Krankschreibung - oder doch arbeiten?

  • Hallo Edingcharlotte,


    es kommt vor allem darauf an, was genau in deinem Behandlungsplan vorgesehen ist. Erst Chemo, wenn ja, auch welche Chemo ist entscheidend. 2 wöchig, 3 wöchig, oder nochmal anders.


    Zu deinem Aspekt abends Chemo, ist es anders, normalerweise wird Chemo morgens um 8 angefangen, und zieht sich in etwa 4-6 Stunden mit allem drumherum ( Warten, Blut, Warten, Wasser, Warten, Chemo, Wasser, Warten auf Taxi).


    Bei mir war nach Chemo auch erst ca. am 3-4 Tag der Tiefpunkt erreicht.


    Vielleicht kannst du in dieser Zeit eher flexible Termine ausmachen.

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  • Hallo Edithingecharlotte,


    ich kann den anderen nur beipflichten.

    Mich hatte es nach der Diagnose erstmal 14 Tage psychisch aus den Socken gehauen. Da war ich krank geschrieben.

    Dann meinte ich (mir beweisen zu müssen), dass ich wieder arbeiten gehen kann. Ich war dann eine Woche bei der Arbeit.

    Dann kam die OP und die zweite, da war ich dann 4 Wochen krank geschrieben.

    Als man mir dann eine Chemo nahelegte, habe ich den Arzt gefragt, ob man da denn krank geschrieben würde.Die Antwort "Da wäre man ja blöd, wenn man nur daheim rum hocken würde. Es gibt Leute die sich 3 Tage Auszeit nehmen und dann wieder arbeiten gehen". OK dachte ich, wenn der meint, dann heisst das Arbeiten gehen. Der Onkologe aber dann, riet mir gleich im Vorgespräch zur Chemo dazu, mich für die gesamte Dauer der Behandlung krank schreiben zu lassen. Es sei aber allein meine Entscheiung.

    Als es mit er Chemo dann los ging, war eigentlich keine Frage mehr. Es hat mich so viel Kraft gekostet, dass ich meinen Job (Leiterin einer Grupp von 12 Leuten im Großraumbüro) nicht mehr geschafft hätte.

    Es muss also wirklich jeder für sich entscheiden und schauen, wie es einem damit geht. Und wenn es mehr Kraft kostet, als Kraft gibt, während der Chemo zu arbeiten, dann finde ich ist "Krankschreiben" angesagt und gut zu sich selber sein.


    Liebe Grüsse

  • Danke für Eure Antworten. Ja, ich werde wohl abwarten müssen.

    Die erste Woche seit Bekanntgabe der Diagnose hätte ich wohl ohne Arbeit schlecht überstanden. Jetzt am WE dreht sich das Gedankenkarussel, aber natürlich weiss ich nicht, wie es mir mit der Chemo geht.


    Lieben Gruß Charlotte

  • Liebe Edithingecharlotte , auch ich ging nach der Diagnose noch arbeiten, da ich dies als Abwechslung brauchte. Auch nach der OP fragte ich mich des öfteren, warum ich eigentlich nicht arbeiten kann. Doch diese Woche war meine erste Chemo und Jetzt ist alles anders. Die NWs haben mich eingeholt und ich bin momentan zu nichts in der Lage. An Arbeiten gehen nicht mal zu denken. Bin froh, wenn ich Morgen meinen Arzttermin schaffe. Mehr geht grad nicht.

  • Hallo Edithingecharlotte,

    ich habe immer Donnerstags die Chemo bekommen und bin ab Montag in die Arbeit 40 Std. Woche .Ich hatte alle möglichen Nebenwirkungen aber bei mir wurde es durch die Arbeit als Ablenkung besser.Aber das muß jeder für sich selber entscheiden und abwarten ob es geht.

    Liebe Grüße Giecher

  • Hallo, ich hatte Chemo Mittwochs und hab immer Mo und Di gearbeitet. Allerdings nur Schreibtischarbeit und von zu Hause aus. Ins Büro wäre ich nicht gegangen. Hat mir gut getan weil ich auf andere Gedanken kam. Nach der ersten OP war ich eine Woche krank geschrieben. Mal sehen wie es bei der zweiten läuft. Während der Bestrahlung werde ich wohl nicht arbeiten. Ob ich in Reha gehe, weiss ich noch nicht.

    Ist einfach sehr individuell und weiss man erst wenn es soweit ist.

  • Hallo liebe Edithingecharlotte ,


    ich bekomme am Freitag meine erste Chemo (EC) im 2 Wochen-Takt. Geplant ist es, dass ich weiter arbeiten kann, da ohne Arbeit (ich bin selbstständig) zu der Krankheit auch noch Existenzängste dazu kämen und das kann auch nicht so toll sein. Außerdem möchte ich nicht den ganzen Tag die Wand anstarren und trübsinnig werden. Das wäre für mich schlimmer als alles andere.


    Jedoch kann ich auch von zu Hause aus (wenn nötig auf der Couch liegen) arbeiten, von daher muss man das wirklich individuell sehen.


    Lass es auf dich zukommen und entscheide dann für Dich, wie es Dir geht und höre darauf, was dein Körper dir sagt :)


    Alles Gute :)

    Tanja

  • Hallo Edithingecharlotte ,

    ich bekomme seid August Chemo und Immuntherapie, und arbeite 6 Tage die Woche. Nach meiner 1. EC Chemo bin ich nach Hause gegangen, aber an den anderen Tagen bin ich nach der Infusion immer gleich arbeiten gegangen. Heute habe ich mein 8. Pacli bekommen und bin jetzt schon wieder im Studio. Mir geht es wunderbar und die Nebenwirkungen halten sich bei mir auch in Grenzen. Ich gehe schwimmen und mache Sport. Meine Blutwerte sind immer topp.

    Für deine Chemo wünsche ich dir, dass es dir genausogut geht wie mir.


    LG Rocky<3

  • Alles läuft gefühlt im Schneckentempo....aber natürlich geht es auch irgendwie vorwärts. Hormonabhängig, HER 2 Positiv, triple pos. (HercepTest-Score3+)



    CT soweit unauffällig. Nächste Woche Knochenszinti+ Herzecho und EKG und der Port wird gesetzt.



    Am 5.2. dann die Entscheidung, ob:



    1. Therapie Kombination mit Herceptin und Pajeta


    2. Therapie Kombination mit Herceptin und Pajeta und Chemo


    3. alles ganz anders, weil Knochenszynti oder Kardiologe dagegen ist/ sind, sprich der Befund dagegen spricht.



    Bis dahin also wieder warten, Gedanken und Gefühle fahren Karussel.



    Lieben Gruss Charlotte

  • Hallo Edinthingcharlotte,

    dann drücke ich dir erstmal die Daumen, dass du am 5.2 planen kannst, wie es weitergeht. Zum arbeiten kann ich nur sagen, als vor 6 Jahren im Januar, die Diagnose am 09.01. Brustkrebs ,bekommen habe, das war dann auch der Tag wo meine Krankschreibung begann. Obwohl es bis zur OP am 24.01. noch dauerte war ich froh nicht arbeiten zu gehen. Die ganzen Termine die dann auf einen zukommen, waren schon Zeit raubend und auch nervig. Du lernst Geduld zu haben. Glaube mir, bis dahin nicht mein zweiter Vorname;)

    Nach OP begann die Chemo die ich alle 3 Wochen bekam im Februar. Bis zur 3. ganz gut vertragen, danach begann es mit der Schwäche und den Nebenwirkungen. Erst hatte ich gedacht, ich könnte während der Pause doch arbeiten gehen, stellte dann aber fest, die Zeit ist meine. Das brauche ich für mich, mit allen Hochs und Tiefs die dazu gehören. Dann kam die Bestrahlung, wo ich leider zugeben muss, das war für mich Erholung. Habe immer gedacht, nehme es als würdest du zur Sonnenbank gehen. Habe da auch den Rehasport angefangen und dann doch gedacht, irgendwie geht es mir doch nicht gut. Dann hat mich die Ärztin der Strahlenpraxis zusammengefaltet, und auch mit Recht, sie meinte, das ich mit dem Rehasport doch bitte erst anfangen soll, wenn die Therapie vorbei ist. Es wäre zuviel für meinen Körper und da sie die Praxis alles daran setzen, dass ich meinen 50. Geburtstag in den Bergen feiern kann, müsste ich mitarbeiten. Ab da, nur noch Kaffee trinken mit meinen Kollegen, langsame Spaziergänge und siehe da, es wurde vo Tag zu Tag besser und 2 Wochen vor meinem Geburtstag war die Bestrahlung fertig.

    Nach dem Urlaub dann 3 Wochen Reha was richtig gut tat und danach nochmal 2 Wochen zu Hause bis ich mit der 6 wöchigen Wiedereingliederung dann gestartet bin. 2 Wochen 2 Stunden danach steigern auf 4 bzw 6 Stunden. Habe dabei bemerkt, dass es doch sehr anstrengend war nach all der Zeit.

    Bei meiner diesmaligen Diagnose, Knochen sowie Leber Metatasen, werde ich nach meiner Reha die ich jetzt versuche zu bekommen wieder arbeiten gehen. Da jetzt die Chemo zu meinem Leben gehört, dann muss sie jetzt integriert werden. Aber auch da kann ich nur sagen, das werde ich im Laufe der Zeit dann sehen. Diesmal höre ich auf meinen Körper und wenn der mir in einigen Monaten sagt, geht es dir noch gut mich so zu belasten, dann versuche ich es halbtags vielleicht auch mit einer Teilerwerbsminderungsrente. Aber das wird die Zeit zeigen, womit wir wieder bei Geduld sind;)

    So das soll jetzt erstmal reichen. Stelle fest habe doch ein wenig mehr geschrieben, hoffe aber es hilft ein wenig

    Alles Liebe

    Ane

  • Liebe Foris,


    Ich finde das Forum richtig klasse und fühle mich hier sehr wohl. Ich bin nun seit etwas über einer Woche mit der Diagnose Brustkrebs beschäftigt. Ich frage mich, ob ich neben der Behandlung weiterarbeiten kann/sollte oder ob ich mich die ganze Zeit krankschreiben lasse. Wie seid ihr damit umgegangen? Wer schreibt überhaupt so lange krank? Ganz liebe Grüße und Kraft an alle.:)

  • ob du weiterarbeiten kannst ist von deiner Arbeit und deinem befinden abhängig. Ich hab während der Diagnosephase gearbeitet und alles auf einen langen Ausfall vorbereitet. Während der Chemo hätte ich nicht arbeiten können da die infektionsgefahr viel zu gross gewesen wäre.

    Krankschreibung sollte kein Problem sein. Hausarzt, Gyn, onkologe. Alle bei denen du gerade in Behandlung bist schreiben dich üblicherweise ohne grosses tamtam, meist im 4-wochen-rhythmus krank. Pass nur auf , wie lange du dich jeweils krankschreiben lässt. Nach üblicherweise 6 wochen endet die entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber, danach gibt es Krankengeld von der Krankenkasse. Die schicken dir noch Unterlagen und dein Arbeitgeber muss was ausfüllen damit du das bekommst. Das Krankengeld wird immer rückwirkend für die letzte Krankschreibung gezahlt und die Überweisung dauert auch ein paar Tage. Das bitte einplanen bevor es mal mit der Miete eng wird.

    Beispiel: krank geschrieben 2.-30.5., dann gehst du am 30.5. Zum Arzt und holst ne Verlängerung, die schickst du an die Kasse, die veranlassen dann die Zahlung für den Zeitraum 2.-30.5., vermutlich wird das Geld dann nicht pünktlich zum 1.6. Auf dem Konto sein, sondern erst einige Tage später.

  • Ich gehe weiterhin arbeiten. Momentan bin ich in der 12x-Nab-Pacli-Phase (wöchentlich). Am Tag der Chemo (Donnerstag) fahre ich nicht ins Büro. Mittwochs muss ich morgens zur Blutentnahme, beginne also später mit meiner Arbeit.


    Es geht mir gut. Hintergrund dass ich arbeiten gehe: ich möchte nicht, dass diese Erkrankung mein Leben bestimmt.


    Bei den 4 EC zum Schluss, die ich alle 2 Wochen erhalten werde, wird es dann sicher etwas anders aussehen. Das lasse ich auf mich zukommen.


    Geld ist nicht meine Motivation. Mein AG zahlt in der Regel die Differenz zwischen Lohnfortzahlung und Nettogehalt.

  • Ich stimme Heideblüte zu, es kommt auf den Job und die individuelle Situation an. Direkt nach der Diagnose habe ich mich AU schreiben lassen. Ich arbeite als Physiotherapeutin in einer Rehaklinik. In der Schockstarre hätte ich mich nicht um andere kranke Menschen kümmern können. Körperlich hätte ich meinen Job wohl auch während der Bestrahlung nur eingeschränkt machen können, denn es erschöpft doch sehr. Zudem habe ich einen Fahrtweg von 35 min. Bei einem Bürojob und vielleicht auch einer Teilzeitarbeit wäre es eher möglich. Krankgeschrieben wurde ich von meiner Gyn, das ist gar kein Problem bei der Diagnose. Ich habe es immer so gemacht, dass ich mein Krankengeld etwa so wie mein Gehalt bekam. Wie Heideblüte schon schrieb, 1-3 Tage einplanen bis das Geld auf dem Konto ist. Meine KK hat eine App. Einfach die AU Bescheinigung abfotografieren und abschicken. So ging es viel schneller als hinschicken, hinfahren.

    Alles Gute für dich DerKnuppimussweg !

    Liebe Grüße,

    Tara☀️

  • Guten Morgen,


    ich bin seit dem Tag wo ich das Ding ertastet hatte krank geschrieben ( jetzt fast 4 Wochen).

    Auf der einen Seite tue ich mich noch etwas schwer mit dem Gedanken, die nächsten Monate zu Hause zu bleiben, aber primär aus Angst vor Langeweile:/, das lasse ich jetzt aber mal auf mich zukommen, vielleicht komme ich so in den Rythmus rein, das die Zeit wie im Flug vergeht.

    Dazu kommt ja noch die Infektionsgefahr, ich arbeite am Flughafen und da kommt "Dreck" aus allen Ländern der Welt zusammen.

    Als Beamtin muss ich mir auch wegen Lohnfortzahlung keine Sorgen machen, da ich ja für die gesamte Krankendauer mein volles Gehalt bekomme. Meine Chefin hat schon gesagt, ich soll mir in jedem Fall die Zeit nehmen, die ich brauche. Aktuell rechnet vor nächstem Jahr niemand mit mir ( Chemo bis Ende September, dann OP, dann Bestrahlung), bis alles rum ist dürfte es locker Dezember werden.

    Ich lasse es auf mich zukommen, wie fit ich während der Behandlung bin und ob mir die Decke auf den Kopf fällt.

    Hinzu kommt ja auch noch, wie ich mit meinem Äusseren klar komme, ich trage Uniform und arbeite im Publikumsverkehr, da würde ich natürlich permanent angestarrt werden... wie gesagt, ich lasse alles auf mich zukommen und bin mir dem Luxus bewusst, das ich zumindest des Geldes wegen nicht arbeiten müüüüsste...


    Sowohl meine Gyn, als auch meine Hausärztin schreiben mich problemlos krank, immer im 4-Wochen-Rythmus.

  • Danke für eure Erfhrungsbericht. Ja ich überlege auch. Ich will dufch den Krebs nicht alles verlieren und ich denke, dass ein wenig Normalität und Alltag helfen kann. Ich will mich aber auch nicht überfordern. Alles eine verd... Sch... Vielleicht werd ich jetzt im Diagnostikzeitraum auch noch bissel was abschließen und einen langen Ausfall vorbereiten. Wenn ich dann doch Kraft habe, kann ich ja etwas machen. Mir dreht sich der Kopf. :/

    Bei mir kommt dazu, dass ich Ende September meine Arbeit verlieren werde.