Meine Diep-Flap-OP

  • Hallo an Euch alle! Ich hab mich in den letzten Wochen durch viele Eurer Beiträge gelesen und war sehr dankbar Eure Erfahrungen lesen zu dürfen!! Im August 19 hatte ich die Erstdiagnose, invasives Mamma Ca, 1 Lymphknoten war befallen. Schneller als ich denken konnte, folgte eine neoadjuvante Chemotherapie, die mir als Alleinerziehende Mutter von 3 Kindern (6,8,13) einiges abverlangte. Aber wir sind ein gutes Team und es hat irgendwie alles geklappt. Da ich auch noch eine Bestrahlung brauche hab ich mich gegen Silikonimplantate entschieden. auch weil das Eigengewebe auf längere Sicht „wartungsfreier“ ist als Silikon. Nach langem Hin und Her und fehlender genetischer Information von Seiten der Familie meines Vaters habe ich beschlossen, auch die rechte Brust entfernen zu lassen

    Meine Mastektomie bds und Diep Flap Op ist 2,5 Wochen her.
    es war ehrlich gesagt schon heftig. Als ich nach 10h Op auf der Intensivstation wach wurde, hatte ich zwar keine Schmerzen, konnte mich aber keinen Zentimeter bewegen. Ich hatte 5 Drainagen und 2 Sensoren an den Bauchinseln links und rechts. Um die Durchblutung zu fördern hatte ich ein Fell über der Brust liegen. Es war unglaublich heiß. Ich hatte stündlich Kontrollen und irgendwie das panische Gefühl, den Monitor selbst im Auge behalten zu müssen, meine größte Angst war, dass das Bauchgewebe nicht anwächst. Am zweiten Tag durfte ich mit Hilfe aufstehen, es war abends und ich hab mein Spiegelbild im Fenster gesehen, gebückt wegen der Spannung am Bauch, ohne Haare von der Chemo und mir war zum Weinen zu Mute. Ab dem 3.Tag ging es aufwärts, die Drainagen wurden nach und nach entfernt, die Sensoren am Tag 5. Jeden Tag wurde ich ein bisschen mobiler und wollte so schnell wie möglich nach Hause zu den Kindern. An Tag 9 wurden die Bauchinseln versenkt, es ist bds nur noch seitlich eine Naht zu sehen. An Tag 10 wurde ich nach Hause entlassen und war eigentlich stolz auf mich dass es so schnell gegangen ist. Zu Hause dann die Ernüchterung, dass ich noch weit entfernt bin, einen Haushalt mit 3 Kindern zu führen. Nach 1h hatte ich Schmerzen in der Brust und in den Achselhöhlen, am Bauch sowieso.
    Ich lasse jetzt einfach mal alles, was nicht unbedingt sein muss. Eine Freundin hat uns Lasagne gebracht, eine andere Freundin mal durchgesaugt, so kommen wir über die Runden. Ich wünsche mir sehr, dass unser Alltag mal wieder „normaler“ wird.

    Insgesamt würde ich mich wieder für diesen Weg entscheiden. Die Brüste sehen natürlich aus, der Bauch wird hoffentlich auch noch...

    Alles Liebe an alle, die es noch vor sich haben, es ist zu schaffen!!

  • Liebe Flomana ,

    herzlich Willkommen!:)Schön, dass dir die Infos geholfen haben.

    Ich war auch froh darüber, da man auf einige Dinge besser vorbereitet ist.

    Meine OP war am 22.1.20.....wahrscheinlich fast zeitgleich mit deiner.

    Ich bewundere dich und freue mich, dass du Freundinnen hast, die dir helfen.

    Die ersten Tage sind doch nicht ohne.

    Ich drücke dir für eine komplikationslose Heilung die Daumen und freue mich,

    von dir zu hören.

    Neluna77 ....ich leider nicht, aber wichtig ist, dass viele OPs in der Klinik durchgeführt werden, damit das Ergebnis gut und kompliaktionslos wird....

    Bchen ...in meiner Klinik in Hamburg dauert es 3 Monate, bis man einen Termin bekommt. Den Termin für die Angleichung der anderen Seite bzw. Brustwarzenrekonstruktion habe ich auch in 3 Monaten....manche warten 6 Monate, meine Ärztin meinte, in 3 Monaten ist gut zu sehen, ob eine Angleichung erfolgen muss oder alles so passt. Habe aber auch kleine Brüste;)

    LG

  • Flomana ,


    mir wurde bei der erst brusterhaltenden OP am 13.9.19 nur der Wãchterlymphknoten entfernt. Er war frei. Insofern ist mein Arm ok, bis auf ab und an Nervenschmerzen. Ich hoffe, dein Arm wird bald besser. Die Wundheilung geht gut voran. Am Bauch habe ich bis morgen noch ein Pflaster, dass Zug auf die Narbe verhindern soll. Insofern bin ich gespannt, wie die Narbe morgen aussieht. Habe ein Silikonpflaster für nachts gekauft, tagsüber werde ich salben. Hart ist er auch noch, aber ich kann mich endlich gerade machen, wenn auch nicht immer. Nachts schlafe ich noch mit erhöhtem Oberkörper und Stillkissen unter den Kniekehlen, so dass es sich einigermaßen liegt. Bin kein Rückenschläfer, aber es wird.

    Die Brust sieht gut aus. Habe noch eine Stelle von einer Spannungsblase, die ich seit gestern mit Bep..salbe Wund und Heil...einschmiere. Für die Narben nehme ich contra...bex. Das zieht so schnell ein, dass ich gar nicht lange sanft massieren kann.:/Da muss ich nochmal in der Apotheke nachfragen.

    Ich drücke uns und allen die Daumen für ein zufriedenstellendes Endergebnis ohne Wartungsarbeiten ( cooles Wort) und bald Normalität

    LG:*

  • Liebe Dudi73 ,

    Das klingt sehr positiv, schön, dass Du schon wieder so fit bist und Dir die Wundheilung keine Probleme macht!
    Ich schlafe auch noch so wie Du 😉, freu mich schon wieder aufs seitlich liegen. Die Miederhose bzw. die Bauchbinde sollte ich noch 6 Wochen Tag und Nacht tragen, obenrum so locker wie möglich.

    Alles Liebe und weiterhin gute Besserung

  • Hallo an alle, tja, ich habe es auch hinter mir, Tag 8 nach einer knapp 11stündigen OP. Es ist ein wirklich schwieriger Gang und man fragt sich doch zwischendurch, ob es das Wert ist. Ich war wie Flomana nach der OP direkt eine Nacht auf der ITS.

    Dort wurde ich dann auch stündlich geschallt. Ich hatte 6 Drainagen (3 habe ich noch immer) und man hat mir eine Narbe leider ganz über den Bauch verpasst. Sieht aber bereits jetzt sehr unauffällig aus, so dass ich sicher bin, dass man sie später kaum sehen wird. Meine Brüste sind leider größer ausgefallen als ich hatte und wollte 😔, was mich echt nervt. Sie sind allerdings auch noch geschwollen, so dass ich noch auf Besserung hoffe. Da bei mir ein Implantat nach der Tumor-OP im Oktober Probleme bereitet und Anfang Januar frontal entfernt werden musste, prangt nun auch dort eine auffällige Narbe. Es ist aber alles wunderbar angewachsen, schön warm und nicht so kalt wie die Implantate vorher. Alles nicht so schöne soll dann in einer 2. OP noch aufbereitet werden. Dies aber erst nach mindestens einem halben Jahr.

    Mein Bauch wurde schön gestrafft und damit das so bleibt muss ich nun mehrere Wochen eine Stützbandage tragen. Darunter bekomme ich zwar Luft, aber das Essen macht keinen Spaß mehr. Ich kann nur noch kleine Portionen essen. Bin ich nicht unbedingt traurig, aber es ist halt ungewohnt😀.


    Trotz allem macht das ganze etwas mit einem. Diese lange OP hat bei mir Panik- und Heulattacken ausgelöst. Nervlich geht es mir zur Zeit nicht gut. Hoffe, dies aber wieder in den Griff zu bekommen, spätestens zu Hause. Bin eigentlich ein ziemlich gefestigter Typ, es macht mir Angst.


    Ich hoffe, nun in den nächsten Tagen von den restlichen Drainagen befreit zu werden, damit ich endlich nach Hause kann. Bin auch noch 3 Stunden von dort entfernt. Mein Mann hat mich in der letzten Woche zwar begleitet hier, aber dennoch fehlen mir die eigenen 4 Wände und vor allem meine Tiere. Wie es dann zu Hause weitergeht, muss auch ich sehen. Habe leider keine gute Freundin vor Ort, die mir helfen kann. Da muss dann bei vielen Dingen wieder mein Mann ran🙄. Hoffe, ich kann wenigstens den Hund übernehmen.


    Grüße euch ganz lieb😘, Gipsy

  • Liebe Gipsy66 ,

    ich freue mich, dass Du die OP gut überstanden hast. Ich kann Deine Gedanken bzgl. des Wertes sehr gut nachvollziehen. Möchte Dir aber versichern, dass diese mit der Zeit in den Hintergrundf treten. Auch Deine Stimmungsschwankungen werden vergehen (braucht halt wie alles viiiiel Geduld). Deine Brüste werden Dir abgeschwollen sicherlich gut gefallen. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber diese auf jeden Fall!

    Ich hatte am Anfang zu Hause schon mit dem Weg zum nächsten Lebensmittelmarkt große Probleme und war froh über die vielen Bänke am Wegesrand. Lass es ruhig angehen. Es darf viel liegen bleiben und die Hunderunde wird nach kurzer Zeit sicherlich machbar sein.

    Ich wünsche Dir eine gute und schnelle Wundheilung und sende Dir eine große Portion Geduld.

    LG Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • Liebe Gipsy66 ,

    Da hast Du jetzt wirklich einiges durchgemacht! In den ersten Tagen hab ich mich auch wie von einem LKW überfahren gefühlt. Aber das Schlimmste hast Du überstanden und jetzt wird es jeden Tag aufwärts gehen! Und es klingt so als hättest Du alles ohne Komplikationen hinter Dich gebracht! Meine Brust ist immer noch geschwollen ( Op am 23.1.), vor allem seitlich.

    Wie lange musst Du stationär bleiben? Hast Du eine Monitorinsel, die noch verschlossen wird? Und wie geht es Deinem Bauch? Das hab ich am unangenehmsten gefunden! Hatte schon vor der Op nicht viel Bauch, nach der Op war er gespannt wie eine Trommel.
    Denk daran, wie gut es ist, dass es nicht jetzt vor einer Woche ist 😉

    Und in einer Woche sieht es noch besser aus!
    liebe Grüße 😘

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich habe morgen meine Diep OP. Da nur links amputiert wurde, hab ich dementsprechend „nur“ links den Aufbau.
    Ich hab oft von einer OP Dauer von ca 8 Std gehört. Das macht mir ziemlich angst muss ich sagen. Allgemein die OP. Die Mastektomie hab ich sehr gut weggesteckt und hatte kaum bammel davor.

    Nun zu meinen Fragen.
    Dauert die OP bei „nur“ einer Brust auch ca 8 Std?

    Und kommt man danach automatisch auf Intensiv?

    lLg und danke für eure Antworten

    Kati

  • Gipsy66 freut mich sehr für dich das du das schlimmste hinter dir hast. Bestärkt einen auch wenn man sowas liest und das andere auch rießen bammel davor hatten. Man überlegt dann schon öfter mal hin und her ob das wirklich sein muss. Seine Gesundheit riskieren. Aber wie viele schreiben, es lohnt sich. Und da klammer ich mich grade dran fest.
    Dir wünsche ich noch viel Erholung und das es bald aufwärts geht

  • Liebe KatiP , bei mir wurde die Mastektomie und der Aufbau einseitig in einer OP gemacht. Die OP selbst hat ca. 2,5 Stunden gedauert. Ich habe damals auch mit einem viel längeren Eingriff gerechnet und war hinterher ganz überrascht, dass es doch so „schnell“ ging.

    Ich wünsche dir alles Gute für den morgigen Tag und drücke dir ganz fest die Daumen, dass du danach schnell wieder auf die Beine kommst🍀

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,


    ich habe lange überlegt, ob ich mich mit meinem Bericht zurückmelden soll, denn meine Erfahrungen gehören vielleicht nicht gerade zu den Mutmachendsten. Aber, um es vorwegzuschicken, auch wenn es sich, sobald Ihr meine Erlebnisse nachgelesen habt, möglicherweise seltsam anhört: Ja, ich würde mich nochmals für diese OP entscheiden.


    Wenn es auch ein hartes Stück Arbeit bedeuten kann, eine neue Brust, und zwar für alle Beteiligten: in erster Linie natürlich für einen selbst. (Man muss so einiges aushalten, vor allem, wenn Komplikationen auftreten. Falls es glatt läuft, und das ist wohl bei den weitaus meisten DIEP-OPs der Fall, lässt sich das alles gut handeln).

    Für die Ärzte, denen ein großer und unermüdlicher Einsatz abverlangt wird; für die Pflegekräfte, die in den ersten postoperativen Tagen alle Hände voll mit einem zu tun haben, wenn sie ihre Sache gut machen; und nicht zuletzt für Familie und Freunde, für die die Situation sehr belastend sein kann.


    Dennoch, auch wenn bei mir noch nicht alles ausgestanden ist und ich noch nicht "aus dem Schneider" bin, ich würde es wieder wagen, denn es beinhaltet eine große Chance, und wenn am Ende alles gut wird, dann ist es doch ein wunderbares Geschenk.


    Ich wurde am 29.1.2020 stationär aufgenommen. An diesem Tag fanden die üblichen Untersuchungen statt: CT mit Kontrastmittel zum Auffinden geeigneter Arterien, Blutabnahme, Fotos zu Dokumentationszwecken, Anzeichnen der Schnittlinien etc. . Alle beteiligten Operateure stellten sich vor, was ich sehr gut fand und was auf mich sehr beruhigend gewirkt hat, zumal sie alle sehr freundlich und geduldig meine verbliebenen Fragen beantworteten.


    Am 30.1. wurde ich um 7.30 Uhr zur Entfernung eines verkapselten Silikonimplantates und zur einseitigen DIEP-Flap-Rekonstruktion von Station abgeholt und in den OP gefahren. Um 18.28 Uhr abends kam ich dort im Aufwachraum zu mir, gegen 21 Uhr ging es direkt hoch auf Station. Dort wurde stündlich bzw. alle zwei Stunden per Ultraschall kontrolliert, ob die neu verpflanzte Arterie durchgängig und der Lappen gut durchblutet war.


    Am Folgetag erfolgte eine notfallmäßige Nachoperation wegen HB- und kreislaufrelevanter Blutung, wobei der DIEP-Lappen nochmals komplett ausgelöst und wieder neu eingenäht werden musste. Außerdem musste eine Bluttransfusion vorgenommen werden.


    Die ersten vier Tage nach diesen beiden kurz aufeinanderfolgenden OPs und der Bluttransfusion fühlte ich mich mehr tot als lebendig, um ehrlich zu sein. Aber dann ging es doch in kleinen Schritten aufwärts. Am fünften postoperativen Tag wurde ich zum ersten Mal auf die Bettkante gesetzt und konnte mit Hilfe meiner Physiotherapeutin erste wenige und wacklige Schritte machen, bevor mir schwindelig wurde.


    Leider musste am 11.02. nochmals nachoperiert werden. Es mussten absterbende Hautanteile sowie absterbendes Gewebe entfernt werden. An der Brustaußenseite, wo zuvor eine schöne Rundung war, ist die Brust jetzt abgeflacht. Diesen (kleineren) "Teilverlust" habe ich als viel einschneidender und belastender empfunden als seinerzeit die Mastektomie!


    Am 15.1. bin ich entlassen worden.


    Als weitere Komplikationen haben sich Hämatome und eine starke Verhärtung der ganzen Brust entwickelt. Noch heute, am 23. postoperativen Tag, brauche ich starke Schmerzmittel.


    Meine Bauchnarbe sowie der versetzte Bauchnabel heilen wunderbar und haben mir keinerlei Schwierigkeiten bereitet.


    Die ersten Tage zuhause waren sehr beschwerlich, ich habe mein bequemes und elektrisch einstellbares Klinikbett vermisst. Nun geht es aber kräftemäßig von Tag zu Tag besser.


    Und, wenn ich der Aussage meines Chirurgen Glauben schenken darf (und das tue ich), dann wird sich binnen eines halben Jahres alles zum Guten gewandt haben und meine Brust weich sein.

  • Liebe Limonetta ,

    Ich freue mich dass Du wieder zu Hause und auf dem Weg der Besserung bist!!

    Dazwischen hast Du wirklich einiges durchgemacht!! Du hast das alles so sachlich geschrieben, aber ich kann mir vorstellen, wie viele Ängste und Schmerzen Du ausgestanden hast!!

    Liebe Grüße und weiterhin alles Gute, Flomana

  • Liebe Limonetta ,


    ich freue mich auch sehr,

    dass du die OPs hinter dir hast und deine neue Brust dich weiterhin begleitet.:)

    Kirsche und Angel12 mussten leider auch den schwereren Weg gehen.

    Ich drücke dir weiterhin ganz fest die Daumen, dass es dir in einigen Wochen richtig gut geht, die Schmerzen immer weniger werden und deine Brust nach und nach weicher wird.

    LG:hug:



  • Hallo ihr Lieben,


    ich freue mich für euch Alle, die die OP hinter sich haben! Meine 1-stg Diep steht mir noch bevor (Ende März) und ich stehe dem Ganzen - nach wie vor - mal so mal so gegenüber 🥴 Eure Beiträge helfen mir dann immer wieder raus aus dem Angstloch.


    Was meint ihr, ist es realistisch, dass ich gut zwei Monate nach der OP schon eine bis zu 10-h Autoreise machen kann? Stelle mir nämlich vor, dass das lange Sitzen zur Tortour werden könnte? 🌺

    Alles, was ist, wie groß und gut es sei, besteht seine Zwecke und geht vorüber. Franz von Assisi