Meine Diep-Flap-OP

  • Hallo ihr Lieben. Mit viel Glück darf ich morgen aufstehen. Der rechte Lappen soll es wahrscheinlich doch packen. Bericht folgt. Hab schon angefangen und muss noch von Montag bis jetzt schreiben.

  • Freut mich sehr, von Dir zu lesen, liebe Angel12  :hug:

    Ich drück die Daumen für den rechten Lappen :thumbup::thumbup:

    Und auch für eine schnelle und erfolgreiche Wundheilung.

    LG Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • Plastische Chirurgie kompletter Bericht


    Am Dienstag den 30.07. kam ich zur Aufnahme. Dort saß ich bereits 1 Stunde, bis ich auf die plastische Chirurgie kam. Dorst saß ich ebenfalls nochmal 2 Stunden, bis mir gesagt wurde, dass ich auf die Urologie komme. Auf der Urologie kam ich in ein Dreibettzimmer ohne Bad. Nachmittags gab ich noch meine Vorsorgevollmacht ab. Vegetarisches Essen gab es, wie immer, keins. Abends sollte ich 2 Flaschen zum Abführen trinken, habe mich jedoch vor Ende der Ersten geweigert. Abführen durfte ich die ganze Nacht auf einem gemischten Gemeinschafts-WC.


    Mittwochmorgen den 31.07. wurde ich gegen 8 in den OP gebracht. Vorher ging der OP kaputt und ich wurde gefragt, ob ich im Flügelhemd laufen könnte. Zum Glück ging der Aufzug dann doch wieder. Ich wurde direkt in den OP-Saal geschoben und dort schlafen gelegt. Den Rest des Tages lag ich im OP.


    Am Donnerstag den 01.8. wurde ich nachts nach 16 Stunden OP auf Intensivstation wach. Mein Freund hatte wohl ab abends versucht mich zu erreichen, aber angeblich gab es eine Auskunftssperre. Mit viel Glück hat er mich dann ab 4 Uhr erreicht. Ich bekam eine Wärmedecke über die Brüste und mir wurde gesagt, dass es es unklar sei, ob es die rechte Seite schaffen würde. Neben dennSchmerzen war die Wärmedecke kaum auszuhalten. Die wurde zwischen 39,5 und 42 Grad eingeschaltet. Mittags kam ich auf Normalstation in ein Zweibettzimmer. Mir wurde von den Ärzten gesagt, dass ich regelmäßig nach Schmerzmitteln fragen sollte, aber das sahen hier die Schwestern entspannter. Die erste Nacht habe ich viel geschlafen.


    Auch am Freitag den 02.8. bin ich immer wieder weg gedöst. Die Decke und Schmerzen waren unerträglich. Auf Wunsch des Chefs wurde ich in ein Einzelzimmer verlegt. Bis auf die Decke und die Schmerzen war es auszuhalten. Abends wurden dann die Verbände gewechselt und später wurde ich in ein Bett mit Wechseldruckmatratze gelegt. Anschließend bekam ich immer stärker werdende Schmerzen in der rechten Seite und im rechten Arm. Über drei Stunden musste ich mich immer wieder melden, bis die Ärztin kam. Die Schwestern meinten immer wieder, dass ich genug Schmerzmittel erhalten würde. Die Ärztin hat sofort Blut abgenommen, beide Seiten geschallt und dem Chef geschickt. Mein HB lag bei 4,5 und es wurde Blut bestellt und ich wurde in den OP gebracht.


    Samstag den 03.08. kam ich dann nachts noch auf Intensiv. Ich hatte eine starke Blutung und deshalb wurden Nerven abgeklemmt und daher die Schmerzen. Ich hab dann überwiegend geschlafen.


    Ebenfalls am Sonntag den 04.08. Sonntag bekam ich nochmal eine Blutkonserve. Des Weiteren berichtete mir mein Arzt, dass es knapp war und ich bei Nichtbehandlung gestorben wäre. Auch vorher hatte ich seit dem Notfall Panikattacken, die sich dadurch verstärkten.


    Am Montag den 05.08. wurde ich erneut operiert. Die linke Brustlappen wurde modelliert und der Brustlappen gegen den Bauchlappen ausgetauscht. Rechts wurden nochmal Teile entfernt. Beim Bauch bestand die Sorge, dass der Bauchnabel abstirbt, dieser konnte bisher bleiben. Nach der OP wurde gesagt, dass ich wieder auf die Normalstation könnte, aber ich wollte wieder auf Intensiv.


    Am Dienstag den 06.08. wurde ich auf die plastische Chirurgie in ein Einzelzimmer verlegt. Die Zeit habe ich mit viel Schlaf verbracht.


    Am Mittwoch den 07.08. hab ich immer wieder mal stundenweise geschlafen und Schmerzmittel gebraucht. Morgens wurde ich gewaschen. Ich finde meinen Geruch fies, liegt aber an den Wunden.Über meine Haare will ich garnicht reden. Der Chef hat sich alles angeguckt und gemeint, dass ich zum Ende der Woche mal auf die Bettkante dürfe. Ansonsten kämpfe der Lappen noch. Adere Ärzte hätten schon aufgegeben. Den Test des Tages habe ich mit massiven Bauchkrämpfen, Übelkeit und Abführmitteln gekämpft. bis zum Abend bestand ich nur noch aus Schmerzen und war völlig übermüdet. Bis Mitternacht habe ich unter Schmerzmitteln halbwegs durchgeschlafen.


    Donnerstag den 08.08. Morgens wurde ich wie üblich versorgt, Schmerzmittel brauch ich immer weniger. Vorhin wurden die Verbände erneuert und ich durfte tatsächlich zum ersten Mal auf die Bettkante und kurz stehen. Da stand ich dann nur in meinen Verband gekleidet, 4 Ärzte und 2 Schwestern um mich rum und hab gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd. Anschließend war ich ziemlich alle und hoffe, dass ich nachher gut schlafen kann. Blutegel kamen auch noch auf die geschwollene rechte Seite. Einen mussten die Suchen, der was auf Wanderschaft.


    Ansonsten kann ich nur sagen, egal wie gut das Ergebnis wird und ob der rechte Lappen sich erholt, mir war es das Ganze nicht wert und das Risiko zu hoch. Ich würde mich mit dem Wissen immer dagegen entscheiden, allerdings bin ich auch hier die absolute Ausnahme.

    Sorry. Lang geworden.

    Wenn die Angst anklopft, schick die Hoffnung an die Tür. 🌻

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ally () aus folgendem Grund: Absätze eingefügt für bessere Lesbarkeit

  • Liebe Angel12 ,

    Du bist hier nicht die absolute Ausnahme. Ich verstehe Dich seeeehr gut. Mir haben hinterher alle gesagt, nach einem Jahr würde ich meine Entscheidung gut heißen und mich nur noch über das Ergebnis freuen. Ich wünsche mir/Dir sehr, dass dies bei Dir der Fall ist. Ich bin auch nach über 2 Jahren nicht wirklich glücklich mit meiner Entscheidung. Wenn Dein Bauch, so wie meiner rumzickt und hart bleibt, geh Deinen Ärzten auf die Nerven. Lass Dich nicht abwimmeln mit: Da müssen Sie Geduld haben, das kann schon mal ein Jahr dauern. Nach einem Jahr sagen Dir die gleichen Ärzte, dass sie jetzt nach soooo langer Zeit nichts mehr für Dich tun können.

    Ich denke ganz fest an Dich und wünsche, dass der rechte Lappen genauso gut wie der Linke wird und die Quälereien nicht sinnlos sind. Ich :hug: Dich ganz vorsichtig :hug:

    LG Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
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    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • Liebe Angel12 ,

    Es tut mir sehr Leid, was du durchgemacht hast. Ich bin richtig geschockt, wie lange die OP gedauert hat und wieviele Komplikationen noch dazugekommen sind. Ich drücke dir die Daumen, dass der rechte Lappen und der Bauchnabel erhalten bleiben.

    Erhol dich von diesem Alptraum.

    Basti

  • Liebe Angel12 , ich bin froh, dass es dich gibt, auch wenn du so leiden musst. Ich bin so froh, dass du hier bist, dass ich grad ganz arg mit den Tränen kämpfen muss. Auch wenn man nicht sagen kann, dass es gut gegangen ist, aber du bist hier.


    Ich wünsche dir von Herzen, dass alles nun heilt und gesund wird und dass du vor allem keine Schmerzen hast und überhaupt nur alles Gute.


    Mein Gott, was für ein Albtraum.


    :hug::hug::hug:LG Sonnenglanz

  • Liebe Angel12 , vielen Dank für deinen Bericht. Das ist ja Wahnsinn, was du durch hast. Ich wünsche dir, dass es jetzt nur noch bergauf geht und der rechte Lappen auch gut heilt. Da ich das Silikon auch nicht so 100 % gut Verträge war ich gespannt, was du berichtest. Aber es hat mir bestätigt, sollte ich mal vor der Entscheidung stehen, dass für mich diese Methode nicht gut ist. So viel ist mir die Brust einfach nicht wert. Gute Besserung meine Liebe!

  • Liebe KatzenMom 64

    Danke dir. Jeden Tag ein Stück besser.


    Liebe Kirsche

    Das tut mir sehr leid, dass du immer noch Probleme hast. Bei mir ist es Nicht der Bauch, der Probleme macht, sondern die rechte Brust. Das wird auch noch ne Weile dauern.

    Danke dir.


    Liebe Basti

    Vielen lieben Dank.


    Liebe Sonnenglanz

    Vielen lieben Dank. Bei deinem Beitrag kamen mir auch ein bisschen die Tränen. Ja ich bin noch hier und ich bin froh das ich noch hier sein darf.


    Liebe Chippendale

    Danke dir. Es ist immer schwer zu sagen, ob es die richtige Klinik ist. 200 Ops laufen gut und meine eben nicht. Ich wurde vorgewarnt, dass es schwierig wird, abgebrochen werden muss oder dass der Lappen absterben würde. Allerdings habe ich mir nicht so einen Horror vorgestellt.


    Liebe Anne79

    Ich danke dir. Das kann ich gut verstehen. Im Nachhinein war es das für mich auch nicht wert. Egal ob es hinterher toll aussehen wird. Ich drücke dir die Daumen das du für dich wenn es soweit ist eine gute Lösung findest.


    Ich war jetzt schon ein paarmal auf der Bettkante und auch ein paar Schritte gelaufen. Heute Morgen Wurden meine Haare am Waschbecken gewaschen danach war ich allerdings fix und alle und hatte Kreislaufprobleme. Aus dem Bett raus und rein komme ich mittlerweile alleine bin allerdings immer noch ganz schnell erschöpft. Aber besser als im Bett eingesperrt zu sein, das war jetzt lange genug.

  • Liebe Angel12 ,

    Ich wohne alleine in einem Reihenhaus mit kleinem Garten. Ich hab mir auch Gedanken gemacht, wie das zu Hause alles gehen soll. Austehen vom Bett und Sofa war für mich in der ersten Woche das größte Problem. Das Kopfteil habe ich sehr steil gestellt. So war ich gezwungen auf dem Rücken zu schlafen und konnte besser aufstehen über die nicht operierten Seite. Auch Strecken ging die ersten Wochen überhaupt nicht. Daher war mein kleiner Hocker goldwert. Im Garten konnte ich zwar meine Topfpflanzen gießen aber Unkraut jäten und den Rasen mähen gingen nicht. Zu Fuß einkaufen ging gleich. Schwere Sachen hat mir aber meine Nachbarin eingekauft. Autofahren war wegen des Gurtes und der Schaltung auch nicht sehr angenehm. Aber irgendwie hat sich für jedes Problemchen eine Lösung gefunden.

    Ich hoffe, dass dich die ersten Wochen jemand Unterstützen kann, denn bei dir sind ja beide Seiten operiert. Auf jeden Fall wirst du jede Woche eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit.

    Schön, dass du dir schon Gedanken für zu Hause machst. Ich deute das mal als gutes Zeichen. :)

    Alles Gute und liebe Grüße Basti

  • ich weiß, das klingt jetzt wieder fies, aber ich habe zuhause überhaupt keine Hilfe gebraucht. Was doof war, war einkaufen und an der Kasse stehen, also lange stehen war für mich und meinen Kreislauf ein Problem und ich bin so ca. 1-2 Wochen nicht selbst Auto gefahren, aber eher wegen dem Angurten....


    und ich denke auch je länger die OP dauert, desto größer ist die Belastung für den Körper und desto länger dauert es sich davon zu erholen.


    Operieren nicht einige Kliniken einen Doppel-Diep mit mehreren Chirurgen im Team gleichzeitig? Ich denke sowas ist auf alle Fälle sinnvoll....

  • Danke liebe@Basti.

    Ich bekomme einen Pflegedienst für die Wundversorgung, soll mal schauen, was es fürs Bett gibt und einen Rolli, wenn wir länger weg wollen. Fahren ja am 01.09 zu den Karl May Festspielen.

    Ich soll schon mal gucken, was wir so brauchen. Entlassung ist frühstens in 1,5 bis 2 Wochen.


    Chippendale

    Es ist doch nicht gemein, sondern gut, wenn du keine Hilfen gebraucht hast. Das wird bei mir anders aussehen.

    Ne klare Antwort wieviel von den plastischen Chirurgen dabei waren hab ich nicht bekommen, aber der Saal war wohl gerappelt voll. Und bei der Not OP sind alle plastischen Chirurgen aus dem Bett geholt worden.

  • Liebe Angel12 , Blutegel saugen das zu viel an Blut heraus, verdünnen es, dass es besser resorbiert werden kann und werden für diesen Einsatz unter 'sterilen ' Bedingungen aufgezogen. Sie desinfizieren sogar die Wunden. Es sind ganz liebe Tierchen. 👍Und ich freue mich zu lesen, daß es hoffentlich aufwärts geht.


    Vielleicht sprichst du mal mit dem Sozialdienst bei dir im KH. Bei mir waren die ein bisschen zäh, was die Termine anging, aber bei dir könnte das ja anders sein. Wie sollst du wissen, was du brauchst.


    Gute Besserung für dich.


    LG Sonnenglanz