Krankschreibung - oder doch arbeiten?

  • Hallo kerry66 !

    Ich hab jetzt meine 2. Chemo hinter mir und bin echt froh, dass ich nicht arbeiten muss. Bei mir war das auch eine Kopfsache - ich hatte das Gefühl, dass ich nicht weitermachen kann und so tun, als wäre nichts.

    Ich hatte mit meinen Chefs besprochen, dass wir nach meiner ersten Chemo sprechen, wie es mir geht und ob es geht. Sie wären glücklich gewesen, wenn ich auch nur wochenweise gekommen wäre. Macht deine Chefin sowas vielleicht auch mit ?

    Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen und durch die Chemo kommst du auch. Es gibt viele Medikamente, die die Nebenwirkungen verhindern oder hemmen. Einfach immer dem Arzt erzählen, wie es dir geht und im Zweifel nachhaken. Immer schön dem Krebs eins aufs Dach ! ☺

  • Hallo kerry66 .


    Ich hatte meine 1. Chemo (EC) am 12.10.18 und seitdem bin ich krank geschrieben. Gearbeitet habe ich trotzdem. Jede Woche 1-2 x. Je nachdem wie gut ich mich gefühlt habe. Ich habe mit meiner Chefin und den Kolleginnen gesprochen und die fanden es gut. Meine Bedingung war, dass ich komme und gehe, wie ich das für richtig halte. Und wenn meine Leukos im Keller waren, habe ich mich auch nur im Hintergrund (Labor etc) aufgehalten. Bin nicht, gerade im Winter, vorne zu den verrotzten Patienten gegangen. Die Stunden darf ich mir als Überstunden aufschreiben und baue sie später dann in einer Art freestyle - Wiedereingliederung ab.


    Das arbeiten hat mir enorm gut getan! Hätte nicht die ganze Zeit zu Hause bleiben können.

    Super gesund gelebt habe ich auch nicht. Mittlerweile rauche ich immerhin nicht mehr. Und gehe nach Möglichkeit jeden Tag wenigstens eine kleine Runde (1/2 std). Besser mehr. Das hat mir während der letzten Wochen und Monate sicherlich am meisten geholfen.


    Vielleicht kannst Du was ähnliches aushandeln. Solltest Du skeptisch sein, ob Dein Arbeitgeber mitmacht und sich an Abmachungen hält, lass die Finger davon! Bleib zu Hause, tu Dir Ruhe, Sport und Erholung.


    LG S.

  • herzlichen dank für eure guten ratschläge...ich hatte jetzt ne woche urlaub und ja ich werde zuhause auch bekloppt und der ganze rotz hat ja noch nicht einmal begonnen ...mein problem on top ist ja noch der arbeitsvertrag ist nur befristet bis 30.09.19...und ich arbeite bei den amis und wenn ich da raus bin darf ich mich 3 jahre dort nicht mehr bewerben....ich war bis vor 2 jahren , 22 jahre Flugbegleiterin bei der grossen airline die bankrott ging...naja schlimmer geht ja immer....es läuft sozusagen primatös:hot:

  • Ich habe während des 1. Teils der Chemo EC viermal gearbeitet. Anfangs bin ich noch zur Arbeit gefahren, dann aber habe ich auf Grund der möglichen Ansteckungsgefahr ( Winterzeit- viele Kollegeb/innen waren krank) von zuhause aus gearbeitet. Das war meinem Arzt schon auch wichtig, dass ich da aufpasse. Nach der 5. Chemo konnte ich nicht mehr arbeiten. Es ging mir einfach zu schlecht. Ich habe mich kaum mehr richtig erholt. Eigentlich wollte ich nach Abschluss der Chemo wieder arbeiten. Geht aber auch nicht. Ich erhole mich zwar zunehmend aber ich ermüde einfach noch sehr schnell (Chemo ist nun 2 Monate her und Op 5 Wochen , Bestrahlung beginnt Mitte Mai. Ich habe im Moment auch keine Lust mehr zu arbeiten und möchte den Sommer nach der Höllentherapie einfach genießen.

  • kerry66 , das ist ja doof mit Deinem Job. Aber dann würde ich es doch einfach mal versuchen, ob Du es schaffst, zu arbeiten, a) weil Du sonst "bekloppt" wirst und b) wegen deiner Arbeitssituation.


    Ich war ja auch die ganze Zeit krankgeschrieben, habe mich aber nie gelangweilt, kann ich gut mit mir selbst beschäftigen und auch ein "Nichtstun" genießen. Ich muss nicht immer was machen oder etwas leisten.

    Das habe ich aber auch gebraucht, diese Auszeit, vor allem meine Psyche hat das gebraucht, diese Ruhe, etc. Habe mir auch schöne Dinge gegönnt, eine Massage, o.ä.

    Im Gegensatz zur Dir kerry66 wäre ich bekloppt geworden, wenn ich mich nicht hätte krankschreiben lassen.

    Das ist schon lustig, wie verschieden Menschen sind. :)

  • lach, danke das stimmt wohl...naja wenn ivh den job fest hätte wäre das vielleicht auch anders...aber ich bin auch so ein kopf und planmensch und zuhause male ivh mir immer die schlimmsten sachen aus, auf arbeit denk ich garnicht an den mistkerl

    lieben Dank für deine antwort:*

  • Hallo,


    ich war zunächst krankgeschrieben. Dann habe ich nach Rücksprache mit dem Amtsarzt als "Wiedereingliederung" ca. 4 Stunden gearbeitet , wenn es mir gut ging. Ohne "Kundenkontakt" leichte Bürotätigkeit. Ich bin dienstunfähig und brauche keine Krankmeldung. Die richtige Wiedereingliederung mache ich,wenn Behandlung abgeschlossen ist. Mein Onkologe meint, die Arbeit habe geholfen, dass Tumor verschwindet, weil sich nicht den ganzen Tag alles um den Krebs gedreht hat.


    Alles Gute!

  • Ich habe seit 2 Wochen nun meine Diagnose. Mir geht es soweit ganz gut. Hin und wieder hab ich zwar ein tief, in dem ich mich Frage warum gerade ich. Aber das ist glaub ich normal bei der Diagnose Brustkrebs.

    Deshalb dachte ich, ich gehe bis zu Beginn meiner wahrscheinlichen Chemo bzw. OP ganz normal arbeiten. Meine Chefin hat mir jedoch nahegelegt, dass ich mich krank schreiben lassen soll. (Ich muss dazu sagen, dass ich in einem Kindergarten arbeite und wir aktuell so nette Krankheiten wie Magen-Darm bzw. Hand-Fuss-Mund haben🙄.) Sie selber hatte vor Jahren Gebärmutterkrebs und ihr haben die Ärzte auch geraten sich krank schreiben zu lassen, da das Risiko einer Ansteckung vor einer OP zu groß wäre.

    Ich habe das ganze mit meiner Ärztin besprochen und sie hat auch gemeint, dass ich alles meiden soll was mein Immunsystem schwächen könnte. So bin ich nun seit Montag krank geschrieben. Ich mache mir ein paar schöne Tage, tanke Kraft bei Dingen dir mir Spass machen. Alles nur kein Stress😉.

    Was die finanzielle Seite angeht, so sehe ich das ganze auch gelassen. 6 Wochen gibt es ja Lohnfortzahlung. Und danach 39 Wochen noch eine Ausgleichszahlung zum Krankengeld.

    Meine Gesundheit geht jetzt definitiv vor.👍🏻

    Wenn dein Leben kein Ponyhof ist, mach nen Zirkus draus!;)


    Eines Tages werde ich sagen: Es war nicht einfach, aber ich habe es GESCHAFFT!:thumbup:

  • Hallo,

    ich hatte Anfang November die Diagnose Brustkrebs, Ende November OP brusterhaltend. Hormoneller Tumor, HER neg., unter 2 cm G2, keine Lymphknoten befallen. Nehme Tamoxifen. Der Oncotyp DX Test hat ergeben, dass eine Chemo für mich nicht weiter nützlich ist. Also startet nächste Woche die 6-wöchige Bestrahlung. Während der OP, und danach war ich 2,5 Wochen krankgeschrieben, sonst bin ich arbeiten gegangen. Da die Bestrahlung wenig Zeit in Anspruch nimmt, bin ich unsicher, ob ich arbeiten gehen soll. Mein Job ist sehr stressig und reibt mich oft auf, deshalb denke ich einerseits nein, andererseits habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich arbeite Teilzeit, habe 2 Kinder und bin alleinerziehend, was generell schon einen anspruchsvollen Alltag mit sich bringt. Seid ihr arbeiten gegangen? Hattet ihr Nebenwirkungen, die ein Zuhausebleiben erforderten? Wie handhabt ihr das mit der Krankschreibung, von Woche zu Woche?Danke für Eure Antworten.

    Gruß

    Annama

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  • Liebe Annama , ich war krankgeschrieben, war nach der Diagnose auch nervlich sehr angegriffen. Meine Ärztin wollte lieber, dass ich arbeiten gehe. Ich habe auch Familie und war während der Bestrahlung froh, wenn ich meinen Haushalt schaffte. Zuerst dachte ich auch, super keine NW, wurde dann immer müder. Machte am Wochenende oft sogar Morgens- und Mittagsschläfchen...da hätte ich dann Dienst gehabt! Die Bestrahlung selbst ist zwar kurz, aber mit Hin- und Herfahrt, Wartezeit usw war ich gut beschäftigt. Dann wurden wieder die Geräte, der Behandlungstisch gewartet..usw. Teilweise musste ich 2x kommen, dann fiel der nächste Tag aus..Manchmal hatte 3 Stunden Parkgebühr bezahlt. Ich mag meine Arbeit sehr, aber wenn ich dort bin , muss das eben auch Laufen....Zu den Menschen mit dem gut gemeinten Rat, die Arbeit würde mir helfen, musste ich sagen, dass meine Arbeit schön und erfüllend ist, aber keine Therapie...wäre ich ohne Kinder gewesen, hätte in der Nähe vom KH gewohnt und keine weite Anfahrt zur Arbeit und flexible Arbeitszeiten...dann wäre es evtl. machbar gewesen..LG Jorinde

  • Liebe Annama ,

    ich hatte keine nennenswerten NW und die Strahlenpraxis liegt quasi auf meinem Arbeitsweg. Kinder habe ich keine und mein Mann war zu der Zeit auf Montage. So bin ich arbeiten gegangen. Früh zuerst Bestrahlung und dann weiter zur Arbeit.

    Es funktioniert also, wenn Du es möchtest.

    LG Kirsche

  • Ich arbeite von zu Hause am Computer. Keine Kinder. In der Chemozeit habe ich immer gearbeitet wenn es mir gut ging - das waren in den Infusionswochen die Tage 4 und 5 glaube ich. In den Chemopausen hab ich normal gearbeitet. Das tat mir gut und hat mir mental geholfen. Hatte aber ein sehr gutes Einvernehmen mit meiner Cheffin, so dass ich mich wirklich "auf Zuruf" Krank schreiben liess und die Arbeit war dosiert. Krebssportgruppe 2 mal wöchentlich. Während der Bestrahlungen war arbeiten zeitlich nicht drin (halber Tag eh schon futsch), also krank geschrieben. Nach Ende Bestrahlungen noch 2 Monate krankgeschrieben, dann zurück auf Vollzeit - was in Nachinein etwas zu heftig war weil ich lange Arbeitstage und Deadline-Stress habe. Keine Reha, keine Dingens. Vollständig wieder fit (in der Birne und so) war ich nach ca einem Jahr.


    Wichtig ist, dass du das tust, was gut für dich ist. Und das kann sich auch ändern. Sei gut zu dir.

  • Liebe Annama ,

    Ich bin auch immer für 4 Wochen krank geschrieben, dann wird verlängert. Ganz wichtig aber, es muß reibungslos zur nächsten Kranschreibung übergehen, es darf kein Tag dazwischen liegen. Auch ist es bei meiner Krankenkasse so, daß ich mich auch länger krank schreiben lassen könnte, aber ich bekomme mein Krankengeld erst immer wenn ich die nächste Krankmeldung einreiche, also würde ich mich für 3 Monate krank schreiben lassen, dann würde ich mein Krankengeld auch erst nach 3 Monaten bekommen.

    LG

    Frusti

  • Liebe Annama , meine Krankenkasse hat mir sogar den Rat gegeben, mich immer nur für 2 Wochen krankschreiben zu lassen. Falls dann mal schiefgehen sollte, was ja immer mal passieren kann, dann würde nur Geld für 2 Wochen erst einmal fehlen und nicht gleich für 4 Wochen.

    Aber es lief bis auf einmal alles reibungslos. Bin aber eh sehr zufrieden mit meiner KK.

  • Hallo Annama ,


    es spricht auch nichts dagegen, sich eine neue Krankmeldung zu holen, obwohl die alte noch nicht „abgelaufen“ ist.
    Wenn du merkst, dass es mit dem Geld knapp wird, gehst du einfach los, und lässt dir eine neue KM geben. So bekommst du dann dein Geld bis zum neuen Ausstellungsdatum.

    Bei mir überschneiden sich die Daten ständig irgendwie, ich gehe nie auf den letzten Drücker zum Arzt... wie mein Arbeitgeber und die KK das dann sortieren, ist mir egal, Hauptsache, es entstehen keine Lücken.


    Wegen der Arbeit während der Bestrahlung würde ich an deiner Stelle abwarten.Manche sind nach der Bestrahlung sehr müde, da geht dann erstmal nicht so viel.

    Und wegen deines schlechten Gewissens: das darfst du absolut nicht haben! Du bist gerade sehr krank und brauchst Ruhe und Zeit für dich! Auch wenn man keine Schmerzen hat und auch sonst nicht viel merkt, muss dein Körper gerade Höchstleistungen vollbringen! Und deine Seele braucht auch Entspannung...

    Dein Arbeitgeber müsste dir eigentlich für jeden Tag, den du erscheinst, auf Knien danken...


    LG Gonzi🍀🍀🍀

  • Ganz zu Anfang: mein Ergebnis steht noch nicht fest, Vakuumbiopsie ist am 11.2.


    Mich würde interessieren, ob ihr normal weiterarbeiten könntet. Ich hab vor einem Jahr, nach 21 Jahren eine neue Leitungsstelle im Kindergarten angenommen. Ich liebe meinen Beruf über alles und lebe auch getrennt, ich muss und will arbeiten. Die Arbeit lenkt mich ab, schon jetzt in den Tagen der Warterei.

    Also sollte es Brustkrebs sein, denkt ihr ich kann ganz normal weiterarbeiten?

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