öffnen und eure erfahrungen mit ech und euren partnern zu lessn
    Alles liebe euch allen :hug:

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  • Ich glaube auch, wie Ilisweetie es schon sagt, dass da Unsicherheit ein großer Faktor ist. Obwohl eine Aussage: " ... dann muß ich mir eine Sexgespielin holen ...", schon weit unter der Gürtellinie ist. Vielleicht müssen in einem solchen Fall beide Partner gemeinsam zum Psychoonkologen, wenn der Mann dann mitmacht.


    Mir ist gestern noch was eingefallen, meine Angst liegt auch im Orgasmus begründet. Da die Gebärmutter ja ein Muskel ist, habe ich die Kontraktionen gespürt, das war sehr schön. Bevor ich operiert wurde, hatte ich das einer Gynäkologin im Krankenhaus erzählt, dass es mir Angst macht, wenn ich meine Gebärmutter nicht mehr spüren würde, da sagte die dumme Kuh doch: "Das kann nicht sein, dann haben sie wohl eine Gebärmuttersenkung, die ist mit der OP dann auch behoben!" Als ich meinte, dass ich keine Gebärmuttersenkung hätte, und dass es die Kontraktionen sind, da schaute sie mich an, als sei ich von einem anderen Stern. Auch Frauen können ziemlich gefühllos sein.
    Meiine Schwägerin hat auch keine Gebärmutter mehr und sie erzählte mir, dass sie lernen musste, ihren Orgasmus anders zu erleben, sie kannte das auch mit den Kontraktionen.
    Und davor scheue ich mich. Mir macht das alles Angst. Ich könnte es ja ausprobieren, aber da ist echt dieses "Verbotenschild".


    Ich bin ja schon etwas älter als 30 8) , aber auch ich möchte nicht auf Sex verzichten, dazu mag ich das zu sehr, und es ist ja auch ein wunderbarer liebevoller Austausch zwischen Mann und Frau.
    Und wenn ich das hier so bei einigen lese, dann werde ich ganz demütig. Ich rege mich natürlich auch mal über meinen Mann auf, aber im Grunde genommen habe ich ein solches Glück, dass er so zu mir steht. Dass er mich nicht mit dummen Sprüchen verletzt, dass er, wenn ich unten bin, mich nicht als vollwertige Frau sehe, er mich aufbaut und sagt, dass ich immer die schönste Frau für ihn sein werde.
    Ich musste echt weinen, als ich die gemeinen Sprüche hier gelesen habe ...

  • Hallo Alex, hallo Milli, danke für die Offenheit.


    Mich gruselt es auch und ich bin so dankbar einen lieben einfühlsamen Mann zu haben. Alex, ich versteh Dich so sehr auch wenn ich erst am Anfang meines Kampfes bin und ich wünsche Dir von ganzen Herzen dass Du mit Deinem Mann irgendeinen Mittelweg findest womit ihr Beide glücklich sein könnt.
    Oh mein Ex- Mann (aus 1.Ehe) hätte mich wohl bei dieser Erkrankung psysisch kaputt gemacht, er wäre an Beleidigungen wohl kaum zu überbieten gewesen...


    Bitte liebe Foris, die Ihr schon länger im Forum seid, schreibt doch über Eure Erfahrungen, das ist sooooo wichtig.


    GLG Blume

  • Hallo Ihr Lieben,
    Euer Mitgefühl rührt mich zu Tränen...zur Ehrenrettung meines Mannes möchte ich aber erwähnen, dass in seiner Familie ein emotionales Problem vorherrscht (bis hin zum Autismus) und er solche blöden Sprüche nicht so erst meint (mir natürlich trotzdem weh tun und drüber lachen geht gar nicht). Er kann mit der Situation einfach überhaupt nicht umgehen. Bisher war mir ja außer ein bisschen Chemo-Geträne, etwas Schlappheit und dem Haarverlust nichts anzumerken. Aber nun fehlt eben unübersehbar etwas...Ich habe schon beim Tod seiner Mutter vor 2 Jahren bemerkt, dass eine Verarbeitung schlecht bis gar nicht stattfindet. Inzwischen fährt er extrem agressiv Auto und hat morgens kaum noch einen "richtigen" Fuß zum Aufstehen. Ich weiß aber noch nicht, wie ich ihn in psychologische Behandlung bringe (als hätte frau nicht genug eigene Probleme).
    Euch noch eine lustvolle Woche! LG Kirsche

  • Hallo Mädels,


    nur das ich hier nicht missverstanden werde. Natürlich habe ich auch Verständnis für die Männer, unsere Partner. Auch die haben sicherlich mit uns gelitten und gebangt und natürlich haben sie ihre Bedürfnisse, die ich überhaupt nicht verkenne, auf gar keinen Fall. Nur habe ich kein Verständnis für gemeine Äusserungen oder makaberen Sprüchen. Auch wenn sie "nicht so gemeint sind". Sie tun uns weh und helfen keinem von uns weiter.


    Ich habe das gro0e Glück, dass ich brusterhaltend operiert werden konnte. Hab wirklich nur eine kleine Narbe über der Brustwarze und eine kleine Delle. Hatte ja eine neoadjuvante Chemo und mein Tumor war nicht mehr da, da er ordentlich etwas abbekommen hat. Also hab ich mich optisch nicht wirklich verändert und alles ist noch dran. Vereinfacht natürlich einiges.


    Durch meine Antihormontherapie,erst Tam nun Anastrozol,ist meine Libido allerdings auf dem Nullpunkt. Lust habe ich nicht wirklich mehr. Natürlich denke ich da an meinen Mann und wir haben auch Sex, aber wirklich nur ihm zu Liebe.


    Er ist aber sehr verstännisvoll und gibt sich auch mit viel weniger zufrieden! Also hab ich wirklich Glück und liebe ihn um so mehr dafür.


    So hat natürlich jeder seine Probleme, kleine oder größere. Aber wir leben und das ist das einzige was zählt. Finde ich.


    In diesem Sinne alles Gute euch allen und noch eine schöne Restwoche. LG lexi

    Jeder Tag, den du erleben darfst ist ein Geschenk.Pack es aus und hab Freude daran.

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  • Hallo Alex,


    danke Dir für deinen offenen Beitrag. Du hast Deine Gefühle und dein Körperempfinden sehr berührend geschildert. Ich habe mich auch darin wiedererkannt. Das Gefühl unattraktiv zu sein hatte ich auch. Keine Haare, von der Chemo gezeichnet. Aber unabhängig davon wie man tatsächlich aussieht, ist mir klar geworden, dass wir uns selbst annehmen müssen. Selbst lieben müssen, auch den veränderten Körper, so wie er jetzt ist. Nur dann strahlen wir Lebensfreude aus und letztendlich auch Attraktivität. Ich weiß es ist nicht immer einfach selbstbewußt zu sein. Dennoch denke ich, ist es im Umgang mit dem Partner unerlässlich seinen eigenen Körper anzunehmen. Sonst kann es der Partner auch nicht. Wir müssen uns gut fühlen. Das ist die Grundlage für eine erfüllte Beziehung. In jeder Art und Weise.


    Liebe Grüße
    Paula

  • Hallo Paula, Das stimmt schon mit dem selbst annehmen, ist aber wahrlich nicht immer leicht...



    Mein Mann ist eigentlich schon recht verständnisvoll u sagt auch nix blödes, hab aber trotzdem das Gefühl, ihn gruselt es etw vorm hinfassen, so "umfährt" er die Narben immer u vermeidet direktes anfassen. Sag ich was, langt er dann schon hin. Er schaut da auch nicht richtig hin- vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein...


    Liebe Milli, eigentlich unglaublich, dass die Ärztin, die ja selbst eine Frau ist, so reagiert! Das sind Tatsachen, das kann sie ja nicht ignorieren. Ich hatte auch ziemlich Panik vor dem wie es sich jetzt "danach" anfühlen könnte. Habe darüber auch für mich äußerst unangenehme/peinliche Gespräche mit meinem Prof geführt. Auf der anderen Seite ist es schon gut, dass er von sich aus das Thema Sex anspricht u ausführlichst erläutert. Der ist ja ein Mann, hat aber das Gebärmutterproblem angesprochen u auch die Gefahr von Nervenschäden in dem Bereich, Probleme am Scheidenende etc- hat mich aber auch beruhigt (er weiß ja, wie es "da" jetzt aussieht). Sich selbst zu überwinden zu testen was geht u was nicht, kostet mich aber schon extreme Überwindung. Ich habe vorher schon auch eine Kontraktion gespürt, allerdings war das nicht der "Hauptschauplatz", bzgl Orgasmus kann ich dir sagen, das ist schon irgendwie anders, aber macht mir persönlich nicht viel aus, bzw ist auch nicht direkt schlechter.


    Was es auch alles nicht einfacher macht, ist das ich bei jeder wirklich jeder Nachuntersuchung zu meinem Sexleben befragt werde. Ob ich das jetzt schon probiert hätte, ob ich das regelmäßig mache, ob ich Gefühlsstörungen oder sonst Probleme dabei hätte, wie es mit Libido ausschaut etc, gefolgt von den körperlichen Inspektionen, echt schlimm. Was für mich auch sehr verstörend war, ist dass ich "vermessen" wurde- also "wie lang" ich noch bin. Danke aber auch, noch was für die Liste der 100 Dinge, die man nicht wissen will. Wenn ich dann die Sex-Fragen hinter mir habe, geht es mit dem Thema "Blasenentleerungsstörung/Inkontinenz" weiter, auch so richtig sexy...naja...ich finde das alles schon nicht so leicht...soviel zum sich selbst annehmen. Mir war da das alte selbst trotzdem lieber ....

  • Hallo ihr lieben Frauen, die letze Disskussion ist schon ein paar Monate her und ich möchte das Thema nochmal aufnehmen. Ich war immer eine sehr aktive Frau und bin heute noch erstaunt, dass mein Mann nach fast 40 Jahren noch immer gern mit mir schlafen will. Manchmal hätte ich echt schlimme Migräne, die nach der Chemo noch schlimmer wurde, da sagte er immer, sex hilft gegen Kopfschmerzen und ja, er hatte Recht, weil man sich entspannt😄als mir die Brust abgenommen wurde, war ich sehr traurig. Meine Kinder kamen oft Sonntags ins Ehebett zum kuscheln, ein rechts eins links und sie schmusten sich sehr gern an meine Brust, ich hatte sie auch beide sehr lange gestillt. Als,ich dann mit nur noch einer Brust heimkam, sagte mein Kleines Kind zum großen, können wir tauschen, du bist doch schon groß. Da kamen mir die Tränen, das tat mir Unendlich leid, aber da ich mich gleich für einen Aufbau entschlossen hatte, sagte ich zu, das es bald wieder gut sein würde. Die Zeit bis. Zum Aufbau war lang und schmerzhaft, der Arzt hatte den Expander zu hoch gesetzt. Mein Mann war sehr rücksichtsvoll in der Zeit, ich hab einfach ein schönes Hemdchen angelassen und ja auch er mied die operierte Seite aus Angst er könne mir weH tun. Alles war gut nachdem die Prothese gesetzt war, die andere Seite verkleinert und die Brustwarze erneuert war, aber lieben könnte mein Mann die neue Brust nicht, er griff immer zur anderen Seite, obwohl der Aufbau toll war und nicht schmerzempfindlich. Dann müsste ich Gebärmutter Hergeben, die neue Brust wieder operieren lassen , wegen Rezidiv, die Eierstöcke und Eileiter raus und Hormontherapie war angesagt. Auch das haben wir gemeinsam überstanden und immer noch guten Sex gehabt. Ich habe in der Zeit einfach GleitCreme genommen und in unser BEisammensein eingespielt, dann ist die Scheide nicht mehr trocken und es macht wieder Lust . Aber da ich ja nun auch Mitte fünfzig bin, lässt das Bedürfniss schon nach, ich möchte lieber Kuscheln und nicht gleich genötigt sein mit dem Akt aufzuhören das führte schon zu Problemen zumal die operierte Seite immer mehr spannte. Wir haben darüber gesprochen, nach einer langen Zeit in der wir aneinander vorbeigeredet haben. Ich habe mir Hilfe bei einem Psychologen geholt, der mich sehr stärkte, nur dann Sex zu haben , wenn es für beide recht ist. Wir haben jetzt getrennte Schlafzimmer u d ich lade ein, wenn der Tag ok war und ich mich gut fühle. Das Liebesleben ist immer und zu allen Zeiten anders . Wenn man eine lange Zeit Pause hat, ist es schwierig darüber zu sprechen, aber einfach mal sagen, du ich würde gern mal mit dir etwas schmusen...und dann sehen, was sich ergibt.. Vielleicht habe ich euch damit geholfen, unsere Partner gehören doch dazu und wenn nicht, dann gibt es auch Wege...

    Nachtrag und im Übeigen, wir nehmen unsere Männer auch an, mit Bauch, mit Glatze oder weniger Haaren, auch sie sind älter geworden und wir nehmen es als gegeben hin... Also, unsere Augen sehen mit Gefühl für den Partner und er sieht auch uns so. übrigens, eine Brust nach dem DIEPFLAP FAST SICH SUPER SCHÖN AN, WIE DIE ANDERE AUCH. Ganz weich, ganz warm, und bis die Brustwarze wieder hergestellt wird, tut es die aus dem Sanitätshaus, sieht unter Stoff super aus und auch wenn ich in den Spiegel gucke, sieht es gut aus. Traut euch einfach mal und probiert aus.

  • ich hatte heute ein Gespräch mit meinem Mann. Er nimmt wirklich sehr viel Rücksicht und hat bis jetzt immer auf meinen ersten Schritt gewartet. Heute habe ich ihm gesagt, dass ich gerne wieder auf seine "Annmache" reagieren würde. Wir mussten beide erstmal lachen.

    Miteinander reden hilft.

    Liebe Grüße von

    Stupsi


    Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden (Carl Hilty ) :)

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