Wie geht ihr mit Zipperlein um ?

  • Was macht ihr wenn ihr jetzt irgendwas merkt, was vorher nicht da war ?

    Z. Bsp. Merke ich seit einigen Tagen meine Blase etwas schmerzhaft, wenn sie voll ist ....

    Oder an meinem rechten Knie spüre ich manchmal einen Schmerz.

    Man wird unsicher ......

  • Ghetta


    Meine Praxis lässt mich ein Patiententagevuch führen, in dem ich jeden Tag Gewicht, Temperatur und Nebenwirkungen eintragen muss, die auftreten. Wenn es mir zu dolle wird kann ich 24 h rund um die Uhr über eine Notfallnummer in der Praxis anrufen.

  • Ich glaube, das wäre mir zu aufwändig, Ghetta. Ist ja gut, dass die so interessiert sind. Aber wenn ich das alles jeden Tag messen und dokumentieren sollte und dazu noch die Nebenwirkungen, dann wäre ich gedanklich ständig bei meinem Mistkerl und so viel Platz möchte ich ihm gar nicht einräumen. Ich hab auch gar keine Notrufnummern von der Praxis. Während der Sprechzeiten kann ich da natürlich anrufen, außerhalb melde ich mich im Brustzentrum, wenn was sein sollte.


    Bei den Zipperlein unterscheide ich zwischen solchen, die ich schon vor der Diagnose kannte und solchen, die neu sind. Bei denen würde ich ggfs den Onki fragen.

  • Klar kommt es drauf an, was für Zipperlein es sind. Bei jedem ..... würd ich mich auch nicht melden. Und es kommt überhaupt drauf an, dass man sich irgendwo melden kann, ob nun Onkologe oder BZ ist egal. Bei mir ist der Onkologe eine separate Praxis, die mit dem BZ kooperiert.

    Als mein Gyn nach der 1. Chemo am Freitagabend anrief, weil meine Leukos so niedrig waren, war es für mich beruhigend, mit meinem Onkologen telefonieren zu können. Gerade am Anfang fühlt man sich doch recht unsicher.


    Luna, das ist echt überhaupt nicht aufwändig. Ich steige eh immer auf die Waage, es würde aber auch einmal die Woche reichen. Hab ich vor der Erkrankung auch schon gemacht.

    Das Tagbuch ist ein Zettel mit Spalten zu je 7 Tagen, in denen links die möglichen NW schon angegeben sind und ich kreuze einfach nur an, was ich hatte, wenn überhaupt. Ist in nichtmal ner Minute am Morgen erledigt! Es fühlt sich für mich aber auch schon gut an, wenn ich überall Striche machen kann.


    Zebralilly

    🌻 It doesn't matter where you go in life, it's who you have beside you! :hug:


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  • Ich brauchte kein "Tagebuch" schreiben, habe dies aber zu Hause im PC gemacht. War für mich ganz hilfreich um bei einigen NW die Dauer einzuschätzen, wenn sie zum wiederholten Mal kamen. Hab dort auch meine Arzttermine, Befunde und Gefühlslagen dokumentiert.

    Hat sicherlich Potential zum Bestseller ^^

  • Ich glaube, viele schreiben für sich in der Therapie Gedanken, Gefühle und Ängste auf. Ich blättere auch manchmal in meinen kleinen Büchlein, wo ich die erste Zeit alles aufgeschrieben habe ;)

    Vieles hätte ich sonst vergessen ;)

    Hier schreibt doch jemand ein Buch :/

    Das notieren einzelner Beschwerden ist sicher keine schlechte Idee :thumbup:

    Und wenn sich dann rausstellt, dass es natürliche Ursachen sind (Alter, Bewegungsmangel.......)dann ist man doch ein Stück beruhigt und locker..

    :hug:

  • Schreibe auch nur für mich alles in einer Exceltabelle auf. Da kann man ja für alles einen eigenen Register anlegen. Über Beschwerden, Arztbesuche und Co wird alles aufgeschrieben. Und Medikamentenliste kann man dann auch ganz einfach ausdrucken, wenn man die mal wieder braucht.

  • Ach Chippendale,


    ich mach mir da ja keinen Stress, Nebenwirkungen schreibe ich 1x im Monat und Arztbesuche sind ja nicht mal jeden Monat. Habe keinen Nachsorgepass und irgendwo wollte ich mir alle Termine und die Ergebnisse notieren, sonst verliert Frau noch den Überblick:S

  • Ich habe am Anfang der Diagnose auch damit angefangen, vor allem hatte ich jeden Befund, jede Diagnose, jeden Arztbericht und jedes Testergebnis Wort wörtlich " übersetzt" in für mich eine verståndliche Diagnostik. :/Mir zusätzlich Alternativen oder Fragen daneben notiert. Wenn ich mit meinem Būchlein im Brustzentrum oder beim FA angetreten bin, haben die mich schon erstaunt ( oder vielleicht auch genervt :hot:) angesehen. Irgendwann, glaube als ich den Nachsorgepass hatte, habe ich es dann dabei belassen :), aber ich verstehe jeden, der das für sich macht und braucht, gibt vielleicht auch irgendwie ein Stück Sicherheit.

  • Ich habe vor meiner Erkrankung "Zimperlein" immer kommentiert mit den Worten:"Kommt alleine geht allein." und einfach weiter gemacht. Seit der TU-Diagnose merke ich das ich mehr zwicken und zwacken registriere und immer denke neues Symptom oder normal? Ich hoffe das geht wieder vorbei. Dokumentieren mach ich nicht, obwohl ich manche Dinge wie im Nebel wahr genommen habe.;)

  • Mein „Tagebuch“ gebe ich bei jedem Besuch in der Onkopraxis ab., wird eingesammelt wie Hausaufgaben. Die Notizen sind weniger für mich, als für die Praxis. Aber ich finde es toll, wenn ich bei den NW in den Spalten so ab der zweiten Woche des Chemozyklus Striche machen kann, weil keine nennenswerten NW mehr da sind. Schon das alleine motiviert und darauf kommt es wahrscheinlich an. Es sagt mir ja, dass die Chemo zu schaffen ist und so habe ich es eben schwarz auf weiß. Das bleibt mir dann auch als Gedanke für die weiteren Chemos und macht Mut.

    Für mich selbst brauche ich auch keine Erinnerung an NWen :-).


    Was ich mir überlegt habe: ein Büchlein anzufangen, in dem ich die 3 schönsten Momente des Tages aufschreibe. Das ginge Richtung Positives in all dem Schlamassel festhalten. Das schärft den Blick für das, was mir „daneben“ noch geschenkt ist und was meinen Alltag bereichert.

    Und das wäre mit Sicherheit ein Büchlein, das ich hinterher gerne zur Hand nehmen würde. Erinnerungen, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.


    Zebralilly

  • Guten morgen liebe Zebralilly,


    das mit dem Büchlein finde ich eine tolle Idee. Unsere Sinne für die positiven Geschehnisse des Tages sind sowieso geschärft (zumindest ist das bei mir so). Schöne Idee, das alles schriftlich festzuhalten. Vielleicht mache ich das nach Abschluß meine Behandlung auch.....so als Neuanfang.


    LG:hug:

  • Das geht mir auch so Leo und obwohl ich mir mal einbilde, eh einen wachen Blick für solche Dinge zu haben, ist es jetzt nochmal stärker.

    Ich habe z.B. an meinem ersten Arbeitstag (an dem ich nach Urlaub hätte wieder antreten wollen und eben aufgrund der Erkrankung nicht konnte) von Freunden per Postpaket einen Blumenstrauß geschickt bekommen. Ich war so verdattert, als ich vor dem Postboten stand und fragte überrascht „Von wem kommt denn sowas???“ Er lächelte mich an und meinte mit einem verschmitzten Grinsen:“Ich weiß nicht!“ Dann beugte er sich über den Karton, um nach der Adresse zu sehen und sagte noch verschmitzter:“Kommt von Aldi!“ Ich saß dann da und heulte erstmal laut, weil ich so berührt war.

    Das, aber noch viele andere und viel kleinere Dinge sind was zum Aufschreiben und tragen, nicht nur in dem Moment in dem sie geschehen!


    meint Zebralilly

    🌻 It doesn't matter where you go in life, it's who you have beside you! :hug:


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  • Ich denke da ähnlich wie Chippendale und finde es auch interessant, wie jeder anders damit umgeht. So, wie ich das verstanden habe, gibt es vielen von euch eine Sicherheit, was ich einerseits auch nachvollziehen kann.
    Aber bei mir ist das anders:
    Ich glaube, wenn ich mich täglich mit meinen Zipperlein auseinandersetzen würde, d.h. sie aufschreiben würde, dann würde ich langsam aber sicher zum Hypochonder werden. 8o

  • Nene, Milli, wirste nicht. Ein Hypochonder hat eine übertriebene Selbstbeobachtung und es gibt keine organische Ursache für die eingebildeten Krankheiten :-).

    Von daher geraten wir alle nicht in die Versuchung, hypochondrische Anlagen zu entwickeln 😆,

    selbst wenn wir uns nahezu tagtäglich in diesem Forum aufhalten und da auch ständig mit unserem Thema konfrontiert sind.


    Zebralilly

  • ich schreibe seit meiner Diagnose Tagebuch, bis heute. Bin froh, dass ich so manche Dinge nachschlagen kann.

    Liebe Grüße von

    Stupsi


    Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden (Carl Hilty ) :)