"alter" Hase = "neue" Themen ?

  • Danke heideblüte !
    Du sprichst mir aus der Seele. Es kann auch für mich nicht sein in Zukunft immer wieder diesen blöden Krebs ran zu ziehen wenn mir mal was nicht passt. So nach dem Motto : "ich hatte ja Krebs, da ist das dann so und ganz normal" Auf gar keinen Fall. Für mich ist in diesem Satz nur das Wort h at t e richtig wichtig - jetzt ist er weg und bleibt hoffentlich wo der Pfeffer wächst.
    Natürlich haben wir als Frau immer mit dem Hormonhaushalt und seinen Veränderungen zu kämpfen. Manchmal komme ich mir vor wie in einer Spätform der Pubertät :wacko: . ich kriege zwar keine Pickel mehr...aber Stimmungsschwankungen, körperliche Veränderungen usw. erscheinen mir genauso unheimlich wie damals. Einen wesentlichen Unterschied spüre ich aber auch :damals war ich ahnungslos und hatte eine liebe Mama, die mich in den Arm nahm und mich tröstete wenn es mir schlecht ging. Heute muss ich selbst sehen wie ich damit klar komme...
    Schneeglöckchen : danke für deine Zeilen. Ich weiß, dass das Antidepr. eine deutliche Wirkung auf das Gewicht hat - mein Doc sagt auch viel mehr als das Letrozol -
    Ich nehme nun schon seit mindestens 20 Jahren diese Medis und wie deine Schwester, habe ich immer weiter darauf bestanden aus lauter Angst vor einem erneuten depressiven Schub. Damals bin ich ernsthaft durch die Hölle gegangen. Es ist aber eine Überlegung die Dosis zu verändern und vielleicht langsam auszuschleichen.
    Momentan geht mir mein Zustand so auf die Nerven das ich in jede erdenkliche Richtung nachdenke und bereit bin für Veränderungen.
    Na, morgen mache ich mit meiner Schwester mal wieder etwas ganz anderes... wir nehmen an einer Fortbildung teil : Humor in der Altenseelsorge ! Da kommen wir sicher mal wieder auf ganz andere Ideen... :thumbup:
    Lossi, die sich jetzt mal ein kleines Eis genehmigt.
    (war in der Muckibude, 1 Std. Gartenarbeit und eigentlich sonst nix..... :thumbsup:



  • Servus,
    ich finde es klasse das es diesen Strang gibt. Schreibe zwar nicht viel aber lese jeden Tag.
    bei mir ist es nun auch schon 2,5 Jahre her seit der Diagnose.. Hatte letzte Woche meine Nachsorge ohne Befund gehabt. toi toi.. und da hatte ich bemerkt das ich nur noch 1 Woche vorher Bammel hatte. Es rückt immer weiter weg.
    Klar wenn es irgendwo zwickt oder Weh tut klingeln die Alarmglocken aber immer weniger da mein Motto ist ( wenn es nach einer Woche immer noch zwickt lass ich es abklären..)
    Seit 1 Woche habe ich einen kleinen Schäferhundwelpen und der bringt mich wieder ein Stück weiter in die Normalität.
    Den vor meiner Diagnose war ich eigentlich ein sehr offener Mensch und hatte einen großen Freundeskreis und aus diesem wurden nun ein kleiner Kreis. Da mir das alles zuviel wurde. Verstand aber nicht jeder.


    Habe auch mit dem Gewicht zu kämpfen seit der Therapie, es waren fast 25 kg.... nun sind fast 10 kg innerhalb von 5 Monaten runter.


    Habe mich letztens mit meiner Onkologin unterhalten, das einem niemand sagt was nach den ganzen Therapien sein kann.... Meine Antriebslosigkeit die Tages abhängig war, die Schmerzen in den Knochen und Muskeln.., Nervenschädigungen u.s.w. ist vielleicht ganz gut so sagt meine Onkologin den die Therapie ist anstrengend genug, wichtig wäre nur das eine gute Betreuung danach.
    LG Birgit

  • Hallo ihr Lieben,
    man es tut wirklich gut, all diese Sachen zu lesen. Das verstehen und verstanden werden.
    Ich war jetzt eine Woche krank geschrieben wegen meiner Schulter/Nacken/Rücken......Schmerzen, bekomme ja Physio aber besser ists noch nicht, wird bestimmt noch. Nun steh ich heute vor der Frage geh ich Montag wieder arbeiten oder nochmal zum Arzt? !
    Ich weiß ja vom daheim sitzen wird es auch nicht besser, die Knochen werden ebenfalls weiterhin schmerzen und eigentlich ist es nicht der Grund, mir fehlt der Antrieb, die Lust, ich bin gerade wieder in der "verkriechen" Stimmung. Warum? Ich dachte das hatte ich ūberwunden, nach der AHB, vor der Wiedereingliederung. Und nun geht das wieder los? Die Angst sitzt mir im Nacken, ist das irgendwann wieder was, kommt da noch was, so viele bekommen Rezidive, Metas, also warum sollte das bei mir anders sein.Das spukt mir ununterbrochen durch den Kopf. Dann jåhrt sich bald der Tag X, wie soll ich mit dem umgehen?! Blõd oder.
    Nach außen muss man immer stark sein aber niemand sieht wie es drinnen ausschaut. Ich glaub ich habe eine richtige Macke. Und dann will ich hier immer kluge Ratschläge erteilen an alle Neuen wie: Kopf hoch....du schaffst das....wie wir alle.....irgendwann wird es besser.....Håhhhh. Das passt doch alles nicht zusammen.
    Dann hat mir das erste mal jemand gesagt :" Die Brüste haben die ja nicht schõn gemacht, diese kleinen Einbuchtungen da an der Seite"! Es war die neue Physiotherapeutin. Ich dachte ich falle vom Glauben ab. Das sind die Restnarben von den Abnåhern, die am Anfang meine Implantate vor dem Verrutschen bewahrt haben, 0,5cm. Ichbwar so perplex und konnte nur sagen das es sich ja nicht um eine Schönheitsoperation handelte,mes gibt nur Haut und Implantat, kein Fett, kein Muskel, nix. Okay das hat mich jetzt nicht weiter in Depressionen fallen lassen, aber blöd wars trotzdem.
    Jetzt scheint schon die Sonne und ich will endlich aus diesem Tief raus, was soll ich nur machen. Ihr seit meist so positiv und gut drauf, ich will das auch wieder haben. Und heute Nachmittag fahre ich zu meiner Mama zum Kaffee und muss wieder die ganze Zeit sagen wie gut es mir doch geht ......
    Sorry fürs Jammern, aber das musste mal sein.
    Sylvi

  • Hallo Sylvi,
    das ist es was ich meinte mit "neue" Themen... es hört ja nicht auf und irgendwie gleichen sich unsere Berichte ja auch. Antriebslosigkeit, Gewichtsprobleme, Schmerzen, fiese Gedanken usw. Das alles hat sich eingestellt nachdem die akute Phase vorbei bei. Damals war mein Zustand fast euphorisch, oder besser gesagt: guter Dinge! Es war ein Riesenberg geschafft und nun sollte es eigentlich leichter weitergehen. Bei mir ist ist es nicht wirklich leichter geworden...es ist anders aber nicht leichter. An manchen Tagen wünsche ich mir so einen inneren Gedankenschwamm. Mit dem ich so das ein oder Andere wegputzen könnte. Aber es ist wie in einem Karussell, der Körper meldet sich und die Seele spring an.
    Vor vielen Jahren habe ich wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung lange Zeit in Kliniken verbracht und verschiedene Strategien gegen diese fiesen Gedanken und Bilder gelernt. Heute erinnere ich mich zwar daran, doch will es mir nicht so recht gelingen.
    Ich habe bei mir entdeckt, das ich gar nicht bereit bin - ich bin störrisch und traurig, sauer und verzweifelt - ich sehe es noch nicht ein, wieder in so einem Strudel zu sein gegen den ich mich wehren muss um nicht unter zu gehen.
    Lossi, die eigentlich nur endlich mal ihre Ruhe haben will :thumbdown:

  • Genau so ist es :cursing: ich bin nicht bereit und muss doch ?( also werde ich Montag wieder arbeiten gehen und jeden Tag die Stunden zåhlen endlich nach Hause zu kommen und mich so von Montag zu Freitag hangeln.
    Und jeder sagt du musst doch raus, zu Hause grūbelst du nur, also geh arbeiten. Aber zu hause tut mir gut oder besser ? :cursing:

  • Das ist kein Jammern liebe Sylvi . Ich glaube solche Tage sind normal , wo man so negativ drauf ist . Auch wir sind nicht immer positiv. Kann Dich gut verstehen und ich finde das gut dass Du Dir das von der Seele schreibst. Es gibt halt ebenPhasen wo man ins Grübeln kommt. Die durchgemachte Erkrankung lasssen uns irgendwie das Gefühl immer auf einem Pulverfass zu leben . Da ist immer die Angst vor Rezidiven . Doch mit zunehmender Zeit bessert sich das etwas. Die Sonne wärmt Dich und Du kommst auf andere Gedanken. Mir geht es manchmal auch ähnlich. Ich habe auch Angst , dass es wieder schlechter wird. Im Moment habe ich eine gute Phase,aber ich weiß dass das schnell wieder kippen kann. Doch ich freue mich am
    heutigem Tag . Hier scheint auch die Sonne. Mit der Arbeit warte erstmal ab , jetzt liegt ja erstmal das Wochenende dazwischen. Und wenn es Dir nach dem Wochenende nicht besser geht kannst Du Dich immer noch krankschreiben lassen.Bist Du noch in der Wiedereingliederung , arbeitest Du Vollzeit ?Ja das ist manchmal nicht einfach mit unserer Krankheit, aber ich finde es auch schön dass es dieses Forum hiergint mit dem liebevollem Umgang hier und den vielen taffen lieben Menschen hier.
    Ich wünsche Dir trotz allem ein schönes Wochenende, und jetzt erstmal einen schönen Tag mit Deiner Mutter.
    LG , fühl Dich umärmelt :hug: von
    alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Ihr Lieben,
    wie erwähnt waren meine Schwester und ich gestern zu einem Ganztages-Seminar in der großen Stadt. Thema: Was gibt es da noch zu lachen ? - Humor im Alter und am Lebensende.
    Wir hatten uns viel versprochen, das in die Arbeit mit den Senioren einfließen könnte. Was haben wir bekommen ? "GANZ VIEL MEHR"
    Neben aller Wissenschaft, Studien, Erfahrungsberichten (also Theorie) hatten wir ALLE praktisch einen sehr fröhlichen Tag. Wie deutlich wurde dort wieder zu was wir in der Lage sind, wenn wir es mit Humor und wohldosiertem Witz tun können. Es hat mich aufhorchen lassen und ich habe beschlossen, mich selbst auch wieder öfter durch die Brille des Humors anzuschauen !
    Das gelingt natürlich nicht immer, aber jedesmal wenn es gelingt ist es auch gut. Wie tröstlich !!!
    Mein Motto heute : die pflicht ruft ... sag ihr, ich ruf zurück damit grüßt Lossi

  • Ach Sylvi,


    man denkt es geht einen besser und dann kommen wieder diese trüben Tage. Versuche das Wochenende zu genießen, auch wenn Gewitter angesagt sind. Vielleicht reinigt das Gewitter auch deine trübe Stimmung. Und wenn es dir am Montag noch nicht so gut geht, dass du auf Arbeit möchtest, dann genehmige dir doch noch einige tage zu hause. gehe erst ab Mittwoch oder Donnerstag wieder arbeiten - dann ist die Arbeitswoche nicht so lang :)


    LG
    Kalinchen


    PS. Ich bin ja zu Hause und lass dir gesagt sein, das Gelbe vom Ei ist das auch nicht :)

  • Liebe Sylvi,
    jede von uns hat ihre schlechten Phasen und dann ist Jammern ausdrücklich erlaubt. Wenn es Dir Montag noch nicht so gut geht, dann bleib noch ein paar Tage zu Hause.
    Kalinchens Vorschlag, Mittwoch oder Donnerstag anzufangen klingt für mich gut.
    Die Physiotherapeutin hat wohl auch ihren Job verfehlt. Gerade medizinisches Personal, welches in der Regel Deine Krankheitsgeschichte kennen sollte, sollte genau überlegen,
    derartige Kommentare abzugeben. Wenn es ihr nicht gefällt, muss sie ja gar nichts sagen, aber negative Äußerungen sind das letzte.
    Es kommen wieder bessere Tage, da bin ich ganz sicher.
    Drücke Dir die Daumen, dass das bei Dir ganz bald sein wird.
    Liebe Grüße
    Heideblüte

  • Liebe lossi,


    das ist ein super Motto. Sollte ich mir auch mal zu Herzen nehmen, meistens kann die Pflicht auch noch gut ein, zwei Stunden oder so warten ...


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Hallo Sylvi,
    wir hatten das Thema ja auch schon mal... Arbeit...mir graust es jetzt schon vor nächster Woche- da beginnt die nächste Stufe meiner Wiedereingliederung, 3 Tage die Woche statt 2. Würde am liebsten abbrechen...ich weiß das geht nicht, naja...irgendwie sind die letzten 7 Monate so schwupp di wupp an mir vorbei gezogen, ganz seltsam. Ich habe glaub ich derzeit auch mal wieder eher ein schlechte Phase, obwohl es mir rein körperlich laaaaaangsam besser geht. Mein Onkologe ist da keine große Hilfe, der meint immer nur, ich sei jung und (wieder) gesund und soll mich nicht so anstellen. Der hat gut reden! Gehe jede Woch zu gefühlten 100 Physioterminen u jede Woche zur Psychoonkologin. Aber auch das hatte alles noch keinen so durchschlagenden Erfolg. Bin im Moment am liebsten daheim u zwar mit mir allein. Ich geh schon raus, muss ich ja. Aber dieses Gefühl von Normalität, Freude etc das viele beschreiben, die wieder in die Arbeit gehen, will sich so gar nicht bei mir einstellen. Ich habe auch massiv mit der Angst zu kämpfen, was noch alles sein könnte u überbewerte jedes ziehen im Bauch. Wirklich "schöner" hat die Erkrankung meine Figur nun auch nicht gemacht. Der Bauch ist für mich schon ein großes Problem. Ich trainiere insgesamt extrem viel, nicht unbedingt weil es Spaß macht, aber ich habe das Gefühl, ich muss um jeden Preis wenigstens optisch (gut, die Narben bleiben, besonders meine 26cm...), aber der Rest sollte doch gehen, wieder meinen "alten" Körper zurück zu bekommen. Ich kann euch alle da wirklich gut verstehen, das sind keine Luxusprobleme. Die Krankheit nimmt einem so viel weg, da will man zumindest ein bisschen was wieder wie vorher. Mein Selbstwertgefühl bzw das Frauseingefühl hat schon durch die massive OP sehr gelitten. Da hilft dieses "sei dankbar dass du lebst" kein Stück! Ich bin kein oberflächlicher Mensch, aber meine Optik war mir schon immer wichtig u ist es jetzt erst recht. Ich war immer sehr sehr sportlich u trainiert, das ist halt jetzt vorbei. Bauch darf ich abgesehen davon noch gar nicht trainieren. Joggen darf ich auch nicht, das sogar nie mehr, da der Beckenboden durch die OP massiv belastet ist u die Erschütterung beim Joggen da sehr kontraproduktiv ist, es fehlen ja auch die Bänder im Becken, die Organe/Wirbelsäule stabilisieren. Wg Lymphknoten darf ich auch einiges nicht mehr. Das bekommt man ja erst alles so nach und nach wirklich mit bzw in der Akutphase war mir das Wurscht. Da war ich begeistert, als ich nach einer Woche alleine aufstehen u Zähneputzen konnte...das mit dem Starksein wollen/müssen kenn ich auch. Ist ja eigentlich Quatsch, müsste man eigentlich nicht. Auch mein Umfeld ist manchmal ein Problem, viele verstehen nicht, warum ich jetzt, so "lange" danach, nicht einfach nen Haken drunter mache u "normal" weiterlebe...
    Genug geheult. Ist ja nicht alles schlecht!

  • Liebe lossi,


    das Motto werde ich jetzt in mein Leben einbauen!
    Ich finde es ganz super und Nordlicht hat recht. Es muss nicht immer alles jetzt und sofort erledigt werden, wenn es mir gerade jetzt nicht gut geht.


    Schon allein für diese Erkenntnis kann man Deinem Seminar dankbar sein *grins.


    LG Wally

  • Ach Ihr Lieben,


    das kenne ich auch, Tage an denen ich völlig bocklos bin, das kannte ich so vorher gar nicht.
    Ich habe gerade ein paar Tage Urlaub und würde das am liebsten den Rest meines Lebens haben. Bin auch gerne für mich, mir gehen teilweise auch die "guten Ratschläge" anderer so auf die Nerven.
    Seit kurzem fahre ich wieder viel mit dem Rad, ich darf ja wieder, das war eigentlich so ein schönes Gefühl, fühlte mich so frei. Dann habe ich mal wieder Schmerzen in den Oberschenkeln, dass ich kaum laufen kann, dann könnte ich nur heulen und fühle mich wie eine alte Oma.
    Jetzt, wo ich frei habe, mich viel bewege, ist von all dem nichts zu merken, mir graust aber schon davor, wieder im Büro zu sitzen, das bekommt mir gar nicht gut. Gottseidank haben sie nun festgestellt, dass mein Lymphproblem Stufe 1 ist, als reversibel. Dauert nur etwas. Im Moment ist es auch total weg. Da beruhigt mich zwar etwas, aber ich weiß schon, dass es bei der Arbeit wieder kommt. Und diese Kompressionsstrümpfe, die ich zum Glück nicht ständig tragen muß, aber sicher im Job, sind ja auch nicht besonders bequem. Ich habe das Gefühl, als würde ich in einem Taucheranzug mitten in der Sonne sitzen.


    Dazu juckt ab und zu noch meine Brust von der Bestrahlung, da kann ich ja auch nicht einfach ständig dran rumkratzen, ich gehe dann aufs Klo und mache das. Jetzt muß ich doch lachen. Es tut schon gut, ab und zu zu jammern.
    Ich habe übrigens eine ziemlich bescheuerte Geburtstagskarte bekommen, soltle wohl lieb gemeint sein, aber sehr daneben. Sie meinte, dass ich meine Krankheit als Glück betrachten soll, da ich doch jetzt sicher mehr im Hier und Jetzt leben würde als vorher und das sei ein Geschenk von ganz oben. Was für eine esoterische Sch ...


    Liebe Ilisweetie, von welchen Bändern redest Du? Also ich darf joggen, wenn ich will. Und wir hatten doch eigentlich fast dieselbe OP. Oder hat man Dir das gesamte Parametrium weggenommen?


    Aber was Du über Dein Umfeld sagtst, das kenne ich gut. Nicht von allen, aber von so einigen. Am schlimmsten ist der Satz: "Schön, dass Du wieder die Alte bist!" Nein, bin ich nicht. Punkt.


    Auch bringt mich die Oberflächlichkeit der Menschen noch viel mehr auf die Palme als vorher. Von einer guten Freundin ist der Mann urplötzlich verstorben, bei der Trauerfeier kommt doch ein Bekannter strahlend auf sie zu, nahm sie in den Arm und fragte: "Na, meine Liebe, alles gut?" Sie hat aber klar geantwortet: "Nein, es ist nicht alles gut!"
    Dieses "Alles gut?" - das fand ich schon vor meiner Erkrankung schlimm, jetzt könnte ich kotzen, denn auch ich wurde das noch während der ganzen Behandlungen immer mal wieder gefragt.


    So, genug gejammert, die Sonne scheint, ich werde noch mal in den Garten gehen. ^^


    LG
    Milli

  • Hallo Milli,
    du sagst es wie es ist : nee, nicht "Alles gut" PUNKT :thumbup:
    Es schon auch sehr schwierig mit diesen "wohlmeinenden" Sprüchen der Anderen umzugehen. Ich mache das inzwischen von den Menschen abhängig. Wenn mir jemand eigentlich nix bedeutet, fällt meine Reaktion auch entsprechend aus. Das schwankt zwischen müdem Lächeln bis "hä, wie soll das denn gehen?"
    Menschen die ich mag bekommen jetzt auch immer eine ehrliche Antwort. Damit geht es zumindest mir gut. Damit vermeide ich 1. zu lügen und 2. haben die meisten Leute gelernt, das sie von mir eine ehrliche Antwort bekommen. Das ist viel wert, immerhin überlegt sicher die/der ein oder andere besser ob und was er sagt oder fragt (Uff, was für ein Satz).
    Ich finde solche Tage wie heute einfach wunderbar : die Sonne lacht und macht schon richtig warm...da ist es ein Geschenk mitmachen zu können und zu genießen.
    Morgen soll es hier wieder regnen. Aber Lossi sagt :
    " Los, wir tanzen im Regen, statt darauf zu warten, dass das Unwetter vorbei zieht"

  • Milli : Ja, das Parametrium ist nahezu komplett weg. Außerdem auch Teile der Blasenaufhängung u nach hinten etw zur Verbindung mit der Lendenwirbelsäule. Mein geliebtes Fitnesstrampolin haben sie mir definitiv dauerhaft verboten, auch wg Beckenboden:-( Joggen meinte der Prof sollte ich noch meiden, wenn ich mich "beherrschen" kann und evtl in einigen Monaten laaangsam antesten. Ich spüre aber schon noch ziemlich jede Erschütterung im Bauchraum, zB auf meinem Pferd. Im Moment ist meine Sch... Blase wieder Thema, geht ja eh schlecht u jetzt hab ich mal wieder ne Blasenentzündung. Hoffe dass die nicht wg schlechten Restharnwerten kam, sondern eben einfach so...sonst passt alles, mein linkes Bein ist durch das viele Training echt viel viel besser, da habe ich echt Hoffnung, dass es wieder ganz ok wird. Auch die Tauben Stellen am Bauch sind weniger. Lymphmäßig ist auch alles im Rahmen, obwohl ich schon öfter mit der Kompressionsstrumpfhose schlampe...du hast best die korrekten Flachstrickstrümpfe? Die helfen natürlich am besten, ich hab aber für "zwischendrin", da reicht das auch bei mir, "eine "normale" Kompressionsstrumpfhose, die ist etw bequemer.
    Schön, dass du Urlaub hast! Genieß ihn u denk nicht an die Arbeit!

  • Hallo liebe Foris,


    ich komme gerade von meinem Nachsorgetermin. Alles o.B. :D


    Meine Gyn ist eigentlich sehr nett. Aber ich fühle mich trotzdem nicht wirklich aufgehoben. Sie kommuniziert sehr wenig.
    Ich habe seit Chemo keine Monatsblutung mehr. Habe aber vor zwei Wochen Schmerzen wie beim Eisprung gehabt. Als ich sie Frage, ob die Eierstöcke wieder zu arbeiten anfangen, meinte sie eher nicht. Wir könnten Blut abnehmen, dann kann man das feststellen. Ob ich das will. Ich wusste das dann auch nicht. Sollte aber entscheiden. Ich wollte ja eigentlich nur wissen, ob ich mir Sorgen machen muss.
    Dann hat sie die Brust geschallt. Ich Frage sie na ja ein Rezediv wäre wohl nicht ganz so schlimm? Keine Antwort.
    Dann alles okay.
    Also sie ist schon sehr freundlich, aber irgendwie habe ich mich unwohl gefühlt.
    Liegt das an mir? Kennt ihr das auch? Oder bin ich überempfindlich?


    Eure verunsicherte Wicki
    ;(

  • Liebe Wicki,
    ich denke nicht, dass Du überempfindlich bist, sondern - wie Du schon selbst schreibst - verunsichert. Wenn die Ärzte so wenig kommunizieren und uns keine Infos geben, dann dreht sich bei den meisten von uns doch gleich wieder das Gedankenkarussell. Ich fühle mich wohler, wenn ich gut informiert bin und ich finde es vollkommen logisch, dass Du Fragen stellst. Ich meine woher sollst Du denn sonst wissen, ob Eierstöcke wieder anfangen können zu arbeiten. Die meisten von uns machen das doch zum ersten Mal durch und haben glücklicherweise keine Erfahrungen mit den Auswirkungen ihres Krebses.
    "eigentlich ganz nett" ist ja nicht "wirklich nett". Überschlaf die Situation noch einmal in Ruhe und wenn Du dann immer noch ein schlechtes Gefühl hast, versuche es bei einem anderen Gyn (zurückkehren kannst Du ja notfalls
    immer noch).
    Liebe Grüße
    Heideblüte

  • Liebe Ilisweetie,


    oh, dann haben sie Dir doch mehr weggenommen als mir, mir fehlt nur ein kleines Stück vom Parametrium, und sie haben nervenschonend operiert, d.h. auch sonst irgednwie drumherum geschnitzt. ;-)
    Das mit dem Trampolin ist ja doof, ich hopse auch gerne und kann jetzt auch wieder, soll ja auch gut für die Lymphe sein.
    Ich habe keine Flachstrickstrümpfe, da ich ja nur Stufe 1 habe, haben sie mir normale Kompressionstrümpfe gegeben, Stärke 2 oder 3, weiß ich grad gar nicht mehr, aber ganz individuell für mich gemacht. Mal schauen, so wie ich es gerade empfinde, reicht es vielleicht sogar für mich, denn mein Lymphstau verschwindet ja auch immer über Nacht. Und jetzt habe ich gar nichts, muß ja auch nicht ins Büro. ;-)
    Ab morgen habe ich wieder Lymphdrainage, aber bei einem anderen Physiotherapeuten, den mir meine Gyn. empfohlen hat.
    Meine Hauärztin hatte mir ja ein Rezept geschrieben, das nur für ein Bein war, ich habe doch zwei! 8) :D ;)
    Ärzte sind wirklich immer wieder ein Thema, wenn man was Chronisches hat.


    Eigentlich soll ich auch REHA-Sport, aber wann denn bitte? Die haben so seltsame Zeiten, entweder 10 Uhr morgens oder 16 Uhr nachmittags, aber da sitze ich im Büro, und befreit wird man dafür nicht.


    Manchmal glaube ich, ich bin echt zu früh wieder arbeiten gegangen. Als ich anfing, war die Brust OP zwar schon 7 Monate gewesen, aber die Gebärmutter OP lag erst 3 Monate zurück. Aber ich wollte ja auch wieder in die Normalität zurück, und jetzt möchte ich mich grade wieder zurückziehen.
    Ich weiß auch nicht, was das ist.


    Liebe Grüße
    Milli

  • Hallo Milli,
    ich will mich ja nicht einmischen - aber - ich denke du hast jedes Recht deine Entscheidungen zu überdenken und vielleicht doch noch eine Pause zu machen. Es zählen ja nicht nur die äußeren Wunden. Die heilen ja meist schnell und dann mehr oder weniger hübsch. Schwerer ist jedoch der ganze Kram der innen heilen muss. Ich meine nicht nur Organe, auch die Psyche. Bei kam die Psyche ganz schön hinterher gehumpelt. Schnell wieder raus aus der Klinik, Anschlussbehandlungen, Strahlen usw., und fertig. Nee, so ging das leider nicht. Erst gegen Ende der Bestrahlungen ist mir langsam ein Lichtlein aufgegangen und selbst da wollte ich erst noch irgendwie drumrum kommen.
    Glücklicherweise bin ich zur Reha gefahren und war im vergangenen Jahr sogar nochmal dort. Jetzt kann ich sagen, das mir klar ist was für ein Eingriff in mein Leben das überhaupt war. Die körperlichen Beschwerden stehen auf dem einen Blatt und melden sich nach wie vor in einer Ausdauer ;(...und mein inneres Gleichgewicht hat sich verändert und ich entdecke immer wieder neue Situationen denen ich anders begegne als vor dem ganzen Krempel. Die Krankheit verändert eben und erfordert viel Zeit wieder einen Kurs für sich zu finden mit dem es sich gut leben lässt. Boah, ganz schön weise, oder? eben altersweise :thumbsup: nix für ungut, Milli
    wenn du kannst, gönn´ dir ruhig noch ein wenig Zeit
    Lossi schickt mal Grüße :thumbup: