Krankschreibung - oder doch arbeiten?

  • Malese Das ist jetzt schwer zu sagen, du weißt doch noch garnicht, wenn es Brustkrebs sein sollte, welche Therapie und welche OP. Ich bin weiterhin in der Arbeit gewesen, aber ob das möglich ist, wenn du mit Kindern arbeitest🤔 Infektionsgefahr, mal ein Kind heben müssen.....

    Ich denke, das wirst du dann selbst entscheiden können, wenn es soweit ist und du dann aktuell auch weißt, wie es dir geht und auf was du aufpassen musst. Gruß Baybsie

  • Liebe Malese,


    Auch ich bin Erzieherin und habe in der U3 gearbeitet. Ich bin seit Mai zu Hause und gehe nicht arbeiten. Ich muss aber sagen dass ich einen hormonellen Tumor habe mit Metastasen.

    Meine Ärzte sagten mir, dass ich nicht schwer heben darf. Dann bin ich jemand der immer hier schreit wenn es darum geht Viren und Bakterien zu verteilen. Würde ich mir was einfangen muss ich evt mit dem Medikament aufhören. Jetzt geht es um mich und so gerne ich meinen Job mache bzw gemacht habe, jetzt bin ich wichtig. Ausserdem bin ich körperlich und psychisch nicht in der Lage zu arbeiten.

    Vielleicht ist es jetzt möglich und gut dass du arbeitest. Aber in der Behandlung höre auf deinen Körper.

    LG chaosmama

  • Liebe Malese ,


    ob man weiter arbeiten kann oder möchte, hängt natürlich von vielem an. Die Arbeit, die man macht, der Therapie, der eigenen körperlichen und psychischen Verfassung usw. Wie Baybsie schon schreibt, je nach Therapie könnte das in Deinem Job schwierig sein wegen der Infektionsgefahr, solltest Du eine Chemo bekommen müssen.


    Aber das sind ungelegte Eier, zerbrich Dir jetzt noch nicht zu sehr den Kopf darüber. Je nach Befund und ggf. Therapie kommst Du für Dich event. dann später sowieso zu einem anderen Ergebnis als jetzt.

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  • ich befürchte, das in Deinem Fall das arbeiten leider flach fallen wird. Ein Kindergarten ist eine wahre Brutstätte an Keimen und Bakterien und genau davon solltest Du Dich während der Therapie ( Chemo) fernhalten.

    Bei einem normalen Bürojob hätte ich jetzt keine so grossen Bedenken, aber Kindergarten ist schon echt tricky8|

  • Hallo Malese Je nachdem, was genau bei dir herauskommt, und vor allem welche Therapie wird entscheidend sein.


    Falls du 'nur' OP und Bestrahlung bekommen solltest, wäre weiterarbeiten kein Problem, außer einige Wochen keine Kinder schleppen. Falls Chemo dazukommt, sieht das weiterarbeiten wahrscheinlich nicht so gut aus, außer du könntest als Leitstelle von Zuhause arbeiten.


    Ich wollte im Büro weiter arbeiten, 40Std stessiges Büro, alle Ärzte rieten mir davon ab. Und im Nachgang wäre es auch nicht möglich gewesen, bei mir kam zuerst OP, während Chemo war ich dann 2 x 2 Wochen im Krankenhaus, mit Quarantäne. Erreger und Fieber während Chemo ist tatsächlich lebensgefährlich, da der Körper sich nicht mehr gegen Erreger wehren kann. Da droht eine Blutvergiftung.

  • Hallo Malese ,

    ich bin auch Erzieherin in einem Kindergarten. Als ich am 18.04. meine Diagnose bekam dachte ich eigentlich zuerst auch, dass ich weiter arbeiten gehe bis das weitere Vorgehen (OP, Chemo?) feststeht. Wie gesagt dachte🙄 ... Ich war aber nicht mehr wirklich bei der Sache und ich entschloss mich, mich krank schreiben zu lassen. Diese Diagnose ist ja doch nicht nur ein Schnupfen, sondern eine ernst zunehmende Krankheit.

    Zuerst hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen meine Kollegen im Stich zu lassen🙈. Zumal ich auch noch stellvertretende Leitung, im Betriebsrat und für unsere Azubis zuständig war. Von meiner Leitung bekam ich hier zum Glück vollen Rückhalt, denn sie war vor etwa zehn Jahren in einer ähnlichen Situation.

    So nutzte ich diese Zeit bis Therapiebeginn (am 9.05. stand fest, dass ich zuerst eine Chemo machen "durfte") um Kraft zu tanken für die bevorstehende Zeit.


    Solltest du auch Chemo machen müssen, so ist an weiterarbeiten im Kiga definitiv nicht zu denken. Das hat mir auch mein Onkologe so gesagt. Gerade im Kiga ist man ja vielerlei Keimen und Viren ausgesetzt. Und die Chemo "zerstört" nun mal das Immunsystem. Ausserdem ist die Therapie kräftezerrend und die Nachwehen sind nicht zu unterschätzen. Jetzt denke ich erst mal an mich und meine Genesung.

    Ich liebe meinen Beruf auch. Und so hoffe ich, dass ich nach der Tablettenchemo und Reha im Juli meine Wiedereingliederung starten kann.


    Aber noch steht ja bei dir das Ergebnis nicht fest. Ich drücke dir ganz dolle die Daumen👍🏻👍🏻, dass sich der Verdacht nicht erhärten wird.


    Liebe Grüße

    Hanka

    Wenn dein Leben kein Ponyhof ist, mach nen Zirkus draus!;)


    Eines Tages werde ich sagen: Es war nicht einfach, aber ich habe es GESCHAFFT!:thumbup:

  • Guten Morgen!

    Des Nachts kommen ja doch die Gedanken vermehrt und da ich nicht damit rechne, dass es bei mir fix losgeht, würde ich gern wissen, wie ihr das gehandhabt habt.

    Seid ihr, falls ihr noch etwas Zeit bis zur Einweisung hattet arbeiten gegangen?

    Grundsätzlich gehe ich überwiegend wirklich sehr gern arbeiten und ich kann da auch normalerweise alles andere vergessen. Aber jetzt bin ich doch etwas skeptisch, ob mir das mit meiner jetzigen Geschichte auch gelingt.

    Ich bin ja leider immer so furchtbar gefasst und funktioniere egal was so kommt.

    In der Wartezeit auf das Ergebnis lief mein Leben eigentlich so weiter wie bisher, außer dass ich mich informiert habe.

    Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass bei der Befundbesprechung etwas blödes rauskommt, dass ich dann vielleicht die Fassung verliere. Bis jetzt funktioniere ich aber wie gewohnt und das finde ich schon auch etwas befremdlich.
    Das ist jetzt durchaus nicht ungewöhnlich für mich, wenn ich mir auch wünschen würde da auch einfach mal weinen zu können.

    Trotzdem rechne ich natürlich irgendwann mit einem Zusammenbruch und da ich ja mit onkologischen erkrankten Kindern arbeite, kann ich mir vorstellen, dass dies gut dort passieren kann, da ich ja gerade etwas meine Objektivität und die Distanz zu dem Thema verloren habe.
    Wie seid ihr damit umgegangen?

    Auch wenn man in einem anderen Beruf arbeitet, wird sich der eine oder andere hier ja evtl mit der gleichen Frage auseinandergesetzt haben...

    Grundsätzlich habe ich ja eine gnädige Prognose, aber solange nicht operiert wurde, besteht ja durchaus noch die Möglichkeit, dass unter der Op doch noch mehr gesehen wird. Meine Brust ist sehr unübersichtlich und durch die anderen Ops schon auch vernarbt, dass die Ärzte da wenig sehen.

    Evtl wäre ein Neuaufbau auch ein Option.

    Damit ist es für mich immer noch eine Diagnose, die ok ist, trotzdem aber auch sehr einschneidend.

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  • SaDe , ich kann das gut verstehen, kann aber auch nur von mir reden.

    Ich habe mich nach dem Ergebnis erst einmal krankschreiben lassen, weil ich merkte, dass ich mich nicht konzentrieren kann und Zeit für mich brauchte. Bin dann kurz vor der OP noch eine Woche arbeiten gegangen und habe dabei meine Kollegen informiert.

    In mir war ein seltsamer Stillstand, auch Angst, aber eher lähmend. Ich habe auch nicht versucht, mich abzulenken, weil das eh nicht funktioniert hätte, ich habe versucht, mich mit der Situation auseinandersetzen.

    Durchgeknallt bin ich erst, als die OP vorbei war, das Ergebnis mir sagte, dass ich "nur" noch Bestrahlung und AHT brauche, meine zweite Diagnose Gebärmutterhalskrebs kam.

    Ich war nämlich recht schnell nach der OP wieder arbeiten, wollte das auch während der Bestrahlung, aber nach der zweiten Diagnose ging das nicht mehr.


    Heute geht es mir gut bis auf ein paar Nebenwirkungen durch die AHT.


    Ich glaube, man muss einfach in sich reinhören. Hilft mir die Arbeit, um das alles zu überstehen oder habe ich dazu keine Kraft.

    Du arbeitest ja auf einer onkologischen Kinderstation, und wenn Du da gerne bist, kannst Du es ja ausprobieren.

    Und wenn Du merkst, dass es Dir nicht guttut, dann machst Du eine Pause.

    Ich weiß ja nicht, wie Deine Kollegen sind, aber wenn Du bei der Arbeit die Objektivität verlieren und weinen solltest, wird das wohl jeder verstehen.


    Ganz herzlich grüßt

    Milli

  • Hallo SaDe ,


    ich hab mich krankschreiben lassen, weil ich einfach Zeit für mich brauchte und Bedenken hatte, dass „Funktionieren“, dass meine Kollegen von mir kennen eben nicht mehr funktioniert. Meine Ärztin hat aber auch sofort zu mir gesagt „Kommt nicht in Frage, dass Sie weiter arbeiten. Gehen Sie an den Deich, lassen sich durchpusten und denken Sie erst einmal an sich.“

    Während der Therapie hab ich dann oft aus dem Homeoffice geholfen, war aber die ganze Zeit krankgeschrieben.

  • Milli danke für deine ausführliche Antwort. Ja es ist wohl so, dass jeder für sich schauen muss, was ihm gut tut.

    Meine Kollegen hätten sicherlich viel Verständnis für meine Tränen aber ich bin ja da um die Eltern zu entlasten, die Kinder auf Untersuchungen vorzubereiten, abzulenken und aufzubauen.

    Die Eltern vertrauen uns oft ihre ganzen Sorgen und Befürchtungen an, zum einen weil wir natürlich sehr nett sind😉aber auch weil wir keine Ärzte, Psychologen oder ähnliches sind. Wir kommen stets in bester Absicht( natürlich die anderen Kollegen auch) aber wir tun nie was unangenehmes. Wir wollen nichts, wie stechen nicht, wir bringen Freude ins Zimmer wir haben Zeit.

    Die Eltern würden mich auch nur allzu gern aufbauen, wenn sie um meine Situation wüssten, aber das sollen und müssen sie nicht.

    Die haben wirklich genug zu stemmen und verdienen eine fröhliche, belastbare Betreuung meinerseits. Sie sollen das Gefühl haben, jederzeit wenn ihnen danach ist mir ihre ganzen Ängste erzählen zu dürfen, mich belasten zu können.

    Gehen zu können, wenn ich beim

    Kind bin um eine Pause zu haben.

    Keine Ahnung, ob ich das hinkriege🤷‍♀️
    Ich freue mich aber, dass du offensichtlich einen Weg gefunden hast mit der Erkrankung gut umzugehen und es ja eigentlich ziemlich gut bei dir mittlerweile aussieht, wenn ich es richtig lese.

  • Liebe SaDe


    ich bin bis zur Operation arbeiten gegangen. Das waren bestimmt 6 Wochen und ich habe es nicht bereut. Mich hat die Arbeit abgelenkt und ich würde auch gerne während der Chemo arbeiten gehen. Mir fällt die Decke auf den Kopf.


    Du kannst es ja einfach ausprobieren. Ich drücke dir die Daumen.

  • SaDe , herzlich Willkommen im Forum, auch wenn der Anlass Recht doof ist.

    Zum Thema arbeiten nach Diagnose: bis zur Port-OP für die Chemo bin ich arbeiten gegangen. Bei mir stand schnell fest, dass erst die Chemo, dann OP, dann Bestrahlung kommt. Bei mir war es auch ein recht langer Zeitraum (Diagnose 9.4., erster Termin Brustzentrum 13.05., Port-OP 7.6., 1.Chemo 13.06.). Wenn ich die ganze Zeit zu Hause gewesen wäre, wäre ich irre geworden. Allerdings wussten mein Chef und meine Kolleginnen auch gleich Bescheid. Ich bin damit sehr offen umgegangen und hatte viel Unterstützung. Ich arbeite allerdings auch im Büro als Buchhalterin. Da ist das sicher einfacher als in deinem Bereich.

    Das Wichtigste ist, dass du mit deiner Entscheidung gut klar kommst. Jeder ist anders. Wenn dir die Arbeit hilft, dann OK. Wenn du lieber zu Hause sein möchtest, auch ok.

    Ich bin auch so ein rationaler Mensch und konnte alles irgendwie ertragen und auch viel verdrängen. Ich befürchte aber auch, das ist nicht immer gut. Diese sehr schlechten, heulenden Tage hatte ich allerdings auch.


    Ein schönes Osterfest trotz aller blöden Umstände Wunsch mit lieben Grüßen

    Jana

  • Tempi auch dir danke ich für die Antwort.

    Vielleicht ist es tatsächlich auch so, dass ich eigentlich innerlich weiß, dass ich nicht arbeiten möchte aber mein Pflichtbewusstsein mir da ins Gehege kommt. Ich habe selten eine AU, allerdings arbeite ich auch nicht Vollzeit, da kann man ja dann auch mal eher durchhalten als wenn man jeden Tag ran muss.

    Ich habe auch das Gefühl, die Kinder jetzt im Stich zu lassen. Natürlich ist das Quatsch, aber es fühlt sich so an. Wenn man seit dem ersten Tag dabei ist und die ganzen Höhen und Tiefen miterlebt... das verbindet natürlich.

    Ich werde einfach mal schauen, wie es am Dienstag aussieht.

    Es wird sicher mit der Zeit auch alles klarer werden.

  • Kampfjule

    Ja, das weiß ich halt dann auch nicht, ob ich Zuhause dann nicht doch auch schlechter dran bin🤷‍♀️
    Dieses ständige funktionieren nervt mich allerdings auch gerade.

    Klar es hat auch seine Vorteile, in meinem Beruf und als ehrenamtliche Notfallseelsorgerin, könnte ich ja sonst nicht arbeiten, aber ich denke gerade wieder an alle, nur nicht so richtig an mich.

    Kann aber natürlich auch ein gut funktionierender Verdrängungsmechanismus sein😂

  • Liebe SaDe als ich gerade Deine Zeilen las,musste ich an mich selber denken!

    Vor 10Jahren hätte ich einfach weiter gearbeitet und manchmal erwische ich mich auch wieder bei diesem Gedanken !

    Ich überlege dann für mich manchmal: Was würde ich meiner Freundin raten, in so einem Moment ?!


    Ich habe mich seit der Diagnose krank schreiben lassen und heute 10 Monate später,bereue ich davon keinen Tag zu Hause geblieben zu sein !

    Gut habe sicher den blöderen Weg mit Metastasen gewählt, aber lerne jeden Tag etwas dazu !Nämlich einfach nur zu gucken,was tut mir gut !

    Sicherlich stellt sich vielleicht auch die Frage der Finanzierung !


    Fiel mir dazu ein !

    Wünsche Dir und allen anderen ein schönes Osterfest

    Pit

  • Ich bin bis zum Arbeitsstopp bei Corona/ Therapiebeginn arbeiten gegangen. Das Warten auf den Therapiebeginn zu Hause hat mich ziemlich zermürbt, so dass arbeiten gehen eine gute Ablenkung war. Und auf der Arbeit ist nicht halb so viel schief gelaufen, wie zu Hause....

  • Ich habe mich jetzt durch die alten Nachrichten gearbeitet und danke jedem der mir heute geantwortet hat.

    Ich glaube, dass ich mich erst einmal krank schreiben lasse. Ich habe jetzt erstmal einiges zu regeln. Kliniksuche, Infos einholen, Schokolade essen, Schuhe kaufen😉.

    Dann sehe ich ja wie es mir damit geht und ob und wann ich einen OP Termin bekomme. Wenn ich erst etwas Abstand zur Arbeit habe, fällt es mir evtl ja leichter, nicht mehr hinzugehen oder halt auch nicht. The first cut is the deepest....

    Ich war schon einmal länger krank( neurologisch) da hatte ich auch erst Schwierigkeiten mit, hinterher ging es dann aber ganz gut mit dem Zuhause bleiben.

    Und dann fiel es erstmal wieder schwer, zu arbeiten. Durch die Erkrankung hatte ich auch ziemlich ausgeprägt Fatique und ich habe wirklich Angst, dass das wieder schlimmer wird.

    Naja es ist jetzt wie es ist und es wird sich alles finden.