Brustkrebsdiagnose

  • Hallo alle Zusammen,


    ich bin neu hier und möchte mich vorstellen.


    Ich bin 52, habe Brustkrebs, bisher in der linken Brust. Der Tumor ist triple negativ und schnell wachsend (G3).Bisher wurden keine Metastasen in den inneren Organen oder Knochen gefunden, aber es waren 9 Lymphknoten befallen. Der Tumor und die Lymphknoten wurden entfernt, es befinden sich aber noch verdächtige Lymphknoten in der linken, und anscheinend noch ein vergrößerter Lymphknoten in der rechten Brust. Die letzte Info erfuhr ich erst eben aus dem OP Bericht, vorher hat mir das niemand gesagt.

    Die OP liegt jetzt 3 Wochen zurück. ab kommende Woche 01.06. ist Chemotherapie geplant. Ich habe zur Zeit gar keinen Mut mehr, dass es dafür noch nicht zu spät ist, und kann kaum noch an Heilung glauben. Ständig frage ich mich, ob nun nicht noch etwas Unerwartetes entdeckt wird, dass die Chance auf Heilung mindert.

    Ich habe zwei Töchter 13 und 10 Jahre und einen Mann, der mich sehr unterstützt und zu Terminen begleitet. Er rät mir immer dazu positiv zu denken, die Chance zu ergreifen und kann schwer verstehen, dass ich so verzweifele und Angst habe es nicht zu schaffen und ihn und die Kinder zurücklassen zu müssen.Mit den Nerven bin ich ziemlich fertig heute, trotz Antidepressivum.


    Ist jemand da, der mir raten kann?

  • Hallo Mirabelle,

    herzlich Willkommen in diesem Forum. Du wirst sehen, Du wirst hier viel Hilfe und Unterstützung finden.

    Stelle alle Deine Fragen, aber auch Deine Ängste und Sorgen. Hier gibt es ganz viele Foris, die mit Ihren Erfahrungen auch viel Positives berichten können. Ich bin selbst noch nicht solange dabei. Aber eines weiß ich, das Forum hat mir unwahrscheinlich geholfen. Das Anfangsloch mit der Todesangst ist überwinden und es lohnt sich auf jeden Fall zu kämpfen.

    Bei mir wurden neben 2 großflächigen Tumoren viele befallene Lymphknoten entdeckt, die auch schon gestreut hatten. Ich habe ganz viele Knochenmetastasen. Einiges steht dazu in meinem Profil. Ich musste mit Chemo beginnen, damit die Gewächse schrumpfen und dann später operiert werden kann. Die Chemo war nicht so ganz einfach, aber es ist zu schaffen. Der Ultraschall hat ergeben, dass sie wirklich gut angeschlagen hat und der Krebs zurückgedrängt wurde. Meine Prognose war sehr schlecht. Aber selbst die Lymphknoten waren danach kaum noch tastbar gewesen. Das hat selbst den OA erstaunt. Nun bekomme ich erst einmal die restlichen 12 Chemos, die nicht mehr so aggressiv sind und dann wird wieder geschaut.


    Glaub mir es lohnt sich wirklich den Kampf gegen diese Biester aufzunehmen. Bei mir war keine Heilung mehr möglich, nur noch Pallaitivmedizin. Aber wer weiß das schon so genau. Manchmal galten Leute als geheilt und hatten auch wieder einen Rückfall. Deswegen mache ich mich nicht mehr nervös.


    Am besten, Du liest Dich etwas in das Forun ein, es gibt viele Beiträge zu den Chemos, den Nebenwirkungen, Ratschläge dazu usw.... und dann stelle alle Deine Fragen.


    Ich helfe Dir gern wenn ich kann. Bitte gib nicht auf, Du schaffst das. Es werden Dir noch ganz viele andere Foris antworten.


    Ich drücke Dich ganz :hug:dolle8)


    LG Blume

  • Hallo Mirabelle,


    herzlich willkommen hier im Forum der Frauenselbsthilfe. Es ist nicht leicht mit der Diagnose Krebs umzugehen, aber wir sind hier im Forum für Dich da. Die Ängste und Verzweiflung kennen wir und Blume hat Dir ja schon ein paar gute Worte geschrieben. Wichtig ist die Unterstützung Deine Familie, ich denke Dein mein Mann ist zur Zeit mit der Situation überfordert und möchte Dich aufmuntern . Auch mein Mann hat so reagiert. Es braucht alles seine Zeit bis man begreift: Es geht weiter.


    Für Deine weitern Therapien wünsche ich Dir viel Kraft und einen guten Austausch.

  • Liebe Rose,


    vielen Dank, ich hoffe dir geht es gut.

    Ja mein Mann ist ganz bestimmt überfordert - ich weiss nur nicht , wie ich ihm helfen kann...


    Ich selbst habe ja auch oft noch das Gefühl, dass das alles gar nicht wahr sein kann. Dazu kommt,dass ich mich in meinem Brustzentrum nicht so gut aufgehoben fühle, es kommen immer noch häppchenweise Informationen zur Diagnose nach und diese Häppchen sind ganz schöne Brocken, die dann zu schlucken sind......ich erfahre Details dann von meiner Frauenärztin oder per Post...


    Mir war gar nicht klar, was zb G3 bedeutet und ich erfahre das per Zufall durch eigene Recherche. Im Krankenhaus wurde mir von einer Ärztin gesagt, "sie gehören zur Hochrisikogruppe mit ihrem triple negativen tumor und wenn sie erwarten, dass ich mich jetzt hier hinsetze und mit ihnen zusammen rumheule, dafür bin ich nicht richtige und was wollen sie überhaupt, es gibt noch andere denen geht es viel schlechter als ihnen...." .


    Ich bin fast umgefallen, man hat mir Tavor gegeben und ich musste mich aufs Bett legen. Seitdem bemüht man sich dort sehr, mich zu beruhigen, aber ich habe enorm grosse Zweifel, ob man mir nun die Wahrheit sagt, oder lieber etwas vage bleibt oder mir Befunde verschweigt um mich " bei der Stange" zu halten. Ich nehme nun kein Tavor ,sondern ein antidepressivum seit 10 Tagen, und das hat auch einigermassen geholfen, läßt mich aber jetzt langsam im Stich. die Psychoonkologin ist noch drei wochen im Urlaub.

    Nun hatte ich keine Zeit mehr eine zweite Meinung einzuholen und beginne nächste woche dort die Chemotherapie. Ich würde mich trotzdem gerne noch woanders vorstellen, habe aber noch keine Idee wo.

    tut mir leid, bin im Moment ziemlich panisch, fürchte mich vor der Chemo und weiss gar nicht, wie ich alles schaffen soll.

    Und vor allem : Wie ich mit meinen Kindern umgehen soll...

    Sie merken , dass es mir schlecht geht und vedrücken sich zu den Nachbarn oder Freunden zum Spielen - das freut mich auf der einen Seite, weil sie dann eine schöne Zeit verbringen können. Einige andere Eltern bieten uns hier Hilfe an, ich bin dafür auch dankbar, denn sonst wären die vielen arztbesuche in den letzten 4 Wochen gar nicht möglich gewesen, doch macht es mich auch sehr traurig . Ich würde so gerne für die Kinder da sein, habe zur Zeit aber nicht immer die Power.....


    Eigentlich war ich bis vor ein paar Tagen ganz zuversichtlich, bis herauskam dass da doch noch vergrößerte Lymphknoten sind...und nunhabe ich das Gefühl das noch woanders Lymphknoten betroffen sind, in der Leiste und neben dem Brustbein. Also muss ich jetzt wieder jemanden finden, der da nachschaut. eigentlich würde ich das gerne im Brustzentrum machen, traue mich aber nicht nachzufragen.


    Vielen Dank Rose , es geht weiter , Ursula

  • Liebe Mirabelle,


    es tut mir leid, dass es dir zur Zeit so schlecht geht. Die Diagnose an sich ist ja schon ein Schock und dann noch eine derart unsensible Ärztin, das ist wirklich schrecklich :(.


    Schau dich doch mal auf der Seite der Caritas um wegen psychologischer Unterstützung, solange deine Psychoonkologin im Urlaub ist. Soweit ich weiß, bieten die Kriseninterventionsdienste an. Wie schnell man dort einen Termin erhält, weiß ich nicht, aber einen Versuch ist es Wert!


    Hast du noch ein anderes Brustzentrum in der Nähe? Du kannst deine Frauenärztin danach fragen, sie wird das bestimmt wissen. Natürlich hast du das Recht, dir eine Zweitmeinung einzuholen, wenn du dich dort, wo du jetzt bist, nicht gut aufgehoben fühlst! Und scheue dich nicht, in dein jetziges oder ein anderes Brustzentrum zu fahren wegen deiner vermuteten betroffenen Lymphknoten. Deine Angst ist mehr als verständlich, und nichts setzt einem mehr zu als Unwissenheit. Vielleicht ist da ja auch gar nichts und deine Nerven spielen dir einen Streich, aber dann weißt du das und kannst dich zumindest diesbezüglich entspannen.


    Bitte gib den Mut nicht auf, wir sind alle bei dir und virtuell für dich da! Du hast auch deinen Mann, der für dich trotz Überforderung seinerseits für dich da ist. Das ist ja auch verständlich, auch wir sind zeitweise mit uns selbst überfordert.

    Es ist schön, dass du auch von anderen Eltern Hilfe erhältst wegen deiner Kinder. Nimm sie auch an, jede Hilfe tut dir gut, damit du Kraft für deinen Weg tanken kannst. Du hast doch die besten Gründe der Welt, um dir die Rüstung anzuziehen: Deine wunderbaren Kinder und dein Mann!


    Schreib uns gerne, wenn du Unterstützung brauchst; mir hat dieses Forum sehr geholfen und ich hoffe, dir wird es genauso gehen.


    :hug:

    LG

    Pschureika

  • Liebe Mirabelle,

    bei Kindern unter 12 hast Du Anspruch auf eine Hilfe im Haushalt. Frag doch mal bei Deiner Kasse nach.

    Wenn Du Dich nicht wohl fühlst, hol Dir auf jeden Fall eine Zweitmeinung ein. Danach kannst Du immer noch beschließen, doch im ersten Brustzentrum zu bleiben.

    Den schon genannten Hinweis auf den KID kann ich nur bestätigen. Ich habe auch da angerufen und mir die ganzen Daten erklären lassen.

    Ich wünsche Dir eine erfolgreiche und nebenwirkungsarme Therapie.

    Liebe Grüße

    Heideblüte

  • Hallo Mirabelle,

    erstmal möchte ich dich ganz herzlich in diesem Forum begrüßen und willkommen heißen!

    Da du dich ja insbesondere nach der unsensiblen Äußerung der Ärztin in deinem Brustzentrum nicht mehr ganz wohl und gut betreut fühlst, würde ich mir schon eine Zweitmeinung einholen. Du kannst dir (alternativ oder zusätzlich) auch beim KID alle Befunde ausführlich erklären lassen. Je mehr über die Erkrankung und den Therapieplan du weißt, desto weniger werden deine Ängste.

    Schön, daß sich die Eltern befreundeter Kids mit um eure Kinder kümmern. Nimm diese Hilfsangebote ruhig weiter an. Mit den Kids würde ich ganz offen reden, sobald der Therapieplan steht, so habe ich es bei meinen auch gemacht.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und positive Energie für die kommende Zeit, lass den Kopf nicht hängen, auch du schaffst das!!

    Lg Katzi64

  • Ich hab eben den Beitrag von Mirabelle gelesen und mir schossen die Tränen in die Augen. Diese Ärztin arbeitet in einem Brustzentrum??! Pfui Teufel. Die sollte dort aber ganz ganz schnell verschwinden und besser unter Tage arbeiten, nur nicht mit Menschen! Wie kann man derart unsensibel sein. Es ist kaum zu glauben. Da bin ich doch recht froh ein gutes erwischt zu haben. Äußerst liebevolle Betreuung, immer einen Ansprechpartner. Und ich muss gestehen als ich im März im Brustzentrum war und dort nun die geballte Ladung meiner Diagnose mit allem drum herum und weiteren Vorgehen nebst Port einsetzen auf mich einprasselte bin ich zu einem Hulk mutiert. Ich war scheußlich. Ja eine richtige Zicke, kratzbürstig. Und dennoch wurde ich nicht nur einmal von einer Dienst habenden Schwester in den Arm genommen und mir das Gefühl vermittelt das man Verständnis für mich hat und mir beisteht. Wie gesagt mittlerweile benehme ich mich wieder menschlich. Aber diese und ähnliche Diagnosen sind doch wohl so, dass da der Medizinmann/frau mit allem Verständnis dieser Welt auf den Patienten zugeht. Alles andere ist ein no go. Wir sind "nicht nur" erkältet.

  • Liebe Mirabelle

    Lass Dich mal virtuell umarmen 🤗 und herzlich willkommen hier in unserem familiären Forum auch von mir . Es tut mir leid dass Du an so eine unsensible Ärztin geraten bist . Wie kann man so mit Menschen , die sich durch die frisch erfahrene Krebsdiagnose in einer Ausnahmesituation befinden?

    Auf jeden Fall würde ich mir eine Zweitmeinung in einem anderem Brustzentrum einholen. Das ist ja halber Kram was man da mit Dir macht . Die Informationen nur so beizu mitzuteilen ist ja kein gutes Omen für ein Brustzentrum. Das ist ja voll ätzend. Du kannst ja die Chemo noch absagen und Dir eine Zweitmeinung einholen oder das Brustzentrum wechseln . Wo es das nächste gibt bei Dir im Wohnort erfährt man bei der Krankenkasse oder auch bei einer Krebsberatungsstelle oder bei Deiner Gynäkologin oder Gynäkologen. Ich selber habe seit etwas über einem Jahr auch triple negative Metastasen im Mediastinum und in den Leisten Lymphknoten , bei meiner Ersterkrankung vor 11Jahren war der Krebs noch hormonpositiv. Nun ist es anders. Aber gib nicht auf es gibt auch da Behandlungsmöglichkeiten. Noch ist nicht alles aus, du kannst es schaffen . Chemo ist zwar nicht einfach aber es ist zu schaffen. Gegen die Nebenwirkungen gibt es etliche Medikamente heute. Ich kann Deine Angst und Verzweiflung gut verstehen.

    Mit Deinen Kindern solltest Du sobald wie alles in Punkto Diagnose geklärt ist und der Behandlungsplan steht , offen sprechen, sonst fühlen sie sich ausgeschlossen. Sie kriegen mehr mit als man denkt.

    Schreib uns wie es Dir ergeht wenn du magst . Wir Foris begleiten Dich gerne durch den Behandlungsweg.

    Sei ganz lieb :*gegrüßt und umarmt :hug:von alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke