Und leider noch eine Neue!

  • Hallo ihr Lieben,
    ich hab schon ein wenig gestöbert und mir haben die einfühlsamen Antworten sehr gefallen.
    Bei mir ist am 05.05.17 ein DCIS in der linken Brust festgestellt worden und nun bin ich teils wie betäubt, teils funktioniere ich wie gewohnt.
    Also ich bin 61 Jahre alt, war bisher eigentlich gesund. Seit 2 Jahren habe ich einen neuen Job, von dem ich glaube, dass er mich krank gemacht hat. Die Arbeit an sich hat Spaß gemacht, aber die Begleitumstände waren stressig. Habe mich dadurch schlecht ernährt (zuviel vom Falschen), hatte keine Zeit mehr für Sport.
    Und nun wurde beim Mammographie-Screening Mikrokalk festgestellt. Nach einer Vakuumbiopsie wurde das DCIS bestätigt. Ich hab auch schon einen OP-Termin. Und kann alles nicht richtig fassen. Ich esse, mache Hausarbeit, nehme Termine wahr und dann überkommt mich doch Verzweiflung. Ist DCIS nun was relativ Harmloses oder darf ich das auch sehr ernst nehmen?
    Mein Doc meinte, die schlechte Nachricht sei, dass die Probe maligne ist, die gute aber, dass es DCIS ist und somit gut heilbar. Bin ich nun - gottseidank - gar nicht schlimm krank?
    Kann ich nach der OP wieder zu Alltag übergehen? Konkrete Fragen hab ich gerade nicht, weil mein Kopf in Watte steckt. Fühle mich nur so hilflos.
    Zum großen Glück habe ich einen sehr lieben Mann und tolle Kinder (3 erwachsene Jungs) sowie liebe Schwiegertöchter und eine tolle Schwester, so dass ich nicht alleine bin. Aber ich kann und will mit ihnen nicht immer darüber reden. Dann habe ich noch das Problem, dass ich es meinen Eltern sagen muss. Sie sind 86 Jahre alt und ich habe große Angst, dass sie es nicht verkraften.
    Ich wäre so dankbar für positive Schwingungen oder so was.
    Das ganze klingt alles etwas verwirrt, ich hab es nochmals gelesen. Aber so fühle ich mich gerade und schicke es einfach ab. Ich hoffe, ich habe nichts falsch gemacht, denn ich habe noch nie in einem Forum geschrieben.
    Euch allen die besten Wünsche
    von Hortensie12

  • Liebe Hortensie,


    zuerst einmal herzlich Willkommen! Schön, dass du zu uns gefunden hast, auch wenn die Umstände nicht so schön sind.


    Ich kann dich sehr gut verstehen, vor allem das, wie du es deinen Eltern beibringen willst. Das ist wirklich ein schwerer Schritt. Ich habe erst am 08.05.2017 erfahren, dass ich Brustkrebs habe und bin auch noch mittendrin, es irgendwie zu verarbeiten. Meine Eltern habe ich telefonisch informiert aufgrund der Distanz (100 km). Das war mir in der jetzigen Situation zu anstrengend, dorthin zu fahren. Es ist natürlich für keine Mutter oder Vater schön, zu erfahren, dass das eigene Kind erkrankt ist. Meine Mutter reagierte aber sehr stark und meinte, wenn immer ich Hilfe brauche, ist sie für mich da. Ich bin mir sicher, dass sie im Anschluss des Gespräches geweint hat, aber sie hält sich tapferer als ich dachte.


    Zu deinen Fragen: DCIS ist soweit ich weiß eine Krebsvorstufe. Es ist toll, dass es schon jetzt festgestellt wurde und somit gut behandelbar ist.
    Wir sind hier alle für dich da, wenn du ein offenes Ohr brauchst, frag alles, was du möchtest. Virtuell werden wir dich unterstützen - du bist nicht alleine!


    Frag deinen behandelnden Arzt alles - wirklich alles- was du wissen möchtest und auch musst. Dafür ist er da und wird sich mit Sicherheit gerne die Zeit nehmen, dir deine Fragen bzgl. wie es nach der OP weitergeht, zu beantworten. Ich hatte schon ein sehr langes Gespräch in meiner Klinik, die Ärztin nahm sich über zwei Stunden Zeit für mich.


    Du hast eine tolle Familie, die hinter dir steht. Super!! Du wirst sehen, dass immer jemand ein offenes Ohr hat, wenn du das Gespräch suchst. Aber ich verstehe auch, dass du das nicht immer kannst - geht mir genauso. Es ist nicht leicht, ich will ja auch niemanden belasten, aber es kann sehr befreiend sein, wenn man sich dann doch aufrafft, alles rauszulassen.


    Und nochmal: Toll, dass du zu uns gefunden hast! Dein Text klingt überhaupt nicht verwirrt, es geht uns allen doch so ähnlich wie dir.
    Kopf hoch, sammle deine positiven Gedanken und deine Kraft - wir sind alle bei dir :)


    LG


    Pschureika

  • Hallo liebe Hortensie,


    auch von mir ein herzliches Willkommen. Ich kann mich Pschureika nur anschließen - hier bist du gut aufgehoben und wirst immer ein offenes Ohr finden. Wenn du Fragen hast oder auch nur mal Frust und Kummer abladen willst, melde Dich bei uns.


    Liebe Grüße
    Christina


    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Liebe Hortensie,


    ich habe mich in deinem Text wiedergefunden - er gibt genau die chaotische Gefühlslage wieder, in die wir alle nach der Diagnose gefallen sind. Bei mir ist es auch noch nicht lange her, Diagnose Brustkrebs am 9.3., Anfang April OP.


    Also keine Scheu, schreib dir einfach von der Seele, was dich bewegt; wir können das gut nachvollziehen. Du bekommst hier immer Antworten und aufmunternde Worte.
    Ich mag auch nicht dauernd mit meiner Familie über die Krankheit reden, wir wollen ja schöne Dinge miteinander machen. Und es reicht, dass man um die Termine herum alles organisieren muss mit der Familie.


    Ich schicke dir einen Begrüßungsknuddler :hug: und ein großes Kraftpaket.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Liebe Hortensie,


    ersteinmal ein herzliches Willkommen in unserem Forum. Ich kann dir nur schildern wie ich es bei der Benachrichtung meiner Familie gehalten habe. Da bei mir alles schnell ging - Diagnose am 21.6.16 - Op am 30.06.16 haben wir Schwiegereltern und Kinder(wohnen nicht vor Ort) erst nach der Op unterrichtet. So mussten wir nicht nur negatives berichten, sondern konnten mit was positiven anfangen: Op gelungen - Brustkrebs entfernt.


    Gefühlschaos wegen der Erkrankung, das kennen wir hier alle. Blöde Bemerkungen von Bekannten inbegriffen. Ich habe gott sei dank keine Chemo gebraucht und musste mir dann anhören, ich hätte wohl doch keinen Krebs gehabt, habe ja meine Haare noch.


    Im selben Alltag werden wir wohl nicht wieder ankommen, da sich doch einiges verändert in unseren Wahrnehmungen. Aber im Alltag kommt man wieder an.


    LG


    Kalinchen

  • Liebe Hortensie,
    auch ich heiße Dich willkommen in diesem tollen Forum. Was immer Du an Fragen hast, kannst Du hier stellen, irgendwer ist immer
    online und kann Dir mit den eigenen Erfahrungen Anregungen für Deinen Weg geben.
    Für medizinische Fragen kannst Du Dich auch gut an den Krebsinformationsdienst wenden, die beantworten kompetent und geduldig
    Deine Fragen und können Dir auch Deinen Befund genau erklären. Das fand ich sehr hilfreich, beim Arztgespräch ging ja doch ein
    bißchen was "an mir vorbei" und auch dass, was ich verstanden habe, war gut noch einmal bestätigt zu bekommen.
    Zum Thema Eltern:
    Ich habe nachdem ich die Diagnose bekommen habe, mit einem sehr begrenzten Freundeskreis gesprochen. Ich musste erst einmal
    selbst damit klar kommen. Darüber hinaus stand Weihnachten und Silvester vor der Tür und in meiner Familie gab es erst letztes Jahr
    einen krebsbedingten Todesfall. Ich habe die Besprechung nach Abschluss aller Untersuchungen und die Empfehlungen
    der Tumorkonferenz abgewartet und bin dann zu meinen Eltern gefahren. Aufgrund der genetischen Belastung unserer Familie sind
    sie nicht komplett unvorbereitet gewesen, aber wenn die Diagnose dann im Raum steht, trifft es Eltern ja doch besonders hart. Aber
    ich hatte zum Trost meinen Therapieplan und die Info, dass ich sehr gute Heilungschancen habe, weil keine Streuung festgestellt werden
    konnte, dabei. So konnte ich vermelden, dass ich zwar durch eine Chemo durch muss, aber am Ende ein langes Überleben wenn
    nicht gar die "offizielle" Heilung winkt. Das hat schon weitergeholfen, sie etwas zu beruhigen. Nun unterstützen sie mich sehr. Klar
    ist es mir unangenehm, wenn meine Eltern zu mir kommen, meine Einkäufe schleppen und mich bei der Hausarbeit unterstützen, aber
    es hilft ihnen, etwas tun zu können (meine sind in die 70ern). Klar glitzerte bei meinem Vater auch ein Tränchen im Auge, als er mich
    nach der Nachricht umarmt hat, wir reden seither sehr viel. Alles in allem können wir mittlerweile recht gut damit umgehen.


    Drücke Dir die Daumen, dass Deine Eltern die Nachricht nicht ganz aus der Bahn wirft und wünsche Dir viel Kraft für das Gespräch
    und die vor Dir liegende Zeit.


    Schicke eine Umarmung!


    Liebe Grüße
    Heideblüte

  • Hallo Hortensie,
    ein herzliches Willkommen in diesem Forum auch von mir! Ich kann mich den Vorschreiberinnen nur anschliessen, du kannst hier alle Fragen stellen oder über deinen Kummer schreiben, es ist fast immer jemand online und kann dir zumindest virtuell beistehen. Und medizinischen Beistand erhältst du vom Krebsinformationsdienst
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen für die kommende Zeit!
    Lg Katzi64

  • Liebe Hortensie,
    auch von mir ein herzliches Willkommen in diesem schönen Forum.
    Da schon alles Wichtige geschrieben wurde, sende ich Dir einfach ein großes Paket voll Zuversicht, Mut, Geduld und Kraft!
    Einen guten Austausch wünscht
    Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • Liebe Hortensie,


    sei in unserem Forum herzlich willkommen, schön, dass Du uns gefunden hast. Ich glaube Dir, dass es in Deinem Kopf chaotisch zugeht, das war bei mir und den anderen hier ähnlich. Die ganze Welt sieht auf einmal anders aus. Ich wünsche Dir, dass Du durch den Austausch hier ganz viele positive Schwingungen bekommst und Du Dich hier bein uns verstanden fühlst.

    Liebe Grüße, Alice


    Mitglied des Moderatoren-Teams


    Statt über die Dunkelheit zu klagen, zünde ich lieber ein Licht an.

  • Hallo Ihr Lieben alle mitenander,
    vielen vielen Dank für euere mutmachenden Worte. Gerne werde ich mich mit euch austauschen. Es tut gut. Die Verwandtschaft und Bekanntschaft ist ja auch betroffen und überfordert. Und wie Nordlicht42 meint: Man will auch mit der Familie auch noch was Schönes machen.


    Gestern hatte ich einen riesigen Durchhänger. Ich wollte aber noch mit einer Freundin reden und ihr sagen, was mit mir ist. Da hat sich mich gleich zu sich eingeladen und wir haben lange geredet. Kurz über die Diagnose und ganz lange über viele andere Sachen. Das hat unheimlich gut getan.
    Euch allen lieben Dank und auch alles gute und dass ihr alle gesund werdet.
    ich melde mich gerne wieder.
    Liebe Grüße
    Hortensie 13