Angst vor der Chemo

  • Hallo Ihr,


    am 14.8. bekomme ich meine erste Chemo von 4xEC und danach 12x Pacli.

    Ich hab mich nach einigen Überlegungen dafür entschieden, sie zu machen.

    Jetzt entwickle ich gerade so eine panische Angst vor den Folgeschäden, dass ich am liebsten alles abblasen würde. Morgen wird der Port gelegt.

    Ich will nur noch weglaufen.

    Heute Morgen, als ich als mein OK gegeben hab, war ich noch stark und überzeugt...und jetzt weiß ich nicht mehr weiter ;(

  • Liebe Windfarbene

    Die Chemo ist zwar nicht einfach aber es ist zu schaffen. . Gegen die Nebenwirkungen gibt es etliche Medikamente und man kann auch selbst ein klein wenig dazutun.

    Ich bin vor 11 Jahren das erste mal an doppelseitigem Brustkrebs mit Lymphknotenbefall erkrankt und habe auch die EC Chemo alle 14 Tage und in einer höheren Dosis bekommen. Hatte zwar zeitweise etwas Übelkeit aber das hielt sich in Grenzen . Bin auchjeden Tag spazieren gegangen . Zeitweise hab ich sogar Nordic Walking gemacht .

    Die Bewegung an frischer Luft hat mir gut getan. Gegen Übelkeit half mir Ingwertee . Den habe ich mir immer selbst gemacht. Habe auch hin und wieder mit Salbeitee gegurgelt um Schäden an der Mundschhleimhaut vorzubeugen.

    Zu Beginn hatte ich auch Angt vor der Chemo . Ich liess diese Angsteine gewisse Zeit zu . Danach liess ich alles auf mich zukommen. Mir war klar dass ich keine andere Wahl hatte , um den Krebs los zu werden.

    Nach der ersten Chemo , als ich gemerkt habe dass ich gut betreut werde , liess die Angst nach . Hatte mit den Pflegekräften auch über diese Angst gesprochen. Ich hoffe und drücke Dir die Daumen , dass Du auf verständnisvolle, geduldige , kompetente Pflegekräfte und Ärzte triffst. Die passen schon auf Dich auf . Wenn etwas ist musst Du Dich sofort melden . Bei uns sitzt man in so Liegestühlen mit Nachtschränkchen und Klingelschnur.Wir sassen meist zu sechst im Zimmer und haben uns viel unterhalten um die Zeit zu vertreiben. Auch jetzt bei meiner Zweiterkrankung war das so , als ich noch die Chemo über Infusion bekommen hatte.

    Wünsche Dir alles Gute für die Portlegung morgen. Nur Mut , lass es auf Dich zukommen . Du schaffst es wie wir alle hier . Du bist nicht alleine , wir Foris drücken unsere magischen Daumen. :thumbup::thumbup:im Daumendrück Strang. :)

    LG alesigmai52

    Die Zeit heilt nicht alle Wunden,sie lehrt nur
    mit dem Unbegreiflichen zu leben
    Rainer Maria Rilke

  • Liebe Windfarbene,

    diese Zerrissenheit kennen hier auch viele. Du hast selbst vorhin geschrieben, dass du das Gefühl haben möchtest "alles getan zu haben". Das hättest Du mit der Chemo, mehr geht im Augenblick nicht. Ich bin sicher, irreparable Folgeschäden wirst Du nicht davon tragen, NW für eine Weile aushalten schon, aber in der Regel sind unsere Körper schon sehr gut in der Lage, sich von der Chemo wieder vollständig zu erholen. Du kannst während der Therapie eine Menge Gutes für dich und deinen Körper tun und wenn Du bisher gesund und ausgewogen gelebt hast, wirst du die Chemo auch relativ gut wegstecken. Ich finde es immer schwierig die Chemo als Gift zu sehen, eigentlich ist es unser Helfer in größter Not. Unsere Körper haben es - warum auch immer - nicht geschafft, sich gegen sich ausbreitende Krebszellen zu wehren und nun brauchen sie Hilfe. Selbst nach OP, können Spuren im Körper unterwegs sein und sich irgendwann, irgendwo bei geschwächtem Immunsystem wieder ausbreiten. Ich will das für mich nicht, daher mache ich das alles mit.

    Mit einem Ablehnen der Chemo würdest du vielleicht nur eine Angst gegen eine andere Angst eintauschen. Die eine Angst wäre irgendwann überwunden die andere hättest du dein Leben lang.

    Ich wünsche Dir mehr Vertrauen in deine Stärke und deinen Körper, der dir das irgendwann verzeiht, was er mit der Chemo aushalten muss.

    LG

    Ute

    Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. (Laotse)

  • Liebe Windfarbene,

    Deine Angst ist verständlich. Immerhin lässt Du freiwillig massenhaft Chemie in Deinen Körper fließen. Sieh diese Chemie als Deinen Verbündeten im Kampf gegen mr. K.

    Verbündete stehen auf der selben Seite uhd haben ein gemeinsames Ziel. Auf dem Weg zum Ziel kann man sich schon mal uneins sein und so bist Du vielleicht nicht mit allem einverstanden, was Dein Verbündeter mit Deinem Körper anstellt. Dafür hast Du dann eine höhere Instanz, Deine Ärzte. Die greifen in solchen Fällen schlichtend/regulierend ein. Sag einfach sofort Bescheid, wenn sich irgendetwas nicht gut/richtig anfühlt.

    Du schaffst die Chemo ganz bestimmt!

    Alles Gute für morgen und glG, Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!

  • Liebe windfarbene,

    Ich kann mich den vorschreiberinnen nur anschliessen. Wenn du die erste Chemo hinter Dir hast und weisst wie es läuft dann legt sich auch deine Angst. Ich hatte das Große Glück dass wir beim ersten termin zu zweit waren. Wir waren uns am Empfang begegnet, hatten beide Angst und haben uns geschworen dass wir das nun gemeinsam durchziehen. Mittlerweile würde ich uns als Freude bezeichnen. Letzte Woche hatten wir die letzte chemo und haben es wirklich zusammen geschafft.

    Aber auch die andere Frauen in der chemotruppe waren toll.

    Du schaffst das. Und wenn es mal schwierig wird unterstützen wir dich,

    Liebe Grüsse

    Heideblüte

  • Liebe Windfarbene,


    diese Zerrissenheit ist ganz normal. Auf der einen Seite will man alles tun, um den Krebs zu bekämpfen, auf der anderen weiß man, dass es auch einige Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Ich stand zwar nicht vor der Frage ob Chemo oder nicht, da mein kleiner Mistkerl der Chemo grundsätzlich die Zunge rausstreckt und sie nur auslacht, aber meine Entscheidungen, was die Therapie anging, waren auch nicht leicht. Am Ende habe ich auch alles gemacht, was mir die Ärzte geraten haben. Es war eine harte Zeit, aber ich weiß, wofür ich das gemacht habe.

    Du schaffst das schon, besonders mit den guten Tipps, die dir die anderen hier geben können.


    LG Danka

  • Lebe Windfarbene

    Ich hatte auch die Entscheidung ob ich Chemo mache

    und ich habe mich dafür entschieden

    hab sie jetzt schon durch und die Bestrahlung auch

    Ich hatte bein ersten mal auch Angst

    weil mann nicht weis was auf einem zu kommt

    aber du wirst sehen es ist nicht schlimm

    beim zweiten mal ist die Angst weg

  • Hallo Windfarbene,


    ich fange am 09.08. mit der Chemo an, mit dem gleichen Plan (3xEC, 12xPacli). Vielleicht können wir uns gegenseitig beistehen?

    Die Voll-Mastektomie steht mir noch bevor.


    Ich bekomme vor dem ersten Mal keinen Port, da haben sie wohl durch Urlaubszeit Terminprobleme. Grrr!


    Gestern ein Abdo-Rönten bekommen, zumindest glaube ich das. Bin mir total unsicher für was das war. Irgendwie fürs kardiologische glaube ich weil ich dabei tief einatmen musste. Werde ich nächste Woche nachfragen.

  • Liebes Busenwunder,


    das fände ich klasse, wenn wir uns in den nächsten Monaten- und darüber hinaus -beistehen!!!:hug:

    Du hast dann allerdings ein paar Tage Vorsprung.

    Ich hab meinen Port am Donnerstag Vormittag bekommen.Hatte eigentlich einen Termin für nachmittags.Trotz Frühstück im Bauch sollte ich dennoch schon kommen.Ich durfte daher zwar nicht richtig schlafen gelegt werden, aber so im Halbdusel konnte ich dem Rumporkeln interessiert folgen^^Sehen mag ich sowas allerdings gaaaaaar nicht...brauchte ich auch nicht:Kopf unter Tuch^^

    Heute merke ich kaum noch etwas.Grabbel immer mal nach dem Port.Auf der Seite liegen geht auch schon problemlos.

    Vielleicht klappt die Portsetzerei bei dir auch reibungslos, wenn die Docs dann alle erholt aus dem Urlaub zurück sind:)

    Am Mittwoch ist bei mir der Herzultraschall.

    Da denke ich feste an dich.Um wie viel Uhr bekommst du den ersten Cocktail?

    Die Abdomen- und Lungen-CTs waren bei mir im Rahmen der Staging-Untersuchungen.Hast du da schon alles durch?

    Bei mir war die Leber auffällig und es wurde noch ein MRT gemacht.Wie sich herausstellte, hab ich ein Hämangiom und eine Leberzyste.Ach...und eine Nierenzyste.

    Wer suchet, der findet.


    Liebe Manuela, Danka, Heideblüte, Kirsche, Ute63, Alegsimai52

    :hug::hug::hug::hug: feste Umärmelungen für euer Mutmachen:!:Es hat gewirkt:!:


    Nach der großen Panik hat sich jetzt ein Schutzmäntelchen um die Seele gelegt.


    gLG Windfarbene

  • Liebe Windfarbene,

    ich kann sooo gut verstehen, was dich vor dem Beginn der Chemo umtreibt. Ich hatte auch riesige Zweifel, ob das der richtige Weg für mich ist und ob man dauerhaft nicht mehr zerstört als profitiert. Als ich dann noch bei einem Alternativmediziner war, der mir von der Chemo abriet, war ich total verunsichert. Ich habe mich dann doch für den schulmedizinischen Weg entschieden, mit dem selben Chemoprogramm, das du jetzt machen wirst. Das meiste hab ich jetzt geschafft, es bleiben noch 5 Paclis. Besonders die erste EC hat bei mir sehr reingehauen und ich dachte, das schaffe ich alles nicht. Es war so heftig, zumal es mir ja davor richtig gut ging. Aber danach wurde es eigentlich immer leichter. Ich wusste, was mich erwartet und konnte mich besser darauf einstellen. Ich habe versucht, mich immer viel zu bewegen, bin jeden Tag spazieren gegangen und bei den Paclis kann ich sogar walken. Im Rückblick bin ich sicher, es war die richtige Entscheidung. Ich hätte mir furchtbare Vorwürfe gemacht, wenn ich gegen den Rat der Ärzte einen anderen Weg gegangen wäre und es wäre schief gegangen.

    Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft für die Zeit der Chemo. Stell alle Fragen die du hast. Hier im Forum sind so viele Spezialistinnen da ist immer eine, die weiter weiß. Du wirst sehen, es ist zu schaffen.

    Alles Liebe

    radaev

  • Liebe radaev,


    gaaaaaanz lieben Dank für deine verständnisvollen und mutmachenden Worte! Auch dass du nicht verschweigst, wie heftig die Chemo sein kann.

    Ich finde diese Unberechenbarkeit fast am schlimmsten.

    Und dass hinterher die Folgeschäden so groß sein können.

    In den nächsten Tagen werde ich mir ErsteHilfe -Maßnahmen gegen die häufigsten NW aufschreiben und entsprechende Mittelchen bereit stellen.

    Gestern habe ich mir Mützen und Schlafkäppchen bestellt.

    Trotz der Ungewissheit möchte ich mich etwas vorbereiten.

    Und selbst da weiß ich nicht, ob ich damit bei mir blöde Erwartungshaltungen an NW nähre...

    Manchmal überfällt mich immer noch das Gefühl, ich bin im falschen Film. Oder in einem schlechten Traum.:(


    Ich wünsche dir, dass die nächsten 5 Wochen Paclis wie im Flug vorbei gehen und du diesen Teil des Weges endgültig hinter dir hast!

    Brauchst du denn noch OP und/oder Bestrahlung, AHT?


    Ganz liebe Grüße

    Windfarbene

  • Liebe Windfarbene,

    ich kann dir nur empfehlen, dir nicht zu viele Gedanken über potentielle Nebenwirkungen der Chemo zu machen. Auch nicht über entsprechende 1. Hilfe. Ausser vielleicht Ingwerwurzel bereithalten für Tee gegen Übelkeit. Entsprechende Medis dagegen bekommst du bei der Chemo rezeptiert oder gleich mitgegeben.

    Nähre die Erwartungshaltung nicht! Versuche, ganz entspannt hinzugehen und an Nebenwirkungen nicht zu denken. Hat mir oft geholfen.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommenden Behandlungen und wenig Nebenwirkungen!

    LG Katzi64

  • Liebe Windfarbene,

    das klingt sehr vernünftig, auch wenn es dir vielleicht schwerfällt.

    Koche während der Chemozeit möglichst nicht dein Lieblingsgericht, es ist recht oft so, dass man dagegen dann eine Aversion entwickelt. Warum, kann ich auch nicht erklären, ist aber eine Erfahrung von vielen Betroffenen. Wär ja schade!

    LG Katzi64

  • Liebe Windfarbene,

    ich bin schon operiert, weil es zunächst hieß, ich bräuchte keine Chemo. Dann ergab der Onkotype aber, dass sie doch sinnvoll ist. Nach der Chemo kommen noch Bestrahlungen und AHT mit Aromatasehemmern und Bisposphonate. Also das volle Programm.

    Ich habe mich vor der Chemo auch mit allem eingedeckt, was man evtl brauchen könnte. Z.B. Mundspray, Nasensalbe, Abführmittel, Augentropfen, verschiedene Tees und Ingwer. So nach und nach hab ich auch alles gebraucht und fand es gut, es zu Hause zu haben.

    Warte erst mal ab, was du essen magst. Mir hat während den ECs in den ersten Tagen nur wenig geschmeckt. Am besten ging Fenchel-Möhren-Salat mit Zitrone. Kohlehydrate wie Nudeln haben mir gar nicht geschmeckt, obwohl ich sie sonst sehr mag. Aber das ist wohl sehr verschieden. Aber es stimmt, was ich am Chemotag gegessen habe,schmeckt mir dauerhaft nicht mehr, also auf keinen Fall was vorbereiten, das du sehr gerne magst. Lieber etwas, auf das du später gut verzichten kannst. Ich habe stark gewürzte Tüten Suppen gegessen.

    Meine Haare habe ich nicht verloren weil in meiner Klinik die Kältekappe angeboten wird. Das hat bei mir gut funktioniert. Aber trotzdem hatte ich mir Mützen und Tücher besorgt, nur für den Fall. ...

    Du siehst, da bin ich dir wohl ähnlich, was das Vorsorgen angeht.

    Liebe Grüße

    radaev

  • Also ich habe mir immer am Vortag was vorbereitet (mehr als ich brauchte um etwas Auswahl zu haben) da ich - wenn ich endlich zu Hause war- nur schnell was essen und ins Bett wollte.

    Meine Lieblingsgerichte habe ich mir dann gekocht, wenn ich Appetit drauf hatte. Ich habe zwar keine Aversion dagegen entwickelt, aber ich war oftmals enttäuscht, weil es einfach nicht schmeckte wie erwartet. So langsam kehren meine Geschmacksnerven zurück und ich mag immer noch Dinge essen, die ich während der Chemo gegessen habe. Hab während der Paclis mächtig Süßes gefuttert und gehofft, dass ich dagegen eine Aversion entwickel. Hat aber nicht funktioniert. Beim Essen bin ich wohl ziemlich schmerzbefreit.

    Was aber nicht geht: ich hatte mir vor der Chemo eine leichte Kuscheldecke gekauft (wir mussten die uns selbst mitbringen), wenn ich die sehe, habe ich diesen widerlichen Geruch in der Nase, den ich immer während der Chemo roch. Das ändert sich auch nach mehrfachem Waschen nicht. Die schmeiße ich demnächst in den Altkleidercontainer.

    LG

    Heideblüte

  • Also ich hab in der Chemo auch alles gegessen

    auch mein Lieblingsessen

    Aber am liebsten war mir in der Chemo Fleischsalat, Spezi zum trinken und Chips

    bis auf das Spezi mag ich noch alles auch mein Lieblingsessen

  • Liebe Windfarbene,

    ich bin auch der totale Vorsorgefreak. Schau einfach mal in mein Profil, wenn Dich jeine Chemovorsorge interessiert.

    LG Kirsche

    1-2-3-4 diesen Kampf gewinnen wir.
    5-6-7-8 das Schalentier wird platt gemacht!


    Alles wird gut - eine andere Option gibt es nicht!