"alter" Hase = "neue" Themen ?

  • Oh man, dabei ging es mir eine Zeitlang schon richtig gut und ich dachte, mit dem Rest kann ich leben... Auch die Taubheitsgefühle waren schon so zurückgegangen. Dann kamen wie aus dem Nichts die Depri-Phasen und die Wadenkrämpfe...usw. Seufz.

    Muss nun die Blutwerte abwarten, evtl. werde ich zum Neurologen überwiesen.

    Wusste gar nicht, dass Überleben so schwer wird.

    Es ist nur, ich arbeite ja auch wieder seit April, wenn auch mit Unterbrechungen weil ich noch soviel Urlaub habe. Aber es fällt mir verdammt schwer, weil ich so wenig Mumm in den Knochen habe. Da kommen zu den Ängsten noch Existenzängste hinzu.

    Dass ich ohne Sport nicht mehr auskommen werde, hab ich schon zu hören gekriegt, Magnesium nehme ich auch.

    lissie , Vael , Sonnenglanz , ich bin voll bei euch, es trägt sich immer etwas leichter, wenn man nicht alleine ist.

    Consi

  • Liebe, consica,


    ich kann dich gut verstehen, geht es mir doch fast genau so. Im Juli 2017 hatte ich meine letzte Bestrahlung. Danach hatte ich einen ziemlichen Durchhänger und dann ging es langsam wieder aufwärts. Seit März 2018 arbeite ich wieder Vollzeit und jetzt habe ich gerade den ersten Urlaub. Und wenn ich den Urlaub nicht gehabt hätte, hätte ich die Ärztin um eine Krankmeldung gebeten. Ich kann mich nicht konzentrieren, bin schnell müde und immer schlapp und abgearbeitet. Kleinigkeiten fallen mir schwer und zu Terminen außer der Arbeit muss ich mich regelrecht zwingen. Ich ging dann montags zu meiner Hausärztin und sie hat ein Belastungs-EKG und ein Blutbild angeordnet. Das Ergebnis war erschütternd. Das Belastungs-EKG musste wegen starkem Herzfrequenzanstieg abgebrochen werden. Bereits bei 100 Watt auf dem Rad hat mein Herz geschlagen als wollte es fast platzen. Jetzt habe ich erstmal Betablocker bekommen, damit da wieder Ruhe einkehren kann. Die Blutwerte, insbesondere die Nieren- und Leberwerte, waren miserabel. Da muss ich jetzt ein paar Tage viel trinken und nichts fettes oder süßes essen und er wird wiederholt. Die Herzprobleme kommen meiner Meinung nach von der Chemo und die Blutwerte vom Letrozol, nur das will sie gar nicht hören.

    Einen Rat hab ich leider nicht für dich. Denn ich ernähre mich sehr gesund, trinke absolut keinen Alkohol und mache 5 x pro Woche Sport, kein Hochleistungssport, aber ich bewege mich eine Stunde. Jede Mittagspause mache ich einen strammen Marsch von 20 Minuten.


    Vielleicht hat hier noch jemand Erfahrungen mit Spätschäden der Chemo-/Bestrahlungstherapie. Ich bin im Moment ziemlich frustriert. Aber, wie ich lese, nicht alleine damit. Was für ein nützliches Forum wir hier doch haben. Ich bin sehr dankbar.


    LG Christina


    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Ja ihr lieben habe auch wieder gearbeitet durch den vielen Urlaub die erste Zeit ist mir das auch nicht so bewusst geworden wie kaputt ich eigentlich war und das schlimme ist das die meisten Ärzte einen garnicht richtig über die Spätfolgen aufklären bei mir jedenfalls meiner hat immer gesagt mit der Taubheit das wird wieder nur Geduld war aber nicht so habe ja auch die Messung machen lassen Anfang des Jahres es soll da aber ein Medikament geben was es lindert vor allem wenn dann noch Schmerzen kommen in den Füssen lg Lissy

  • Hi Christina , dann haben wir zumindest etwas gemeinsam.

    Auch ich hatte meine letzte Bestrahlung im Juli 2017 und mache ähnliches durch wie du. Ich hätte jetzt nach der Reha auch arbeiten müssen, wenn da nicht zufällig Urlaub geplant gewesen wäre. Aber so halte ich mich nicht für arbeitsfähig.

    Trotz Sport und gesunder Ernährung, Verzicht auf Alkohol, was tut man nicht alles. Aber man ist wirklich nie wieder der Mensch, der man vorher war. Da müssen wir durch, aber um jeden Preis?

    Ich bin gespannt, was noch kommt. Wie viel ein Mensch doch aushält.

    Consi

    lissie , was für mich schlimmer ist, ist die Tatsache, dass man über das Leben danach nicht ordentlich aufgeklärt wird, man sich alles selbst erfragen und erbetteln muss. Und vor allem, selbst mit den Tatsachen klar kommen muss.

  • Ich habe Anfang Mai die letzte Chemo bekommen und kriege jetzt alle zwei Monate Antikörper. Ich habe eine Form von Lymphdrüsenkrebs. Das zur Erklärung. Ich bin ebenfalls antriebslos und erschöpft und komme auch nicht richtig auf die Füße. Ich bin nicht berufstätig, deshalb kann ich alles ruhig angehen. Ich mache täglich die Hundegänge mit und fahre jeden Abend eine halbe Stunde mit dem Fahrrad. Wirklich besser geht es mir nicht. Doch ich mache weiter. Irgendwann schaffe ich eine dreiviertel Stunde mit dem Rad!

    Liebe Grüße

    Jutta


    Ich habe alle Sinne beisammen, Blödsinn, Schwachsinn, Unsinn, Wahnsinn.

  • Conzita ja da bin ich voll deiner Meinung ich musste auch immer alles erbetteln bei meiner Ersterkrankung war ich der Meinung Chemo. Operation Bestrahlung Reha und dann wird alles besser am Anfang klappte das auch irgendwie aber nach und nach kam bei mir immer mehr dazu obwohl es ja auch bei jedem anders sein kann man wünscht es ja jeden das keine großen Spätfolgen kommen muss ja nicht,lg,Lissy

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  • Liebe consica

    Ich habe die Therapie seit über 2 Jahren hinter mir. Am Anfang hätte ich wieder Bäume ausreißen können und dann kam das Loch. Nichts hat so richtig Spaß gemacht, die Taubheit in Händen und Füßen ging nicht weg und ich stand irgendwie neben mir :(

    Ich konnte nicht mehr so rennen wie früher und hatte auch keine Lust mehr dazu. Das hat mich schon sehr erschreckt. Dann kam die Idee, auf den höchsten Punkt Deutschlands zu wandern und so bin ich mit meinem Mann im vorigen Jahr auf die Zugspitze und in diesem Jahr über die Alpen gegangen.

    Ich wandere jetzt.... Das ist eine ganz neue Erfahrung und es geht mir gut dabei. War nicht so einfach, das in den Kopf zu bekommen.

    Die Füße werden jetzt erst langsam besser. Und ich bin immer noch sehr müde. Aber ich freue mich schon auf die nächsten Wanderungen....

    Ich hätte nicht gedacht, daß es so lange dauert, mit allem fertig zu werden. Aber irgendwann wird es besser :thumbup:

    Ich schicke dir ein Paket mit Zuversicht :love::hug::hug:

    Liebe Grüße von Tanne

  • consica

    Es wurde ja schon mal zumindest Blut abgenommen, ...... im Grunde ist aber zu wünschen, dass die Werte "top" sind.

    So wie Du Deinen Gesundheitszustand beschreibst, befindest Du Dich geradezu in einem Hamsterrad --- Du willst vorwärts, kommst aber nie ans Ziel ! :/ Du fühlst Dich körperlich zerschlagen, ..... wodurch die Psyche auch heruntergezogen wird, ...... ein "Teufelskreis", den Du durchbrechen musst -- sonst grüßt die Fatigue. Je länger dieser Zustand anhält, um so schwerer wird es Dir fallen.

    Es wurde ja schon mehrfach erwähnt, ...... Sport kann Dir dabei helfen. Sport muss jetzt aber nicht unbedingt Gymnastik sein, ...... manch einer ist ein sog. "Sportmuffel". Ich habe damals (auch wegen der körperlichen Schwäche) mit Spaziergängen angefangen, ..... anfangs nur um den Wohnblock, weil mir dann die Puste ausging. Mit jedem Tag wurde es aber ein immer größer werdender Radius. Irgendwann waren es Waldspaziergänge, letztendlich sogar Tageswanderungen. Wenn man erst einmal angefangen hat sich wieder zu bewegen, fällt es einem auch wieder von mal zu mal leichter, ..... man freut sich dann auch schon auf's nächste Mal. Ich habe dann auch parallel dazu mit meinem Fitness-Training angefangen. Was machst Du gerne ? --- Es gibt ja vielerlei Möglichkeiten: Schwimmen gehen, Nordic Walking, wandern, (Wasser-)Gymnastik, Fahrradfahren, Inliners/ Schlittschuh laufen...... Hauptsache, wenigstens mal tgl. 30 - 60 min. körperliche Betätigung, am besten an der frischen Luft !

    Ich wünsch Dir alles Gute, ...... zeig' dem 'inneren Schweinehund' die Zähne8o

  • cancer-capricornus , danke für deine Worte.

    Ja, alles in mir sträubt sich gegen die Schwäche, die da aufkommen will.

    Ich habe beschlossen, das zu Hause fortzusetzen, was mir während der Reha gut bekommen ist. Das war z.Bsp. das Walken. Ich habe aber auch Nordic Walking Stöcke zu Hause, hatte ich mir mal besorgt. Auf jeden Fall muss ich in Bewegung bleiben, das weiß ich. Und ich hoffe, die Gangunsicherheit durch die Neuropathie legt sich wieder. Wechselbäder waren auch hilfreich. Ansonsten abwarten.

    Consi

  • Liebe consica ,

    Deine Symptome klingen für mich sehr nach Nebenwirkungen des Tamoxifens, dazu gibt es hier auch einen Austausch, in den Threads "Tamoxifen" und "Hemmeraustausch..."

    Persönlich kann ich da noch nicht mitreden, ich starte mit Tamoxifen erst Ende Oktober.

    Obwohl das Tam dazuführen kann, dass es uns nicht gut geht müssen wir es als Verbündeten und als Helfer im Kampf gegen den Krebs sehen, ich arbeite im Vorfeld der Therapie sehr an dieser Haltung.

    Helfen soll wirklich Sport, darauf baue ich, denn der gehört sehr intensiv zu meinem Leben.

    Wahrscheinlich ist es auch schwierig weil das Umfeld nach einem Jahr signalisiert, jetzt ist es doch rum, aber für uns ist es das eben noch lange nicht. Nicht ohne Grund haben wir für 5 Jahre den Status der Schwerbehinderung.

    In Phasen der Antriebslosigkeit und der schlechten Stimmung ist es einfach wichtig "den Hintern hochzubekommen". Einmal in Bewegung, und sei es beim Kaffeetrinken mit einer Freundin wenn es zum Sport nicht reicht, hat die miese Laune schon weniger Chancen sich breitzumachen.

    Finde Deine persönliche Endorphinquelle.

    In einem Jahr melde ich mich hier, und Du bist dann schon viel weiter ;)

    Liebe Grüße & alles Gute für Dich,

    Rike

  • Liebe Rike , an Tamoxifen hab ich auch schon gedacht. Man kann es nicht ausschließen. Zumal es mir abends meistens besser geht. Vielleicht ist da was dran, denn ich nehme Tam abends ein.

    Ich lenke mich schon ab, so gut es geht. Und es gibt auch was, wobei ich abschalten kann, das ist die Fotografie. Während der Reha war das Hobby ein guter seelischer Puffer, den ich nicht missen möchte.

    Ich wünsche dir eine gute Verträglichkeit von Tam, das kann man gut gebrauchen, denn ein gewisses Maß an Lebensqualität nach den Strapazen haben wir auch verdient.

    Consi

  • So Mädels, zur Info, meine Blutwerte sind topp. Kein Mangel oder sonst was. Ich habe jetzt die Option einen Neurologen aufzusuchen, die Überweisung dafür bekommen.

    Inzwischen habe ich mit Laufen angefangen, Nordic Walking. Es bekommt mir gut und ist eine super Entspannung nach der anstrengenden Rehazeit.

    Der Rest wird wohl scheinbar mit Tamoxifen zusammenhängen.

    Meine Nachsorge-Termine stehen noch an. Dann hoffe ich mal, alles ist gut.

    Tanne , mein Respekt für dich! So was nennt man doch, den inneren Schweinehund überwinden.

    LG Consi

  • Hallöchen,

    habe schon länger hier nichts mehr geschrieben, bräuchte aber nun Rat von den „alten Hasen“

    Heute habe ich mein Blutbild bekommen und wundere mich das meine Leukozyten so niedrig sind. Kann das noch die Spätfolgen der Bestrahlung sein obwohl das nun 1,5 Jahre her ist? Meine Ärztin meinte nur, wir könnten es ja in 4 Wochen nochmals kontrollieren:/


    Anemone66

  • Ja, das ist eine Folge der Bestrahlung, bleibt meist dauerhaft niedrig.. Wenn aber die Neutrophilen (die gehören ebenfalls zu den weißen Blutkörperchen) im Normbereich sind, ist die Immunabwehr intakt, die Nutrophilen sind aussagekräftiger als die Leukozyten allgemein, sagte mir meine Hausärztin.

    LG Schneeglöckchen

  • Hallo ihr Hasen

    Ich brauch mal eure Meinung dazu.

    Zwar hatte ich nach der Xeloda Therapie mehrere monate Durchfall,jeden Tag. Nach jedem essen Bauchschmerzen.andchliessend Durchfall.

    Das wurde besser. Nicht immer aber so langsam stellte sich Besserung ein..dachte ich. Seit Herbst Kämpf ich jetzt mit dem Gegenteil:obstipation. Ich mache wirklich einiges und nichts hilft. Mein Darm bewegt sich nicht. Ich höre zwar spät abends und nachts ein murmeln und gurgeln. Das war's dann auch schon...weiss jemand Rat? Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

    LG

    Ticino