"alter" Hase = "neue" Themen ?

  • Ich komme mir in diesem Thread immer so ein bisschen fehl am Platz vor, weil ich ja noch mitten in der Behandlung stecke, aber eure Gedanken finde ich sehr interessant. Und ich habe gerade sooo viel Zeit zum Nachdenken. Die OP ist gut einen Monat her, körperlich bin ich ziemlich fit. Die Bestrahlung fängt erst in 2 Wochen an. Ich bin krank geschrieben, mache meinen Haushalt, gehe viel raus und dabei kommen und gehen die Gedanken, und die ganze psychische Verarbeitung der Krankheit hat jetzt eingesetzt.


    Am Anfang dachte ich, die Bestrahlung endet in den Sommerferien, und im nächsten Schuljahr arbeite ich weiter, als wäre nichts gewesen. Gestern habe ich die Schulleitung informiert, dass ich gerne ein paar Stunden weniger machen möchte (wir sind eine Privatschule, da geht so was glücklicherweise relativ problemlos). Ich glaube, ich brauche einfach mehr Zeit für mich, weniger Stress, auch als Strategie gegen Rückfälle. Klar, gibt auch keine Sicherheit, aber so weiter machen wie vorher geht auch nicht, das ist mir inzwischen klar geworden.
    Gut, dass ich diese Erkenntnis jetzt gewonnen habe, dann klappt das zum nächsten Schuljahr wohl auch.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Ja, es ändert sich schon vieles. Aber Geduld u Abwarten...nicht so mein Ding. Aber körperlich hat mich das ganze einfach echt auf den Boden gezwungen. Ging nichts mehr. Auch jetzt, fast 7 Monate danach, bin ich noch jenseits von gut u böse- körperlich, psychisch u auch optisch. Das muss noch alles echt besser werden...ich streng mich dafür auch ganz schön an, muss aber immer wieder zur Ruhe kommen. Geht einfach nicht mehr anders. Rehasport hab ich auch, gibt es da auch um 18h, aber ich gehe nicht so oft...macht mir nämlich nicht wirklich Spaß. Welche Erfahrungen habt ihr da so gemacht? Was Milli schreibt, verstehe ich gut. Ich würde mich auch gerne mehr wieder zurückziehen u hätte gerne mehr meine Ruhe. Die Wiedereingliederung ist mir eigentlich noch zu viel u zu früh. Aber hilft ja nix- wenn ich nicht gehe, wird mein Vertrag nicht verlängert u ich bin im Herbst arbeitslos. Die Psyche braucht denke ich auch, noch länger als der Körper, um einigermaßen zu "heilen". Ich kann das alles immer noch nicht richtig fassen- kommt mir manchmal so vor, als ob es gar nicht um mich selbst geht...

  • Liebe Lossi,


    nein, Du mischt Dich nicht ein, Du sagst mir einfach die Wahrheit ins Gesicht, und Du hast einfach recht.

    Aber da bin ich auch wieder blöde: Ich denke immer, wenn ich was angefangen habe, dann muß ich es auch zu Ende bringen. Aber es stimmt, die Psyche hinkt noch hinterher. Mir ist oft (gefühlt grundlos) einfach zum Heulen, und am glücklichsten bin ich in unserem kleinen Garten, buddle und pflanze, das ist ein so schönes Gefühl.

    Vielleicht lasse ich mich mal eine Woche krankschreiben zum Durchatmen. Und bitte sage mir ruhig immer, was Du denkst, das hilft mir sehr.


    Liebe Ilisweetie,


    Rehasport fand ich in der REHA gut, da war ich mit Gleichgesinnten. Hier waren fast nur Rückenleute und ich habe mich sehr einsam und unverstanden gefühlt. Vielleicht war ich deswegen auch ganz froh, dass ich an den Kursen nicht teilnehmen kann. Ich bin immer bis 18.30 im Büro, danach findet man keine Kurse mehr.

    Ich mache jetzt, aus eigener Tasche finaziert einen Faszio-Aqua-Kurs, einmal die Woche, das macht mir total Spaß, ich bin ja eh der totale Wassertyp. Und Wasser ist ja gut für die Lymphe.

    Ich sollte vielleicht 2x die Woche schwimmen gehen, nach der Arbeit.


    Liebes Nordlicht,


    das finde ich gut, dass Du kürzer treten willst. Würde ich auch gerne, aber es ist zur Zeit finanziell nicht machbar. Aber sobald sich die Situation wieder ändert, mache ich das. Und nimm Dir alle Zeit der Welt. Und ich rate Dir, eine REHA zu machen, das hat mir zumindest sehr geholfen, und ich habe es auch von anderen hier schon gelesen. Bei der Bestrahlung fragen sie einen normalerweise, ob man danach zur REHA will und klären alles für einen.


    So, ihr Lieben, bis bald

    Milli

  • Liebe Milli,

    ja, das Finanzielle, leider immer wieder ein Problem. Meine Schulleitung muss sich noch damit auseinander setzen, welchen Anspruch auf Stundenermäßigung ich durch die Schwerbehinderung bekomme - die hatten so was noch nie und müssen sich erst mal schlau machen. Das Schöne daran ist, dass ich wahrscheinlich mehr Unterrichtsstunden bezahlt bekomme, als ich pro Woche halten muss. (Das liegt daran, dass man in der Schule ja nicht die zusätzlichen 5 Urlaubstage bekommen kann, die einem bei Schwerbehinderung zustehen.)


    Mit der REHA bin ich noch am Überlegen. Ich will sie ja nicht in den Ferien machen, dann fehlen mir ja die Ferien als Erholungszeit. Aber wenn ich sie in der Schulzeit mache, gibt es vorher wieder soooo viel zu organisieren, dass ich da völlig gestresst starten würde. Ich bin da sehr am Hin-und-her-Überlegen und bin noch zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Nordlicht : hallo:)also bei mir (Berufsschule) beträgt die Reduktion 3 Stunden wöchentlich. Das nützt glaub ich wirklich was...ist derzeit in der Arbeit für mich echt noch ziemlich hart. Weiß noch gar nicht, wie es erst nach den Pfingstferien wird, da arbeite ich dann wieder voll. Ich gehe auch wg Geld...wäre lieber erst im nächsten Schuljahr gegangen...naja, wird schon werden. Reha solltest du unbedingt machen, natürlich nicht in den Ferien. Das ist auch nicht deine Aufgabe deinen Ausfall zu koordinieren. Da soll sich mal schön die Schulleitung drum kümmern! Ist ja nicht so, dass du grundlos zum "Wellness" fährst...ich wäre definitiv ohne Reha nicht mehr hochgekommen. Ich habe mich in der ganzen Krankheitszeit inkl Reha null um die Schule gekümmert. War mir aber auch völlig egal. Und siehe da, die sind auch prima ohne mich klar gekommen. Ging alles- vorher hatte ich Vollzeit mit Mehrarbeit, Klassenleitung etc. Ich werde auch im neuen Jahr nochmal zur Reha fahren. Auch nicht in den Ferien- ich bin doch nicht wahnsinnig! Würde auch kein anderer Arbeitnehmer machen, dass er da Urlaub nimmt. Den Urlaub braucht man auch zum erholen, zusätzlich. Mein Chef weiß das schon, findet er zwar nicht sooooo lustig, aber er verstehts...bitte denk immer in erster Linie an dich und passe gut auf dich auf!

    Milli : ja, das ist hier beim Regasport ähnlich- alle mit Knie, Rücken etc u auch doppelt so alt wie ich. Komm mir da auch ziemlich allein auf verlorenem Posten vor. Und auch die Übungen sind etw langweilig...alles mit Wasser finde ich auch super! "Vorher" bin ich 2x Woche zum Aquafitness bzw Aquazumba und 1x zum Aquabouncing. Möchte das unbedingt auch wieder anfangen, bin derzeit aber für meine alten Gruppen leider noch nicht fit genug. Beim Bouncing (Unterwasser Trampolin) bin ich mir auch nicht sicher, ob ich das überhaupt wieder darf...Yoga u Pilates hat mir in der Reha auch sehr gut gefallen, da will ich mir evtl hier auch mal eine Gruppe suchen.

    Beim anderen Thema hatten wir es ja über Kollegen. Ich dachte ich hätte jetzt langsam alle indiskreten Fragen abgearbeitet- aber nein weit gefehlt...heute meinte ein Kollege doch glatt, dass man ja so auf den ersten Blick nix bei mir sieht und da würde ihn doch mal meine Narbe interessieren, weil die müsste ja, bei deeeeeer Länge, echt krass sein. Dachte der echt, ich zieh einfach mal im Lehrerzimmer die Hosen runter????

  • Entschuldige Ilisweetie, aber ich musste doch lachen. Habe mir vorgestellt, wie Du mal so schnell Deine Hose fallen lässt.

    Aber ähnliches habe ich mit meiner Brust erlebt, da dachte ich auch, die wollen, dass ich mal schnell mein T-Shirt hochziehe.


    Die wissen gar nicht, dass sie da eine Grenze überschreiten. Bei mir war das neulich beim Schwimmen in der Dusche. Mir war aufgefallen, dass ich das letzte Mal bei der REHA schwimmen war, da hatten ja alle Narben und man schaute auch nicht. Auf einmal wurde ich total unsicher wegen meiner Narbe auf der Brust, aber es hat keiner geglotzt, aber unsicher war ich trotzdem.


    Aber ich habe immer noch das Gefühl, im Kollegenkreis irgendwie eine Außenseiterin geworden zu sein. Man grenzt mich nicht aus, alle sind normal, aber sie erwarten eben auch, dass ich "normal" bin. Aber ich laufe immer noch mit einem Kokon um mich herum. Vielleicht auch, um mich gegen unbedachte Äußerungen zu schützen.


    Es gibt aber auch sehr liebe Kollegen, gestern am späten Nachmittag sprach mich eine Kollgin an, die war nicht neugierig, sondern sehr interessiert und mitfühlend und fragte, wie es denn meiner Seele ginge nach dem Schock und dem schweren Jahr. Da hätte ich vor Rührung fast geweint. Das hatte mich auf der Arbeit noch keiner gefragt.

  • Hey Milli und ihr anderen auch...

    es ist unbedingt nötig die Signale die so deutlich sind auch ernst zu nehmen. Was kann ernster sein als eine Krebserkrankung? Wir haben nicht "hier, ich bitte" gerufen und müssen jetzt sehen, wie wir das Beste aus der eigenen Situation machen. Sicherlich sind Erfahrungsberichte ein Anhaltspunkt und doch sind es die Erfahrungen die andere Menschen gemacht haben. Ich selbst konnte mich in vielen Schilderungen hier wiederfinden (auch wenn mir das oft nicht gefallen hat)!

    Heute weiß ich sehr genau, das ich das was gestern war nicht mehr ändern kann aber mein Gefühl heute kann ich beeinflussen. Das kann jeder und sollte das auch tun. Niemand schenkt uns Lebenszeit zurück und darum gehört für mich auch immer eine Portion Egoismus dazu, wenn es um mein Leben geht.

    Um zu Anderen lieb und gut zu sein, muss man bei sich selbst anfangen - sonst wird´s nix - weil´s dir keiner abnimmt

    glaubt Lossi;)

  • Lossi, du sprichst mir aus dem Herzen, wie so oft, wenn ich deine Beiträge lese.

    Aber sich vorzunehmen, egoistischer zu sein, ist das Eine - es dann auch wirklich zu machen finde ich manchmal schwierig, da muss ich mich richtig zu zwingen. Aber es ist auf jeden Fall der richtige Weg, und unsere Umgebung muss dann damit leben. Wobei das z.B. für meinen 15jährigen pubertierenden Sohn nicht immer einfach ist, der ist eben sehr mit sich und seiner Entwicklung beschäftigt, liegt ja in der Natur der Sache. Da gibt es dann schon die eine oder andere Auseinandersetzung.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Hallo Nordlicht,


    mit einem pubertierenden 15-jährigen hast Du natürlich schon eine ganz schöne Last! Wird jeder nachvollziehen können, der Kinder hat!


    Aber er kann wegen Deiner Erkrankung auch lernen, trotzdem Rücksicht zu nehmen. Und ich glaube, dass diese Kinder dann als Erwachsene sehr viel bewußter mit den Gefühlen anderer Menschen umgehen können.


    Ich wünsche Dir starke Nerven und dass Du es schaffst, auch für Dich egoistisch zu sein.


    Für die erfolgreiche Bekämpfung des Krebses mit wenigen Nebenwirkungen sind die Daumen ja sowieso gedrückt.


    LG Wally

  • Liebe Wally,

    er lernt es ja auch, und oft klappt es auch gut, aber halt nicht immer. Wie das eben so ist mit den lieben Kindern. Aber wir kriegen das hin.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Das mit dem Egoismus ist so eine Sache. Wenn es dabei um Wertschätzung für sich selbst geht, ist es doch völlig in Ordnung. Auf Kosten anderer Menschen eigene Vorteile zu schaffen ist wenig prickelnd und kommt sicher auch als Negativbotschaft zurück.

    Wenn du immer versuchst es allen Recht zu machen, hast du eines ganz sicher vergessen : DICH !!!

    Lossi, schon wieder zurück aus dem Alptraum Hollands Nordseeküste

  • Liebes Nordlicht,


    ich war Jugendliche als meine Mutti an Brustkrebs erkrankte und da ist es nicht nur einmal zum Streit gekommen. Musste ja durch die Erkrankung viel mehr im Haushalt machen - was hat mich das angekotzt. Da denkt man nicht dran, dass sie das ja nicht mit Absicht macht, man will nur endlich seinen eigenen Kram machen. Also nicht böse sein, wenns mal nicht klappt. Ist ja ein Zeichen von Normalität Auseinandersetzungen mit den lieben Kindern und Normalität ist doch das was wir wieder wollen.


    LG

    Kalinchen

  • Hallo ,ihr Lieben


    Zwei Wochen Wiedereingliederung sind jetzt um und nächste Woche starte ich in die letzte .Die ersten zwei Tage waren echt komisch .Man ist in Gedanken total hin und hergerissen....Mal sprach das Teufelchen : " was willst du hier , du könntest so gut noch in der Sonne sitzen " Mein liebes Engelchen aber flüsterte mir :" oh toll , endlich bist du wieder auf der Arbeit , Normalität , Alltag...das ganze Gedöns " ...^^

    Nach zwei Tagen hatte ich mich wieder dran gewöhnt , kam des öfteren - Dank Tam - gehörig ins schwitzen ( mein Schrank ist voll mit Feucht Tüchern , Trockentüchern , Einmalhandtüchern , Deo , ....) Und hätte die ersten Tage heulen können , so taten mir die Füsse weh und die Hüften ....naja..man wird alt .Ich habe mich ja in die Doppelbelastung Arbeit und Volksfest täglich paar Stunden geschmissen.Gott sei Dank ist beim Staging damals Arthrose in der Hüfte festgestellt worden ( was mir nie vorher ein Arzt geglaubt hat und nie auf meine Schmerzen nach dem joggen eingegangen ist )..sonst würd das ab sofort in meiner Panikliste mit auftauchen .

    Jedenfalls geht es mir mit der Arbeit gut und ich werde Mal versuchen mich altersgerecht daran zu gewöhnen .


    Kopfmässig ist es definitiv auch eine wunderbare Ablenkung , aber da schwanke ich noch sehr..sprich : keine Stabilität in Sicht .

    Ich merke schon , das ich sehr in mich reinhorche und mir da nicht vertraue .

    Von einem auf den anderen Moment fange ich an mir sehr einen Kopf zu machen .Ich habe keine Panik oder so , aber oft das Gefühl , das ich auf das " nächste " lauere ..was kommt als nächstes ...?

    Ich Falle noch von dem Extrem : DAS LOHNT SICH IN DIESEM LEBEN NICHT MEHR

    In die andere Extreme. : JETZT ERST RECHT


    Und diesbezüglich reagiere ich auch sehr komisch .Hab zum Beispiel weniger Geduld , werde schneller reizbar oder eben auch traurig .Habe aber grosse Hoffnung , das es im Laufe der Zeit besser wird und mein Engelchen und Teufelchen auf meinen Schultern mit mir da an einem Strang ziehen.....sonst schick ich die mal zur Kur


    Grüsse an Euch von Mosicha

    Sollte das Leben Dir in den Hintern treten , dann nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.

  • Liebe Mosicha,


    danke, für deinen Bericht :)

    Das, mit Engelchen und Teufelchen, hast du wunderbar beschrieben.^^

    Es ist Sommer, man fühlt sich nicht mehr so krank und könnte endlich die Zeit genießen.

    Aber wieder arbeiten gehen, das bedeutet ja auch, dass die Normalität sich wieder nähert. Deshalb freut man sich auch darauf.

    Dass in einem Beruf mit ständiger Bewegung erst mal alles weh tut, das kennen wir ja noch aus der Ausbildung. 8o Bis die Muskeln wieder aufgebaut sind, das ist erst mal recht anstrengend... Und dann noch Tam....

    Deine Gefühlsschwankungen werden bestimmt auch noch besser. Wieder zu arbeiten ist auch eine große Umstellung. Außerdem, Tam ist ja auch ein massiver Eingriff in den Hormonhaushalt, kann das evtl. auch so etwas auslösen?

    Und bei Bedarf kannst du deine beiden wirklich in Reha schicken. Am Besten, du gehst dann auch gleich mit und erholst dich noch mal so richtig. ;)


    Grüsse von Fanti

  • Liebe Mosicha,

    Deine Zeilen könnte von mir stammen - genauso geht es mir!
    Mir geht es auf Arbeit sehr gut, solange (weil?) ich keine Zeit zum Nachdenken habe.
    Wenn dann irgendwann nach meiner nächsten OP die Kur kommt, nehme ich definitiv mein Engelchen und mein Teufelchen mit. Spätestens im nächsten Jahr sollten wir uns dann alle Drei auf eine gemeinsame Marschrichtung geeinigt haben. Mal sehen, wie lange meine Verdrängungstaktik die Beiden auf meinen Schultern noch in Schach hält...
    Meine Mutter meint, ich wäre so agressiv geworden. Ich denke, meine Toleranzschwelle ist gesunken. Mein Mann sagt, es sei derzeit schwer, mit mir mitzuhalten (Vollzeit-Arbeit, soziales Engagement, Hausarbeit, tägliche Bestrahlung und viele Termine bei Ärzten).

    Vielleicht nehme ich mir nächsten Monat im Krankenhaus mal die Ziet für eine genaue Analyse...

    Einen schönen Sonntag noch! LG Kirsche

  • Hallo ihr:)im Moment habe ich leider noch kein "Engelchen" mit an Bord, mir gibt die Arbeit derzeit noch in keinster Weise irgendetwas positives. Ich will gar nicht mehr bzw kann definitiv nicht mehr da anknüpfen, wo ich letzten Oktober aufgehört habe:(keine Ahnung wie das alles noch werden soll...

  • Liebe Ilisweetie,


    hast du schon mal über einen Jobwechsel nachgedacht?

    Vielleicht passt deine Arbeitsstelle oder sogar dein Beruf nicht mehr zu der "neuen" Ilisweetie?

    Durch die Krankheit verändern wir uns. Die eine mehr, die andere weniger.

    Ich wünsche dir, dass das Engelchen auch bald zu dir kommt :hug:


    Grüsse von Fanti

  • Hi Ilisweetie,

    wir brauchen einfach Zeit, bei dir ist es ja alles noch nicht lang her, bei mir wirds ein Jahr und auch ich warte noch auf mein Engelchen :huh:. Ob das mit dem anknüpfen geht glaube ich nicht, es ist ja einiges passiert mit uns. Aber einfach wieder gerne und mit Freude gehen, würde mir schon reichen. Ein Jobwechsel wūrde für mich nicht in Frage kommen denn ich habe den immer geliebt und etwas anderes noch nie gemacht, auch denke ich åndert das nichts. Der Kopf ist noch nicht frei, die Seele hinkt noch hinterher und die Gedanken kreisen noch viel zu viel um diese Schei.... Krankheit.

    Einer kann eben schneller und besser damit umgehen und den Schalter umlegen und andere brauchen långer. Wir müssen das nehmen, so wie wir sind. Ich bin auch noch nicht viel weiter....aber auf dem Weg, wie ich so schön sage ;).

  • Liebe Ilisweetie,

    wann hast du denn Sommerferien? Oh, Bayern, dann dauert es wohl noch ein bisschen :(

    Aber vielleicht geben dir die Ferien Zeit, nachzudenken und das neue Schuljahr mit neuer Kraft anzufangen. Kannst du denn Einfluss darauf nehmen, welche Klassen du unterrichten musst?


    Ich bin ja mal gespannt, wie das bei mir nach den Sommerferien läuft, also ab 3. August. Ich habe heute die vorläufige Unterrichtsverteilung für das nächste Schuljahr gesehen, und die gefällt mir ziemlich gut. 20 Stunden, nette Klassen, sieht gut aus. Die Schulleitung war da sehr rücksichtsvoll. Die haben mich auch mehrfach gefragt, ob ich wirklich Klassenlehrerin werden will oder ob das nicht doch zu viel Stress ist, und haben dann eine kleine unkomplizierte Klasse für mich rausgesucht. Und in der gymnasialen Oberstufe bin ich nächstes Jahr gar nicht drin, da wollen sie mir auch Stress ersparen.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Hi, Jobwechsel kommt auch für mich nicht in Frage, ich habe auch noch nie was anderes gemacht, bin ja auch noch nicht sooooo lange dabei mit Anfang 30...hat mir auch "früher" immer gut gefallen, es liegt nicht an der Stelle als solches, wäre fürchte ich überall so, zumal meine Kollegen u mein Chef sich super verhalten u sehr entgegenkommend sind. Mich strengt einfach alles an, mir ist alles zuviel. Sylvi beschreibt das Gefühl sehr gut! Ich bin auch noch so mit mir selbst u allem, was passiert ist, beschäftigt, da passt irgendwie so was normales wie arbeiten noch nicht dazu. Es gibt noch soviel, was ich nicht verarbeitet habe...Bin im Moment da wirklich etw "down" u zweifle, ob ich das ganze u die Folgen daraus überhaupt jemals verarbeitet bekommen.

    Nordlicht : die Klassen kann ich nicht mitbestimmen, ist aber auch kein Problem, meine Schüler, zurzeit hauptsächlich die Flüchtlingsklassen, sind wirklich brav u pflegeleicht. Klassleitung werde ich mit Sicherheit haben, da hat auch keiner gefragt, gehört bei uns zu Vollzeit dazu. Da hat mein Chef nachgefragt, ob ich voll od Teilzeit möchte. Ich werde ab 1.7 u dann auch im nächsten Schuljahr Vollzeit arbeiten, auch wg des Geldes...

    Naja, es erschreckt mich auch, wie schnell die Zeit vergeht, irgendwie so als ob sie mir zwischen den Fingern verinnt...auch die 8 Wochen (morgen beginnt Woche 8) der Wiedereingliederung waren so schnell vorbei. Und die Zeit zwischen den Nachsorgeterminen. Muss im Juli wieder zu meinem Prof, obwohl es mir eher wie ein paar Wochen u nicht Monate vorkommt, dass ich dort war. Hab da jetzt schon Angst, wenn ich dran denke. Ich weiß einfach nicht, wie ich da rauskommen soll...