Brustaufbau mit Eigengewebe: DIEP-Flap (Bauch)

  • Liebe Angel12,

    das freut mich für dich, dass du alles in allem mit dem Ergebnis deiner OP und deiner jetzigen Situation zufrieden bist - das ist schon eine ganze Menge. Und ich drücke dir weiterhin die Daumen, dass du bald ohne Schmerzen sein wirst.

    Auch möchte ich mich gerne bei dir bedanken, dass du mich als Leidensgenossin aus dem "Club der DIEP-Geschädigten" ein Stück weit begleitet und mir oft Mut gemacht hast, wenn ich am Verzweifeln war. Nun sind wir beide mehr oder weniger DIEP-los ( bei mir ist vom DIEP ja auch nicht nennenswert viel übrig geblieben), der Weg meiner Brustrekonstruktion ist allerdings noch lange nicht zu Ende.

    Ich wünsche dir alles Gute, und vielleicht landet ja noch einmal ein Schmetterling 🦋 auf deiner Brust und lässt sich dort nieder 😉

    Ganz viele liebe Grüße

    Limonetta

  • Liebe Diep-Flaplerinnen,


    Meine Doppel-Diep-Flap ist im Rückblick - heute 8 Wochen nach der OP - gut gelaufen.

    Die Bauchnarbe zwickt und zwackt noch etwas und ich fange jetzt mit leichter Gymnastik an. Arbeiten tue ich auch schon seit 4 Wochen ein paar Stunden am Tag - soviel ich halt schaffe.

    HIER MEIN KURZBERICHT

    In der Früh am 15.02.2021 hat sich das ganze Ärzteteam kurz vorgestellte, dann bin ich in den OP-Trakt gefahren worden und um 9:00 in der Narkose verschwunden und um 17:00 wieder zu mir gekommen im Aufwachraum unter einer warmen Gebläsedecke. Um 19:00 hat PC Prof. H. kurz geschaut wie es mir geht, davor hat er meine Tochter angerufen. Um 21:00 kam ich zurück auf die Station und ich hatte sogar die Kraft - zu meiner großen Überraschung - kurz mit meiner Tochter zu telefonieren.

    Am 2ten Tag war Bettruhe mit der andauernden obligatorischen stündlichen Prüfung der Durchblutung des Lappens. Ich hatte aber auch eine allergische Haut-Reaktion am Bauch, ausgelöst durch Lösungsmittel wie in manchen Pflastern, am Bauchgurt usw. . Darauf wurde mein Bauch komplett in einen Baumwollstrumpf gepackt und auf die offenen Stellen kamen Spezialpflaster. Alle um mich herum, haben sich großartig um mich gekümmert.

    Am 3ten Tag wurde in der Früh dann der Katheder gezogen und schwuppdiwupp wurde ich auf die Beine gestellt und zum WC geführt. Und da hat mir der erste Blick in den Spiegel auch schon gut gefallen. Am Nachmittag bin ich mit einer Schwester im Zimmer rumgelaufen und konnte mich dabei schon komplett aufrichten. Meine Arme waren auch vollumfänglich beweglich, obwohl der Brustmuskel wieder auf die Rippen zurückgelegt wurde.

    Am 4ten Tag bin ich dann schon mit den 7 Drainagen allein aufs WC gewackelt. Nachmittags habe ich bereits eine kleine Runde auf dem Flur gedreht.

    Am 5ten Tag ist mir alles zu viel geworden, ich war völlig übermüdet und meine Leberwerte im Keller - dank der Narkose und der vielen Antibiotika. Meine Probleme waren die allergische Hautreaktion und die andauernde Schlaflosigkeit wegen der stündlichen Überprüfung der Durchblutung des Lappens. Schmerzen hatte ich dank der sorgfältig dosierten Schmerzmittel nicht - war bei der Mastektomie anders.

    Bis zum 7ten Tag habe ich mich dann langsam erholt, lief rum und habe dann schon gemütlich am Tisch gegessen.

    Am 9ten Tag war dann die Entfernung des absterbenden Nabels - zwar harmlos - aber für mich eine große Aufregung.

    Am 11ten Tag durfte ich nach Hause mit einer Drainage und einer Menge wasserfester Pflaster und ab den 12ten Tag habe ich keine Schmerzmittel mehr gebraucht.


    NÄHTE DANACH

    Das „Gestoppel“der sich selbstauflösenden Fäden an den Brustnähten hat mich sehr beunruhigt und der letzte Stoppel hat dann auch ein kleines Loch erzeugt. Das hat mich mega aufgeregt, ist aber nach 2 Tagen einfach zugeheilt. Die Bauchnaht ist fein und glatt, es sind nur 4 Knubbeln im Gewebe entstanden. Die Ärzte meinten, die lösen sich wieder auf. Ich bezweifle das aber sehr und forsche an diesem kleinen Problem weiter.

    Nach 5 Wochen war auch der allerletzte Schorf weg, alles gut verheilt und ich habe mich in ein wunderbares Ölbad gelegt.


    IM RÜCKBLICK

    Im Nachhinein betrachtet ist die ganze Operation und der Heilungsprozess viel besser gelaufen als von mir erwartet. Die Diep-Flap ist aus heutiger Sicht betrachtet für mich, die einzig richtige Entscheidung gewesen, denn der linke Expander hatte bereits eine schwere Entzündung mit beginnender Kapselfibrose (so steht es im OP-Bericht) ausgelöst und damit wären Implantate auch nicht mehr wirklich möglich gewesen. Ich habe schon lange geschwankt, da sehr oft von der einfachen OP zum einsetzen der Implantate die Rede war in den Aufklärungsgesprächen. Mit dem Motto „Augenzuunddurch“ habe ich die Ergebnisse meiner ausführlichen Recherche beendet. Die Aussicht mit über 70 mir neue Implantate einsetzen lassen zu müssen oder nur noch eine Diep-Flap machen zukönnen, hat mich dazu bewogen den Kraftakt sofort auf mich zunehmen. Ohne konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass war ein echtes Trauma bei meiner Mutter und unbewußt so auch Teil meiner Kindheit.

    Ich habe jetzt mit 2 OPs - Mastektomie am 03.06.2020 und Diep-Flap am 15.02.21 - ein Ergebnis, das in Klamotten super aussieht und meine Überlebenschance mit BRCA 1 sehr erhöht hat.


    Die vielen Berichte und Informationen von euch allen hier haben mir sehr dabei geholfen. Vielen, vielen Dank an alle die hier schreiben und ihre Erfahrungen und Ihr Wissen offen teilen. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Weg jetzt hinter mir habe und sehr, sehr dankbar, dass ich so gute Ärzte gefunden habe.


    Ich wünsche allen die gerade Ihre OP hinter sich haben einen guten Heilungsprozess und eine zufriedenstellenden Optik mit angenehmen neuen Körpergefühl und den zukünftigen Diepflaplerinnen Mut und Kraft, super gute und erfahrene ÄrztInnen und liebevolle PflegerInnen.


    Catharina, sorgfältig Ihre knallroten Narben pflegend ☺️

  • Super liebe Catharina, dass Du den richtigen Weg für Dich gefunden hast und dass es so gut gelaufen ist 👍

    Die Narben sind ja echt noch frisch, die werden blasser. Weiterhin gute Heilung 🍀

    Lieben Gruß von Rike

  • Danke Catharina,

    Es freut mich, dass alles gut gelaufen ist und Du zufrieden mit den Ergebnis bist. Ich denke für viele, die den Schritt noch vor sich haben sind solche Berichte hilfreich. Ich bin mit meiner Diep-Flap auch sehr zufrieden. Die Narbe am Bauch sieht sehr gut aus, die Narben an der Brust werden auch besser.
    ich werde mir noch die Brustwarzen tätowieren lassen und dann fertig.
    alles Gute weiterhin

    Liebe Grüße Augenzuunddurch

  • liebe @Rike ,

    ja, ich sehe es auch so, es ist sehr schwierig aber wichtig in dem Prozess - eswirdnichtsmehrsowievorhersein - für sich einen passenden Weg zufinden. Und Narbenpflege und -akzeptanz ist jetzt bei mir angesagt. Dir auch alles Gute! 🍀🍀🍀


    liebe Augenzuunddurch ,

    es freut mich, dass bei Dir auch alles zu Deiner Zufriedenheit ist und Deine Narben immer besser werden. 🌺🌺🌺 Und ich danke Dir für Deine Typs zur Schorf- und Narbenpflege.


    Liebe Grüße Catharina

  • Dankeschön liebe Catharina 🌺😊

    Thema Narbenakzeptanz:

    War neulich bei der Hautärztin, ein kleiner Leberfleck muss entfernt werden, bei der "Op"- Aufklärung hieß es, es wird eine Narbe geben.

    Bin fast vor Lachen vom Stuhl gekippt 🤣

  • Catharina , dafür ist dieses Forum ja gemacht. Damit man anderen Tipps geben kann. Bin froh wenn meine Tipps geholfen haben. Habe hier auch viel Hilfe bekommen. Ich habe mir die Produkte notiert, falls ich mal wieder Narben bekomme oder jemand hier Hilfe braucht.
    @Rike, ja gute Geschichte mit der Leberflecknarbe. Ich hatte am Sonntag meinen ersten Ohnmachtsanfall und habe mir unter anderem eine Platzwunde an der Stirn und auf der Kopfhaut zugezogen. Als der Arzt gemeint hat, dass hätte ich nähen lassen müssen.. habe ich ihm auch erklärt, dass das peanuts sind.. ich wollte mir nicht die Haare rasieren lassen. Das heilt auch so.

  • Hallo ihr lieben,

    Ich hoffe ich darf mich hier mit meiner Frage zum Thema Diep-Flap einreihen.


    Und zwar werde ich am Dienstag operiert. Geplant ist eine Diep-Flap OP beidseits. Aktuell habe ich noch Silikonimplantate drin.

    Das Ergebnis wird deutlich kleiner werden, als es jetzt ist. Dh. dass der Hautmantel geliftet werden muss.


    Nun zu meiner Frage :

    Wird die entfernte Haut (Gewebe) hinterher histologisch untersucht? Oder ist dies keine gängige Praxis?

    Irgendwie mutet meine Frage komisch an... Aber die Tage habe ich drüber nachgedacht und habe mich gefragt, ob jemand von euch etwas dazu sagen kann?


    Tausend Dank euch lieben

    Liebe Grüße

    Alma

  • Liebe Alma35 ,


    ja, ich denke eine histologische Untersuchung ist sicher Standard. Bei mir wurde auch untersucht ob ein „Abrieb“ von Silikon im Hautmantel vorhanden ist und sogar Entzündungswerte enthielt der Bericht. Ein sehr ausführliche histologische Befund lag meinem OP-Bericht bei.


    Ich wünsche Dir einen guten Verlauf zur OP, ein Top-Ergebnis und viel positive Energie für die ersten Wochen danach.


    Und wenn Du weitere Fragen hast, hier ist der Ort dazu und wir alle antworten super gern.


    Catharina

  • Hallo ihr lieben Foris,


    Ich habe am 7.9 meine OP,Lappenplastik vom Oberschenkel. Wer von euch hatte auch diese OP?

    Wie lange seid ihr nach der OP noch krank geschrieben gewesen?


    Liebe Grüße MeraLuna

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich habe die OP alles in allem gut überstanden. Jetzt ist mittlerweile der 6. Post OP Tag.

    Die OP verlief nach Plan und der Operateur ist sehr zufrieden. Ich bisher auch, muss ich sagen. Mal schauen, ob es so bleibt, noch ist ja alles recht frisch 😊


    Es gibt aber immer noch eine Sache die mich umtreibt. Wo ich jetzt auch wieder klarer im Kopf bin, fange ich dann gerne mal an zu grübeln 🙈


    Und zwar hab ich Angst, dass die Histologie blöde Ergebnisse liefert. Sprich, dass wieder was krebszelliges gefunden wird.

    Ich muss dazu sagen, dass die Sorgen auch nicht von ungefähr kommen.

    Ich hatte ja seit fast zwei Jahren nur Probleme mit den nun entfernten Implantaten. Darüber schrieb ich hier auch mal. Also Schwellungen, hautrötungen,Erwärmung, Schmerzen.

    In der Zeit hat meine Ärztin insgesamt zwei Mal hautproben, lymphknoten - Biopsien, und Flüssigkeits-proben entnommen um sie einzuschicken. Sicherheitshalber.

    Und jedes Mal waren es nur entzündliche Prozesse. Zum Glück.


    Aber die Warterei auf solche Ergebnisse raubt ja einem den letzten Nerv. Das kennt ihr ja wahrscheinlich alle zu genüge


    Nun, jetzt bin ich wieder an so einem Punkt, wo ich auf Ergebnisse warte und Angst habe...

    Also im Prinzip kann ja eigentlich nix sein, oder? Ich meine die letzte Untersuchung war vor drei Monaten....

    Aber trotzdem hab ich angst. Ihr wisst es ja, wenn man den Mist ein Mal hatte, macht einen das Warten kirre.

    Es wird ja histologisch alles sehr genau untersucht. Viellcht hat es bei den vergangenen Biopsien ja nur an der Stelle kein Krebs gegeben aber an andere stelle der Brust vlt schon?

    Mir ist bewusst, dass die Angst aus mir spricht aber ich brauche etwas Aufmunterung 😑


    Kann irgendwer hier zu dem Thema etwas sagen? Also ob es die Wahrscheinlichkeit gibt, dass die Ergebnisse schlecht sind?

    Ach was ne Frage... Naja.


    Danke euch schon jetzt.

    Liebe Grüße

    Alma 😘

  • Liebe Alma35 ,


    das freut mich, dass Du die OP gut überstanden hast und zufrieden bist. Das war bei mir auch so am 6ten Tag, nachdem ich endlich schlafen konnte. Davor hatte ich aufgrund des Schlafmangels auch Ängste, bei mir war es die Info über schlechte Leberwerte. Das hat mich sehr beunruhigt. Schlafmangel und Ängste gehören bei mir zusammen.

    Die Maskektomie ist doch schon eine erhöhte Sicherheit gegen einen Rezitativ oder neuen Brustkrebs. Da hast Du ja schon optimal vorgesorgt. Und bei mir wurde vor der OP - so wie bei Dir - eine Untersuchung so 3 Monate davor gemacht. Und mein Arzt hat gesagt: Operiert wird nur wenn alles ohne neuen Befund ist. Und da denke ich haben die Ärzte schon einen Blick dafür. Und eingeschickt wird immer, dass gehört zum OP - Bericht dazu. Bei mir war das auch der Nachweis für den erhöhten Operationsaufwand in der Rechnung, die Entzündung und das nachgewiesenen Silikongranulat im Gewebe.

    Gelesen habe ich bei niemanden hier, das bei dieser OP Krebszellen gefunden wurden. Nur Silikongranulat bei einigen und der damit verbundene erhöhte Operationsaufwand.

    Geduld war bei mir langfristig aber schon angesagt zum Heilungsprozess, der mir nachdem die OP so gut gelaufen ist, schwer gefallen ist.


    Catharina, sehr zufrieden mit Optik und dem neuen Bauch.

  • Liebe Catharina

    Lieben Dank für deine sehr aufschlussreiche Antwort

    :*

    Du hast mich beruhigt. Das klingt alles sehr plausibel.

    Wo du von deinen Ängsten schreibst, finde ich auch parallelen bei mir.... Die ersten drei Tage hatte ich sie auch bzw war tief traurig. Ob das nun vom Schlafmangel auf der intensiv kam oder von den starken Medikamenten, weiß ich nicht. Aber ab dem ersten Tag wieder auf Normalistation ging es rapide bergauf. Sowohl körperlich als auch psychisch. Was aber bestimmt auch damit zu tun hat, dass man immer mobiler und selbstständiger wird und nicht so sehr ans Bett gefesselt ist.


    Ich bin auch seit gestern wieder daheim. Und da ist es bekanntlich am schönsten 😊


    Danke dir für deinen Beistand du liebe 😘

    Liebe Grüße

    Alma

  • Hallo ihr lieben,

    Ich hatte am 14.7 mein Diep-Flap beidseitig. So weit geht es mir gut, habe noch ab und an Schmerzen im Bauch aber sonst ist es okay. Aber ich habe ein bluterguss in der rechten Brust, da musste die Drainage früher raus da sie an der Wunde ausgelaufen ist. Ist aber zum Glück am zurück gehen.

    An meinem Bauch habe ich unterhalb meines nabels eine Wunde. Die macht mir etwas Sorgen. Da leuft immer wieder Wasser raus und es hat sich zwar Fibrin gebildet, aber es möchte nicht heilen. Selbst wen ich es offen lasse wird es nicht trocken. Habe auf das Pflaster reagiert, so wie die das Pflaster abgemacht haben ging die Haut mit ab. Alle anderen Stellen sind abgeheilt nur die eine nicht. Bin etwas verzweifelt :(oder möchte ich vielleicht doch zuviel? Hatte jemand auch so ein Problem und kann mir vielleicht helfen?! Das kh wo ich operiert wurde ist 2,5 Stunden weg von uns, daher ist das ich fahre da mal kurz hin nicht so möglich. Mein HA schaut zwei mal die Woche danach und sagt immer das es nicht schlimm ist. Aber ich habe wegen so einem scheiß eine Brust verloren letztes Jahr.

    LG Andrea

  • Hallo Andrea12 ,

    der 14.7 ist zwar noch nicht allzu lange her.. aber ich schreib Dir mal. Mein Operateur war auch 300 km weg. Ich hatte ihm Fotos meiner offenen Stellen geschickt und er hat sich das angesehen. Hatte zwar keine Probleme mit dem Bauchnabel aber unter beiden Brüsten offene , unschöne Stellen. Zuerst hat er mir Pro*tosan empfohlen. Das ist ein Wundgel. Da beim Pflasterwechsel immer wieder mal die Wunde geblutet hat, war dies schon eine Hilfe. Auf der anderen Seite hatte ich dann ein Wundpflaster probiert Allev*n . Das nahm die Nässe aus der Wunde, ist wie ein gelpflastet. Das lies sich leicht lösen… bleibt aber erst mal ein paar Tage drauf. Ich denke ich hatte es 5 Tage drauf. Letztens waren beide Seiten fast zeitgleich zu. Ich habe tatsächlich auch nur 1 Pflaster gebraucht um endlich eine Haut über die Wunde zu bekommen.

    Vielleicht hilft dir sowas ja auch. Kann deine Wunde unter dem Nabel jedoch nicht einschätzen.

    Alles Gute für die Heilung, es melden sich bestimmt noch andere hier

    Grüße Augenzuunddurch