• genau das ist das Problem!


    Ich beginne morgen eine neue Arbeitsstelle (die alte habe ich gekündigt wegen der ständigen Gängelei wegen Krankheit und letztendlich Mobbing vom Feinsten).


    Nun war ich ein halbes Jahr zuhause. Morgen geht´s also wieder rein ins Arbeitsleben - Halbtagsstelle aber auf 2 ganze und einen halben Arbeitstag in der Woche verteilt.


    Ich hatte ja den Vertrag, dass ich zwischen den ganzen Tagen einen Tag frei hab. Das hat sich aber zum Leidwesen des Personalchefs und noch mehr zu meinem Übel insoweit geändert, dass ich nun drei Tage am Stück arbeiten muß :hot:


    Ich hab jetzt schon Bammel, dass ich das konzentrationsmäßig nicht gebacken bekomme und habe keinen blassen Schimmer, wie ich damit umgehen soll. Nach meinen Zeugnissen halten die mich für die Stelle für überqualifiziert - und dann eier ich mit tausend Zetteln rum...


    Was würdet Ihr in meiner Situation machen oder würdet ihr mit dieser Situation umgehen?? Für Sachdienliche Hinweise bin ich herzlich dankbar!!! ?(



    LG


    Christine

  • Vielen dank für dieses Thema!
    Eigentlich bin ich ein sehr aktiver, wenn auch nicht sportlicher Mensch. Ich bin gerne in der Natur unterwegs und wusel auch gerne durch die Küche.
    Seit ich Antikörper bekomme, bin ich schon eine halbe Stunde nach dem wachwerden wieder müde.
    Es kostet mich enorme Mühe ein Gleichgewicht zwischen "Ruhe" und aktiv sein zu finden.
    Lege ich mich Mittags ein Stündchen hin, schlafe ich so fest ein, das ich oft völlig orientierungslos wieder aufwache. Auch geht mein Mittagsschläfchen meist zu Kosten der Nachtruhe.
    D.h. schlafe ich mittags- ist nachts nicht an Schlaf zu denken.
    Schlafe ich mittags nicht, habe ich Mühe es bis zur Schlafenzeit zu schaffen.


    Es hilft mir ja schon ein wenig, das es mir nicht alleine so geht.

  • ich bin auch öfters so müde, dass mich einfach nur ein Mittagsschlaf "retten" kann. Und wenn ich dann ein Stündchen tief geschlafen habe, bin ich nach dem Aufwachen fast genauso müde wie vorher. Dann habe ich mal gelesen/gehört, dass ein Mittagsschlaf, der was bringen soll, nur 20 max. 30 Min. lang sein sollte und am besten vor 15h. Habe ich dann mal - nicht ganz überzeugt, dass so was Kurzes helfen soll - mit Zeitschaltuhr ausprobiert und ... ich denke, da ist was dran :thumbup: . Die ersten Male hatte ich Schwierigkeiten bei der tickenden Eieruhr einzuschlafen und brrrr... ratterte sie schon und die Zeit war um. Aber das Einschlafen klappte dann von Mal zu Mal besser und ich fühle mich nach dem kurzen Schlaf tatsächlich erholter als bei langem Mittagsschlaf. Ausserdem belastet so ein kurzer Mittagsschlaf nicht den Nachtschlaf!
    Vielleicht magst du das ja mal ausprobieren?


    Liebe Grüße
    Wölfin :)

    Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

    (Buddha, Siddhartha Gautama, ca. 563-483 v.Chr.)

  • Hallo, Ihr Lieben,


    bin also seit 10 Jahren krebsfrei und habe immer noch mit dem Thema zu tun. Sonst würde ich mich hier nicht melden. Mir hat geholfen, in eine andere Richtung zu denken. So habe ich meine Erschöpfung überwunden:


    Was habe ich als Kind gern gemacht? Ich male gern, Handarbeiten (In der Schule..., Ihr kennt das), Sammeln, Natur, Kultur usw.
    Ja, dann war ich zu einer Vernissage und habe einen tollen Mann kennengelernt. Ja, toll mit den üblichen Eigenschaften. Wie Männer so sind. Seit 6 Jahren sind wir zusammen und haben vor allen Dingen Gemeinsamkeiten und viel Spaß, jedoch ist er nur mein Freund und nimmt mich auch trotz schiefer Brust und dem ganzen Geraffel so wie ich bin.
    Unfassbar, wie Menschen sich helfen können. Wünsche Euch allen gute Freunde und Orte, an denen Ihr diese kennenlernen könnt.
    Bis denne Angel
    PS.: Wir alle tragen Masken, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, dass wenn wir sie abnehmen, ein Stückchen Haut entfernen (Garcia)

  • Hi, noch einmal,


    Das wunderschönste Gedicht, das mir die Tränen in die Augen treibt und alles überwindet.(Habe ich seiner Zeit bei meiner Tochter im Zettelwust in der Abiklasse gefunden).


    MONDNACHT


    Es war als hätt der Himmel
    die Erde still geküsst.
    Dass sie im Blütenschimmer
    von ihm nun träumen müsst.


    Die Luft ging durch die Felder,
    die Ähren wogten sacht,
    es rauschten leis die Wälder,
    so sternklar war die Nacht.


    Und meine Seele spannte
    weit ihre Flügel aus.
    Flog durch die stillen Lande
    als flöge sie nach haus.


    Joseph von Eichendorff

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  • Hallo SunAngel!


    Gratulation zu 10 Jahren krebsfrei, ich freue mich für Dich! :hug:


    Oh, ich bin trotz Fatigue den ganzen Tag aktiv und die Krankheit ist schon lange nicht mehr mein ständiges Thema. Wenn es nach den Ärzten geht bin ich "palliativ". Aber ich habe schon vor einiger Zeit beschlossen, das ich mich von solchen Aussagen nicht mehr beindrucken lasse.
    Ich geniese jeden Tag meiner Restlebenszeit, egal ob die nun noch lang oder kurz ist-wie immer man das devinieren will. An Hobbys und Beschäftigung mangelt es mir nicht. Ich habe eher zuviel Hobbys als zu wenige.
    Eine Stubenhockerin bin ich auch nicht und um mich herum habe ich immer viel Trubel. Dazu kommt eine große, quirllige Familie die versucht mir Wünsche zu erfüllen.


    In eine andere Richtung denken, soll ich etwa daran denken, wie müde ich manchmal eigentlich bin? ?(

  • Hallo zusammen,


    "Fatigue" ist eine von vielen Nebenwirkungen, die sich noch mal in viele Facetten untergliedert! Mit meinem "Latein" am Ende gewesen zu sein, die Ärzte nicht mehr fragen zu können, weil sie keine Antworten hatten, hat mich "rotieren" lassen - bis ich erfuhr, dass es die "Deutsche Fatigue-Gesellschaft" gab, deren damaliger Vorsitzender eine Größe auf dem Gebiet war.
    Im Rahmen eines seiner Vorträge konnte ich ein persönliches Gespräch auf den Weg bringen. Er zeigte mir Wege auf, die ich eingeschlagen habe...in Bewegung zu kommen und zu bleiben! Das waren erste kleine Spaziergänge von ein paar Minuten. Mein "Belastungsmanagement" wurde wichtig, um die Grenzen der "Belastbarkeit" zu erkennen. Bei mir ging NIX....also konnte es nur besser werden.


    Fatigue ist nicht allein durch die verabreichten Therapien ein Faktor, sondern kann sich bereits nach der Diagnose einstellen - ohne operiert zu sein, ohne Therapien - egal welche - bekommen zu haben. Dass "Fatigue" bei vielen Ärzten - auch im Umgang mit onkologisch Tätigen - immer noch ein "Fremdwort", bzw. eine "Mode-Diagnose" darstellt, ist bekannt. Um DEN Ärzten klarzumachen, was es mit dem Befinden wirklich auf sich hat, hilft das Führen eines Tagebuches.


    Ob "Fatigue" oder "Posttraumatische Belastungsstörung PTBS" - es sind nahezu identische "Störfaktoren" mit allerdings unterschiedlichen Ursachen. Ich bin berentet, weil ich wegen all der Einschränkungen nicht mehr arbeitsfähig war. Entsprechende Tests habe ich in diversen Reha-Kliniken gemacht.
    Inzwischen ist es so, dass ich auf Dauer berentet wurde....und jetzt seit knapp 14 Jahren - ich bin jetzt 57 Jahre - "raus" bin. Zu leben war mir wichtiger, als mich durch die Arbeit selbst kaputt zu machen. Den Umgang mit den weiterhin aufkommenden Störungen habe ich erlenen müssen. Ich kann damit leben - aber nur, weil ich mich für EINES entscheiden habe: "Ich will leben...mehr nicht!"


    Es gibt inzwischen sehr viel seriöses Info-Material. Neben der "Fatigue-Gesellschaft" können diese auch bei der "Deutsche Krebshilfe" angefordert werden.
    SELBST aktiv zu bleiben - auch was die Beschaffung solcher Informationen betrifft - hilft! Den Willen zu haben, dafür etwas zu tun, ist ein kleiner Anfang, ein kleiner erster Schritt.


    "MACHEN"....so minimal es anfangs auch erscheinen mag, ist immer noch besser, als sich zu "verkriechen"! Ich habe mich lange "verkrochen", weil ich es damals nicht besser wusste....

  • Hallo,


    ich bemerke seit Wochen, dass ich extrem müde und erschöpft bin. Manchmal ist das so heftig, dass ich mich hinlegen muss, mich richtig krank fühle. Nach einer Weile vergeht das auch wieder, aber es kommt wieder, so wichtig in Wellen. An zu wenig Schlaf kann es nicht liegen, an der Ernährung auch nicht.


    Nun hat mich eine Freundin, die dzt. auch wegen Krebs auf Reha ist, auf das Fatigue-Syndrom aufmerksam gemacht. Hab nachgelesen und es trifft ziemlich genau zu. Anscheinend sind bis zu 80 % der Krebserkrankten davon betroffen, meist während oder nach Chemo- und/oder Strahlentherapie.


    Kennt das wer von euch? Was ist da für euch hilfreich?


    Liebe Grüße
    Elke

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Themen zusammengeführt. Grüssles Saphira

  • Hallo Elke,


    was Du da beschreibst , kenne ich nur zu gut. Du mußt dafür nicht mal eine Chemo oder Bestrahlung bekommen haben. Der Krebs allein löst das schon aus. Diese totale Erschöpfung und bleierne
    Müdigkeit kommt auch bei mir in Wellen. Ebenso wie Hitze / Frostanfälle. Was hilft? Wenn ich merke das mich die Müdigkeit versucht auf das Sofa zu zwingen, schleppe ich mich zu meinen
    Sportklamotten. Schnappe mir meine Walkingstöcke und los geht das. Der erste Kilometer ist furchtbar. Der zweite nicht besser , ich habe dann das Gefühl, gleich kippst du um. Nach 4 Kilometer geht es ganz langsam . Nach 5 fühl ich mich besser und die Müdigkeit ist weg. Dazu bedarf es aber schon einer Menge Selbstmotivation, um das in der Form durch zu ziehen.
    Vielleicht versuchtst du es mal , das schöne am Walking ist ja , das Du das Tempo selbst bestimmen kannst. :hug:

    Anfangs wollt ich fast verzagen,

    und ich glaubt, ich trüg es nie,

    und ich hab es doch getragen -

    aber fragt mich nur nicht wie?

    Heinrich Heine

  • Liebe Amberbaum,


    ich glaube, diese Erschöpfung ist vielen von uns ganz gut bekannt. Und ein "Allheilmittel" gibt es leider nicht ;( (ich hätte das auch gerne :) ). Aber es ist möglich, Strategien zu entwickeln, um besser über die Runden zu kommen.


    In der Perspektive 01/2013, S. 8 - 11, gibt es einen ganz guten Artikel zu diesem Thema. Du kannst ihn online lesen unter http://www.frauenselbsthilfe.d…ve/2013-1-Perspektive.pdf.
    Und auch die Deutsche Krebshilfe hat einen "blauen Ratgeber" zu Fatigue. Den findest Du unter http://www.krebshilfe.de/filea…aue_Ratgeber/051_0104.pdf .


    Viele Grüssles



    Saphira

  • Fatigue


    Nachdem ich alle Beiträge gelesen habe, entdecke ich mich in allen Beiträgen bis ins Detail. Dass es bis heute noch kein probates Mittel „für Alle“ gibt, macht die Komplexität der Fatigue deutlich.
    „Bis heute“ kann ich schreiben, weil mich das Thema seit 1999 beschäftigt. Damals gab es den Begriff „Fatigue“ noch gar nicht. Die Symptome zu beschreiben, war damals kein Problem – mir ging es einfach nur „hundsmiserabel“! Ob diese Nebenwirkungen durch die Krebsdiagnose, die vielen Operationen, die Chemo- und Immuntherapien ausgelöst wurden, ist bis heute unbekannt. Das „Stichwort“ der Ärzte und Therapeuten war von da an – Geduld, Geduld und noch mal Geduld.
    D
    er Geduld Herr zu werden – wer kann das? Ich nicht! Aber mir bleib nichts anderes übrig, als mich in Geduld zu üben … sprichwörtlich. Mein Start war „Bewegung“ in Form von 5-Min.-„Spaziergängen“ pro Tag. Mehr ging nicht. Im Laufe der Zeit wurde die Zeitspanne größer. Es brauchte Monate, bis ich 10 Minuten 2 Mal am Tag „losmarschieren“ konnte. Mein Begleiter – mein Hund. Die Runden wurden größer und größer. Nach den jeweiligen Runden war ich körperlich wie mental „platt“.


    Arbeit, Haushalt, „Freizeit“, Hobbies…es war nicht möglich, dem nachzugehen. Körperlich und mental ging nichts. Es folgte, was folgen musste…Rentenantrag stellen und das mit 44 Jahren. Nach der 3. Verlängerung der Berentung wurde eine Dauerrente zuerkannt – das war im Jahr 2008! Es war mir unmöglich, einer Arbeit nachzugehen…bis heute ist das so.


    In all den Jahren war ich darauf aus, der Fatigue Herr zu werden. Dafür braucht es aber Erkenntnisse. 2005 traf ich den damaligen Präsident der Deutschen Fatigue Gesellschaft. Er nahm sich meiner an. Er riet mir, was ich zu machen habe – in Bewegung kommen und BLEIBEN. „Sport“ war das nicht – das war einfach nur „Bewegung“ durch Spaziergänge und leichte Wanderungen.


    Was es damals mit der Bezeichnung „Fatigue“ auf sich hatte – das will niemand wissen! Oder doch? Simulant ist noch die harmloseste Bezeichnung. Fatigue wurde zudem als „Mode-Erkrankung“ bezeichnet. Heute gibt es zwar ein „Bild“ über diese Nebenwirkungen, aber nur bei den Fachärzten und Therapeuten im onkologischen Bereich. Allen anderen Ärzte und Therapeuten fehlt bis heute das Fach- und Detailwissen in allen Bereichen – bis heute. GUTE Ärzte stellten einen Vergleich mit dem PTBS (Posttraumatisches Belastungssyndrom) her, um überhaupt einen "Einstieg" zu bekommen.


    Nicht allein die körperliche Bewegung ist hilfreich, bzw. kann hilfreich sein. Die mentale Bewegung ist ebenso wichtig, um nicht in ein Schneckenhaus zu geraten. Eine ausgewogene Ernährung, das soziale Umfeld und viele andere Faktoren bilden eine Basis. Sich zu informieren, um zu wissen, was mit einem geschieht, gehört ebenso dazu. Die Umstände SO anzunehmen, wie sie im Moment sind, hilft bei der Bewältigung, hilft bei der Verarbeitung. Wichtig ist auch, sich mental wie körperlich NICHT zu überfordern. Zwar ist ein Trainingseffekt durchaus hilfreich - es sollte aber nie in den „roten“ Bereich führen. Das weckt den Ansporn, weiter aktiv an der Erkrankung mitzuarbeiten. Ich schreibe bewusst von „Mitarbeit“, um den Krebs und seine Nebenwirkungen in den Griff zu bekommen. Zudem ist wichtig, offen und ehrlich mich sich und seinem Umfeld umzugehen, auch mal „nein“ zu sagen, wenn ein „nein“ erforderlich scheint. Ein „nein“ zu Anderen, ist ein „ja“ zu und für sich selbst!


    Ja, es ist gut, etwas egoistischer zu werden. Egoistischer zu werden, hat etwas mit Selbstachtung und Selbstschutz zu tun. In der heiklen Situation einer Krebserkrankung mit all seinen Nebenwirkungen und Ängsten und Risiken sind das wichtige Faktoren.


    Knapp 18 Jahre nach meiner 1. Krebsdiagnose sollten noch 3 weitere folgen. Daher weiß ich sehr wohl, wovon ich spreche, wenn es um Selbstachtung und Selbstschutz geht. Mit einer Krebsdiagnose verändert sich das gesamte Leben…bewusst oder unbewusst. Der Mensch verändert sich, ohne es selbst zu merken. Wer es merkt, ist das Umfeld. Die Familie spürt das, Freund/innen, Bekannte, Arbeitskollegen, Nachbarn spüren das…nur der Betroffene selbst meistens nicht. Daher ist der Umgang miteinander so wichtig. Redet miteinander…denn auch „die Anderen“ haben ihre Sorgen und Ängste und Nöte und wollen diese loswerden. Auch das hilft, mit den Umständen von Nebenwirkungen (wie Fatigue) umgehen zu lernen – das ist möglich….ich weiß, wovon ich rede.


    Neulich wurde ich hier im Forum als „Langzeitüberlebender“ bezeichnet. Das macht mich selbst ein bisschen stolz, weil ich konventionelle wie unkonventionelle Wege gegangen bin. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!“ Also…macht etwas, was euch seriös erscheint.


    Sooooooooo viel mehr gäbe es noch dazu zu schreiben………… ;-)


    Mannix

  • recht vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag.
    Ich muss gestehen, zuerst dachte ich: O je, soll ich das alles lesen?
    Aber wie du merkst, hab ich es getan und --- es lohnt sich!!!
    Ich finde den Beitrag wirklich gut und sehr hilfreich.
    Für mich selber hab ich diese Zeilen von dir ausgewählt und werde mir besonders den 2. Satz hier unten merken!

    Zitat

    Zudem ist wichtig, offen und ehrlich mich sich und seinem Umfeld umzugehen, auch mal „nein“ zu sagen, wenn ein „nein“ erforderlich scheint.
    Ein „nein“ zu Anderen, ist ein „ja“ zu und für sich selbst!

    Aber auch den Absatz weiter unten mit dem Umfeld ..und dass sich der Mensch verändert...., werde ich mir merken!
    Damit hast du ja so Recht!


    Lieben Gruß
    von Mohnblume

    Eine Tür ist selten ganz verschlossen.
    Manchmal muss man nur den passenden Zeitpunkt zum Anklopfen finden!

  • Lieber Mannix, ich habe deinen Beitrag aufmerksam gelesen. In vielem stimme ich dir zu, in manchem nicht.... So habe ich sehr deutlich und früh, noch vor meiner Umwelt, gemerkt, dass ich mich nach meiner Diagnose verändert habe, ich habe recht schnell gelernt, mich abzugrenzen und auch mal nein zu sagen, habe von mir aus meine Arbeitszeit reduziert (natürlich bei entsprechenden Abzügen), um nach Beendigung der Akuttherapie mehr Zeit für meine Bedürfnisse zu haben.
    Aber eigentlich schreibe ich, weil ich immer davon ausging, Fatique wäre eine Folge von Chemo/Strahlen. Beides ging an mir vorüber, ich kam mit 6 OPs (in 5 Monaten) davon - die dürften nach 21 Monaten körperlich überwunden sein. Dennoch: Ich bin nicht mehr so belastbar wie vorher, zu viel auf dem Plan überfordert mich und löst Stress und manchmal fast Panik aus, meine Konzentrationsfähigkeit hat gelitten (ok, immer noch mehr als durchschnittlich, aber nichts im Vergleich zu vorher!), mein Gedächtnis lässt mich deutlich häufiger im Stich, von meinem legendären ¨Elefantengedächtnis¨ kann nicht mehr die Rede sein... Haben diese Dinge etwas mit Fatique zu tun? Oder werde ich einfach nur älter? Oft weiß ich das absolut nicht, wie ich auch nicht weiß, ob körperliche Macken nun Folge des Alters sind oder der Behandlung oder der Medis.....
    Manchmal weiß ich auch nicht, ob das nicht eigentlich egal ist - es ist, wie es ist - und es gilt, das Beste daraus zu machen! Und genau das ist mein Plan!

    ***********************************************************************************

    Lebe dein Leben hier und jetzt - und verschiebe nichts auf irgendwann und irgendwo.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Sonnenblümchen ()

  • Liebe "Foris",


    im Umgang und mit der Bewältigung von Fatigue gibt es kein "richtig" oder "falsch". Wichtig ist, dass eine Maßnahme hilfreich ist.
    Auch ich war mal mit einem "Elefantengedächtnis" versehen, was sich mit der Erkrankung zu verabschieden schien. Konzentrationsprobleme, nachlassende Merkfähigkeit, kognitive Einschränkungen, körperliche Probleme, Einschlaf-/Durchschlafstörungen, morgens "gerädert" aufstehen, Hitzewellen, Schüttelfrost, Lustlosigkeit, sich nicht zu irgendetwas aufraffen können - das waren jahrelange "Begleiter". So konnte es nicht weitergehen. Ich war zu jung.
    Dass ich mich mit der Situation beschäftigen musste, lag auf der Hand. 8 Reha-Maßnahmen haben dazu beigetragen, "verstehen" zu lernen, ohne die Situation akzeptieren zu können. Auch da blieb keine Wahl - ich musste lernen zu akzeptieren. Die Psychotherapeuten haben mir knallhart gesagt, wie die Fakten aussahen.
    Dass ich mich verändert habe, war deutlich zu spüren - besonders dann, als ich bedingt durch meine Situation dem Chef-Mobbing ausgesetzt war. Ich konnte mich nicht wehren. Konsequenz daraus...den Betrieb durch meine Antragstellung auf Berentung schnellstens zu verlassen, nachdem eine weitere Krebsdiagnose gestellt war.
    NICHTS ist nach einer Krebsdiagnose mehr so, wie es vorher war! Darüber müssen sich alle Betroffenen im Klaren sein. Und die Angehörigen verändern sich ebenso, auch wenn sie es selbst nicht bemerken. Betroffene wie Angehörige versuchen, wieder "Normalität" aufkommen zu lassen. Es wird eine total veränderte Normalität sein. Darüber gilt es zu reden.
    Ja...jeder muss seinen eigenen Weg finden, um die Phasen der "Schübe" zu überstehen. Sinnvoll ist dabei, sich auf keinen Fall zu überfordern - weder körperlich noch mental. Es macht keinen Sinn, ständig den inneren Schweinehund zu überwinden, wenn wirklich nichts "geht"! Die Zeiträume zwischen den "Schüben" auszuweiten, ist schon ein großer Erfolg. Wenn dann noch die "Schübe" an sich verkürzt werden, ist das ein weiterer großer Erfolg.
    Als nächstes folgte bei mir, sich lösbare Aufgaben zu stellen, sich Ziele zu setzen, ohne sich zu überfordern. Diesen Anforderungen habe ich mich gestellt und aus freien Stücken entschieden, wann ich eine Aufgabe angehe. Es gab dabei niemals ein "morgen mache ich das", sondern immer ein "jetzt mache ich das, weil ich mich JETZT gut/besser fühle". Ich wusste nie, ob ich am nächsten Tag überhaupt in der Lage war, die mir selbst gestellte Aufgabe anzugehen. So kam es zu großen Erfolgserlebnissen, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Im Hinterkopf hatte ich immer die Option: wenn eine gestellte Aufgabe zu anstrengend wird, breche ich sie ab. Selten habe ich abbrechen müssen.
    2006 und 2007 habe ich jeweils an einer Wanderwoche teilgenommen. 5 Tage wandern, jeden Tag 20 Km! Zuvor gut trainiert zu haben, war jeweils meine Basis. So anstrengend es war, so sehr habe ich mich gefreut, nicht "umzukehren". In einer solchen Situation habe ich ein Gipfelkreuz in meiner Gegend erreicht - 3 Jahre nach meinem gefassten Plan, dass schwer zugängliche Gipfelkreuz zu erreichen - verbunden mit mehr als 1000 Höhenmetern.
    Die moderate Herangehensweise war es, die mir - ohne es zu ahnen - geholfen hat. Das war EIN Schlüssel, um mit den oben beschriebenen Umständen leben und zurecht zu kommen. Viel Bewegung, viel frische Luft, gute Ernährung, viel trinken, ausreichend Schlaf, Musik, Tanzen beim "Danse-Vita" (Danse-Vita ist eine tanztherapeutische Therapie, bei der es keinen "Takt" braucht, um sich zu bewegen). Geholfen hat mir zudem auch meine spirituelle Einstellung. Geholfen hat mir viel Literatur, eine Selbsthilfegruppe, viele Vorträge, Seminare...und vor allem - da wiederhole ich mich - der offene und ehrliche Umgang mit mir selbst und zum Umfeld.
    Oberste Maxime - MACHEN, ohne zu viel nachzudenken, ob (etwas hilft)!


    Mannix

  • Hallo, ihr Lieben,


    ich hatte keine Chemo, keine Bestrahlungen.
    Auch ich fühle mich oft wie ausgelutscht und denke, das hängt mit der Krankheit zusammen.
    Sicher bin ich mir aber nicht. Es kann auch das Älterwerden oder die Arbeitsdichte (den Begriff habe ich neulich erst gehört) sein.
    Ich nehme mir vor, mehr auf mich zu achten und öfter mal Fünfe gerade sein zu lassen. - Das klappt leider nicht so oft.
    Aber ich bin schon mit der Einsicht zufrieden, dass ich auch mal NEIN sagen kann und mir einzugestehen, wenn ich nicht mehr kann (auch nicht mehr alles will).


    Liebe Grüße, Suse

  • Suse, mir geht es wie dir... K.O. ohne Chermo und Bestrahlung, aber eben drei große OPs und Tamoxifen. Dazu Lymphprobleme.... ich fühle mich auch alt.


    Bis zur Rente hätte ich aber noch 18 Jahre :hot:



    Bin gerade in der Wiedereingliederung und kann jetzt schon sagen, voll arbeiten würde ich nicht mehr schaffen.
    Dann MUSS es eben so gehen... was hilft das Geld auf dem Konto, wenn wir wieder erkranken?


    Aber etwas mehr Verständnis wäre schön... wenn die Schwerbehinderung abläuft, sollen wir dann wieder funktionieren wie vorher????

  • Fatigue - auch ohne Chemo und Strahlen? Ja, Fatigue auch ohne Chemo und Strahlen!


    Seit ein paar Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema, weil es mich selbst betrifft. Immer wieder haben mir die Nebenwirkungen die Beine weggerissen. Um der Problematik irgendwie auf den Grund zu kommen, habe ich mich an das gehalten, was mir ein Gefühl sagte - moderate Beschäftigung mit was auch immer. Auch leichte körperliche Betätigung zählte dazu. Wenn es mich wieder mal "erwischt" hatte, habe ich die Situation als "heute ist nicht mein Tag" beschrieben.


    In diesem Forum ist schon viel über Fatigue und "Chemobrain" geschrieben worden. Alle Beiträge haben mir geholfen, die Situation besser zu verstehen. Bereits in 2012 wurde ein Artikel geschrieben, der sich mit "Chemobrain" befasst. Aus dem Artikel geht hervor, dass allein die Diagnose "Krebs" das "Chemobrain" hervorrufen kann.


    Gerade heute habe ich in einem Artikel gelesen, der sich auf diese Pressemitteilung stützt: http://www.uni-muenchen.de/for…hermelink_chrombrain.html


    Dass diese Erkenntnisse zunächst mal aus Skepsis stoßen, sehe ich ein. Aber - wer mit den Umständen dieser Nebenwirkungen zu tun hat, nutzt jede Information, um evtl. eine Erklärung zu bekommen, warum diese Situationen einen regelrecht lähmen (können)!


    Ganz sicher ist - die Forschung schreitet voran. Sicher ist auch, dass es für Krebsbetroffene immer noch viel zu langsam ist. Seit knapp 18 Jahren bin ich betroffen. Weil ich mich in dieser Richtung mit vielen Dingen beschäftigt habe, konnte ich das eine oder andere viel besser verstehen....so auch jetzt die Umstände um´s "Chemobrain", was in einigen Bereichen durchaus mit "Fatigue" gleichzusetzen ist.


    Etwas mehr zu wissen, hilft bei der Bewältigung einer Erkrankung....


    Mannix

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Saphira () aus folgendem Grund: Zitat entnommen (s. Forumsregeln).

  • Liebe Foris,


    in meinem vorherigen Beitrag ging es um "Fatigue" und "Chemobrain"! Meine ursprüngliche Ausführung ging auf eine andere Quelle zurück. Diese Ausführung wurde durch den jetzt eingefügten Link ersetzt. Inhaltlich stimmt die ursprüngliche Information mit den jetzt zugänglichen Infos überein.


    Sowohl Fatigue als auch Chemobrain kann bei Patient/innen mit Brustkrebs - ja, auch Männer können Brustkrebs bekommen - wie auch bei anderen Krebserkrankungen auftreten. Der in meinem vorherigen Beitrag eingefügte Link bezieht sich ausschließlich auf Brustkrebs. Aus meiner Sicht wird das Erscheinungsbild daher zu sehr auf Brustkrebs gelegt.
    Aus jahrelanger Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe weiß ich, dass allein die Diagnose "Krebs" eine sehr belastende Situation mit sich bringt. In der hiesigen SHG waren neben Brustkrebs-Patientinnen auch einige andere Betroffene mit anderen Krebsarten. Inzwischen weisen alle namhaften Quellen aus, dass sowohl Fatigue als auch Chemobrain Betroffene mit anderen Krebsarten treffen kann.
    Wie mit den Informationen umgegangen wird, entscheidet jeder selbst. Diese Informationen können daher nur ein kleiner Hinweis sein.
    In all den Jahren habe ich mich bemüht, an aktuelle Informationen zu kommen, auch wenn ich keiner SHG mehr angehöre. Es gibt sehr gute Quellen, die Newsletter als Online-Version zur Verfügung stellen und auch Quallen, die einen Newsletter als kleine Broschüre zur Verfügung stellen. Ein öffentliches Benennen dieser Quellen ist hier nicht gestattet.


    Einen Tipp habe ich noch - wenn ihr irgendwelche Beschwerden spürt, und seien diese auf den 1. Blick noch so unerheblich, redet mit euren zuständigen Ärzten und Therapeuten. Als ich in der Akutphase war, habe ich Dinge bemerkt, die mir zuvor unbekannt waren. Als ich die Umstände der Beschwerden kannte, relativierte sich einiges. Ebenfalls von Krebs Betroffene sagten vielfach: "Das hatte ich auch! Das vergeht wieder!" Ich bekam allerdings auch gesagt, bestimmte Beschwerden sofort abzuklären, was ich auch gemacht habe. Es lässt sich nicht immer alles "wegwischen", was eine Krebs-Diagnose mit sich bringt, ob mit oder ohne OP, Chemo-, Strahlen-, Immun-, Antikörper- oder sonstigen Therapien!


    Mannix