Chemiehaarfarben

  • Liebe Ergraute,

    ich färbe seit vielen Jahren meine früher dunkelbraunen Haare, d.h. regelmäßig alle drei Wochen den Ansatz. Lange Zeit hatte ich eine Farbe aus dem Reformhaus genommen, die ist allerdings viel teurer und ist auch nicht völlig naturbelassen. Henna funktioniert bei mir nicht mehr, da zu viele weiße Haare dabei sind. Immer wieder las ich in der Presse, dass die Chemiehaarfarben verdächtigt werden, Krebs auszulösen. Genauere Untersuchungen dazu kenne ich aber nicht. In zehn Tagen werden ich wegen erstmals aufgetretenem Brustkrebs operiert. Ich traue mich jetzt nicht, den Haaransatz wieder zu färben. Kennt jemand von euch Untersuchungen darüber, wie schädlich die Verwendung von Chemiehaarfarben ist? Gibt es ärztliche Empfehlungen, davon besser die Finger zu lassen, vor allem, wenn bereits ein Tumorbefund da ist?

    Viele liebe Grüße

  • Liebe Hilde,

    ganz natürlich wird eine Farbe wohl kaum gehen. Ich hatte den Doc am Ende der Chemo gefragt und bekam zu hören, ich könne jederzeit wieder färben. Von Warnung und Einschränkung bekam ich nix zu hören. Ich habe vor meiner 1. OP nochmal "wie immer" nachgelegt. Hatte eine Intensivtönung benutzt, danach fielen sie dann ja bald aus. Nun fühlte ich mich mit den nachgewachsenen Haaren überhaupt nicht mehr wohl und habe mich einem Friseur anvertraut. Werde aber demnächst wieder umsteigen auf Do-it-yourself. Selbstverständlich werde ich nach einer möglichst verträglichen Farbe suchen, aber für mich hat es auch mit Wohlbefinden zu tun. Daher habe ich für mich die grundsätzliche Entscheidung "pro Farbe" getroffen. Ich habe nach der Chemo noch ein paar Wochen abgewartet und fühlte mich von Tag zu Tag unwohler. Zwar fingen die braunen Haare wieder zaghaft an. sich blicken zu lassen, aber das dauert ja ewig, bis die das graue verdrängt haben. Selbst wenn die Farbe ungesünder sein sollte als meine grauen Haare zu tragen, werde ich es machen. Was nützt mir größtmögliche Sicherheit wenn ich mich nicht wohl fühle.

    LG

    Heideblüte

  • Liebe Hilde, ich sehe das wie Heideblüte. Was ist denn alles bitte noch ach so schädlich? Bestimmt auch Nagellack (ist er ja ich weiß), Zucker, Weißmehl etc

    Die Liste lässt sich sicher unendlich lang fortsetzen. Denke da kann man viel zu diskutieren u streiten! Jeder sieht dann anders, aber ich für mich habe beschlossen, mir in meinem Leben von nix und niemand mehr etw vorschreiben zulassen. Schon gar nicht vom Krebs. In dem Sinne färbe und lackiere ich munter drauf los und ess dazu feine Schoki, die ich mit nem Sektchen runterspüle;)habe das jetzt extra provokant geschrieben, hoffe ihr versteht, was ich damit meine...habe auch größtes Verständnis für jeden, der in der K-Situation anders reagiert. Ich achte natürlich schon auch mehr auf mich, gesunde Ernährung, Sport usw. Ich bin erst Anfang 30 und durch die Krankheit wurde mir schon manches "weggenommen", so versuche ich halt mich neu zu sortieren, neue Ziele u Träume zu finden, mein Leben nichts desto trotz zu genießen...

  • Liebe Heideblüte, liebe Ilisweetie, danke für eure Antworten. Ihr seid beide noch soo viel jünger als ich (67). Da hätte ich mich auch nicht mit grauen Haaren abfinden können! Vielleicht ist es jetzt bei mir so weit, obwohl es mir schwerfällt. Ich weiß noch nicht so richtig, was ich mache, aber warte jetzt die OP erstmal ab, frage auch die Ärzte zu diesem Thema.

  • Liebe Hilde,

    ich bekomme auch gerade wieder meine Haare und die sind doch ganz schön grau durchzogen. Habe vor der Chemo alle 5 Wochen tönen lassen, aber die Haltbarkeit war grenzwertig und meine Frisörin meinte, ich müsse bald färben. Davor hatte es mich schon gegraust und das Nachtönen alle 5 Wochen war auch schon sehr nervig. Mit dem Verlust meiner Haare habe ich ins Auge gefasst, meine Naturhaarfarbe zu akzeptieren und sie einfach so zu lassen, wie sie kommen. Ob ich das durchhalte, weiß ich noch nicht - bislang sind es 3cm kurze Flusen und die auch noch nicht flächendeckend. Ich habe schon so viele schöne, flotte graue Frisuen gesehen. Ich denke das Gesamtpaket macht es und nicht nur die Farbe auf dem Kopf. Mal sehen, wie es bei mir ausgeht ;) Zumal ich mit dunkelbraunem halblangen Bob meinen Arbeitsplatz verlassen habe und auch jetzt so eine Perücke habe. Es würde schon eine große Umstellung werden.

    Aber eins ist sicher, frau muss sich wohlfühlen mit sich selbst.

    LG

    Ute

    Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. (Laotse)

  • Liebe Frauen

    Ein Thema, das mich auch beschäftigt. Ich habe für mich entschieden, meine Naturfarbe sein zu lassen, was so in etwa einem Mausgrau entspricht, mit teilweise helleren und dunkleren Strähnen🐭Es braucht Überwindung und gerade als mir heute in der Tram von einem Jugendlichen der Platz angeboten wurde (bin 56), hab ich das wieder total in

    Frage gestellt.😆😆 Ich verstehe alle, die lieber färben wollen und bewundere die, die das schön hinbekommen. Mir hat geholfen, im Internet Bilder anzschauen, von Frauen die den Weg gehen, die grauen Haare herauswachsen zu lassen und sich trotzdem schön zu finden. Und sich pflegen, vielleicht etwas andere Farben tragen bei der Kleidung und ein Selbstbewusstsein ausstrahlen. Ich glaube, wenn frau sich akzeptieren kann, wie sie ist, Haare grau oder bunt oder gefärbt oder Perücke oder keine Haare, so tut ihr das einfach gut!

  • Hm, bei dem Thema kann ich irgendwie nicht richtig mitreden. Ich bin halt der Meinung, dass man mein Alter auch sehen darf. Ich bin 51 und habe freilich schon einige graue Haare. Allerdings sind sie schön silbergrau und in den dunklen Locken, die ich ja hoffentlich wieder bekomme, schaut das auch ganz gut aus. Eine Freundin von mir hat nach ihrem 40. aufgehört zu färben. Fand ich auch gut.

    Ich muss nicht besonders jugendlich aussehen, es ist mir wichtiger, es im Herzen zu bleiben. Und da bin ich manchmal noch eher ein Kind, als überhaupt Jugendliche :-).

    Meine Standardantwort, wenn jemand sagt: "Oh, du bist aber grau geworden!" ist "Ja, tatsächlich und ich habe mir sagen lassen, das sei in meinem Alter völlig normal, also mach dir keine Gedanken!" :-) Man muss nur kontern. Meine Meinung dazu.


    Zebralilly

  • Bei mir sieht das noch anders aus, ich bin 62 und habe nur ein paar ganz feine silberne Strähnchen, die man aber kaum sieht, da ich so ein Mischmasch-Dunkel- bis Hellblond habe. (Erbe meiner Mutter, die mit Ende 70 noch kaum grau war). Früher fand ich das immer doof und habe alle Farben ausprobiert, dann sagte mir mal eine Friseurin, dass sie meine Haarfarbe ganz toll finde und seither lasse ich es, mag sie mittlerweile auch.


    Meine Geschichte ist, dass mir niemand glaubt, dass ich nicht färbe, dass ich immer zu hören bekomme: "Kannste doch ruhig zugeben", das nervt und sie stempeln mich damit ja zu einer Lügnerin ab. Da kann ich argumentieren, so viel ich will, aber ich bin dessen müde, es gibt wichtigere Dinge für mich.


    Ich finde deshalb diese ganzen Vorverurteilungen blöde, hätte ich voll graues Haar, würde ich vielleicht färben oder nicht, ganz nach gusto, so wie ich mich fühle, aber nicht nach dem Ansinnen der anderen.

  • meine Haare sind schwarzgraumeliert und lockig nachgewachsen. Vorher habe ich immer gefärbt. War damals immer der Meinung, muss ja nicht gleich jeder sehen, dass ich alt werde (57 :D). Meine Familie und mein Umfeld sagt jetzt, dass es gut aussieht, so wie es jetzt ist. Ich habe mich damit angefreunde, bin ja auch schon stolze 5 fach Omi.

  • Liebe HildeLu!

    Finde ich cool, dass Du diesen Thread begonnen hast :)

    Bin letztes Jahr frisch gestylt und gefärbt zur Chemo angetreten, obwohl ich wußte, dass die Haare bald fallen werden. Jetzt trage ich die Haare graumeliert ;) und ganz kurz, und bekomme immer wieder bestätigt, wie gut es mir paßt. Interessanterweise bekam ich keinen Konflikt mit meiner Kleidung; die Farben passen glücklicherweise nach wie vor.

    Habe trotzdem monatelang gebraucht, mich mit dem grauen Haar abzufinden. Habe mutige Arbeitskollginnen, die auch ohne Krankheit stolz und gut gestylt ihr graues Haar tragen; das hat mir geholfen.

    Den Menschen, die mich etwas skeptisch oder prüfend angeschaut haben, habe ich erklärt, ich habe mir einen neuen Stil zugelegt ;) man muss die Krankheit ja auch nicht immer vor sich hertragen.

    Liebe Milli!

    Kann Dich verstehen. Habe eine ganz tolle Freundin mit 68 Jahren, bei der man die grauen Haare suchen muss. Bei ihr liegt das auch in den Genen. Ihr Bruder mit mehr als 60 Jahren hat natürliches schwarzes Haar. Laß Dich nicht d´rausbringen! Sollen die Leute doch denken, was sie wollen!!

    P.S. Dieser Thread hat mich ein wenig aus der Trauer über alesigmai herausgeholt. Es tut mir sooo leid!!

    LG Marie Louise

  • Liebe Mädels,

    Ich musste jetzt erstmal lachen, was dann gleich einen Hustenanfall ausgelöst hat. Aber diese Antwort von Zebralilly ist einfach genial.

    Ich habe seit 1Jahr und 10 Monaten wieder Haare. Im vorigen Sommer graue Löckchen ;) die leider in ganz dünne blond graue Fransen umgeschlagen sind

    Der Versuch, sie etwas länger.... So bis zur Schulter zu bekommen ist kläglich gescheitert. Am Donnerstag war ich bei meiner Friseurin. Die hat schon beim rein kommen gelacht und gewusst, dass es auf ganz kurz hinausläuft ;);) ich schätze mal es sind 3 cm. Und grau. So bleibt es jetzt, so gefällt es mir. Etwas frech.. ;) und mit leichter Farbe im Gesicht und meinen bunten Klamotten sieht es gut aus. Eben normal ;););););) ;) für bald 60. Die Natur ist schon vor dem Krebs mit dem "Schöne Haare Korb" an mir vorbei gegangen. Da kann sie ihn jetzt auch behalten ;););)

    Liebe Grüße und danke fürs lachen :*:*

    Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu sein ( Mark Twain)

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