Krankschreibung - oder doch arbeiten?

  • Hallo Hope,


    ich hatte auch erst ein schlechtes Gewissen zu Hause zu bleiben. Nach zwei EC Zyklen bin ich froh nicht arbeiten zu müssen. Ich brauche schon so 1 1/2 bis 2 Wochen um komplett wieder fit zu sein und dann bin ich froh wenn ich etwas Zeit für mich und meine Familie habe on denen wir was schönes machen können. Bei einer drei-Tage-Woche wäre das bestimmt nicht möglich 8)

    Ausserdem kommen danach ja auch noch die wöchentlichen Pacli.

    Und wie die anderen schon geschrieben haben, die Ansteckungsgefahr ist ja auch nicht ohne.

    LG Unicorn

  • Liebe yyulia und liebe Unicorn, ich denke auch, dass ich an den, hoffentlich zahlreichen 😉, "guten" Tagen während der Chemo lieber Zeit mit meiner Familie verbringen möchte oder mit weiteren Menschen, die mir sehr wichtig sind. Ich habe schon oft gesehen, dass Menschen im Berufsleben doch sehr austauschbar sind, auch wenn man sich das vorher niemals vorstellen könnte.

    Mein Chef, die Kollegen und Kunden werden meine Auszeit schon verschmerzen. Komisch, je länger ich "raus" bin, umso egaler ist es mir...


    Liebe Grüße von hope1969

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich möchte Euch allen danken, dass Ihr in diesem Beitrag Eure Gedanken zu dem Thema niedergeschrieben habt.


    Auch ich bin noch ganz neu in der Situation, mit dem Thema Krebs konfrontiert zu sein. Meine Diagnose war Anfang August ein Zufallsbefund bei einer Zysten-OP, seitdem bin ich krankgeschrieben, morgen steht die zweite OP an.


    Ich hab lange gebraucht, um das überhaupt zu verarbeiten und wollte ansich zwischendurch wieder arbeiten, aber irgendwie prasselt soviel auf einen herein. Mein Doc hat das scheinbar schon vor mir gewusst, denn er ließ mich seitdem gar nicht arbeiten.


    Ich habe mit meinem AG inzwischen auch gesprochen, das macht mir das Ganze aber auch leichter, denn sie stehen voll hinter mir und sagen auch: "Das Wichtigste ist Deine Gesundheit." Und seit diesem Zeitpunkt bin ich auch beruhigter, nicht zu arbeiten, denn ich bin auch an manchen Tagen nicht sicher, ob ich alles zu einfach/leicht sehe. Würde ich arbeiten, würde ich mich damit auch nicht beschäftigen. Und vielleicht muss ich das, denn wie wolke7 schon schrieb, setzt der Körper einem selbst die Schranken.


    Ab morgen ist allerdings sowieso nicht an Arbeit zu denken, die OP wird mich wohl noch drei bis vier Wochen an Zuhause fesseln und dann muss das Thema Chemo noch besprochen werden (meine größte Angst).


    Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Euch und liebe Grüße

    Najah

  • Liebe Najah, habe auch deine Vorstellung gelesen. Übrigens schönes Bild- ich bin OrchIdeen-Luebgaber:)

    Das ist alles neu u echt Sch..., es ist best die richtige Entscheidung sich da nicht noch zusätzlich mit Arbeit zu belasten. Ich bin damals auch zw meiner ersten OP (als "es" noch ein harmloser Polyp war) u der großen Bauch-OP auch nicht mehr arbeiten. War für mich auch die richtige Entscheidung u ich konnte mich noch etw ausruhen u bisschen was unternehmen. Fürs Staging wünsche ich dir alles gute, besonders dass sie schon eh alles erwischt haben! LG

  • Guten Morgen miteinander! Es scheint, wir alle haben eine ähnlich Vorstellung davon, was im Moment wichtig ist:) . Ich war anfangs auch etwas schockiert, als die Rede davon war, mit einem ganzen Krankheitsjahr rechnen zu müssen. Wäre es "nur" der Darmkrebs gewesen, dann wäre es alles viel einfacher. So bin ich schon seit dem 3. Mai krankgeschrieben, der Tag, an dem meine Schulter operiert wurde. Und um den BK kümmern wir uns erst seit kurzem.

    Ich bin sehr froh, mir gar keine Gedanken um die Arbeitsplatzsicherheit machen zu müssen. Manchmal arbeite ich von zuhause im homeoffice, das ist super. Aber gerade jetzt im Herbst und Winter werde ich jedes Risiko vermeiden - wir wollen unserem Körper doch helfen <3

    Ganapati: hast du schon den Antrag auf Schwerbehinderung gestellt!? Bei mir ging das sehr schnell.

    Liebe Grüße

    Linde, die im Herbststurm ihre Blätter verliert (wie die Haare nach der erste Chemo;))

  • Ich kann bei dem Thema Krebs und AU nicht mitreden, weil ich wegen meiner Depressionen schon berentet bin. Damit war ich allerdings einige Male auch für längere Zeiträume AU. Letztendlich fühle ich mich mit der Rente jetzt wirklich wohl und sehr entlastet. Die Arbeit ist aus meinem Kopf komplett draußen und mein Leben entsprechen entschleunigt. Da habe ich viel Platz, mich um das zu kümmern, was jeweils aktuell ganz oben steht.


    Mir hat früher immer vor allem der Druck, den ich mir selbst gemacht habe, zu schaffen gemacht. Der Anspruch, mein Verantwortungsgefühl. Letztendlich dankt es einem (im öffentlichen Dienst) aber niemand, wenn man bis zum Umfallen arbeitet.

  • Zu dem Infektionsrisiko wurde schon viel richtiges gesagt und auch dazu, daß man sich auf jeden Fall schonen sollte.


    Ich arbeite am Computer von zu Hause aus und mache eine Arbeit die mir Spaß macht. Ich, habe also kein Infektionsrisiko und keine körperliche Belastung. Ich habe jetzt zwei EC hinter mir. Die wurden MIttwochs gegeben und ich war Mittwoch bis Freitag krankgeschrieben und bin Montag zurück an den Computer. Ich arbeite auf eigenen Wunsch weil es mich ablenkt und ich mich in dieser Zeit nicht krank fühle. Ausserdem gibt es mir das Gefühl, ein bisschen Kontrolle über mein Leben zu haben. Ich habe liebe Kollegen und viele Meetings, so daß ich das Gefühl habe "unter Leuten" zu sein, was ich bei einer Krankschreibung nicht hätte. Das Arbeiten ist also wichtig und auch heilsam für mich.


    So kann es also auch aussehen. Aber ich mache das auf Zuruf, wie ich mich fühle.


    Wie es dann mit wöchentlichem Taxol aussieht, muss ich dann kucken.

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich habe wirklich gerne gearbeitet, bin wegen ständigen Publikumsverkehr seit Beginn des Untersuchungsmaraton krank geschrieben (wird am 26.10.17 ein Jahr). Erst war ich traurig und konnte mich nicht so richtig damit anfreunden aber dann habe ich festgestellt, dass es mir gut tut. Heute sage ich euch " He, Arbeit ist nicht alles und jeder ist ersetzbar. Um die eigene Gesundheit können wir uns nur selber kümmerm"

    Also, nutzen wir die Zeit, das Leben ist schön und hoffentlich nicht zu kurz!!!!

    Liebe Grüße von

    Stupsi


    Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden (Carl Hilty ) :)

  • Ich bin nach einem und ein bisschen Jahren gerade mit der Wiedereingliederung fertig. Juni 2016 Diagnose. Ich wollte auf jeden Fall weiter arbeiten 'damals'. Jeder, sogar mein Krankenkasse Mensch meinte ich solle zuhause bleiben. Endeffekt wurde mir die Entscheidung von Allem abgenommen, da kurzerhand zuerst OP, Brust+Bauch, 3 Wochen später die Erste Chemo, Hochdosis Chemo, alle 2 Wochen. Alleinerziehend zuhause, mit Hund und großem Kind, aber dennoch Kind. Es wäre fatal gewesen für mich und auch für meinen Job, hätte ich es versucht mit dem Arbeiten. Habe zwar auch einen Bürojob, kein Publikumsverkehr, aber ein 100% Konzentrier-Faktor, sowie auch Planung für andere Mitarbeiter. Da ging auch nicht, ab und zu da und ab und zu nicht. Habe unter Zeitdruck nach der Diagnose noch schnell jemand eingearbeitet, und das wars dann.


    Während Chemo war ich 2x im Krankenhaus wegen Fieber, jeweils für 10-12 Tage. Da lief einfach nix von wegen Arbeit. Im Nachhinein war ich sehr froh, da das Thema und auch wie geh ich damit um, wie geh ich mir mir selbst um nach Krebs, nach Medikamenten, nach Schmerzen oder mit Schmerzen.. auch die Psyche, hängt hinkend hinterher und will auch bewältigt werden. Das heißt auch nach der Bestrahlung, brauchte es noch einige Zeit um der Psyche auch die Zeit zu geben die sie braucht.


    Hätte ich gearbeitet, wäre meine Arbeit eine Katastrophe gewesen, die ich mir dann auch noch aufgeladen hätte, und ich hätte ehrlich gesagt nicht gewusst wie ich Arbeit und Haushalt während Chemo erledigt hätte. Da ging nur das Notwendigste. Ich war auch nie in Urlaub während der Zeit, es ging einfach nicht. Ich habe wie gesagt nun die Wiedereingliederung gemacht, auch nach meinem eigenen Schema, und bin soweit ganz zufrieden. Und, mein Chef findet ich hätte mir noch mehr Zeit nehmen sollen.

  • Hallo, ich habe erst in dieses Woche meine Diagnose Brustkrebs erhalten. Noch ist alles so neu für mich, ich versuche mich zu sortieren. Der Tumor-Östrogenrezeptor 80%, Progesteronrezeptor 2%, HER2.

    Angeraten wird eine neoaduvante Chemoterapie.

    Meine Frage ist nun, hat es hier jemand geschafft, während der Chemo zu arbeiten. Ich weiss, dass sich das nicht verallgemeinern lässt. Mein Überlegung wäre Donnerstagabend Chemo, Freitag/Samstag/Sonntag frei und ab Montag arbeiten. Was meint Ihr?

    Liebe Grüße Charlotte

  • Ich glaube, das kannst du wirklich nur abwarten.

    Ich persönlich habe mich krank schreiben lassen.

    Zum Einen, weil es bei mir auf der Arbeit nichts bringen würde, wenn ich nur mal ab und zu auftauche (Sachbearbeitung Kripo), zum Anderen hätte ich viel Kontakt zu Menschen und das wäre aktuell mit meinen niedrigen Leukozyten nicht so sinnvoll.

    Wenn du es aber von Tag zu Tag entscheiden kannst, halte dir das ruhig offen.

    Mental wäre es für mich manchmal schön, wenn ich einen normalen Alltag hätte.

    Weniger Zeit, sich Sorgen zu machen.

    Also, ausprobieren 👍

    Liebe Grüße

    Cookie

  • Willkommen Edithingecharlotte !

    Deine Frage lässt sich pauschal sicher nicht beantworten.

    Jeder verträgt die chemo anders. Viele können sich nicht vorstellen zu arbeiten, so wie ich auch. Ich persönlich bin schon seit dem Tag der Diagnose zuhause. Psychisch war ich einfach nicht in der Lage dazu.

    Gestern erst war ich zum Vorgespräch der Bestrahlung und die Ärzte sagten sofort das ich krankgeschrieben bleibe.

    Im Moment bin ich froh darum.

    Natürlich kommt es drauf an wie du duch fühlst, was die Ärzte sagen und sehr wichtig was machst du beruflich. Hast du viel puplikumsverkehr? Großraumbüro, Verkauf oder ähnliches? Dann würde ich es lassen. Erstens wegen der Ansteckungsgefahr eine Erkältung kommt glaub nicht gut während der Therapie. Zweitens wenn du ein Beruf hast in dem du immer freundlich und zuvorkommend sein musst kann es manchmal schwierig sein.

    Drittens glaube ich sollte man sich die Ruhe gönnen. Du wirst deine kraft brauchen.

    Letztlich spielen viele Faktoren zusammen, überleg es dir gut und sprich mit den Ärzten.

    LG

  • Und noch etwas...meine NW (hatte erst 1 Chemo), sind erst abends am dritten Tag aufgetreten und haben mich 2-3 Tage außer Gefecht gesetzt. Richtig gut habe ich mich erst nach 1,5 Wochen wieder gefühlt.

    Vorher zwar deutlich besser, aber immer noch sehr schlapp.

  • Hallo Charlotte,


    ich seh`das wie die anderen: das kann man vorher nicht so klar sagen und bei Berufen mit Publikumsverkehr, Menschenkontakten muss man manchmal spontan schauen wie gerade die Ansteckungsgefahr ist. ( Ich sollte heute eigentlich arbeiten, habe aber kurzfristig absagen müssen, weil die Kinder auf die ich träfe, seit gestern Bronchitis, Mandelentzündung usw. mit sich rumschleppen und meine Leukos im gefährlichen Bereich liegen...)

    Je nach Chemo KANN diese zu Empfindungsstörungen (Neuropathien) in den Fingern und Füßen führen.

    Vielleicht brauchst du die Zeit der Krankschreibung, um da gegen etwas zu tun. Besprich das mal lieber mit deinen Ärzten, falls die noch nichts dazu gesagt haben.

    Falls du stundenweise arbeiten und dir deine Termine selber legen kannst, ist es vielleicht einfacher während der Behandlung zu arbeiten. Aber das weiß du eben erst, wenn die Behandlung begonnen hat -


    Lieben Gruß

    Esma

    Wer nichts weiß, muss alles glauben. (Marie von Ebner-Eschenbach)

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  • Ich war nach der Diagnosestellung sofort krank geschrieben. Ich hätte vielleicht nach den ersten beiden Chemoinfusionen die 3. Woche arbeiten können, aber ich arbeite im Krankenhaus. Nach der 3. Chemo ging mein Hb-Wert immer weiter runter und da war der normale Alltag schon eine Herrausforderung.

    Aber ich denke, dass muss jede selbst für sich entscheiden.

    LG Mar K

  • Hallo,

    pauschal kann man das wirklich nicht beantworten. Ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten. Ich habe die ganze Zeit gearbeitet. Ich habe die Chemo aber auch gut vertragen und bin auch komplikationslos durch die Chemo gekommen. Für mich war es psychisch auch sehr wichtig weiterzuarbeiten. Es gibt hier im Forum einige Frauen, die waehrend der Therapie weitergearbeitet haben. Es werden sich bestimmt noch welche melden.

    Lg Sonnenschein