"alter" Hase = "neue" Themen ?

  • Ja, das ist es wohl !
    Man hangelt sich von Untersuchung zu Untersuchung. Immer die Angst im Nacken "Was kommt jetzt!" So eine Aussage wie : "dann sind sie wieder die Alte" regt mich richtig auf. Es stimmt einfach nicht.
    Ich will Männer nicht schlecht machen, aber es scheint, als hätten sie ein völlig anderes Verständnis zu Körper und Seele als Frauen es haben. Ein Beispiel : Meine liebste Freundin hatte vor 6 Wochen (ca.) einen schweren Herzinfarkt bei einer Herzkatheteruntersuchung, wurde für 4 Tage ins künstl. Koma gelegt - Stent eingebaut - z.Zt. noch Reha - und ????? Sie ist verwitwet und lebt hier im Dorf im eigenen Häuschen, versorgte bis dato die alten Eltern mit und den jüngeren Bruder mit großer Landwirtschaft und großer Familie und einigen Angestellten.
    Jetzt denkt der Bruder : Prima, sie ist repariert - alles ist gut - weiter im Text ! Er hat überhaupt kein Verständnis dafür, das ein so traumatisches Erlebnis die Menschen völlig verändern kann. Meine Freundin jedenfalls ist massiv verunsichert und quält sich jetzt damit, wie sie ihrer Familie klar machen kann, das nicht so ist wie vorher. Sie will deutlich kürzer treten und vor allem die psychischen Belastungen (die alte Mutter) reduzieren.
    Ich fühle mich sehr ähnlich. Auch wenn mein Herz und mein Gefäßsystem gesund sind - der Krebs hat eine Menge Lossi aufgefressen. Eine Umorientierung funktioniert weder auf Befehl noch mal eben schnell nebenbei !
    Mir hat das Lesen und Schreiben hier immer sehr geholfen.
    Ich fühle mich verbunden mit Frauen, denen es so geht wie mir, die aussprechen was sie stört und/oder bedrückt - die nicht so tun als wäre "nach dem Krebs"="vor dem Krebs".
    Momentan geht es mir nicht gut. Auch wenn ich in einer recht komfortablen Situation bin. Ich muss keine Angst mehr vor dem Verlust eines Arbeitsplatzes haben - ich beziehe ja bereits EU-Rente. Ich lebe in einer wunderbaren Umgebung mit meiner Schwester in einem schönen Haus. 5 Kater bereichern unseren Alltag. Unsere Kinder sind erwachsen und gehen gute eigene Wege. Und dennoch : ich bin doch noch so viel mehr und das gilt es wieder zu finden !


    Lossi, auf der Suche :rolleyes:

  • "nach dem Krebs = vor dem Krebs" ist einfach Blödsinn. So etwas glauben Leute, die diese Situation nicht durchgemacht haben und es deswegen einfach nicht verstehen.


    Ich gehöre ja noch gar nicht zu den alten Hasen, meine OP ist erst einen Monat her, Bestrahlung kommt noch. Aber trotzdem ... ich habe mir seit der Diagnose so viele Gedanken gemacht, so viele Dinge rücken in ein anderes Licht. Und auch wenn ich hinterher wieder voll arbeiten gehe und meine Gesundheit wieder hergestellt ist (wovon ich im Moment ausgehe, habe ja auch keine Chemo gehabt), diese Gedanken / Gefühle / veränderte Wertigkeiten bleiben ja. Und die Angst, ob der Krebs wiederkommt; ich glaube nicht, dass ich mich davon freimachen kann.


    Ich freue mich, wenn ich körperlich wieder "die Alte" bin, also wieder leistungsfähig. Aber psychisch geht das nicht, da wird es bei jeder von uns Veränderungen geben.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Nach einem halben Jahr Pause war ich heute endlich mal wieder in der Muckibude. Boah, was für ein Erleben...
    ...das Studio ist immer noch schön, die Gäste dort immer noch sehr angenehm (keine Popeyes usw.)und die Trainingsmittel stehen immer noch einladend da rum.
    Tapfer haben meine Schwester und ich uns in gewohnter Weise an´s Werk gemacht - UFF, Kondition - da war doch mal was, Kraft - ich hätte sie einpacken sollen, so ein Mist ! Meine diversen Wehwehchen wurden mir nun doch zum Verhängnis, aber ich bleibe dran. Es gibt keine Ausrede mehr und Zeit haben wir wirklich genug. Letztlich wissen wir ja wie positiv sich auch so ein dosiertes und achtsames Bewegen auszahlt.
    Also, Günni (der alte Schweinehund) wird verbannt und die Sporttasche kommt mitten vor die Wohnungstür :hot:
    Es gibt wirklich viele gute Gründe für unsere Muckibude, aber besonders wichtig für mich war heute das Gefühl etwas geschafft zu haben und das war ein wirklich gutes Gefühl :thumbsup:
    Lossi grüßt euch und geht morgen wieder hin[:thumbsup:

    Die Pflicht ruft ......... sag ihr, ich ruf zurück

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  • Verstehe dich sooooo gut :hug: Bin sportlich gesehen ein Faultier vor dem Herrn (20 x am Tag treppauf, treppapp und Hunderunden zähle ich nicht dazu...) - aber auch ich bin diesen Weg gegangen, seit 6 Wochen Rückenschule/Ganzkörpertraining und seit letzter Yoga... bin wild entschlossen, das durchzuziehen. Und sei es nur, um beweglich zu bleiben bzw. zu werden und meinen Tam-geplagten Gelenken zu zeigen, da geht noch was. Und he, die ersten Fortschritte sah/bemerkte ich schon nach kurzer Zeit und es geht weiter aufwärts. :thumbup: Zeit zurückdrehen geht nicht - aber etwas tun, damit es bleibt oder auch etwas aufwärts geht statt nur bergab :thumbsup: Muss nur jede Woche neu den inneren Schweinehund überwinden :D

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    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

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  • Hallo an Alle
    heute ging es schon ein wenig besser mit der Bewegung. natürlich wird es eine Weile dauern bis ich wieder in Form bin....ein halbes Jahr Pause bleibt nicht unbemerkt. Ich bin also heute wieder ganz guter Dinge.


    Einen Punkt möchte ich aber mal zur Diskussion stellen : Habt ihr auch so unheimlich zugenommen? In den beiden Jahren seit Erkrankung habe ich gute 15-20 kg zugenommen. Ich war immer eine sportliche und schlanke Frau - jetzt beschreibt der Arzt meinen Zustand als leicht adipös. Ganz ehrlich, das stört mich sehr. Es stört mich viel mehr als ich immer zugeben wollte. Anfangs trösteten so Sätze wie: Na, dann hast du was zum zusetzen...:thumbdown: oder : hauptsache gesund!?
    Inzwischen mag ich mich selbst nicht mehr sehen. Nach dem Duschen muss ich mich überwinden um mich einzucremen... ich bin mir selbst unangenehm. Ich esse nicht mehr und nicht anders als früher und wenn, dann eher in die bessere Richtung. OK, meine Medikamente (Antidepressiva, Letrozol...) fördern die Gewichtszunahme, aber soooo????


    Mich macht das ganz traurig. Da sind die Gelenk- und Knochenschmerzen die mich einschränken und diese massive Gewichtszunahme die mich beschämt. Manche wird jetzt vielleicht sagen, das das Luxus-Probleme sind. Für mich macht das aber einen Riesenkratzer an meinem Selbstwertgefühl.


    So, jetzt ist es raus
    Lossi, leider nur innen erleichtert

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  • Liebe Lossi,


    also ich finde, Gewichtszunahme ist kein Luxus-Problem. Für mich ist es das, wovor ich bei der Einnahme von Tamoxifen am meisten Angst habe, ich möchte meine Figur nämlich gerne behalten und habe mich immer unwohl gefühlt, wenn ich mal ein paar Kilo zu viel hatte und habe zugesehen, die schnell wieder runter zu kriegen. Ich kann gut nachvollziehen, dass dich dein Gewicht stört. Und ein gutes Selbstwertgefühl ist bei einer Krankheit ja auch enorm wichtig.
    Tipps habe ich da leider auch nicht für dich, außer die Kalorienmenge radikal zu reduzieren, das wäre schon beinahe fasten, aber das ist in unserer Situation auch nicht unbedingt zu empfehlen; ich kenne mich da allerdings auch nicht aus.


    Ich nehme dich mal in den Arm und hoffe, dass du einen Weg findest, um dein Gewicht zu reduzieren.


    LG Nordlicht

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  • Liebe Lossi - auch hier reihe ich mich ein und gestehe...
    Auch, dass ich seit bestimmt 6 Monaten nicht mehr auf der Waage war.... und heilfroh bin, dass die Hosen seit 1 Jahr passen (haben allerdings allesamt sehr komfortablen Dehnbund :D )
    Habe auch überlegt, ein drittes Mal zu WW zu gehen, da war ich schon mit 30 und mit 40 und das mit super Erfolg - aber würde das wirklich was bringen unter AHT?? Ich habe da massive Zweifel.
    Manchmal bin ich die soooo leid (ertappe mich, dass ich in den letzten Monaten bestimmt 1,2 mal pro Monat die Pille vergesse zu schlucken - Freud lässt grüßen??) - aber alles hängt wohl nicht daran ?(
    Momentan sehe ich da für mich auch noch keinen Weg, fühle mich unwohl - und bin gleichzeitig dankbar, dass ich leben darf, egal, wie ich aussehe - und traue mich nicht, dieser Option die rote Karte zu zeigen. Klingt verrückt, oder?

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  • Ihr Lieben,
    habe unter der Chemo 10 Kilo zugenommen und es ist bis jetzt kein Gramm weg ;(
    Ich war mein ganzes Leben lang untergewichtig. Musste sogar immer aufpassen, dass ich nicht abnehme.
    Bei meiner ersten Chemo vor 25 Jahren nahm ich auch massiv zu, aber die Kilos gingen nach Chemoende ruck zuck wieder weg.
    Eigentlich war meine Hoffnung, wenn ich wieder arbeite und dadurch wieder jede Menge Bewegung habe, dann wird das schon wieder. Aber jetzt arbeite ich schon seit 2 Monaten wieder und an meinem Gewicht tut sich nichts...
    Uns am meisten nervt mich, dass mich keiner ernst nimmt X( . 10 Kilo sind 10 Kilo, egal ob man vorher zu wenig wog und jetzt eigentlich Normalgewicht hat. Das Körpergefühl verändert sich trotzdem völlig!!
    Fanti :S

  • Das Problem habe ich auch,


    meine Gewichtszunahme nach Chemo beträgt 10 kg und ich fühle mich total unwohl. :cursing: :cursing: Der Bauch ist hart wie Stein und ich habe, durch das Cortison, jede Menge Wassereinlagerungen. Ich hoffe, daß ein Teil des Gewichts relativ schnell reduziert werden kann, da ich ja jetzt kein Cortison mehr einnehmen muß. Aber leider winken, nach der Strahlentherapie, mindestens 5 Jahre AHT mit Tamoxifen. mir graust es jetzt schon. ;( ;(


    Liebe Grüsse


    Dagmar

  • Ihr Lieben,
    danke für eure Antworten.
    Es ist tatsächlich so, das ich ganz lange überlegt habe dieses "Problem" so anzusprechen. Wie ich jetzt erfahre bin ich leider nicht allein damit.
    Und - Ihr habt Recht !!! Ein gutes Körpergefühl ist sooo wichtig. Gerade nach oder mit so einer Erkrankung. Die Nerven liegen blank und scheinbar wird aus Kleinigkeiten über Nacht ein Problem. Ich erwische mich immer wieder dabei ein wenig undankbar zu sein. Da überwiegt dann nicht die Freude und Erleichterung noch zu leben und das hoffentlich noch eine ganz Weile, sondern das was nicht mehr geht, was Beschwerden macht, was ich nicht sehen und haben will ! Es beginnt beim Aufwachen und der Überlegung : wie komme ich möglichst schmerzfrei aus dem Bett ? Im Bad der Blick in den Spiegel, beim Anziehen dann: schon wieder ist irgendein Lieblingsteil zu klein oder zu eng oder oder oder...
    Sonnenblümchen , ich habe seit Sonntag keine Tabletten mehr und das Rezept ruht immer noch in meiner Handtasche... das kann´s doch auch nicht sein.
    Es ist wirklich sehr schwer mit den äußeren Veränderungen umzugehen. Die Veränderungen in meiner Seele kann ich deutlich besser akzeptieren und wenn ich mal von den vielen Ängsten zu Beginn der Therapie absehe, erlebe ich mich heute im Grunde sehr viel bewusster und achtsamer im Umgang mit mir und anderen... das finde ich aber gut. Vielleicht gelingt es mit der Zeit wieder ein besseres Verhältnis zum eigenen Körper zu bekommen. Ich habe nur oft Angst, das die unzufriedene Aussen-lossi die gelassenere Innen-lossi zertrampelt....
    Immerhin tut es mir gut mich mit euch zu "reden" und immer wieder zu erfahren nicht allein zu sein mit dem Kram.
    Ich habe das Thema mal ganz behutsam in der Selbsthilfegruppe angeschnitten : Puhhh, die haben vielleicht geguckt!! Als wollten sie mich gleich verspeisen. Was mir einfällt so oberflächlich zu denken, ich solle froh sein noch zu leben und die Jüngste wäre ich ja schließlich auch nicht mehr - Boah - (na gut ich werde Ende Mai 60)- wann ist man denn zu alt um sich in seinem Körper wohlfühlen zu dürfen....... jetzt mache ich erst mal ´ne SH - Pause... das kann ich gerade nicht gut haben...
    lossi schickt eine Umarmung an Euch :hug:

  • Man ist nie zu alt. Auch eine 80jährige soll ich in ihrem Körper noch wohlfühlen, finde ich. Klar, je älter man wird, umso mehr Einschränkungen gibt es da bei jedem, aber man muss doch nicht alles, was mit dem Körper passiert, nur einfach hinnehmen.


    LG Nordlicht

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  • Liebe Lossi,
    aus gesplitteter Erfahrung (meine Schwester braucht Antidepressiva, ich Letrozol) glaube ich dass für die Gewichtszunahme eher die Antidepressiva verantwortlich sind. Meine Schwester muss auch Antidepressiva nehmen und hat dadurch massiv zugenommen. Vorher war sie total schlank.
    Zur Zeit ist sie stabil und sie hat in Abstimmung mit ihren Ärzten die Dosis halbieren können, mit positivem Einfluss auf ihr Gewicht. Auf der anderen Seite sagt sie ganz klar: lieber übergewichtig als einen erneuten depressiven Schub.
    Ich nehme seit über zwei Jahren Letrozol und hatte keine Gewichtszunahme.
    Ok, wir sind natürlich nur zwei Einzelfälle, aber vielleicht ist es trotzdem ein Anhaltspunkt, wo das Problem (und damit eine Verbesserung der Nebenwirkungen) zu suchen ist.
    Liebe Grüße, Schneeglöckchen

  • Hallöchen zusammen,


    Gewicht ist bei mir auch gerade Thema. Ich habe, im Gegensatz zu euch, während meiner 18-monatigen Therapie 6 Kilo abgenommen, aber seitdem geht es ständig rauf (es sind jetzt 11 Kilo in 1 1/2 Jahren) und ich weiß auch nicht, woran das liegt. Ich esse wieder ganz normal, wenn nicht sogar gesünder, und mache auch regelmäßig Sport. Medikamente muss ich gar keine mehr nehmen, das kann es bei mir also auch nicht sein.
    Ich bin gerade dabei, mein Sportprogramm etwas umzustellen. Mal sehen, ob das funktioniert. Momentan wäre ich schon froh, wenn ich mein Gewicht zumindest halten könnte.


    LG Danka

  • Wenn ich mir die Erfahrungen meiner Familie so anschaue, dann hilft zum Abnehmen eigentlich nur, die zugeführte Kalorienmenge zu reduzieren. Mein Sohn hat damit 13 kg abgenommen und jetzt steigt er jeden Tag auf die Waage, und immer, wenn das Gewicht wieder ein bisschen zugenommen hat, isst er die nächsten zwei Tage entsprechend weniger. Zusätzlich Sport machen unterstützt den ganzen Prozess natürlich.
    Inwieweit man weniger essen sollte, wenn man noch mitten in der Therapie ist, kann allerdings nur der Arzt entscheiden. Aber wenn alle Therapien vorbei sind und man abnehmen will, sollte das gehen.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Hallo liebe Foris,


    erstmal Gewichtszunahme ist kein Luxusproblem. Man soll sich ja auch wohl fühlen in seinem Körper. Ob die Gewichtszunahme von der Chemo, Tamoxifen oder anderen Medikamenten kommt ist ja eigentlich zweitrangig, da wir an der Medikation großartig nichts ändern können. Aber habt ihr mal daran gedacht, und damit meine ich vorallem diejenigen die vor der Erkrankung arbeiten waren, dass ihr jetzt zu Hause seit? Meine Gewichtsprobleme haben angefangen, nachdem ich arbeitslos geworden bin und nachdem die Wechseljahre angefangen haben, kam der nächste Schub. Jetzt unter Tamoxifen(schnell auf Holz klopfen) habe ich nicht zugenommen.


    Leider bin ich nicht so willenstark wie der Sohn von Nordlicht :(, wenn ich abends Appetit auf Eis und Co habe genehmige ich mir das.


    LG
    Kalinchen

  • Liebe Kalinchen,
    ich war auch erstaunt, wie gut er das durchgehalten hat. Aber da kommt wieder ins Spiel, dass man sich in seinem Körper wohlfühlen möchte. Und er hat sich halt nicht mehr wohl gefühlt. Mit seiner jetzigen Methode hält er sein Gewicht, und ihm ist es das wert, manchmal auf Chips oder so zu verzichten.



    LG Nordlicht

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  • Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen und sie können auch in vielen Fällen zutreffen.
    Bei mir selbst begann die Zunahme 1/2 Jahr nach Therapieende und rund 9 Monate, nachdem ich mit Tam begann - und als ich schon einige Monte wieder am Arbeiten war und auch inzwischen durch die angeschafften Hundis deutlich mehr Bewegung hatte als früher. OK, auch ich hatte durch die vielen OPs 11 kg in knapp 6 Monaten abgenommen und hatte somit wieder das Gewicht, das ich vor den beginnenden Wechseljahren hatte. Fand ich natürlich toll, mit fast Mitte 50 und 170 cm wieder 36/38 tragen zu können - und ich hätte auch nicht so große Probleme damit gehabt, wenn ich "nur" diese Kilos wieder raufgepackt hätte - aber es sind noch mehr geworden ;( Mittlerweile bin ich eher bei 44 als 42 - das ist Höchststand ;( - und ich habe das Gefühl, es hört nicht auf, obwohl ich überhaupt keine Naschkatze bin und mich mit magerem Fleisch und sehr viel Gemüse ernähre, und auch das nicht in riesigen Mengen .... auch um Chips und Co mache ich einen Bogen.
    Ich denke schon, dass es etwas mt den Hormonen zu tun hat - viele, aber nicht alle Frauen nehmen deutlich zu in den Wechseljahren - und die AHT ist ja noch mal eine deutlich andere Nummer bzw. werden die Hormone ja komplett "ausgeschaltet" - von daher würde es für mich logisch sein, dass es einen Zusammenhang gibt. Dass es nicht alle trifft, erkläre ich mir damit, dass auch durch die normalen WJ nicht alle Frauen von einer Zunahme betroffen sind, warum auch immer.

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  • Liebe Kalinchen,
    ja, da pflichte ich Dir bei: klar sind es Medikamente, die das Gewicht erhöhen können und auch die Wechseljahre sollen ja mal ein paar Kilo
    - auch bei gesunden Frauen - bringen, weil sich der Stoffwechsel ändert.
    Aber der Stoffwechsel richtet sich eben auch danach, ob mein Gewicht aus Muskel- oder Fettgewebe besteht. Und wenn ich wenig Sport mache
    und viel zu Hause bin, statt durch die Firma zu flitzen (waren bei mir schon manchmal einige Meter und Treppen), sinkt nicht nur mein
    Kalorienverbrauch, sondern mein Fettanteil steigt. Da ist es logisch, dass ein paar Kilo drauf kommen. Glücklich bin ich nicht, aber während
    der Chemo werde ich keine Diät anfangen, aber danach, muss ich das Thema angehen. Auch wenn es schwer wird.


    Für ein Luxusproblem halte ich das Thema auch nicht: wir machen bzw. haben einiges durchgemacht um im Kampf gegen den Krebs siegreich zu
    sein, und wir haben sichtbare und unsichtbare Narben davongetragen, da ist es m.E. völlig nachvollziehbar, dass wir nicht nur überlebt haben
    wollen, sondern uns auch irgendwie wohlfühlen wollen. Narben bleiben, Gewicht hoffentlich nicht. Es gibt da draußen viele gesunde Frauen, die
    sich höllisch aufregen, wenn Ihnen mal ein Fingernagel abbricht, warum sollen wir - nur weil wir an Krebs erkrankt sind - genau diesen als
    Maßstab für unsere Probleme haben. Ich sehne mich sehr danach, wieder "Normalität" in mein Leben zu bringen und dazu gehört für mich auch,
    mich über mein Gewicht ärgern zu dürfen (und wenn ich will, vielleicht auch über einen abgebrochenen Fingernagel). Ich will einfach nicht
    mein restliches - hoffentlich noch sehr langes - Leben lang, meine Probleme an meinen jetzigen gesundheitlichen Problemen messen, sondern
    irgendwann auch wieder an "normalen" Maßstäben. Selbstverständlich hat sich mein Weltbild verändert, viele Dinge erscheinen mir einfach
    banal und ich will damit keine Zeit mehr "verplempern". Und ich kann mir nicht vorstellen, dass mich mal ein abgebrochener Fingernagel
    in Depressionen stürzen wird, aber wenn es doch so wäre, warum soll ich das nicht dürfen, nur weil ich Krebs hatte.


    Liebe Grüße
    Heideblüte