Checkliste vor der Chemo

  • Hallo ihr Lieben,

    jetzt brauche ich doch mal eure Hilfe.Ich bekomme nächste Woche meine erste Chemo und bin sehr ängstlich.Am Dienstag habe ich mein Chemo Gespräch mit dem Doc..Ich weiß also noch nicht was ich bekomme usw.. Vielleicht könnt ihr mir sagen,welche Fragen ich dem Arzt stellen muss ,bezüglich der Chemo.Ein paar habe ich schon aufgeschrieben und was ich an Teesorten,Hautpflege usw. zu Hause haben sollte..

    Ich bin etwas total durcheinander, zumal mein Mann heute auch noch positiv auf Corona getestet wurde.Ich habe jetzt auch noch Angst,dass die Behandlung in weiter Ferne rückt wenn ich mich jetzt anstecke.

    Ganz liebe Grüße an alle Kämpferinnen ♥️

    Einmal editiert, zuletzt von Lieselotte () aus folgendem Grund: Beitrag und Antworten hierher verschoben

  • Liebe Taroma , diese Angst und Unsicherheit vor der ersten Chemo ist absolut verständlich:hug:

    Man kennt Chemo nur aus dem Fernsehen und da sieht das immer super dramatisch aus. Ist in echt aber nicht so:hug:

    Hast Du schon den Taxischein bekommen um zu den Chemos mit dem Taxi fahren zu können?? Frag nach Begleitmedis ( gegen Übelkeit und Blasenschutz), aber daran werden die da schon denken, wirst ja dort nicht die ersten Chemopatientin sein:hug::)

    Ansonsten solltest Du alles zu Hause haben, was Du magst. Mir wurde Salbeitee empfohlen, find ich aber widerlich, also hats nix gebracht, weil ich ihn nicht getrunken habe^^

    Trinke soviel wie es geht, abm besten 3-4 Liter am Chemotag. Wenn Du einen Hund hast, mach morgens noch einen schönen Spaziergang.

    Zieh Dich gemütlich locker an, nimm Dein Handy mit, vielleicht ein Buch oder Tablett, was leckeres zu essen / trinken und dann wird das schon:hug:

  • liebe Taroma,


    jetzt atme erst mal tief durch. ---breaaaathhhheee--


    Du musst dir nicht schon vorher Fragen überlegen, denn dein Arzt wird dir das alles (hoffentlich) nachvollziehbar und verständlich erklären, was du wissen musst.


    Ganz grundsätzlich: Nebenwirkungen können, aber müssen nicht ( alle) auftreten. Das ist bei Jeder anders. Wirklich. Und es hängt davon ab, welche Chemo du bekommst.

    Und: es gibt inzwischen wirklich wirklich gute Medikamente, um etwaige Nebenwirkungen zu beherrschen. Mein wichtigster Tip diesbezüglich: Nicht mit einer Einnahme zuwarten, ob's denn nötig wird, sondern lieber gleich nach Plan einwerfen, dann kommt es erst gar nicht so weit. Lass dir den Mediplan schriftlich geben, mit dem wattigen Chemohirn vergisst man recht fix solche Sachen wieder..

    Bei mir hat das super geklappt.


    Solltest du Paclitaxel erhalten ( wovon ich beinahe ausgehen würde), rate ich zu einem Noppenball oder Noppenrolle, um Hände und Füße zu massieren. Das hilft, eine etwaige Polyneuropathie in Schach zu halten. Viele kühlen auch Hände und Füße mit Kühlpads oder engen Socken, Gummihandschuhen.. das war zu meiner Zeit 2017 noch nicht ganz so en vogue.. ich hab es nicht gemacht, aber fleissig genopp-ballt ;-)


    Danach könntest du vllt fragen: ob du bei der Chemo dort Kühlpads zur Verfügung gestellt bekommst. Und ob du dort ( im Brustzentrum, oder?) etwas zu essen und trinken bekommst, oder ob du es mitbringen sollst.


    Das wird verschieden gehandhabt, und dieser Punkt gehört meist nicht so direkt zur Aufklärung bezüglich der Chemo, spielt aber in meinen Augen bezüglich der Befindlichkeit während der Therapie schon eine nicht unerhebliche Rolle.


    In meinem Brustzentrum zb gab es Wasser, Tee und Kaffee frei, und gegen Mittag kam eine der Hausdamen und brachte Joghurt, Obst und belegte Brötchen gratis. Man konnte sich aussuchen, was man gern wollte.

    Und wenn du einen kuscheligen Schal oder ein schultertuch hast um dich etwas einzumümmeln beim dösen oder Lesen, ist das sicher auch vorteilhaft.


    Und nun schön atmen und runterkommen.

    Das wird schon.


    Liebe Grüße

    MoKo

  • Liebe Taroma

    da du ja noch nicht weißt, welche Chemo du bekommst, wird dir dein Arzt sicher genaue Infos darüber am Dienstag geben.

    Hier herrscht großes Schwarmwissen über jede erdenkliche Therapie und ihre eventuellen Nebenwirkungen.

    Wenn du weißt, was für dich geplant ist, gibt es hier dann jede Menge Tipps für dich.


    Ich möchte dich auf keinen Fall verwirren, würde aber nicht wie MoKo dazu raten, Medikamente einzuwerfen, die man gegen Nebenwirkungen bekommt, wenn man keine hat.

    Ich hab jede Menge Medikamente (gegen Übelkeit, gegen Schmerzen, gegen Probleme mit dem Magen...) bekommen, die ich bei eventuellen Nebenwirkungen der Chemo zu Hause bei Bedarf nehmen kann.

    Ich habe kein einziges davon gebraucht, da keine dieser NW aufgetreten ist.

    Wenn ich keinen Durchfall oder keine Verstopfung habe, nehme ich auch kein Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung.

    Aber das ist nur meine Ansicht. Das ist nicht in Stein gemeißelt. Ich bin keine Ärztin.

    MoKo ist mit ihrer Herangehensweise gut gefahren, wie sie erzählt, und sie hat es anders gemacht als ich.


    Ich würde vorher den Arzt fragen, ob du die Bedarfs-Medikamente auf jeden Fall nehmen sollst noch bevor die eventuellen Nebenwirkungen eintreten. Es kann ja sein, dass nicht alle prophylaktisch wirken.

    Schon haben wir eine Frage! :-)


    Ich hab gefragt:

    - wie lange dauert die Chemo (wie lange bin ich auf der Station)

    - was darf ich essen/nicht essen/trinken

    - mit welchen NW ist zu rechnen

    - wann (zeitlich) werden die NW nach der Chemo wahrscheinlich eintreten

    - was ist eine NW und was ist im Unterschied dazu "kritisch" und ich muss im BZ anrufen

    - welche pflanzlichen Mittel können mich stützen, welche sind verboten


    Da ich von hier schon eine ganze Packliste für die Chemo selbst hatte, musste ich diese Fragen nicht stellen.

    Da wusste ich dank der Mädels schon sehr gut Bescheid. Ich war bepackt wie ein Esel :-)

    Und für zu Hause war ich ebenso eingedeckt - wie du gesagt hast: Tee, Kokosöl (zum Ölziehen), medizinische Mundspülung, Babyöl, alle Pflegeprodukte in Naturkosmetik (oder ph-neutral, oder aus der Apotheke, oder aus der Baby-Abteilung), milde Zahnpaste, Noppenbälle, Noppenschlapfen, verschiedene Bürsten für die Füße und Hände, Kühlakkus, ....


    Jede von uns versteht deine Angst.

    Bitte glaub mir: es wird besser, sobald man die erste Chemo geschafft hat.

    Dann ist es mental leichter. Kein Witz! Sobald es losgeht, wird es einfacher. Die Angst wird kleiner oder verschwindet komplett. Die Warterei hat endlich ein Ende.... Das alles hilft psychisch enorm.

    Toi toi toi für dich!