Chili - Neu hier - überfordert und ohne Vertrauen in die Ärzte

  • Hallo,


    Ich habe Brustkrebs, einen Tumor von 2.2 cm in der linken Brust. Das weiß ich seit 2,5 Monaten und bin entsetzt über die Ärzte mit denen ich zu tun hatte.

    Ich fühle mich total überfordert und schlecht beraten.

    Inzwischen war ich zur Stanze und die Klinik wollte mir ohne vorherige Tumorkonferenz gleich Chemo andrehen, was ich irgendwie frech fand.

    Vor allem war das nicht einmal ein Arzt/Ärztin, die mir das angeraten hatte, sondern irgendwie eine Praktikantin oder keine Ahnung, ein junges, liebes Mädel, die ihr Bestes tat.

    Ich kam mir vor, als sollte ich in etwas hineingedrängt werden, was evtl. so gar nicht nötig ist.

    Insgesamt war ich bei drei Frauenärzten und keine hielt es für nötig mich auf Dinge hinzuweisen wie Ernährung oder sonstige unterstützende Maßnahmen.

    Ich solle essen was ich will ansonsten den vorgegebenen Chemoweg gehen und mich die nächsten 5 Jahre mit irgendwelchen Medikamenten vollstopfen.

    Was ich mir gar nicht vorstellen kann, ich lebe alleine und es gibt niemanden hier in der Nähe, der mich unterstützen würde, weder durch Gespräche noch durch konkrete Hilfe nach der der OP, das überfordert mich alles sehr.

  • Liebe Chilli,


    willkommen im Forum. Hier findest du immer ein offenes Ohr und viele Tipps die dich voranbringen. Du kannst viel nachlesen über Ernährung und Nebenwirkungen. Mir hilft das sehr, denn im Brustzentrum geht das eine oder andere doch unter.


    Die Ärzte sind teilweise sehr empathielos, da habe ich auch Erfahrung sammeln können. Als ich meine Diagnose bekam war die Ärztin wenig einfühlsam und hat mir innerhalb von 10 Minuten mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt (10 Minuten inklusive Terminvergabe). Ich habe die Klinik gewechselt und fühle mich gut aufgehoben. Geh dorthin wo du dich gut beraten fühlst.


    Und du bist ich alleine. Wir alle tragen dieses Schicksal mit dir und wir wissen wie es sich anfühlt.


    Liebe Grüße Paola

  • Liebe Chili,


    auch von mir ein Herzlichen Willkommen in diesem schönen Forum, auch wenn der Anlass ein schönerer sein könnte.


    Deine Angst und Überforderung kann ich gut verstehen. Auch ich lebe alleine und war genauso verzweifelt. Ich dachte mir auch, wie ich das nur schaffen soll. Durch meine Erkrankung haben sich aber viele neue Kontakte zu Nachbarn gegeben, was ich mir niemals hätte vorstellen können. Alle Nachbarn - wirklich alle - die von meiner Krankheit wissen, haben mir ihre Unterstützung und Hilfe angeboten. Eine Nachbarin bringt mir immer tütenweise Katzenfutter für meine Miezen, eine andere ist mir bei evtl. Spritzengaben behilflich und wieder andere haben mir ihre Telefonnummern gegeben und stehen mir gerne für Gespräche zur Verfügung. Auch für mein leibliches Wohl wird Sorge getragen; ich werde mit Süßigkeiten vollgestopft, damit ich bei Kräften bleibe ;). Du siehst, die Menschen im Umfeld reagieren oft ganz anders, als man es erwarten würde; ich zumindest bin sehr positiv überrascht und es gibt mir ein beruhigtes Gefühl und auch Kraft, da ich weiß, dass ich nicht alleine bin.

    Auch die Hilfe einer Psychoonkolin nehme ich in Anspruch; am Dienstag habe ich mein Erstgespräch bei ihr. Das müsste dein Brustzentrum doch auch anbieten, oder? Ich denke, dass mir das sehr gut tun wird, einfach mal mit einer neutralen Person zu reden und alles, wirklich alles, rauslassen zu können. Wäre das evtl. auch etwas für dich?

    Ansonsten gebe ich Paola recht - wenn du dich derart schlecht aufgehoben fühlst bei deiner Klinik, ist es evtl. wirklich ratsam, die Klinik zu wechseln bzw. dir eine Zweitmeinung einzuholen.

    Auch wir hier sind immer gerne für dich da, es ist fast immer jemand online, der dir gerne zuhört oder dich auch tröstet. Fühl dich hier willkommen und gut aufgehoben. :)


    LG

    Pschureika

  • Liebe Chili, auch wenn jedes Leben, jede Krankheitsgeschichte einzigartig ist, findest du hier in diesem Forum ganz sicher Frauen mit gleichen oder ähnlichen Erfahrungen, wie du sie gerade machen musst. Nach dem ersten Schock sich neu zu orientieren, ist sehr sehr schwer - selbst dann, wenn man nicht allein ist. Schau dich hier in den verschiedenen Foren um. Ich habe allein durch das Lesen so mancher Beiträge Ermutigung erfahren, Orientierung, Idee für Fragen und Forschen. Und hab ein wenig Geduld - es braucht vielleicht etwas Zeit, sich an seine eigenen Stärken zu erinnern, die du ganz sicher auch haben wirst. :thumbup::) Du wirst sehen: es gibt nicht "den" Krebs, sondern so viele, wie Krebserkrankte. Und darauf wird dann die entsprechende Therapie entwickelt. Auch wenn ich die Ärzte manchmal als überlastet empfinde, habe ich insgesamt das Gefühl, richtig behandelt zu werden. Aber: Man muss mehr denn je lernen, sich zu holen, was man braucht. Und dafür, das konnte ich auch lernen, gibt es gerade im Zusammenhang mit Brustkrebs unglaublich viele Angebote.


    Fühl dich hier gut aufgenommen

    Linde

  • Herzlichen Dank Paola und Pschureika für euer Willkommen.


    Es gibt nicht "mein" Brustzentrum, dort wo ich zur Stanze war, werde ich sicher nicht mehr hingehen, die hatten zwei Wochen lang meinen Befund angeblich nicht bei der Tumorkonferenz vorgelegt und über 3 Wochen gebraucht, bis sie mir den Befund überhaupt zukommen ließen, übrigens erst als ich bei meinem x.ten Anruf mehr oder weniger ausgerastet bin und sich zusätzlich die Frauenärztin darum gekümmert hatte.

    Ich wohne hier an einem Ort, der zwar in allen Himmelsrichtungen Brustzentren hat, was aber leider immer mit aufwendigen und teuren Bahn/Busfahrten verbunden ist. Und die Krankenkasse bezahlt die Fahrten offenbar erst nach einer OP.


    Pschureika, toll, dass du so wunderbare Nachbarn hast, diese Hoffnung habe ich nicht, hier beschränkt sich das Mitgefühl darauf, dass sie froh sind nicht selbst betroffen zu sein. Wegbeamen wäre eine prima Sache....


    Nach allem was ich in den letzten 2,5 Monaten erlebt habe, inklusive einer Ärztin, die scheinbar nicht mal in der Lage ist, einen normalen Laborbericht für eine normale Blutuntersuchung zu lesen bin ich einfach nur entsetzt. Sie hatte alles für normal befunden, nicht mal gesehen, dass die Leukozyten erhöht sind, erst bei der Urinuntersuchung wo auch Leukozyten gefunden wurden, kam bei ihr an, dass da evtl. eine Entzündung irgendwo im Körper vorliegt. Ich bin wirklich überfordert mit soviel Ignoranz.

    Noch einmal die Ärztin zu wechseln erscheint mir sinnlos, offenbar bin ich in einem Niemandsland was kompetente ärztliche Versorgung betrifft. ich fühle mich irgendwie in einer Falle.


    Ja, Lindy, auch dir herzlichen Dank für das Willkommen und danke für den Hinweis mit der Geduld, ist nicht direkt eine meiner Stärken :whistling:

  • Hallo liebe Chilli,

    auch kannst du eine Haushaltshilfe bei der Krankenversicherung beantragen. Die Höhe der Kostenübernahme pro Std. wird von Kasse zu Kasse anders geregelt. Wir als Krebskranke unterliegen nicht gewissen Voraussetzungen.

    Es handelt sich dabei um eine praktische/häusliche Unterstützung/Entlasstung.

    Die Telefonseelsorge (weiss nicht ob ich diese nennnen darf. Wenn nicht, bitte löschen:/) ist auch für ein sofortiges Gespräch Tag und Nacht

    erreichbar.

    Die "großen" gesetzlichen Krankenkassen haben speziell für Krebserkrankte eine eigene Anlaufstelle. Dort kannst du dich per Email/Telefon/Kontaktformular jetzt schon in Verbindung setzen. Sie nehmen sich Zeit für dich, ordern alle möglichen Unterlagen/Antragsformulare/u.v.m. für dich, senden es dir zu, helfen dir bei dem Ausfüllen, Ärzte (meistens Gyn.)rufen zurück, Fragen werden entweder sofort oder per Rückfur beantwortet. Meistens besteht diese Gruppe aus Sozialberatern/innen und Gynäkologen/innen.(bei Brustkrebs)


    Vllt. hast du auch Bekannte, Freunde, Nachbarn die dich gerne unterstützen möchten.

    Auch "alleine" wirst du den Weg gehen können und auch schaffen, denn da spreche ich aus eigener Erfahrung.

    Im Moment siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber du wirst Kräfte in dir entdecken, die du nie vorher für möglich gehalten hättest.


    Aber was ich persönlich ganz wichtig finde, ist die Betreuung in einem guten Brustzentrum.

    Da pflichte ich unbedingt meinen Vorschreibern zu.


    Vllt. kann dir auch der "Krebsinformationsdienst" behilflich sein.

    https://www.krebsinformationsdienst.de/


    Ich sende dir viel Kraft und Zuversicht zu.

    Wie du und ich auch in der kurzen Zeit meiner Anmeldung hier im Forum, wirst immer jemanden zum Austausch haben/finden.

    Viele Grüße Brain


    Ich liebe das Leben

  • Liebe Chili,


    ich wohne ziemlich ländlich, und der Weg in mein Brustzentrum beträgt einfach 40 km. Die Kosten für die Fahrten, die ich mit meinem Auto unternehme (Chemo mache ich in einer lokalen Praxis - da fahre ich mit dem Taxi, von der Kasse bezahlt) trage ich selbst. Ob die KK die Kosten für die Fahrten zu den Untersuchungen im Brustzentrum übernehmen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht; ich habe nie danach gefragt. Vielleicht kann dir da eine andere Fori deine Fragen beantworten. Oder du rufst einfach mal bei deiner Kasse an und fragst nach?

    Ich fühle mich gut betreut in meinem Brustzentrum, da trage ich die Kosten gerne. Die Krankheit ist schon schlimm genug, da ist eine gute Betreuung umso wichtiger! Ich kann dir wirklich nur raten, dich an einem anderen BZ in deinem Umfeld vorzustellen.

    Sag mal, du hast deine Diagnose seit 2,5 Monaten, oder? Wurde bei dir noch keine Therapie begonnen? Was wurde dir denn bzgl. des weiteren Vorgehens mitgeteilt?


    Ach, noch zu den Nachbarn.: Ich hätte auch nie, wirklich niemals auf soviel Unterstützung gehofft! Die Mitmenschen reagieren oft ganz anders, als man denkt!


    LG

    Pschureika

  • Guten Morgen, auch von mir ein herzliches Willkommen. Ich bin auch erst neu dabei und habe schon ein wenig von den Menschen hier profitieren können. Dir wird es genau so gehen. Ansonsten ist meine Meinung: Eigeninitiative. Kopf hoch und einen schönen Sonntag. Liebe Grüße.

  • Die Fahrten zu Untersuchungen werden nur im Zusammenhang mit den Therapien , Chemo und Bestrahlung, übernommen.


    Die Kostenübernahme zum stationären Aufenthalt und nach Hause kann im nachhinein bei der gestezlichen Krankenkasse beantragt werden.

    20 Cent pro gefahrenen Kilometer minus den Eigenanteil von 20,00 Euro pro Fahrt werden übernommen.

    Jedoch Achtung, es muss sich um die nächst liegende wohnortnahe Klinik/Brustzentrum handeln.

    Sollte eine Klinik/Brustzentrum weiter weg gewählt werden, kann nur eine Einzelfallentscheidung erfolgen. Der Antrag sollte eine medizinische Notwendigkeit beinhalten, selbst da kann es zur Ablehnung der Fahrtkosten führen. Seit 01.01.17 kann die Übernahme derFahrtekosten zur stat. Aufnahme beantragt werden.

    Viele Grüße Brain


    Ich liebe das Leben

  • Liebe Chili,

    auch ich heiße Dich herzlich willkommen. Ich bin sicher, Du erhältst hier einige gute Ratschläge, Tipps und Antworten auf Deine Fragen, die sicherlich auftauchen.:)

    Die Vorgehensweise Deiner Ärzte bzw. Praktikantin ist nicht akzeptabel.||Ich würde Dir raten, Dich in ein zertifiziertes Brustzentrum zu begeben und Dich dort behandeln zu lassen. Die Krankenkasse zahlt nur die Fahrtkosten zur Chemotherapie und zu den Bestrahlungen (meine KK übernimmt auch die Kosten für die Fahrten zu den verschiedenen Untersuchungen, dies ist jedoch von KK zu KK verschieden). Trotzdem wäre es mir meine Gesundheit wert, mich in ein erfahrenes Brustzentrum zu begeben und dort gut behandelt zu werden. Du hast Pech gehabt und die falsche Klinik erwischt, das ist nicht in jedem Klinikum so.:)

    Du schreibst gar nicht, welche Untersuchungen bei Dir vorgenommen wurden. Das übliche Prozedere ist die Mammographie, der Brustultraschall, eine Biopsie (Stanze), das CT, ein Knochenszintigramm und evtl. ein MRT). Erst, wenn die Ergebnisse aller Untersuchungen vorliegen, wird in der Tumorkonferenz entschieden, welche Therapie für Dich vorgesehen wird. Du hast auch immer Bedenkzeit und kannst eine Zweitmeinung einholen, wenn Du nicht sicher bist, ob es die es die richtige Therapie ist.:/ Wichtig finde ich, dass Du Vertrauen in die behandelnden Ärzte hast und Dich im Brustzentrum oder in einer Praxis gut aufgehoben fühlst.:)

    In Geduld wirst Du Dich wohl oder übel fassen müssen, eine Brustkrebstherapie dauert seine Zeit, das haben wir alle hier erfahren müssen.X(

    Ich wünsche Dir alles Gute und daß Du bald eine Klinik oder Praxis findest, in denen Ärzte tätig sind, denen Du vertrauen kannst.:thumbup:

    Liebe Grüße Kylie:hug:

  • Befindest du dich in den Therapien, werden die Fahrtkosten, nach erhalt eines Transportscheines, z.B. für die Blutabnahme vor der Chemotherapie oder Fahrten zu externen Radiologen ect. übernommen. Alle Fahrten die mit der Chemotherapie/Bestrahlung zusammenhängen.

    Viele Grüße Brain


    Ich liebe das Leben

  • Liebe Chilli,


    meine Kasse trägt die Taxikosten bis zur Klinik. Einen Eigenanteil von 5-10 Euro muss ich dazu zahlen. Die Befreiung habe ich beantragt, da ich Erziehungsgeld erhalte.


    Liebe Grüße Paola

  • Wow, danke allen für die Beiträge und für eure Auseinandersetzung mit meiner Situation!


    Kylie, das war ein zertifiziertes Brustzentrum in dem man mich direkt zur Chemo drängen wollte, ohne Tumorkonferenz, ohne Blutuntersuchung, CT, Knochenszintigramm!!! Das alles wurde bisher nicht gemacht und zu der Blutuntersuchung letzte Woche kam es nur, weil ich zu einer normalen Hausärztin gegangen bin und darum gebettelt hatte. Aber sie ist vor allem daran interessiert, dass ich bei ihr eine private Behandlung beginne mit Bioresonanz etc. wofür ich gerne offen wäre, aber nicht auf der Basis, dass sie mir vorher Informationen vorenthält. Denn so kommt es mir einfach vor.


    Da dieses Brustzentrum das Nächstgelegendste war und ich nun ausweichen muss, werde ich wohl alle Fahrten bezahlen müssen, denn in diesen schlampigen Laden gehe ich sicher nicht noch mal.

    Auch meine KK bietet mir Null Info, die wirken wie die Ölgötzen, wiederholen immer das Gleiche, es gibt keine Hinweise zu einer Krebsinfostelle und diese KK gehört zu den größeren.


    Insgesamt bin ich zutiefst verunsichert, weil ich das Gefühl habe einer Wand gegenüber zu stehen. Alle schweigen sich aus, beantworten Fragen nicht, blocken alles ab, was nicht Chemo heißt, ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll.

    Ich komme mir vor, als sollte ich einfach herhalten für Vorgehensweisen, die den daran Beteiligten vor allem Geld in die Kasse spült, die gar nichts mit dem zu tun haben, was tatsächlich mich betrifft. Nun also auch diese Sache mit der unentdeckten Entzündung in meinem Körper, wo ich evtl. nächste Woche Näheres erfahre.

    Ich frage mich, ob jeder Knoten in der Brust ein Tumor ist. Es kommt mir alles einfach nur noch komisch vor und Brustzentren sind natürlich an ihren Statistiken interessiert: Soundsoviele Patienten und soundsoviele Überlebende der Behandlung. Das ist ja nun leider eine Tatsache!

  • Liebe Chili

    Herzlich willkommen hier in unserem familiären positivem Forum. Hier findest Du immer jemand zum Fragen stellen oder Dir einfach was von der Seele schreiben.

    Also ich würde das Brustzentrum sofort wechseln. Wäre für mich ein Unding , ohne Tumorkonferenz, ohne ein vernünftiges Arztgespräch und dann noch von einer Praktikantin mir sagen zu lassen , die und diese Therapie zu machen. Man muss ja wenigstens Zeit haben sich das ganze zu überlegen und Fragen zu stellen.

    Alles Gute für Deine Therapien sowie viel Mut und Zuversicht.Noch ein Begrüssungsknuddler :hug:

    alesigmai52

  • Liebe Chili,


    meine Diagnose (ähnlich wie Deine) ist inzwischen 4 Monate her. Und auch ich bin zunächst in einer Klink gelandet, die direkt operieren und Chemo machen wollten.

    Ich war völlig konfus und erst als ein Arzt sich so blöd benommen hat, dass ich ihn vor versammelter Mannschaft "zur Sau gemacht habe", habe ich die Flucht ergriffen und die Klinik gewechselt.


    Das ging natürlich nicht so schnell und ich hatte zunächst Angst, dass sich in der Zwischenzeit der Krebs in meinem ganzen Körper ausbreitet.

    Aber: so schnell muss es wohl selten gehen und jetzt bin ich sehr froh über den Klinikwechsel. Auch wenn ich weiter fahren muss.

    Nach weiteren Untersuchungen (Incl. oncotype), bin ich dann sogar um die Chemo herumgekommen. Es geht also auch sehr individuell und nicht nur nach Schema F


    Aus welcher Ecke des Landes kommst Du denn? Vielleicht kann Dir ja hier sogar jemand einen Tip geben?


    Ich drück Dir ganz fest die Daumen. Lass Dich nicht unterkriegen.

    Birgit

  • Oh danke, danke, danke für Anteilnahme Knuddler und so


    Also dass man mit der Diagnose Brustkrebs kein Notfall ist und von daher nicht super schnelle Entscheidungen treffen muss, das war mit die erste Info die ich irgendwo gefunden hatte und die mir bisher auch super geholfen hat, mich nirgends hindrängen zu lassen.


    Die Tipps zum guten Brustzentrum sind alle weiter weg, eine Klinik sogar über 80 km, das ist eben auch ein Teil der Unterinformation durch die Ärzte, sie empfehlen alle die Kliniken, mit denen sie auf die ein oder andere Weise zusammen arbeiten ungeachtet der Situation, dass ich mir die weiten Fahrten weder leisten kann noch die Hilfe habe, das auch bewerkstelligen zu können.

    Das alleine macht schon so deutlich, dass bisher alle Ärzte vor allem sich selbst im Auge haben, dass sie sich nicht im Mindesten dafür interessieren, wie das für mich machbar ist. Und wenn es schon an solchen banalen Organisationsthemen hapert, wie kann ich dann überzeugt sein, dass sie bei der Behandlung mich sehen und nicht ihr Portemonaie?


    Im Übrigen hat das Brustzentrum in dem ich war von allen Seiten gute Kritiken, was mir ein Rätsel ist, nach dem was ich erlebt habe.


    Ich habe inzwischen so oder so nicht vor mich irgend einer Chemo zu unterziehen, da müsste éiner schon sehr vertrauenswürdig rüberkommen und mir das wirklich erklären können, Chemo ist sicher in vielen Fällen sinnvoll, aber es als Allheilmittel einzusetzen dient doch vor allem denen, die diese Therapieform verkaufen.

  • Liebe Chili,

    ob du Chemo brauchst oder nicht, hängt mit der Biologie deines Tumors zusammen.

    Auch bei mir waren noch nicht alle Untersuchungen durchgeführt und es war trotzdem schon klar das Chemo muss,

    da ich mir einen Ferrari unter den Tumoren ausgesucht habe.

    Das Junge Ding die Praktikantin war höchst wahrscheinlich eine Assistenzärztin da schwirren bei uns im Brustzentrum auch ne menge rum da wir ein Universitätsklinikum sind.

    Ruf doch einfach beim Krebsinformationsdienst an für eine Zweitmeinung, die sind wirklich gut, wichtig halte deinen Befund bereit für Fragen zur Biologie deines Tumors bereit bei einem Anruf.


    https://www.krebsinformationsdienst.de/


    Mit Ernährung und Nahrungsergänzung kannst du vielleicht begleitend zur Behandlung unterstützend was machen aber heilen geht leider nicht.

    Ich wünsch dir alles erdenklich Gute:hug:


    LG Luzine

  • Liebe Chili,

    herzlich willkommen erst einmal. Du klingst sehr verbittert, und das kann ich gut verstehen, nach allem, was du schreibst. Das Wichtigste für dich ist jetzt zur Ruhe zu kommen und dir einen Arzt suchen, zu dem du Vertrauen hast. Chemo ist wirklich kein Allheilmittel, aber bei ganz vielen Krebsarten oft der einzige Weg, um zu überleben, sogar um gesund zu werden. Obwohl ich einen der bösartigsten Krebsarten habe, konnte mein Arzt mir, für mich verständlich, vermitteln, dass er mich gesund machen will und es zu schaffen ist. Der Weg geht bei mir halt über eine Chemo, sonst muss ich sterben. Das muss bei dir nicht sein, du kommst vielleicht um eine Chemo herum (da gibt es viele positive Beispiele), aber erst müssen eben alle Untersuchungen gemacht werden. Wenn du Vertrauen in eine Diagnose hast und alles nachvollziehen kannst, dann kannst du alles besser packen.

    Liebe Grüße

    Jonna

  • ja, danke für die HInweise.

    Auf jeden Fall bin ich entsetzt und auch sauer über die ganze Art und Weise wie mit einem umgegangen werden kann, es gab nicht einen Moment in dem ich mich als Patientin fühlte, eher als Produkt und die Ärztinnen kamen mir vor wie Produktmanager.


    Nein verbittert bin ich nicht, aber schon sehr wütend wie es möglich ist, dass solche Leute überhaupt praktizieren dürfen und vor allem, dass es so normal zu sein scheint. Ich weiß noch nicht mal genau welchen Krebs ich habe. In all den Wochen und Gesprächen fand es niemand notwendig irgend etwas zu erklären. Eine Ärztin meinte sogar: "Ach, wie soll ich das erklären, das sind ja alles Fachbegriffe, die würden Sie gar nicht verstehen." Das ist wirklich frech und irgendwie faul, ich fragte mich, ob sie denn selbst versteht, was in dem Befund steht.

    Und ich frage mich vor allem nach dem Erlebnis in dem Brustzentrum, wieso die mich quasi unter der Hand an die Chemo verhökern wollten, so kam es mir nämlich vor.

    Ich frage mich, ob es nicht sinnvoll ist, noch eine Biopsie machen zu lassen, falls das überhaupt möglich ist.

    Es scheint in der ganzen Gegend keinen Arzt mit sowas wie Berufsehre zu geben, alle sind nur an sich selbst interessiert. Denn der Gipfel von allem ist, dass mir die Hausärzte auch gleich noch ein paar Impfungen andrehen wollten. Ausgerechnet! Das belastet den Körper ja noch zusätzlich, aber das ist scheinbar unwichtig.

    Ich habe den Eindruck, dass die Ärzte bei denen ich war, eher so eine Art Pharmavertreter mit Wartezimmer sind. Und deshalb können sie offenbar auch keine Laborberichte wirklich einschätzen oder überhaupt lesen.

    Das finde ich sehr, sehr belastend, wenn man so aufpassen muss, dass man von sogenannten Spezialisten nicht einfach über den Tisch gezogen wird. Denn genauso kommt mir das alles vor.

  • Liebe Chili,


    ich begrüße Dich recht herzlich hier bei uns im Forum der Frauenselbsthilfe nach Krebs.


    Aus Deinen Beiträgen lese ich immer wieder, dass Du kein Vertrauen hast in die Ärzte, denen Du bisher begegnet bist. Nur hilft es nun nicht, sich über das, was passiert ist, aufzuregen. Besser ist es sicher, wenn Du eine für Dich passende Strategie ausarbeitest und die nächsten Schitte angehst.


    Natürlich ist Brustkrebs kein Notfall. Doch wenn Du schreibst, dass Du seit 2 1/2 Monaten über die Diagnose Bescheid weißt, wäre es sinnvoll, wenn - sofern noch nicht geschehen - die Tumorwerte bestimmt würden (Biopsie), damit Du weißt, mit welcher Art von Krebs Du es zu tun hast und was getan werden kann, damit Du wieder gesund wirst.


    Ich sehe hier folgende Optionen für Dich:

    - Einholung einer Zweitmeinung (sofern Du bereits Untersuchungsergebnise hast)

    - Wechsel des Brustzentrums (selbst wenn die Wege dann weiter werden), denn aus meiner eigenen Erfahrung ist es ungemein wichtig, sich von den Ärzten ernstgenommen und gut beraten zu fühlen

    - Telefonat mit dem Krebsinformationsdienst (den Link haben bereits einige Foris für Dich gepostet).


    Und wenn Du Dich gerne über seriöse behandlungsbegleitende Maßnahmen informieren möchtest, dann kannst Du einmal auf die Seite des Kompetenznetes Komplementärmedizin in der Onkologie schauen. Du findest sie unter http://www.kokoninfo.de/ .


    Ich wünsche Dir, dass Du für Dich einen Weg durch die Erkrankung findest und auf Ärzte triffst, zu denen Du Vertrauen haben kannst.


    Viele Grüssles



    Saphira