Pschureika - Hallo zusammen, ich habe gestern die Diagnose Brustkrebs erhalten und bin wie in Schockstarre :(

  • Hallo ihr Lieben,


    das Warten auf die Untersuchungen und Ergebnisse ist sooo anstrengend :(.
    Eigentlich habe ich völlig unauffällige Lymphknoten, so wie auch du beschreibst, Heideblüte,
    Aber trotzdem..
    Seitdem ich die Termine habe, spüre ich Schmerzen, wo ich noch nie vorher welche hatte, die Knochen in Füßen und Händen und Armen tun mir weh. Oder sind es gar nicht die Knochen? Auch hat völlig unerwartet meine Menstruation eingesetzt, die ich eigentlich seit Jahren schon nicht mehr habe wegen der Minipille (die habe ich gestern auf Anweisung der Ärztin abgesetzt).
    Sind das psychosomatische Stressreaktionen des Körpers? Kann doch nicht sein, dass einem von einem Tag auf den anderen alles weh tut, oder?


    LG
    Pschureika

  • Liebe Pschureika,


    Dein "aber trotzdem" kann ich absolut nachvollziehen :) . Ich erinnere mich noch gut, wie aufgeregt ich war wegen der zusätzlichen Untersuchungen (Knochenszinti, Lungeröntgen und Oberbauch-Sonographie) und wie ich wegen der Ergebnisse gefiebert habe. Es war alles gut, aber ich habe mir erst mal das Allerschlimmste ausgemalt.


    Ich könnte mir vorstellen, dass Du momentan psychisch ungemein angespannt bist (ist übrigens total normal!) - und psychische Anspannung kann sich durchaus auch in körperlichen Verspannungen niederschlagen. So wären Deine Schmerzen für mich erklärbar. Und außerdem hörst Du vermutlich viel stärker in Deinen Körper hinein, als Du das jemals vorher getan hast, so dass Du Dinge spürst, die jeder andere erst mal völlig vernachlässigen würde oder für die die es eine ganz einfache Erklärung gibt.


    Mir hat nur Ablenkung geholfen, das Gedankenkarussell zu stoppen - und auch das Aufschreiben aller Gedanken, die mir so durch den Kopf geschwirrt sind. Vielleicht kannst Du heute oder morgen irgendetwas unternehmen, was Dir gut tut und worüber Du Dich wenigstens einen kleinen Moment freuen kannst.


    Fühl Dich :hug:


    Viele Grüße von Flora

    Habe Augen für die schönen Dinge, die Du jeden Tag erlebst. - Genieße sie und freue Dich darüber, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

  • Hallo,


    Ich hoffe, es geht dir etwas besser...
    Hattest Du schon dein Aufklärungsgespräch wegen dem Port? Mir haben sie damals den Port bei vollem Bewusstsein gelegt- davon würde ich abraten. Lieber eine leichte Narkose geben lassen; ich empfand diese kleine OP als sehr unangenehm. Nur so mal als Tipp...
    Ich bekam als Chemo auch 4x AC (ist wohl ähnlich wie das EC) und anschließend 12 x Paclitaxel - hatte auch Nebenwirkungen, von denen heute ( 6 Wochen nach Chemoende ) fast alle wieder weg sind. Bis auf die Schlappheit, Müdigkeit.
    Ich wollte Dir auch nur sagen, dass die Chemo anstrengend und oft nicht einfach ist, aber man schafft das und es geht vorbei!! Bleib immer positiv!
    Ich habe gerade meine 15. Bestrahlung hinter mir und kämpfe mit Sonnenbrand ähnlichen Hauterscheinungen.... auch nicht schön, aber ich sage mir auch jeden Tag, das schaffe ich auch...


    Alles Gute für deine Untersuchungen! Und Kopf hoch!!!


    LG
    Gabi

  • Hallo Pschureika,


    zu Gabrieles Hinweis bzgl. Narkose möchte ich hinzufügen: werden bei Dir auch die Wächterlymphknoten entnommen? Mir wurde angeboten, den Port dabei gleich mit
    einzubauen, wenn man schon mal in Vollnarkose ist und nicht soviel mitbekommt.


    Grüße
    Heideblüte

  • Hallo ihr Lieben,


    mir werden die Wächterlymphknoten entnommen, ja, aber erst bei der OP. Aber ich mache eine neoadjuvante Chemotherapie. Der Port wird mir unter örtlicher Betäubung gelegt, voraussichtlich übernächste Woche. Das Aufklärungsgespräch hierzu habe ich am Donnerstag. Ich glaube auch, dass das nicht gerade angenehm wird, obwohl meine Ärztin meinte, man spüre davon gar nichts, mir aber gleichzeit davon abriet, danach mit dem Auto zu fahren..
    Ach, wir werden sehen.


    Vielen Dank für eure lieben Worte und euren Zuspruch!


    LG
    Pschureika

  • Hallo Pschureika,


    ich habe auch eine neoadjuvante Chemotherapie.
    Vorher wurden 2 Lymphknoten entfernt um zu sehen, ob sie befallen sind.
    Bei dieser OP wurde dann auch gleich der Port gesetzt, denn wie Heideblüte schreibt, wenn schon mal in Narkose, dann gleich alles zusammen machen lassen. Ich war dafür 4 Tage stationär im Krankenhaus. Alles verlief prima. Lymphknoten waren unauffällig. Wundheilung verlief super, Port sitzt prima.


    Sollte Dein Port bei örtlicher Betäubung gesetzt werden, ist aber ein Autofahren auch nach dieser Betäubung wirklich nicht ratsam!


    LG
    Wally

  • Hallo Pschureika,


    mir wurde der Port vor zwei Jahren auch unter örtlicher Betäubung gelegt. Wuerde ich nie wieder machen, ich empfand es als sehr schmerzhaft. Es musste 3 × nachgespritzt werden, muss allerdings fairerweise dazu sagen, dass sie meinen Port sehr tief gelegt haben. Warum, weiß ich nicht. Es gibt verschiedene Aussagen von Userinnen, manchen hat es gar nichts ausgemacht, anderen leider schon. Du hast ja Dein Aufklärungsgespräch noch vor Dir, da kannst Du eine Vollnarkose mal ansprechen, wenn Du möchtest. Vielleicht lassen sich die Ärzte darauf ein. Am Anfang schmerzt es schon, aber nach ca. 1 Woche war es verheilt.
    Mit dem Port habe ich übrigens keine Probleme, er wurde mir am 18.05.15 gesetzt und am 19.05.15 lief schon die erste Chemo ueber den Port. Das Anstechen ist überhaupt nicht schlimm, besser als in den Armvenen. Ich habe den Port heute noch, er stört mich nicht. :D


    Ganz liebe Grüße Kylie :hug:






  • Hallo Pschureika,
    ich habe 2012 meinen ersten Port bekommen, in einer ambulanten Kurznarkose (Vollnarkose). 2017 bekam ich einen neuen Port (der erste wurde nach damaligem Therapieende explantiert wegen einer Thrombose). Diesmal mit örtlicher Betäubung. Ich hatte keinerlei Schmerzen oder andere Beschwerden, ich würde beide Op's als gleichwertig ansehen.
    Und das Anstechen des Ports ist deutlich weniger schmerzhaft als das Legen eines normalen venösen Zugangs.
    Äussere beim Aufklärungsgespräch deine Wünsche bzw. Bedenken, diese müssen mit berücksichtigt werden.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit und besonders für die anstehende Chemo!
    Lg Katzi64

  • Hallo Pschureika,


    ich war vor Behandlungsbeginn 3 Tage zur Diagnositk im Brustzentrum. Die haben mich auf den Kopf gestellt und alles erforderliche gemacht. Dort wurden mir auch unter örtlicher Betäubung die Clipmarker gesetzt. Dies war nicht sehr angenehm und sehr schmerzhaft.
    Den Port bekam ich unter Vollnarkose und das war gut so. Ich hatte danach keine Probleme. Du kannst dies bei Deinem Gespräch äußern und wenn Du es wünschst müssen die Dir Narkose geben.


    Ich drück Dir die Daumen :thumbsup:


    Alles Gute und LG Blume

    :) Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi. ;)

  • Liebe Pschureika,


    auch ich möchte dich in unserem Forum herzlich begrüßen und nehme dich erst einmal in den Arm. :hug: :hug: Das sind ja wirklich keine schönen Nachrichten, die du bekommen hast. Es lohnt sich aber immer, zu kämpfen und nicht aufzugeben. Manches, was du geschrieben hast, kommt mir arg bekannt vor. Meine Diagnose erhielt ich letztes Jahr August auch im Urlaub. Vorangegangen war die erste Mammografie im Screening. Damals ging man noch von einem DCIS aus. Bei der 1. OP am 22. September kam noch ein Mamma-Ca hinzu. Ich habe bis zum 21. noch gearbeitet und bin am nächsten Tag in die Klinik gengangen zur Drahtmarkierung und anschließender OP. Das Arbeiten hat mich noch gut abgelenkt und ich wollte meine Kollegin, so lange es ging, nicht im Stich lassen, da Urlaubszeit war. Ende Oktober hatte ich meine 2.OP mit Nachresektion und Entfernung von 3 Sentinel-Lymphknoten, die ohne Befund waren. Trotzdem bekam ich eine Chemotherapie, die ich jetzt am 9. Mai beendet habe. Am 31. Mai geht es in der Strahlentherapie weiter. Danach folgen bei mir auch mindestens 5 Jahre AHT mit Tamoxifen. Für mich war es das Schlimmste, meinen Eltern die schlechte Nachricht telefonisch zu überbringen. Sie wohnen 400 km weit weg und sind mittlerweile zu alt für weite Autofahrten. Außerdem ist mein Vater herzkrank und meine Mutter hat es deshalb schon schwer genug. Da ist man froh, daß man gute Freunde zur Unterstützung hat und seine Eltern nicht zu arg belasten muß. Ich habe ihnen zwar schon die Wahrheit über die Erkrankung gesagt, aber nicht gezeigt, wenn ich mal einen Hänger hatte. Was mich nur sehr gestört hat, war die Langwierigkeit der Therapie. Man ist tatsächlich ein ganzes Jahr krank. Ich konnte leider nicht zwischendrin arbeiten, da ich wie Alesigmai in der Klinik arbeite. Meinen Arbeitgeber bringe ich beim Abgeben der AU immer auf den neusten Stand der Dinge. Die warten auch schon alle auf mich.
    Was man sich immer klarmachen muß ist, daß auch diese Zeit vorbei geht, vor Allem, wenn man erst einmal mit der Therapie beginnt. Aufgeben ist nie eine Option. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und du schaffst das. :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :hug:



    Liebe Grüsse


    dagmar

  • Liebe Pschureika,
    ich habe meinen Port unter örtlicher Narkose eingesetzt bekommen. War nicht schlimm. Hatte auch hinterher kaum Probleme und war nach 2 Wochen schon wieder beim Zumba.
    Ich behalte den Port die nächsten Jahre als "Regenschirm" bei mir, wenn nicht irgendetwas dagegen spricht.
    LG Kirsche

  • Liebe Blume,
    ich habe immer einen Regenschirm dabei, mindestens im Auto, damit es nicht regnet.
    Inzwischen habe ich sehr viele Medikamente, Salben etc in meinem Schrank, die ich wohl auch alle nicht benötige und so sehe ich es mit meinem Port auch: Er ist da, aber ich brauche ihn nie wieder!
    LG Kirsche

  • Hallo ihr Lieben,


    zunächst mal vielen lieben Dank fürs Daumendrücken!
    Ich hatte heute mein Knochenszinti und habe sofort das Ergebnis erhalten. o. B. :thumbsup:


    Aber ich muss euch erzählen, wie beschwerlich und zugleich auf abstrakte Weise lustig der Weg dahin war:


    Der Termin war um 08.15 Uhr. Ich sollte mich zuerst in der Brustambulanz melden, die sagen mir dann, wohin es geht und was ich tun soll.
    Ok, bin um 07 Uhr ins Auto gehüpft und losgefahren (45 km). Leider habe ich am Ziel nicht sofort einen Parkplatz gefunden, egal, um 08.10 Uhr stand ich pünktlich da. Die Schwester meinte, ach ja, ich muss schnell die Überweisung heraussuchen. Nach ein paar Minuten hielt ich dann den Zettel in der Hand und wurde instruiert wohin ich gehen soll. Und die Zeit verstrich und verstrich... Sie meinte, ich solle wieder aus der Klinik rausgehen, nebenan sei ein Gesundheitszentrum, dort soll ich in den ersten Stock und mich anmelden und danach wieder zurück in die Klinik. Ich meinte: hää? das verstehe ich nicht. Sie meinte, die Anmeldung ist im Gesundheitszentrum im anderen Gebäude und die Untersuchung in der Klinik. Den Sinn konnte sie mir auch nicht erläutern. :D Wieder zurück in der Klinik, wusste ich leider immer noch nicht, wohin ich nun gehen sollte und ging zur Radiologie und wurde komisch angeschaut :D Zumindest sagten sie mir dann, wo mein Ziel ist. Es war im Keller des Gebäudes und auch sehr gut versteckt, so dass ich wieder jemanden fragen musste. Total abgehetzt betrat ich die Nuklearmedizin dann um 08.40 Uhr. Ich setzte mich um zu warten. In der Zeit kamen die nächsten total abgehetzt und entschuldigten sich, dass sie zu spät sind, sie hätten es nicht gefunden. Da musste ich anfangen zu lachen. Sehr beruhigend, dass es nicht nur mir so ging. ;)


    Obwohl ich eine knappe halbe Stunde zu spät war, musste ich mich in Geduld üben, bis der Arzt kam, welcher mit einem derart schlaffen Händedruck begrüsste, dass ich erschauderte. :wacko: Er sagte, die Schwester würde mir das radioaktive Zeugs spritzen, dann soll ich viel trinken, drückte mir eine große Flasche Wasser in die Hand, und ich soll die Blase anschließend entleeren und in 2,5 Std. wieder kommen.


    Die Schwester fand keine passende Vene (ich habe wirklich keine, jeder Arzt hat bei mir Probleme) und spritzte mir das Zeug dann seitlich rein.


    Ich hab fleißig getrunken und mit dem Wasser gekämpft, da ich eigentlich nicht so der große Trinker bin. Leider hatte ich absolut keinen Harndrang und trank aus lauter Verzweiflung einen Kaffee. Das hat geholfen. ;) Es hat sogar so gut geholfen, dass die Untersuchung einmal unterbrochen werden musste, da ich es nicht mehr aushielt :D :D Die Begeisterung der Schwester hielt sich in Grenzen.


    Zum Schluss kam der völlig emotionslose und empathiebefreite Arzt und verkündete mir zumindest eine frohe Botschaft und verstand gar nicht, warum mir Freudentränen kamen..


    Es ist erst ein paar Stunden her, aber im Nachhinein finde ich das irgendwie lustig. :)


    So, jetzt habe ich euch genug zugetextet.
    Ich wünsche euch einen schönen Tag und bin sehr froh, dass ihr da seid.


    LG


    Pschureika

  • Liebe Pschureika,


    herzlichen Glückwunsch zu dem hervorragenden Ergebnis, wenn der Weg auch etwas beschwerlich war:-)


    So soll es für Dich weitergehen.


    LG
    Christina

    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Super Pschureika!
    Ich freue mich mit Dir. Und es ist doch sehr schön, dass Du im Nachhinein über alles lachen kannst!
    LG Kirsche

  • Liebe Pschureika,


    herzlichen Glückwunsch zum o.B., ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie es bei mir war. Ich habe geheult und bin dem Arzt fast um den Hals gefallen, so habe ich mich gefreut. Zum Glück konnte
    ich mich noch rechtzeitig bremsen. Die Untersuchungen haben die Schwestern "allein" gemacht, ich habe ihn zum ersten Mal gesehen, als er mir die gute Botschaft überbrachte, da wäre eine
    Umarmung ja doch etwas viel für ihn gewesen. Ich muss aber auch so einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben: als ich eine Woche später zur Lymphknotenmarkierung da war, hat er mich
    gleich wiedererkannt.
    Das Thema "wo geht es lang", begleitet mich auch immer wieder im Krankenhaus. Da hatte ich mich gerade dran gewöhnt, dass ich vor jeder Untersuchung erst einmal über die Patientenaufnahme
    muss und heute zu dem Chirurgen ging es dann aber statt dessen über das Patienten-Service-Center (im Untergeschoß). Zum Glück ist die Cafeteria im Krankenhaus wirklich gut und ich fahre nun
    immer so früh los, dass ich noch gemütlich dort frühstücken kann, für den Fall das alles reibungslos klappt, dann habe ich genug Reservezeit.


    Drücke Dir die Daumen, dass die weiteren Untersuchungen ähnlich gut laufen und Dein Therapieplan ganz bald steht.


    Freu Dich über Dein Ergebnis, genieße den Abend und verwöhn Dich!


    Herzliche Grüße
    Heideblüte

  • Liebe Pschureika,


    ich musste auch schmunzeln, als ich deine Geschichte gelesen habe. Die ganzen Untersuchungen sind mit Humor einfach besser zu ertragen, gut dass du auch selbst darüber lachen kannst.
    "Empathiebefreit" finde ich eine wunderbare Beschreibung, hast du noch mehr davon?


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Hallo ihr Lieben, hallo Nordlicht,


    am Donnerstag habe ich einen wahren Ärztemarathon, mal sehen, was ich da erlebe. Vielleicht finden sich dann wieder passende Beschreibungen. ;)


    LG
    Pschureika