Invasiv- lobuläres Mamma Ca

  • Hallo zusammen,
    Ich möchte mich "kurz" in dieser Runde vorstellen. Ich habe schon länger mitgelesen und viel für mich selber aus einigen Beiträgen mitnehmen können. Gute Tipps, Gedanken zu Themen und einfach das Gefühl, nicht alleine zu sein in dieser Situation, haben mir oft weitergeholfen.


    Jetzt möchte ich mich auch beteiligen und vielleicht auch eine kleine Hilfe sein. Daher vorab schon einmal ein Dankeschön für Eure guten Beiträge!!!


    Mein Mann hat im letzten Jahr einen Knubbel an meiner rechten Brust ertastet. Ich bin daraufhin zum Gyn, welcher Ultraschall gemacht hat und es vorerst auf eine hormonbedingte Veränderung geschoben hat. Ich sollte Hormonsalbe auftragen und
    wiederkommen. Ich bin wieder gekommen, habe mich aber irgendwie nich getraut die Salbe zu nehmen und es daher gelassen. Die Veränderung war beim nächsten Ultaschall noch immer sichtbar. Nach Berufung auf die letzte Mammographie von
    vor einem Jahr (auf der man wegen absolut dichter Brust nichts sehen konnte) sollte ich weitere 3 Monate abwarten. Das habe ich getan mit einer inneren Stimme, die wusste, dass es anders kommen würde. (Ich weiß, dass das dämlich war). Ich wollte noch den Herbst und Winter offiziell gesund sein. Nach den 3 Monaten bin ich zum Gyn und habe auf eine Stanze bestanden und sie auch bekommen mit dem Ergebnis, dass es ein invasive lobulärer Tumor sei.


    Brusterhaltende OP folgte im gesunden am 19. Januar im Brustzentrum. Ich hatte nach der OP eine Strangbildung unter dem Arm mit starken Bewegungseinschränkungen/ Schmerzen. Mit viel Übungen und guter Physiotherapie habe ich alles in den Griff bekommen. Der endgültige Befund lautet: pT3, pN1 mi(2/3), G2, L1, V0, R0 ein lobulär invasives Carcinom, Östrogen 12, Progesteron 8, Her2 neg., Ki-67 10-15% Ergebnis Mammaprint: low risk Ich war bei Erkrankung 40 Jahre alt und hatte also ein klinisch hohes Risiko und ein genetisch niedriges Risiko (d.h. Ein Benefit der Chemo wäre in meinem Fall über einen Zeitraum von 5 Jahren betrachtet, zu gering, um eine Chemo zu befürworten). Ich bin kein Genträger (brca1, brca2 oder ähnliches). "Nur" Darm- und Magenkrebs sind sehr stark in meiner Familie verbreitet.


    Ich bin verheiratet, habe 3 Kinder (10, 7 und 4 Jahre alt).


    Als dann die Entscheidung Anstand wie es weitergeht, habe ich mich dazu entschieden ALLES zu tun. Ich will maximale Sicherheit. Die gibt es zwar nie, aber im Fall eines Rezdives würde ich persönlich mit dieser vorausgegangen Entscheidung besser zurecht kommen. Diese Entscheidung ist absolut individuell und ich respektiere da auch JEDE andere Meinung!!! (Unterstützt hat mich ein Ergebnis der IQWIG Studie und die Tatsache, dass meine Schwester im selben Alter auch an Krebs erkrankt ist, allerdings an einem Melanom der Aderhaut. Chemo war da nicht möglich und sie hat es leider nicht überlebt.) Ich habe mich auch beim KID informiert.


    Nach der Brusterhaltenden Operation bekam ich den Port. Drei Tage danach fing die Chemo an 4x EC und 12x PAC. Danach ist Bestrahlung geplant und eine Antihormontherapie. Vor der Antihormontherapie habe ich den allergrößten Respekt.
    Geplant ist das vorerst medikamentöse Ausschalten der Eierstöcke und die Gabe eines Gnhr Analogas (ich bin nicht sicher mit der Schreibweise) für wahrscheinlich 10 Jahre.


    Die Reha werde ich mit allen Kindern erst Ostern 2018 antreten, damit mein Sohn beim Schulwechsel nicht so viel verpasst...
    Ich selber war bis vor der Erkrankung halbtags berufstätig.


    Ich habe in letzter Zeit hauptsächlich im Chemochat gelesen, weil ich selber heute die 4. EC geschafft habe.


    Ich interessiere mich über diesen lobulären Tumor. Im Netz habe ich wenig darüber gefunden. Vielleicht ist noch jemand hier, der sich da austauschen möchte. Meine "Chemohirn" macht es mir zur Zeit nicht leicht zu Recherchieren. (Austausch dann im passenden Chat).


    Ich versuche viel Sport zu machen (2x in der Woche Krafttraining und mehrmals 5 km Laufen. Das Laufen gestaltet sich je nach Zustand vom langsamen kriechen bis hin zum Joggen.)


    Die Krankenkasse unterstützt uns mit einer Haushaltshilfe für fünf Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche. Das ist mir eine große Hilfe.


    So, jetzt habe ich fast alles geschrieben. Kurz war das wirklichen nicht! Ich wünsche allen hier viel Kraft und ein gutes Netz, das durch die schwere Zeit trägt und natürlich Zuversicht. Wir sind nicht allein!

  • Liebe Scilla,


    herzlich Willkommen hier bei uns - fühl dich gut aufgehoben. :)
    Deine "Geschichte" gleicht meiner. Auch ich (38 Jahre) habe einen Knubbel ertastet und ging daraufhin zum Arzt (eher gesagt zu drei verschiedenen) und wurde jedesmal damit abgespeist, dass das eine hormonelle Sache sei und sich wieder gäbe. Auch bei mir war in der Mammo absolut nichts zu sehen wegen dichten Brustdrüsengewebes.
    Es ist wie es ist, jetzt nach 5 Monaten mit Knubbel wurde Brustkrebs diagnositziert, in einer mittlerweile beachtlichen Größe.
    Auch mir steht Chemo, Op, Bestrahlung und Antihormontherapie bevor. Da bist du mir schon ein gutes Stück voraus. Ich finde es großartig, wie du die Chemo meisterst und auch noch Sport machst - das Tempo beim Laufen ist doch egal, Hauptsache du gehst raus und bleibst optimistisch!
    Es ist sehr schön, dass du eine Haushaltshilfe erhalten hast, das ist bei drei Kindern mit Sicherheit eine Erleichterung.


    Hab keine Angst vor der Antihormontherapie. Mir steht sie zwar noch bevor und ich habe selbst noch keine Erfahrung damit, aber was ich hier so gelesen habe, ist das ein Klacks gegen die Chemo. Und die meisterst du ja bravourös.


    Fühl dich hier willkommen und frag uns alles, was du möchtest. Irgendjemand ist immer da und hilft dir gerne weiter!


    LG
    Pschureika

  • Liebe Pschureika,
    Danke für Deine lieben Worte. Erstaunlich, wie entspannt die Ärzte manchmal mit einem Knoten umgehen!
    Ich wünsche Dir für die anstehende Therapie viel Erfolg. Wann fängst Du an und welche Chemo ist geplant?
    Hast Du bereits einen Port? Der Vorteil von einer neoadjuvanten Chemo wie bei Dir ist unter anderem, dass Du eine
    Wirksamkeit sehen kannst, wenn der Tumor schrumpft.
    [size=8]Sport und Bewegung tut gut, kostet aber auch bei mir Überwindung
    Liebe Grüße, Scilla
    Handy spinnt
    Oder Benutzerin.....

  • Liebe Scilla,


    ich weiß noch nicht genau, wann es losgeht. Morgen habe ich eine Besprechung im Brustzentrum, wozu ich eine liebe Freundin mitnehme. Dort werden mir dann erstmal die Voruntersuchungstermine mitgeteilt (Lunge, Leber, Herz, Knochen), welche wenn es klappt schon nächste Woche sein sollen.
    Des Weiteren wird mir der Ablauf der Chemo erläutert bzw. welche Medikamente ich da erhalte. Einen Port habe ich noch nicht, aber irgendwann wird er wohl kommen ;).
    Ich hoffe, dass man das Schrumpfen des Tumors bei der Chemo sehen kann und es muss nicht soviel entfernt werden, da ich eh schon eine sehr kleine Brust habe (75a). Wäre schön, wenn noch etwas übrig bleibt, aber das Allerwichtigste ist es, gesund zu werden.


    Ich hoffe, du wirst dich hier genauso wohl fühlen wie ich. Bin auch erst seit Kurzem dabei und habe die lieben Mädels auch schon schön vollgejammert. Aber das ist das Tolle hier, dass du Verständnis findest und dir niemand sagt: Reiß dich zusammen. Jeder hat mal schlechte und gute Tage. :)


    Bleib weiterhin stark auf deinem langen Weg, der jeden Tag ein Stück kürzer wird und du somit dem Ziel immer näher kommst!


    LG
    Pschureika

  • Liebe Scilla,


    ich möchte Dich herzlich willkommen heißen im Forum der Frauenselbsthilfe nach Krebs. Schön, dass Du Dich entschlossen hast nach längerem Lesen, hier auch mitzuschreiben. Wir können alle hier profitieren von den unterschiedlichen und doch manchmal ähnlichen Erfahrungsberichten und Fragen in verschiedenen Stadien einer Krebserkrankung der einzelnen Nutzer. Es ist ein Geben und Nehmen und mich berührt und erstaunt immer mehr, welche Dynamik so ein Austausch in achtsamer Umgebung entwickeln kann und wünsche Dir und uns weiterhin ein gutes Miteinander.


    Als wichtigstes wünsche ich Dir natürlich einen guten Verlauf der weiteren Behandlungen und, wie Du ja bereits selbst festgestellt hast, hier ist immer jemand, der Dir zuhört.

  • Liebe Scilla,


    auch von mir ein herzliches Willkommen hier.
    Ich hatte auch einen lobulären Tumor (das ist ja die seltenere Variante bei Brustkrebs). Er wurde im April entfernt. Auch bei mir sahen die Ärzte keinen Vorteil durch eine Chemo, und ich mache auch keine. Ich habe bei meiner Mutter gesehen, wie sie unter der Chemo gelitten hat, und der positive Effekt wäre minimal, so dass ich mir das nicht antun will. Aber das muss jede für sich selbst entscheiden. Ich kann verstehen, dass du alles unternehmen willst, um gesund zu werden und zu bleiben, besonders im Hinblick auf deine Kinder.


    Über den Tumor habe ich mich bisher nur grob informiert, ich will erst mal die Bestrahlung hinter mich bringen, die fängt Ende Mai an. Und zur Zeit bin ich durch die Antiöstrogene so müde, dass ich froh bin, wenn der Alltag funktioniert. Aber das wird auch wieder besser, ich bin heute nicht mehr so müde wie noch vor 2 Tagen. Also keine Angst vor der AHT, ich glaube, damit kann man sich nach der ersten Gewöhnung gut arrangieren.


    Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier. Und wir sind immer für dich da, wenn du dich mal ausheulen oder jammern möchtest, dieses Bedürfnis haben wir alle irgendwann und jeder hier kann das nachvollziehen.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)

  • Liebe Scilla,
    Willkommen auch von mir :hug: .
    Du hast dich jachier schon durchs Forum gelesen und bei weiteren Fragen, einfach raus damit.
    Deinen Weg hast du gefunden, das ist gut. Die Entscheidung selbst zu treffen und voll dahinter zu stehen macht es einfacher den Weg zu gehen, es gibt dir Sicherheit und Vertrauen.
    Ich hatte auf einer Seite ebenfalls invasiv lobulår, andere Seite duktal Mamma Ca. Tiefgründig befasst habe ich mich nicht damit, da ich gleich beidseitig Mastektomie hatte. Somit habe ich mich guten Gewissens gegen eine Chemo entscheiden können. Jetzt arbeite ich wieder und mache AHT mit Tamoxifen, angesetzt auf 10 Jahre, mal sehen.


    Es ist gut, das du dir gleich Hilfe geholt hast, so kannst du die gute Zeit nutzen und mit deinen Kids verbringen, denen hilft sicher auch wenn sie sehen der Mama gehts gut und die hat Zeit und Lust mit uns etwas zu machen. Das recherchieren im Netz solltest du eh streichen, frag deine Årzte, im Netz steht auch viel Unsinn der nur noch mehr Angst und Unsicherheit verbreitet.


    Ich wūnsche dir erstmal viele gute Tage wåhrend der Behandlung und einen hilfreichen Austausch bei uns.
    Liebe Grüße Sylvi.

  • Ihr Lieben,
    ein herzliches Dankeschön für Euer Willkommen! Es ist hilfreich zu wissen, dass Ihr da seid und Fragen ganz anders
    beantworten könnt als Freundinnen oder die Familie.
    Schön Sylvi, dass Du bereits wieder arbeiten kannst und dass Du mit dem Tam zurecht kommst! Das macht Mut!! Jetzt habe ich
    mich mit 40 an das auf und ab der Hormone gewöhnt und nun soll alles anders werden. Aber irgendwann hätte ich wie jede
    Frau auch auf normalem Wege die Wechseljahre bekommen.
    Liebes Nordlicht, ich würde mich freuen, wenn Du von Deiner Bestrahlung berichtest und wünsche Dir einen guten Verlauf.
    Liebe Pschureika, gut, dass Du eine Freundin zum Gespräch mitnimmst. Erfahrungsgemäß ist das immer besser, denn es ist
    so viel, was gesagt wird und vier Ohren hören einfach mehr.
    Vielleicht verkleinert sich der Tumor so sehr, dass brusterhaltend operiert werden kann? Ich halte Dir die Daumen! Es geht jetzt
    alles Schritt für Schritt und ich hoffe, dass immer jemand vor Ort mit Dir geht. Wir sind in jedem Fall hier!


    Meine Internetrecherche hat sich auf das Lesen diverser Studien und der Leitlinie beschränkt. Sowie Telefonate mit dem KID
    und natürlich auch dem Mitlesen hier. Ich kann nur sagen, dass es mir geholfen und mich nicht verunsichert hat.
    Man muss einfach in der Lage Beiträge differenziert zu lesen unter Berücksichtigung der Quelle.
    Liebe Grüße,
    Scilla

  • Liebe Scilla,
    ich werde auf jeden Fall im Thread "Bestrahlung" berichten, wie es mir damit ergeht.


    LG Nordlicht

    Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten. (Martin Luther)