Assindia - Partner erkrankt - 30 und bald Witwe

  • Hallo zusammen, dies ist mein erster Beitrag hier im Forum.


    Aktuell suche ich jede Hilfe die möglich ist. Mein Partner, ebenfalls 30 leidet unter einer sehr seltenen Krebsart. Gut ein Jahr haben wir nun gekämpft. Weder chemo noch OPs noch Bestrahlung hat angeschlagen. Seit wenigen Tagen verschlechtert sich sein Zustand sodass wir nun nur noch von wenigen Wochen ausgehen.


    Auch wenn es sehr egoistisch von mir ist, habe ich große Angst vor dem Alleinsein. Ich bin froh wenn er nicht mehr leidet...aber warum muss das alles so enden?


    Ich bin 30, habe vermutlich noch mehr als ein halbes Leben vor mir und muss weitermachen. Ich werde mit Sicherheit noch viele schöne Sachen erleben, nur leider alle ohne ihn. Dies trifft mich sehr, ich kann mir ein Leben ohne ihn einfach nicht vorstellen. Und doch wird bald der Punkt kommen und er ist weg. Keiner der zu Hause auf einen wartet, keiner den man immer mit seinen Gedanken belästigen kann, einfach alleine. Und davor habe ich Angst. Alleine sein und alleine weiterleben...

  • Hallo Assinda,


    ich bin auch ziemlich neu hier aber erlaube mir dich ganz lieb zu begrüßen, auch wenn der Anlaß ein furchtbarer ist.

    Es tut mir sehr leid daß die Behandlung bei deinem Mann (wenn ich ihn so nennen darf) nicht angeschlagen hat. Es ist gut, dass du dich hier gemeldet hast, denn hier sind wunderbare Menschen die dir gerne beistehen möchten.


    Möchtest du davon erzählen welche Behandlung er nun bekommt, um sein Leiden zu lindern?


    Ich selbst bin vom Krebs betroffen aber meine größte Angst gilt meinem Mann und meiner Familie. Vor meiner Diagnose war ich immer sicher daß mein Mann vor mir sterben müsste (da gibt es Gründe) und ich konnte mir wie du nicht vorstellen wie mein Leben ohne ihn aussehen soll. Ich liebe ihn unendlich. Mein Gedanke seit meiner Diagnose ist, das ich mir nichts mehr wünsche als daß er glücklich ist, auch und besonders wenn ich vor ihm sterben werde. Vielleicht geht es deinem Mann auch so.


    Ich bin mir sicher daß du nicht alleine sein wirst denn du wirst Freunde und vielleicht Familie haben, die dir beistehen. Das verspreche ich dir, ohne dich zu kennen. Du wirst eine furchtbare Zeit durchstehen müssen aber es wird ein Licht am Ende des Tunnels auf dich warten. Da du dich schon aktiv hier gemeldet hast, kann ich dich darin nur bestärken, suche dir Unterstützung. Manche Menschen wissen nicht, wie sie mit so einem Schicksalschlag umgehen sollen, daher sind viele froh, wenn du sie aktiv um Hilfe bittest.


    Wenn dein Mann wirklich sterben muß (und das müssen wir im Endeffekt alle), dann kannst du ihm deine Liebe dadurch zeigen, daß du ihm den Abschied leicht machst. Es gibt den Moment wo man jemand gehen lassen muß, damit er Frieden findet.


    Ich weiß nicht ob es bei ihm soweit ist und ich hoffe daß ich deine Trauer und Verweiflung nun nicht auch noch mit meinen Worten vergrößere. Bitte verzeih mir wenn dem so ist.


    Fühl dich umarmt

  • Liebe Assindia,


    ich kann Deine Ängste gut verstehen.

    Aber ich kann Dir auch sagen: das Leben geht weiter! Ganz bestimmt und ganz gestimmt werden auch für Dich wieder glückliche Tage kommen.

    Ich spreche aus Erfahrung. Ich verlor meinen Mann (35 Jahre) von jetzt auf gleich. Er starb an einem Herzinfarkt, ohne jemals etwas am Herzen gehabt zu haben. Ich war gerade 30 Jahre alt.


    Du hast jetzt erst einmal eine schwere Zeit vor Dir. Zu wissen, dass der geliebte Mensch nicht mehr lange zu leben hat, ist sehr schwer. Aber Du hast ja schon erkannt, dass es für ihn besser sein wird, wenn sein Leiden auch ein Ende findet. Danach beginnt für die wirklich eine traurige Zeit, denn Du wirst sicherlich erst einmal in ein tiefes Loch fallen. Nichts mehr bleibt zu tun für den geliebten Menschen, nichts füllt die Zeit.

    Habt Ihr schon Hilfe durch einen Psycho-Onkologen? Die solltet Ihr beide nutzen und später solltest Du Dir in Deiner seelischen Not auch weiterhin helfen lassen.

    Es ist recht schwer, aber ich kann Dir nur nochmals versichern, frau schafft das!!! Ich bin jetzt übrigens 64 Jahre alt und darf mich selber mit Brustkrebs rumschlagen. Du siehst, frau überlebt auch mit anfänglicher Trauer recht lange und durchaus mit vielen glücklichen Zeiten.


    Alles Gute für Euch beide in dieser schweren Zeit.


    LG Wally

  • Vielen Dank schon einmal für eure Worte! Mit psychologischer Hilfe ist es nicht so einfach. Die kassenärztlichen Therapeuten hier haben Wartezeiten über ein Jahr, wenn sie denn überhaupt antworten.


    Den psychoonkologen treffen wir am Mittwoch, allerdings wird dieser uns nicht Betreuen mangels Zeit, da geht es nur um akute Tipps.


    Ich habe mir hier über diese Seite eine Gruppe für die nächste Woche rausgesucht. Da werde ich wohl mal hingehen.


    Noch ist er fit. Wir behandeln derzeit seine Schmerzen mit verschiedenen Schmerzmitteln und organisieren für den Fall der Fälle eine ambulante Palliativpflege.

  • Liebe Assinda,

    auch ich möchte dich herzlich Willkommen heißen in unserem Forum. Deine Ängste sind verständlich. Seit ich an Brustkrebs erkrankt bin, denke ich viel darüber nach, wie ich es meinem Mann leicht machen kann wenn es soweit ist. Aktuell bin ich zwar durch die Therapien durch, aber auch ich weiß es nicht ob es das war oder ob wieder was kommt.

    Dein Mann ist, wie ich es verstehe, in guten Händen und du bist jetzt gefragt, ihm seine Tage so schön wie möglich zu machen. Zeig ihm auch, wie stark du bist, das wird ihn beruhigen.

    Ich wünsche euch 2 alles Gute und das ihr noch einige schöne Tage gemeinsam habt.

    LG Christina

    Wenn es ein Löwenzahl durch den Asphalt schafft, dann wirst du doch sicher auch einen Weg finden.

  • Liebe Assindia,


    ich begrüße dich ganz herzlich bei uns im Forum.

    Du machst grad eine unglaublich schwere Zeit durch, und wie die anderen schon geschrieben haben, ist es gut und wichtig, dass du dir Hilfe holst, wo auch immer du sie kriegen kannst.

    Natürlich stehen wir dir hier gern bei, aber Ansprechpartner vor Ort sind vielleicht auch notwendig.

    Das Problem mit der Wartezeit auf eine Therapie kennen leider viele. Da ich selbst aus NRW bin und einige Ansprechpartner kenne, kann ich dir empfehlen es bei der Krebsberatungsstelle http://www.krebsberatung-essen.de/ zu versuchen. Die sind dort wirklich kompetent, hilfreich und einfühlsam. Man bekommt halbwegs schnell Termine und kann diese z.B. zur Überbrückung der Wartezeit auf eine Therapie, aber natürlich auch einfach so, nutzen.


    Selbsthilfegruppen sind ebenfalls eine gute Anlaufstelle.


    Ich wünsche dir und deinem Mann ganz viel Kraft und Mut.


    Liebe Grüße

    Ally

  • Sollten hier Frauen unterwegs sein, die Ähnliches erlebt haben oder in der gleichen Situation sind "jung verwitwet" könnt Ihr euch auch gerne direkt bei mir melden. Ich suche auch neue Kontakte und denke dass es der ein oder anderen Frau genauso geht.


    Selbsthilfegruppe ist geplant, beim Psychologen lass ich mich auf die Warteliste setzen und wenn es lange dauert folge ich dem Link oben. Danke!

  • Liebe Assindia,


    mein Mann verstarb vor 20 Jahren an Krebs. Er war damals 48 Jahre, ich 37 Jahre. Mir hat es viel Kraft gegeben, dass ich ihm bis zur letzten Minute beigestanden habe. Ich habe mir damals einen Psychologen (aber erst nach dem Tod meines Mannes gesucht). Mir hat es geholfen. Bei uns kann man bei der Krebsgesellschaft Termine bei Psychologen bekommen, auch als Angehörige krebskranker Menschen. Da bekommt man relativ schnell einen Termin.
    Ich wünsche Dir alle erdenkliche Kraft für die nächste Zeit.
    Alles Liebe

    FISCH

  • Hallo Fisch, auch dir vielen Dank für die lieben Worte. Ich bin sicher dass ich das alles schaffen werde, aber jetzt grade möchte ich es nicht. Die Traurigkeit und die Wut überwiegen noch.


    Viele Grüße

    Assindia

  • Alecto

    Hat den Titel des Themas von „30 und bald Witwe“ zu „Assindia - Partner erkrankt - 30 und bald Witwe“ geändert.