Krankschreibung - oder doch arbeiten?

  • Liebe DerKnuppimussweg , das ist eine schwierige Entscheidung. Ich bin auch seit Tag der Diagnose, 30.4.18 krank geschrieben. Wenn es so läuft wie geplant, wird nächste Woche die Mastektomie gemacht danach wird sich sehr wahrscheinlich eine Behandlung mit Tamoxifen anschließen. Mein Plan ist jetzt mal gegen Herbst wieder zu arbeiten. Ich muss jetzt auch sagen, dass ich im Moment keinen Kopf dafür hab. Aber ich glaub da ist jeder anders, sind ja einige starke Frauen hier die auch zwischen der Chemo arbeiten. Das finde ich total bewundernswert. Dem Einen tut das gut, den Anderen belastet das eher.

  • Guten Morgen Ihr Lieben,

    Ich habe durchgehend gearbeitet. Meine Arbeitszeiten kann ich mir frei einteilen. Ich habe also jeweils an den Chemotagen freigemacht und an Tag 5. Wenn viele Mitarbeiter rumgeschnieft haben, war ich weniger im Hotel und mehr in meinem Büro zu Hause. Gastkontakt habe ich nie gemieden. Habe auch meine Veranstaltungen Weihnachten und Silvester mit Mützchen bzw. Perücke durchgezogen. Natürlich nicht bis zum Ende wie sonst.

    Ich brauchte die Ablenkung. Zu Hause waren nur meine Katzen (keine Kinder, Mann auf Montage), da fühlte ich mich auf Arbeit besser aufgehoben.

    Das kann/muss jede für sich selbst entscheiden. Die Ärzte haben mit der Krankschreibung kein Problem. Fälle wie ich sind eher ungewöhnlich.

    Also zum Kern der Frage: Bei mir ging während der gesamten Behandlungszeit alles. Arbeiten, Tanzen, Zumba. Ruhezeiten gab es für mich lediglich jeweils nach den OP's.

    Ihr könnt das auch gern in meinem Profil nachlesen :*

  • Hallo DerKnuppimussweg,


    Du hast ja genügend Antworten bekommen, ich wollte nur noch eine Sache aus eigener Erfahrung zu bedenken geben.

    Ich war nach Diagnosestellung und Behandlung inclusive AHB und Wiedereingliederung ca 10 Monate krank geschrieben.

    War kein finanzielles Problem und mir war auch nicht langweilig, im Gegenteil, ich habe die Zeit genossen, weil es mir

    meistens recht gut ging.

    Leider kamen etwa ein Jahr nach der letzten Chemo Metastasen, so dass ich eine erneute Chemo machen musste.

    Da hatte ich aber leider schon ca 42 Wochen von den mir zustehenden 78 Wochen Krankengeldbezug in Anspruch genommen.

    Daher musste ich, um zu vermeiden, ausgesteuert zu werden, in der 2. Chemo arbeiten (war immer 1 Woche krankgeschrieben

    und bin danach wieder arbeiten gegangen), obwohl es mir da schon deutlich schlechter ging.

    Jetzt ist mein 3-Jahreszeitraum zu Ende und ich habe wieder vollen Anspruch auf 78 Wochen Krankengeld.

    Ich habe vorher überhaupt nicht darüber nachgedacht, dass ich evtl. mit dem Krankengeld haushalten muss und hatte

    bei der 2. Diagnose erstmal auch die Angst, ob ich das schaffe und nicht in ALG 1 oder 2 lande. Zum Glück hat es geklappt,

    aber falls nochmal was kommt, würde ich mir das besser einteilen.

    Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht verwirrt, kannst gerne nachfragen.


    Viele Grüße und schöne Pfingsten, soweit möglich


    Felszicke

  • Hallo DerKnuppimussweg ,

    oh ich kann dich sehr gut verstehen, hast du einen befristeten Vertrag? Ich habe kurz vor meiner Erkrankung eine Festanstellung bekommen, zum Glück, sonst wäre ich jetzt auch weg vom Fenster, nach 25Jahren im ÕD, immer auf befristeten Stellen,traurig aber wahr. Ich habe es geschafft, aber eine Kollegin, die auch erkrankt ist, ist weg. Da interessiert niemanden was du geleistet hast und das du gerade in dieser Situation Unterstützung und Rückendeckung brauchst, um dir nicht noch um den Job und die Finanzen Sorgen zu machen.

    Ganz ehrlich, wenn du weißt es gibt keine Verlångerung deines Vertrages, kannst du auch bis dahin daheim bleiben. Ich wünsche dir natürlich das es anders kommt.


    Hallo Anne79 ,

    deine Planung ist meinem Verlauf sehr åhnlich und realistisch. Ich hatte im Juli 2016 beids. Mastektomie, bin im September in die AHB ( kann man mit Hilfe der Årzte um 4 Wochen nach hinten schieben, damit man auch davon was hat, denn AHB nach 2 oder 4 Wochen ist unrealistisch, da du dort sehr wenig für dich und deine Beweglichkeit machen kannst/darfst). Habe dann im Dezember auf eigenen Wunsch mit Wiedereingliederung begonnen, für mich im Nachhinein immer noch zu früh, aber ich habe durchgehalten. Nimm dir die Zeit, die du brauchst.

  • Ich war die komplette Zeit, 12 Monate, krank geschrieben. Ich arbeite auch im ÖD, Puplikumsverkehr und sehr stressig. Ab der Hälfte der Bestrahlung hatte ich schlimme Probleme mit der Haut. Arbeiten hätte ich nicht können. Ist ja bei jedem anders. Ich finde es furchtbar, wenn man durch eine Krankheit so in finanzielle Nöte kommt. Das dürfte einfach nicht sein.

  • Ich bin seit Ende November krank geschrieben und werde auch versuchen, zwischen OP im Juli und Reha im Oktober zuhause zu bleiben.

    Ich hoffe, meine Gyn unterstützt das.

    Ich werde die 3 Monate brauchen, damit alles stabil einheilt und mein Körper wieder belastbarer ist.

    Ich müsste mich sonst vom Aussendienst befreien lassen und auch im Büro mit Publikum ist es manchmal heikel.

    Nach der Reha mache ich eine Wiedereingliederung und war dann ca 11 Monate weg.

    Eine lange Zeit, aber auch kein einfacher Weg. Sowas sitzt man nun mal nicht auf einer Pobacke ab.

    Liebe Grüße

    Cookie

  • Ja klar kannst du fragen. Ich war einfach noch nicht so weit. Körperlich schon, aber psychisch nicht. Bis dahin hat man eben funktioniert, OP, AHB, Årzte, KK, Rehasport, eben genug Termine abgearbeitet und dann fing erst bei mir die Verarbeitung an, nachdenken was da passiert ist, wie es weiter geht, Kopfkino eben und wenig Schlaf usw. ohne psychologische Hilfe war das schwer für mich. Und immer die Fragen der Årzte wie es mir geht. Was sollte man da antworten, gut war gelogen, schlecht ebenfalls. Ich dachte schnell arbeiten hilft, aber bei mir war das nicht so. Ich bin da hin, habe mich so gut wie möglich verkrochen und gewartet das die 2h rum sind und ich schnell wieder heim konnte. Dahin wo mich niemand sieht, keiner Fragen stellt, ich mich sicher fühlen konnte. Einigeln habe ich es immer genannt. So habe ich mich bis zur Reha im Sommer geschleppt und da erfahren, dass es mir nicht alleine so geht. Meine Situation dort zu schildern hat auch einigen geholfen, die noch vor der Wiedereingliederung standen, ihre Situation zu ūberdenken, sich rinfach die Zeit zu geben, die sie brauchen. Auch wenn das für viele unverständlich ist, aber wir sind eben nicht alle gleich, dem einen hilft schnell wieder in den alten Alltag zurück und der andere braucht dafür viel mehr Zeit. Die Psychologin dort meinte man ist erst so weit, wenn man einen ganzen Tag meistern kann, frūh aufstehen, Haushalt, Termine, einkaufen, essen machen, Kinder versorgen und dann noch fit für Aktivität am Abend wie Kino o.å. ist. Das alles ohne sich zwischenzeitlich ausruhen zu müssen, dann ist man fit wieder in den Arbeitsalltag zurück zu kehren. Ja an dieser Stelle wusste ich, es war zu früh. Meine Gyn hat das damals gleich gesagt, aber ich weiß nicht wem oder was ich mir da beweisen wollte.

  • Ich war nicht arbeiten, wollte es aber, da ich meinen Job mochte und mich gebraucht fühlte, allerdings 40 Stunden stressigen fast-pace Bürojob. Da aber bei mir dann stat Chemo die OP zuerst kam, war das Thema dann durch da erst Krankenhaus und dann Hochdosischemo. Im Nachhinein bin ich froh ich hatte die Zeit. Ich war ca 13 Monate krank +3 Monate Wiedereingliederung. Auch wäre es nicht möglich Tagelang auszusetzen dann wieder ins Büro, da das nur die Abläufe im Büro durcheinander gebracht hätte. So konnte ich mich ganz auf mich selbst, Körper und Geist konzentrieren und ich denke das war gut. Wenn ich auch wünschte vielleicht ich wäre einer derjenigen gewesen die es irgendwie hinbekommen hätten.


    Als ich die Wiedereingliederung anfing war ich mir nicht mal sicher ich könnte wieder Vollzeit arbeiten. ( geht aber :) ).


    Übrigens hat mir jeder abgeraten zu arbeiten. Alle Ärzte, sogar mein Krankenkasse Mensch. Es hängt also viel von dem Drumherum ab, welche Chemo, welcher Job, welche Unterstützung zu Hause etc. Während Chemo war ich dann noch zusätzlich 2x 10 Tage im Krankenhaus. Das wäre für meinen Job und Kollegen katastrophal gewesen, da man das nicht einplanen kann.


    Wenn du jetzt schon sicher bist du würdest deinen Job verlieren, rede doch mit deinem AG, vielleicht könnte er dir jetzt bereits einen neuen Vertrag geben. Das Problem seinen Job zu verlieren da befristet haben überraschend viele. Das wirklich große Problem was auf diese zukommt, ist dass wenn sie dann bei ALG 1 oder 2 sind sie eventuell keine Wiedereingliederung machen können. Nach Therapie sich auf die Jobsuche machen zu müssen ist natürlich auch blöd.

  • Ich habe die ersten drei EC Chemos hinter mir. Ich lasse mich nach jeder Chemo eine Woche krank schreiben und arbeite dann 2 Wochen im Home Office an 4 Tagen. Am 5. Tag gebe ich noch an einer Berufsfachschule Unterricht allerdings nur 2 bis 4 Stunden. Ich finde es für mich sehr gut dass ich arbeiten kann. Es gibt mir Normalität, mein Geist bleibt aktiv. Ich denke in der Zeit, wenn ich arbeite nie an die Krankheit. Ich hoffe ich schaffe es bis zum Ende der Chemo.

  • Linny

    ich war während der Ec krank geschrieben,ab den 12 Pacli bin ich wieder arbeiten gegangen.Ich unterrichte auch in einem Fachseminar für Altenpflege und arbeite 20h die Woche.Ich versuche auch nur 4h Unterricht zu machen manchmal wird es mehr.Bin jetzt bei der Halbzeit der Bestrahlungen und alles läuft prima.Mir hat es auch gut getan und ein Stück normalität zurück gegeben und mein Chemobrain herausgefordert.Du schaffst das bestimmt aber hör auf deinen Körper.

    Lg

    Steffi:hug::hug:

  • Liebe Steffi,

    vielen Dank für die Nachricht. Ist ja witzig. Ich gebe auch Unterricht an einer Berufsfachschule für Altenpflege, allerdings Rechtskunde. Ich denke es ist gut den Geist fit zu halten. Mein Arzt meint man sollte sich nicht zu sehr schonen 😊

  • Liebe sanfanero

    Das klappt bestimmt habe jetzt 16 von 28 Bestrahlungen hinter mir und es geht gut mit der arbeit.Ich bin auch lange nicht so müde wie bei der chemo.Ich schlafe gut und die sozialen Kontakte tun einfach gut.Freu mich auf unsere Weihnachtsfeier am 7.12.Meine Strahlenklinik ist total super ,wenn ich mal ein Termin habe so wie die Weihnachtsfeier machen sie mir einen Wunschtermin.:)

  • Hallo Ihr Lieben,


    mich würde interessieren, wie lange diejenigen von Euch, die „nur“ ein DCIS hatten (deshalb ohne Chemo) mit BET und anschl. Bestrahlung u. AHT krank geschrieben waren oder noch sind.


    Ich habe OP u. Bestrahlung hinter mir und heute (nach langem Überlegen und Zweifeln) mit TAM angefangen. Meine Gyn hat für mich den Antrag für eine REHA in die Wege geleitet, jetzt warte ich auf Post von der Arge Krebs NW. Meine AU läuft erst mal bis Ende d.J., dann wären es schon 3 Mon. Ich fühle mich psych. i.M. zwar nicht fit für den Job, habe aber Hemmungen, mich weiter krank schreiben zu lassen, da OP u. Bestrahlungen ja vorbei sind.


    Habt Ihr vor der Reha noch gearbeitet? Ein Mitarbeiter meiner KK sagte mir, wenn man zwischenzeitlich arbeiten würde hätte man keinen Anspruch auf diese Reha. Das kann doch wohl nicht sein, m.W. kann man doch innerhalb von 1 Jahr die erste Reha in Anspruch nehmen !? Wie seht Ihr das? Wie sind Eure Erfahrungen ??


    Liebe Grüße

    Anne

  • Ich kann zum Thema DCIS nichts sagen, aber zum Thema "vor Reha wieder arbeiten". Denn genau das habe ich getan: Ich habe ab Anfang April wieder angefangen zu arbeiten und war Mitte Juni dann zur Reha. Das geht sehr wohl.


    Bei mir waren es übrigens nach einer Sarkom-Op ungefähr 3,5 Monate Krankschreibung, bevor ich wieder angefangen habe zu arbeiten - eine Art "freestyle" Wiedereingliederung mit ca. 2 Wochen halbe Tage, dann ungefähr 6 Stunden für 2 Wochen und dann wieder Vollzeit bis zur Reha. Allerdings waren in der Zeit noch die ganzen Feiertage, so dass es ganz gut auszuhalten war.


    Bei mir war es auch so, dass ich rein körperlich längst wieder fit war, aber psychisch hinterher hinkte. Ursprünglich hatte ich auch gehofft, die Reha vor Wiederbeginn der Arbeit machen zu können. Da sich das aber immer länger hinzog und ich mir auch schon langsam komisch vorkam, habe ich es mit dem arbeiten versucht. Im Hinterkopf aber der Gedanke, mich zur Not wieder krankschreiben zu lassen, wenn ich merke, dass es nicht geht.