Belastung in der Partnerschaft nach Diagnose

  • Hallo ihr Lieben, ich brauche euren Rat. Habe mich so heftig mit meinem Partner gestritten, das er sagte es ist besser wenn du aussiehst. Ich bin total kopflos, stehe am Anfang der Behandlungen, weiß die gesicherte Diagnose erst seit letzte Woche Donnerstag. Meine großen Kinder wohnen 400 km weit weg und meine Kleine ist gerade erst 14, kümmert sich sehr liebevoll um mich. Wie soll ich das nur alles schaffen??? Mit meinem Partner bin ich seit 16 Jahren zusammen und liebe ihn wirklich.

  • Liebe Carbol,


    es tut mir schrecklich leid zu hören, dass ihr euch so gestritten habt. Ich glaube, so eine Diagnose ist für alle Beteiligten sehr schwer. Allerdings kann man den Spruch besser du ziehst aus gar nicht gebrauchen. Versuch erst mal durch zu atmen und runter zu kommen. Vllt könnt ihr ja heute Abend noch mal in Ruhe zusammen sprechen! ! Oft ist es ja gut wenn man erst mal Abstand gewinnt!!!

    Fühl Dich aber erst mal ganz fest von mir gedrückt! !!

    Lg Unicorn

  • Liebe Carbol,


    ich hoffe du hast dich mit deinem Partner wieder vertragen. Er ist ja auch in einer Ausnahmesituation und war bestimmt überfordert. Ich weiß ja nicht über was ihr euch gestritten habt, aber du musst da jetzt auch nicht gleich überreagieren. Ausgezogen wird noch lange nicht. Und warum eigentlich du, soll er doch ausziehen, wenn er es nicht mehr aushält.

  • Hallo Carol,

    Fühlt dich mal lieb gedrückt. Es ist eine schwierige Zeit. Ich hatte meine Diagnose letztes Jahr im März und bei uns hat es auch sehr oft geknallt in der Zeit. Mein Partner fühlte sich einerseits hilflos anderseits überfordert.

    Ich hatte schon Termine mit einem Makler. ... Dann haben wir uns an einen Paartherapeuten gewendet.

    Hoffe euer Streit hat sich gelegt.... und ihr schafft es auch ohne Hilfe.

    LG anna

  • Hallo liebe Carbol, ich hoffe ihr habt euch wieder vertragen? Diese Stress Situation hat sicher jeder von uns hinter sich. Selbst ist man unsicher und verzweifelt, dann wieder zickig und ungerecht, dann weinend und klagend. Der Partner muss das alles mitmachen. Es ist ok wenn er mal wütend und viellleicht auch ungerecht ist. Wenn ich mit meiner Tochter streite und auch ungerechte Sachen sage, ist sie dieJenige die sagt, ach Mama, das meinst du doch nicht wirklich, du liebst mich doch😳streiten tut auch mal gut, es reinigt und man bekommt keine magengeschwüre😄und man kann auCh mal sagen! Dass man jetzt!!! Schutz und Nachsicht braucht. Viel Kraft für dich und erhaltet eure Liebe ! Survivor

  • Hallo alle miteinander,

    ich hoffe auf Hilfe bzw. Tipps von euch!!!!!

    Bei mir wurde am 16.06.17 ein schnellwachsender Tumor in der Brust festgestellt. Bin zur Zeit in der wöchentlichen Chemo und habe die OP und Bestrahlung noch vor mir. Ich bin mit meinem Partner seit 3 Jahren zusammen und nun das. Er hat schon einmal eine Partnerin durch Krebs verloren. Nun krieselt es bei uns immer häufiger und ich weiss mir keinen Ausweg mehr. Er verwöhnt und umsorgt mich sehr liebevoll, aber ich bin zur Zeit sehr zurückhaltend und ihm gegenüber kalt. Dadurch kommt es öfter zum Streit und man geht sich aus dem Weg. Er versteht mein Verhalten nicht, ich mich manchmal selber nicht, und weiß mir keinen Rat mehr. Habe auch schon über Trennung nachgedacht.

    Wer kann mir einen Rat geben?

    Ich danke allen schon einmal im Voraus!!!!!!!!!

  • Liebes Dorchen,


    ersteinmal ein herzliches Willkommen in unserem Forum, wenn der Grund auch kein schöner ist.

    Ihr beide seit eben zur Zeit in einer Ausnahmesituation. Du sagst ja selber, dass du dich manchmal selbst nicht verstehst und genau so würde ich es auch deinem Partner sagen. Selbst wenn er es nicht zugeben würde, wird er deine Situation mit seiner verstorbenen Partnerin vergleichen. Deshalb ist er bestimmt auch der Meinung, dass er besser weiß wie du, was dir gut tut. Er hat ja alles schon mal erlebt.


    Mein Rat ist ein ausführliches Gespräch, wenn ihr beide mögt mit Hilfe eines Profis.


    LG

    Kalinchen

  • Es kommt wohl darauf an, wie du es fühlst. Warum du kalt bist zu ihm. Scheinbar ist es ja eher du, die mehr Abstand braucht. Wenn du das Gefühl hast, er sieht dich bereits tot und umsorgt dich deshalb, oder er umsorgt dich so sehr , dass du keine Luft mehr bekommst, dann sind das vielleicht Sachen über die ihr reden könnt. Vielleicht mit einer Psycho-Onkologin. Vielleicht möchtest du auch weniger umsorgt werden, sondern eher eine starke Schulter an die du dich lehnen möchtest? das könntest du ihm vielleicht vermitteln.


    Eine Krebserkrankung ist sicher ein Meisterstück in der Bewältigung innerhalb einer Beziehung. Es gibt auch eine Selbsthilfe Gruppe für Männer betroffener Frauen, vielleicht wäre auch so etwas für ihn geeignet.



    Ich würde aber auch sehr genau schauen, wie die 3 Jahre vorher waren, warst du / ihr denn wirklich glücklich? Würden euch geringere Konflikte auch aus den Fugen gehen lassen? Wenn es sich auch komisch anhört, so würde ich diese Fragen mit ihm zusammen lösen, ein ruhiger Nachmittag, an dem Ihr tatsächlich Zettel und Stift nehmt und darüber redet. Und diese Themen aufschreibt, was der eine braucht und geben möchte, sowie auch der andere.

  • Liebe Dorchen,


    erstmal ein herzliches Willkommen in unserem Forum. Schön, dass du uns gefunden hast.


    Wie du schon geschrieben hast…„das du dich selbst manchmal nicht verstehst“…wie soll dann unser Partner uns verstehen.

    Unsere Partner, Familie sind genauso betroffen wie wir nur mit dem Unterschied, dass sie nicht viel an der Situation ändern können außer sie hören uns zu, fragen nach und im besten Fall fragen unsere Partner nach was wir denn möchten, was sie uns gutes tu können, ohne dass wir das Gefühl haben erdrück zu werden!

    Ich denke ein offenes Gespräch wäre hilfreich, wenn es möglich ist.


    Die Psychoonkologie in den Kliniken wie auch in den Krebsberatungsstellen sind nicht nur für uns Betroffene da, sondern auch für unsere Partner, Familienangehörigen wie auch für unsere Kinder….im getrennten Gespräch wie auch im gemeinsamen Gespräch.

    Vielleicht wäre das auch ein Möglichkeiten für euch…


    Ich wünsche dir alles Gute für deine Beziehung und eine gute Entscheidung wie du den weiteren Weg gehen möchtest.


    Grüßle :) ika :)

  • LiebeS Dorchen,


    oh ich kann Dich so gut verstehen.


    Ich bin jetzt mit meinem 2. Mann genau 10 Jahre zusammen und habe die Diagnose BK seit Februar.

    Auch bei und kriselt es gewaltig. Das hat es vorher auch schon immermal, aber wir haben es hingekriegt. Jetzt kommen neben der Erkrankung noch andere Belastungen (z. B durch die seit sept 2016 im haus mitlebende 84 jährige Schwiegermutter hinzu), die Konstellation Erwachsene Kinder- neuer Partner passt seit Jahren nicht und spitzt sich nun immer weiter zu. Mein Mann engt mich inzwischen total ein - Kontakte, Telefonate, Handy, Tablet. mit geht es psysisch immer schlechter. Er ist eifersüchtig auf alle mein Freunde, kollegen... mit denen ich mir Kontakt halte und natürlich dieses Forum. Er ist ein absoluter Einzelgänger, hat keine Freunde, wird immer mißtrauschen und egoistischer. Er lässt sich nicht helfen, lehnt jede Psychotherapie ab und brauchte sie doch so dringend. Nachdem mich mein Sohn, der mit seiner Familie in der Schweiz lebt, schon seit 2 Jahren nicht mehr besuchen darf, wurde jetzt meiner Tochter auch der Weihnachtsbesuch bei uns untersagt. Ich habe in unserem (seinem) großem Haus alles total festlich geschmückt so wie jedes Jahr - aber mir ist inzwischen der Sinn für das alles verloren gegangen.

    Nun ist meine Diagnose nicht so gut und ich bin nicht mehr heilbar. da hilft es auch nicht wenn ich mit meinem Mann in stundenlangen Gespräche versuche alles zu verstehen und einen Weg zufinden, der für alle machbar ist - und ihn frage "wieviele weihnachten werde ich denn noch haben?". Und es ist nicht so dass meine Kinder irgedwas dummes gmacht haben oder ihn beleidigt haben. Die Chemie passt nur nicht und mein Mann der einmal so tolerant war wird immer verbitterter, bedauert sich selbst und alle rundherum sind böse zu ihm und lehnen ihn ab. Hatte er noch nie Freunde findet er natürlich jetzt auch keine neuen, dadurch wird er immer eifersüchtiger auf mich. Ich habe mir schon vieles überlegt um ihn irgendwo unterzubringen in Kreisen oder so... dass er neue Leute kennen lernt. Er geht eigentlich auf nichts ein.


    Auch ich denke schon länger an Trennung - allerdings so schwerkrank hab ich nicht mehr die Kraft dazu. Ich muss mit dieser Situation leben + umgehen lernen.

    Deswegen liebes Dorchen weiß ich nicht was ich Dir raten könnte. Hätte ich noch die Kraft und eine gute Heilungsprognose würde ich mir eine eigene Wohnung suchen und einfach zur ruhe kommen wollen. Meine "Kontakte" würden mir sicher dabei helfen.


    LG Blume

  • Liebe Dorchen,


    das was du beschreibst kenne ich auch. Ich bin mit meinem Mann nun seit 20 Jahren zusammen. Obwohl ich der Meinung bin, dass wir im großen und Ganzen eine glückliche Beziehung führen, knirscht es auch bei uns immer mal wieder. Ähnlich wie Blume 95 es beschreibt war es viele Jahre schwierig eine 5 köpfige Familie zusammen zu halten. Seine Kinder, meine Kinder... Auch er hat kaum Freunde mit denen er reden kann, denn eigentlich bin ich seine beste Freundin. Wenns aber hier Probleme gibt, mit wem redet er dann?


    Als ich meine Diagnose bekam war er wie immer und wie erwartet, liebevoll und fürsorglich. Aber sehr zurückhaltend. Er wirkte uninteressiert. Fragte nicht nach Einzelheiten oder Hintergründen. Das verletzte mich. Ich dachte nicht, dass er mich wegen einer Erkrankung verlassen würde, aber ich konnte deutlich eine Distanzierung wahrnehmen.

    Ich sah auch, dass es ihm schlecht ging, aber auf meine Gesprächsversuche ging er kaum ein. Ich merkte, dass er mich damit nicht belasten wollte. Er hatte eine wahnsinnige Angst mich zu verlieren. Aber sagen konnte er das nicht. Ich habe immer viel Verständnis, aber in dieser Zeit belastete mich das sehr. Einmal, noch im ersten Zyklus, haben wir heftig gestritten. Sein scheinbares Desinteresse hatte mich dazu verleitet, ihm nur noch die nötigsten Infos zu geben. Bei diesem Streit jedenfalls, knallte ich ihm meine Gefühle um die Ohren. Ich wollte ihm ja helfen. Ich wusste, das er Angst hat. Aber er sagte immer, es sei alles ok. Mitten im Streit hielt er plötzlich inne. Und ganz ruhig sagte er... Ich wüsste nicht was ich mache, wenn...

    Er weinte wie ein Kind. Ich auch. An diesem Abend haben wir lange und viel geredet. Jeder hat seine Ängste erklärt und für viele Probleme konnten wir Lösungen finden.


    Ok, viel Geschichte um auf den Punkt zu kommen;)

    Liebes Dorchen

    Reden. So viel und so oft wie ihr könnt oder wollt. Erklärt euch, wie es euch geht. Warum du Abstand oder Nähe brauchst. Ob du gefragt oder in Ruhe gelassen werden willst.

    Wenn du heute gereizt und zickig bist, dann sag es wie es ist. Du darfst das nämlich!!!

    Sag ihm auch, falls dir danach ist getröstet zu werden. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass wir als Mutter, Tochter oder eben als Ehefrau auch unbewusst unsere Lieben beschützen. Und das ist auch ok.

    Aber wir alle sind in einer Ausnahmesituation. Und da dürfen wir verdammt nochmal auch mal unlogisch, gereizt, streitlustig oder wüterich sein. Jawoll!!!


    Das hier sind keine Richtlinien oder sowas. Nur ein paar Erfahrungen.

    Ich hoffe, dass Ihr bald wieder etwas zueinander findet und Kraft und Mut miteinander schöpfen könnt.

    Dafür drück ich dir die Daumen.


    Liebe Grüße zweisein

  • Hallo in die Runde,


    auch ich hoffe, dass ihr euch wieder vertragen habt. Ich habe momentan eine sehr ähnliche Situation. Mein Freund und ich hatten schon immer das Thema Streit, da wir uns wegen Kleinigkeiten herrlich bekriegen können. Das artet teilweise echt aus, 2 - 3 Tage lang gezicke und beleidigt sein, ich entschuldige mich dann meist für etwas (weil er nie auf die Idee käme, den Anfang zu machen) , dann sieht er es auch irgendwann ein, hinterher wird sich vertragen, alles ist wieder heilen Welt, bis es nach ein paar Wochen von vorne losgeht. Ich kann von mir behaupten, dass ich an mir gearbeitet habe und meinen Teil der Streitursache im Griff habe, er damit jedoch Probleme hat. Nach jedem Streit kommt häufiger und stärker der Gedanke, ob das noch Sinn hat, es ist jedes mal so anstrengend und sinnlos.

    Als meine Diagnose kam dachte ich: vielleicht hilft es uns in der Beziehung. Vielleicht verstehen wir nun, dass es größeres gibt, und dass sie wirklich unnütz sind diese Streitereien. Ich hab ihn gebeten, mir zu versprechen, nicht weiter darauf runzuhaken, wenn sich ein Streit anbahnt und es einfach runter zu schlucken, weil so ein zusätzlicher Kampf das letzte ist, was ich gerade in meiner Situation gebrauchen kann. Er hat es versprochen. Und gestern gings wieder los. Ich hab zu ihm gesagt, dass das so nicht geht. Er kann mir nicht meine schlechte laune vorwerfen (ist ja klar, dass ich die habe und ich lasse die wirklich nicht an ihm aus, hab halt oft traurige Stimmung) und wenn ich ihn bitte, die Diskussion nun sein zu lassen, es nicht immer wieder auf den Tisch zu bringen. Wenn das nicht klappt, muss ich wohl allein da durch. Denn er raubt mir Kraft, anstatt sie mir zu geben.


    Ich glaube, wenn man so eine Situation hat, wird offensichtlich, wie gut und stark eine Beziehung ist. Ich hatte anfangs gehofft, sie hilft uns. Aber inzwischen glaube ich, sie zeigt mir, dass die Beziehung keinen Sinn macht...


    Sorry, für den langen Text aber ich bin gerade richtig down und weiß nicht, wie es weitergehen soll ;(

  • Liebe Stine, lass dich mal in den :hug: nehmen...


    Ich habe so das Gefühl, dass du schon tief in dir drin eine Entscheidung getroffen hast.
    Diese wäre ein wichtiges Gesprächsthema bei den Psychoonkologen, falls du es möchtest um deine Entscheidung

    vielleicht etwas zu untermauern!

    Jedenfalls wünsche ich dir eine gute Entscheidung, so dass sie DIR gut tut:!:


    Grüßle :) ika :)

  • Liebe Stine,


    Drückerli:hug:


    ich beneide zur Zeit alle, die einen Partner haben.Als ich die Diagnose bekam, war ich gerade in einer noch frischen Fernbeziehung.

    Da kriselte es auch schon, wegen der Fahrerei und als ich ihn dann fragte, ob er zu mir hält, na ja, ...hat er nicht vorgehabt.Und nun steh ich das erste mal im Leben alleine da , gerade jetzt.


    Wenn es euch möglich ist, lasst euch helfen.Meine beste Freundin arbeitet mit ihrem Mann ständig an der Beziehung mit Hilfe von Heilpraktikern,Familienstellen,Psychotherapeuten.

    Es hat inzwischen gefruchtet.Wie sie jetzt miteinander umgehen, ist richtig schön zu erleben.


    Liebe Grüße

    Rieke

  • Ich habe eben versucht bei der Psychoonkologie einen Termin zu machen. Ist leider bis morgen außer Haus. Ich hatte auch schon den Gedanken, nach ner Paarberatung zu fragen. Meint ihr die macht das? Ich kann allerdings so gar nicht einschätzen, ob mein Freund da mit machen würde.

  • Liebe Stine, liebe Riekedom,


    es tut mir echt leid, dass es so um eure Beziehungen steht. Als wäre die Krankheit nicht schlimm genug, da hat man keine Kraft für Beziwhungsstress!!


    Ich wünsche euch beiden ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit!!


    Lg Unicorn

  • Bei der Krankheit alleine zu sein ist schlimm. Ich habe einen Mann, aber Streit gibt es auch bei uns hin und wieder. Er kann nicht verstehen das ich öfters Hilfe brauche. Wir sind mit der Krankheit bestimmt nicht leicht zu ertragen, aber wir haben es uns nicht ausgesucht.

  • Naja ich habe an anderen Stellen schon ausführlich dazu geschrieben.

    Wir haben auch gerade mächtige Probleme und ich find mich in vielen Sätzen von Euch wieder.


    Ja, auch ich denke inzwischen ich muss für mich eine Lösung finden mir der ich klar kommen kann ohne dass ich zu sehr eingeschränkt werde. Mein Mann kommt definitiv nicht mit in die Therapie obwohl er sie viel dringender brauchte.


    LG Blume