pCR nach Chemoblindflug - ein Meilenstein

  • Liebe Alle


    ich habe mich nach einem vorsichtigen Angebot der Ärztinnen heute aus dem Krankenhaus davon gemacht und bin mit zwei Silikonkissen und zwei Drainagen wieder nach Hause gekommen.


    Was ich nicht mitgebracht habe, war der invasive Krebs. Es ist nur DCIS (dem die Chemo ja nichts angaben konnte) aufgefunden worden, aber keine lebende invasive Tumorzelle, weder in der Brust noch in den zusätzlich entnommenen Lymphknoten.


    Ich habe natürlich noch das eigentliche Post-OP Gespräch, aber ich weiß schon jetzt, dass ich um die Bestrahlung herumkomme. An Therapien kommen jetzt "nur" noch Antikörper, Antihormone und die Entfernung der Eierstöcke.


    Weshalb ich das poste (außer weil ich natürlich meine Erleichterung und Dankbarkeit ungefähr herausschreien möchte)? Weil man bei mir nie was gesehen hat und mir die Chemo wie ein Blindflug vorkam.


    Anfangs war es so, dass man vom Tasten her sagte: fühlt sich an wie ein gigantisches Karzinom. Aber es war nie ein einzelner Herdbefund darstellbar. Nach 6 (!) Biopsien an verschiedenen Stellen landete man einen Treffer im invasiven Krebs, vorher überall nur DCIS erwischt. Dass der SLN befallen war, stellte sich auch erst nach der Entnahme heraus, die Meta hatte offenbar Limbo bei der Biopsie gespielt. Weder Sono, Mammographie noch MRT konnten einen oder mehrere Herde darstellen, es hieß nur, dass wohl mehrere Herde denkbar wären (passend zum lobulären MCa). Mir kam es vor, als wären überall in meiner Brust, die von der Basis her nur noch aus DCIS zu bestehen schien (was früher mein dichtes Brustgewebe war) Schalter umgelegt worden und kleine Zeitbomben explodiert.


    Nach der ersten Verlaufskontrolle wurden alle weiteren Verlaufskontrollen ausgesetzt, denn weil man anfangs nichts sehen konnte, konnte man später halt auch nichts erkennen. Das war frustrierend,und ich hatte ein gutes Stück Arbeit damit, meine Ängste zu handhaben.


    Heute die Info zu erhalten, dass die Chemo gewirkt hat und sich das Durchhalten schon jetzt gelohnt hat, ist so großes Kino, ich bin erleichtert und sehr vielen Menschen und höheren Mächten dankbar.


    Allen Mitstreiterinnen möchte ich mitteilen, dass es sehr lange dunkel sein kann, bis ein Lichtlein aufgeht. Und während der Dunkelheit kann man sich mit Umarmungen, Gesprächen und Beschnuppern orientieren, so dass man auch in der Dunkelheit die Wärme und Liebe des Lebens spürt.


    Ich bin natürlich noch nicht geheilt, habe aber heute einen Meilenstein erreicht. Und vielleicht, ganz vielleicht, auch ein bisschen überheblich, wenn ich daran denke, dem Sch...-Krebs eine gewaltige Schlappe verpasst zu haben.


    Liebe Grüße!

  • Liebes Frl. Theke,


    das ist ja mal ein seeeeeeeeeeeeeeehr gutes Ergebnis. Mehr kann man sich nicht wünschen. Ich kann gut verstehen, wie du dich freust. Herzlichen Glückwunsch dazu.


    LG Christina


    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Hallo Mata68


    aus meiner Brust wurden insgesamt sechs Gewebeproben entnommen, bei der sechsten fand man dann invasiven Krebs, vorher immer DCIS. Ein Lymphknoten war auffällig, so dass dort auch eine Biopsie entnommen wurde, die aber negativ war. Es war aber der SLN, und nach der Entnahme fand sich darin doch eine Metastase von etwas über 2 mm.


    Danach war dann klar, dass ich um die Chemo nicht herumkommen würde.


    Viele Grüße

  • Hallo zusammen,


    ich hatte heute nach einer kleinen Auszeit an der Nordseeküste das Gespräch zur weiteren Therapie, daher heute ein Nachtrag.


    Tja, nachdem die Tumorkonferenz über meinen Fall verhandelt hat, darf ich mich jetzt doch zur Bestrahlung vorstellen, weil der eine Lymphknoten befallen war und die in situ Karzinome (sowohl duktal 1,5cm als auch lobulär 2,5 cm) auch noch aktiv waren. Das Ganze dient dem optimalen Schutz, und da ich sehr risikoavers bin, werde ich das jetzt auch noch durchziehen, auch wenn meine Sommerplanung aufgrund einer sich einstellenden Überheblichkeit eine andere war.


    Aber: meine neuen Brüste sehen gut aus! Tut noch weh, weil innen Narbengewebe nicht optimal zusammenwächst, aber das ist alles behandelbar, wenn es nicht besser wird. Und sollte die Bestrahlung zu weiteren Komplikationen führen, kann man diese auch behandeln.


    Diese ****-Erkrankung zieht selbst im optimalen Fall einen Rattenschwanz an ätzenden Unannehmlichkeiten hinter sich her, aber es kann immer weiter gehen, Ihr Lieben!


    Liebe Grüße!

  • Liebe frl Theke,

    Das ist natürlich Mist dass du nun doch Bestrahlung kriegen sollst. Ich würde es aber auch tun wenn es das Risiko senkt. Immerhin sehen deine Brüste gut aus und das ist doch auch schon mal was. Drücke die die Daumen, dass das narbenbgewebe noch optimal zusammenwächst.

    Liebe Grüße

    heideblüte

  • Liebe Frl. Theke!


    Danke für Deine Story! Du hast so viel ausgehalten, ohne zu wissen, wofür eigentlich!

    Jede(r) kommt immer wieder mal an seine Belastungsgrenze und fragt sich: "Wofür das Ganze??"

    Dass Du uns teilhaben läßt, macht Mut! :) Früher oder später wird es wieder hell.


    Wünsche Dir Alles Gute für die Bestrahlungen! - dass Dein Gewebe gut standhält und trotzdem die Narben gut abheilen.


    Liebe Grüße Marie Louise