Hallo zusammen, ich habe gestern die Diagnose Brustkrebs erhalten und bin wie in Schockstarre :(

  • Hallo zusammen,
    ich möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 38 Jahre alt und fühlte mich bis gestern gesund.
    Im Januar ertastete ich einen Knubbel in der Brust, war daraufhin bei 3 Ärzten, die nur sagten, das seinen hormonelle Veränderungen und das lege sich wieder.
    Letzte Woche ließ ich eine Biopsie machen und bekam gestern das Ergebnis: Brustkrebs.
    Ich fühle mich überfordert, geschockt und könnte eigentlich nur schreien und heulen, was ich aber nicht tue - geht nicht, obwohl es vielleicht hilfreich wäre.
    Heute erhalte ich noch den letzten Wert (Rezeptor??), der aussagt, wie behandelt wird und ob eine Chemo vor der OP benötigt wird.
    Ich habe einfach nur Angst, vor der Chemo, vor der Krankheit, vor der Zukunft und den auf mich zukommenden Strapazen.
    Meinen Eltern habe ich versucht, es schonend beizubringen; sie wohnen 100 km von mir entfernt, weshalb ich das telefonisch machen musste. Versteht ihr, was
    ich meine: Ich denke, ich muss stark bleiben, um meine Eltern, vor allem meine Mutter, nicht zu zerstören. Ich glaube es ist der Horror jeder Mutter, wenn das
    eigene Kind so schwer erkrankt.
    Des Weiteren bin ich voll berufstätig und bin total überfordert, wie ich das meinem Arbeitgeber beibringen soll. Es ist eine sehr, sehr kleine Firma, die Chefs sind
    toll, aber da ich die einzige ausgebildete Mitarbeiterin bin, ist das ein Supergau. Ich arbeite sehr gerne dort und habe Angst, meinen Arbeitsplatz zu verlieren.
    Ich wohne alleine und bin auf mein Gehalt angewiesen.
    Ich habe soviele Gedanken in meinem Kopf, alles erschlägt mich.
    Tut mir leid, dass meine Vorstellung so lange geworden ist, aber vielleicht versteht ihr mich und habt ein paar nette Worte für mich.
    Vielen Dank fürs Zuhören bzw. Lesen.


    Pschureika

  • Hallo liebe Pschureika


    Ich möchte Dich erstmal herzlich hier im Forum willkommen heissen .Der Grund dafür ist zwar nicht so dolle , aber hier kannst du dich gut aufgehoben fühlen , da wir alle den gleichen Weg mit Ängsten , Sorgen und blöden Gedanken gegangen sind .Hier wirst du verstanden und es liest immer jemand mit .


    Ich kann dein Gefühlschaos sehr gut nachempfinden , denn es ging mir letztes Jahr um diese Zeit genauso .Alles stürzt auf einen ein und man ist in diesem Strudel...und so fremdgesteuert .Auch wenn es dir im Moment kein grosser Trost ist , aber : es wird besser!!!! Ich habe mich nach ein paar Tagen heulen , schreien ( es geht irgendwann!!!) Und verkriechen sehr mit dem Thema auseinandergesetzt .Hier haben mir die Tipps und Gedanken der anderen super geholfen .
    Wenn du weisst wie es weitergeht , dann hat man einen roten Faden an der Hand ...
    Das mit der Familie kenn ich .Meine Mutter wohnt zwar hier in der Nähe , aber trotzdem war sie eine der letzten , der ich es erzählt habe .Ich möchte ihr das einfach nicht antun ...


    Hast du eine gute Freundin / Partnér /Familie , mit dem du offen und jederzeit reden kannst ?Meine beste Freundin war Tag und Nacht für mich da---da könnt ich jederzeit hin .


    Liebe Pschureika , lass dich einmal vorsichtig in den Arm nehmen .Wenn dir danach ist , dann einfach schreiben....du kannst hier alles fragen , was dir im Kopf rumschwirrt.
    Und.......Nicht GOOGELN ....den Tipp bekommt hier jeder...im Internet steht leider viel - und oft auch Blödsinn


    Es grüßt dich herzlich
    Mosicha

    Sollte das Leben Dir in den Hintern treten , dann nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.

  • Liebe Pschureika,
    ich möchte Dich ganz herzlich Willkommen heissen in diesem Forum.
    Du beschreibst Deine Gefühle sehr anschaulich und den Vergleich mit Supergau kann ich nur bestätigen.
    Das es Dir nicht leicht gefallen ist, deinen Eltern von der Erkrankung zu erzählen, kann ich sehr gut verstehen. Ging mir genauso. Und auch das Gefühl, das man sie beschützen möchte, hatte ich auch. Ich bin mir sicher, das deine Eltern dich so gut sie können, unterstützen werden.
    Ich hoffe, Du hast jemanden in deiner Nähe, der Dich zu Terminen begleiten kann, denn dieses weisse Rauschen während der Aufklärung und Beratung vernebelt einem doch das Hirn.
    Ich drücke dir ganz fest die Daumen und wünsche Dir einen schönen Tag, mit Augenblicken, die Dich zum Lächeln bringen.
    Liebe Grüße,
    Die Brühlerin

  • Hallo Pschureika,


    herzlich willkommen im Forum, auch wenn es ein schlechter Anlass ist.


    Vorweg: Brustkrebs ist heute gut behandelbar, je nach Stadium und Biologie haben wir Heilungsraten von über 90%


    Ich würde empfehlen zu den Arztterminen, insbesondere solchen mit Behandlungsempfehlungen einen Vertrauten mitzunehmen, denn man ist selbst doch oft überfordert mit der Situation und 4 Ohren hören mehr als zwei. Außerdem vorher Notizen machen zu den Fragen die man hat.


    Zur Arbeit: Man soll sich auf jeden Fall die Zeit nehmen die man braucht um gesund zu werden und das natürlich auch zur ersten Priorität machen. Vielen Frauen tut es aber auch gut zu arbeiten, und je nachdem wie man die Behandlung verträgt und wie es einem gut tut, kann man auch weiterhin arbeiten gehen. Eine Bekannte von mir setzt beispielsweise nur am Chemotag aus und selbst dann nicht immer, einfach weil "ihr die Arbeit Spaß macht und ihr sonst die Decke auf den Kopf fällt", was ich persönlich schon ein bisschen übertrieben finde. Nochmal: natürlich kann es auch sein, dass man einfach nicht arbeiten kann oder will, das ist immer eine individuelle Entscheidung, aber die Erkrankung muss nicht zwangsläufig das Ende der Berufstätigkeit bedeuten.


    Dann wünsche ich schonmal alles Gute, und das vielleicht die Chemo erspart bleibt und falls es irgendwelche Fragen gibt immer heraus damit. Hier gibt es soviele Betroffene, dass sich eigentlich für alles jemand findet, der eine Antwort liefern kann.

  • Liebe Pschureika,


    die gewünschten netten Worte hast Du schon von einigen bekommen und erste Tipps ebenfalls :) .


    Wie Du Deine Situation beschreibst, berührt mich sehr. Viele von uns hier im Forum erkennen sich darin sicher wieder und können nachfühlen, wie es Dir jetzt gerade geht - ich auch. Gerne möchte ich Dir etwas Mut machen: auch wenn eine Brustkrebsdiagnose erst einmal einen großen Einschnitt im Leben bedeutet, wenn alles Gewohnte sich plötzlich zu verändern scheint, so haben wir doch gute Chancen, die Behandlungen durchzustehen und danach nie wieder etwas mit Krebs zu tun zu haben. Es gibt die gute Chance auf ein Leben "nach Krebs"!


    Ich wünsche Dir, dass Dir der Austausch mit uns als Betroffenen gut tut, dass es Dich ein bisschen erleichtert, über die Schockstarre, Deine vielen Gedanken und Deine Sorgen schreiben zu können und Dich verstanden zu fühlen. Du bist uns herzlich willkommen und kannst Dir sicher sein, dass immer jemand da ist zum "Zuhören" und zum Unterstützen!


    Viele liebe Grüssles



    Saphira

  • Liebe Pschureika,


    ich begrüße dich auch herzlich und nehme dich erst mal in den Arm :hug:


    Die Angst, die kennen wir alle hier. Manche Angst ist leichter zu ertragen, wenn man weiß, was ungefähr auf einen zukommt. Ich hatte z.B. wahnsinnige Angst vor der OP, weil ich noch nie vorher eine Vollnarkose hatte. Nach den Aufklärungsgesprächen im Krankenhaus war mir dann wohler, Unwissenheit erzeugt immer besonders viel Angst. Deshalb scheue dich nicht, Fragen zu stellen. Hier im Forum kannst du wirklich alles fragen, keine Frage ist dumm oder unwichtig, und es findet sich immer jemand, der antwortet. Da bekommst du viele nützliche Tipps.
    Und frage auch bei den Ärzten nach, solange bis du wirklich alle Antworten bekommen hast, die du haben willst. Ich habe mir angewöhnt, vor jedem Gespräch alles, was ich ansprechen möchte, in eine Kladde zu schreiben, und die nehme ich immer mit und schreibe auch die Antworten auf. Das ist sehr wichtig, denn in der Aufregung vergisst man oft Sachen.


    Sprich frühzeitig mit deinem Arbeitgeber und überlegt gemeinsam, was für dich das beste ist. Eine Kollegin von mir hat die Bestrahlung sehr gut verkraftet und deshalb in dieser Zeit auch gearbeitet, allerdings hat sie nur eine halbe Stelle, da passte das zeitlich sehr gut. Aber das muss jede für sich selbst entscheiden. Aber lass dir nichts aufzwingen, deine Gesundheit ist das Allerwichtigste im Moment.
    Und geh immer mit einer positiven Einstellung an alles heran. Ich plane voll ein, dass ich nächstes Schuljahr wieder einsatzfähig bin und arbeiten kann. Wenn du ein gutes Verhältnis zu deinen Chefs hast, sprich mit ihnen und plant gemeinsam, wie es weiter geht.


    Und was die eigenen Eltern angeht, so was ist immer schwierig. Meine Mutter hatte selbst vor 13 Jahren Brustkrebs, und dasselbe dann bei der Tochter zu erleben, ist schon hart. Aber meine Eltern unterstützen mich sehr, wir telefonieren sehr viel (sie wohnen 650 km weit weg), und das tut gut. Wenn deine Eltern den Schock verdaut haben, unterstützen sie dich bestimmt auch, so gut es geht.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Hallo ihr Lieben,


    vielen lieben Dank für eure Mut machenden Antworten.
    Ich hoffe, wenn mir ein klarer Weg gezeigt wird bzw. wenn ich erfahre, wie es jetzt mit der Behandlung weiter- bzw. losgeht, beruhigt sich das
    Gefühlchaos wieder - zumindest ein klein wenig.
    Meinen Arbeitgeber werde ich noch diese Woche in Kenntnis setzen und beten, dass er dafür Verständnis hat und mich nicht kündigt. Ich weiß, dass das eigentlich nicht erlaubt ist, eigentlich. Aber in der Realität wird es trotzdem leider praktiziert, mit fadenscheinigen Gründen.
    2011 war ich depressiv, war ein Jahr krank geschrieben, und die Kündigung war schneller da als ich mich umschauen konnte.
    Aber Schaden macht klug, so traurig das auch ist. Ich habe schon mal einen Antrag auf GdB gestellt, um besonderen Kündigungsschutz zu genießen.
    Hier im Forum sind so viele toughe Frauen, die das gleiche erlebt haben wie ich jetzt gerade. Irgendwie hilft es tatsächlich, sich nicht völlig allein mit seinem Schicksal zu fühlen und ich danke jedem
    Einzelnen von euch, der sich Zeit nimmt, mir zu antworten.
    Wie schon gesagt, ich lebe alleine, meine Eltern wohnen 100 km weit weg. Ich habe sehr gute Freunde, aber gerade jetzt sind alle im Urlaub. Eine einzige ist zum Glück für mich da und hat
    schon ihre Unterstützung zugesagt, wenn ich in der Klinik bin und eine Katzenbetreuung brauche.
    Es gibt soviel zu organisieren, vor allem jetzt am Anfang. Komischerweise funktioniert mein Gehirn trotz allem doch recht logisch, wie im Notzustand. Alles Wichtige wird erledigt-mehr aber auch
    nicht.


    Ich danke euch sehr für euren Zuspruch, ihr habt mir Mut gemacht! Jetzt warte ich noch auf den Anruf heute von der Klinik, dann weiß ich, wie der Weg nun beginnt...


    LG


    Pschureika

  • Hallo,


    auch von mir ein ganz herzliches Willkommen. Meine Diagnose liegt noch nicht lange zurück (Febr.2017). Der Schock war riesig - aus dem nichts heraus plötzlich "unheilbar" krank (wg, der vielen Metastasen und der stark befallenen Lymphknoten). Ich kann Dich verstehen, wie Du Dich fühlst. Ich hatte einfach Todesangst und habe geglaubt, dasnächste Jahr nicht mehr zu erleben.


    Seit dem sind erst 3 Monate vergangen. Wenn Du erst einmal weißt wie die Therapie ablaufen wird, welche Möglichkeiten es gibt, bekommst du auch die Kraft dazu. Wenn ich kann helfe ich Dir gern dabei, genauso wie mir bisher die vielen lieben Foris hier geholfen haben die Angst zu überwinden und nach vorn zu schauen. Gemeinsam sind wir stark und diesem Sinne :hug:


    Alles Liebe - Blume

  • Liebe Pschureika,


    gut, dass Du Dich hier angemeldet hast. Mir ging es bei der Diagnose ähnlich - ich dachte nur, ich will mein altes Leben zurück. Plötzlich war alles anders und nur noch traurig. Aber man "gewöhnt" sich im Laufe der Zeit an die Krankheit und lernt damit zu leben. Wir funktionieren dann, wir sind es ja gewohnt. Alles uns uns herum geht seinen normalen Gang, nur in unserem innern wissen wir ganz plötzlich, dass das Leben ganz schnell zu Ende sein kann. Aber das ist für mich und die Mädels hier im Forum keine Option. Wir bauen uns gegenseitig auf und geben Ratschläge, wo wir können.
    Mir hat das Forum sehr geholfen, ich hoffe Dir auch. Ich drück Dich ganz lieb.
    Grüße
    Christina


    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Liebe Pschureika,
    ich sag auch mal noch Hallo :hug: du bist schon mit so vielen lieben Worten begrüßt wurden, das hilft dir sicher auch schon ein klein wenig.
    Helfen können wir dir virtuell, mit Worten, Tipps oder einfach nur da sein und zuhören. Die Schockstarre ist uns allen bekannt, danach kommt das Funktionieren von Termin zu Termin, von Behandlung zu Behandlung. Weiter reicht das Denken und Fūhlen oft erst einmal nicht. Die Seele hinkt da lange hinterher und verstehen oder verarbeiten kommt meist erst am Ende der akuten Behandlung.
    Ich wūnsche dir einen verståndnisvollen Chef, damit du dir darum nicht auch noch den Kopf zerbrechen musst und du dich erstmal voll auf deine Behandlung konzentrieren kannst. Auch du wirst das alles schaffen, ganz bestimmt.
    Meine Diagnose jährt sich im Juni, der Tag wird mir jetzt schon und noch unheimlich, je nåher er kommt. Aber nun bin ich schon wieder arbeiten und habe die Behandlung abgeschlossen und Zeit zum Verarbeiten.
    Du wirst sehen wenn es losgeht, vergeht die Zeit wie im Flug.
    Ich wūnsche dir viel Kraft, Mut und Zuversicht.
    Liebe Grüße Sylvi.

  • Liebe Pschureika,
    auch von mir ein herzliches Willkommen in diesem Forum.
    Dein gegenwärtiges Gefühlschaos kann ich sehr gut verstehen.
    Meine Eltern wohnen 800 km entfernt und ich musste meiner Mutter die Diagnose auch telefonisch überbringen. Noch dazu war meine Tante, also ihre Schwester kurz vorher an Darmkrebs erkrankt und vertrug die Chemo überhaupt nicht..
    Ich habe durchgehend gearbeitet. Während der Chemo teilweise von zu Hause aus über einen VPN-Zugang zu meinem Bürocomputer. Die meiste Zeit aber war ich vor Ort. Gerade wenn frau keine Familie zu Hause hat (mein Mann ist viel auf Montage), ist es sinnvoll zu arbeiten. Sofern frau die Behandlung gut verträgt, natürlich. Jetzt nach der OP ist es für mich auf Arbeit sogar entspannter als zu Hause. Da habe ich Mitarbeiter, die sich für mich bücken oder Schweres tragen. Zu Hause lockt mein Garten, ich sehe überall den Dreck und da meine Katzen leider nicht apportieren, muss ich selbst in die Hocke gehen...
    Musst nur schauen, wie Du die vielen Termine in Deinen Arbeitsalltag integrierst.
    Wenn Du nicht arbeiten möchtest oder kannst, ist das völlig in Ordnung und auf Grund Deines Behindertenstatus bist Du vor einer Kündigung geschützt.
    Wenn Dein Behandlungsplan steht, legt sich das Gefühlschaos erfahrungsgemäß etwas - denn dann kann frau aktiv etwas unternehmen.
    Wir helfen Dir dabei - Du bist nicht allein!
    LG Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!
    Es beruhigt mich ein wenig, dass du, Kirsche, berichtest, während der ganzen Zeit gearbeitet zu haben.


    Leider kam der ersehnte Anruf von der Klinik, der mir für heute versprochen war, nicht, und ich bin immer noch im Ungewissen bzw. Unklaren wie es nun weitergeht.
    Aber auch das Problem mit dem Warten auf Ergebnisse habe ich nicht alleine, wie ich festgestellt habe. Ich bin generell ein ungeduldiger Mensch und in der jetzigen Situation ist das besonders schlimm. Ich fühle mich so machtlos und ich habe die Kontrolle über mein Leben verloren, weil jetzt der BK mein Leben kontrolliert. Das ist für mich sehr schwer zu akzeptieren, da ich ein sehr strukturierter und kontrollierter Mensch bin - eine Verhaltensweise, die ich mir sehr hart antrainieren musste aufgrund meiner früher aufgetretenen Depression, und die einwandfrei funktionierte und mich wieder Freude am Leben haben ließ. Und jetzt wird mir das genommen. Es ist wirklich nicht leicht, das Schicksal anzunehmen, aber mir und auch euch bleibt keine andere Wahl.


    Aber ich bin wirklich sehr froh, auf euch gestoßen und so freundlich empfangen worden zu sein! Danke, das hilft mir wirklich.

  • Liebe Pschureika,
    auch von mir ein herzliches Willkommen in diesem Forum, auch wenn wir alle gern darauf verzichtet hätten, aber es ist wie es ist und wir
    müssen da nun alle durch. Und gemeinsam geht es eben doch besser als allein. Deine Situation kann ich gut nachvollziehen, ist sie meiner
    doch recht ähnlich. Für unsere Angehörigen ist das fast noch schwieriger als für uns. Wir können selbst etwas tun (auch wenn der Kampf
    manchmal schwer ist), aber sie können nur daneben stehen und versuchen uns zu stützen. So ganz offen über die eigenen Ängste zu sprechen
    fällt mir dann auch manchmal schwer. Dazu ist dieses Forum aber wirklich gut. Hier wirst Du verstanden und irgendjemand ist immer
    online.
    Das "Chaos" in dem Du Dich aktuell befindest wird etwas besser, wenn Dein Schlachtplan steht und Du den Kampf aufnimmst. Ich fand die
    Zeit zwischen Diagnose und Therapiebeginn besonders schlimm. Ich war voll motiviert zu kämpfen, wusste aber noch nicht wie und gegen
    wen genau.
    Zu Deinem Gespräch mit Deinen Chefs und Deinem Antrag auf Schwerbehinderung: ich habe meinen Antrag auch gleich gestellt, nachdem
    ich wußte was los war, sie haben mir dann eine Eingangsbestätigung geschickt und darauf hingewiesen, dass ich nicht (wie es früher mal
    war) bereits mit Antragsstellung Kündigungschutz genieße, sollte ich aber der Meinung sein, mein Job sei gefährdet, sollte ich mich beim
    Versorgungsamt melden. Mittlerweile habe ich meinen Bescheid bekommen, war auch ganz problemlos. Falls Du noch nicht über Deine
    Befürchtung gekündigt zu werden mit dem Versorgungsamt gesprochen hast, wäre das evtl. die erste Anlaufstelle, bevor Du mit Deinem
    Chef sprichst. Ich würde das Gespräch nicht überstürzen und erst einmal klären, welche Therapien Du bekommst und wie lange die dauern
    werden. Ich habe bis zur OP gearbeitet und vor der Chemo gefragt, ob ich das weiter machen kann, aber die Onkologin hat mir gesagt,
    nur wenn ich keinen Stress habe und ihr versichere, dass es mir mit Arbeit besser geht als ohne. Tja, das mit "kein Stress" geht bei mir
    nicht und ich habe auch sehr viel Kontakt mit vielen Menschen. Damit war das Thema für mich erledigt. Ich habe nun die Hälfe der Chemos
    um und wäre in der Zeit auch kaum in der Lage gewesen zu arbeiten. Wenn Du arbeiten kannst und willst, ist das schön und gut, aber
    wenn es nicht geht, dann ist das eben so. Wichtig ist, dass es Dir gut geht, alles andere wird sich finden.


    Drücke Dir aber erst einmal die Daumen, dass Du gute Untersuchungsergebnisse bekommst, mit Glück keine Chemo brauchst und Deinen Kampf
    gegen Deinen Untermieter bald aufnehmen kannst. Wenn Du magst, sind wir dabei virtuell an Deiner Seite. Wenn Du zu Terminen dann
    noch jemanden "real" mitnehmen kannst, wäre das super. Ich habe anfangs auch alles allein gemacht, aber irgendwann ging es nicht mehr
    und ich war sehr froh, als meine Schwester angeboten hat mitzukommen. Mittlerweile traue ich mich auch, zu fragen, ob mich jemand begleitet.


    Liebe Grüße
    heideblüte

  • Herzlich willkommen hier in unserem familiären Forum. Schön dass Du hier her gefunden hast . Sicher sind die Umstände nicht so toll , die uns hier herführen , aber es ist wie es istund wir machen das Beste draus. Hier bist Du nicht allein mit Deinen Ängsten und Sorgen . Wir können das gut
    nachvollziehen wie es Dir jetzt geht, denn wir haben das auch so oder in ähnlicher Form durchgemacht. Wenn Du erstmal weisst wie Deine Behandlung aussehen soll , was gemacht werden soll, dann geht es einem meistens besser . Schreib immer wenn Du magst und stelle Deine Fragen .
    Es ist immer jemand da , und eine Antwort dauert meist nicht lange. Deinen Arbeitgeber solltest Du schon informieren , spätestens dann wenn Du genaueres weißt. Vielleicht fühlst Du Dich so gut dass Du doch während der Chemo, zwischen den einzelnen Gaben arbeiten kannst . Es kommt immer darauf an was man beruflich macht und wie Du Dich fühlst.
    Wünsche Dir viel Kraft , Mut und Zuversicht für Deine weiteren Behandlungen . Ich durfte während der Chemo nicht arbeiten , denn ich arbeite im Krankenhaus. Aber das ist bei jedem etwas anders.
    LG und ein Begrüssungsknuddler :hug: von
    alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Hallo Pschureika,


    Auch ich heiße dich herzlich willkommen.
    Du hast mich ja auch so nett unter meinem Post begrüßt.
    Hast du denn mittlerweile einen Anruf vom Arzt bekommen?
    Ich würde auch gerne so viel wie möglich arbeiten gehen.
    Für mich bedeutet Arbeit Normalität und die tut mir gut.
    Mal schauen, ob sich das verwirklichen lässt. Ich bin die Woche krank geschrieben,
    da ich noch viele Untersuchungen habe. Und wenn ich alleine zu Hause bin, werde ich fast verrückt.
    Zum Glück lenken mich die Kids nachmittags ab.

  • Hallo ihr Lieben, hallo Dany,


    leider warte ich immer noch auf den ersehnten Anruf, der mir zumindest den Weg für die nächste Zeit zeigt.
    Mir gehts genauso wie dir, Dany. Ich sitze hier alleine zu Hause, da ich gerade Urlaub habe - toller Urlaub, in dem mich die Diagnose ereilte- und da habe ich viel zu viel Zeit, mir Sorgen zu machen, Angst zu haben, oder einfach nur wie gelähmt herumzusitzen.
    Was mich aufmuntert, sind die vielen lieben Worte einiger Bekannter und Freunde und der lieben Mädels hier im Forum; und das Angebot auf Hilfe in Form von Gesprächen, was ich von Einigen gar nicht in der Art erwartet hätte.
    Es ist sehr interessant, wie schnell sich in schweren Zeiten die Spreu vom Weizen trennt. Ich habe einen, wie ich dachte, mir sehr nahe stehenden Bekannten, der mich damit abspeiste, ihm ginge es selbst seelisch nicht gut und er wisse trotzdem, dass meine Situation besch... und ungerecht sei.
    Tolle Hilfe, vielen Dank X(
    Zumindest weiß ich jetzt, wer WIRKLICH zu mir steht! Auch das sehe ich positiv und als Teil der Umstrukturierung meines Lebens, die ich mit Sicherheit so nicht wollte, aber versuche, das Beste daraus zu machen.


    So, jetzt werde ich weiter auf den Anruf warten, mir dauert das alles viel zu lange...


    VLG


    Pschureika

  • Hallo Pschureika,
    erstmal möchte ich dich, wenn auch verspätet, ganz herzlich in diesem Forum begrüßen und willkommen heißen! Ja, diese Warterei ist nervenaufreibend!
    Allerdings, wenn das Brustzentrum nicht zurückruft bis heute Abend, dann würde ich doch morgen mal freundlich telefonisch nachfragen, ob sie dich vergessen haben! Auch Ärzte sind nur Menschen!
    Im Übrigen wünsche ich dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen für die kommende Zeit und natürlich ein gutes Ansprechen des Tumors auf die vorgesehenen Therapien.
    Lg Katzi64

  • Hallo nochmal,


    ich habe nun endlich den Anruf erhalten. Leider war der Inhalt alles andere als mich glücklich stimmend. Die Vorgehensweise steht nun.
    Nächste Woche kommen die Voruntersuchungen, dann gehts ab zur Chemo, anschließend OP, dann Bestrahlung und dann noch zu guter Letzt die Antihormontherapie :(. Ich hab mir da ein besonders aggressives, schnell wachsendes Ding eingefangen. Die gesamte Behandlung dauert wohl 6 Jahre. Am Freitag fahre ich nochmal in die Klinik, um mir das alles genau erklären zu lassen. Ich will zumindest alles verstehen, was da gemacht wird.
    Ich fühle mich total überfordert und habe jetzt noch mehr Angst als zuvor. Ich will das ja schaffen, ich will gesund weiterleben, aber nach so einer Nachricht haut es mich gerade um und ich könnte nur noch heulen. Bitte sagt mir, dass ich das schaffe, ich bin total verzweifelt :(.


    LG


    Pschureika

  • Liebe Pschureika,


    das ist natürlich traurige Nachricht, aber glaube mir, sehr schlimm ist das doch nicht, obwohl diese Wörter für dich bestimmt ganz komisch jetzt sind!


    Ich habe mich genauso vor einem Jahr gefühlt, ich dachte, mein Leben ist vorbei und Chemo überlebe ich nicht.
    Und wenn doch, was wird es für ein Leben? (übrigens mein Krebs ist auch aggressiv)


    Und jetzt 7 Monate nach Chemoende kann ich ganz überzeugend sagen: es gibt auch ein Leben mit Krebs, nach der Chemo!


    Und alles ist doch nicht so schlimm!


    LG und viel Kraft dir!

  • Hallo Pschureika,
    das sind ja nicht so tolle Nachrichten, aber Du bist stärker als Du denkst und Du wirst die Therapie schaffen (auch wenn es mal Höhen
    und Tiefen gibt). Wenn Du magst unterstützen wir Dich dabei.
    Hast Du jemanden, den Du Freitag mitnehmen kannst? Das wäre echt gut, denn Du wirst da in kürzester Zeit mir sehr vielen Informationen
    bombadiert, da kannst Du gar nicht alle mitkriegen. Wenn Du gar niemanden findest, schreibe mit was man Dir sagt und frag, ob Du
    die Daten schriftlich bekommst. Bei mir im Brustzentrum gibt es einen Beratungsordner, in dem eine ganze Reihe Informationen stehen
    und Platz ist, die Befunde abzuheften, die ich meist ungefragt in Kopie erhalte (manchmal wird es vergessen, dann frage ich halt).
    Zum Thema "6 Jahre Therapie" vermute jetzt mal "ins Blaue": bei vielen setzen sich die 6 Jahre so zusammen: 1. Jahr Chemo, OP, Bestrahlung,
    Reha/AHB, Wiedereingliederung und dann noch 5 Jahre Tamoxifen-Einnahme. Vielleicht haben sie das bei Dir auch so gemeint. Versuche
    Dich nicht verrückt zu machen, Freitag erfährst Du mehr. Bis dahin schreib Dir alle Fragen auf, die Dir so durch den Kopf schießen, auch
    wenn sie Dir im ersten Moment banal klingen. Arbeite dann Deinen Fragenkatalog mit den Ärzten ab. Nichts ist schlimmer, als wenn einem
    Fragen durch den Kopf geistern und man darauf keine Antworten bekommt.
    Bis Freitag versuch Dich etwas abzulenken und gönn Dir was schönes.
    Wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen, drücke Dir die Daumen und bin Freitag bei Dir!
    Liebe Grüße
    Heideblüte